Autor: tka_admin

  • Neubau der Strasse Am Wasser nicht vor 2021

    Neubau der Strasse Am Wasser nicht vor 2021

    Am 1. Dezember 2009 hatten die Behörden der Stadt Zürich zu einer grossen Informationsveranstaltung ins reformierte Kirchgemeindehaus Wipkingen geladen. Thema: Der Verkehr auf der Achse Am Wasser/Breitensteinstrasse. Am Rande dieser Veranstaltung wurde auch auf eine bevorstehende Sanierung der stark befahrenen Durchgangsachse hingewiesen. Vorgesehen waren diverse Änderungen in der Verkehrsführung, und speziell der gefährliche Engpass vor der Liegenschaft Am Wasser 108 hätte durch bauliche Massnahmen beseitigt werden sollen. Geplant war der Bau damals für das Jahr 2012.

    Ergebnissen nicht vorgreifen

    Diese Woche nun wurde die Interessengemeinschaft Am Wasser/Breitensteinstrasse (IGAWB) vom Tiefbauamt der Stadt Zürich informiert, dass der Neubau der Strasse verschoben wird. Im Brief, datiert vom 4. Oktober, schreibt Quartiermanager Hans-Rudolf Christen: «Wie Ihnen bekannt ist, sucht die Stadt gemeinsam mit Quartiervertretenden nach Lösungsansätzen für die bestehenden und sich abzeichnenden Verkehrsprobleme im Kreis 10. Im Rahmen eines Mitwirkungsprozesses ‹Verkehr Kreis 10› wird dazu eine Gesamtschau erarbeitet. Der Strassenzug Am Wasser/Breitensteinstrasse liegt innerhalb des Bearbeitungsperimeters. Den Ergebnissen aus diesem Mitwirkungsprozess wollen und können wir mit den aktuell geplanten Strassenbauprojekten Am Wasser nicht vorgreifen und verschieben deshalb die Ausführung auf einen Zeitpunkt voraussichtlich nach 2021.» Für eine Verschiebung der beiden Strassenbauprojekte Am Wasser sowie auch des geplanten Projektes für die Breitensteinstrasse, so heisst es weiter, spreche auch die Tatsache, dass derzeit zwei Postulate hängig sind, die ebenfalls Projektänderungen nach sich ziehen könnten: Es geht um die Einführung von Tempo 30 und die Einführung einer Buslinie Rütihof – Frankental – Am Wasser – Hauptbahnhof.

    IGAWB reagiert positiv

    Florian Utz, SP-Gemeinderat und im Vorstand der IGAWB engagiert, reagiert positiv auf das Schreiben, auch wenn durch die Verschiebung die teils gefährliche Situation Am Wasser bis auf weiteres bestehen bleibt. «Das Projekt hätte die bestehende Tempo- 30-Zone beim Schulhaus aufgehoben und dadurch noch mehr Durchgangsverkehr gebracht. Die Verschiebung ermöglicht nun eine Lösung, die nicht nur den Engpass beseitigt, sondern das Quartier dank Tempo 30 auch vor Durchgangsverkehr schützt – und es zudem endlich wieder an den ÖV anschliesst. Der Stopp des bisherigen Projektes ist deshalb eine grosse Chance fürs Quartier», zeigt er sich überzeugt

  • Tram 17 bleibt – und befriedigt dennoch nicht

    Tram 17 bleibt – und befriedigt dennoch nicht

    Es gibt für einen Stadtrat Angenehmeres, als sich in einem Saal vor 170 vorwiegend aufgebrachte Personen zu stellen, die sich mit der ebenfalls unangenehmen Tatsache konfrontiert sehen, dass ihnen die direkte öV-Verbindung mit dem 17er zum Hauptbahnhof genommen wird. Davon sind auch jene Hönggerinnen und Höngger betroffen, die näher am 17er als am 13er wohnen. Soweit die Ausgangslage an diesem Dienstagabend, 25. September, im Vortragssaal der Wasserversorgung Hardhof, als die VBZ das neue Linienkonzept vorstellten. Im Vorfeld hatten sich verschiedene Quartiervereine und Interessengemeinschaften in einem offenen Brief an Stadtrat Türler gewandt. Stein des Anstosses: Die Linie 17, ehemals 4, soll Ende 2016 zur Verlängerung der Linie 8 werden und von der Grünau zum Escher-Wyss-Platz führen, dort rechts bis zur Pfingstweidstras se unter und von dort aus auf der Hardbrücke fahren, um den gleichnamigen Bahnhof zu bedienen. Via Hardplatz geht es dann auf der gewohnten Streckenführung des 8ers weiter. Der Hauptbahnhof wird nicht angefahren. Der Zürcher Verkehrsverbund (ZVV) und die VBZ sehen in dieser Linienführung viel Positives: Der 8er habe ab Bahnhof Hardbrücke S-Bahn-Anschluss ins ganze Kantonsgebiet und werde dank der Verbindung zum See, zu Üetliberg-, Forch- sowie Dolderbahn zur «idealen Ausflugslinie». Dank Verbindung zu den Kreisen 4 und 5 sei er auch eine «ideale Verbindung für Nachtschwärmer» – was die Menschen im Saal, vorwiegend aus der Grünau und den Bernoulli-Häusern, wenig interessiere. Für sie zähle nur eines: Sie kommen künftig nicht mehr ohne Umsteigen zum Hauptbahnhof.

    Der ZVV, ein Spinnennetz

    Entsprechend zahlreich waren die Zwischenrufe und empörten Voten, und so musste Türler mehrfach an den allgemeinen Anstand gemahnen, damit er selbst und Jacques Baumann, Bereichsleiter Markt VBZ, die Hintergründe der neuen Streckenführung erläutern konnten. Neuer Bus? Am 27. Juni 2012 wurde ein Postulat der Gemeinderäte Guido Trevisan (GLP) und Florian Utz (SP) mit 97 zu 22 Stimmen an den Stadtrat überwiesen, das verlangt, die Einführung einer Buslinie auf der Route Hauptbahnhof – Am Wasser – Rütihof zu prüfen. Damit würde das Gebiet entlang der Achse Am Wasser/Breitensteinstrasse besser an den öV angeschlossen und die Buslinie 46 könnte entlastet werden. Der Stadtrat hat bis Ende Juni 2014 Zeit, das Anliegen zu prüfen und das Ergebnis dem Gemeinderat zu präsentieren. Sache ist: Der Kanton respektive der ZVV bestellt die Leistungen des öffentlichen Verkehrs und bezahlt sie auch. Die VBZ definieren ein gewünschtes Angebot und der ZVV kann es bewilligen oder nicht. «Wir setzen uns dauernd für Ihre und die städtischen Anliegen beim Kanton ein», betonte Türler, «beissen aber oft auf Granit. Und das Leintuch wird nicht grösser, die finanziellen Ressourcen sind beschränkt.» Ebenfalls ein Fakt ist, dass es mit dem öffentlichen Verkehr in Zürich ähnlich ist wie bei einem Spinnennetz: Rührt man an einen der Fäden, oder eben Linien, dann bewegt es sich im ganzen Netz. So betrachtet ist der Zürcher Hauptbahnhof der Ort, an dem die Spinne sitzt, an der niemand vorbeikommt, ob man will oder nicht. Genau dem wollen ZVV und VBZ entgegenwirken, denn der Bahnhof selbst, besonders aber auch die Tram- und Buslinien, die im Minutentakt den Bahnhofplatz queren, stossen an Kapazitätsgrenzen. Es braucht nicht immer eine steckengebliebene Tunnelbohrmaschine wie im April 2009, um dieses Zentrum und mit ihm das ganze ZVV-Netz lahmzulegen, eine einfache Weichenstörung reicht. Die Mittel zur Entlastung sind jedoch im Bau: Die neue Durchmesserlinie geht Ende 2015 in Betrieb, der Bahnhof Oerlikon wird dannzumal zwei Geleise mehr haben und der neue Bahnhof Löwenstrasse wird auch in Betrieb sein. Auch der Bahnhof Stadelhofen sollausgebaut werden und der Bahnhof Hardbrücke, der heute bereits täglich 40’000 Fahrgäste zählt, soll ebenfalls neu gestaltet werden. All dies – auch wenn so nicht direkt ausgesprochen – mit dem Ziel, nur noch jene Passagiere über den Hauptbahnhof zu führen, die auch wirklich dorthin müssen. Aufgabe der VBZ in diesem Plan ist es, den Raum Hauptbahnhof durch neue Tangentiallinien wie eben die geplante Linie 8 zu entlasten.

    Tram Zürich-West, seiner Zeit voraus

    Auch das Tram Zürich-West, die neue Linie 4 bis zum Bahnhof Altstetten-Nord, hilft, dieses Ziel zu erreichen, ist aber heute ab Escher-Wyss-Platz stadtauswärts noch schlecht ausgelastet. Doch dies wird sich bald ändern: Die Hochschule der Künste auf dem Toni-Areal wird nächstens bezogen und rund 2500 Studierende beherbergen. Weitere Büro- und Wohnbauten sind im Bau und werden für viele Fahrgäste sorgen, vom neuen Hardturmstadion, falls es denn je gebaut wird, ganz zu schweigen. An anderen Orten, man denke zum Beispielan die Neubaugebiete in Affoltern, wirft man VBZ und ZVV vor, nicht rechtzeitig genügend öV-Anschlüsse gebaut zu haben: Bis diese Gebiete vernünftig erschlossen sind, wird es noch dauern. Es ist befremdlich, nun den Verantwortlichen vorzuwerfen – wie einige Voten dies taten; man habe mit dem Tram Zürich-West eine Linie gebaut, die noch gar nicht benötigt werde.

    Tram 17 bleibt und entlastet

    Die Stimmung im Saal war so angespannt, dass selbst der «Primeur», den Andres Türler zu Beginn des Abends angekündigt hatte, keine Entlastung brachte. Als Jacques Baumann verkünden konnte, dass der 17er – auch um die Linien 4 und 13 auf der Limmatstrasse zu entlasten – trotz ursprünglich anderer Planung nun doch bleibt und zu den Stosszeiten von 6.30 bis 8.30 und 16.30 bis 18.30 Uhr zwischen Hauptbahnhof und Hardturm verkehrt, war dies den Anwesenden zu wenig. Für sie, denen der Limmatplatz zum Dorfzentrum wurde, wie es eine ältere Frau ausdrückte, muss dieser Ort den ganzen Tag ohne Umsteigen erreichbar sein. Der Betrieb während den Stosszeiten diene nur den Berufspendlern, nicht den Bewohnern. «Ich verstehe, dass dies für Sie nur ein kleiner Trost ist», betonte Türler, «und ich hoffe, dass der Kanton das Bedürfnis nach einer direkten Verbindung von der Grünau zum Hauptbahnhof eines Tages erkennt und reagiert, ich will und kann Ihnen aber hier keine Versprechungen machen.» Zusagen konnte er hingegen, dass die Buslinie 78 – Bändliweg, Bahnhof Altstetten, Lindenplatz, Farbhof – ab 2015 im 7,5-Minuten-Takt bedienen soll, also doppelt so häufi g wie heute. Nach zwei aufregenden Stunden war der Informationsteil zu Ende. Beim anschliessenden Apéro im Foyer ging das Argumentieren pro und Kontra hingegen weiter.

    Neuer Bus?
    Am 27. Juni 2012 wurde ein Postulat der Gemeinderäte Guido Trevisan (GLP) und Florian Utz (SP) mit 97 zu 22 Stimmen an den Stadtrat überwiesen, das verlangt, die Einführung einer Buslinie auf der Route Hauptbahnhof – Am Wasser – Rütihof zu prüfen. Damit würde das Gebiet entlang der Achse Am Wasser/Breitensteinstrasse besser an den öV angeschlossen und die Buslinie 46 könnte entlastet werden. Der Stadtrat hat bis Ende Juni 2014 Zeit, das Anliegen zu prüfen und das Ergebnis dem Gemeinderat zu präsentieren.

     

    Die Haltestelle Zwielplatz stadteinwärts ist noch nicht fertiggestellt: Es fehlt die Wartehalle und Sitzbank wie Billettautomat stehen erst provisorisch. Auf Nachfrage des «Hönggers» teilte VBZ-Mediensprecherin Daniela Tobler als Grund mit, dass die Eigentümer der angrenzenden Liegenschaft Limmattalstrasse 223 im Zuge des Gebäude umbaus beabsichtigen, ein Vordach an ihrem Haus anzubringen, das in Zukunft gleichzeitig auch die VBZ-Wartehalle ersetzen soll: «Dazu haben die VBZ und die Eigentümer der Liegenschaft eine entsprechende Vereinbarung getroffen, über deren Inhalt wir allerdings keine weiteren Auskünfte geben können.» Die Realisierung sollte zirka innerhalb eines Jahres abgeschlossen werden können.

  • Pläne der VBZ mobilisieren Am Wasser

    Wer unterhalb der Ackersteinstrasse wohnt und öffentliche Verkehrsmittel benutzen will oder muss, hat die Wahl: Entweder die Treppen hoch zur Limmattalstrasse oder runter zur Tramlinie 17, ehemals Nummer 4. Nun sieht man sich aber mit der auf 2018 geplanten Tramlinie Hardbrücke, welche die Linie 17 ersetzen soll, stark benachteiligt: Die neue Linie soll die Endstation der Linie 8 mit dem Werdhölzli verbinden – sie führe dannzumal von dort über die Hardbrücke via Stauffacher, Paradeplatz und Bellevue bis hoch zum Klusplatz. Die direkte Verbindung zum Hauptbahnhof würde für die Bewohner Am Wasser, der Grünau und viele mehr gekappt. In einem offenen Brief an den zuständigen Stadtrat Andres Türler wehren sich die verschiedenen Interessengemeinschaften und Quartiervereine gegen diese Pläne. Für den Quartierverein Höngg hat, im Namen des Vorstands, SVP-Kantonsrat Rolf Stucker und für die IG Am Wasser/Breitensteinstrasse Martin Zahnd unterzeichnet. Speziellam Wasser sieht man sich einmal mehr besonders benachteiligt, denn seit Ende 2008 die Quartierbuslinie 71 eingestellt wurde, verschlechterte sich die Anbindung an den öV stetig: «Nach Betriebsaufnahme der Tramlinie Zürich-West wurde die Linie 17 unzureichend bedient», heisst es im Schreiben sinngemäss. Auf die Beanstandung dieser Situation hin erfolgte dann diesen März doch noch eine Kapazitätsaufbesserung durch zusätzliche Tramzüge und längere Kombinationen. Die von den Plänen betroffenen öV-Benutzenden aus den Quartieren fordern weiterhin eine direkte Tramverbindung von der Grünau zum Hauptbahnhof, denn das Umsteigen an der Hardstrasse/Escher-WyssPlatz sei «umständlich und zeitaufwendig und für viele ältere Quartierbewohnende ein unüberwindliches Hindernis – dem Quartier droht so durch die geplante Tramverbindung 8 eine reale Zweiteilung», schreiben sie an Stadtrat Türler. Dieser wird zusammen mit Fachpersonen der VBZ die Pläne öffentlich vorstellen. Für Gesprächsstoff beim anschliessenden Apéro dürfte gesorgt sein. 

  • Das Frauenvereins-Glöcklein ist in neuen Händen

    Das Frauenvereins-Glöcklein ist in neuen Händen

    Ein Verein, der das 125-Jahre Jubiläum feiern darf, kann stolz auf sich sein: Nur wenn eine Nachfrage besteht, überleben Vereine so lange. Edith Erni, bisherige Präsidentin des Frauenvereins Höngg, leitete die Generalversammlung und erzählte von den vielen Aktivitäten, die der Verein den Bewohnern Hönggs anbietet. So betreibt er seit einigen Jahren einen Mittagstisch für Kinder. Im Jahr 2011 fanden 199 Mittagstische statt, an denen 2525 Kinder bewirtet wurden. Dies entspricht rund 13 Kindern pro Mittagstisch. Ein Wermutstropfen ist dennoch zu vermelden: Das Schul- und Sportdepartement streicht den fleissigen Frauen 8055 Franken an Subventionsgeldern, welche der Verein jetzt aus der eigenen Tasche bezahlt. «Wir hoffen natürlich, dass wir Spenden erhalten, damit wir dieses Defizit möglichst klein halten können», so Silvia Schaich vom Ressort Mittagstisch.

    Babysitter gesucht

    Ein anderes Angebot ist der Babysitter-Vermittlungsdienst: Eltern, die einen Babysitter für ihren Nachwuchs suchen, können sich beim Frauenverein Höngg melden. Angebot und Nachfrage halten sich nicht die Waage: 62 Anfragen registrierte Tosca Lattmann, welche dieses Ressort leitet, eingetragen sind aber bloss 40 Babysitter. Sie erklärte, dass sich laufend viele neue Familien in Höngg niederliessen – vor allem aus Deutschland, England, Nordeuropa und natürlich aus der Schweiz. «Wer gerne Kinder hütet, der darf sich bei uns melden», sagte sie. Melden können sich auch Frauen und gar Männer, die Mitglied beim Frauenverein Höngg werden möchten. Für den bescheidenen Betrag von 30 Franken im Jahr erlebt man Geselligkeit, kann etwas zum Wohle der Hönggerinnen und Höngger beitragen und an verschiedenen Veranstaltungen teilnehmen.

    Kochtreff eingestellt

    Im September letzten Jahres gründeten die Mitglieder des Frauenvereins einen monatlichen Kochtreff für Erwachsene im Café Sonnegg. Dort sollte man in gemütlicher Atmosphäre etwas Feines zusammen kochen. Der Andrang war jedoch spärlich: Ende März wurde das Projekt eingestellt. «Eine Wiederaufnahme nach dem ‹Sonnegg›-Umbau schliessen wir aber nicht aus», so Edith Erni. Ein Erfolg sind die Veranstaltungen, die Vreni Noli seit zwanzig Jahren organisiert. Sechsmal im Jahr lädt sie die Mitglieder zu Rundgängen und Besichtigungen verschiedenster Art ein, so zum Beispiel zum Besuch der Urania-Polizeihauptwache, da dort die bekannte «Blüemli-Decke» von Maler Alberto Giacometti zu bewundern ist.

    Neue Präsidentin Tosca Lattmann-Gosteli

    Dass ehrenamtliches Engagement zeitaufwendig ist, ist bekannt. Irgendwann kommt der Zeitpunkt, das Amt abzugeben, weil die Energie nicht mehr für alles zusammen reicht. Bei Edith Erni war es nach fünf Jahren so weit: «Es war eine interessante und lehrreiche, aber auch hektische Zeit. Ich möchte es in Zukunft etwas ruhiger angehen und gebe darum das Präsidium ab. Ich bleibe aber natürlich weiterhin Vereinsmitglied», erklärte sie. Der Vorstand schlug als Nachfolgerin Tosca Lattmann-Gosteli vor, welche seit 2009 Mitglied des Frauenverein Höngg ist. Sie wurde einstimmig gewählt. Feierlich überreichte ihr Edith Erni das «FrauenvereinsGlöcklein». Es wird von Präsidentin zu Präsidentin weitergegeben und sorgt dafür, dass bei Versammlungen und Veranstaltungen Stille einkehrt, sobald es geläutet wird. Anschliessend an die Generalversammlung wurde von Bravo Ravioli Catering ein feines Nachtessen, selbstverständlich mit Ravioli, serviert. Zwischen den Gängen trat das «Ensemble Züri Lieder» auf. Daniel Fueter am Klavier und Samuel Zünd als Sänger begeisterten die Mitglieder des Frauenvereins mit «Züri Liedern», unter anderem auch von Paul Burkhard, und zauberten den Frauen und dem einen anwesenden Mann des Vereins ein Lächeln ins Gesicht.

  • Volles Haus zum doppelten Geburtstag

    Volles Haus zum doppelten Geburtstag

    Im Rahmen des letztjährigen Wümmetfäschts machten die Trachtengruppe Höngg und Luise Beerli mit einem Flyer erstmals auf ihr gemeinsames Geburtstagsfest vom 4. Februar aufmerksam. Eine Anmeldung war erforderlich, da man genau planen wollte. «Bis am 9. Januar waren die 390 Plätze im reformierten Kirchgemeindehaus restlos ausverkauft. Leider mussten wir über 30 weiteren Personen absagen», so Gaby Heidelberger, welche seit 13 Jahren Präsidentin der Trachtengruppe Höngg ist. Der Saal sowie die Tische waren liebevoll dekoriert und luden zum Verweilen ein, während ein währschafter «Buurehamme» mit Beilagen in kulinarischer Hinsicht zu den Klängen des Innerschweizer Akkordeonduos Urs Meier/Remo Gwerder mit Schöff Rösli und Carlo Gwerder für einen gelungenen Auftakt sorgte. Mit dem Einmarsch der Trachtenpaare fiel der Startschuss zum Abendprogramm. «Wir freuen uns sehr, mit Ihnen und Luise Beerli unser 80-Jahr-Jubiläum feiern zu dürfen. Es ist in der heutigen Zeit schön, dass es einen Verein mit Tradition und schweizerischer Kultur so lange gibt. Unsere drei Gruppen bestehen aktuell aus 64 Mitgliedern», so Heidelberger bei ihrer Begrüssung. Die Tanzgruppe entführte die Gäste zum Auftakt mit ihren Darbietungen auf die Sattelegg und ins Örgelihaus, bevor Luise Beerli in der Höngger Sonntagstracht ihr Lied «In Höngg isch öppis los» vortrug. Drei Wochen vor ihrem 70. Geburtstag verstand es Beerli, die Gäste mit viel Humor durch das Programm zu führen. Dank ihren guten persönlichen Beziehungen in der Musikwelt ist es der Solojodlerin zu verdanken, dass ein solch unterhaltsames Programm möglich war. Marcel Knörr als ehemaliger und langjähriger Präsident des Quartiervereins Höngg und Paul Zweifel als Präsident des Verschönerungsvereins blickten in ihren Festreden auf die Geschichte von Höngg sowie auf die legendären Ausfahrten von Luise Beerli mit dem Hürlimann-Traktor zurück (siehe «Höngger» vom 15. Oktober 2009). Das Schülerjodelchörli Rägäbogä aus dem Baselbieter Frenkendorf reiste mit 16 Kindern in Tracht und Blumenkränzen im Haar an. Mit antiken Utensilien wie Gepsli, Holzrechen und Nidlehafe traten sie auf die Bühne und überzeugten mit Jodel und Volksmusik. «Zweimal wöchentlich proben wir für unsere Auftritte, wobei wir auf viele engagierte Eltern zählen dürfen», betonte Susanna Borer als Leiterin der Kinder.

    Jüngste Volksmusikstars

    Als die «kleinsten Volksmusikstars der Schweiz» reisten Florian und Seppli aus dem Luzerner Seetal nach Höngg. Die beiden Buben im Alter von 13 und 15 Jahren vermochten das Publikum zu begeistern. Dabei durfte mit dem «Familienjodel» auch der Stadlstern-Siegertitel des «Musikantenstadls» aus der aktuellen CD nicht fehlen und eine Zugabe der Jungmusiker war gewiss. Für einen krönenden Abschluss sorgten die «Dorfspatzen» aus Oberägeri. Die erfolgreiche und mehrfach ausgezeichnete Blaskapelle präsentierte unter der musikalischen Leitung von Markus Steimen mit ihren 15 Bläserinnen und Bläsern sowie einem Schlagzeuger ein breites Repertoire an Unterhaltungsmusik von Marsch, Polka, Walzer bis hin zu Pop und Rock, gepaart mit einem amüsanten Showprogramm. «Wir dürfen auf ein gelungenes Fest von insgesamt 150 Jahren zurückblicken», zeigte sich Heidelberger beim Ausgang zufrieden. Dies durfte sie auch sein, kamen die Anwesenden doch in den Genuss von einem über dreistündigen, abwechslungsreichen und unvergesslichen Festprogramm.

    Geschichte der Trachtengruppe Höngg
    1932 haben sich 18 junge Frauen, vor allem Bauersfrauen, entschieden, eine eigene Tracht zu nähen und die Trachtengruppe Höngg zu gründen. Auf den Latz wurde damals ein Traubenmotiv aufgestickt. Dies ist auch heute noch so, wenn auch laut Gaby Heidelberger «etwas exklusiver». Musste man früher noch Hönggerin sein, um mitjodeln zu können, so sind die Mitglieder heute auch aus der Umgebung. Ziel der Trachtengruppe Höngg ist die Pflege des schweizerischen Brauchtums mit Volksliedern und -tänzen. «Unsere Trachtengruppe verkörpert ein Stück Heimat und gehört einfach zu Höngg», stellt Präsidentin Gaby Heidelberger klar, deren Mutter Lina Hafner damals zu den Mitbegründerinnen der Trachtengruppe gehörte.

  • Warum will der Verkehr nicht weg?

    Warum will der Verkehr nicht weg?

    Der Ist-Zustand an der Strasse Am Wasser ist, da widerspricht niemand, in verschiedenster Hinsicht unbefriedigend. Zu viel Verkehr fliesst auf Höngger Seite zu schnell und zu gefährlich über die partiell zu enge Strasse parallel zur Limmat. Deshalb schlossen sich Anwohner bereits am 26. Januar 2010 zur IGAWB zusammen, um die rund 2500 Anwohner zu vertreten. Besonders während der Sanierung der Hardbrücke nahm der Verkehr merklich zu und die Anwohner wehrten sich mit Transparenten dagegen. Seit dem 31. Oktober sind die Bauarbeiten abgeschlossen, auf die erhoffte Entlastung wartet die IGAWB vergeblich: «Die Achse Am Wasser–Breitensteinstrasse wird nach wie vor als Schleichweg genutzt, der Verkehr hat lediglich um 15 Prozent abgenommen», schrieb sie Mitte November an die Medien. In Zahlen: 1995 waren es noch 4’000, seit der Eröffnung der Westumfahrung und dem Rückbau der Weststrasse nahezu 15’000 Fahrzeuge täglich.

    Zu früh für ein Fazit

    Die DAV, seit längerer Zeit mit der IGAWB in direktem Gespräch, zeigt sich überrascht, dass diese Aussagen verbreitet, die ihrer Ansicht nach nicht den Tatsachen und der Wahrheit entsprechen. «Diese Zahl von 15’000 Fahrzeugen bezieht sich auf einen Zeitpunkt vor dem Ende der Sanierung der Hardbrücke», hält Heiko Ciceri, Kommunikationsverantwortlicher der DAV, fest, als ihn der «Höngger» mit den Aussagen der DAV konfrontiert. Und es sei auch verfrüht, nach sechs Wochen ein aussagekräftiges Fazit zu ziehen, die DAV werde erst im Frühling 2012 Zahlen präsentieren, nachdem die Verkehrsentwicklung über eine längere Periode hatte beobachtet werden können. Man strebe seitens der Stadt mit den zur Verfügung stehenden Mitteln noch weitere Rückverlagerungen auf andere Verkehrswege an. Wie schwierig es ist, den Autofahrenden eine einmal angewöhnte Fahrroute wieder abzugewöhnen, dürfte jeder Verkehrsteilnehmer aus eigener Erfahrung wissen. Das bestätigt auch Ciceri: «Auf die Routenwahl eines jeden Einzelnen können wir keinen direkten Ein- fl uss ausüben.»

    Was brächte eine «Dosierungsanlage»?

    Eine solche Möglichkeit sieht die IGAWB indes in einer ihrer Ansicht nach geplanten Lichtsignalsteuerung an der Europabrücke: Von dort kommend sollte der Verkehr, welcher stadteinwärts rechts in die Strasse Am Wasser einbiegen will, dosiert werden. Die Grünphasen wären dabei so kurz, dass jeweils nur wenige Fahrzeuge passieren könnten. «Das Tiefbauamt der Stadt Zürich hat schon seit längerem die Baupläne ausgearbeitet. Doch nun hat das Präsidium der DAV den geplanten Umbau der Lichtsignalsteuerung an der Europabrücke blockiert», beklagt sich die IGAWB. «Das ist eine Unterstellung, die nicht den Tatsachen entspricht», ist Ciceri empört. Die «Dosierungsanlage» sei gegenüber der IGAWB nie versprochen worden, sondern die DAV habe lediglich zugesichert, eine solche Anlage zu prüfen. Was denn auch geschah – ein eigentliches Bauprojekt gibt es aber noch nicht und eine allfällige Ausführung wurde durch das Tiefbauamt frühestens auf den Sommer 2012 in Aussicht gestellt, vorausgesetzt, die Finanzierung wäre im Budget 2012 sichergestellt. Doch grundsätzlich zieht die DAV den Nutzen einer solchen Anlage aus praktischen Gründen in Zweifel, da die Rechtsabbiegerspur von der Europabrücke auch eine Busspur sein müsste: «Um die öV-Bevorzugung aufrechtzuerhalten, müssten wir jedes Mal, wenn sich ein Bus der Verzweigung nähert, die wartenden Fahrzeuge in Richtung Am Wasser abfliessen lassen.» Quintessenz: Die Dosierungswirkung wäre in den Spitzenzeiten äusserst gering.

    Allgemeine Forderungen und Pläne

    Der IGAWB liegen aber auch allgemeine Anliegen am Herzen. So fordert sie unter anderem ein durchgehendes Tempo 30, bauliche Anpassungen, keinen Durchgangsverkehr und ein 24-Stunden-Schwerverkehrsverbot Tag und Nacht − ausgenommen wären lediglich Lieferungen für das Quartier. Die DAV betrachtet diese Forderungen differenziert: «Wir halten mit Nachdruck fest, dass bereits heute Tempo 30 im Abschnitt Grossmannstrasse bis Am Wasser Hausnummer 125 gilt. Dies entspricht rund einem Viertel der Gesamtstrecke dieser Achse», schreibt Heiko Ciceri. Auch sei grundsätzlich festzuhalten, dass es sich bei dieser Achse um eine kantonal klassierte Strasse handelt, welche eine gewisse Kapazität aufnehmen muss: «Bevor die Stadt eine Massnahme ergreifen kann, muss auch der Kanton sein Einverständnis geben und auch Strassenverkehrsgesetz und Signalisationsverordnung – in der Kompetenz des Bundes – sind zu beachten.»

    Umbau für 2015 geplant

    Was die baulichen Massnahmen betrifft, so existiert dagegen beim Tiefbauamt ein Bauprojekt, das die Umgestaltung der ganzen Achse unter Einhaltung der kantonalen Vorgaben vorsieht. Entlang der ganzen Strasse Am Wasser ist beidseitig ein Gehsteig geplant. So auch an der engsten und gefährlichsten Stelle, beim Haus 108. Die Mauer vor dem hangseitigen Anwesen – übrigens im Besitz der Stadt Zürich –, vor welcher der Gehsteig derzeit noch abrupt endet, wird zurückversetzt. Zahlreiche neue Gehsteige, Radstreifen, Verkehrsinseln und Neugestaltungen der Fussgängerübergänge sollen zu einer Verkehrsberuhigung führen. Der Bau sei «für 2012 geplant», berichtete der «Höngger» vom 3. Dezember 2009. Im Dezember 2011 bestätigt Stefan Hackh, Leiter Kommunikation beim zuständigen Tiefbauamt, den Baubeginn auf 2015, vorausgesetzt, es gehen nach der Ausschreibung keine Einsprachen ein und das Budget wird bewilligt.

  • «Plötzlich . . . wird auch Ihr Vorgarten zur Transitachse»

    «Plötzlich . . . wird auch Ihr Vorgarten zur Transitachse»

    Noch 1995 fuhren täglich «nur» 4’000 Fahrzeuge durch die Achse Am Wasser/Breitensteinstrasse. Seit der Eröffnung der Westumfahrung und dem Rückbau der Weststrasse sind es jedoch fast vier Mal mehr: Die Achse ist zum Schleichweg für täglich 15’000 Fahrzeuge geworden – und das, obwohl 2’500 Menschen an diesen Strassen leben und mehrere Kindergärten sowie eine Schule angesiedelt sind. Über 100 Anwohnerinnen und Anwohner haben sich deshalb zur Interessengemeinschaft Am Wasser/Breitenstein (IGAWB) zusammengeschlossen, um sich aktiv für einen attraktiven Lebens- und Wohnraum am Limmatufer des Kreises 10 zu engagieren. Am letzten Wochenende hat die IGAWB nun eine breite Plakatkampagne gestartet. Entlang der Strasse hängen an Gartenzäunen und Balkonen Plakate mit Texten wie: «Tempo 30 beruhigt dieses Wohngebiet sowie Ihre Nerven» oder «Du musst hier durch. Klar. Aber bitte mit Tempo 30!» Diese pointierten Aussagen sollen die Pendler sensibilisieren und auf die Anliegen der Quartierbevölkerung aufmerksam machen. Die Plakate scheinen ihre Wirkung nicht zu verfehlen: Auf dem mit Tempo 30 signalisierten Abschnitt beobachteten Anwohner eine erhöhte Tempodisziplin.

    Das Engagement der IGAWB

    Die Plakat-Aktion verfolgt indes keinen Selbstzweck, sondern willauch auf die anderen Ziele der IGAWB aufmerksam zu machen. So wird unter anderem eine durchgehende Tempo-30-Limite gefordert, durchgehende Trottoirs, sichere Fussgängerstreifen mit Inseln und ein erhöhter, Radstreifen auf der ganzen Strecke. Neben öffentlichkeitswirksamen Aktivitäten wie der aktuellen Plakat-Aktion pflegt die IGAWB einen regen Austausch mit den zuständigen Vertretern der Stadt Zürich. Ein erster Zwischenerfolg konnte bereits verbucht werden: Das ursprünglich auf Schulzeiten beschränkte Tempo 30 wurde im November 2010 ausgedehnt – einerseits zeitlich, indem es nun rund um die Uhr gilt, und andererseits räumlich, indem es nun auch den gefährlichen Engpass Am Wasser 108 umfasst. Die Quartierbevölkerung ist zufrieden: Die reduzierte Geschwindigkeit führt zu weniger Verkehrslärm, Fussgänger sowie Velofahrer fühlen sich sicherer, und die Kindergarten- und Schulwege sind weniger gefährlich.

    Erste Erfolge – und noch viel zu tun

    Trotz diesem Erfolg bleibt noch viel zu tun, um das Quartier zu entlasten. Bereits kurz vor der Umsetzung steht eine Änderung der Lichtsignalsteuerung an der Europabrücke, die es erlauben wird, den Verkehr in die Strasse Am Wasser auf ein quartierverträgliches Mass zu dosieren. Auch auf politischer Ebene tut sich einiges. Im Gemeinderat hatte IGAWB-Vorstandsmitglied Florian Utz (SP) zusammen mit Guido Trevisan (GLP) einen Vorstoss eingereicht, der Tempo 30 auf der ganzen Strasse Am Wasser und an der Breitensteinstrasse fordert. Dieser Vorstoss wurde kürzlich mit 68:51 Stimmen angenommen, und auch der Stadtrat unterstützt das Anliegen. Der Kanton hat zwar ein Vetorecht gegen die Einführung von Tempo 30, doch der Regierungsrat hat in seinen Antworten auf zwei schriftliche Anfragen aus dem Kantonsrat versprochen, davon keinen Gebrauch zu machen. Solche Verbesserungen für das ganze Quartier Höngg sind der IGAWB ein grosses Anliegen, denn es geht ihr nicht darum, den Verkehr bloss auf andere Strassen zu verlagern: Das Hin- und Herschieben von Verkehr bringt letztlich niemandem etwas. Deshalb arbeitet die IGAWB auch eng mit anderen Interessengemeinschaften sowie den Quartiervereinen Höngg und Wipkingen zusammen.

    Eingesandt von Martin Zahnd, Präsident IGAWB

    Weitere Informationen auf www.igawb.ch

  • So wie es mal sein wird

    So wie es mal sein wird

    Ein bunt gemischtes Team lud zum «1. Familientag» ein. Gastgeber war ein Team aus Mitarbeitern der reformierten Kirche, ein engagiertes Kulinariumteam sorgte fürs feine Menü, Mütter und Grossmütter engagierten sich im Service und beim Basteln. Offen war das Haus für alle Generationen, was auch so genutzt wurde. Zu einem günstigen Mittagessen kamen Familien, einige sogar mit drei Generationen, Ehepaare, Gotte mit Gottikind, aber auch Einzelpersonen. Liebevoll waren die Tische für die, welche vorreserviert hatten, angeschrieben, aber auch wer spontan kam, fand einen Platz und war genau so willkommen. Von Anfang an lud die «Hüpfchile» vor dem Pfarrhaus bei schönstem Wetter zum Austoben ein, bald wurde sie zu einem Magneten für kleinere und grössere Kinder. Für ruhigere Momente gab es im Pfarrhaus kleine Bausteine, mit denen Kunstwerke gebaut wurden. Das Mittagessen wurde ab 11.30 Uhr angeboten, was Familien mit kleineren Kindern nutzten. Nach 12 Uhr kam der grosse Ansturm. Wohl viele waren positiv überrascht, wie gross die Schar war, welche eintraf. Ungefähr 120 Essen wurden ausgeteilt. Ab 14 Uhr war das Atelier im oberen Stock offen. Engagierte Frauen zweier Generationen boten verschiedene herbstliche Bastelmöglichkeiten an, ein Programm, welches viele Kinder nutzten, die einen alleine, andere begleitet von ihren Müttern. Geduldig wurden die Kinder beim Basteln unterstützt. In der Zwischenzeit nutzten viele Eltern die Möglichkeit zum Gespräch. Sie hatten mal Zeit, sich in Ruhe austauschen zu können, sei es draussen oder im Café. Wie jeden Mittwoch war der Kafi betrieb der «Sonnegg»-Frauen offen, welcher wieder von mehreren Generationen genutzt wurde. Es war ein Tag der Begegnung verschiedener Generationen, bei dem das Haus Sonnegg an seine Kapazitätsgrenzen stiess. Dank flexiblen engagierten Gastgebern fanden an diesem Tag alle Platz zum Essen und Basteln – aber dass das «Sonnegg» mal grösser wird, ist sicher eine erfreuliche Aussicht für dieses Angebot. Schön, dass nicht nur Frauen den Weg zum Familientag fanden, sondern auch Männer – Väter und Grossväter. Um 17.30 Uhr ging dieser erste Familientag zu Ende. Die Familien gingen nach Hause, das Team hatte noch viel zu tun mit Aufräumen, war aber dankbar und glücklich, dass dieser Anlass so positiv über die Bühne gegangen war. Viele Besucher fanden es toll, dass die Kirche so etwas macht. Ja, Kirche lebt nicht nur im Kirchgebäude, sondern auch in Begegnungen und Angeboten ausserhalb. Reich beschenkt und mit Freude erinnern sich viele an diesen Tag und freuen sich wohl schon darauf, wenn die Türen für dieses Angebot am 26. Januar 2011 wieder geöffnet werden. Clown Mugg wird dann ebenfalls dabei sein.

    Eingesandt von Karin Koch-Haug

  • «Sonnegg» auf gutem Weg

    «Sonnegg» auf gutem Weg

    Die Versammlung der Reformierten Kirchgemeinde letzten Sonntag war für ganz Höngg von Bedeutung, denn dort wurde eine weitere Etappe des Projekts «Begegnungszentrum Sonnegg» beschlossen. Bereits vor zwei Jahren, im Herbst 2008, wurde eine breit abgestützte Arbeitsgruppe eingesetzt. Sie sollte prüfen, ob bei der ohnehin anstehenden baulichen Renovation des «Sonneggs» auch eine neue Art kirchlicher Arbeit mit einer Ausrichtung auf mehr Familienbezug und generationenverbindende Angebote möglich sei. Das ein Jahr später  präsentierte «Profil Sonnegg» (siehe Kasten) erbrachte dann gesicherte Hinweise, dass eine solche Angebotserweiterung gewünscht, ja sogar als notwendig erachtet werde. Allerdings sollten dabei neue Kriterien für familien- und generationengerechtes Arbeiten berücksichtigt werden und das «Sonnegg» als ein offenes, für das ganze Quartier zugängliches Haus erhalten bleiben.

    Machbarkeitsstudien liegen vor

    Die Kirchenpflege setzte daraufhin im November 2009 zwei Kommissionen ein, die eine Machbarkeitsstudie zu den notwendigen baulichen Massnahmen und den künftigen Betrieb zu erarbeiten hatten.
    An der Kirchgemeindeversammlung wurden diese beiden Studien vorgestellt. Im betrieblichen Bereich rechnet man bei einem Vollbetrieb ab 2013 mit einer grossen Erweiterung der kirchlichen Angebote in allen Altersbereichen, angefangen von Spielangeboten für Kleinkinder mit ihren Eltern bis zum PC-Kurs für Seniorinnen und Senioren. Neu sollen werktags im «Sonnegg» nachmittags ein «Bistro» und das «Kinderhaus» geöffnet sein und quer durch alle Generationen zu einem spontanen Besuch laden, wobei ein kirchlicher Mitarbeiter als Ansprechperson anwesend sein wird.
    Diese Ausweitung des Angebotes geht nicht ohne zusätzliche, bezahlte Stellenprozente, darüber hinaus werden für den Betrieb zusätzlich rund 60 bis 70 neue Freiwillige aus Höngg gesucht. Ohne diese werde man das «Sonnegg» nicht wie geplant betreiben können, meinte Pfarrer und Co- Projektleiter Markus Fässler. Trotz mehr hauseigenen Angeboten sollen auch im neuen «Sonnegg» verschiedene Räume für private Anlässe gemietet werden können. Das ganze Projekt wird von der Reformierten Landeskirche Zürich als exemplarisches Pilotprojekt für kirchliche Auf bauarbeit unterstützt.

    Beschluss fällt im Herbst 2011

    Da das «Sonnegg» in der Kernzone liegt und unter Denkmalschutz steht, gibt es für bauliche Massnahmen sehr enge Grenzen. Die Machbarkeitsstudie zeigt nun, dass der gewünschte Betrieb eine Erweiterung des «Sonneggs» bedingt, die nur durch eine relativ teure Hofunterkellerung und durch den Umbau des Schopfes – zwischen Pfarrhaus und Kirche – in ein «Kinderhaus» möglich wird. Selbstverständlich werde ein Lift den Zugang für alle erleichtern, kündigte Liegenschaftenverwalter Peter Kraft an.
    Die an der Versammlung anwesenden 63 Stimmberechtigten beschlossen dann einstimmig den beantragten Projektierungskredit von 150 000 Franken. Damit wurde grundsätzlich auch die künftige Marschrichtung beschlossen, da sich der gewünschte inhaltliche Gemeindeauf- und ausbau im neuen «Begegnungszentrum Sonnegg» nicht mit einer «kleinen Renovation» umsetzen lässt. Kirchenpflegepräsident Jean E. Bollier sprach von Gesamtkosten von etwa 3,5 Millionen Franken. Darüber werden die Reformierten dann im Herbst 2011 zu beschliessen haben.

    Eingesandt von Matthias Reuter

  • Bekommt Höngg ein Zentrum mit Herz?

    Bekommt Höngg ein Zentrum mit Herz?

    Das Haus Sonnegg hat eine wechselvolle Geschichte: Nach häufigem Besitzerwechsel drohte es Anfang des letzten Jahrhunderts zu verlottern, 1916 kaufte es die Gemeinde Höngg und überliess es dem Frauenverein zur Nutzung. Mit der Eingemeindung 1934 ging das Haus in den Besitz der Stadt über. 1984 erwarb die reformierte Kirchgemeinde das Gebäude, es wurde zu einer Begegnungsstätte für Jung und Alt, das Jugendcafé Albatros ist vielen eine Erinnerung, an der sich Jugendarbeit in Höngg bis heute nicht zu messen wagte. Nun nimmt die Kirchgemeinde die anstehende Renovation zum Anlass, das Betriebskonzept der Zukunft zu verwirklichen.
    Bereits 2007 erarbeiteten Pfarrer Markus Fässler und Sozialdiakonin Claire-Lise Kraft ein Grobkonzept, das dieses Jahr einer 25-köpfigen Gruppe aus Kirchenpflegemitgliedern, Mitarbeitenden und Freiwilligen als Arbeitsgrundlage für ein Vorprojekt diente. Sie erarbeiteten das «Profil Sonnegg – Familien- und Generationenhaus», das am Dienstag, 8. September, öffentlich vorgestellt wurde. Ein Profil, das den Legislaturzielen der Landeskirche gerecht werden soll, die in verschiedenen Gemeinden einen nachhaltigen Entwicklungsprozess anstossen möchte.

    Ein offenes Haus für alle

    Das «Profil Sonnegg» zeigt auf, was aus dem Haus entstehen könnte, welche Raumnutzungen denkbar sind. Und an wen sich das Angebot richtet. Setzt sich nur schon die Hälfte an Ideen durch, dann erhält Höngg tatsächlich einen Treffpunkt mit Herz, denn das «Sonnegg» soll ein Begegnungsort für alle Generationen werden. Ein Neben-, Mit- und Durcheinander wird angestrebt, ein niederschwelliges Angebot, offen für alle.
    Das Haus wird um- und – je nach Budget – auch ausgebaut. Der heute nur als Lagerraum genutzte Schopf zwischen «Sonnegg» und Pfarrhaus soll zum Kinderhaus werden, mit dem Haupthaus verbunden durch eine neue Unterkellerung, in dem auch ein Malatelier Platz fände.
    Weiter sollen ein Bistro mit Gartenrestaurant und ein Erlebnisspielplatz entstehen. Eine Spielgruppe dürfte Haus und Garten beleben, Kurse würden organisiert und Gruppen aller Altersstufen bei ihren Aktivitäten unterstützt werden.
    Jugendliche sollen sich treffen können und selbst bestimmen, was sie in «ihren» Räumen alles ausprobieren wollen. Junge Erwachsene dürfen sich auf Konzerte im Kellergeschoss freuen, Erwachsene mittleren Alters finden in einer Dach-Lounge eine gemütliche Sitzgruppe mit Bar für Gespräche und auch die Altersgruppe 60plus muss gemäss dem «Profil Sonnegg» nicht auf bewährte Angebote wie Mittagessen und Spielnachmittag verzichten.
    Im Obergeschoss böte ein multifunktionaler Raum Platz für Vorträge, Gesprächsrunden und Filmabende. Selbst der Kirchplatz soll intensiver genutzt werden als Handlungs- und Kulturplattform, als offener Raum für Animationsprogramme, als Verbindung zum Quartier – und zur nahen Kirche.
    Natürlich wird auch Raum sein für Beratung und Seelsorge, denn schliesslich soll das niederschwellige Konzept des «Sonneggs» auch ermöglichen, Zugang zu den mittel- und hochschwelligen Angeboten der Kirche zu finden. So sind denn auch Büros für sozialdiakonische Mitarbeitende geplant. Diese sind Ansprechpersonen und Gastgebende, die aber auch den Betrieb des «Sonneggs» organisieren, für den bereits ein Organigramm besteht.

    Von den Aussichten zur Realität

    Im «Profil Sonnegg» sind viele Wünsche konkret thematisiert worden, doch noch weiss niemand, was alles realisiert werden kann. Der Zeitplan sieht vor, noch dieses Jahr Kontakt mit den Behörden und dem Stadtverband der Kirche aufzunehmen. An der Kirchgemeindeversammlung vom 25. Oktober soll bereits über einen Vorprojektskredit abgestimmt werden. Wird dieser bewilligt, so dürfte bis im Herbst 2010 ein Vorprojekt ausgearbeitet sein, das bis Sommer 2011 die Bauprojektierungs- und Bewilligungsphase durchlaufen wird. Baubeginn wäre im Herbst 2011, der Betrieb des «Familien- und Generationenhauses Sonnegg» könnte im Frühjahr 2013 starten – immer vorausgesetzt, Kreditzusagen und Bewilligungen erfolgen plangemäss und Einsprachen bleiben aus.

    Begeisterung und Skepsis

    An der Präsentation neulich im Kirchgemeindehaus wurden, nebst allgemeiner Euphorie, auch kritische Argumente eingebracht und Ängste geäussert. Der Weg bis zum neuen Zentrum mit Herz wird nicht einfach sein, doch die Kirchgemeinde ist überzeugt, dass Höngg mit dem Projekt anderen Gemeinden einmal mehr vorausgehen wird. Pfarrer Rudi Neuberth von der Landeskirche zeigte sich denn auch begeistert: «Sie investieren in die Zukunft – Höngg hat Zukunft.» Und er schloss seine Gratulation zum «Profil Sonnegg» mit den pathetischen Worten: «Vor 2000 Jahren hatten zwölf Menschen eine Mission und investierten in die Zukunft – und diese Kirche gibt es heute noch.» Wie die Kirche im Dorf des Jahres 4009 aussehen wird, weiss niemand – doch Höngg hätte das «Familien- und Generationenhaus Sonnegg» heute schon verdient.