Autor: tka_admin

  • Über dem «Sonnegg» geht doch noch die Sonne auf

    In einem ersten Anlauf Anfang 2013 wies die ZKP das Projekt noch zurück und verlangte bauliche und betriebliche Redimensionen sowie eine andere Finanzierung. Dies nachdem die Kirchgemeinde Höngg an ihrer ausserordentlichen und gut besuchten Versammlung vom 9. Januar 2013 dem von Kirchenpflege und Gemeindekonvent ausgearbeiteten Projekt nahezu einstimmig zugestimmt hatte. Eine Arbeitsgruppe der Kirchenpflege mit Peter Kraft, Liegenschaftenverwalter, Andreas Uetz, Aktuariat und Recht, Martin Zahnd, Diakonie, sowie Pfarrer Markus Fässler und Sozialdiakonin Claire-Lise Kraft aus dem Gemeindekonvent hat in den letzten Monaten zusammen mit den Verantwortlichen des Stadtverbandes eine Überprüfung des Vorhabens durchgeführt und nach Möglichkeiten von Einsparungen im Baulichen, Betrieblichen und Finanziellen gesucht.

    Baulicher Teil kann ohne Abstriche durchgeführt werden

    Die jetzige Beschlussfassung der Zentralkirchenpflege beinhaltet denn auch folgende Ergebnisse dieser Nacharbeiten: Der bauliche Teil des Projektes, der Umbau des «Sonneggs» mit den Erweiterungsbauten – der Unterkellerung des Hofes, dem Verbindungsgang zum Schopf, dessen Unterkellerung sowie einem Erweiterungsbau zu einem Kinderhaus – kann ohne Abstriche durchgeführt werden. Dafür sind die ursprünglichen Kosten von 4,837 Millionen Franken bewilligt. Eine bauliche Beschränkung, zum Beispiel der Verzicht auf die Unterkellerung des Hofes, hätte bei wenigen Einsparungen eine markante Reduktion des Raumangebotes ergeben und so den Betriebszweck eines Familien- und Generationenhauses stark eingeschränkt.
    Zur Finanzierung des Baues ist die Liegenschaft Regensdorferstrasse 46, das jetzige alte Sigristenhaus auf einer Parzelle von 1300 m2, mittels Baurecht für einen neuen Wohnungsbau zu aktivieren beziehungsweise ertragsorientiert zu überbauen. Dies soll die Kirchgemeinde Höngg oder der Stadtverband durchführen. Das «Einwerfen» der Liegenschaft Regensbergerstrasse als Gegengeschäft war schon im Antrag der Kirchgemeindeversammlung Bestandteil des ganzen Vorhabens.

    Betriebskredit für die ersten drei Jahre

    Der Betriebskredit, insbesondere für die Erweiterung der personellen Situation – Stellenschaffung von je 50 Prozent für Sozialdiakonie und Haus- und Abwartsdienste –, wird nur für die ersten drei Jahre bewilligt. Danach muss die Kirchgemeinde dafür entweder neue zusätzliche Finanzmittel finden oder durch einen Gesamtumbau ihres kirchlichen Wirkens, sprich Redimension ihrer bisherigen Angebote, den weiteren Betrieb dieses Familien- und Generationenhauses sicherstellen.
    In diese Gesamtüberprüfung des kirchlichen Auftrages ist auch in einem späteren Prozess das bisherige Kirchgemeindehaus an der Ackersteinstrasse einzubeziehen, indem entweder durch neue und zusätzliche Vermietungen neue Erträge zu generieren sind oder nicht mehr benötigte Räume, zum Beispiel der Schultrakt, an einen Dauermieter abzugeben oder zu verkaufen sind.
    Die Kirchenpflege und der Gemeindekonvent der Mitarbeitenden sind gewillt, auch mit diesen Auflagen das Projekt Familien- und Generationenhaus Sonnegg nun zu realisieren und nach erfolgtem Bau den Betrieb aufzunehmen. Das sistierte Baugesuch und die Unterstellung des «Sonneggs» und des Schopfes unter den Denkmalschutz werden nun sofort aktiviert, so dass mit einem Baubeginn im Frühling 2014 gerechnet werden darf. Auf den Schuljahresbeginn September 2015 könnte dann die Eröffnung des Betriebes stattfinden. Kirchenpflege und Mitarbeitende freuen sich ausserordentlich über diesen guten Entscheid.

    Eingesandt von Jean E. Bollier, Präsident der Kirchenpflege

     

  • Was sich im «Verkehr Kreis 10» bewegt

    Was sich im «Verkehr Kreis 10» bewegt

    Seit August letzten Jahres hatten sich rund 30 Mitwirkende – Vertreterinnen und Vertreter der politischen Parteien, Quartier- und Gewerbevereine, Interessengemeinschaften, Kirchgemeinden und Einzelpersonen aus Höngg und Wipkingen – an drei Veranstaltungen zum Thema «Verkehr Kreis 10» getroffen und über Brennpunkte und Lösungsansätze diskutiert. Am 9. April 2013 überreichten sie Stadtrat Daniel Leupi das 17 Punkte umfassende Dokument «Empfehlungen des Kreises 10 an die Stadt». Am 17. September informierten die Behörden über den Stand der Dinge.
    Viel Platz nimmt im vierseitigen Schreiben die Achse Am Wasser/Breitenstein ein – wohl nicht zuletzt deshalb, weil sich die gleichnamige Interessengemeinschaft (IGAWB) im Workshop besonders engagiert hatte. Eine ihrer Anregungen hatte verlangt, die heute als regional eingestufte Achse in eine kommunale abzuklassieren. Die Stadt schreibt dazu nun: «Im Rahmen der Gesamtrevision des regionalen Richtplans aus dem Jahr 2000 wird gegenwärtig die Klassierung der überkommunalen Strassenabschnitte beurteilt. Die Bedeutung der Achse Am Wasser – Breitensteinstrasse – Hönggerstrasse – Wasserwerkstrasse bis Kornhausbrücke wird derzeit detailliert untersucht. Die Festsetzung des neuen regionalen Richtplans ist zum Jahresbeginn 2015 vorgesehen.» Es wird sich also zuerst zeigen müssen, was der Kanton von einer Abklassierung hält − oder eben nicht.

    Engpass bleibt, Tempo 30 nachts wird getestet

    Eine weitere Empfehlung wollte den Engpass beim Haus Am Wasser 108 vorzeitig beseitigen und die Trottoirlücke schliessen, was im Rahmen eines Sanierungsprojektes eigentlich bereits für 2012 vorgesehen, dann aber auch im Hinblick auf die Ergebnisse der nun laufenden Abklärungen verschoben worden war. Die möglichen Varianten, so die Stadt, würden zurzeit auf ihre Vor- und Nachteile überprüft. Dabei würden auch unkonventionelle Lösungen für die Engpassbehebung untersucht und anschliessend eine Kosten- und Terminabschätzung vorgenommen. Auch sei auf der ganzen Achse, am besten Tag und Nacht, Tempo 30 zu signalisieren, hatten die IGAWB und ihre Mitstreiter angeregt. Hier scheint sich etwas zu bewegen: «Zurzeit ist ein Pilotversuch in Vorbereitung. Vorbehältlich der Einsprachen sollte er im Jahr 2014 durchgeführt werden können. Die Strecke Am Wasser ist als Pilotstrecke vorgesehen.» Ob dabei auch die Breitensteinstrasse miteinbezogen wird, war laut Martin Zahnd, Präsident der IGAWB, nicht in Erfahrung zu bringen. Er findet: «Ein Tempo 30 nachts ohne Breitensteinstrasse wäre eine Alibiübung, denn der grösste Teil Am Wasser ist bereits Tempo 30.» Schlechte Karten für neue Busverbindung Schon länger wird auf verschiedenen Ebenen, zum Beispiel in einem Mitte 2012 eingereichten Postulat der Gemeinderäte Guido Trevisan (GLP) und Florian Utz (SP) gefordert, eine neue Buslinie durch die Achse AWB einzurichten, denn geht es nach der IGAWB, ist das Gebiet denkbar schlecht durch den öV erschlossen. Doch da sieht es schlecht aus, wie dem Zwischenbericht der Behörden auszugsweise zu entnehmen ist: «Im Rahmen der ‹Netzentwicklung 2030› haben die VBZ festgestellt, dass sich mit einer Entlastungslinie ab Rütihof via Frankental–Am Wasser keine schnelleren Verbindungen zum Hauptbahnhof realisieren lassen. Stattdessen soll das Angebot der Linie 46 zum Beispiel mit Eilbussen ab Meierhofplatz zum Hauptbahnhof, nur noch mit Halt in Wipkingen, ausgebaut werden.» Dies hat auch die SVP unlängst im Gemeinderat angeregt. Die Stadt weiter: «Aufgrund der Erfahrungen aus dem Quartierbusbetrieb Am Wasser (Linie 71 bis Dezember 2008, Anm. d. Red.) sehen die VBZ in Absprache mit dem ZVV zurzeit keine Möglichkeit, ein sinnvolles und wirtschaftliches Angebot für die Achse AWB einzurichten.»

    Weiterhin Schleichverkehr via Bäulistrasse?

    Hoch vom Wasser Richtung Zentrum Höngg wird leider oft die enge Bäulistrasse als Schleichweg benutzt. Zum Leidwesen der Anwohner. Auch hier waren Massnahmen, zum Teil ganz konkret, angeregt worden. Sieben Varianten prüfte die Stadt näher. Dabei zeigte sich laut Zwischenbericht, dass die Varianten mit gesperrter Bäulistrasse mangels Wendeplätzen nicht machbar sind. Ein Fahrverbot nur an der Bäulistrasse bevorzuge dagegen deren Anwohnende ungemein, während alle anderen grosse Umwege in Kauf zu nehmen hätten. Ein Fahrverbot für die ganze Zone sei kaum durchsetzbar beziehungsweise kontrollierbar und im Sinne einer Gleichbehandlung auch nicht erklärbar. Doch: «Die Stadt ist bestrebt, weitere Lösungsansätze zu suchen.»

    Und der Meierhofplatz . . .

    Angeregt hatten die Workshopteil nehmer, die Rückstauerscheinungen auf der Limmattalstrasse, die infolge des Lichtsignals am Meierhofplatz entstehen, seien so auf Strecken vorzuverlagern, auf denen vom Tramtrassee unabhängige Spuren für den motorisierten Individualverkehr zur Verfügung ständen. Da seien, teilt die Stadt nun mit, bereits die möglichen Varianten auf allen zuführenden Strassen definiert worden und ein Ingenieurbüro untersuche nun deren Auswirkungen. Zum Thema der unbefriedigenden Situation im öV-Haltestellenbereich am Meierhofplatz ist dagegen noch nichts Konkreteres bekannt: Solche Massnahmen seien stark abhängig von den Möglichkeiten, welche sich aus einer allfälligen Stauverlagerung ergeben. Eine Machbarkeitsstudie könne daher erst erfolgen, nachdem die Resultate dieser Empfehlung sowie jener zum Thema ‹Quartierzentrum aufwerten› vorlägen. Letzteres bezieht sich auf die Anregung, das Quartierzentrum sei mit einer fuss- und veloverkehrsfreundlichen Gestaltung der Strassenräume insbesondere im unteren Teil der Regensdorferstrasse massgeblich aufzuwerten. Derzeit, so die Behörden, werde eine Übersicht zu den aktuellen und geplanten Projekten und politischen Vorstössen erstellt – wie zum Beispiel dem seit Mai 2012 hängigen GLP-Postulat, das eine Begegnungzone mit Tempo 20 im unteren Teil der Regensdorferstrasse verlangt. Erst danach könne man mögliche Lösungsansätze erarbeiten. Dies, so gewinnt man den Eindruck, gilt für die meisten der 17 am Workshop erarbeiteten Anregungen. Aber ein Zwischenbericht ist seiner Natur nach ja auch noch nicht das Ende aller Weisheiten − zumal wenn es um ein so komplexes und kontrovers diskutiertes Thema wie den Verkehr geht.

    Berichte im «Höngger»:
    www.hoengger.ch/Archiv,
    Ausgaben vom 5. Juli 2012,
    25. April 2013; Empfehlungen:
    10. und 16. Mai 2013.

  • Leinenpflicht, Lärm und Abfall beschäftigen Anwohner und Stadt

    Leinenpflicht, Lärm und Abfall beschäftigen Anwohner und Stadt

    Insgesamt 14 Vertreterinnen und Vertreter verschiedener Herkunft, darunter von Grün Stadt Zürich, Stadtpolizei Zürich, Soziale Dienste, Dienstabteilung Verkehr, ERZ Entsorgung + Recycling Zürich, Quartierverein Höngg, sip züri, Interessengemeinschaft Winzerhalde und Checkpoint trafen sich diesen Montag zum Austausch. Thema Nummer eins war die neu eingeführte Leinenpflicht für Hunde am Fischerweg und auf der gesamten Werdinsel. Max Ruckstuhl, Leiter des Fachbereichs Naturschutz bei Grün Stadt Zürich, erläuterte, wie die neue Regelung mit dem Kantonalen Hundegesetz in Zusammenhang steht, welches seit dem 1. Januar 2010 in Kraft ist. Die Gemeinden seien befugt, zusätzlich Regelungen wie Leinengebote für bestimmte Bereiche zu verfügen. «Dieses Gesetz ist relativ rigoros und restriktiv, denn jegliche Gefährdung und Belästigung von Mensch und Tier soll vermieden werden. » Grün Stadt Zürich sei zuständig, wenn es darum gehe, die nötigen Schritte zu beispielsweise eben einer Leinenpflicht zu unternehmen. Die entsprechende Verordnung erlässt der Stadtrat.

    Bedürfnisse auf Nenner bringen

    Auf der Werdinsel gehe es darum, die «Abwägung der verschiedensten Erholungsnutzungen » auf einen Nenner zu bringen. Auf dem Werdinselspitz sei ein badeähnlicher Betrieb zu beobachten, dies zu kommentieren, stehe jedoch nicht an. Der Spitz der Werdinsel ist bekannt als Homosexuellen- und FKK-Zone, es hat aber dort auch viele Wasservögel, besonders im Winter. Neben dem hohen Nutzungsdruck, dem die Werdinsel durch die intensive Erholungsnutzung ausgesetzt ist, waren es auch diese Vögel, die nicht durch Hunde und Menschen aufgescheucht werden sollen, die Grün Stadt Zürich dazu bewogen, auf der gesamten Werdinsel eine Leinenpflicht auszurufen, die nicht überall auf Freude stösst. Jacqueline Faisst, Anwohnervertreterin der Interessengemeinschaft Winzerhalde, setzte sich an der Si- Sa-Sitzung sehr für Hunde und ihre Halter ein: «Wenn alle Nutzergruppen gleich behandelt werden sollen, dann müssen Verbote konsequent eingehalten und ihr Zuwiderhandeln gebüsst werden. Auf der Werdinsel herrscht ein Fahrverbot für Zweiräder und Autos, dies wird jedoch von vielen Zweiradfahrern nicht eingehalten. Wenn die Stadt nun findet, Hundehalter sollen gebüsst werden, so soll die gleiche Behandlung für alle gelten, die sich nicht an Verbote halten. » Nebst der Werdinsel ist auch die Benutzung des Kloster-Fahr-Wegs für Velofahrer verboten. Viel wichtiger als Verbote findet Faisst jedoch den Dialog. So appellierte sie an Max Ruckstuhl und Ladina Koeppel, bei Grün Stadt Zürich zuständig für die Umsetzung des LEK-Limmatraums, die aktuelle Leinenpflicht am Fischerweg und auf der Werdinsel nochmals zu überdenken und Anpassungen vorzunehmen. Sie habe Verständnis dafür, dass der Fischerweg an ein Naturschutzgebiet grenze, doch dann solle dieses weder von Mensch noch von Hund betreten werden, was momentan leider nicht der Fall sei: «Im Naturschutzgebiet wird extra aufgebautes Totholz, welches Tieren als Unterschlupf dient, von Grillierenden für ihre Feuer gesammelt. Auch als Toilette wird das Gebiet leider rege genutzt – von Menschen, nicht von Hunden!»

    Leinengebot-Tafeln unrechtmässig aufgestellt

    Zudem sollten laut der Anwohnervertreterin die Leinengebot-Tafeln wieder entfernt werden, da dieses rechtlich noch gar nicht abgesegnet sei: «Korrekt wäre gewesen, zuerst die Verfügung abzuwarten. Je nach Ergebnis wären dann die Tafeln aufgestellt worden. Sie wurden mit dem Abschluss der Bauarbeiten montiert », so Max Ruckstuhl dazu. In diesem Fall seien die Tafeln jedoch zu früh aufgestellt worden. Die Verfügung ist unterwegs und wird nächstens öffentlich ausgeschrieben, damit ein allfälliger Rekurs ergriffen werden könne. «Das Leinengebot ist in dieser Weise ein Pilotprojekt in der Stadt Zürich und wurde zum ersten Mal so ausgeschildert», so Ruckstuhl.

    Parkplätze und Bussen

    Weitere Themen waren Veloparkplätze, die entstehen sollen, da einerseits begrüsst wird, wenn man mit dem umweltfreundlichen Verkehrsmittel zur Werdinsel fährt, andererseits aber ein zuweilen wildes «Velo-Parkiergetümmel» entsteht. Melanie Serschön, zuständige Kreischefi n von der Quartierwache Höngg der Stadtpolizei Zürich erklärte, dass dieses Jahr eine beachtliche Anzahl Parksünder, von Autos sowie von Motorrädern, gebüsst wurden. «Wenn ein Motorradfahrer auf dem Höngger Wehr parkiert, dann missachtet er gleichzeitig das klar signalisierte Fahrverbot und das Halteverbot, was eine Busse von 220 Franken nach sich zieht. Der Platz dient als Rettungsachse und muss deshalb im Ernstfall zwingend für die nötigen Einsatzfahrzeuge frei bleiben.» Andy Egli vom Quartierverein und Jacqueline Faisst lobten den Einsatz der Polizei und freuten sich, dass die Parkplätze unter der Europabrücke nun dementsprechend besser genutzt werden. Besonders in der warmen Jahreszeit werden häufig Partys auf und um die Insel herum abgehalten. So geht es laut zu und her, der Lärm ist nicht nur auf der Höngger Seite hörbar, sondern auch in der Grünau. Die Stadtpolizei und die sip züri (Sicherheit, Intervention und Prävention) riefen auf, bei Belästigungen solcher Art entweder die sip züri oder gleich die Polizei anzurufen. Auf Partys folgt meist ein Abfallberg. Mit der Entsorgung stehe es gut, so Thomas Stüssi vom ERZ Entsorgung + Recycling Zürich. Zweimal täglich würde die Werdinsel vom Abfall befreit. Ein weiteres leidiges Thema sprach Melanie Serschön an: Diese Saison wurden sehr viele Diebstähle auf der Insel gemeldet, mehrere Diebe konnten durch zivile Fahnder verhaftet werden. Verzeigt wurden zudem Fischer ohne Fischerpatent.

  • Auen-Einweihung mit stillem Hundehalter-Protest

    Auen-Einweihung mit stillem Hundehalter-Protest

    Samstagmorgen, kurz vor 11 Uhr. Bei sonnigen Temperaturen treffen sich Naturfreunde zur Begehung der Limmatauen, aber auch zum stillen Protest: Walter Ogi, Präsident der seit 2001 existierenden Hunde-Partei, findet, dass man den neuen Leinenzwang auf der gesamten Werdinsel und am Fischerweg nicht einfach so hinnehmen solle – damit ist er nicht allein. Franziska Fischer, eine betroffene Hundebesitzerin, startete im August eine Petition gegen den Leinenzwang (der «Höngger» berichtete am 22. August darüber) und freut sich über die spontane Unterstützung der Hunde-Partei. «Bis jetzt sind gut 3200 Unterschriften zusammengekommen, was mich sehr freut. Das lose Treffen heute habe aber nicht ich ins Leben gerufen, sondern Walter Ogi», erklärt Franziska Fischer, die als Dank für ihr Engagement und vor allem für ihre Zivilcourage von ihm einen rosafarbenen Blumenstrauss erhält.

    Zeichen für Gleichberechtigung setzen

    Die Hundehalter wollen mit ihrer Präsenz ein Zeichen für die Gleichberechtigung aller Benutzergruppen der Werdinsel setzen und auf keinen Fall negativ in Erscheinung treten: «Alle Hunde sind angeleint, wir werden die offiziellen Reden natürlich auch nicht stören, denn dies wäre unserem Anliegen nicht förderlich», so Walter Ogi. Im Namen seiner Hunde-Partei hat er an Stadträtin Ruth Genner am 27. August 2013 einen Brief geschrieben, in dem er Fragen zur Rechtmässigkeit der aufgestellten Leinenzwang- Tafeln stellt. Zudem möchte er die Petition «(Züri-)Hünd sind Fründ: Aufhebung der neuen Leinenpflicht im Werdinselgebiet» von Franziska Fischer bei der Stadträtin, die dem Tiefbau- und Entsorgungsdepartement vorsteht, zusammen mit der Petitionsstarterin einreichen. Dies lehnt Ruth Genners Sekretärin in einem E-Mail an Walter Ogi jedoch «infolge ämterübergreifender Angelegenheit» ab. Im Antwortschreiben vom 16. September 2013 an Walter Ogi gibt Ruth Genner ihm recht, dass ein formelles Verfahren zum Leinenzwang und zum Aufstellen der Tafeln hätte erfolgen müssen und entschuldigt sich für die Verwirrung, welche durch den inkorrekten Ablauf entstanden sei, erzählt Walter Ogi.

    Voll besetztes Festzelt mit gutgelaunten Rednern

    Während das Festzelt auf der Werdinsel voll besetzt ist, stehen und sitzen die Hundehalter mit ihren Vierbeinern, zwei Transparenten und einer «Toleranztafel» vor dem Zelt und verhalten sich wie angekündigt ruhig. Im Zelt reden derweil Regierungsrat Markus Kägi, Stadträtin Ruth Genner, André Bender, Gemeindepräsident von Oberenstringen, János Blum, Mitglied des Bankpräsidiums Zürcher Kantonalbank, Romeo Deplazes, Leiter Markt und Kunden ewz, und Thomas Vellacott, CEO WWF Schweiz. Ruth Genner, von Markus Kägi «Hausherrin auf Zürcher Boden» genannt, erklärt, dass die Limmatauen Raum für Bevölkerung seien und die Natur diesen Raum in etwa vier Jahren massgeblich mitgestalten würde. In Anspielung auf die Hundehalter vor dem Zelt meint sie: «An Spitzentagen gibt es auf der Werdinsel bis zu 2000 Leute, dies ist ein Grund dafür, dass Hunde an die Leine müssen. Heute protestieren deshalb ja viele Hundehaltende hier.» Thomas Vellacott meint, Tiger oder Eisbären könne er in den Limmatauen eher weniger versprechen, die Nase, eine spezielle Fischart, jedoch schon eher. Der Auenwald sei aus naturschützerischer Sicht sehr wichtig, genauso wichtig sei aber, dass die Bevölkerung auch die Möglichkeit habe, solche Räume zu erleben – sie müssten also begehbar gemacht werden, so wie hier in den Limmatauen. In der Stadt Zürich seien zudem einige «Biodiversitätshotspots » zu finden, man müsse nur die Augen offen halten.

    Umbau des Autobahnrastplatzes Oberengstringen

    André Bender erläutert, dass der Bund beim Autobahnrastplatz Oberengstringen Umbauarbeiten plane: «Wir wehren uns dagegen, denn es wäre ja schade, wenn hier unten renaturiert wird, während oben in Engstringen Betonstützen in die Limmat gebaut werden.» 9,4 Millionen Franken haben die Limmatauen Werdhölzli gekostet, 4,4 Millionen davon hat der Kanton Zürich finanziert. Zum Abschluss an die Gesprächsrunde gibt es Geschenke: Markus Kägi schenkt Ruth Genner ein Badetuch, da sie ja gerne schwimmen gehe und sich somit nach dem Baden in den Limmatauen bestens abtrocknen könne. Er erhält von ihr ein paar knallrote Gummistiefel, um bei jedem Wetter die Natur geniessen zu können. Dieselbe Idee hat André Bender, der Kägi ebenfalls Gummistiefel, aber mit einer darin deponierten Weinflasche, schenkt und im Gegenzug ebenfalls ein Badetuch erhält – worauf Kägi die roten Stiefel von Ruth Genner umdreht, um zu kontrollieren, ob sich darin ebenfalls etwas Flüssiges versteckt – was jedoch eine Fehlanzeige ist, wie das Publikum mit Gelächter feststellt. Der Apéro, der darauf folgt, wird auch den Hundebesitzern vor dem Zelt angeboten, was diese zu schätzen wissen: «Mein Fazit: Freude herrscht!», so Walter Ogi. Die Bilanz des Anlasses könne nicht besser sein. Nun warte er auf die Ausschreibung des Leinenzwangs und auf die Petitionsübergabe mit Franziska Fischer.

    Höngger Präsenz auf der Werdinsel

    Unter den anwesenden Ständen ist auch der Stand des Quartiervereins Höngg, der zusammen mit dem Weinweg-Höngg-Team und dem Wümmetfäscht-Team Höngger Präsenz markiert. Zarina Wegmann vom Obsthaus Wegmann verkauft frisches Obst und Wein, während nebenan Höngger Pins, Weinweg-Tragtaschen und Wümmetfäscht-Programme an Frau und Mann gebracht werden. Kulinarisch gibt es vom Quartierverein Schoggi-Fruchtspiesse zu kaufen, die vor Ort selbst in einen riesigen Schokolade- Brunnen getaucht werden können. Alles in allem war die Limmatauen- Einweihung ein erfolgreicher Anlass für alle Seiten.

  • Höngg, du brauchst wieder eine Vision

    Höngg, du brauchst wieder eine Vision

    Die Artikelserie im «Höngger» 2012 unter dem Titel «Dörfs es bitzeli meh si?» hatte zur Folge, dass unter dem Patronat des Vereins Handel und Gewerbe (HGH) im Januar 2013 eine Umfrage zu den Wünschen und Bedürfnissen der Höngger Bevölkerung bezüglich des lokalen Detailhandelsangebots durchgeführt wurde. Bemerkenswerte 1034 qualitativ aussagekräftig ausgefüllte Fragebogen wurden retourniert und ausgewertet. Am 18. April wurden die ersten Ergebnisse an der Generalversammlung des HGH präsentiert und danach in einer Artikelserie im «Höngger» analysiert (siehe Infobox auf Seite 7). Danach wurde es still in der Öffentlichkeit. Doch hinter den Kulissen gingen die Arbeiten weiter: Ende Juni traf sich die Spurgruppe des HGH, welche sich ursprünglich aus Sorge um die leer stehenden Ladenlokale im Dorfzentrum zusammengeschlossen und die Umfrage lanciert hatte, zu einer längeren Arbeitssitzung, um das weitere Vorgehen zu konkretisieren. Die Ergebnisse dieses Nachmittags wurden von einer kleinen Kerngruppe Ende Juli zu einem Visionspapier zusammengefasst, das nun dem Vorstand des HGH und dem «Höngger» vorliegt.

    Zentrale Rolle der Immobilienbesitzer

    Wenn es darum geht, welche Firmen sich in Höngg ansiedeln, spielen Immobilienbesitzer respektive deren Liegenschaftsverwaltungen eine zentrale Rolle. Deshalb wurde vor Wochenfrist für sie ein Informationsabend organisiert. Mit Interesse wurden die Studienergebnisse betrachtet und die erstmalige Präsentation des Visionspapiers verfolgt. Die Vision, welche von der Spurgruppe des HGH verabschiedet wurde, definiert den Wunsch nach einem Höngg, das ein lebendiges, urbanes und bedürfnisorientiertes Stadtquartier mit einer verträglichen Mischnutzung ist. Höngg soll wieder vorgehen Um dies zu erreichen, wurden übergreifende Ziele formuliert und mögliche Massnahmen angedeutet. Als Erstes soll das Quartierbewusstsein aller Beteiligten, also Anbietern wie Konsumenten und Immobilienbesitzern gleichermassen, gestärkt werden. Zum Beispiel über einen emotionalen Slogan, den viel gewünschten Ausbau des Wochenmarktes, die Wiederaufnahme eines grossen Weihnachtsmarktes oder andere Massnahmen, welche von allen Höngger Firmen im Interesse ihrer Kundschaft mitgetragen werden. Als Beispiel eines Wunsches aus der Umfrage seien hier nur die einheitlicheren Ladenöffnungszeiten genannt. So sollen die Besonderheiten von Höngg sichtbarer und ein positiveres Image gebildet werden – sinngemäss unter dem positiv doppeldeutigen Motto «Höngg gaht vor».

    Leerstände verhindern

    Damit soll auch das zweite Ziel unterstützt werden: die Stärkung der Wirtschaftsstruktur durch eine verträgliche Mischnutzung von Gewerbe, Dienstleistungen und Wohnen. Leerstände von Ladenlokalen, wie sie seit geraumer Zeit leider zum Ortsbild gehören, sollen verhindert werden, denn sie signalisieren offen den Stillstand und riechen nach Niedergang. Erst wenn Höngg und sein Zentrum als Markt wieder attraktiv sind, finden sich auch neue, innovative Firmen, welche hier ansässig werden wollen. Dass es seit längerer Zeit nicht einfach ist, Firmen aus hier untervertretenen Branchen für eine Niederlassung in Höngg zu begeistern, davon wussten einige der anwesenden Immobilienbesitzer zu berichten. Die Interessenten, so der allgemeine Tenor, stünden nicht Schlange, man müsse oft einfach akzeptieren, wer sich gerade anbiete. Die beabsichtigte Etablierung einer Kommunikationsplattform zur Förderung des Austauschs zwischen Liegenschaftsbesitzern und Mietinteressenten wurde daher begrüsst. Es wurde aber auch darauf hingewiesen, dass Lokale nicht nur wegen Faktoren, für die man selbst mitverantwortlich ist – wie Mietzins, Zustand oder Objektgrösse –, schlecht vermietbar sind, sondern auch wegen Umgebungseinflüssen.

    Zu viel Verkehr und kein Dorfplatz

    Damit waren Themen angesprochen, welche auch in der Umfrage als Probleme identifiziert worden waren. Zum Beispiel die von vielen als Belastung wahrgenommene Verkehrssituation im Zentrum. Zu viel und zu laut sei der Verkehr und ein Verlust an Aufenthaltsqualität die Folge davon – was ebenso kritisiert wird wie das Fehlen eines eigentlichen Dorfplatzes. Doch um solche Probleme positiv zu beeinflussen, braucht es ein gemeinsames Vorgehen aller Betroffenen und Beteiligten. Und ein solches fehlt bis anhin auf allen Ebenen, nicht zuletzt der politischen. Gemeinsam definierte Verbesserungsvorschläge zum Wohle von Höngg sind nirgends auszumachen. Kurz gesagt fehlt ein Quartiermarketing, das seinem Namen gerecht wird. Dies kommt auch im Visionspapier der HGH-Spurgruppe zum Ausdruck, wo als Massnahme die Schaffung einer interdisziplinären, breit abgestützten Arbeitsgruppe angeregt wird, bestehend aus HGH, Quartierverein (QVH), anderen Vereinen und Organisationen, Immobilienbesitzern und -verwaltungen, über Lokalpolitiker aller Parteien bis hin zu engagierten Bevölkerungskreisen und der Stadt Zürich respektive deren dem Präsidialdepartement angegliederte Stadt- und Quartierentwicklung. «Damit eine gesunde Entwicklung mit einem guten Ergebnis erzielt werden kann», so brachte es einer der anwesenden Immobilienbesitzer zum Ausdruck, «braucht es analog zur Medizin ein MRI, das zuerst eine Gesamtansicht des Patienten erstellt – und danach die Spitzenmedizin, welche die richtige Therapie verschreibt. Mit der durchgeführten Studie hat der HGH quasi das MRI gemacht.»

    Wie geht es weiter?

    Wer im übertragenen Sinn in Höngg die Rolle der Spitzenmedizin übernehmen wird, ist derzeit ungewiss. Der Vorstand des HGH hat deutlich gemacht, dass ihm dafür die personellen und finanziellen Ressourcen fehlen. Auch aus dem Quartierverein, dessen Präsident informell am Prozess beteiligt war, wurde bisher nicht die Bereitschaft signalisiert, eine Führungsrolle zu übernehmen. Vor diesem Hintergrund nimmt die bestehende Spurgruppe des HGH im November die Arbeit wieder auf mit dem Ziel, die Gründung des interdisziplinär zusammengesetzten «Netzwerks Höngg» zu prüfen, welches die im Visionspapier gesetzten Ziele verfolgen und die entsprechenden Massnahmen in die Wege leiten könnte. Anfang November sollen an einer Pressekonferenz die Höngger Detailhandelsstudie und das weitere Vorgehen der breiten Öffentlichkeit vorgestellt werden. Der HGH, so hat dessen Präsident Robert Werlen zugesichert, wird das «Projekt einheitliche Ladenöffnungszeiten» Anfang 2014 prüfen. Und wenn die Gemeinderatswahlen 2014 vorüber sind, wird man sich dafür einsetzen müssen, einen überparteilichen runden Tisch zu etablieren, um Höngger Anliegen eine möglichst geeinte Stimme im Zürcher Rat zu verleihen.

    Zuversicht, Skepsis und Resignation

    Die Stimmung, welche nach besagtem Informationsabend für Immobilienbesitzer und -verwalter im Raum auszumachen war, schwankte zwischen Zuversicht, Skepsis und Resignation. Doch dies war in Anbetracht der Dimensionen, welche die Antworten auf die einfache Frage nach dem «Dörfs es bitzeli meh si?» unterdessen angenommen haben, auch nicht anders zu erwarten. Auch die Spurgruppe des HGH wird sich diesen Gefühlen stellen müssen – und weitergehen, denn Skepsis darf nicht in Resignation enden, sondern muss in gesunder Zuversicht aufgehen.

  • Jazz Circle feiert 10-Jahre-Jubiläum

    Jazz Circle feiert 10-Jahre-Jubiläum

    Ein besonderes Experiment ist gelungen: Dank der treibenden Kraft von Miroslav Steiner, einem Architekten, Volleyballer und begabten Posaunisten, und vier eingefleischten Jazzmusikern, die alle in Höngg wohnten, wurde 2003 ein Verein gegründet. Statuten wurden geschrieben und Mitglieder und Sponsoren gesucht. Nach guten Musikern, die gerne auftreten, musste man nicht suchen. Hingegen stand und fi el alles mit einem geeigneten Lokal. Getreu dem Motto «Sieh, das Gute liegt so nah» versuchten es die Höngger Jazzer im Restaurant Jägerhaus – und das klappte auf Anhieb. Wegen eines Umbaus zügelte der Jazz Circle Höngg dann nach sechs Jahren in die Gartenschüür des Restaurants Grünwald, wo er sich inzwischen sehr gut eingelebt hat.

    Stammgruppe, viele befreundete Musiker

    Von Beginn an gelang es, mit lückenlosen Jazz-Happenings jeweils am ersten Donnerstagabend des Monats und mit einigen zusätzlichen Konzerten an anderen Orten in Höngg ein eingeschworenes Stammpublikum zu gewinnen. Dieses wird immer wieder mit populärem Old Time Jazz «neu begeistert». Eine Stammgruppe mit Miro Steiner (Posaune), Ivan Kubias (Trompete), Jörg Bohny (Saxophon), Ivan Hrdina (Schlagzeug) und Jirka Hoppe (Bass) wird regelmässig von weiteren befreundeten Musikern unterstützt. Dank der vielfältigen Beziehungen gelingen immer wieder musikalisch hervorragende Jamsessions mit Spitzenmusikern und Sängerinnen aus der nahen und fernen Umgebung. Im Quartier Höngg ist der Jazz Circle immer häufiger an offiziellen und privaten Anlässen gefragt und engagiert; am Umzug am Wümmetfäscht würde die Jazz & Dixie Marching Band wirklich fehlen. Alle Anlässe und Konzerte des Jazz Circle Höngg sind in der Regel mit freiem Eintritt und ohne Reservation zugänglich. Die Kosten werden mittels Kollekten, Mitgliederbeiträgen und Zuwendungen von Sponsoren gedeckt, denen der Jazz Circle an dieser Stelle herzlich danken möchte.

    Jubiläumskonzert am 20. September

    Mit einem grossen Jubiläumskonzert am 20. September an der ETH Hönggerberg feiert der Jazz Circle Höngg sein zehnjähriges Bestehen. Dabei treten folgende Bands auf: die Jazz Circle Höngg Band, die vendredi soir swing, Jimmy & The Rackets mit Special Guest Miriam Dee sowie das Casa Loma Jazz Orchestra. Sie versprechen eine tolle, stimmungsvolle Jazz Night. Der Eintritt ist frei, Beginn ist um 18 Uhr. Das Programm und weitere Informationen sind auf der Homepage des Jazz Circle Höngg ersichtlich: www.jazzinhoengg.ch

  • VBZ-Passagiere gingen baden

    VBZ-Passagiere gingen baden

    Die ZVV-Verordnung über das Angebot im öffentlichen Personenverkehr sieht vor, dass jeder Haushalt innerhalb eines Radius von 400 Metern − unter Vorbehalt der topografischen Verhältnisse – mit einer Haltestelle erschlossen sein soll. Die VBZ verzichtet auf den Begriff der «besonderen topografischen Verhältnisse», ist dafür bestrebt, allen Einwohnern der Stadt Zürich innerhalb von 300 Metern Luftlinie eine Haltestelle anbieten zu können. So stimmen die 300 Meter zwar, welche die Anwohner der Strasse Am Wasser und Umgebung höchstens zurücklegen müssen, um zur Tramlinie 13 hinauf oder zur Linie 17 – der ehemaligen 4 – hinüberzugelangen. Bloss ist da eben entweder eine «nahrhafte» Steigung oder die Limmat zu überwinden und die 300 Meter mutieren zur Theorie. Was das konkret bedeutet, zeigte vergangenen Samstag die mit viel Fantasie und Enthusiasmus durchgeführte Aktion «VBZ-Passagiere gehen baden» der Interessengemeinschaft Am Wasser/ Breitensteinstrasse (IGAWB). Als Startort wurde der Kloster-Fahr-Weg auf Höhe des Hauses Tobeleggweg 9 ausgewählt. «Von da gehen wir zur nächstliegenden Haltestelle, dies ist mit 300 Metern Luftlinie die Haltestelle Hardhof der Linie 17», erklärte IGAWB-Präsident Martin Zahnd den fast 100 Erschienenen, «und dazu werden wir den Fluss schwimmend überqueren müssen.» Dem Aufruf folgend gingen über 50 Personen baden.

    Mit Business-Anzug ins Wasser

    Die Akteurinnen und Akteure hatten sich einiges an kreativen und humoristischen Einlagen ausgedacht. So verbalisierten etwa grosse Sprechblasen aus Karton mit Texten wie «Das Schwierigste ist, das Brot trocken nach Hause zu bringen» die Situation und ein Kinderwagen wurde auf einem Floss aus Petflaschen und Dachlatten transportiert, um die 300 Meter einhalten zu können. Auch der IGAWB-Präsident liess es sich nicht nehmen und stieg mit Schwimmreif und Businessanzug ins Wasser. «Anstrengend und ein schwieriger Ausstieg», befand er auf der anderen Flussseite, von wo es dann im Trockenen zur Haltestelle Hardhof ging. Dort wurde gefordert, das betroffene Gebiet wieder durch eine Buslinie zu erschliessen. Verwiesen wird dabei auf das Ende Juni 2012 von den Gemeinderäten Florian Utz (SP) und Guido Trevisan (GLP) eingereichte Postulat, welches eine Buslinie auf der Route Hauptbahnhof – Am Wasser – Rütihof anregt. Beide Gemeinderäte nahmen denn auch an der samstäglichen Aktion teil, zusammen mit dem GLP-Stadtratskandidaten Samuel Dubno. Auf ihrer Sprechblase stand: «Wir möchten das Budget 2013 trocken über die Limmat bringen.» Ob ihnen das gelungen ist, wird aber erst die Budgetdebatte im Parlament zeigen – die Politiker waren jedenfalls nass wie alle andern der Limmat entstiegen.

  • Unterschriften gegen Leinenzwang auf der Werdinsel

    Unterschriften gegen Leinenzwang auf der Werdinsel

    Am Fischerweg trafen sich Jacqueline Faisst, Höngger Anwohnervertreterin, und Franziska Fischer, Petitionsstarterin, mit Vertretern der Stadt Zürich. Lukas Handschin, Leiter Kommunikation, und Ladina Koeppel, Landschafts- und Freiraumplanerin, hörten sich an, was die beiden Frauen zu sagen hatten. Brav daneben sassen während des ganzen Gespräches zwei der Hauptbetroffenen: Franziska Fischers Hunde Moro und Martha.

    Überraschend aufgestellte Leinenzwang-Signalisationen

    Die Hinweistafeln seien überraschend am 5. August aufgestellt worden, erst zwei Tage später seien in den Briefkästen Infoblätter mit der neuen Regelung zu finden gewesen, so Jacqueline Faisst. Sie erklärte, dass sich sogar Nicht-Hundehalter über die neue Weisung aufregen würden. Als Mitglied der SISA-Gruppe (Sicherheit und Sauberkeit auf der Werdinsel), in welcher Stadt und Anwohner sich austauschen, ist sie gut informiert. «An den letzten SISA-Sitzungen wurde über eine Leinenpflicht diskutiert, aber nicht definiert, wo diese gelten solle. Dass nun die ganze Werdinsel für freilaufende Hunde gesperrt ist, finde ich übertrieben », so die Hönggerin, welche seit 26 Jahren in unmittelbarer Nähe der Werdinsel wohnt. Franziska Fischer, Biologin und Gymi-Lehrerin, versteht das Argument von Grün Stadt Zürich, dass die Limmatauen Werdhölzli ein sensibler Natur- und Landschaftsraum seien. «Doch als Naturschutzgebiet kann man dies nicht bezeichnen, dafür wird das Gebiet schlicht viel zu viel genutzt – und zwar nicht nur von uns Hundehaltern. »

    Zweibeiner, nicht Vierbeiner verantwortlich

    Auf der Werdinsel selbst ist der Leinenzwang laut Ladina Koeppel auch zum Schutz der Wasservögel im Spitz der Insel eingeführt worden. «Dort finden die Vögel aber garantiert keine Ruhe, denn genau an diesem Ort vergnügen sich Menschen zu jeder Tages- und Nachtzeit – und das zu allen Jahreszeiten», so Jacqueline Faisst. Sie wolle keine anderen Nutzergruppen der Werdinsel und der Wege in der Nähe angreifen, aber der grösste Teil des Schmutzes stamme von Menschen, nicht von Hunden. «Einige Nutzer halten sich nicht an den verantwortungsvollen Umgang mit der Natur, gehen in die Büsche und in die Wäldchen, um ihr Geschäft zu erledigen, entfernen Totholz für ihr Grillfeuer und hinterlassen Abfall in rauen Mengen – was tut man denn dagegen?», fragte sie die Vertreter der Stadt Zürich. Im Weiteren wies sie mit Nachdruck darauf hin, dass es ihr wichtig sei, eine gemeinsame Lösung, ein Entgegenkommen, notfalls mit Kompromissen, zu finden. «Es sollen alle Benutzer inklusive Spaziergänger, Velofahrer, Badegäste, Grilleure, Familien mit Kindern, Jogger und Sportler und Hündeler die Natur auf der Werdinsel und den Limmatauen geniessen und ihre sozialen Kontakte pflegen können», so Jacqueline Faisst.

    Zäune seien keine Lösung

    Da für den Grossteil der Probleme die Zweibeiner verantwortlich sind, schlug Hundehalterin Franziska Fischer vor, dass man sensible Gebiete einzäunt, damit weder Mensch noch Tier den Schutz von Umwelt und Wildtieren missachten können. Dies kommt jedoch laut Ladina Koeppel nicht in Frage, denn in den Zäunen würde sich bei Hochwasser Treibholz verfangen und durch diese sogenannte Verklausung einen Rückstau verursachen. Ausserdem dürfe der Erlebnischarakter in der Natur nicht vergessen werden. «In einer grossen Stadt wie Zürich hat es unterschiedlichste Nutzergruppen, und wir wollen allen etwas bieten», so die Freiraumplanerin.

    Auf die neue Regelung aufmerksam machen

    Mitarbeitende der sip Züri, Sicherheit und Prävention, seien regelmässig auf der Werdinsel unterwegs, um auf die korrekte Nutzung hinzuweisen, zum Beispiel, dass kein Totholz entfernt werden solle, da dieses extra als Lebensraum für Kleintiere aufgehäuft worden sei. Auch in den Leinenzwanggebieten sind die sip Züri-Mitarbeitenden unterwegs und machen die Hundehalter darauf aufmerksam, dass Hunde angeleint werden müssen. Bussen dürfen sie nicht aussprechen. «Die Signalisation, die auf die neue Regelung aufmerksam macht, stützt sich auf Paragraf 11 des Kantonalen Hundegesetzes, der die Leinenpflicht regelt. Grundlage für eine mögliche Busse bildet Paragraf 27 des Kantonalen Hundegesetzes, wo in Ziffer 1 festgehalten wird: ‹Übertretungen der Vorschriften dieses Gesetzes und der Vollziehungsverordnung werden mit Busse bestraft. In leichten Fällen kann ein Verweis erteilt werden.›», informierte Lukas Handschin. «Hunde müssen neu am Fischerweg zwischen dem Hönggerweg und der Einmündung des Hauserkanals, auf dem Erlebnissteg in den Limmatauen sowie auf der Werdinsel an die Leine. Auf dem Kloster- Fahr-Weg hingegen besteht nach wie vor keine Leinenpflicht», ergänzte er. Alle sind sich einig, dass man eine einvernehmliche Lösung finden muss. Wie diese aussieht, liegt jedoch noch in den Sternen. «Ich werde auf jeden Fall weiterhin für meine Petition ‹(Züri-)Hünd sind Fründ› Unterschriften sammeln, denn es darf nicht sein, dass immer mehr Gebiete in Zürich hundeunfreundlich werden», so Franziska Fischer. Bei Redaktionsschluss hatten bereits über 300 Leute die Petition unterschrieben.

  • Leinenzwang für Hunde auf der Werdinsel

    Leinenzwang für Hunde auf der Werdinsel

    Der Fischerweg ist zwischen Höngger Wehr und Mündung des Hauserkanals für Fussgänger und Velofahrer ab sofort wieder durchgängig offen. Neu müssen die Hunde in diesem Perimeter sowie auf der Werdinsel an die Leine. Die Arbeiten im Rahmen des Hochwasserschutzprojekts «Limmat- Auenpark Werdhölzli» stehen vor dem Abschluss, die Limmatauen Werdhölzli werden im Herbst eingeweiht.

    «Kei Puff mit Wuff»

    Wer mit seinem Hund spazieren geht, muss ihn künftig zwischen dem Höngger Wehr und der Mündung des Hauserkanals sowie auf der Werdinsel an die Leine nehmen. Die Limmatauen sind ein sensibler Naturraum, der Auenwald ein Naturschutzgebiet. Insbesondere im Sommer ist das Gebiet einem starken Nutzungsdruck durch Menschen ausgesetzt, aber auch im Winter, wenn sich unzählige Wasservögel dort ihr Winterquartier suchen, ist der Naturraum für viele Tiere und Pfl anzen die Lebensgrundlage. Die sip züri (Sicherheit, Intervention, Prävention) wird im Raum vermehrt präsent sein, Aufklärungsarbeit betreiben und bietet bei Unklarheiten Unterstützung. Damit auch im aufgewerteten Raum alle Nutzergruppen gut aneinander vorbeikommen, gilt ab sofort Folgendes: Auf der Werdinsel und zwischen dem Höngger Wehr und der Mündung des Hauserkanals inklusive Erlebnissteg: «Barry fi x», das heisst, Hunde müssen an die Leine genommen werden, Velofahren ist gemäss Beschilderung erlaubt. Kloster-Fahr-Weg: allgemeines Fahrverbot, für Hundehaltende und ihre Tiere gilt das kantonale Hundegesetz.

    Eingesandt von Grün Stadt Zürich

  • Die VBZ haben viel vor

    Die VBZ haben viel vor

    Die neue Strategie baut auf der Prognose auf, dass die Zürcher Verkehrsbetriebe (VBZ) − die bereits heute mit rund 880 000 Personen täglich nur rund 10 % Personen weniger befördert als die SBB auf ihrem ganzen Netz − bis 2030 mit einem Zuwachs um 30 % auf täglich 1,16 Millionen Fahrgästen zu rechnen hat. Mit längeren Fahrzeugen und – falls überhaupt möglich – einem dichteren Taktfahrplan alleine ist dies nicht zu bewerkstelligen. Bleibt nur der geplante Netzausbau. Grundlage dafür bot das Liniennetzkonzept 2025, das die VBZ vor erst sieben Jahren veröffentlichten. Doch inzwischen haben sich verschiedene Rahmenbedingungen geändert, was die VBZ veranlasste, ihre damalige Studie zu überarbeiten.

    Neu drei Zentren im Zentrum statt nur eins

    Heute ist das Netz der VBZ weitgehend sternförmig zum Hauptbahnhof ausgerichtet und stösst insbesondere dort an seine Grenzen. Deshalb soll das Netz 2030 neu auf die drei Zentren Innenstadt, Oerlikon und Altstetten ausgerichtet sein, die attraktiv untereinander verbunden werden. Damit soll auch eine bessere Verknüpfung mit den S-Bahnhöfen erreicht werden, welche für auswärtige wie hiesige Pendler immer wichtiger werden, denn auch sie wollen und sollen nicht immer zwingend über den Hauptbahnhof reisen. Verschiedene Streckenverlängerungen und Ausbauten sollen hier bessere Vernetzungen schaffen.

    Grössere Dynamik in Zürich-Nord und Zürich-West

    Zwei Vorhaben aus der Studie 2025 sind heute Realität: die Verlängerung der Tramlinie 5 bis Laubegg sowie das Tram Zürich-West. Die Planungsarbeiten zur Tramverbindung Hardbrücke und zur Verlängerung der Tramlinie 2 nach Schlieren zusammen mit der Limmattalbahn sind auf gutem Weg, halten die VBZ fest. Ebenso das Rosengartentram, auch wenn es am Planungshorizont nach hinten gerückt ist, weil Veränderungen auf dieser Achse gleichzeitig eine Lösung für den motorisierten Individualverkehr bieten müssen. Die VBZ rechnen aber mit einer Realisierung bis 2030. Das Wachstum der Bevölkerung und der Arbeitsplätze verläuft rasanter und in den verschiedenen Gebieten anders als noch 2006 angenommen. Besonders starke Verkehrsströme werden nun zwischen Zürich-Nord (Affoltern, Oerlikon) und Zürich-West (Altstetten) sowie von dort in Richtung City erwartet, hingegen dürfte die Dynamik im südlichen Stadtraum weniger hoch sein als früher angenommen. Daraus ergibt sich unter anderem, dass das Tram Affoltern bereits bis 2023 gebaut werden soll und bis 2028 eine weitere Linie, die Nordtangente, Affoltern mit Oerlikon und Stettbach verbinden soll.

    Elektrisch nach und durch Höngg

    Vorwärtsgehen soll es auch beim Busnetz. Hier stehen nebst Buskonzepten für die beiden Subzentren Oerlikon und Altstetten sowie verschiedene weitere Ausbauten auch die Elektrifizierung der Linien 69 und 80 an, realisiert zwischen 2016 und 2019. Beide Linien leiden bekanntlich unter alarmierenden Kapazitätsengpässen, zumindest zu den Hauptverkehrszeiten in Richtung ETH Hönggerberg. Elektrische Fahrzeuge sind gegenüber dieselbetriebenen leistungsfähiger, da sie länger sind – man denke an die Doppelgelenkbusse, welche optimal ausgenutzt 128 Plätze bieten anstatt nur 98, wie die besten dieselbetriebenen Gelenkbusse. Und sie kommen zum Beispiel an der steilen Gsteigstrasse auch vollbesetzt nicht an ihre Leistungsgrenze. Es wird mit 44 Millionen Franken Investitionskosten für beide Linien gerechnet. Zu prüfen, so heisst es im Konzept, seien auch Eilbusse der Linie 46, welche ab Meierhofplatz mit einem einzigen Halt in Wipkingen bis zum HB fahren würden.

    Am Wasser, diesseits und jenseits der Limmat

    Zur bereits auf politischer Ebene angeregten neuen Busverbindung Rütihof via Frankental über die Strasse Am Wasser zum Hauptbahnhof heisst es im Synthesebericht zur Strategie, dass sich damit keine schnelleren Verbindungen Richtung HB/City erzielen liessen, insbesondere nicht «mit der geplanten Tempo- 30-Zone Am Wasser». Die VBZ setzen weiterhin darauf, das Höngger Gebiet in Limmatnähe über die Tramlinie 17 – die ehemalige Linie 4 − auf der anderen Flussseite zu erschliessen. Diese soll Ende 2013 zu Hauptverkehrszeiten bis Albisgüetli verlängert werden. 2018 muss man sich gemäss Planung wieder umgewöhnen: Dann, wenn die Linie 8 über die neue Tramverbindung Hardbrücke vom Hardplatz via Escher-Wyss-Platz ins Werdhölzli verlängert werden kann. Die Linie 17 wird nach Inbetriebnahme dieser Tramverbindung nicht aufgehoben, fährt aber nur noch zu den Hauptverkehrszeiten zwischen Hardturm und Albisgüetli.

    Prognosen treffen nicht immer zu

    Die VBZ rechnen für die kurz- und mittelfristigen Massnahmen bis ins Jahr 2025 mit Investitionen von etwa 430 Millionen Franken. Mit dem erweiterten Angebot steigen auch die Betriebskosten, die sich aber mit den Einnahmen von jährlich etwa 60 Millionen zusätzlichen Fahrgästen decken lassen. Der Stadtrat zeigt sich überzeugt, dass die Netzentwicklungsstrategie 2030 den künftigen Bedürfnissen nach Mobilität in der Stadt Zürich gerecht wird. Er wird sie dem Zürcher Regierungsrat zur Kenntnis bringen und die Aufnahme der Ausbauprojekte in die Finanzplanung beantragen

    Sinnieren über Prognosen und Realitäten

    Auf die leicht provokant gestellte Frage eines Journalisten, warum gewisse im vor sieben Jahren vorgestellten Liniennetzkonzept 2025 enthaltenen Elemente nun aus der Netzentwicklungsstrategie 2030 verschwunden seien, resümierte Andres Türler, dass dies in der Natur der Zeit liege: Je mehr von der prognostizierten Zukunft zu Gegenwart und Vergangenheit geworden sei, desto mehr würden aus Prognosen Realitäten, was eben nicht immer übereinstimme. Dies, so ist heute anzunehmen, wird auch für die nun vorgestellte Strategie «züri-linie 2030» zutreffen. Doch ohne jede Strategie würde Zürich bald stillstehen. Und bei Planungshorizonten, welche schnell mal in die Jahrzehnte gehen, muss man irgendwann auf irgendeiner Grundlage ja mal starten.