Kategorie: Allgemein

  • Eine «stehende Welle» in der Limmat?

    Eine «stehende Welle» in der Limmat?

    Surfen und Kajakfahren – und das mitten in Zürich in der Limmat. Das schwebt den Gemeinderäten Marco Denoth, Matthias Renggli (beide SP) sowie Christian Traber (Die Mitte) vor. Und zwar im Limmatkanal unterhalb des Laufwasserkraftwerks Letten. Funktionieren könne das mit einer sogenannten stehenden Welle.

    Das geht aus einer Motion hervor, die von den drei Politikern am 1. April eingereicht wurde. Der Stadtrat würde demnach beauftragt, dem Gemeinderat eine kreditschaffende Weisung vorzulegen, um eine solche Welle zu erschaffen.

    Geeignete hydrologische Voraussetzungen

    Die drei Gemeinderäte begründen ihre Motion damit, dass sich Surfen und Kajakfahren in verschiedenen Städten als «attraktive, öffentlich zugängliche Freizeitangebote» etabliert hätten, und verweisen dabei auf den Eisbach in München. Und weiter: Stehende Wellen würden sportliche Aktivitäten im urbanen Raum mit Bewegung, Erholung und Stadtraum auf innovative Weise verbinden.

    Der Vorschlag wäre aus Sicht der drei Politiker ideal, da beim Laufwasserkraftwerk Letten das Wasser durch die Turbine und danach «relativ schnell und mit angenehmer Tiefe in Richtung und durch das Flussbad Unterer Letten» laufe. Das seien geeignete hydrologische Voraussetzungen für die Erzeugung einer stehenden Welle. Eine Umsetzung müsste selbstverständlich mit dem laufenden Kraftwerksbetrieb sowie dem «sensiblen und urbanen Flussraum» vereinbar sein.

    Konstruktionen aus einer stabilen Gummihülle

    Die drei Politiker denken dabei an «bewährte wasserbauliche Lösungen» wie feste Rampen, Schwellen oder regulierbare Elemente, die an unterschiedliche Abflussmengen angepasst werden können. Prüfenswert könnten auch «Konstruktionen aus einer stabilen Gummihülle» sein, die an veränderte Abflussmengen angepasst werden könnten.

    Ob die Motion an den Stadtrat überwiesen wird, entscheidet der Gemeinderat in einer seiner nächsten Sitzungen.

  • Sommerbadesaison im Kreis 10 startet am 9. Mai

    Sommerbadesaison im Kreis 10 startet am 9. Mai

    Als erste Anlagen öffnen am 11. April das Seebad Utoquai und das Freibad Seebach. Am 1. Mai folgt das Freibad Letzigraben, bevor am 9. Mai die weiteren Bäder in Betrieb gehen – darunter die Höngger Badis «Zwischen den Hölzern» und das Flussbad «Au-Höngg» (besser bekannt als Werdinsel) sowie die Wipkinger Freibäder Oberer und Unterer Letten.

    Beim Unteren Letten ist der Flussteil aufgrund von Bauarbeiten voraussichtlich erst ab Ende Mai zugänglich. Der Nichtschwimmerbereich, das Planschbecken, der Spielplatz sowie Liegewiesen und Gastronomie sind jedoch bereits zum Saisonstart geöffnet.

    Der Saisonschluss erfolgt gemäss einer Medienmitteilung der Stadt ebenfalls gestaffelt. Zuletzt schliessen das Freibad Seebach und das Seebad Utoquai; ihre Saison dauert bis Sonntag, 25. Oktober.

    Öffnungszeiten und aktuelle Informationen

    Die von der Stadt betriebenen Sommerbäder sind wie bisher täglich und bei jeder Witterung von 9 bis 14 Uhr geöffnet, bei schönem Wetter teilweise bis 21 Uhr. Die Bäder Letzigraben, Seebach und Utoquai öffnen bereits um 7 Uhr und sind – je nach Saisonzeitpunkt – durchgehend bis abends zwischen 18 und 21 Uhr zugänglich.

    Unter sportamt.ch/sommerbaeder sind die Öffnungszeiten der einzelnen Bäder aufgeführt. Ab dem 11. April werden zudem unter sportamt.ch/badi-aktuell der aktuelle Öffnungsstatus, die Wassertemperatur sowie die Besucherzahlen der einzelnen Anlagen publiziert.

    Quelle: Medienmitteilung Stadt Zürich

  • Dagmar schreibt: «Sharing is caring»

    Dagmar schreibt: «Sharing is caring»

    Bald ist Ostern. Was liegt da näher, als einen Frühlingstext zu verfassen? Etwas, das Hoffnung macht und das Herz erwärmt – irgendwas mit Natur, Blümchen und vor allem: Eiern? Wie es der Zufall so will, habe ich da doch glatt ein kleines Anekdötchen auf Lager. Denn meine Hennen, neben dem Hasen die Hauptprotagonistinnen in punkto Frühlingsfest, sind im Moment ausserordentlich fleissig. Das schöne Wetter und die angenehmen Temperaturen scheinen die Ladies zu motivieren, ihre Produktion so richtig anzukurbeln.

    Für mich ist deshalb jetzt schon ein wenig Ostern: Tagtäglich spaziere ich über meinen Hühnerhof und entdecke in immer wieder neuen Verstecken liebevoll drapierte Eier. Und weil ich meistens etwas im Stress bin, packe ich diese in der Regel in einen Karton und deponiere sie in meinem kleinen Häuschen, bis ich sie in aller Ruhe nach Hause transportieren kann. In jüngster Zeit aber geschehen merkwürdige Dinge auf dem Hof: Mehrmals bereits kam ich abends auf den Hof, um die Eier abzuholen, doch diese waren weit und breit nicht aufzufinden.

    Zu Beginn hielt ich mich für bescheuert und sah es als ein weiteres Symptom meines Alterungsprozesses. Doch dann kam der Abend, an dem ich einen frischen Tatort vorfand: Der Eierkarton lag auf dem Boden, zwei, drei angeknackste Eier waren noch vorhanden, daneben ein Haufen Schalen und Eiermatsche. Ein Dieb war hier am Werk gewesen! Mein erster Verdacht fiel auf die beiden Katzen, die dort ihr Domizil haben. Doch deren Interesse an vegetarischer Ernährung tendiert gegen Null. Vielleicht war einer der mich begleitenden Hunde in einem unbeobachteten Moment mit seiner dicken Nase ja rein «zufällig» an den Eierkarton geraten?

    Diese Variante erschien mir bedeutend wahrscheinlich, vor allem aufgrund der Tatsache, dass sich die Hunde mit Begeisterung auf die Eierpampe stürzten, sobald sie diese erblickten. Ich sah sie tadelnd an, sparte mir aber vorerst meine Moralpredigt. Im Zweifel für die Angeklagten. Das war eine gute Entscheidung. Denn am nächsten Abend wiederholte sich der Vorfall. Dieses Mal aber hatten die Hunde ein lupenreines Alibi, weil sie den Stall genauso nichtsahnend wie ich betraten. Da mussten also andere Mächte am Werk sein.

    Und siehe da, ein paar Tage später konnte ich den Übeltäter auf frischer Tat ertappen: Es war der Fuchs. Voll dreist schlich der sich da, noch bei Tageslicht, in mein Häuschen und bediente sich. Als ich mit den Hunden ankam, schaute er zwar ertappt, hatte es aber nicht besonders eilig, den Tatort zu verlassen. Gemütlich trottete er davon, eine Eierschale hing ihm noch aus dem Mundwinkel. Ganz schön unverschämt. Ich war verärgert, schliesslich wurde hier mein Besitz geschröpft.

    Dann aber revidierte ich meine Meinung: Eigentlich war es dem Fuchs hoch anzurechnen, dass er nicht mal den Versuch unternahm, sich an den Hennen zu vergreifen und sich stattdessen mit ihren Erzeugnissen begnügte. Wer weiss, vielleicht fühlt er sich bei mir ein wenig wie zuhause und akzeptiert die Hennen als Teil seines Reviers? Etwas menschlich gedacht, ich weiss. Aber das wäre doch eine wunderschön-versöhnliche Pointe: Osterfrieden über die Artgrenzen hinweg. Dafür bin ich gerne bereit, mit Reineke zu teilen.

  • Was tut sich im Begegnungsraum im BAZ?

    Was tut sich im Begegnungsraum im BAZ?

    Ein paar Zahlen vorweg: Im Jahr 2025 besuchten insgesamt 14 200 Personen die verschiedenen Angebote. Der offene Treffpunkt allein verzeichnete 10 500 Besuche. Die verschiedenen Aktivitäten ermöglichen Begegnungen zwischen Bewohnenden des Bundesasylzentrums und der städtischen Bevölkerung. Und Mitmachen wird grossgeschrieben: 2025 wurden über 1400 Freiwilligenstunden geleistet. In der Folge werden einige wichtige Angebote näher vorgestellt.

    Ein Begegnungsraum, der seinen Namen verdient

    Der Begegnungsraum fügt sich unauffällig in das Bundesasylzentrum ein. Ausgestattet mit direktem Zugang (von Gleisbogen und Pfingstweidstrasse her) heisst der liebevoll gestaltete Treff alle willkommen – Bewohnende des Bundesasylzentrums, die Quartierbevölkerung, zufällig vorbeilaufende oder gezielt neugierige Menschen. Gute Gespräche, ein spontanes Kartenspiel, kreative Aktivitäten – es gibt hier viele Möglichkeiten miteinander in Kontakt zu kommen.

    Es ist aber auch möglich, gemütlich innezuhalten und seinen eigenen Gedanken zu folgen. Die Kücheninfrastruktur samt Kaffeemaschine sowie Bastelutensilien, Spiele, Musikanlage, Piano und eine bequeme Sofaecke werden gut genutzt. Im Laufe der Jahre haben Tausende von Menschen diesen Raum besucht und teilweise, in Form von Zeichnungen, ihre Spuren hinterlassen.

    Mittlerweile ist der offene Treff jeden Tag mehrere Stunden geöffnet. Am Wochenende sorgen engagierte Freiwillige für den Betrieb. Unter der Woche führt das GZ-Team den Raum, unterstützt von interkulturellen Vermittlungspersonen. Der Ort hat sich über die Jahre auch im Quartier etabliert. Die Atmosphäre ist gemütlich, der Zutritt einfach und unkompliziert. Ein Besuch lohnt sich

    Der Aussenraum entwickelt endlich seinen eigenen Charme

    Lange Zeit war der Vorplatz des Begegnungsraumes kein einnehmender Platz. Das hat sich in der Zwischenzeit geändert. Dank verschiedenen Kooperationen, unter anderem mit AIA (Awareness in Art) und unter der aktiven Beteiligung von Bewohnenden des Bundesasylzentrums, wurde er gezielt aufgewertet. Verschiedene Sitzgelegenheiten, schattenspendende Sonnenschirme, farbliche Akzente und ein Hochbeet-Gemüsegarten geben nun ein gemütliches Gepräge und erhöhen die Aufenthaltsqualität.

    Aber damit ist noch nicht Schluss. Weiterhin finden Bauaktionen statt. Es werden Elemente geplant, umgesetzt und anschliessend auf Herz und Nieren geprüft, inklusive Probesitzen. Hier sind Ideen und geschickte Hände nach wie vor gefragt. Wer sich beteiligen will – das GZ-Team freut sich auf die Zusammenarbeit. Solche Aktivitäten sind ein wunderbarer Rahmen, um mit verschiedenen Menschen in Kontakt zu kommen und trotz Sprachbarrieren einen nicht alltäglichen Austausch zu erleben, im gemeinsamen Gestalten. Im Jahr 2026 wird der Aussenraum mit verschiedenen öffentlichen Anlässen belebt. Er soll verstärkt auch Quartierbewohnende ansprechen sowie Personen, die im Umfeld arbeiten oder studieren.

    Eingesandt von Erik Baggenstos & Karl Guyer

    Begegnungsraum BAZ

    Der Standort BAZ befindet sich im Bundesasylzentrum,
    gleich bei der Fussgängerbrücke Ecke Duttweilerstrasse 11/Pfingstweidstrasse.

    Offener Treff
    Montag, 14–17 Uhr
    Dienstag, 14–17 Uhr
    Mittwoch, 15–18 Uhr
    Donnerstag, 14–17 Uhr (WOMEN SPACE)
    Freitag, 15–18 Uhr
    Samstag, 19–21 Uhr
    Sonntag, 14–17 Uhr

    Alle Angebote werden auf der Website des GZ Wipkingen kommuniziert.

  • Eine Oase im Zentrum von Wipkingen steht unter Druck

    Eine Oase im Zentrum von Wipkingen steht unter Druck

    Ein Beitrag von Judith Stofer, Kantonsrätin AL

    Seit der Gründung des «Garte über de Gleis» habe ich an diesem schönen Ort gegärtnert und mich im Vorstand engagiert. Ich war zwar nie eine gute Gärtnerin. Kohlräbli, Blumenkohl, Broccoli, Tomaten, Rüebli und Radiesli fühlten sich in meiner Gartenkiste nie ganz wohl, das heisst, sie wollten einfach nie wachsen.

    Dies führte mich dazu, dass ich einfachere Sachen anpflanzte. Ich verlegte mich auf Blumen wie Lavendel, Tulpen, Osterglocken, Skabiosen, Verbene und Flockenblumen, welche auch viele Insekten, Bienen und Schmetterlinge entzückten. Zudem pflanzte ich einen Apfelbaum und Himbeeren.

    Schleichender Wandel


    Bei diesem Apfelbaum wurden mehrere Äste abgerissen. (Foto: zvg)

    Jahrelang ging es gut. Den Blumen gefiel es in der Kiste und der Apfelbaum und die Himbeeren sorgten für regelmässigen Beeren- und Apfelgenuss. Doch irgendwann kündigten sich schleichende Veränderungen an. Wurden zu Beginn noch ab und zu Gemüse, Beeren und Obst entwendet und liess sich der von den Besucher*innen, hauptsächlich von Jugendlichen, liegengebliebene Abfall einmal wöchentlich entsorgen, hat sich die Situation in den vergangenen zwei Jahren verschärft.

    Bäume zerstört

    Der Verpackungsabfall von den umliegenden Geschäften und Restaurants müsste täglich entsorgt werden. Dies auch, weil die aufgestellten Abfallkübel den Müll nicht mehr schlucken können und sich die Besitzerin des Platzes weigert, die Abfallkübel regelmässig zu leeren. Vielmehr hat sie einen Sicherheitsdienst engagiert, der abends seine Runden dreht und die Jugendlichen regelmässig vertreibt.

    Seither haben Vandalismus und Diebstahl zugenommen. Ob es einen Zusammenhang zwischen Sicherheitspatrouillen und zunehmender Zerstörung gibt, weiss ich nicht. Ich stelle aber fest, dass vermehrt Pflanzen ausgerissen, Gemüse geklaut und Äste von Bäumen abgebrochen, ja Bäume ganz zerstört werden.

    Das tut weh.

  • Kulinarisches Pop-up am Limmatufer

    Kulinarisches Pop-up am Limmatufer

    Von April bis Anfang Mai gestaltet jede Woche eine andere Köchin oder ein anderer Koch ein eigenes Menü und bringt die persönliche Küche für einige Tage nach Zürich. Den Auftakt macht Simon Schneeberger mit einer produktnahen, von nordischen Einflüssen geprägten Küche.

    In den darauffolgenden Wochen folgen Moritz Schroeder aus Berlin, Cansu Cantas mit dem mediterranen Food- und Kulturprojekt Lokum, Marion Klammer mit veganer Küche, Aon Homberger von Thai Moving Noodles sowie Corinne Venegas, Gewinnerin von MasterChef Schweiz 2023.

    Serviert wird jeweils von Mittwoch bis Samstag ein mehrgängiges Menü in entspannter Atmosphäre. Die Weinbegleitungen kuratiert Barbara Maey von Les Vignes.

    Kulinarisches Pop-up

    Hönggerstrasse 3, 8037 Zürich-Wipkingen
    April bis 9. Mai 2026 (Mittwoch bis Samstag, abends)
    Reservation: www.fuerdich.ch.


  • Am Ostersamstag fahren die Hasen durch Wipkingen

    Am Ostersamstag fahren die Hasen durch Wipkingen

    Die ACE Crew verbindet über 3000 Bikerinnen und Biker in der ganzen Schweiz und ist Teil des Schweizerischen Auto- und Motorradfahrer Verband (SAM). Sie bezeichnen sich laut Medienmitteilung als Menschen mit einer gemeinsamen Leidenschaft und einem gemeinsamen Ziel: Niemand soll allein fahren müssen.

    In diesem Sinne werden aus Bikern an Ostern Hasen. Alles begann 2018 mit einer kleinen Idee. Sechs Mitglieder waren es damals, die sich an Ostern als Hasen verkleidet auf ihre Motorräder setzten. Das kam an und heute sind es rund 50 Mitglieder, die sich als Bunnies verkleiden.

    Durchfahrt in Wipkingen

    Das Hasenkostüm über das Leder gestülpt, steigen sie an diesen Ostern auf ihre Bikes – nicht nur für die Fahrt, sondern für die Menschen. Mit vollgepackten Taschen, gesponserten Schokoladen und viel Herz besuchen die «ACE Bunnies» Alters-, Kinder-, Pflegeheime und öffentliche Plätze.


    Foto: ACE Bunnies Tour

    Die Mitglieder der Gruppe stammen aus der gesamten Deutschschweiz und treffen sich am Samstagmorgen, 4. April, um 8.30 Uhr in Dietikon ZH und sind dann rund zehn Stunden lang im Kanton Zürich und Glarus unterwegs.

    Wie die Hasen der Redaktion mitteilten, fahren sie zwischen 10 und 10.15 Uhr durch Wipkingen. Die genau Route verraten sie bislang nicht. Nur, dass die Truppe von Altstetten her kommt um danach in Oerlikon ein Gesundheitszentrum für das Alter zu besuchen. Es dürfte sich wohl um die Hardbrücke und die Rosengartenstrasse handeln.

    Quelle: Medienmitteilung ACE Bunnies Tour


    Foto: ACE Bunnies Tour
  • Neulich auf dem «Röschi»: Weg mit dem Gerümpel

    Neulich auf dem «Röschi»: Weg mit dem Gerümpel

    «Der Entsorgungsstandort Wipkingen gehört publikumsmässig zu den Top 3 Standorten in der Stadt Zürich», erklärt ein Mitarbeiter von Entsorgung und Recycling Zürich der Journalistin, als sie an diesem Montagnachmittag eine Stippvisite bei der Entsorgungsaktion auf dem Röschibachplatz macht. Eine Aussage, die zwar nicht so leicht zu überprüfen ist, durch den Eindruck vor Ort aber eindeutig bestätigt wird.

    Zwar ist heute nicht mehr ganz so viel Betrieb wie bei der vorhergehenden Entsorgungsaktion im November, doch auch jetzt hat der Anlass fast ein wenig den Charakter eines Strassenfestes: Mit Cargo-Velos, Einkaufswagen, Ikea-Taschen und Transportwagen, die vor Ort ausgeliehen werden können, strömen Dutzende auf den Platz, um ihre Matratzen, Kinderfahrräder, Holzgestelle, Staubsauger und allerhand weiteren Hausrat loszuwerden.


    Auch getauscht wurde fleissig. (Foto: das)

    Man stellt sich geduldig in die lange Schlange, trifft sich, plaudert. Reger Betrieb herrscht auch am Tauschplatz: Hier können Alltagsgegenstände wie Bücher, Schallplatten und Lautsprecher abgegeben oder gratis mitgenommen werden.

    Lieber auf dem Röschibachplatz

    Die Entsorgungsaktion der Stadt Zürich kommt an, wie man auf Nachfrage hört. Allerdings vor allem dann, wenn besagte Entsorgung auf dem «Röschi» stattfindet. Dass der mobile Recyclinghof ab Juni auf den Schulhausplatz der Schule Waidhalde verlagert werden wird (wir berichteten) stört aber die meisten Befragten massiv.

    «Lieber etwas weniger häufig Entsorgungsaktionen, anstatt auf den Berg hochsteigen zu müssen», erbost sich eine Anwohnerin, «das ist doch das Hinterletzte.» Das Angebot der Recyclinghöfe sei schon okay, sagt eine andere Quartierbewohnerin, «aber es selektioniert sehr stark.»

    An Nachmittagen unter der Woche könnten ja nur Leute entsorgen, die nicht berufstätig sind. Und in der Nähe wohnen. Man müsse auch noch einigermassen gut zu Fuss sein und schwer tragen können, erklärt die Dame. «Da waren die Entsorgungscoupons schon gut. Warum mussten die eigentlich ganz abgeschafft werden? Die Hälfte davon hätte man eigentlich beibehalten können», sagt sie.

  • Neues Leben für den Wipkingerplatz

    Neues Leben für den Wipkingerplatz

    Der Wipkingerplatz, in dieser Frage ist man sich einig, soll ein «Glow up» erhalten. Denn momentan fristet er doch ein eher bescheidenes Dasein: eine Tramhaltestelle, mehrere Strassen die sich kreuzen, ein grosses Verwaltungsgebäude, eine in die Jahre gekommene Einkaufspassage sowie das Kirchgemeindehaus mit dem seit 2017 nicht mehr als solchem genutzten Postgebäude davor. Mehr gibt der Platz aktuell nicht her.

    Lange Zeit war der Spielraum gestalterisch eingeschränkt, weil unklar war, ob am Wipkingerplatz nicht doch das Tunnelportal für die Rosengartenstrasse zu liegen kommen würde. Diese Frage aber wurde 2020 mit der Ablehnung des Tunnel- und Tramprojekts endgültig geklärt.

    Deshalb kommt nun Bewegung in die Sache: Im Dezember 2025 hat der Gemeinderat dem Kauf des ehemaligen Postgebäudes von einem Preis von insgesamt 3,4 Millionen Franken zugestimmt (der «Wipkinger» berichtete). Was mit dem Gebäude geschieht und wie der Platz in Zukunft genau gestaltet werden soll, dazu existieren jedoch durchaus unterschiedliche Vorstellungen.

    So wünschten sowohl die FDP als auch die SVP einen möglichst raschen Abriss des Postgebäudes. Die beiden Parteien äusserten ihre Zukunftsvorstellungen Ende letzten Jahres in zwei Postulaten: Die FDP plädierte für die Errichtung eines Pop-up-Parks anstelle des Postgebäudes, die SVP wünschte sich, den Platz wieder in den Zustand von 1950 zurückzuversetzen, wie «Tages»Anzeiger» und NZZ im vergangenen Dezember berichteten. Die beiden Postulate fanden im Gemeinderat jedoch keine Mehrheit.

    Mitwirkungsverfahren

    Der Stadtrat hingegen habe bis anhin, so der «Tages-Anzeiger», die Pläne für den Platz noch nicht genau definiert. Die Rede ist von einem «Begegnungs- und Aufenthaltsort». Ein Rückbau des Postgebäudes ist wahrscheinlich. Für die Besetzer des Postgebäudes bedeutet das: Bis zur Klärung dieser Fragen werden sie auf dem Wipkingerplatz geduldet.

    Gleichzeitig soll die Bevölkerung in die Planung und Gestaltung des Platzes mit einbezogen werden. So wurde die Anwohnerschaft im Rahmen einer Sozialraumstudie des Büros für Stadtraum und Sozialleben bereits zu ihren Wünschen und Bedürfnissen befragt. Die Ergebnisse dieser Studie, so Evelyne Richiger, Leiterin Kommunikation beim Tiefbauamt, seien noch nicht publiziert, sollen aber, sobald sie aufbereitet sind, auf einer Webseite zum Wipkingerplatz aufgeschaltet werden.

    Vor rund drei Wochen fand zudem die erste Sitzung der Spurgruppe Wipkingerplatz statt. Dabei waren gemäss Beni Weder vom Quartierverein Wipkingen je eine Vertreterin des GZ Wipkingen, der Schule Waidhalde, der Schule Viventa, des Quartiervereins Wipkingen, der IG am Wasser Breitenstein und der reformierten Kirche Street Church, zudem Vertreterinnen der Stadt Zürich vom Büro für Soziales und Stadtraum BSS, die Projektleitung des Tiefbauamts und zwei externe Fachspezialistinnen.

    Wie Richiger erklärt, solle die Spurgruppe «das Projektteam zum geplanten mehrstufigen Mitwirkungsverfahren in Bezug auf Inhalt, Formate (Veranstaltungen, Befragungen usw.) und weitere Gefässe beraten». Die Spurgruppe habe sich nun zur ersten Kennenlernsitzung getroffen. Im Sommer solle dann mit dem eigentlichen Mitwirkungsprozess gestartet werden können.

  • Neustart für den Tierpark Waidberg

    Neustart für den Tierpark Waidberg

    Wie der «Wipkinger» bereits berichtete, fanden Mitte März die Generalversammlungen der beiden Vereine «Förderverein Tierpark Waidberg» sowie «Verschönerungsverein Zürich» statt. Das wichtigste Traktandum: der geplante Zusammenschluss der beiden Vereine und die gleichzeitige Gründung eines neuen Vereins. Die Fusionspläne waren im vergangenen Jahr ausgearbeitet worden.

    Naturerlebnis und Hirschpark Zürich

    Nun haben die beiden Generalversammlungen Nägel mit Köpfen gemacht und die Fusion einstimmig beschlossen, wie Ernst Tschannen, aktuell Präsident des Vereins Tierpark Waidberg, dieser Zeitung mitteilt. Der neue Verein «Naturerlebnis und Hirschpark Zürich» ist bereits rückwirkend auf den 1. Januar dieses Jahres in Kraft gesetzt.

    Für dieses Jahr werden die bisherigen Vorstandsmitglieder gemeinsam mit Neuzugängen den Verein leiten, ab dem nächsten Jahr ziehen sich die Bisherigen zurück und überlassen die Leitung sechs jüngeren, motivierten Vorstandsmitgliedern.