Autor: tka_admin

  • Kommentar: Zukunft mit Inhalt

    Kommentar: Zukunft mit Inhalt

    Hönggs Grösse hin oder her, aber diesbezüglich lebt man hier eben doch in einem der erwähnten Walliser Seitentäler: Auswärtige Propheten hatten es noch nie leicht. Zumal ein solcher nicht gratis zu haben sein wird. Das Strategiepapier, das nun erarbeitet wird, muss sich deshalb auch mit der Frage beschäftigen, ob anhand einer Liste der gefragten Fähigkeiten gezielt Personen aus Höngg zur Mitarbeit angegangen werden sollen − oder ob über einen offenen Aufruf Kräfte gesammelt werden, denn oftmals hat sich erst so das in Höngg versammelte Potential offenbart. Wie damals vor über zehn Jahren, als es um die Rettung dieser Zeitung ging: Der Aufruf zur Mitarbeit mobilisierte personelle und finanzielle Ressourcen, auf die Höngg stolz sein durfte und ohne die das Erscheinen des «Hönggers» damals eingestellt worden wäre. Welches Gremium gilt es also zu finden, das möglichst alle Beteiligten – und das ist ganz Höngg – und deren Bedürfnisse repräsentiert und entsprechend ernst genommen wird? Denn mit Einzelmassnahmen aus dem Detailhandel wie zum Beispiel einheitlichen Ladenöffnungszeiten oder neuen Kundendienstleistungen alleine wird es nicht getan sein. Es wird darum gehen, mit griffigen Argumenten an den richtigen Stellen Druck aufzubauen und das kann nur, wessen Ideen und Visionen ernst genommen werden und entsprechend legitimiert sind. Doch bei aller Aufbruchsstimmung, eines muss man sich heute bereits bewusst sein: Das gesuchte «Wir- Gefühl» wird auch Einzel- oder Partikularinteressen zuwiderlaufen. Um gemeinsam vorwärtszukommen, werden auch Abstriche unvermeidbar sein. Doch solange diese so ausgehandelt werden, dass sie verkraftbar sind, wird man sie auch vertreten und hoffentlich durchsetzen können. Ob sich dazu letztlich auf operativer Ebene aus Vertretungen des HGH und des Quartiervereins Höngg eine neue Organisation bilden wird oder ob sich eine ganz neue Gruppierung gründet, wird sich zeigen müssen. Der «Höngger» jedenfalls engagiert sich für dieses «Wir-Gefühl» − und hofft, Höngg so vielleicht etwas von dem zurückzugeben, das ihm Höngg damals schenkte: eine für alle attraktive Zukunft mit interessantem Inhalt.

    Fredy Haffner
    Verlagsleiter Quartierzeitung «Höngger»

  • Die Arbeit hat erst begonnen – und wird dauern

    Die Arbeit hat erst begonnen – und wird dauern

    Freitag traf sich die Arbeitsgruppe des HGH zusammen mit Jost Kayser und Martin Hotz von der Beratungsfirma Fuhrer & Hotz zu einem Arbeitsnachmittag im Konferenzraum des Restaurants «Die Waid» mit dem Ziel, das weitere Vorgehen zu konkretisieren. In den letzten Wochen hatte Martin Hotz persönlich Interviews mit einigen Besitzern und Verwaltern von Geschäftsliegenschaften in Höngg geführt. Deren anonymisiert präsentierten Aussagen zeigen, dass man auch auf dieser Seite − zumindest in gewissen Punkten − mit den Ergebnissen der Umfrage einig ist. Aber es herrscht nebst Zuversicht auch Pragmatismus, ja gar Resignation. So zum Beispiel in der Aussage, dass die gewünschte Diversifizierung vermutlich Wunschdenken sei und bleibe. Es brauche nicht zwingend alles und – besonders nachdenklich stimmend − «Quartiere wie Höngg haben keinen Anspruch (mehr) auf eine Vollversorgung der Bevölkerung; im Fokus muss die Nahversorgung stehen.» Wohlverstanden: die Rede ist von einem Quartier mit rund 23 000 Einwohnern und nicht von einem Seitental im Wallis.

    Den Markt bestimmen die Mieter

    Gefragt, nach welchen Kriterien denn Neuvermietungen stattfänden, zeigen sich nur leichte Unterschiede zwischen jenen, welche selbst auch in Höngg heimisch sind, und jenen, die hier lediglich Liegenschaften betreuen, zum Beispiel für Immobilienfonds: Im Rahmen des Möglichen bemühen sich alle gleichermassen um eine bessere Verständigung zwischen Bewohnern und Unternehmen, versuchen also, einen ansprechenden Branchenmix zu bieten, ohne dabei das veränderte Kaufverhalten der Bevölkerung und die eigenen oder verwalteten finanziellen Interessen ausser Acht zu lassen. Wobei ihnen die Realität leider zunehmend im Weg steht. So käme etwa eine Fläche aufgrund der zu kleinen Grösse für viele Firmen von vornherein nicht infrage. Wartelisten gebe es keine und so werde der Markt durch die Mieter bestimmt, welche im Endeffekt selbst einschätzen müssten, ob sie den Mietzins tragen können. Bei bestehenden Mietverhältnissen, so eine der Aussagen, sei man aber bei Zahlungsschwierigkeiten auch schon zu Kompromissen bereit gewesen. Warum jedoch gewisse Eigentümer oder deren Verwaltungen über Monate oder gar Jahre hinweg Leerstände zulassen und entsprechende Einbussen in Kauf nehmen, blieb offen – die Antworten wären bestimmt aufschlussreich gewesen.

    Wer ist «in der Pflicht»?

    Nicht mit Kritik sparten die befragten Liegenschaftsbesitzer in den Antworten auf die Frage, wer denn «in der Pflicht» stünde, etwas zu unternehmen. Selbstkritisch ist noch die Aussage, das Profitdenken stünde im Vordergrund und man sei selbst zu wenig vernetzt, um etwas zu bewegen. Doch auch die Stadt betreibe mit vielen Vorschriften, Auflagen und Zonenplänen eine Verhinderungspolitik – es bräuchte mehr Einfluss auf die Quartierentwicklung, ja gar ein eigentliches Quartiermarketing. Mit Blick auf ansässige Firmen wurde aber auch festgehalten, dass bei Familienunternehmen gewisse Probleme hausgemacht seien und der inhabergeführte Handel es besser schaffen müsste, die gebotene Qualität aufzuzeigen und für die Kunden auch spürbar zu machen. Auch der HGH kommt nicht ungeschoren davon: «Den HGH habe ich bisher nur über den Kleber wahrgenommen, den man beim einen oder anderen Betrieb vorfindet», so eine der Äusserungen.

    Wo liegt die Lösung?

    «Ich sehe schlicht keinen Hebel für Veränderungen und Verbesserungen der Situation», wurde geantwortet, als neue Ideen gefragt waren. Aber auch, dass eine Verbundenheit, eine Einheit der Firmen geschaffen werden müsste, denn es könne und dürfe nicht sein, dass jeder als Einzelkämpfer unterwegs sei. Dies ist eigentlich die Kernaufgabe des Vereins Handel und Gewerbe Höngg (HGH), der sich in seinen Statuten selbst die Aufgabe gab, Handel- und Gewerbetreibenden in Höngg zusammenzuschliessen (§3a) und gute Beziehungen unter den Mitgliedern zur Erreichung eines loyalen gegenseitigen Verhaltens zu pflegen (§3d). Wie man dem auch gegen aussen − also mit Kundennutzen − vermehrt gerecht werden könnte, fragte man sich offen und kritisch auch am grossen Tisch des Konferenzraumes, an dem vornehmlich HGH-Mitglieder sassen, bevor danach in zwei Unterarbeitsgruppen erste Ideen und das weitere Vorgehen konkretisiert wurden. Die Ergebnisse dieser unter Kastanienbäumen im Gartenrestaurant entstandenen Ideen werden Daniel Fontolliet, Tiziana Werlen und der Schreibende an einem Treffen in den Sommerferien verdichten und zuhanden der ganzen HGH-Arbeitsgruppe ein Strategiepapier entwerfen, das diesen Herbst zusammen mit dem empfehlenden Abschlussbericht der Beratungsfirma Fuhrer & Hotz dem HGH-Vorstand überreicht wird, unter dessen Patronat die ganze Umfrage ja durchgeführt wurde. Das Dokument wird aufzeigen müssen, mit welchen Massnahmen kurz- bis langfristig für Höngg eine Art Quartiermarketing betrieben und finanziert werden kann, das seinen Namen auch verdient. Und das alle Involvierten zusammenführt, von den einzelnen Detaillisten inklusive Grossverteilern über die Liegenschaftsbesitzer bis hin zu Akteuren aus Politik, Verwaltung, Vereinen und natürlich Bevölkerung – über alle Interessensgrenzen hinweg. Es muss und wird um ein «Wir-Gefühl» gehen müssen, zum Wohle der Bevölkerung und aller ansässigen und zukünftigen Firmen. Die Umfrage des HGH hat die Basis gelegt – nun gilt es, darauf aufzubauen. Mit einem noch unbekannten, knackigen Slogan allein wird es nicht getan sein. Die Arbeit hat gerade erst begonnen und wird dauern.

  • Was aus Kundensicht wünschenswert wäre

    Was aus Kundensicht wünschenswert wäre

    «Hönggerinnen und Höngger wären nicht, wie sie eben sind, wenn sie nicht auch Ideen hätten oder Initiativen für attraktivere Einkaufsmöglichkeiten und -angebote in Höngg unterstützen würden», schloss der letzte Artikel dieser Serie zur HGH-Umfrage. Doch wer die Bevölkerung Hönggs kennt, weiss um deren Heterogenität, mit der sich auch der Detailhandel täglich auseinanderzusetzen hat und darf. Wenn es nun um Verbesserungsvorschläge geht, könnte man versucht sein, das alte Sprichwort von wegen «allen Menschen Recht getan, ist ein Ding, das niemand kann» zu zitieren. Doch damit würde man es sich zu leicht machen, denn die Umfrage brachte doch auch die eine oder andere homogene Aussage zutage.

    Wochenmarkt: Gewünscht, doch schlecht genutzt

    Die 15. Frage wollte konkret wissen, was als sinnvoll erachtet würde, um das Einkaufen in Höngg attraktiver zu machen: «Welche der folgenden Service- und/oder Dienstleistungen sollte der Höngger Handel Ihrer Ansicht nach gemeinsam anbieten beziehungsweise ausbauen, um das Einkaufen im Quartier attraktiver zu machen?» 16 Möglichkeiten waren vorgegeben, weitere konnten frei hinzugefügt werden. Das Ergebnis der Umfrage dürfte jene, welche sich im «Dorf» schon früher über die Thematik unterhielten, nur teilweise überraschen. So zum Beispiel, dass ein Wochenmarkt von 44 % der Antwortenden gewünscht wird. Das deckt sich mit der eigens zum Wochenmarkt, der jeden Donnerstag beim Einkaufszentrum Hönggermarkt stattfindet, gestellten Frage: 82 % gaben an, er sei ihnen bekannt, 15 % kauften dort in den letzten drei Monaten ein und für 3% war er sogar der Haupteinkaufsort. Eine Diskrepanz zeigt sich allerdings zwischen jenen, welche einen Markt wünschen und jenen, die ihn dann auch besuchen, denn eine Rückfrage bei den Marktbetreibern bestätigt, dass man dort mit Umsatzproblemen kämpft. Doch nur wenn jene, die sich einen Markt wünschen, auch beim bestehenden einkaufen, kann das initiative Projekt von Dauer sein. Die Diskrepanz erklären könnten vielleicht die zwölf zum Markt gemachten Einzelaussagen: Da wurde angeregt, der Markt könnte grösser sein, sollte am Samstag stattfinden und auch nicht bereits um 12 Uhr schliessen – dann könnten auch Berufstätige das Angebot besser nutzen, so die Meinung.

    Einheitliche Ladenöffnungszeiten?

    Mit 37 % am zweithäufigsten gefordert wurden einheitliche Ladenöffnungszeiten. Der «Höngger» hat diese für 51 Geschäfte erfasst und ausgewertet. Tatsächlich bietet sich hier ein uneinheitliches Bild. So haben zum Beispiel am Montag etwas über 21 % aller Geschäfte geschlossen, knappe 8 % öffnen erst am Nachmittag. Noch schwieriger, sich zu orientieren, ist es bei den Öffnungszeiten, dort insbesondere bei jenen über Mittag: Von Dienstag bis Freitag haben 55 % der Geschäfte durchgehend offen, alle anderen schliessen – zu unterschiedlichen Zeiten und für unterschiedliche Dauer. Auch die Öffnungszeiten am Morgen sind uneinheitlich: So öffnen von Dienstag bis Freitag knapp 14 % um 7.30 Uhr oder früher, 27 % um 8 Uhr, 18 % um 8.30 Uhr, 29 % um 9 Uhr und fast 10 % erst um 10 Uhr oder später. Für die Ladenschlusszeiten am Abend zeigt sich ein ähnliches Bild: 23 % schliessen um 18 Uhr oder sogar früher, zum Teil bereits um 16.30 Uhr. 53 % schliessen um 18.30 Uhr, 22 % um 19 Uhr und 2 % um 20 Uhr. Etwas überspitzt formuliert: Kunden, die sicher sein wollen, dass alle Geschäfte, welche sie für einen einzigen Einkaufsrundgang besuchen wollen, auch offen haben, gehen am besten von Dienstag bis Freitag zwischen 10 und 12 oder 14 und 16.30 Uhr einkaufen. Wer nun denkt, am Samstag sei dies einfacher, irrt: nur 71 % der Geschäfte sind den ganzen Tag geöffnet und nur 76 % davon durchgehend. 16 % öffnen samstags gar nicht. Dies zeigt, wie berechtigt der Wunsch der Kundschaft nach einer einheitlicheren Lösung ist. Ob und wie sich eine solche realisieren lässt, wird Teil der Diskussionen innerhalb des HGH und unter den Geschäftsbesitzern sein müssen. Zusammengefasst ebenfalls als sinnvoll erachtet werden Kunden- «Bindungsaktionen» wie Kunden- oder Rabattkarten (18 %), Geschenkkarten (17 %) oder Treuebons (16 %). Und obwohl verschiedene Geschäfte bereits einen eigenen Hauslieferdienst anbieten, wird von 24 % der Antwortenden ein gemeinsamer Hauslieferdienst gewünscht: «Offenbar ist bei einem beachtlichen Teil der Höngger Bevölkerung ein Bedürfnis nach noch mehr Kundenorientierung und -service seitens der lokal ansässigen Detaillisten vorhanden», kommentiert Jost Kayser vom Marktforschungsinstitut Fuhrer & Hotz diesen Wert. Bei beiden Themen sollte die Frage nach einem gemeinsamen Auftritt aller Geschäfte also zumindest diskutiert werden.

    Viele individuelle Verbesserungsvorschläge

    Die Vorschläge, welche über die Umfragebögen handschriftlich und individuell gemacht wurden, sind anzahlmässig nicht berauschend: Mit 114 Hinweisen auf Verbesserungsvorschläge haben knapp 11 % aller sich die Mühe gemacht, sich persönlich zu äussern – was verglichen mit ähnlichen Umfragen jedoch ein sehr guter Wert ist. Unter diesen 114 Bemerkungen beziehen sich 12 auf das Gastronomieangebot, das bereichert – je nach Ausrichtung trendiger, gemütlicher oder kinderfreundlicher – werden sollte. 15 Hinweise beziehen sich auf das Thema Verkehr. Da werden einerseits natürlich weniger Verkehr und bessere, sicherere Bedingungen für die Fussgänger gefordert, andererseits aber auch mehr oder Gratis- Parkplätze. Wie die anderen Aussagen zu werten sind und wie es nun allgemein weitergeht, damit wird sich die Arbeitsgruppe des HGH zusammen mit den Fachleuten des Marktforschungsinstitutes Fuhrer & Hotz am 21. Juni auseinandersetzen. Die Ergebnisse fliessen dann zusammen mit den derzeit noch laufenden Befragungen von Liegenschaftsbesitzern in dem empfehlenden Abschlussbericht des Marktforschungsinstitutes Fuhrer & Hotz zuhanden des HGH ein.

  • Davon hat’s in Höngg genug – und davon nicht

    Davon hat’s in Höngg genug – und davon nicht

    Das Fazit des letzten Artikels dieser Serie lautete: «Auch wenn die Auswahl an Geschäften nur gerade gut durchschnittlich ist und man sich vor Ort knapp genügend verpflegen kann, so ist doch immerhin alles gut erreichbar, zu annehmbaren Zeiten offen, das Angebot ist gut präsentiert und man trifft auf sehr freundliches und kompetentes Verkaufspersonal. Was also will man mehr, liesse sich fragen?» Die zwölfte Frage der HGH-Umfrage wollte genau dies wissen: Aufgelistet waren verschiedene Detailhandelsbranchen, zu denen in einer Skala von 1 (zu klein) über 2 (gut/ ausgewogen) bis 3 (zu gross) eine Einschätzung in Bezug auf den heutigen Angebotsmix in Höngg verlangt wurde. Die Auswertung (Abbildung 1) zeigt ein Bild, das zum Teil überraschend ausfällt. So mag es wenig erstaunen, dass in Höngg zuoberst auf der Liste der zu kleinen Auswahl die Papeterie steht – knapp gefolgt von «Haushaltgeräten», «Spielwaren/Games/ Bücher/Musik» und «Sport», mit etwas Abstand werden noch «Schuhe» und «Multimedia/Computer » vermisst. Doch bereits das Mittelfeld der vermissten Angebote wirft Fragen auf: 54 % aller finden das Angebot an Gastronomiebetrieben in Höngg «zu klein» − was es objektiv betrachtet jedoch nicht ist. Vermutet werden darf, dass es zu wenig breit und − wie immer wieder von alteingesessenen Hönggern zu hören ist − sich keines der Restaurants als typische Quartierbeiz und Treffpunkt zu etablieren vermochte. Weitere 52 % vermissen eine Metzgerei – obwohl mit der Wartau-Metzg ein erstklassiger Metzger in Höngg verblieben ist. Ob seit der Schliessung der «Dorfmetzg» am Meierhofplatz wohl ein Angebot im Zentrum vermisst wird? Einfacher zu interpretieren ist wohl, dass 51 % eine grössere Auswahl an Möbeln vermissen, denn tatsächlich finden in Höngg, bei «Wohnderbar » an der Limmattalstrasse, nur Freunde von Designermöbeln eine gute Auswahl. Die Realität dürfte allerdings auch sein, dass andere Sortimente auf Ladenflächen angewiesen sind, die es in Höngg ganz einfach nicht gibt und wohl auch nie geben wird. Ein ähnliches Bild zeigt sich bezüglich «Bekleidung und Mode»: 47 % finden das Angebot zu klein, obwohl man in Höngg das Gefühl haben könnte, man laufe an nichts anderem als Modeboutiquen vorbei. Eben: Das Boutiquensegment ist abgedeckt, doch alles andere fehlt schlicht und dass man im Einzelfall den Boutiquen vielleicht zu Unrecht das Etikett «Teuer» anhängt, wird bei der Bewertung ausgeblendet. Gleiches gilt für die Unterhaltungselektronik, wo zur Zeit der Umfrage noch B&O Höngg sowie TVReding tätig waren, die ganz aktuell nun zur Bosshard Homelink AG zusammenfanden. Dass hingegen nur noch 33 % eine Molkerei vermissen, zeigt wohl, dass deren Produkte längst einfach und selbstverständlich auf der Einkaufsliste für den Besuch beim Grosshändler stehen. Alle anderen Angebote wurden entweder als «gut» beziehungsweise «genügend» bewertet − oder gar als «zu gross».

    Davon hat’s zu viel, finden die an der Umfrage Teilnehmenden

    Niemand (0 %) fand das Angebot an Apotheken und Drogerien in Höngg «zu klein». Doch ganze 62 % fanden es zu gross. Objektiv betrachtet, erstaunt dies wenig, sind doch im engsten Umkreis um den Meierhofplatz gleich vier Apotheken und zwei Drogerien zu finden. Allerdings wäre wohl keine der Firmen hier, wenn die Nachfrage und damit auch die Geschäfte nicht stimmen würden. Bereits mit grossem Abstand (38 %) folgte die Branche «Bäckerei/ Conditorei/Confiserie», was bei derzeit fünf Betrieben – Rütihof inklusive – auch wenig erstaunt. Weiter werden nur die Angebote in den Bereichen «Parfumerie» (17 %), «Coiffeur-, Beauty- bzw. Nagelstudios », «Lebensmittel» und «Reformprodukte » (je 14 %) noch knapp nennenswert als «zu gross» bewertet, alle anderen wurden irgendwo zwischen zehn und null Prozent erwähnt. Fazit: Firmen der in diesem Abschnitt genannten Branchen, die mit einem Zuzug nach Höngg liebäugeln, sollten diesen Zahlen Beachtung schenken, nun da sie bekannt sind. Und Liegenschaftsbesitzer und -verwalter sollten bei Neuvermietungen Interessenten im eigenen Interesse sowie in jenem Hönggs darauf aufmerksam machen – auch wenn das Risiko letztendlich bei den Firmen liegt.

    Zu empfehlen – und dennoch zu verbessern

    Ergänzend zu der Frage, was es zu viel und was es zu wenig hat – und den vorherigen Ergebnissen nicht widersprechend – zeigt Abbildung 2, welche Angebote als «gut/ausgewogen » bewertet wurden. Hier, so die Annahme, finden sich all jene Antwortenden, welche sich bewusst sind, dass sie in Höngg eigentlich alle Produkte des täglichen Bedarfs finden – wenn auch vielleicht nicht in der gewünschten Angebotsbreite. Dies bestätigt auch die Auswertung der Frage 13, die wissen wollte, wie zufrieden man mit dem Angebot an Detail- und Fachhändlern in Höngg alles in allem betrachtet sei? 32 % aller Antwortenden gaben einen Wert von 1 (überhaupt nicht zufrieden) und 5 an, 12 % vergaben eine 6 und 15 % eine 7. Mehr als ein Drittel (37 %) jedoch vergaben ihre Bewertung in den Bereichen 8 bis und mit 10 (sehr zufrieden). Der Rest machte keine Angaben. Der errechnete Durchschnittswert lag somit bei einer «Note» von 6.42, was wohl als gut betrachtet werden darf. Jedenfalls würde eine Mehrheit ihren Freunden oder Bekannten einen Einkauf in Höngg weiterempfehlen: Der Durchschnittswert auf der Zehnerskala von «auf keinen Fall» bis «auf jeden Fall» ergab bei der entsprechenden Frage gar eine 6.5. Doch Hönggerinnen und Höngger wären nicht wie sie eben sind, wenn sie nicht auch Ideen hätten oder Initiativen für attraktivere Einkaufsmöglichkeiten und -angebote in Höngg unterstützen würden. Welche sie als sinnvoll bewerteten, darüber mehr im «Höngger» vom 13. Juni.

  • Wie schätzt die Kundschaft das Angebot in Höngg ein?

    Wie schätzt die Kundschaft das Angebot in Höngg ein?

    Der Umfragebogen des HGH war umfangreich und wurde dennoch von 1034 Personen ausgefüllt und retourniert. Entsprechend aussagekräftig sind die nun verfügbaren Auswertungen. Die erste aller Fragen hatte sich nach der Bekanntheit der Geschäfte erkundigt. Im ersten Teil der Frage waren nur die Namen der Grossverteiler vorgegeben, im zweiten Teil mussten Namen von Detaillisten, die man zumindest dem Namen nach kennt, selbst eingetragen werden. Wer die Frage beantwortete, begab sich also vor seinem inneren Auge auf eine Einkaufstour durch Höngg. Die Ergebnisse der Abbildung 2 (rechts) werfen nun mögliche Fragen auf, warum der eine Detaillist besser abschnitt als der andere. Ist die Lage – zum Beispiel zentrumsnah – ausschlaggebend für die Bekanntheit? Doch das Obsthaus Wegmann, im Frankental an der Stadtgrenze gelegen, kommt trotzdem auf 10 % Nennungen: Die Lage allein kann es also nicht sein. Spielen Faktoren wie die allgemeine Präsenz oder die sonstigen Aktivitäten – am Beispiel Wegmanns: Sie sind am Hönggermarkt präsent, inserierten regelmässig im «Höngger» und organisieren seit Jahren das beliebte Chriesifäscht – eine wichtige Rolle bei der Bekanntheit? Oder ist es die Anzahl an Filialen in Höngg, Beispiel Bäckerei Steiner? Oder wie lange man schon ortsansässig ist? Wobei: Alnatura war zur Zeit der Umfrage erst ein halbes Jahr in Höngg und schaffte es bereits auf 26 % Nennungen. Und warum sind andere Geschäfte weit weniger bekannt? Blosser Zufall, weil beim Ausfüllen niemand an sie dachte? Oder kann deren spezialisiertes Angebot – zum Beispiel Kinderartikel oder Textilpflege − auch nur eine beschränkte Anzahl Kunden ansprechen und wird deshalb nicht häufiger genannt? Solche und noch mehr Fragen lassen sich nun stellen. Die individuelle Interpretation der Ergebnisse wird nicht einfach sein und die Konsequenzen, welche die einzelnen Detaillisten daraus ziehen werden, erst recht nicht.

    Sympathisch, aber austauschbar

    In Frage 7 wurde das Angebot der Detaillisten als Ganzes beurteilt. Auf einer Skala von 1 bis 10 konnte dieses bewertet werden, wobei 1 für sehr negativ und 10 für sehr positiv steht. Die Auswertung (Abbildung 2, unten) zeigt nun folgendes Bild: Das Angebot wurde in den Kriterien «sympathisch », «sauber», «sicher» und «bequem » überall mit einem Wert über 7 eingestuft, was gut bis sehr gut ist. Was aber zu denken geben sollte, ist, dass das Angebot gleichzeitig mit Werten von 5 oder darunter als eher «gewöhnlich», «austauschbar» und «langweilig» bewertet wird, anstatt – was ein positives Merkmal wäre und sein müsste, um als Einkaufsort attraktiv und im Gespräch zu sein – als «exklusiv», «einmalig» und «erlebnisreich ». Auch die Bewertungen zwischen «altmodisch» und «modern» (5,85), «teuer» und «preiswert» (5,27) sowie «ausgestorben» und «lebendig» (5,94) sind zwar über dem Mittel, lassen aber eindeutig zu wünschen übrig.

    Zufriedenheit mit Einkaufsangebot in Höngg

    Dies spiegelt sich auch in den Ergebnissen der Anschlussfrage: «Wie zufrieden sind Sie mit dem Angebot an Detail-/Fachhändlern in Höngg als Ganzes hinsichtlich der folgen auf den Kriterien?» wurde gefragt. Die Zehnerskala ermöglichte eine Abstufung zwischen « indiskutabel/sehr schlecht» und «sehr gut/hervorragend » Die Bestnote (8,05) erhielt das Verkaufspersonal, das als freundlich und hilfsbereit wahrgenommen wird und dem gleichzeitig mit 7,77 ein hohes Fachwissen und Kompetenz attestiert wird. Mit 7,83 ebenfalls als gut bis sehr gut bewertet werden die Ladenöffnungszeiten − auch wenn sie sehr uneinheitlich sind, wie eine vom «Höngger» intern gemachte Auswertung ergab. Denselben Wert (7,83) erhielt das Kriterium «Erreichbarkeit mit Auto, öffentlichen Verkehrsmitteln, zu Fuss, Parkplätze und Verkehrssituation ». Wenn also künftig an der Verkehrs- oder Parkplatzsituation in Höngg etwas verändert werden soll, dann sollte der heutige Standard für alle Verkehrsteilnehmer, ob motorisiert oder zu Fuss, zumindest bewahrt werden. Die Gestaltung der Läden, was Einrichtung, Dekoration und Warenpräsentation anbelangt, wurde über das ganze Angebot betrachtet mit der Note 7,15 bedacht. Ebenfalls gut, auch wenn es immer wieder anders zu hören war in der Vergangenheit, schneidet mit 7,04 die Kinderfreundlichkeit ab. Deutlich weniger gut aber − und damit kongruent zu den Antworten auf die Frage nach dem «Angebot als Ganzes» − wird mit 5,6 die Auswahl an Geschäften bewertet. Am schlechtesten von allem aber: Die Verpflegungsmöglichkeiten erhalten mit 5,43 eine Bewertung knapp über dem Mittelmass. Fazit: Auch wenn die Auswahl an Geschäften nur gerade gut durchschnittlich ist und man sich vor Ort knapp genügend verpflegen kann, so ist doch immerhin alles gut erreichbar, zu annehmbaren Zeiten offen, das Angebot ist gut präsentiert und man trifft auf sehr freundliches und kompetentes Verkaufspersonal. Was also will man mehr, liesse sich fragen?

    Was fehlt und was ist unverzichtbar?

    75 % der Antwortenden sagten, dass es in Höngg einen oder mehr Detaillisten gebe, welche für sie unverzichtbar seien – gleichzeitig gaben aber auch 18 % an, dass es dies nicht gebe – oder anders betrachtet: Diese 18 % könnten zumindest im Notfall – von dem wohl niemand hofft, dass er je eintreten wird − auf alle Angebote in Höngg verzichten. So betrachtet eine erschreckend hohe Zahl, wenn man bedenkt, was Detaillisten − mal ganz abgesehen vom Verkauf ihrer Produkte − sonst noch alles zu einem lebendigen Höngg beitragen. Warum dem so ist, lässt sich vielleicht anhand der Anschlussfrage beantworten: Gefragt, ob es denn bestimmte Geschäfte respektive Angebote gebe, die man in Höngg erwartet, aber nicht findet, bejahten exakt 75 % und nur 19 % verneinten. Drei Viertel aller Antwortenden vermissen also gewisse Angebote vor Ort. Ob wohl jene 18 %, die auf alles verzichten könnten, jenen Anteil an den drei Vierteln ausmachen, die ob den fehlenden Angeboten dermassen frustriert sind, dass sie bereits gar nicht mehr erwarten und gleich ausserhalb von Höngg einkaufen? Welche Angebote konkret vermisst werden und von welchen es sicher nicht noch mehr braucht, dazu mehr in der Ausgabe vom 6. Juni.

  • Erste Ergebnisse der HGH-Umfrage

    Erste Ergebnisse der HGH-Umfrage

    Vergleiche mit anderen Statistiken zur lokalen Bevölkerung zeigen, dass die erhobenen Daten durchaus repräsentativ für die Höngger Bevölkerung sind – zumal wenn sie im expliziten Zusammenhang mit dem Einkaufsverhalten betrachtet werden. So gehörten zum Beispiel 33 % der Befragten (1034 = 100 %) der Altersklasse der über 65-Jährigen an, 18 % jener zwischen 55 und 64, 19 % waren zwischen 45 und 54 Jahre alt, 16 % zwischen 35 und 44 Jahren und 9 % zwischen 25 und 34. Oder zusammenfassend von den unteren Altersklassen her betrachtet: 95 % aller Antworten stammen von über 25-Jährigen. Natürlich leben in Höngg anteilmässig mehr als nur 5 % Menschen jüngeren Alters, doch für den Einkauf vor Ort sind sie statistisch eher weniger repräsentativ – mal abgesehen davon, dass die ganz Jungen das «spontane» Einkaufsverhalten der Eltern im Kassenbereich dann und wann zu beeinflussen vermögen.

    Nein, Höngg hat keinen Frauenüberschuss

    65 % aller Fragebögen wurden von Frauen ausgefüllt. Auch dies zeigt nicht, dass Höngg einen massiven Frauenüberschuss hätte, spiegelt die Realität aber insofern, dass eben auch heute immer noch mehrheitlich Frauen für den Einkauf verantwortlich sind und die entsprechenden Angaben zu liefern wussten − und dies auch taten.

    Die klassische «Hausfrau» gibt es kaum mehr

    91 % der Befragten gaben Höngg als Wohnort an. Doch nur 16 % arbeiten auch hier, denn 41 % gaben «auswärts“als Arbeitsort an. Alle anderen zählten zu den Pensionierten (33 %) oder machten keine Angaben zum Arbeitsort. Interessant: nur noch 7 % gaben als Beruf ausschliesslich Hausfrau oder -mann an, 56 % hingegen sind voll oder teilweise berufstätig. Ganz allgemein sind auch deshalb relevante Erkenntnisse zum Höngger Detailhandel und wie er wahrgenommen wird zu erwarten, da total 93 % der Befragten angaben, alleine oder zusammen mit jemand anderem für die Haushaltsführung verantwortlich zu sein. Man wusste also, worüber man Auskunft gab.

    Treu und mehrmals pro Woche

    Dass Höngg bekanntlich eher treue Bewohnerinnen und Bewohner hat, zeigt sich auch darin, dass 81 % angaben, seit mehr als fünf Jahren hier einzukaufen. Und zwar regelmässig: Das örtliche Detailhandelsangebot wird von 24 % einmal und von 50 % gar mehrmals pro Woche genutzt. 9 % gaben gar an, täglich in Höngg einzukaufen. Gefragt wurde auch, wie hoch man ungefähr den wertmässigen Anteil der in Höngg eingekauften Produkte an den Gesamtausgaben des Haushalts für «Güter des täglichen Bedarfes» einschätze. Die Hälfte, also der Medianwert aller Antwortenden, gab an, wertmässig rund 70 % oder mehr dieser Produkte in Höngg einzukaufen. Bei der anderen Hälfte lag der Wert bei 70 % oder darunter.

    Ein Drittel kommt motorisiert

    Wie kommen die Kunden zu den Geschäften und wie danach die Einkäufe wieder nach Hause? Hier zeigt sich eine Drittelung: 31 % der Kunden fahren mit dem Auto oder Motorrad zum Einkaufen, 32 % kommen mit dem öffentlichen Verkehr oder dem Fahrrad und 35 % gehen zu Fuss. Wie diese Zahlen zu werten sind, respektive welches politische Kapital daraus geschlagen werden wird, darüber werden sich die Gemüter bestimmt erhitzen (Grafik 2).

    Und wie hat sich das Einkaufsangebot entwickelt?

    Zu dieser Frage herrschten in Höngg vor der HGH-Umfrage die unterschiedlichsten Vermutungen. Nun sind erstmals Zahlen verfügbar, die aufzeigen, wie die Entwicklung effektiv eingeschätzt wird: In den vergangenen drei bis fünf Jahren sei das Angebot vergleichbar geblieben, fanden 23 % der Befragten. «Etwas besser“oder sogar als «wesentlich besser“wurde es von zusammen 28 % eingestuft. Doch zusammen volle 39 % aller Antwortenden stuften das Angebot als «etwas schlechter“oder gar «wesentlich schlechter» ein (Grafik 1). Da wird man sich fragen müssen, ob die 23 %, welche mit «vergleichbar» antworteten und jene 39 %, welche eine Abnahme des Angebots konstatieren – also zusammen 62 % – nicht doch eine beunruhigende Mehrheit an Kunden sind, die sich naturgemäss eher an stetig besser werdenden Angeboten erfreuen und solche auch gerne nutzen würden? Natürlich wird niemand erwarten dass Höngg mit der Angebotsbreite der Zürcher City konkurrieren kann, zu der 56 % Befragten sagen, sie würden dort mindestens einmal monatlich einkaufen gehen. 29 % tun dies übrigens im Einkaufszentrum Letzipark, 26 % in Regensdorf und weitere 23 % in Altstetten. Doch wie viele dieser Einkaufs-«Ausflüge» finden statt, weil in Höngg das gesuchte Angebot schlicht nicht vorhanden ist? Zum Beispiel an Papeterie- oder Sportartikeln? Und ist die Kundschaft erst mal weg von Höngg, ist dies stets mit der Möglichkeit verbunden, dass sie dann in fernen Einkaufszentren gleichzeitig noch Artikel einkaufen, die durchaus auch hier erhältlich gewesen wären.

  • Ein neuer Präsident und erste Ergebnisse

    Ein neuer Präsident und erste Ergebnisse

    Vor einem Jahr hatte er seinen Rücktritt angekündigt, nun griff André Bolliger am 18. April kurz nach 20 Uhr zum letzten Mal zur Sitzungsglocke und eröffnete die Generalversammlung des HGH. 18 Jahre hatte er den Verein sicher und kompetent geführt und so leitete er auch routiniert durch seinen letzten grossen Abend in dieser Runde. Er begrüsste Gäste wie Ursula Woodtli, Geschäftsführerin des Gewerbeverbandes der Stadt Zürich (GVZ), die später am Abend über dessen Tätigkeit berichtete. Und obwohl im HGH – im Gegensatz zu anderen Quartieren – offenbar niemand den Verbleib beim GVZ anfocht, erinnerte Bolliger daran, dass es wichtig sei, sich auch über Höngg hinaus zu engagieren, und dass der GVZ erst kürzlich die Höngger Gewerbler finanziell, beratend und erfolgreich im Kampf gegen den am Zwielplatz geplanten Parkplatzabbau unterstützt hätte. 48 Stimmberechtigte und einige Gäste waren in den Fasskeller des Zweifel-Vinariums, ehemals Weinlaube, gekommen. Im vergangenen Vereinsjahr waren fünf Firmen ausgetreten, an diesem Abend wurden dafür vier neue einstimmig willkommen geheissen, so dass nun total 109 Firmen HGH-Mitglied sind.

    Das letzte Jahr war speziell

    André Bolliger bezeichnete das vergangene Vereinsjahr als speziell: Es fand kein Wümmetfäscht (WüFä) statt, bei dessen Organisation und Durchführung der HGH traditionell einen wesentlichen Beitrag leistet, der Wümmetznüni musste deshalb in anderer Form durchgeführt werden – Bolliger erinnerte an den schönen Abend im Zelt des Martin-Cups – und das WüFä 2013 musste geplant werden. In diesem Zusammenhang konnte es Bolliger, der nie mit seiner Meinung hinter dem Berg gehalten hatte, nicht lassen, an die Generalversammlung des Quartiervereins damals zu erinnern, als dem WüFä ein jährlich fester Beitrag an die Kosten verwehrt worden war: «Und nun sucht das OK Wümmetfäscht für dieses Jahr bereits wieder liquide Mittel », bemerkte er trocken. Auch die Teilnahme am «Mitwirkungsprozess Verkehr Kreis 10» sei in diesem Jahr wichtig gewesen. Es seien gute Sitzungen gewesen, an denen er für den HGH teilgenommen habe, sagte Bolliger, auch wenn viele der vorgeschlagenen Lösungsansätze ihm als Gewerbler zu autofeindlich seien – worauf sich an den Tischen zustimmendes Geraune erhob. Als wäre es nicht sein letzter, brachte Bolliger den Jahresrückblick emotionslos zu Ende und erntete dafür langen Applaus. Anschliessend übernahm Vizepräsidentin Daniela Züst das Mikrophon und liess eine Auswahl an Schnappschüssen des scheidenden Präsidenten über die Leinwand ziehen – die meisten konnte sie, zum Amüsement der Anwesenden, mit «Das hat Andi lustig gefunden» kommentieren. Und so dankte sie im Namen des Vorstands und aller Anwesenden schlicht für die 18 Jahre präsidialen Engagements und überreichte, begleitet von anhaltendem Applaus, einen prächtigen Blumenstrauss und ein Präsent.

    Auf den Gewerbler folgte ein Detaillist

    Nach der Abnahme der Jahresrechnung war es dann auch schon so weit: André Bolliger schlug den Augenoptiker Robert Werlen, Inhaber von He-Optik am Meierhofplatz, als seinen Nachfolger vor. Werlen war der Einzige, der die «hartnäckige Anfrage » des HGH positiv beantwortet hatte, allerdings unter den zwei Bedingungen, dass Bolliger ihm doch im ersten Jahr aktiv zur Seite stehen möge, was dieser zusagte, und dass die restlichen Vorstandsmitglieder sich für eine weitere Amtsperiode zur Verfügung stellen würden. Und so wurde Robert Werlen ohne formelles Erheben der Stimmkarten, dafür mit grossem Applaus als neuer Präsident gewählt, erhielt ebenfalls Blumen und zum ersten Mal das Mikrophon in die Hand gedrückt. «Lass dich nicht aufhalten», forderte ihn Bolliger lachend auf und so bedankte sich Robert Werlen schlicht für das entgegengebrachte Vertrauen. Anschliessend wurden wie von Robert Werlen gewünscht die sechs Vorstandsmitglieder für weitere drei Jahre im Amt gewählt, Werlen wird also auch auf dieses erfahrene Team zählen dürfen.

    Wieder mit Wümmetznüni und Gewerbebeiz am WüFä

    Einer dieses Teams ist Peter Kümmin, der kurz darauf das mit Spannung erwartete Konzept des Wümmetfäschts 2013 vorstellte. An dieser Stelle sei nur so viel verraten: Der Festplatz, Herz des WüFä, wird – quasi unter dem Motto «zurück zu den Wurzeln» – im alten Dorfkern vor der Kirche sein und die beliebte Gewerbe-Beiz im alten Feuerwehrdepot im Schulhaus Wettingertobel, das bis dahin fertig renoviert ist. Im reformierten Kirchgemeindehaus werden zwei Konzertabende und am Sonntag der Wümmetznüni des HGH veranstaltet. Natürlich werden viele der bewährten Angebote nicht fehlen und auch ein Umzug wird dieses Jahr durchgeführt. Über weitere Details des Festanlasses vom 27. bis 29. September wird der «Höngger» bald zu berichten beginnen.

    Erster Einblick in Umfrage-Ergebnisse

    Dann übernahm Drogist und Zunftmeister Daniel Fontolliet das Wort. Er liess Revue passieren, wie an der letzten HGH-Versammlung vor einem Jahr sein Votum zur desolaten Lage des Höngger Detailhandels eine Artikelserie im «Höngger» ausgelöst und diese wiederum zwei namhafte, aber ungenannt bleiben wollende Höngger zur Finanzierung einer Bevölkerungsbefragung bewogen hatte. Wie der HGH ins Boot geholt worden war und die Umfrage «Dörfs es bitzeli me si?», mitgestaltet von einer Spurgruppe aus HGH-Mitgliedern, diesen Januar an alle Höngger Haushalte verteilt und in den Geschäften aufgelegt worden war. Und nun berichtete Martin Hotz von der Beratungsfirma Fuhrer & Hotz, welche die Umfrage durchführte, über die «Grosswetterlage des Detailhandels», wie er es nannte, und über die mit Spannung erwarteten ersten Zwischenergebnisse der Höngger Umfrage.

    Rekordverdächtiger Rücklauf

    1034 Umfragebögen waren eingegangen, rund doppelt so viele wie von den Experten erwartet. Erwartungsgemäss, da noch immer hauptsächlich sie für die Haushaltsführung verantwortlich sind, waren runde zwei Drittel der Rücksendungen von Frauen ausgefüllt worden – der Dank für den grossen Rücklauf gilt also in erster Linie den Hönggerinnen, doch auch die Herren dürfen sich auf die Schulter klopfen. Die Anwesenden aber erfuhren weit interessantere, zum Teil bedenklich stimmende Ergebnisse, über die der «Höngger» ab dem 16. Mai exklusiv berichten wird. Was weiter geschieht Parallel zu den noch laufenden Auswertungen werden nun gezielt auch Besitzer von Höngger Geschäftsliegenschaften interviewt, denn sie sind es, die massgeblich Einfluss auf das Angebot in Höngg nehmen können und auch nehmen sollten: Ob ein gesunder Branchenmix vorhanden ist, hängt auch von ihrer Preispolitik und Vermietungsphilosophie ab. Am 21. Juni werden sich die Spurgruppe des HGH und die Experten von Fuhrer & Hotz zu einer Tagung zusammenfinden und danach einen empfehlenden Bericht zuhanden des HGH verfassen. Die fertige Studie dürfte diesen Herbst vorliegen, der «Höngger» wird auch dann exklusiv berichten können. Spätestens dann wird sich zeigen müssen, was die Studie konkret bei allen Akteuren bewirkt – denn getreu nach Goethe: «Es ist nicht genug zu wissen, man muss auch anwenden; es ist nicht genug zu wollen, man muss auch tun.»

  • Kommentar zum «Sonnegg»

    Kommentar zum «Sonnegg»

    Entstanden wäre ein lebendiger Treffpunkt an zentraler Lage mit Bistro, Gartenrestaurant und Spielplatz, Räumen für Begegnungen, Konzerte, Filmabende und Kurse aller Art, Platz für Kinder- und Jugendräume oder Aktivitäten für die Altersgruppe 60plus. Doch im Moment heisst es: aus der Traum. In Anbetracht schrumpfender Kirchensteuereinnahmen und im Hinblick auf die kantonale Volksinitiative «Weniger Steuern fürs Gewerbe (Kirchensteuerinitiative)», bei deren Annahme Firmen künftig gar keine Kirchensteuern mehr bezahlen müssten, ist Sparen angesagt. Dies findet die Zentralkirchenpflege, obwohl der Stadtverband finanziell sehr gut da steht und dem Vernehmen nach derzeit noch über 60 Millionen Franken Anlagen alleine an Obligationen verfügt.
    Ob ausschliesslich finanzielle Überlegungen den Ausschlag gaben oder ob auch Ressentiments gegenüber der grossen und überaus aktiven Höngger Kirche mitspielten, sei dahingestellt. Dass die Höngger Kirchenpflege nun andere Finanzierungsmöglichkeiten prüft und am Projekt keine Abstriche machen will, ist sicher richtig, denn substanzielle Einsparungen – mit günstigeren Türgriffen alleine wäre es nicht getan − hätten Folgen für das ganze Betriebskonzept. Bleibt zu hoffen, dass die ZKP einen zweiten Antrag aus Höngg wohlwollender aufnimmt. Die Kosten, welche noch dieses Jahr in die nicht weiter aufzuschiebende Sanierung von elektrischen Leitungen in der Küche des «Sonneggs» investiert werden müssen, um das Haus überhaupt noch benutzen zu können, werden dann leider bereits verbaut sein.

  • Rückschlag für das neue «Sonnegg»

    Rückschlag für das neue «Sonnegg»

    Seit 2007 lief die interne Planung und im Herbst 2008 wurde der Projektstart für den Umbau und die betriebliche und räumliche Erweiterung des «Sonneggs» öffentlich lanciert. Im September 2009 wurde das «Profil Sonnegg – Familien- und Generationenhaus» vorgestellt. Es folgte eine Machbarkeitsstudie und ein Projektierungskredit wurde gesprochen. Im Frühjahr 2011 reichten vier Architekten einfache Vorschläge ein. Alexandra Gübeli und Yves Milani, die in Höngg wohnenden Architekten des Wipkinger Büros GXM Architekten GmbH wurden daraufhin mit der Ausführung beauftragt. Nachdem man sich mit der Denkmalpflege über die beabsichtigte Unterschutzstellung geeinigt hatte, wurde Mitte Juli 2012 die Baueingabe eingereicht.
    An der Kirchgemeindeversammlung vom 9. Januar dieses Jahres wurde der Objektkredit von 4,837 Millionen Franken in Höngg gutgeheissen. Darin enthalten sind 1,266 Millionen, welche für die ohnehin anstehenden nötigen Sanierungen des «Sonneggs» entstehen würden. All dies geschah in enger Zusammenarbeit mit dem Verbandsvorstand und der Bauabteilung des Stadtverbandes als Organe der Zentralkirchenpflege (ZKP), welche als Verwalterin aller Zürcher Kirchensteuern die Umbaukosten letztlich gutzuheissen und auch zu tragen hat.
    Seit der ZKP-Sitzung vom 6. März weiss Höngg nun: Sie wird sie nicht tragen. Auf Antrag des Vorstandes und der Bauabteilung hat die ZKP den Antrag aus Höngg mit einer Zweidrittelsmehrheit zurückgewiesen. Begründung: Zu teuer – um wie viel wurde allerdings nicht gesagt.

    Konsternation und Irritation

    Die Nachricht traf die Kirche Höngg ins Mark und liess ihre Mitglieder, die letzten Sonntag zur Kirchgemeindeversammlung gekommen waren, konsterniert zurück. Der negative Entscheid stösst besonders deshalb auf Unverständnis, weil der Vorstand der ZKP in den ganzen Prozess von Beginn weg eingebunden war, ja sogar zum Teil kostentreibend Einfluss genommen hatte: Die ZKP war es, die einen Architekturwettbewerb gefordert hatte und danach zur Wahl des zwar besten, aber auch teuersten Projektes geraten hatte. Und nun, im letzten Moment, verlangt selbige ZKP eine Kostensenkung.
    Ebenfalls irritierend: In einem Vorentscheid hatte die ZKP bereits je eine 50%-Sozialdiakonie- und Sigristenstelle für den Betrieb des neuen «Sonneggs» in Aussicht gestellt und der Kirchenrat der Landeskirche, ihrerseits begeistert vom «Familien- und Generationenhaus Sonnegg», befürwortete ebenfalls in einem Vorentscheid eine zusätzliche 30%-Pfarrstelle. Noch Anfang Jahr hatte Höngg also allen Grund zur Hoffnung, dass es sein «Zentrum mit Herz» bekommt, wie der «Höngger» das Projekt einst genannt hatte. Der Baubeginn war für diesen Sommer geplant, im September 2014 wollte man den Betrieb aufnehmen.

    Alles im Ungewissen

    Wie es nun weitergeht, wird sich in den nächsten Wochen zeigen. Eine Redimensionierung des Projekts steht dem Vernehmen nach nicht zur Diskussion, wie auch Kirchenpflegepräsident Jean E. Bollier am Sonntag sagte. Geprüft wird nun, wie Höngg selbst etwas an die umstrittenen Kos ten beitragen könnte. Eine Option wäre, zwei Grundstücke im Besitz der Reformierten Kirche Höngg einer einträglicheren Nutzung zuzuführen und so zur Finanzierung des «Sonneggs» beizutragen. Konkret ist man schon an der Arbeit, das Land gleich neben dem Alterswohnheim Riedhof, an der Ecke Riedhofstrasse/Reinhold-Frei-Strasse, im Baurecht abzugeben. Für jenes an der Regensdorferstrasse 46, auf dem das alte Sigristenhaus steht, wird gar ein Verkauf in Erwägung gezogen. Doch darüber werden letztlich die Stimmberechtigten der Reformierten Kirchgemeinde Höngg zu entscheiden haben. Am 9. Januar hatten diese der Kirchenpflege erst grünes Licht für entsprechende Abklärungen gegeben – damals in weiser Voraussicht, dass man der ZKP vielleicht ein finanzielles Entgegenkommen signalisieren müsse.
    Denkbar für die Höngger Kirchenpflege ist es aber auch, andere Geldquellen wie zum Beispiel Stiftungen anzugehen. Oder die Stadt Zürich, denn diese hatte 1984, beim Verkauf der Liegenschaft Sonnegg an der Bauherrenstrasse 53 an die Kirchgemeinde Höngg, ein Servitut eintragen lassen, wonach das Haus weiterhin öffentlich zugänglich zu sein habe – eine Bedingung, die sie künftig vielleicht auch finanziell unterstützen könnte?
    Was sicher ist: Frühestens in einem halben Jahr, wahrscheinlich aber eher später, wird die Kirche Höngg einen neuen Antrag an die Zentralkirchenpflege stellen können. Wie auch immer dieser dann aussehen mag. Dann wird sich zeigen, ob hinter der aktuellen Ablehnung tatsächlich «nur» finanzielle Überlegungen standen. Und Höngg wird, falls überhaupt, frühestens 2015 sein «Familien- und Generationenhaus Sonnegg» bekommen.

  • «Ringling» erhielt erneut Baubewilligung

    Die Bausektion des Stadtrats hat mit Entscheid vom 8. Januar zum zweiten Mal eine Baubewilligung für das gemeinnützige Wohnbauprojekt erteilt. Eine erste Baubewilligung war 2009 erteilt worden. Das Baurekursgericht, angerufen von der «IG pro Rütihof – contra Ringling», hatte diese jedoch aufgehoben und dies mit verkehrstechnischen Argumenten begründet. Das geänderte Projekt trägt der richterlichen Kritik an der Verkehrsführung Rechnung: Die Einfahrt der Tiefgarage wurde verlegt und die Verkehrsströme auf diese Weise entflochten. Deshalb gehen die drei Bauträgerinnen − die Stiftung für Alterswohnungen der Stadt Zürich, die Baugenossenschaft Sonnengarten und die Gemeinnützige Bau- und Mietergenossenschaft Zürich − davon aus, dass die nun erteilte Bewilligung bei einem allfälligen Rekurs vor den Gerichten Bestand haben wird. «Die Baubewilligung ist wie üblich mit Auflagen verbunden, welche die drei Bauträgerinnen nun im Detailprüfen werden», heisst es in der Medienmitteilung.
    Die IG pro Rütihof wird auch gegen die 2. Baubewilligung rekurrieren, wie deren Präsident Jean E. Bollier auf Anfrage mitteilte: «An der baulichen Gestaltung, dem 8-stöckigen gleichförmigen Mauerbaurings um das Areal herum hat sich leider nichts geändert. Deshalb werden wir erneut dagegen rekurrieren.»