Kategorie: Allgemein

  • Wo stelle ich mein Auto ab?

    Wo stelle ich mein Auto ab?

    Die Parkplätze – ein beliebtes Streitthema. Nicht nur bei Autofahrerinnen und -fahrern, sondern auch bei Velofahrenden und der Anwohnerschaft von Quartierstrassen wird oft und gerne über die Verfügbarkeit von Parkplätzen diskutiert.

    Quasi als Diskussionsgrundlage liefert die Stadt nun mit ihren neuesten statistischen Daten aktuelle Zahlen zu der Anzahl verfügbarer Parkplätze in der blauen und weissen Zone, erhältlich für jedes Quartier – inklusive der Veränderung über die letzten Jahre.

    Neudefinition von Parkplätzen

    Für den Kreis 10 ergibt sich hieraus die aktuelle Zahl von 2882 Parkplätzen in der blauen Zone, 1563 in Höngg und 1319 in Wipkingen. Im Jahr 2011, also vor rund 15 Jahren, waren es noch 1857 Parkplätze in Höngg, 1591 in Wipkingen gewesen.

    Bei den weissen Parkplätzen (kostenpflichtige öffentliche Parkplätze mit Parkuhr) ist die Zahl auf den ersten Blick dramatisch gesunken. So fanden sich 2025 im gesamten Kreis 10 noch 168 weisse Parkplätze, 67 in Höngg und 101 in Wipkingen.

    2011 dagegen wies Höngg noch 427, Wipkingen gar 439 weisse Parkplätze auf. Dieser Rückgang hat jedoch weniger mit dem Abbau von Parkmöglichkeiten, als mit einer Neudefinition der Parkplätze zu tun: Seit 2022 werden Plätze auf öffentlichem Grund abseits des Strassenraums (etwa bei Krankenhäusern, Sportanlagen oder Friedhöfen) nicht mehr dazugezählt.

    Motorisierungsgrad sinkt auch

    Doch die absolute Zahl der vorhandenen Parkplätze sagt alleine natürlich noch nicht viel aus – die Frage ist auch, wie viele Autos vorhanden sind, die dort abgestellt werden könnten. Auch hierzu liefert Statistik Zürich Anhaltspunkte.

    Wie der Tages Anzeiger in einem Artikel aus dem Jahr 2024 berichtet, wies Höngg damals eine Dichte von 300 Privatautos auf 1000 Einwohnenden auf – was innerhalb der Stadtquartiere übrigens Rang 3 der Quartiere mit der höchsten Autodichte bedeutete, direkt hinter Witikon und Fluntern.

    Im Vergleich zum Jahr 2002 ist die Anzahl der Autos pro 1000 Einwohner*innen jedoch in Höngg um 94 gesunken, was einen Rückgang von 23.8 Prozent bedeutet.

    Quelle: Statistik Stadt Zürich

  • Ein Fest rund um das Wasser mitten in Wipkingen 

    Ein Fest rund um das Wasser mitten in Wipkingen 

    Wasser ist überall im Kanton Zürich – doch uns ist kaum bewusst, was wir diesem kostbaren Element alles verdanken. Mit dem Projekt #hallowasser unterstützt der Kanton Zürich Projekte und Angebote, die spielerisch und interaktiv dazu einladen, die Zürcher Gewässer zu erleben. Der internationale «Tag des Wassers» am Sonntag, 22. März, versammelt viele dieser Angebote an einem Ort.

    Zürcher Gewässer erleben – interaktiv und mit allen Sinnen

    Das Fest zum «Tag des Wassers» findet direkt an der Limmat beim GZ Wipkingen in Zürich statt. Das abwechslungsreiche Programm lädt dazu ein, das Wasser mit allen Sinnen zu erkunden und richtet sich neben Natur- und Kunstinteressierten insbesondere auch an Familien mit Kindern ab Kindergarten-/Schulalter. Es beginnt um 10:30 Uhr mit einer Klangperformance und geht weiter mit der zauberhaften Geschichte der einzigen Meerjungfrau im Zürichsee, Hörspaziergängen entlang der Limmat und einem Vortrag darüber, wie das Leben der Ozeane auch für uns als Binnenland bedeutsam ist.

    Parallel dazu finden von 11 bis 16 Uhr Erlebnisangebote statt, bei denen man die Zürcher Gewässer spielerisch und kreativ erkunden kann. Welche Tiere entdecken wir in der Limmat? Welche Farbe haben der Zürichsee, die Limmat, die Sihl? Wie sehen die Fische aus, die in unseren Gewässern leben? Wie fühlt es sich an, dank einer Virtual-Reality-Brille selbst Wasser zu sein? Welches Kompliment könnten wir der Limmat machen? Wie kunstvoll sind Algen? Ab 16 Uhr lockt ein mobiler geheizter Brunnen für ein erstes Bad im Freien – Badekleidung und Handtuch nicht vergessen!


    Kunstschaffende von der Zürcher Hochschule der Künste liessen sich vom Wasser inspirieren – Kuratorin Juliana Schneider nimmt uns mit auf einen Rundgang durch «Urban Waters». (Foto: zvg.)

    «Urban Waters» – Kunst zwischen Wasser und Stadt

    Der «Tag des Wassers» ist eingebettet in das Kunstfestival «Urban Waters», das die Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK) im Rahmen von #hallowasser realisiert. Kunstschaffende ZHdK liessen sich von der ökologischen, sozialen und kulturellen Bedeutung des Wassers in der Stadt inspirieren – ihre Werke sind von Mitte März bis Mitte April beim GZ Wipkingen zu sehen. Führungen mit der Kuratorin sind Teil des Programms am «Tag des Wassers».

    Tag des Wassers

    Sonntag, 22. März, ab 10.30 Uhr
    GZ Wipkingen,
    Breitensteinstrasse 19 a,
    8037 Zürich
    Weitere Informationen: www.hallowasser.ch/tagdeswassers

    Verwandter Artikel

    Ein Festival für das Wasser

  • Neue Entsorgungsaktion auf dem Röschibachplatz

    Neue Entsorgungsaktion auf dem Röschibachplatz

    Die Diskussion um den geplanten Standort des mobilen Recyclinghofs bei der Schule Waidhalde (ab 6. Juni) sorgt derzeit im Quartier für erhitzte Gemüter. Derweil plant Entsorgung + Recycling Zürich bereits die nächste Entsorgungsaktion – und zwar auf dem zentralen Röschibachplatz. Dort wurden bereits im letzten Jahr drei ausserordentliche Entsorgungsaktionen gemacht. Das Angebot wurde rege genutzt.

    Was man anliefern darf

    Am Montag, 23. März, von 15 bis 19 Uhr werden Sperrgut wie Möbel, Grossmetall (etwa Metallregale), Elektrogeräte sowie Grubengut wie Vasen oder Töpfe angenommen. Zudem gibt es einen Tauschplatz: Wer gut erhaltene Gegenstände, die nicht mehr benötigt werden, weitergeben möchte, kann diese vorbeibringen – und im Gegenzug andere Dinge mit nach Hause nehmen. Das Angebot soll zur Schonung der Umwelt beitragen.

    Keine Kosten

    Für Entsorgung und Tauschplatz fallen keine Kosten an. Angenommen werden Artikel mit einer maximalen Länge von 2,5 Metern oder einem Gewicht von höchstens 40 Kilogramm. Für Sofas und Polstermöbel gilt eine maximale Länge von 2 Metern. Nicht angenommen werden Sonderabfälle, Papier, Karton und Glas. Vor Ort stehen Handwagen zum Ausleihen bereit. Die Stadt betont: Die Anlieferung hat ohne Auto zu erfolgen.

    Alle Termine und weitere Informationen sind unter hier abrufbar.

  • Einmal im Monat rätseln in der Alea Spielbar

    Einmal im Monat rätseln in der Alea Spielbar

    Am Samstag, 28. März, ist es wieder so weit: Im gemütlichen Ambiente der Alea Spielbar in der Zschokkestrasse in WIpkingen treffen sich Menschen, die einen geselligen Abend suchen, bei dem Kreativität, Teamwork und Wissensdurst im Vordergrund stehen.

    Das Konzept der Spielbar hatte die Quartierbevölkerung schon im vergangenen Herbst begeistert aufgenommen, wie ein Artikel der Wipkinger Zeitung zeigt. Mitte August 2025 eröffnete der Treffpunkt für Spiel‑ und Begegnungsfreudige und entwickelte sich schnell zu einem lebendigen Ort für analoge Unterhaltung abseits digitaler Medien.

    Spiel, Wissen und Gemeinschaft

    Die Quiznight beginnt um 19.30 Uhr und lädt Teams von 2 bis 5 Personen ein, gemeinsam ihr Wissen unter Beweis zu stellen. Dabei spielt es keine Rolle, ob man sich als Quizprofi sieht oder einfach nur zum Spass vorbeikommt – die Mischung aus Fragen zu Allgemeinwissen, Popkultur, kuriosen Fakten und kleinen Mini‑Challenges sorgt für Abwechslung und Spannung bis zum Schluss. Auch Einzelpersonen sind willkommen: Vor Ort wird beim Start dabei geholfen, Mitspieler*innen zu finden und neue Teams zu bilden.

    Treffpunkt Spielbar

    Die Spielbar selbst ist mittlerweile mehr als nur ein Ort zum Spieleausleihen: Dort treffen sich Menschen aller Altersgruppen, um gemeinsam Brett‑ und Kartenspiele auszuprobieren, Rollenspielrunden zu starten oder einfach gemütlich einen Drink zu geniessen. Für nur 7 Franken Spielmiete pro Person kann man aus dem grossen Fundus an Spielen auswählen oder eigene Favoriten mitbringen.

  • Mobiler Recyclinghof: «Der Berg ruft – aber niemand kommt hoch»

    Mobiler Recyclinghof: «Der Berg ruft – aber niemand kommt hoch»

    Mit dem neuen Konzept «Entsorgen im Quartier» will die Stadt Zürich die Abfallentsorgung vereinfachen und ökologischer gestalten. Seit dem 1. Januar 2026 haben die Entsorgungstrams ausgedient, an ihre Stelle treten sogenannte Mobile Recyclinghöfe.

    Neben dem klassischen Entsorgen soll dabei auch das Tauschen und Reparieren gefördert werden. Ziel ist eine möglichst CO₂-freie Anlieferung – zu Fuss, mit dem Velo oder per Handkarren.

    Was in der Theorie bestechend klinge, stosse in Wipkingen auf Widerstand: «Was auf dem Papier nach einer grünen Idylle klingt, entpuppt sich in der Wipkinger Geografie als handfester Schildbürgerstreich», schreibt der Quartierverein Wipkingen auf seiner Website.

    Oder kurz und knapp: «Der Berg ruft – aber niemand kommt hoch.»

    Kritik an Topografie und Erreichbarkeit

    Im vergangenen Jahr machte die Aktion viermal Station auf dem zentral gelegenen Röschibachplatz – mit regem Zulauf. Für 2026 hat Entsorgung + Recycling Zürich (ERZ) nun jedoch das Schulhaus Waidhalde als Standort bestimmt. Aus Sicht vieler Quartierbewohnerinnen und -bewohner ist das ein Rückschritt.

    Wie der Quartierverein schreibt, führe der Weg zur Waidhalde über steile Strassen wie die Scheffelstrasse. Für ältere Menschen oder Personen mit schwer beladenem Handkarren sei dies kaum zumutbar. Hinzu kämen Unterführungen und Treppen, die insbesondere aus dem unteren Quartierteil – etwa von der Nordstrasse her – überwunden werden müssten.

    Auch die Anbindung an den öffentlichen Verkehr wird bemängelt: Eine direkte ÖV-Verbindung zum Schulhaus fehlt. Der Transport grösserer oder sperriger Gegenstände werde damit ohne Auto faktisch verunmöglicht, was dem angestrebten CO₂-freien Konzept widerspreche.

    Kritisiert werden zudem die vorgesehenen Termine: Während in anderen Quartieren Wochentage genutzt würden, sei für Wipkingen der Samstag vorgesehen – für viele Familien und Berufstätige kein idealer Zeitpunkt.

    Forderung nach Verlegung

    Der Vorstand des Quartiervereins zeigt sich irritiert über die Standortwahl und spricht von mangelnder Ortskenntnis seitens der Verantwortlichen. In einem Schreiben vom 19. Januar 2026 an Stadträtin Simone Brander fordert der Quartierverein eine umgehende Verlegung an einen zentralen, barrierefreien Ort, der für alle Altersgruppen zugänglich ist.

    Besonders stossend sei, dass der Quartierverein in die Standortwahl nicht einbezogen worden sei. Eine Antwort auf das Schreiben stehe bislang aus.

    Quelle: Quartierverein Wipkingen

  • Der Tierpark Waidberg steht vor der Fusion

    Der Tierpark Waidberg steht vor der Fusion

    In den vergangenen beiden Jahren war beim Tierpark Waidberg im Kreis 10 einiges in Bewegung: Die unsichere Finanzierung und eine fehlende Nachfolge bei der Tierpflege liessen noch 2024 die Schliessung des Tierparks befürchten.

    Das Unheil liess sich jedoch noch einmal abwenden: Letztes Jahr konnte der Vorstand an der Generalversammlung nicht nur einen Nachfolger für Tierpfleger Hans Nikles vorstellen, sondern auch über die bereits fortgeschrittenen Plänen einer möglichen Fusion mit dem Verschönerungsverein Zürich (VVZ) berichten.

    Wird die Fusion genehmigt?

    Nun ist wiederum ein Jahr vergangen und der Fusionsvertrag einer Kombinationsfusion zwischen den beiden Vereinen fertiggestellt. Fehlt nur noch die Genehmigung der Vereinsmitglieder: An der Generalversammlung vom 19. März können nun sowohl die Mitglieder des Fördervereins Tierpark Waidberg als auch die Mitglieder des Verschönerungsvereins Zürich der Fusion zustimmen und den Vertrag genehmigen.

    Direkt im Anschluss an die beiden Generalversammlungen ist dann die Gründungsversammlung des neuen Vereins: «Verein Naturerlebnis und Hirschpark Zürich» (VNHZ) geplant.

  • Quartierbericht 2025: So lebt es sich im Kreis 10

    Die Stadt Zürich führt alljährlich eine Bevölkerungsbefragung zu bestimmten Themen durch, die die Stadtbewohnenden beschäftigen. Im jüngsten Quartierbericht, der Anfang Februar erschien, werden ausgewählte Aspekte dieser Befragung nun auf Quartiersebene abgebildet. Dabei geht es insbesondere um Aspekte der Zufriedenheit mit dem Wohnquartier.

    Die Zufriedenheit mit dem Leben in der Stadt ist demnach insgesamt hoch: 72 Prozent der Bevölkerung leben gerne in der Limmatstadt. Am höchsten, so die Medienmitteilung der Stadt, sei die Zufriedenheit in den Wohnquartieren Alt-Wiedikon und Mühlebach. Hier geben rund 81 Prozent der Befragten an, gerne in Zürich zu leben. Schlusslicht in puncto Zufriedenheit ist Hirzenbach, aber auch dort sind es noch 62 Prozent, die gerne im Quartier zu Hause sind.

    Bei den Aspekten Grünraum, Sauberkeit und Ruhe finden sich hingegen einige Diskrepanzen. In Witikon und Friesenberg seien, so die Stadt, 65 bzw. 62 Prozent der Bevölkerung zufrieden mit dem öffentlichen Grünraum. Insgesamt, so erklärt die Stadt in ihrer Medienmitteilung, gebe es zwischen den Quartieren grosse Unterschiede hinsichtlich der Zufriedenheit mit Ruhe, Sauberkeit und Grünraum.

    So äussern sich in Witikon und Friesenberg mehr als 60 Prozent zufrieden mit dem Grünraum, in den Quartieren Werd und Langstrasse hingegen sind es nur 8 bzw. 12 Prozent.

    In Wipkingen ist man weniger zufrieden als in Höngg

    In Höngg ist die Bevölkerung insgesamt etwas weniger zufrieden als die städtische Gesamtbevölkerung, auch wenn sich der Unterschied auf hohem Niveau bewegt: 68 Prozent der befragten Hönggerinnen und Höngger leben sehr gerne in der Stadt – im Vergleich zu den bereits erwähnten 72 Prozent auf Stadtebene.

    In Wipkingen sind es 65 Prozent, die sehr gerne in der Stadt leben. Dafür ist allerdings auch der Prozentsatz derjenigen, die nur ungern in Zürich wohnen, in Höngg und Wipkingen kleiner als in der Gesamtstadt. Offensichtlich bezieht sich das Unwohlsein mit dem städtischen Umfeld nicht auf das eigene Quartier: Mit der unmittelbaren Wohnumgebung sind in Höngg und insbesondere in Wipkingen (mit 40 bzw. 45 Prozent) mehr Menschen zufrieden als auf Stadtebene.

    Der Grünraum in Höngg kommt an

    Bei den einzelnen Aspekten, die die Zufriedenheit ausmachen, spielt der Grünraum in Höngg eine grosse Rolle. 56 Prozent geben ihm die Note 6, 29 Prozent eine 5. In Wipkingen dagegen erteilen nur 42 Prozent der Befragten ihrem Grünraum die Bestnote. Dafür sind diese von den Einkaufsmöglichkeiten in ihrem Quartier überzeugt: 51 Prozent schätzen diese in Wipkingen sehr – gegenüber 48 Prozent auf Stadtebene und «nur» 40 Prozent in Höngg.

    Die Aspekte öffentliche Sicherheit (43 Prozent Bestnote) und Ruhe im Quartier (37 Prozent Bestnote) werden in Höngg wenig überraschend positiver bewertet als in der Gesamtstadt mit 36 bzw. 29 Prozent. Auch in Wipkingen geben 41 Prozent der Befragten der Sicherheit die Schulnote 6; für die Ruhe im Quartier vergibt ein Drittel die Bestnote.

    Insgesamt fühlen sich sowohl die Bewohnenden von Höngg und Wipkingen als auch die Stadtbewohnenden in Zürich sicher – sogar nachts: Rund 85 Prozent geben an, sich in der Stadt «eher sicher» oder sogar «sehr sicher» zu fühlen; für Höngg teilen 89 und in Wipkingen sogar 90 Prozent diese Meinung.

    Quelle: Medienmitteilung Stadt Zürich

  • Dagmar schreibt: Wenn sich die Türen schliessen

    Dagmar schreibt: Wenn sich die Türen schliessen

    Zugegeben, der Titel klingt etwas gar dramatisch. So endgültig – und bitter. Ist es aber gar nicht. Denn eigentlich ist er ziemlich wörtlich zu verstehen. Ich wohne nämlich seit einigen Monaten in einem Haushalt, in dem drei Viertel der Zimmertüren durchgehend geschlossen sind. Und das Öffnen derselbigen ist mir nur in Ausnahmesituationen erlaubt.

    Bei den besagten drei Vierteln der Türen handelt es sich um diejenigen zu den Schlafgemächern meiner Kinder. Neu ist das Phänomen eigentlich nicht, es ist schon seit einigen Jahren in zunehmendem Ausmass zu beobachten. Etwas unerwartet für mich hat sich nun aber auch noch die letzte Tür, die zum Zimmer meines 12-jährigen Sohnes, geschlossen. Und das, obwohl er noch vor wenigen Wochen zumindest ab und an noch kindliche Verhaltensmuster an den Tag legte und zu erkennen gab, dass er die Gegenwart seiner Mutter schätzte.

    Mittlerweile aber läuft es typischerweise folgendermassen ab: Er kommt von der Schule nach Hause, streift eilig die Schuhe im Gang ab, schmeisst sein Schulzeug in die Ecke, adressiert ein kurzes, unbestimmtes «Hallo» in den Raum (immerhin!) und verkrümelt sich schnellstmöglich in sein Zimmer.

    Die empathische Mutter

    Ich, als empathische Mutter, kann das natürlich verstehen. Und gleichzeitig auch nicht. Denn ich bin da ganz anders. Mein Zimmer steht immer offen. Das brauche ich eh nur für die Nachtruhe, den Rest des Tages verbringe ich lieber in den gemeinschaftlich genutzten Räumen. Wie der Küche und dem Wohnzimmer. Dort sitze ich jetzt also und warte auf Gesellschaft. Ab und zu guckt ein Hund vorbei, vorzugsweise zu Fütterungszeiten. Aber sonst ist es hier echt leer geworden. Manchmal, da wird es mir zu arg. Da vermisse ich den Zuspruch durch meinen Nachwuchs. Oder sogar die Auseinandersetzung mit ihnen.

    Dann schreite ich zur Tat und reisse eine der Zimmertüren nach der anderen auf, nur um kurz «Hallo?!» zu brüllen. Und dafür meist vorwurfsvolle Blicke und ein genervtes «Was ist?» zu ernten. Nach dem dritten «Was ist?» bin ich dann jeweils reif für eine Portion Selbstmitleid auf der leeren Couch.

    Das Wohnzimmer gehört nun mir alleine

    Aber glücklicherweise ist der Mensch als solcher enorm anpassungsfähig. So flexibel, dass ich festgestellt habe, dass diese Türen gar nicht nur Nachteile haben. Zum Beispiel gehört das Wohnzimmer jetzt mir, ich kann alleine über Musik, Podcast und Fernseh- oder Netflix-Programme verfügen. Auch der Druck, regelmässig ausgewogene Mahlzeiten für alle auf den Tisch zu stellen, hat enorm nachgelassen. Denn ganz oft, wenn die Türen zu sind, sind die Bewohnenden gar nicht zu Hause. Dann muss ich plötzlich nur für mich selber sorgen.

    Und schliesslich öffnen sich plötzlich wieder ganz neue Türen für mich. Sprichwörtlich. So werde ich langsam, aber sicher dieses ewige schlechte Gewissen los, das mich immer begleitet hat, wenn ich viele Termine hatte und für meinen Geschmack zu Hause zu wenig anwesend war. Denn meine Kinder merken eigentlich gar nicht mehr, ob ich überhaupt zu Hause bin. Und selbst wenn sie es merken – es kümmert sie nicht gross. Das bedeutet: Ich kann eigentlich tun und lassen, was ich will. Ganz wie früher. Was selbstverständlich nicht heisst, dass ich nicht gerne zur Stelle bin, wenn diese Zimmertüren doch einmal wieder aufgehen.

  • Tempo 30 auf der Rosengartenstrasse: Entscheid neu beim Regierungsrat

    Tempo 30 auf der Rosengartenstrasse: Entscheid neu beim Regierungsrat

    Der komplexe und verworrene Rechtsstreit um Tempo 30 auf der Rosengartenstrasse nimmt eine weitere Wendung: Das Verwaltungsgericht hat in seinem jüngsten Urteil einen Entscheid der kantonalen Sicherheitsdirektion aufgehoben, wie verschiedene Medien berichten. Damit wird die Entscheidung über eine Tempolimite auf der meistbefahrenen Quartierstrasse der Schweiz an den Gesamtregierungsrat zurückgegeben.

    Ein kurzer Blick zurück: Nachdem der Stadtrat 2021 entschieden hatte, auf der Rosengartenstrasse Tempo 30 einzuführen, verweigerte die Kantonspolizei die Bewilligung dazu. Darauf reagierte wiederum die Stadt umgehend und reichte Rekurs bei der Sicherheitsdirektion ein. Die Sicherheitsdirektion jedoch bestätigte die Haltung der Kantonspolizei. Woraufhin die Stadt diesen Entscheid beim Verwaltungsgericht anfocht.

    Mehr als anderthalb Jahre später gelangte das Gericht nun zu einem Urteil und hob die Entscheidung der Sicherheitsdirektion auf. Die Direktion sei in der Sache «vorbefasst», weil die Kantonspolizei derselben Abteilung angehöre, so die Begründung. Nun muss sich der Gesamtregierungsrat mit der Angelegenheit befassen. Das Stadtzürcher Sicherheitsdepartement bestätigte dies gegenüber der Nachrichtenagentur Keystone-SDA.

    Zu grosse Auswirkungen

    Ein vergleichbarer Entscheid fiel auch zur Bellerivestrasse: Dort hob das Verwaltungsgericht einen Entscheid gegen einen geplanten Spurabbau ebenfalls auf. Auch hier muss nun der Regierungsrat über eine Beschwerde des Stadtrats befinden. Die Kantonspolizei hatte in beiden Fällen argumentiert, die geplanten Massnahmen hätten zu grosse Auswirkungen auf das umliegende Verkehrsnetz.  

    Ob Tempo 30 auf der Rosengartenstrasse grundsätzlich zulässig ist, bleibt offen. Das Zürcher Stimmvolk nahm im November 2025 die Mobilitätsinitiative an, welche Tempo 30 auf Hauptverkehrsachsen nur noch in Ausnahmefällen erlaubt. Der Stadtrat hat den Entscheid ans Bundesgericht weitergezogen.

  • Schluss mit Stalking: Schutz der Privatsphäre im Fokus

    Schluss mit Stalking: Schutz der Privatsphäre im Fokus

    Von Nathalie Zeindler

    Ein anonymes Geschenk vom Quartierladen im Briefkasten, Anrufe mitten in der Nacht, Auflauern in sozialen Kanälen, vor der Wohnung oder am Arbeitsplatz: Bei der Täterschaft handelt es sich meist nicht um Unbekannte – oftmals sind es ehemalige Partner, Freunde oder Arbeitskollegen, die Grenzen missachten.

    Bisher bewegten sich Stalking-Opfer nahezu in einem luftleeren Raum. Ständige Angst- und Panikgefühle, wiederholtes Zweifeln an der eigenen Wahrnehmung sowie körperliche Symptome aufgrund des anhaltenden psychischen Drucks führten dazu, dass Betroffene, ob Frau oder Mann, zunehmend den Boden unter den Füssen verloren und sich nicht mehr getrauten, die eigenen vier Wände zu verlassen.

    Auch vermochte die Polizei erst bei handfesten Drohungen oder physischer Gewalt tatsächlich einzugreifen. Mit der Gesetzesänderung (Artikel 18b StGB, «Nachstellen»), die seit Beginn dieses Jahres in Kraft getreten ist, hat der Bundesrat diese Schutzlücke endlich geschlossen.

    Opferschutz gewährleistet

    Stalking wird ab jetzt als «beharrliches Verfolgen, Belästigen oder Kontaktieren» definiert, das den Alltag einer Person nicht nur vorübergehend beeinträchtigt. Es ist nicht mehr notwendig, eine Drohung auszusprechen, denn bereits das systematische Eindringen in die Privatsphäre gilt als strafbar. Insbesondere auch in überschaubaren Quartieren kann die Bewegungsfreiheit dadurch massiv eingeschränkt werden.

    Die neue Strafnorm sieht zudem Geld- oder Freiheitsstrafen von bis zu drei Jahren vor, was dazu führt, dass Behörden weitaus schneller Kontakt- und Rayonverbote aussprechen können. Expertinnen und Experten raten Betroffenen, ein «Stalking-Tagebuch» zu führen, jeden Vorfall ausführlich zu dokumentieren, Screenshots zu sichern und das eigene Umfeld einzuweihen. Wer sich bedroht fühlt, sollte nicht zögern, die Polizei zu kontaktieren oder bei der Opferhilfe Zürich Unterstützung zu suchen.

    Mit dem neuen Erlass ist ein klares Signal gesetzt worden. Das Recht auf ein ungestörtes Leben erschwert es der Täterschaft, ihren Drang zur Belästigung und Manipulation frei auszuleben. Ein essenzieller Schritt für die allgemeine Sicherheit – auch in Höngg und Wipkingen.