Autor: tka_admin

  • Höngg zum Hören

    Produziert von Jina Vracko für die Quartierzeitung Höngg.

    Dieser Podcast ist auch auf folgenden Platformen zu hören:
    Spotify / Youtube / Amazon / Apple Podcasts

    Eine gute Bewertung wäre eine grosse Unterstützung für den Höngger Podcast! Viel Spass beim Hören.

    Folge 5: Das 45. Höngger Wümmetfäscht

    Die neue Folge ist da!

    Im ersten Teil lassen uns Rolf Pulfer und Nicole Kraft, Co-Präsidium des OK Wümmetfäscht, hinter die Kulissen des Höngger Quartierfestes blicken. Stadtwinzerin Karin Schär erzählt vom Zürcher Weinbau in Höngg und über die Bedeutung der Wümmet.

    Im zweiten Teil ist das Dream-Team vom Höngger Abend zu Gast: Luise Beerli und Ueli Stahel sind zum letzten Mal beim Wümmetfäscht im Einsatz. Zudem erzählen OK-Mitglieder Urs Kropf (Ressort Festplatz) und Michael Hueber (Ressort Festwirtschaft), ein alteingesessener und ein Neuzuzüger, über das Engagement beim Wümmetfäscht.

    Folge 4: Radio Höngg

    Im Jahr 1924 wurde auf dem Hönggerberg der erste öffentliche Rundfunksender der Schweiz erbaut. Die neue Podcast-Folge der «Höngger Zeitung» widmet sich diesem 100-Jahr-Jubiläum. Zu hören sind die Geschichte des hiesigen Radios sowie Erinnerungen an die Radiolegende Arthur Welti aus Höngg. Seine Kinder Christiane und Philippe Welti erzählen im Gespräch mit Jina Vracko von der Pionierrolle ihres Vaters.

    Wer Plattformen wie Spotify nutzt, um Podcasts zu hören, kann den «Höngger Podcast» abonnieren – und so immer als erstes erfahren, wenn eine neue Folge erscheint!

    Folge 3: Der Stadtnatur auf der Spur

    In der neusten Folge des «Höngger Podcast» nehmen wir Euch auf einen naturnahen Audio-Spaziergang durch Höngg mit und ergründen in drei Interviews aktuelle Fragen: Wie kann und muss es mit unserer Stadtgestaltung weitergehen? Wo bietet Höngg Vorzeigebeispiele und wo gibt es Verbesserungspotenzial?

    Wir vertiefen uns in Themen wie Entsiegelung, Stadtklima, Biodiversität und Partizipation. Ein grosses Dankeschön für die spannenden Gespräche geht an Benjamin Kämpfen vom Natur- und Vogelschutzverein Höngg, Fritz Graber und Florine Geiser von der ETH Zürich sowie Markus Schaub vom Verein Bee’n’Bee.

    Folge 2: Kellerkonzerte

    Ein Gespräch zwischen zwei jungen Musikerinnen: Im Interview mit Debora Fenner, die seit Sommer 2022 die Organisation der aktuellen Konzertreihe im Kulturkeller des Gemeinschaftszentrums Höngg übernommen hat, erhaschte Jina Rose spannende Einblicke hinter die Kulissen. Wie kam dieses Projekt zustande? Was bedeutet es, so eine Konzertreihe auf die Beine zu stellen? Was waren die schwierigsten und die schönsten Momente?

    Folge 1: Igel in Nöten

    Wieso nimmt der Bestand der Igel in der Stadt Zürich ab? Wie können die Tiere unterstützt werden? Und ein Höngger erzählt, wie er dazu kam, im eigenen Garten Igel auszuwildern. Hier geht’s zum dazugehörigen Artikel.

    Ideen für «Höngger Podcast» Themen?

    Wir freuen uns auf Ihre Nachricht an mitmachen@hoengger.ch!

  • Pausieren mit Heiner Fierz

    Pausieren mit Heiner Fierz

    Der Kunstmaler Heiner Fierz mit dem Alias «41» wohnt in Zürich-Höngg. Er entwickelt seine Bilder seit über 30 Jahren. Bisher sind über 1000 Werke entstanden. In seiner aktuellen Ausstellung am Lindenhof zeigt Fierz dem Publikum neue Kunst. Die meisten Ölbilder malt er draussen in der Natur und im urbanen Umfeld. Dort findet er auch jene Menschen, denen sein Werk gefällt. Fierz möchte mit seiner Ausstellung in der Innenstadt die bisherigen Kunstliebhaber*innen ansprechen, aber auch die Spaziergänger*innen und Passant*innen.

    Im Fernporträt

    Sein Thema ist das Pausieren: Stadtlandschaften und Baustellen sind zu entdecken, einige südliche Lichtfänge kommen dazu. Dazu gesellen sich einzelne Bilder, die als «Fernporträt» entstanden sind. Es handelt sich dabei um ein Experiment mit der Streaming-Software Zoom: Das kontaktlose Porträtieren einer Person aus der Distanz. Ein innovatives Verfahren, das in der Pandemie entstand. Seither porträtiert Fierz Persönlichkeiten via Videostream.

    Heiner Fierz

    Galerie am Lindenhof
    Bis 2. Januar 2023, 11–19 Uhr (ohne 25. Dezember und 1. Januar)
    Pfalzgasse 3, 8001 Zürich

  • Stadt Zürich ruft mit Kampagne zum Energiesparen auf

    Stadt Zürich ruft mit Kampagne zum Energiesparen auf

    Seit September setzt die Stadt Zürich laufend Energiesparmassnahmen um und will damit mit gutem Beispiel vorangehen. Ausgehend von den städtischen Energiesparbemühungen motiviert nun eine Kampagne Bevölkerung, Unternehmen und Institution sowie die Mitarbeitenden, auch Energie zu sparen.

    Wie der Medienmitteilung der Stadt Zürich zu entnehmen ist, sensibilisieren in den kommenden zwei Wochen an rund 300 Plakatstellen in der Stadt Zürich, in Trams und Bussen der VBZ sowie in allen Kinos der Stadt verschiedene Kampagnensujets für das Thema Energiesparen im Haushalt und am Arbeitsplatz. Die Kampagne versteht sich als Ergänzung zur Energiesparkampagne des Bundes und überträgt die Sparappelle mit einem Augenzwinkern auf Zürcher Verhältnisse. Beispielsweise mit dem Slogan «Liebe Zürcher*innen, wir müssen nur einem richtig einheizen: dem Böögg. Die Stadt Zürich geht beim Energiesparen voran. Zum Beispiel mit der Reduktion der Raumtemperatur in öffentlichen Gebäuden.»

    Die Energiesparkampagne wird von einer Videobotschaft von Stadtpräsidentin Corine Mauch und Stadtrat Michael Baumer begleitet. «Die Energieversorgung der Stadt Zürich ist derzeit gewährleistet, und wir haben Vorbereitungen getroffen, um eine Mangellage möglichst zu vermeiden. Damit wir sicher durch den Winter kommen, können Unternehmen und Bevölkerung einen wichtigen Sparbeitrag leisten», erklärt Stadtrat Michael Baumer, Vorsteher der Industriellen Betriebe der Stadt Zürich.

    Städtische Sparmassnahmen zeigen Wirkung

    Mit den beschlossenen Energiesparmassnahmen kann die Stadt Zürich im kommenden Winterhalbjahr gemäss Schätzungen bis zu 4 500 000 kWh einsparen. Das entspricht dem durchschnittlichen Stromverbrauch von rund 5625 städtischen Haushalten für das nächste Halbjahr*. Dazu beitragen werden insbesondere die Senkung der Temperatur in VBZ-Trams, die Reduktion der Raumtemperatur in Verwaltungsgebäuden auf maximal 19 °C, die Abschaltung der Festbeleuchtung von historischen Bauten oder die Senkung der Temperatur in Hallenbädern.

    *Zweizimmer-Haushalt mit Elektroherd, Halbjahresverbrauch 800 kWh gemäss der Eidgenössischen Elektrizitätskommission ElCom

    Energiekampagne Stadt Zürich

    Die Sujets der Sensibilisierungskampagne mit der Videobotschaft sowie die Übersicht zu den Energiesparmassnahmen der Stadt Zürich sind verfügbar unter stadt-zuerich.ch/energiesicherheit > Kampagne.

  • Das Korfball-Turnier

    Das Korfball-Turnier

    Der Sport Korfball fasste 2015 Fuss in der Schweiz, als sich eine Gruppe begeisterter Korfballer*innen erstmals in Lausanne traf. Die Sportart stammt ursprünglich aus den Niederlanden (Korf ist niederländisch für Korb) und ist eine von sehr wenigen gemischten Sportarten überhaupt.

    Per Definition stehen jeweils vier Damen und vier Herren zusammen auf dem Spielfeld und versuchen den volleyballähnlichen Ball in den gelben Korf zu schiessen. Im Gegensatz zu Basketball ist das Dribbling nicht erlaubt und der Korf ist auf 3,50 Metern befestigt. Heute zählt Swiss-Korfball rund 50 Mitglieder, welche sich auf die drei Clubs in Zürich, Basel und Lausanne verteilen.

    Weltweit werden rund 70 Korfball Nationalmannschaften gezählt. Swiss-Korfball hat seinen Sitz in Lausanne und ist seit 2015 Mitglied der International Korfball Federation (IKF).

    Die Nationalmannschaft reiste Anfang November 2022 nach Türkei, um sich für die Weltmeisterschaft 2023 zu qualifizieren. Den größten Erfolg bis jetzt feierte Swiss-Korfball vor genau einem Jahr, als die Schweizer Nationalmannschaft erstmals an der Europameisterschaft (B Division) teilnahm und sich auf Rang 7 platzierte.

    Internationales Turnier in Affoltern

    Der Korfball Club Zürich organisiert am Samstag, 12. November, ein internationales Turnier in der Schulanlage Schauenberg, Lerchenhalde 40. Von 10 bis 17 Uhr messen sich Teams aus der Schweiz, Deutschland, Frankreich, Belgien, den Niederlanden und der Slowakei. Besucher*innen sind herzlich willkommen.

  • Halloween im Heizenholz

    Halloween im Heizenholz

    Von Thomas Bürgisser

    Die erdachte Legende verschollener Zwillingsschwestern, die eine jahrtausendealte Totenruhe störten, Irrlichter im nächtlichen Wald, gespenstisches Flüstern, schemenhafte Gestalten zwischen den Bäumen und Ermahnungen einer keltische Druidin – letztes Jahr nutzten Bewohner*innen der Genossenschaft Kraftwerk Heizenholz die nahen Grabhügel als Kulisse für eine stimmungsvolle Halloween-Inszenierung.

    Die Informationstafel der Kantonsarchäologie eingangs der Grünwaldstrasse ist wohl vielen aus Waldspaziergängen vertraut. Gleich dahinter findet sich eines der insgesamt fünf keltischen Hügelgräber. Drei weitere Erhebungen sind eingangs der Alten Regensdorferstrasse auszumachen. Der umfangreichste Grabhügel schliesslich lag rund 400 Meter weiter nördlich, tiefer im Wald, und war von einem Kranz grosser roter Ackersteine umgeben.

    Dieser stand am Beginn der archäologischen Entdeckung der Grabhügelgruppe. Im Jahr 1836 wurde er nämlich von Höngger Bauern fast vollständig abgetragen. Dabei fanden die Bauern Menschenknochen, zerbrochene Krüge, Eisen- und Erzwaren, die jedoch weder beachtet noch aufbewahrt wurden. Die Feldsteine zerschlugen sie achtlos und belegten damit den neuen Weg, der durch das Gehölz führte: die heutige Grünwaldstrasse.

    Fundstücke

    Alarmiert begab sich der Zürcher Altertumsforscher Ferdinand Keller nach Höngg, um in den Jahren 1839 und 1841 die übrigen vier «helvetischen Heidengräber und Todtenhügel» zu eröffnen und zu verzeichnen. Die Knochen und Totengaben, die bei den Ausgrabungen zutage gefördert wurden – Schwerter, Lanzenspitzen, Messer und Schmuck aus Eisen, Bronze und Silber, sowie irdene Töpfe – wurden dokumentiert.

    Allein ging auch Keller nicht nach allen Regeln der Kunst vor: So liess sich später nicht mehr rekonstruieren, aus welchem Hügelgrab welche Fundstücke stammten. Bei den Artefakten aus dem Heizenholz, die heute im Landesmuseum aufbewahrt werden, handelt es sich leider nur noch ein Teil der damals gehobenen Schätze.

    Ruhestätte eines «Kriegers»

    Eine fundierte archäologische Würdigung nahm rund fünfzig Jahre später Jakob Heierli vor, Dozent an der Universität Zürich. Dieser widmete sich in den 1880er Jahren intensiv der Erforschung und Popularisierung der schweizerischen Urgeschichte. Heierli ordnete den Fundort «Heiziholz» der frühen Eisenzeit zu, ca. 800 bis 480 Jahre vor Christi Geburt.

    Auf Grund ihrer einheitlichen Bestattungsweise in Hügelgräbern (tumuli) sowie ähnlicher Grabbeilagen wird diese Epoche nach dem bedeutendsten Fundort Hallstatt im österreichischen Salzkammergut benannt. Die Hallstattkultur ist in einem Gebiet zwischen Ostfrankreich und Slowenien nachgewiesen.

    Wir wissen, dass sich damals auf dem Uetliberg ein keltischer Fürstensitz mit einer von Wällen umgebenen, dorfartigen Siedlung befand. Bislang sind im Kanton Zürich kaum weitere Überreste aus der Hallstattzeit überliefert. Es erscheint jedoch plausibel, dass sich in der Umgebung weitere befestigte Höhensiedlungen, Gehöfte und Nekropolen befunden haben.

    Gerade weil es sich um äusserst rare Fundstücke handelt, wurde die Grabhügelgruppe Heiziholz 1981 zum Inventar der kunst- und kulturhistorischen Schutzobjekte und archäologischen Denkmäler der Stadt Zürich aufgenommen. Wie Patrick Nagy von der Kantonsarchäologie ausführt, lassen die erhaltenen Grabbeilagen auf die letzte Ruhestätte eines «Kriegers» schliessen, der im Zusammenhang mit dem «Fürstensitz» auf dem Uetliberg stand.

    Das Wissen um die Menschen, die vor rund Zweieinhalbtausend Jahren im Heizenholz – nahe des heutigen Friedhofs – beigesetzt wurden und wohl auch in der Nähe siedelten, bleibt rudimentär. Ihr Totenkult weist auf eine sozial und politisch stark differenzierte Gesellschaft hin. Die Kelt:innen betrieben Ackerbau, Viehzucht, Jagd sowie Handwerk und standen in kulturellem Austausch mit dem mitteleuropäischen Raum.

    Von ihrer Sprache wissen wir heute nur noch aus spärlichen römischen Überlieferungen. Umso mehr Raum bleibt für Spekulationen, über die sich bei einem herbstlichen Waldspaziergang – vielleicht gerade zur Halloween-Zeit – bestens sinnieren lässt.

  • Der Lebensmittelverschwendungentgegenwirken

    Der Lebensmittelverschwendungentgegenwirken

    Ein Drittel aller Lebensmittel wird in der Schweiz zwischen Feld und Teller weggeworfen. Das entspricht 150’000 Lastwagen, die aneinandergereiht eine Kolonne von Zürich nach Madrid ergeben. Das verursacht so viel Umweltbelastung wie die Hälfte aller Schweizer Autofahrten. Tatsächlich liegt die Reduktion der Lebensmittelverschwendung weltweit auf Platz 3 der Lösungen im Kampf gegen die Klimakrise.

    Vor rund sieben Jahren wurde Foodsharing Zürich ins Leben gerufen – ein Verein, welcher aus der drei Jahre zuvor in Berlin gegründeten Organisation Foodsharing entstand. Mittlerweile engagieren sich für Foodsharing Zürich knapp 1500 freiwillige Foodsaver*innen. Das effektive Retten der Lebensmittel funktioniert über die Kooperationen des Vereins mit über 60 Lebensmittelbetrieben (z.B. Restaurants, Bäckereien oder Supermärkte).

    Die Foodsaver*innen holen in der Regel zum Ladenschluss alle Lebensmittel ab, die der Lebensmittelbetrieb auch nicht an karitative Organisationen abgeben kann und sonst wegwerfen müsste. Pro Jahr werden so über 100 Tonnen an Lebensmitteln gerettet und privat oder über öffentliche Kühlschränke weiterverteilt.

    «Wir könnten noch bei vielen weiteren Betrieben Lebensmittel retten, wenn wir die Foodsaver*innen dazu hätten», sagt Lara Kray, Botschafterin bei Foodsharing Zürich. «Wir freuen uns über jede Person, die mithilft, dem Foodwaste entgegenzuwirken.» Dabei gibt es keine Mindestzahl an Abholungen, keinen Mitgliederbeitrag, und man muss auch nicht im Besitz eines speziellen Abholfahrzeuges sein.

    Am Freitag, 11. November, lädt Foodsharing Zürich alle dazu ein, zusammen gerettetes Essen zu geniessen. Mit dem Suppenteller und einem Löffel kann man ab 18 Uhr in der Cafeteria der Genossenschaft Kalkbreite (Kalkbreitestrasse 6) vorbeigehen. Neben dem Essen stehen eine Feuershow und Vorträge auf dem Programm.

    Weitere Informationen unter www.foodsharing.network

    (Medienmitteilung)

  • «Wipkinge erzählt»

    «Wipkinge erzählt»

    Erst kürzlich hatten die Kuratorinnen des «nano – Raum für Kunst» die Wipkinger*innen aufgerufen, von ihrem Leben im Quartier zu erzählen. Im sogenannten Geschichten-Büro wurden Erinnerungen an längst verschwundene Betriebe, an die ehemalige Nutzung von Plätzen und Pärken und insbesondere an die Menschen, die einst das Quartier prägten, wieder lebendig. Audio-, Video- und Fotomaterial sowie einige Objekte wurden dabei zusammengetragen. Eine Auswahl davon wird in der Ausstellung «Wipkinge erzählt» im Kunstraum zu sehen sein. An der Vernissage vom 5. Oktober wird zugleich auch die begleitende Publikation präsentiert.

    Willy Siegfried ist mit von der Partie

    Teil der Ausstellung werden auch ein Hörspiel über die Lebensgeschichte des umtriebigen Wipkinger Gastronomen Willy Siegfried und ein 3D-Modell seiner Wirkungsstätte, des ehemaligen Restaurants Anker, sein. Wie die «Wipkinger Zeitung» bereits berichtete, wurde das Gasthaus 1968 infolge der Zürcher Stadtentwicklung der 1960er-Jahre und des Baus der Westtangente abgebrochen. An der Wipkinger-brücke erinnert heute nichts mehr an die einst lebendige Beiz. Für die Ausstellung hat der Quartierverein in Zusammenarbeit mit dem Architekten und 3D-Künstler Diego Bazzotti eine Möglichkeit geschaffen, das stattliche Gebäude mit «Augmented Reality» wieder zum Leben zu erwecken: im eigenen Wohnzimmer oder direkt an der Wipkingerbrücke.
    Aber welche Persönlichkeit stand hinter dem «Anker»? Mit der Übernahme des Nachlasses von Willy Siegfried hat der Quartierverein Wipkingen die Initiative ergriffen, den Bewohner*innen Auszüge aus den Aktenordnern, Tagebüchern und Briefwechseln von Willy Siegfried in einer neuen Form zugänglich zu machen. Ein Hörspiel, produziert und gesprochen von Nina Wiegers, vermittelt in zeitgemässer Form, was Willy im Zuge der Stadtentwicklung bewegt hat.

    Alle Sinne angesprochen

    Für einen weiteren Augen-, aber auch Gaumenschmaus sorgt im Rahmen des Projekts «Wer kännt de Willy?» das Restaurant Damas. Dort werden nämlich die wunderschönen und reichlich verzierten Originalglasfenster des «Ankers» zu bewundern sein. In dieser einmaligen Atmosphäre wird der Wirt von Oktober bis Dezember ein Wochen- und ein Monatsmenü «à la Siegfried» servieren. Dank Siegfrieds Reisetagebüchern aus den 1920er-Jahren, in denen der damals junge Koch Notizen und Rezepte während seiner Entdeckungsfahrten nach Argentinien, Brasilien oder Montevideo festhielt, können sich die Wipkinger*innen und natürlich auch alle anderen Interessierten dort zu einer kulinarischen Reise verführen lassen.

  • Sie haben ein Haus im Garten

    Sie haben ein Haus im Garten

    Tiny oder Small Houses sind Gebäude, die das Leben auf kleinstem Raum ermöglichen. Ein Tiny House weist meistens eine Nettowohnfläche von weniger als 50 Quadratmetern auf und wird entweder als mobiles Eigenheim auf Rädern oder auf ein normales Fundament gestellt. Ein Small House ist in der Regel ein wenig grösser und hat bis zu 100 Quadratmeter Nutzfläche. Eine genaue Definition für diese Begriffe existiert bis anhin nicht – Hauptsache ist das Prinzip des Wohnens auf kleinstmöglichem Raum.
    Der kleine Holzbau befindet sich an der Nordstrasse, leicht zurückversetzt von der Strasse, auf dem Grundstück eines anderen Wohnhauses. «Wir haben als Familie vor Kurzem das Wohnhaus hier gekauft und wollten ursprünglich für meine Mutter eine kleine Einliegerwohnung einbauen. Das erwies sich jedoch bewilligungstechnisch als sehr kompliziert», erklärt Ariadna von Matt-Graf, die Besitzerin der Liegenschaft.
    Nach Beratungen mit einem befreundeten Architekten plante die Familie daher, statt des Umbaus ein kleines Haus im Garten zu bauen. Rein zufällig stiessen sie in den Skiferien auf eine Siedlung, die aus lauter Tiny und Small Houses bestand und begannen, sich eingehender mit dieser Wohnform auseinanderzusetzen. Die Idee, selbst ein solches Häuschen zu erstellen, liess sie nicht mehr los – der Rest ist Geschichte. Der im Garten verfügbare Platz reichte bis fast auf den Zentimeter genau aus, um ein Haus vom Typ «Small Green» zu erstellen. Zehn Monate vergingen, bis die Stadt die Bewilligung für den Bau erteilte – vor allem die Umgebungs- und Gartenplanung beanspruchte einiges an Zeit.

    Bau innerhalb von zwei Wochen

    Doch dann ging es schnell: Weil das Haus aus bereits vorgefertigten Holzelementen besteht, nahm der Aufbau insgesamt – nach dem Erstellen des Fundaments – nur knapp zwei Wochen in Anspruch, danach war der Innenausbau dran. Nun ist auf den nur 45 Quadratmetern Grundfläche ein komplettes Eigenheim für ein bis zwei Personen entstanden. Die Nettowohnfläche, die das dreistöckige Gebäude bietet, beträgt 88,5 Quadratmeter.
    Im Erdgeschoss befinden sich Küche und Wohnraum, der erste Stock beherbergt das Schlaf- sowie ein Badezimmer, unter dem Dach gibt es weiteren Wohnraum.
    Der Bau besteht komplett aus Holz, für die Fassade wird Kiefer, für den Innenraum Fichtenholz verwendet, das Parkett ist aus Eiche gefertigt. Alles Holz stamme, so Marc Lüllmann von der Firma SmartSmallHouse AG, die das Haus in Wipkingen erstellt hat, aus FSC-zertifizierter Forstwirtschaft. Die Holzelemente werden in Estland fabriziert und dann in die Schweiz geliefert.
    So klein das Haus von aussen wirkt, so geräumig erscheint es im Inneren. Der begrenzte Platz wird optimal ausgenutzt. In den Treppenaufgängen sind Einbauschränke eingebaut. Kühlschrank und Backofen sind in den Raumteiler zwischen Küche und Gang integriert. Bei der Raumaufteilung verfahren die Ersteller nach der Vastu-Lehre. «Sie stammt aus der vedischen Zeit, die vor über 2000 Jahren auch die europäische Bau- und Wohnkultur geprägt hat. Im Vastu dreht sich vieles um die richtigen Masse und Proportionen, damit sich der Mensch wohl fühlt und so sein Potenzial entfalten kann», erläutert Lüllmann.

    Auf dem Weg zur Energieautarkie

    Ein wichtiges Kriterium bei der Entscheidung für eine derartige Wohnform ist die Nachhaltigkeit. Eine gebäudeintegrierte Photovoltaik-Anlage produziert den Strom, das sich damit annähernd selbst versorgen kann. Geheizt wird mit einer Holzpelletheizung. Zur Warmwasseraufbereitung kann die Bewohnerin auf eine Wärmepumpe zurückgreifen. Von grosser Bedeutung für die Energiebilanz ist auch die Isolation, die in diesem Fall aus Holzfasern besteht: «Mit der richtigen Dämmung kann man viel Heizenergie einsparen, weil der Wärmeverlust über die Fassade minimiert werden kann. Unser Haus ist in punkto Wärmedämmung sehr effizient und kann so mit geringem Aufwand beheizt werden. So sind wir auch in Hinblick auf die Energiekrise froh, uns für dieses Wohnmodell entschieden zu haben», freut sich die Hausherrin.

  • Ein Zeitzeuge der Zwischenkriegszeit

    Ein Zeitzeuge der Zwischenkriegszeit

    Die Liegenschaft an der Limmattalstrasse 281 ist ein ehrwürdiges Haus. Leicht zurückversetzt hinter einem Vorgarten an Strasse liegend, macht es einen ehrwürdigen und doch einladenden Eindruck.
    Der Höngger Architekt Jakob Eugen Ernst liess das Gebäude im Jahr 1922 für sich und seine Familie erstellen und lebte schliesslich Zeit seines Lebens dort. Im «Talchernquartier», wie dieser Ortsteil in Höngg auch genannt wird, gehört das Gebäude damit zu den ältesten noch erhaltenen Häusern.

    Die Architektur wirkt schlicht und schnörkellos, ein «für die Zwischenkriegszeit typisches Wohnhaus mit regelmässig angeordneten, sprossierten Fenstern und grünen Klappläden», wie die Denkmalpflege der Stadt Zürich in einem Schreiben erklärt.  Auf jedem der drei Stockwerke befindet sich eine Wohnung, wobei im Jahr 2007 der Dachstock ebenfalls ausgebaut wurde, sodass sich die oberste Wohnung seither über zwei Etagen erstreckt.

    Der klassische Altbau zeigt sich auch in den Parkettböden und Stukkaturdecken im Inneren des Hauses. Die ursprünglich zum Heizen verwendeten Kachelöfen sind noch vorhanden, mittlerweile aber nicht mehr in Gebrauch. Im Erdgeschoss und erstem Stock sind Terrasse beziehungsweise Balkon zu einem Wintergarten ausgestaltet worden, so dass diese beiden Etagen quasi ein zusätzliches Gartenzimmer aufweisen.

    Das Grundstück beinhaltet eine Fläche von 1341 Quadratmetern. Ein Kiesplatz umgibt das ganze Gebäude und wird als Sitzplatz genutzt. Zusätzlich zum Vorgarten findet sich rückseitig ein grosszügiger Garten mit einem Bestand an fast hundertjährigen Hochstamm-Obstbäumen.

    Eine aktive Hausgemeinschaft

    Seit seiner Erbauung befand sich das Haus im Besitz der Familie Ernst. Im Jahr 2007 übernahm der Enkel des Erbauers das Haus. Die drei Wohnungen sind an ein Ehepaar, eine vierköpfige Familie sowie eine aus vier Personen bestehende Wohngemeinschaft vermietet, im Erdgeschoss befinden sich zudem die Räumlichkeiten einer Naturheilpraxis.

    Das Ehepaar Christopher Szaday und Belinda Mettauer Szaday lebt bereits seit fast 25 Jahren in dem Haus und fühlt sich hier sehr wohl. Die WG, die gemeinsam die obersten zwei Stockwerke bewohnt, ist seit rund einem Jahr hier zuhause, die vierköpfige Familie ist erst zu Anfang dieses Jahres eingezogen. Die Bewohner*innen schätzen und lieben dieses Haus und den Garten, den sie gemeinsam nutzen und pflegen. Hier bauen sie nicht nur Gemüse, Früchte und Kräuter an, sondern sorgen auch für einen möglichst biodiversen und nachhaltigen Garten und nutzen ihn als Erholungsraum.

    Besonders während der Pandemie, so erklärt Chris Szaday, hätten die Mieter*innen gemerkt, wie wertvoll diese Grünfläche sei. Und das nicht nur für ihr eigenes Haus: Sie könnten sich vorstellen, so Szaday, ihren Garten mit denjenigen der Nachbargebäude verbinden. «Damit könnte theoretisch eine kleine «Parkanlage» entstehen, die von allen Anwohner*innen genutzt werden könnten», so die Idee der Hausgemeinschaft.

    Verdichtung in Höngg

    Im Frühjahr 2022 wurde jedoch das Haus verkauft – an den Immobiliendienstleister Steiner Invest. Die Mietergemeinschaft macht sich nun Gedanken über die Zukunft des Gebäudes. Denn wie bei so vielen anderen alten Häusern stellt sich auch hier die Frage nach der zukünftigen Nutzung.

    Auf Anfrage des «Hönggers» gibt der neue Besitzer Auskunft über seine Pläne: «Die Steiner Anlagestiftung hat das Grundstück samt Gebäude in diesem Frühjahr gekauft. Wir sind von der Qualität des Grundstücks aber auch von Höngg insgesamt als lebendigem Stadtquartier mit hoher Wohnqualität sehr überzeugt. Wir werden in den kommenden Monaten unter anderem verschiedene Möglichkeiten zur Verdichtung des Grundstücks prüfen. Eine fixe Vorstellung zur künftigen Nutzung des bestehenden Gebäudes gibt es noch nicht», so Marcel Weiler, Head Transaction Management von SteinerInvest.

    Für alle öffnen

    Dass in der Stadt verdichtet wird, um der wachsenden Bevölkerung Platz zu verschaffen, ist auch der Hausgemeinschaft klar. Doch weil ihnen Haus und Garten sehr am Herzen liegen, machen sie sich gemeinsam Gedanken über die Zukunft der Liegenschaft. «Wie lassen sich solch grosszügige Grundstücke wie das betreffende zeitgemäss ausnutzen und die Belegungszahl erhöhen, ohne wertvolle bestehende Strukturen zu zerstören? Gibt es Alternativen zu einem Abriss?», das sind Fragen, die sie sich gestellt haben.

    Dabei geht es ihnen bei ihren Bemühungen keineswegs nur darum, den Wohnraum für sich zu erhalten, wie Szaday dem «Höngger» erklärt: «Wir sehen nicht nur das Gebäude als wertvollen Zeitzeugen, sondern würden uns wünschen, dass die Grünfläche auch erhalten bleiben kann – für das gesamte Quartier».

    Ein «wertvolles» Haus

    Verschiedene Architekten, mit denen die Hausgemeinschaft in Kontakt ist, haben bestätigt, dass auch sie das Gebäude für interessant halten. Denkmalgeschützt ist es jedoch nicht – nur der Grundeigentümer kann eine Aufnahme in das Inventar beantragen.  

    Auch Tamino Kuny von der ZAS* (Zürcher Arbeitsgruppe für Städtebau), einem Zusammenschluss junger Architekt*innen und Stadtbewohner*Innen, hat das Haus besucht. Die ZAS* wehrt sich gegen die in der Stadt Zürich vorherrschende «Abrisskultur». Bestehende Bauten seien eine Ressource, mit der es sorgsam umzugehen gelte, so erklärt die Gruppe in einer Kolumne – und weiter: «Wir brauchen ein gesellschaftliches Verständnis, dass nachhaltiges Handeln das Weitermachen mit dem Vorgefundenen bedingt, nicht dessen Ersatz». Gegen einen Abriss bestehender Bauten spreche, so Kuny, auch die im Bestand gebundene Energie. Denn wenn ein Haus abgerissen wird, ist alle «graue Energie», also die Energie, welche bei der Gewinnung der Rohstoffe, der Herstellung und Verarbeitung sowie beim Bau aufgewendet werden musste, verloren. Der Neubau möge zwar schlussendlich im Betrieb eine bessere Energiebilanz aufweisen als das alte Gebäude, muss jedoch zuerst den verlorenen Bestand wettmachen und gelangt erst dann zu zusätzlichem Raum. Besser wäre es, Energie von Beginn weg nur dort einzusetzen, wo es wirklich nötig ist.

    Ebenso wie die Bewohner*innen sieht Kuny die Bedeutung der Liegenschaft nicht nur in dem alten Gebäude, sondern vor allem in der Verflechtung des Hauses mit seinem Garten, der unmittelbaren Umgebung und gesamten Stadtökologie: «Ich bin der Auffassung, dass Verdichten auch bedeutet, Orte zu erkennen, die einen besonderen Wert für das Quartier haben können. Auch in einer dichten Stadt sind Freiräume wichtig, Orte wie der Garten des Hauses, die von einer grösseren Gemeinschaft genutzt werden können.»

    Die Hausgemeinschaft hofft also, dass das Haus bestehen bleiben kann. Gerne würden sie Gespräche mit der Eigentümerschaft führen, wie eine mögliche breitere Nutzung aussehen könnte. Und wenn das nicht möglich ist, dann wollen sie wenigstens die Zeit, die ihnen hier bleibt, noch sinnvoll nutzen.

  • «Spiegelungen» in Höngg

    «Spiegelungen» in Höngg

    Das Centro Cultural Hispanoamericano, das sich der Förderung und Verbreitung von Kunst und zeitgenössischer Literatur aus Lateinamerika widmet, konnte nach langer Zeit wieder eine Ausstellung auf die Beine stellen. Ziel ist es, jedes Jahr verschiedenen Künstlern und Schriftstellern eine Plattform zu bieten. Ende Juni lud die Leiterin Marta Elizondo das Künstlerpaar Sophia Keller und Manuel Girón in die Räumlichkeiten an der Riedhofstrasse ein. Alle drei präsentieren die Ausstellung «Spiegelungen». An der Vernissage hiess Elizondo ihre Gäste herzlich willkommen. Sie freute sich, die «eingefangenen Augenblicke» endlich präsentieren zu können.

    Poesie im Bild

    Von Elizondo sind Fotografien mit Texten zu sehen – Poesie im Bild, wie sie es nennt. «Poesie kennt man meist aus Büchern, und ich versuche mittels Fotografien den Zugang zu meinen Texten zu vermitteln», sagt sie. Die Bilder sind in spanischer und deutscher Sprache zu erleben, mit Titeln wie «Mystische Gegenwart» oder «Mit Musik in der Seele».
    Dazu gesellen sich die Fotoarbeiten der Künstlerin Sophia Keller Girón. Sie stellt verschiedene Arten von Werken aus: Da sind ihre «Stoffe, die Geschichten erzählen», welche das textile Schaffen der Maya in Guatemala mit digitaler Fotografie verbinden, die «City Tattoos» mit perforierten Fotocollagen, «Vorhang auf», eine Hommage an das St. Galler-Textilschaffen, sowie «Organic» mit seinen vielfach gewaschenen Damast-Betttüchern, welche bestickt sind.
    Manuel Girón hingegen setzt bei der Ausstellung ganz auf Bilder und Aquarelle. Er bezeichnet sich als «multidisziplinärer Künstler», der in verschiedenen Kunstformen reüssierte. Für «Spiegelungen» zeigt er zarte Gemälde, die beim Betrachten zu Lichtquellen werden. Sie tragen Titel wie «Lavendelfeld», «Frühling» und «Abenddämmerung».
    Die Werke aller drei Kunstschaffenden bilden ein grosses Ganzes. Es sind «Spiegelungen», welche behutsam vereinnahmen können.

    Spiegelungen

    Centro Cultural Hispanoamericano
    Marta Elizondo – Sophia Keller
    Girón – Manuel Girón
    Bis Samstag, 9. Juli, Montag bis Freitag, 9 bis 18 Uhr.
    Finissage: Samstag, 9. Juli, 16 Uhr.
    Riedhofstrasse 354