Autor: tka_admin

  • Ob Surfbrett oder Brotkörbchen, es gab alles

    Ob Surfbrett oder Brotkörbchen, es gab alles

    Sigrist und Hauswart Heiri Stiefel hilft gerade zwei Frauen beim Einpacken eines zweiteiligen Möbelstückes, welches die eine Käuferin zuerst noch mit einem ebenfalls am Flohmarkt gekauften Handbesen abstaubt: «Den Staub habe ich schliesslich nicht mitgekauft», sagt sie augenzwinkernd. Glücklicherweise hat das Möbel im Auto Platz. Dies gilt wohl kaum für die zwei uralten Surfbretter, die vor dem Haus Sonnegg liegen und die man ebenfalls kaufen kann. Zusammen mit Sigrist und Hauswart Dani Morf organisierte Heiri Stiefel den Flohmarkt. «Wir waren rund eine Woche damit beschäftigt, das ganze Haus leerzuräumen und die Sachen verkaufsreif zu präsentieren», so die Beiden.

    Ansturm bereits bei der Türöffnung

    Pünktlich um 16 Uhr standen am Freitag Geschirr, Stühle, Lampen, Besen, Spielsachen, Küchenartikel, Glühlampen, Brotkörbchen, Aschenbecher und unzähliges mehr zum Kauf bereit. Ebenso pünktlich trafen die ersten Interessierten ein. Zwischen 40 und 60 Leute jeden Alters ergatterten sich viele Dinge für wenig Geld. «Spannend ist, dass oft gerade Stücke am schnellsten weggehen, bei denen man dachte, die bleiben bis zum Schluss liegen», so Heiri Stiefel. Renner seien Gläser, Kissen, Kinderspielsachen und Gesellschaftsspiele für die ganze Familie gewesen. «Möbel sind eher wenige verkauft worden. Sämtliche Restaurant-Stühle wurden per Zufall an die Fabrikkirche in Winterthur verkauft. Das ist natürlich super!» Dani Morf entpuppte sich als richtige Händlernatur: «Ein Kissen, ein Körbchen und das Dominospiel – acht Franken, o.k.?», fragte er eine Kundin. Auf ihr Nicken hin meinte er: «Wir machen hier nicht lange ‹fangis›, schliesslich sind wir froh, wenn die Sachen ein neues Zuhause finden.»

    Die Einnahmen werden zum Flohmarkt diesen Sommer im reformierten Kirchgemeindehaus dazugerechnet, der am Samstag, 23. August, stattfindet. Ziel war ein «möglichst leeres Haus», denn direkt nach dem Flohmarktende am letzten Samstag wurde das Haus Sonnegg geschlossen. Die Vorphase des Umbaus ist schon am Laufen. Voraussichtlich im Herbst 2015 wird das Gebäude wiedereröffnet.

  • Idee für den «Limmatsprützer»

    Idee für den «Limmatsprützer»

    Der «Höngger» hatte bereits in der Ausgabe vom 24. April berichtet. Damals auch über die Probleme mit dem «Limmatsprützer». Eine Renovation, so schätzt man, würde mindestens 250 000 Franken kosten – ohne Garantie für eine sichere Funktionsfähigkeit als Windrad. Es ist zwar nicht 1. April, doch wir erlauben uns trotzdem, einen ökonomisch wie ökologisch interessanten Vorschlag zu machen: flachlegen, festschweissen und sehen, was passiert, wenn sich die Natur mit Kunst «auseinandersetzt». So wäre wenigstens schon mal das Problem mit dem Spritzer am oberen Ende der Werdinsel behoben.

  • Hundehalter sind nicht einverstanden

    Im Schreiben heisst es, dass die Stadt Zürich keine Vorschriften ohne Grund erlasse, sondern nur dort anordne, wo sie zum Schutz von Mensch und Tier notwendig seien, da es sonst zu Konflikten oder sogar Unfällen kommen könne. Erinnert wird an den bereits neun Jahre zurückliegenden Fall Oberglatt, bei welchem ein Knabe durch drei entwichene, nicht sozialisierte Junghunde zu Tode gekommen ist. In der Zwischenzeit hat sich weder im Kanton Zürich noch gesamtschweizerisch ein weiterer Unfall dieses Ausmasses zugetragen. Ein wichtiges Indiz seien Klagen aus der Bevölkerung. Die ergriffenen Massnahmen wie beispielsweise die Rassenliste sei notwendig und würde von der Bevölkerung akzeptiert. Eine Lockerung dieser Vorschriften wäre falsch und würde nicht verstanden, so Corine Mauch.

    Nicht einverstanden mit Ansichten der Stadtpräsidentin

    Petitionsinitiantin Franziska Fischer, Hunde-Partei-Präsident Walter Ogi und Belinda Brunner von Pro Hund antworteten geschlossen auf das Schreiben. Sie sind der Ansicht, dass die Begründung für eine Leinenpflicht sehr weit hergeholt ist und einmal mehr versucht werde, den Oberglatter Vorfall für den Eigennutz zu missbrauchen. «Wie würde die Stadt denn eine Leinenpflicht begründen, wenn der besagte Vorfall nicht stattgefunden hätte?», fragen sie, und «Was hat die Diskussion um Leinenpflicht mit Rasselisten zu tun? Was wäre, wenn irgendein Hund das Kind in Oberglatt gebissen hätte?» Es könne nicht sein, dass der hundehaltende Teil der Bevölkerung immer weiter diskriminiert und kriminalisiert werde. Gegenüber dem «Höngger» sagten die drei Briefschreibenden, sie würden auf jeden Fall an der Sache dranbleiben, denn sie zählten nicht zur Bevölkerung, welche einfach alles hinnehmen und akzeptieren würde. Gespräche mit Grün Stadt Zürich werden von den Hundefreunden als erstrebenswert angesehen. Die Hunde-Partei wird sich nicht scheuen, den Rechtsweg gegen die Ausweitung der bisherigen Leinenpflichts- und Hundeverbotszonen zu begehen, falls eine amtliche Publikation erscheine.

  • Die Zunft Höngg ist stark auf das Quartier bezogen

    Die Zunft Höngg ist stark auf das Quartier bezogen

    Hat die Zunft Höngg verschiedene Abteilungen, wenn ja, welche?

    Ja, das «Bott», unsere Bezeichnung für die Mitgliederversammlung, die Vorsteherschaft, unsere Bezeichnung für den Vorstand, sowie den Rechnungsprüfer, die Revision. Die Vorsteherschaft besteht aus sieben bis neun Mitgliedern und ihren Ämtern: Zunftmeister, Statthalter, Zunftschreiber, Säckelmeister, Stubenmeister, Zeugwart, Protokollführer und ein bis zwei Beisitzer. Nebst den drei genannten Organen unterhält die Zunft Höngg folgende Gruppen, Chargen und Kommissionen: Archivar, Berichterstatter, Chronist, Gesellenobmann, Kostümbetreuung, Kulturkommission, Rebbaugruppe, Reitergruppe, Seniorengruppe, Stammvater, Wappenkommission, Webmaster und Zugführer.

    Wie lange gibt es die Zunft Höngg schon, wie ist ihre Geschichte?

    Die Geschichte der Zunft Höngg ist mit der Geschichte des Zürcher Zunftwesens verbunden. Diese Zunftgeschichte begann im 14. Jahrhundert. Angeführt von Rudolf Brun stürmte die Bevölkerung am 7. Juni 1336 das Zürcher Rathaus. Mit dem Erlass der ersten Zunftverfassung entstand eine völlig neue Gesellschaftsordnung. Die Gründung der Zunft Höngg erfolgte am 22. Januar 1934; im gleichen Jahr wie die Eingemeindung der Gemeinde Höngg in die Stadt Zürich. Die Aufnahme in den Kreis der Zürcher Zünfte, kurz ZZZ, erfolgte am 1. März 1934. Am 16. April 1934 war die Zunft Höngg erstmals am Sechseläuten dabei.

    Wie viele Mitglieder hat die Zunft Höngg?

    Aktuell zählt die Zunft Höngg folgende Mitglieder: 121 Zünfter, 15 Zunftgesellen und zwei Küfergesellen.

    Was ist der Sinn und Zweck des Vereins?

    Gemäss Zweckumschreibung in den Satzungen, also den Statuten, hält sich die Zunft Höngg einem liberal-demokratischen Bürgersinn verpflichtet, wozu auch die Pflege zürcherischer Tradition und Kultur gehört. Nach aussen steht dabei die Beteiligung am Zürcher Sechseläuten und anderen «interzöiftigen» Anlässen im Vordergrund.
    Einen ganz besonderen Sinn und Zweck sieht die Zunft Höngg aber in ihrem Verhältnis zum Quartier Höngg. Diese Quartierbezogenheit zeigt sich sehr vielfältig: Die Mehrzahl der Zünfter wohnt oder arbeitet in Höngg. Viele Zünfter sind aktive Mitglieder in anderen Höngger Vereinen und Institutionen. Jeder Zünfter ist zahlendes Passiv-Mitglied im Musikverein Höngg. Die Zunft Höngg ist Teil des Wümmetfäschts und des Umzugs. Sie pflegt in Höngg eigene Reben mit eigenem Zunftwein. Die Zunft Höngg lädt traditionsgemäss Vertreter von Höngger Vereinen und Institutionen als Ehrengäste an ihr Rechenmahl ein; es gibt regelmässige Berichterstattungen über Zunftanlässe im «Höngger».

    Was ist der Beweggrund, mitzumachen, was bietet Ihr Verein den Mitgliedern und der Gesellschaft in Höngg?

    Nebst familiären oder verwandtschaftlichen Beweggründen schätzen wohl alle Zünfter den freundschaftlich-geselligen Austausch und die Pflege bürgerlich-kultureller Werte und Traditionen. Dank des ausgeprägten Quartiercharakters der Zunft Höngg nimmt jeder Zünfter auch ganz selbstverständlich und unmittelbar am Quartierleben teil.

    Wie werden neue Mitglieder geworben, wen will man ansprechen?

    Gemäss den Satzungen können Söhne und Schwiegersöhne von Zünftern aufgenommen werden. Es geht aber auch ohne familiären Hintergrund: Die Zunft Höngg ist offen für männliche Höngger, die in Höngg wohnen und sich mit ihrem Engagement für das Quartier besonders verdient gemacht haben. Kriterien für die Zunftaufnahme sind Lebensjahre in Höngg und Engagement für das Quartier. Die Mitgliedschaft eignet sich für Bürger mit Interesse an zünftigen Werten und einer aktiven Verbundenheit zum Quartier Höngg.

    Gibt es Nachwuchsprobleme?

    Nein. Einerseits kommen laufend neue Zunft- und Küfergesellen dazu, andererseits werden regelmässig mit Höngg verbundene Interessenten in unseren Aufnahmeprozess aufgenommen. Die Mitgliederzahl ist allerdings beschränkt, was insbesondere mit der Grösse unseres Zunftsaales «Mülihalde» zusammenhängt.

    Wie hoch sind die Kosten für Mitglieder?

    Beim Eintritt in die Zunft Höngg zahlt der Zünfter ein Eintrittsgeld, dann regelmässige Jahresbeiträge sowie Kosten für die Teilnahme an den Zunftanlässen. Für Zunft- und Küfergesellen gelten deutlich reduzierte Ansätze.

    Weitere Angaben, die Ihnen in Bezug auf Ihren Verein wichtig sind?

    Unter allen Quartierzünften der Stadt Zürich weist die Zunft Höngg den mit Abstand grössten Quartiercharakter auf. Das ist kein Zufall, sondern Programm. Die Zunft Höngg lebt mit, im und für das Quartier Höngg. Das war seit ihrer Gründung im Jahre 1934 so und so bleibt es auch in Zukunft.

    Kontaktangaben für Interessierte:
    Zunftmeister Daniel Fontolliet,
    Imbisbühlstrasse 16, 8049 Zürich,
    E-Mail: zunftmeister@zunfthoengg.ch.
    Zunftschreiber Bruno Dohner, Im Maas 16a, 8049 Zürich, E-Mail: zunftschreiber@zunfthoengg.ch.
    Website: www.zunfthoengg.ch.

  • «Tramlinie 17 Werdhölzli bis HB»: Petition lanciert

    Mit der Erweiterung der Tramlinie 8 über die Hardbrücke zum Werdhölzli, Inbetriebnahme voraussichtlich 2018, wird die Linienführung der Tramlinie 17, ehemals 4, geändert: Sie soll zur Verlängerung der Linie 8 werden und vom Werdhölzli zum Escher-Wyss-Platz führen, dort rechts bis zur Pfingstweidstrasse unter und von dort aus auf der Hardbrücke fahren, um den gleichnamigen Bahnhof zu bedienen. Die neue Linie 17 wird nur noch zu den Stosszeiten von 6.30 bis 8.30 und 16.30 bis 18.30 Uhr von der Haltestelle Hardturm bis zum Hauptbahnhof geführt, was vor allem auswärtigen Pendlern diene, wie die Kritiker monieren. Diese, zusammengesetzt aus den Quartiervereinen Kreis 5, Wipkingen und Grünau, der IG Am Wasser/ Breitensteinstrasse, IG Hardturmquartier und dem Gewerbe Kreis 5 Züri-West, wehrten sich bereits 2012 in einem offenen Brief gegen diese Pläne. Es folgten Vorstösse und Gespräche mit den VBZ, die jedoch gemäss der Interessenvertreter ergebnislos blieben. Deshalb entschloss man sich zur «Petition Tram 17 bis HB». Diese wurde auch an der Generalversammlung der IGAWB vom 24. März vorgestellt. Für einiges Erstaunen sorgte dabei der Umstand, dass der Quartierverein Höngg nicht bereit ist, die Petition zu unterstützen, obwohl im Gebiet entlang der Limmat auch auf Höngger Seite viele von den Plänen der VBZ betroffen sind. «Die IG Hardturm versuchte im Vorfeld, die Petition möglichst breit abzustützen», berichtet Martin Zahnd, Präsident der IGAWB, «alle betroffenen Quartiervereine haben ihre Unterstützung zugesagt und nur der QVH steht abseits – und dies, nachdem ein initialer Brief noch vom QVH mitunterzeichnet worden war.» Dieser Rückzieher sorgte an der GV für Empörung: «Offenbar scheint der QVH den Bereich Am Wasser, die Hardegg-, Grossmann- und Untere Bäulistrasse nicht wirklich als zu Höngg zugehörig zu betrachten», so Zahnd.

    Der QVH ist in Verkehrsfragen derzeit generell zurückhaltend

    Mit der Reaktion der IGAWB konfrontiert, legte QVH-Vorstandsmitglied Andreas Egli im Namen des QVH dar, dass die Zurückhaltung des QVH übergeordnete Gründe hat: «Anlässlich der Sitzung des Quartiervereins vom 18. März ergab sich im Vorstand keine Mehrheit für die Unterstützung der Petition. Dazu ist anzumerken, dass der Quartierverein im Rahmen des runden Tisches zum ‹Verkehrskonzept Kreis 10› zuletzt in intensiven Diskussionen mit der Stadt und diversen Interessenvertretungen und Gruppierungen im Kreis 10 involviert war. Die Resultate und Erkenntnisse aus diesen Gesprächen liegen von Seiten der Stadt noch nicht auf dem Tisch. Der Quartierverein vertritt die Linie, bis zum Vorliegen dieser Ergebnisse in verkehrspolitischen Belangen Zurückhaltung zu üben. Vor diesem Hintergrund wurde auch die Expresspetition der FDP 10 für eine ÖV-Schnellverbindung zwischen Höngg und dem HB und gegen die Einführung von Tempo 30 auf Durchgangsachsen des öffentlichen Verkehrs durch den QV formell nicht unterstützt.» 

  • Kinder, ihr seid schlicht Hammer!

    Kinder, ihr seid schlicht Hammer!

    Es war ein Experiment und blieb es bis kurz vor Drucklegung. Zu Beginn ging ich davon aus, dass wir selbst oder Gastautoren einige Artikel verfassen würden. Dann sandte ich die Anfragen um Mitarbeit an die Schulen und in die Klassen, zu den Kindern – und alles kam ganz anders, wie so oft, wenn man sich getraut, Kindern freie Hand zu lassen. Meine einzige Vorgabe an die Kinder war, dass sie Themen wählen sollten, welche sie selbst – und damit auch andere Kinder – interessierten und die einen Bezug zu Höngg oder ihrer eigenen Welt haben. Was dann aus den Klassen zurückkam, war eine Fülle an Ideen, welche keine Redaktion einfach so aus dem Ärmel geschüttelt hätte. Mit Themen, die ich den Kindern offen gesagt zum Teil kaum zugetraut hätte. Zu Beginn versuchte ich noch, darauf hinzuweisen, dass wir nur so viele Seiten werden drucken können, wie sie durch die Inserate auch finanziert sein würden – doch das gab ich schnell mal auf, und so liegen nun eben 16 Seiten «HönggerLI» vor uns. Was soll’s, manch anderer «normaler Höngger» rentiert ja auch nicht. Und bei Kindern zu sparen, wäre hier definitiv falsch gewesen. So durfte ich dann in den letzten Wochen in verschiedenen Klassen zu Gast sein und den jungen Journalistinnen und Journalisten, wo nötig, mit bescheidenem Rat zur Seite stehen. Natürlich wurde aus manchem grossen, zeitungsfüllenden Thema am Schluss ein etwas kürzerer Artikel. Doch auch das gehört zu einem normalen Prozess: Auch die «grossen» Redaktoren träumen oft in Büchern und drucken einzelne Seiten. Aber trotz individuellen Abstrichen blieb die Begeisterung der Kinder ungebrochen, bis hin zu den beiden Vormittagen, an denen unser Layouter Bernhard Gravenkamp und ich in die Klassen gingen, und vor Ort zeigten, was zwischen dem Schreiben und Fotografieren noch alles geschehen muss, bis die Zeitung auf die Druckmaschine geht. Was mir immer wieder besonders auffiel: Die Viert- bis Sechstklässer benutzten ihre Computer von der Recherche im Internet bis hin zum Schreiben der Artikel mit einer Selbstverständlichkeit, die mir in ihrem Alter fremd war. Nun ja, es gab ja damals auch erst Schreibmaschinen. Kurzum: Was diese Klassen geleistet haben, macht gewiss, dass es der schreibenden Zunft auch künftig nicht an Nachwuchs mangeln wird. Man darf sich auf etwas gefasst machen. Und nun wünsche ich allen, ob Klein ob Gross, viel Vergnügen mit dem ersten «HönggerLI»!

    Herzlichst Fredy Haffner, Verlagsleitung Quartierzeitung Höngg GmbH

    Das «HönggerLI» lässt sich nicht als Einzelartikel aufschalten, aber hier geht es direkt zum PDF der ganzen Ausgabe.

  • Seit mehr als 120 Jahren «das Volkstheater» in Höngg

    Seit mehr als 120 Jahren «das Volkstheater» in Höngg

    Wie lange gibt es Ihren Verein schon?
    Gegründet wurde er 1893. Von 1893 bis 1937 hiess er «Dramatischer Verein Höngg», von 1937 bis 1938 «Dramatischer Verein Höngg-Wipkingen», von 1938 bis 1987 «Dramatischer Verein Waidberg» und seit 1987 Zürcher Freizeit-Bühne.

    Wie viele Mitglieder hat die Zürcher Freizeit-Bühne?
    Momentan haben wir 155 Mitglieder, davon 19 Aktiv- und 136 Passivmitglieder.

    Was ist der Sinn und Zweck Ihres Vereins?
    Die Pflege und Förderung des Mundart-Volkstheaters. Eine sinnvolle Gestaltung der Freizeit durch gemeinschaftliches Erarbeiten guter Theaterstücke.

    Was ist der Beweggrund, mitzumachen?
    Die erarbeiteten Theaterstücke vor einem breiten Publikum aufzuführen. Kameradschaftliches Vereinsleben unter Gleichgesinnten zu verbringen. Durch das Auswendiglernen werden zudem die Gehirnzellen trainiert. Handwerkliches Mithelfen beim Bau neuer Kulissen und Ähnlichem. Flyer und Plakate kreieren und Werbekampagnen durchführen sind ebenfalls Beweggründe, um bei uns mitzumachen.

    Was bietet Ihr Verein den Mitgliedern?
    Ein aktives Vereinsleben mit viel Abwechslung, nicht nur auf und hinter der Bühne. Aktivitäten wie Ausflüge, Besichtigungen und anderes sowie das Organisieren verschiedener Events. Ausserdem gibt es Weiterbildungen rund um Theater und Maskenbildnerei.

    Was bietet die Zürcher Freizeit-Bühne der Gesellschaft in Höngg?
    Kulturelle, unterhaltsame Theaterabende und -nachmittage innerhalb des Quartiers zu angemessenen Eintrittspreisen. Öffentliche Gratis-Aufführungen in Alterszentren in und um Höngg. Alle zwei Jahre ein Quartierfest mit tollem, abwechslungsreichem Programm für die ganze Familie unter freiem Himmel: das Inselfäscht auf der Werdinsel.

    Wie werden neue Mitglieder gewonnen, wen will man ansprechen?
    Gelegentliche Inserate in Zeitungen, auf unserer topaktuellen Website sowie Mund-Propaganda sind unsere Methoden. Ansprechen wollen wir zuverlässige und kameradschaftliche Idealisten jeden Alters, welche Schweizerdeutsch sprechen und Zeit haben für einen aktiven Verein.

    Gibt es Nachwuchsprobleme?
    In gewissem Sinne Ja. Mitglieder, welche einmal den Verein weiterführen und die langjährige Tradition aufrechterhalten wollen, fehlen. Es wäre toll, wenn sich mehr Männer melden und unser Hobby teilen würden.

    Wie hoch sind die Kosten für Mitglieder?
    Aktivmitglieder der Zürcher Freizeit-Bühne bezahlen 30 Franken im Jahr, Passivmitglieder 25 Franken. Gönner unseres Vereinslokals auf der Werdinsel bezahlen 20 Franken pro Monat, und dürfen dieses dafür nutzen. Vorstands-, Frei- und Ehrenmitglieder sind beitragsfrei.

    Für wen eignet sich eine Mitgliedschaft?
    Für Aktive: Für alle, die genügend Zeit haben, sich für ihren Verein zu engagieren, und welche sich in eine Gruppe mit verschiedenen Charakteren und diversen Altersgruppen eingliedern können.
    Für Passive: Für diejenigen, welche unser kulturelles Engagement finanziell mit einem jährlichen Beitrag und auch als treue Zuschauer unterstützen möchten.
    Für Gönner: Für diejenigen, welche unser Vereinslokal mit einem monatlichen Beitrag mitfinanzieren und das Lokal dafür hin und wieder für private Zwecke wie ein Fest, Basteln und Werken oder Sitzungen und anderes benützen dürfen.

    Hat Ihr Verein ein Kurslokal, welches Externe mieten können?
    Wir haben ein eigenes Vereinslokal auf der Werdinsel, wo wir proben und werken sowie Sitzungen abhalten. Da durch unsere Aktivitäten ein grosser Teil des Raumes oft mit Möbeln und Kulissen verstellt ist, ist eine Vermietung an Externe nicht jederzeit und nur auf frühzeitige Anfrage möglich. Für eine Sitzung oder ein kleineres Fest ist es für etwa 20 Personen geeignet. Der Preis wird je nach Anlass abgemacht und variiert je nachdem, ob die Küchenbenützung gewünscht ist oder nicht.

    Gibt es Weiteres, was Ihnen in Bezug auf Ihren Verein wichtig ist?
    Wir wollen als Amateurtheater laufend an uns arbeiten, um auch weiterhin ein breites Spektrum an guten, anspruchsvollen Stücken verschiedener Sparten aufführen zu können. Freude, Spass und Fröhlichkeit im Verein sollen an erster Stelle stehen. Ein gesunder und kameradschaftlicher Konkurrenzkampf zwischen dem gesamten Ensemble spornt uns zudem immer zu guten Leistungen an. Ein sehr gros­ses Anliegen sind uns Leute, welche einmal ein Amt übernehmen, das Mundart-Volkstheater weiter pflegen und dadurch unsere Zukunft sichern, damit die Zürcher Freizeit-Bühne noch lange erfolgreich existiert.

    Vereinsadresse: Zürcher Freizeit-Bühne, Werdinsel-Höngg 4, 8049 Zürich, Tel. 044 482 83 63, E-Mail: zfb@bluewin.ch, www.zfb-hoengg.ch

  • Autolobby erhob Einsprachen

    Vier Teststrecken in ganz Zürich, eine davon die Achse Am Wasser/ Breitensteinstrasse, waren 8. Januar im «Tagblatt der Stadt Zürich» als Pilotversuche mit «Tempo 30 nachts» ausgeschrieben worden («Höngger» vom 16. Januar 2014). Der Automobilclub der Schweiz (ACS) und der Touring Club Schweiz (TCS) hatten umgehend Einsprachen gegen jede einzelne angekündigt und diese dann auch fristgerecht eingereicht, wie die Dienstabteilung Verkehr (DAV) unterdessen mitteilte. Die DAV bedauert die Einsprachen sehr, denn «diese Versuche würden sowohl für Befürworter und auch für Gegner wichtige Erkenntnisse liefern», wie der Kommunikationsverantwortliche, Heiko Ciceri, schreibt. Die eingeleiteten Rechtsmittelverfahren führen nun dazu, dass aus dem geplanten Versuchsstart am 1. Juli voraussichtlich nichts wird. Wann und ob die Versuche überhaupt je durchgeführt werden können, dies hängt von den Instanzen ab, welche nun angerufen werden − und wie speditiv die Urteile durch die jeweiligen Gerichte gesprochen werden.

  • «Tempo 30 nachts» als Pilotversuch

    «Tempo 30 nachts» als Pilotversuch

    «Der Stadtrat hat im Juni 2013 im Rahmen der Strassenlärmsanierung entschieden, auf vier überkommunalen Strassenabschnitten die Wirkung von ‹Tempo 30 nachts› (22 bis 6 Uhr) in einem Pilotversuch zu prüfen», hiess es am 8. Januar in der Medienmitteilung der Dienstabteilung Verkehr (DAV). Man wolle Erkenntnisse gewinnen, inwiefern so eine Reduktion der übermässigen Lärmimmissionen zu erzielen sei. Und: «Mit ‹Tempo 30 nachts› wird angestrebt, in Wohngebieten entlang von Hauptstrassen und anderen wichtigen Achsen einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung der Wohnqualität entlang dieser Strassen zu leisten, ohne dass unverhältnismässige Reisezeitverlängerungen entstehen», schreibt die DAV weiter.

    Nachts mit 30 der Limmat entlang

    Getestet werden soll gemäss amtlicher Ausschreibung von Juli bis September auf Teilstücken der Albis-, der Mutschellen-, der Hardstrasse sowie auf der Dübendorfer-/Winterthurerstrasse und im Kreis 10 auf der Achse Am Wasser/Breitensteinstrasse durchgehend von der Europabrücke bis zum Wipkingerplatz. Um die Auswirkungen und den Nutzen von «Tempo 30 nachts» auswerten zu können, erfolgen vor und während des Versuchs Messungen des Verkehrs und der Lärmimmissionen.

    Freude hier. . .

    Grosse Erleichterung löste die Mitteilung bei der Interessengemeinschaft Am Wasser/Breitensteinstrasse (IGAWB) aus, die sich seit Jahren vehement für eine Verkehrsberuhigung einsetzt: «Mit dieser Ausschreibung kommt die DAV unserer Forderung nach Tempo 30 ein wesentliches Stück näher», freut sich Präsident Martin Zahnd und gibt der Hoffnung Ausdruck, dass nun alle diesen Sommer bis 6 Uhr ruhig schlafen können. Und er dankt den Gemeinderäten Florian Utz (SP) und Guido Trevisan (GLP), die mit ihrem Postulat «Einführung von Tempo 30 auf der Strasse Am Wasser/Breitensteinstrasse» einen Grundstein gelegt hätten, denn: «Tempo 30 nachts wird von uns als Teillösung gesehen. Auf das extrem hohe Verkehrsvolumen, den Gestank und den Lärm in den übrigen 16 Stunden wird es keine Auswirkungen haben. Deshalb fordern wir weiterhin die Umsetzung des Postulats und die generelle Einführung von Tempo 30 auf der Achse Am Wasser/ Breitensteinstrasse.»

    . . . und Unmut da

    Weniger Freude herrscht namentlich beim Automobil Club der Schweiz (ACS) und dem Touring Club Schweiz (TCS). Sie hatten umgehend Einsprachen angekündigt: «Der ACS wird definitiv Einsprache gegen die geplanten Pilotversuche mit ‹Tempo 30 nachts› in der Stadt Zürich machen, zusammen mit dem TCS», bekräftigte ACS-Geschäftsleiter Lorenz Knecht am 10. Januar dem «Höngger» gegenüber. Dies bedeutet, dass es sehr wahrscheinlich nichts wird mit dem ruhigen Schlaf diesen Sommer auf der Achse Am Wasser/ Breitensteinstrasse. Bis zum Redaktionsschluss dieser Ausgabe sind die angekündigten Einsprachen zwar noch nicht eingegangen, doch die Frist läuft noch. «Ob diese Verbände dann auch wirklich Einsprachen platzieren, wird sich in den nächsten Tagen zeigen», liess der DAV-Kommunikationsverantwortliche Heiko Ciceri wissen. Die DAV würde solche Einsprachen sehr bedauern, denn sie ist überzeugt, die Versuche würden sowohl für Befürworter wie Gegner wichtige Erkenntnisse liefern. «Mit Einsprachen aber», so Heiko Ciceri, «ist der Versuchsstart am 1. Juli de finitiv stark gefährdet. Und bei Rechtsmittelverfahren lässt es sich leider nicht abschätzen, wie lange diese jeweils dauern.» Entscheidend ist dann, durch wie viele Instanzen ein Verfahren weitergezogen wird und wie speditiv die jeweiligen Gerichtsurteile gesprochen werden. 

     

    Kommentar:

    Zukunft mit Inhalt

    Man mag über Tempo 30 auf Durchgangsachsen wie jener Am Wasser/ Breitensteinstrasse getrost geteilter Meinung sein. Nebst Befürwortern findet man in Höngg wohl selbst entlang der Limmat Gegner. Tatsache ist, dass bereits vor 25 Jahren der damalige Quartiervereinsvorstand zur Strasse Am Wasser festhielt: «Auch hier (wie an der Winzerstrasse, Anm. der Red.) hat das Verkehrsaufkommen die oberste Grenze erreicht. Wir werden die Entwicklung im Auge behalten.» Und? Gibt es heute weniger Verkehr als damals? Wohl kaum. Nun hat die Dienstabteilung Verkehr (DAV) einen dreimonatigen Testversuch mit «Tempo 30 nachts» ausgeschrieben. Die begleitenden Verkehrszählungen und Lärmmessungen sollen Fakten liefern, um das weitere Vorgehen zu bestimmen. Fakten, die sowohl Befürwortern wie Gegnern Argumente liefern dürften. Doch bereits gegen den Testversuch haben ACS und TCS Einsprachen angekündigt und werden sie wohlauch einreichen. Da ist natürlich ihr gutes Recht. Doch ist es sinnvoll? Nein. Wer versucht, bereits Testbetriebe zu verhindern, ist nicht wirklich an einer Lösung interessiert. Wäre man dies, dann müsste man die Testergebnisse und ihre Folgen abwarten. Folgen wie zum Beispiel eine de finitive Einführung von Tempo 30 nachts oder wie die Gegner befürchten sogar generell müssten erneut ausgeschrieben werden − und dann wären Einsprachen noch immer legitim. Und vielleicht mit Fakten untermauert. Die DAV ist in Höngg schon mal mit einem Testversuch bereits vor der Umsetzungsphase gescheitert: Mit dem Verkehrskonzept Meierhofplatz, das dort ein Rechtsabbiegegebot von der Regensdorfer- in die Limmattalstrasse vorsah. Ausgeschrieben wurde am 25. August 2010 ein einjähriger Testbetrieb – der dann nach diversen Einsprachen abgeblasen wurde. Wäre er durchgeführt worden, so hätte man heute längst Fakten und es ist sehr gut möglich, dass diese gegen die Pläne der DAV gesprochen hätten. Was aber haben wir heute? Man ist gleich weit wie eh und je am Meierhofplatz. Erst langsam kommt die Diskussion wieder in Bewegung. Bis sie im Verkehr ankommt, wird es noch dauern. Die genau gegenteilige Ausgangslage ergab sich im Zusammenhang mit der noch umzusetzenden Sanierung der Limmattalstrasse zwischen Wartau und Winzerstrasse. Dort hatten Anwohner von der DAV verlangt, sie möge die geplante Zusammenlegung von öffentlichem und privatem Verkehr stadtauswärts auf die selbe Spur doch mit einem Versuchsbetrieb testen. Die DAV lehnte ab und es kam prompt zu Einsprachen gegen die Bauausschreibung. Was zeigt, dass ablehnende Haltungen gegen- über Testbetrieben nicht nur eine Sache von Verbänden wie ACS, TCS oder anderen Interessenvertretern sind, sondern auch von Ämtern. Vielleicht stünde etwas mehr Vertrauen in die jeweilige «Gegenseite» und Mut zum Experiment allen Beteiligten gut an. Das Argument, dass was einst als Provisorium begann, später zum Dauerzustand wird, sollte trotz anderenorts gemachten Erfahrungen ebenso wenig zählen wie das Bonmot, man solle nur Statistiken trauen, die man selbst gefälscht hat. Das wird zwar meistens Churchill zugeschrieben, doch selbst das ist umstritten. Einsprachen erlaubt.

    Fredy Haffner Redaktionsleiter «Höngger»

  • Auf Beck Baur folgt Marinello

    Auf Beck Baur folgt Marinello

    Am 24. Dezember schloss nach 37 Jahren die Bäckerei Baur am Meierhofplatz ihre Tore. Grundsätzlich bleibt Höngg im Backwarenbereich gut versorgt, doch die letzte echte Backstube ging verloren. Der «Höngger» hätte gerne im Vorfeld darüber berichtet, ist es doch nicht ganz unerheblich, was mit dem Lokal in der städtischen Liegenschaft weiter geschieht. Leider verweigerte Bäcker Paul Baur dem «Höngger» die Zusammenarbeit für einen Artikel, der auch sein Schaffen gewürdigt hätte. Mit der Liegenschaftenverwaltung der Stadt Zürich, wo seit geraumer Zeit mit möglichen Nachmietern verhandelt wurde, stand der «Höngger» jedoch seit Anfang November in Kontakt. Die Zeitung «Zürich Nord», Ausgabe vom 12. Dezember, zitierte Bäcker Baur hinsichtlich eines möglichen Nachfolgers mit «Ein Interessent hat sich gemeldet. Er wollte mir sogar meine Maschinen abkaufen, was mir als Glücksfall erschien. Doch die Liegenschaftenverwaltung der Stadt Zürich machte mir einen Strich durch die Rechnung. Der Interessent bekam Auflagen, die eine Investition von mehreren hunderttausend Franken mit sich gebracht hätte», was diesem zu viel gewesen sei. Deshalb sei es nun möglich, dass er, der nunmehr pensionierte Bäcker, «innerhalb kurzer Zeit meine Einrichtung verschenken und die Lokalitäten in den Originalzustand zurückbauen muss. Das wäre finanziell aufwendig für mich», wie es im Artikel weiter hiess.

    Auflagen verzögerten die Verhandlungen

    Das ist nicht ganz korrekt, wie Recherchen des «Hönggers» zeigten. Arno Roggo, Direktor der städtischen Liegenschaftenverwaltung berichtigt: «Die Berichterstattung ist insofern falsch, als es sich nicht um eine Auflage der Liegenschaftenverwaltung, sondern um eine des Umwelt- und Gesundheitsschutzes Zürich (UGZ) handelt.» Es geht darum, dass bei einem Mieterwechsel die veraltete Infrastruktur zwingendermassen den aktuellen Vorschriften angepasst werden muss. Und die Stadt Zürich kann bei eigenen Lokalitäten nicht Ausnahmen machen zu Vorschriften, welche sie bei jedem privaten Hausbesitzer genauestens kontrolliert und durchsetzt. «Insbesondere», so Roggo, «muss, wenn in dem Lokal weiterhin eine Backstube oder etwas Ähnliches betrieben werden soll, eine neue Abluftanlage mit Wärmerückgewinnung erstellt werden. Da es sich beim Gebäude um ein denkmalgeschütztes Objekt handelt, nehmen die notwendigen Abklärungen einige Zeit in Anspruch. Ausserdem soll noch eine kostengünstigere Lösung gefunden werden.» Dies sei auch der Grund gewesen, warum ein grundsätzlich in Betracht kommender Interessent aus dem Rennen fi el: Er war, was auch eine andere Quelle des «Hönggers» bestätigte, auf einen umgehenden Entscheid angewiesen, da er andere Mietangebote hatte. Deshalb konnte er die nötigen baulichen Abklärungen nicht abwarten und zog sich zurück. Zu den von Bäcker Baur angesprochenen Rückbauten schrieb Roggo am 18. Dezember: «Der grosse Ofen gehört zur Liegenschaft und somit der Stadt. Was tatsächlich vom bisherigen Mieter beseitigt werden muss, und was der neue Mieter übernimmt, werden die laufenden Verhandlungen zeigen.»

    Am 13. Januar eröffnet Marinello

    Drei Interessenten hatten sich gemäss Arno Roggo auf das Inserat im «Tagblatt» hin gemeldet. Der Erste sagte aus genannten Gründen ab und einem weiteren habe der notwendige berufliche Hintergrund gefehlt. Der Dritte im Rennen war, wie in Höngg schon länger zu hören war, aber mit Rücksicht auf die laufenden Verhandlungen von offizieller Seite nie bestätigt wurde, die stadtbekannte Marinello AG. In der Woche vor Weihnachten fand dann das letzte Treffen in der Bäckerei Baur statt und man wurde sich handelseinig: Die Marinello AG übernimmt Paul Baurs Laden und eröffnet ihn neu am Montag, 13. Januar. «Wir übernehmen das meiste der vorhandenen Infrastruktur, Paul Baur muss nichts zurückbauen», liess Geschäftsführer Luciano Marinello den «Höngger» telefonisch wissen, «am 13. Januar eröffnen wir mit einem Angebot an Backwaren, Sandwiches, Mittagsmenüs und Ähnlichem unsere siebte Filiale.» Auch Milch- und Käseprodukte des Labels «natürli us de Region Zürcher Berggebiet» wolle man auf der zumindest vorerst beschränkten Verkaufsfläche anbieten. Früchte und Gemüse seien derzeit hingegen nicht geplant, dies auch aus Rücksicht auf den samstäglichen Marktstand vor Ort. «Wir wollen in Höngg, wo übrigens meine Mutter aufgewachsen ist, etwas machen, das lebt», so Marinello weiter, «etwas, das sich laufend entwickeln darf und soll.» Die hörbare Vorsicht hat auch damit zu tun, dass der Laden im Moment nur als Provisorium eröffnet werden kann, denn wie gesagt müssen für einen Vollbetrieb mit Produktion vor Ort, was Marinello anstrebt, diverse Umbauten vorgenommen werden. Doch Luciano Marinello windet der Stadt ein Kränzchen: «Die Auflagen des Denkmalschutzes und vor allem des UGZ ziehen Kosten nach sich, die sich ein KMU-Betrieb nicht leisten kann. Dies hat nun auch die Stadt gemerkt und sie sucht intensiv nach möglichen Lösungen, auch in finanzieller Hinsicht.» Wie KMU-freundlich das Ergebnis der städtischen Bemühungen sein wird, dürfte ein Politikum sein, doch dass die Thematik nun genauer betrachtet wird, ist bereits ein sehr gutes Zeichen.