Autor: tka_admin

  • Ein Verein mit Herz

    Ein Verein mit Herz

    Jubel herrscht auf dem Hardhof, Gross und Klein haben mitgefiebert und angefeuert die letzten 75 Minuten – es hat sich gelohnt, die D-Juniorinnen haben den Match gegen «FC Blue Stars Zürich Frauen 1968» mit 7:1 gewonnen und wurden Gruppensieger in ihrer Kategorie. Ein schönes Erfolgserlebnis für das Team und den SC Wipkingen (SCW).

    Der Fussballverein ist mit voller Motivation und Elan unterwegs. Er hat sich neu aufgestellt und ist mit frisch gewählten Vorstandsmitgliedern in die neue Saison gestartet. Neben der sportlichen Ambition stehen für den 1919 gegründeten Verein und seine über 450 Mitglieder vor allem soziale Aspekte im Vordergrund.

    Zum einen möchte der Verein vor allem Kindern und jungen Erwachsenen eine Möglichkeit geben, Mannschaftssport zu betreiben, Freundschaften aufzubauen und bei Vereinsanlässen am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen. Zum anderen möchte er ebenso dem Quartier verbunden bleiben.

    Starke Beziehung zum Quartier

    «Wir fühlen uns hier sehr verankert mit unserer langen Geschichte und möchten auch in Zukunft gerne mit dem Quartier zusammenarbeiten», betont Sven Guggenheim, seit Anfang 2023 offizieller Co-Vize-Präsident, zusammen mit Ralph Schiess. So sei es selbstverständlich, dass Vereinsanlässe in Wipkinger Einrichtungen durchgeführt werden, die Generalversammlung im Herbst beispielsweise im örtlichen Altersheim, der Neujahrsapéro und die Vorstandssitzungen im lokalen Gastrobetrieb. «Aus dem Quartier, für das Quartier eben», wie es Sven Guggenheim auf den Punkt bringt.

    Steigende Mitgliederzahlen

    Die Beliebtheit des Fussballvereins hat sich herumgesprochen: So steigen die Mitgliederzahlen kontinuierlich, insbesondere bei den jungen Quartierbewohnerinnen: Waren es vor gut 20 Jahren erst 17 lizenzierte Spieler, zählt der Verein heute 335 Spielerinnen mit einer Lizenz in insgesamt 20 Teams, 15 davon im Nachwuchs, und über 30 Trainerinnen, die meisten davon sind aus den eigenen Reihen rekrutiert worden – was viel wert ist, beklagen doch viele Fussballvereine schon seit Längerem einen akuten Trainermangel.

    Bei allem Wachstum herrsche nach wie vor eine sehr familiäre Stimmung, wie von den Mitgliedern zu hören ist. «Unsere Philosophie ist ‹Über Spass und Zusammenhalt kommt der Erfolg›, und wir möchten mit Herz und ohne Starallüren daherkommen», so Sven Guggenheim. Inzwischen gibt es sogar Wartelisten für gewisse Positionen und bei den jüngeren Juniorinnen.

    «Es gibt aber auf jeden Fall Mannschaften, wo es noch Platz hat und wir nehmen immer wieder Kinder auf, man kann sich jederzeit bewerben. Wipkinger*innen werden grundsätzlich bevorzugt», sagt der Co-Vize-Präsident. Für die kommende Saison werden noch Leibchen-Sponsoren gesucht. Wer sich angesprochen fühlt, kann sich direkt beim SCW melden.

  • «Röschi 79» ist bald bezugsbereit

    «Röschi 79» ist bald bezugsbereit

    Man hat sich schon fast an das Bild gewöhnt: Seit gut zwei Jahren wird direkt am Rö-schibachplatz, hinter den mit lokaler Kunst verzierten Wänden, gebaut (die «Wipkinger Zeitung» berichtete). In dem Grossprojekt, das von Concept Architekten AG im Auftrag einer privaten Bauherrschaft durchgeführt wird, wurde das ursprüngliche, fast 100-jährige Gebäude abgerissen und seither wird es durch einen Neubau namens «Röschi 79» ersetzt.

    Anfang Mai feierte der Neubau nun Richtfest. Und ab dem 1. August können die ersten Mieter*innen einziehen: Die Gewerberäume stehen dann für den eigenen Innenausbau zur Verfügung. Nach Auskunft von Luc Gigaud der Zelos Verwaltung GmbH sind drei der vier Gewerberäumlichkeiten bereits vermietet, für den grössten Geschäftsraum seien noch Verhandlungen mit mehreren Interessenten zugange.

    Bei der Auswahl seien, so Gigaud, lokales Gewerbe oder zumindest ortsansässige Personen berücksichtigt worden, der Fokus habe auf dem Mehrwert fürs Quartier gelegen. Einziehen wird nun ein Coiffeurgeschäft, die Gelateria di Berna zusammen mit dem ViCafé sowie das lokale Ladencafé Chez Nous, ein kleines Detailhandelsgeschäft mit Bistro, das bereits im Altbau als Pop-up startete.

    Grosses Interesse

    Auch die 23 Wohnungen in der Grösse zwischen zweieinhalb und viereinhalb Zimmern sind bereits vergeben. Hier wird der Erstbezug ab Ende Oktober möglich sein. Das Interesse sei sehr gross gewesen, die Anmeldefunktion auf der Website habe innerhalb von drei Wochen deaktiviert werden müssen, weil sich bis dahin bereits über 400 Interessent*innen angemeldet hätten, berichtet Gigaud.

    Die grossen Wohnungen seien ausschliesslich Familien vorbehalten und auch die Dreizimmerwohnungen würden nur an mindestens zwei Personen oder Familien vermietet, so Gigaud weiter. Konkrete Angaben zu den Mietpreisen macht die Verwaltung nicht, erklärt jedoch gegenüber der «Wipkinger Zeitung»: «Unter Berücksichtigung des Ausbaustandards und der Materialisierung erachten wir die Mieten als sehr fair, vor allem wenn man die Wohnungen mit gleichwertigen Objekten in der Stadt Zürich und der Agglomeration vergleicht.»

    Gigaud erwähnt abschliessend, dass man sich freue, dass trotz den diversen und erschwerenden Bedingungen das Projekt ein Erfolg geworden sei und nun bald Leben ins Haus komme.

     

  • «Komme ich in dieses Haus, werde ich ganz ruhig»

    «Komme ich in dieses Haus, werde ich ganz ruhig»

    Von Lukas Kistler

    Vielen Höngger*innen dürfte das Wohnhaus an der Limmattalstrasse 9 bekannt sein: Seine Aussenmauer aus Bruchsteinen hebt es deutlich von der Umgebung ab, auch wegen deren ungewöhnlicher Farbe, ein helles Bordeauxrot. Sein stimmiger Name: «Roter Ackerstein». Während Tobias Herold den Kinderwagen, in dem seine jüngste Tochter schläft, in den Garten schiebt, prüft Max Dell’Ava mit einem der portugiesischen Bauarbeiter die Schalung für die Treppe, die vom Keller zum Garten hinaufführen wird. Herold vertritt die Bauherrschaft und Dell’Ava, Mitinhaber des DAX Atelier für Architektur, plant den Umbau. Beide führen den Schreibenden durch Haus und Garten.

    Vom rötlichen Stein der Aussenmauer, einem Sernifit, kennt Tobias Herold die Geschichte, wie sie in der Hauschronik festgehalten ist: «Escher vom Luchs kaufte einem Bauern den Stein ab, der unweit des heutigen Wärmebads Käferberg auf dessen Acker lag.» Diesen Ackerstein hatte der Linthgletscher in der letzten Eiszeit aus dem Glarner Sernftal nach Zürich transportiert und bei seinem Rückzug als Findling zurückgelassen.

    Das ehrwürdige Wohnhaus wird etappenweise umgebaut, zwei je fünfköpfige Familien werden es dereinst bewohnen. Ein solcher Umbau verlangt Fingerspitzengefühl, denn es gibt viel wertvolle historische Substanz. Der «Rothe Ackerstein» ist ein bedeutendes Gebäude in Höngg, blickt es doch auf knapp 350 Jahre zurück. Es gilt als ältestes Landgut von Zürcher Stadtbürgern in Höngg. Ein solcher, Junker Marx Escher vom Luchs, liess es 1674 bauen. Das Stadtzürcher Geschlecht Escher vom Luchs stellte in der alten Eidgenossenschaft zahlreiche Land- und Obervögte und zählte bis ins 19. Jahrhundert zu den führenden Zürcher Familien.

    Schützenswerter Garten

    Mitten im verwilderten Garten steht eine mächtige Eibe, Holunderblüten verströmen ihren Duft, es gibt Teiche und Schwertlilien. Da der Garten im kommunalen Inventar der schützenswerten Gärten und Anlagen eingetragen ist, darf hier nicht neu gebaut werden. Am Dach und an den Aussenmauern sind die Arbeiten bereits abgeschlossen. Rebe und Kiwi ranken am gusseisernen Geländer der Terrasse, die 1890 angebaut wurde.

    Unter einer Plane sind dort Wandtäfer, Bodendielen und Türen gestapelt. Diese Bauteile werden wieder eingebaut. Allerdings, präzisiert Max Dell’Ava, nicht zwingend dort, wo sie ursprünglich verbaut waren. «Wir wollen keinen hypothetischen Urzustand rekonstruieren, sondern entscheiden von Raum zu Raum, welche Ausstattung wir behalten. Entscheidend ist dabei die Qualität der Bauteile», sagt der Architekt.

    Auf unserem Rundgang im Gebäudeinnern treffen wir wieder auf solche Stapel, die diesen differenzierten Recycling-Ansatz spiegeln. Dasselbe gilt etwa für die Haufen geschmiedeter Nägel, die rund 350 Jahre unversehrt überstanden haben. Und auch für den Kachelofen aus den 1730er-Jahren, den der Hafner derzeit instand stellt und mit dem wieder geheizt werden soll.

    Überraschung im Obergeschoss

    Wir steigen ins Obergeschoss hoch, balancieren dort auf den Bodenbalken. Die Bodendielen wurden entfernt, allein die Balken sind belastbar. Auch die quer laufenden Deckenbalken sind freigelegt, von der später ergänzten Gipsdecke sind noch Muster vorhanden. Und zwischen den Balken schlingen sich Pflanzengirlanden. «Escher vom Luchs steckte sein Geld vermutlich in die Malerei», kommentiert Dell’Ava.

    Im Raum daneben ist die Malerei noch raffinierter: Hasen, Bär, Löwe und weitere Tiere tummeln sich zwischen den Balken. «Zustand und Qualität der Grisaille-Malerei sind einzigartig», sagt der Architekt. Wie es sich wohl leben lässt, in diesen Räumen mit solch kostbarer Ausstattung? «Komme ich in dieses Haus, werde ich ganz ruhig», meint Tobias Herold. Na klar, möchte man meinen: Diese Mauern haben schon manchem Sturm getrotzt.

  • Mehr als nur eine Sitzgelegenheit

    Mehr als nur eine Sitzgelegenheit

    «Ich finde die Stühle cool und sehr bequem», so der zehnjährige Yusuf, der statt an der Bushaltestelle einfach in einem der «Fliegenden Stühle» unterhalb der Station Lägernstrasse auf den 32er-Bus wartet. So wie er nehmen jeden Tag immer wieder Passantnnen Platz auf den vier neuen Liegestühlen. Doch was hat es eigentlich auf sich mit dem merkwürdigen Konstrukt aus Stoff, Holz und Metall?

    «Die Stühle sollen mehr als nur eine Sitzgelegenheit sein, sie sollen den öffentlichen Raum aufwerten, zum Innehalten einladen und neue Begegnungen ermöglichen», erläutert Stefanie Pfändler vom Verein Cala den Gedanken dahinter. Das Projekt ist aus der «Quartieridee Wipkingen» entstanden: Hier im Quartier testete die Stadt Zürich in den Jahren 2020 und 2021 eine Art «partizipatives Budget» auf Quartierebene, das später auf die ganze Stadt ausgeweitet wurde.

    Alle Wipkinger*innen konnten dazumal eine Idee eingeben, über die nach einer Machbarkeitsüberprüfung anschliessend im Quartier abgestimmt wurde. Das Stuhlprojekt war eine der Ideen, die das Rennen machte und mit 10 000 Franken umgesetzt werden konnte. Zu den «Fliegenden Stühlen» gehört noch eine zweite Sitzkonstruktion, die allerdings anders daherkommt: An der Ecke Lehen- und Wunderlistrasse steht ein Holzkomplex, der als eine Art Tribüne gestaltet ist, die als Pflanzentopf, Bücherschrank oder Sitzplatz genutzt werden kann.

    Ein offenes Ohr für Kritik

    Doch kommen die neuen Sitzgelegenheiten bei allen an? Schliesslich war am Standort Lägernstrasse zwischenzeitlich ein Schild zu lesen mit der Aufschrift «Wir wollen unser Bänkli zurück!». Tatsächlich hätten ältere Anwohner moniert, dass sie aus den tiefliegenden Stühlen nicht wieder aufstehen könnten.

    «Das hatten wir gar nicht bedacht, ein klassischer Fehler, wenn man nur durch die eigene Brille guckt», räumt Stefanie Pfändler ein. Sie hätte sich darum gekümmert, dass wieder eine Bank aufgestellt wird.

    Mit vereinten Kräften

    Das Projekt am zweiten Standort dagegen scheint gemäss befragten Anwohnern sofort gut angenommen worden zu sein. «Es hat sich zu einem regelrechten Treffpunkt entwickelt, die Leute pflegen die Pflanzen, treffen sich zum Apéro und fühlen sich verantwortlich, dass der Platz schön bleibt», betont Stefanie Pfändler.

    Während die «Tribüne» von einem befreundeten Architekten in Freiwilligenarbeit gebaut wurde, wurden die «Liegestühle» von ETH-Studierenden entworfen. «Das Projekt zeigt, wie viele Ressourcen auf Quartierebene mobilisiert werden können», so Stefanie Pfändler.

    Die Holzverarbeitung durfte der Verein in der Werkstatt des GZ Buchegg machen, gelagert und zusammengeschraubt wurden die Teile in der Kirche Wipkingen, die vom Klimastreik genutzt wird. Auch spontan kamen Leute aus dem Quartier beim Bau zu Hilfe. «Es ist schön zu sehen, wie sich ein Quartier ganz unkompliziert vernetzen kann und regelrechte Quartierpower zustande kam», sagt Stefanie Pfändler.

    Wenn die Wipkinger*innen möchten, können sie die Treffpunkte für die nächsten drei Jahre auch für Anlässe nutzen – so lange ist das Projekt angelegt. Der Verein Cala kümmert sich um die Bewilligung. Denkbar sind beispielsweise ein kleines Konzert, ein Kinderflohmarkt oder ein Quartier-Apéro. Für den Transport der Utensilien stellt der Verein ein E-Lastenvelo zur Verfügung.

  • In Bildern versinken

    In Bildern versinken

    Der Blick schweift in die Ferne, in eine Landschaft irgendwo im Norden – vielleicht. Da ist ein See, ruhig und flach, ganz im Gegensatz zu den Hügeln und Bergen, die sich in Wellen zum Horizont ziehen. Es handelt sich um eines der Bilder des Höngger Malers Louis Lang, welches seit Mitte Juni in der Residenz im Brühl zu entdecken ist.

    Die Ausstellung erinnert an den Künstler, der im Dezember 2016 verstarb. Seine Ehefrau Franziska Lang-Schmid kümmert sich seither um das künstlerische Erbe, und sie war es auch, die an der Vernissage die zahlreichen Gäste begrüsste.

    Für die musikalische Unterhaltung sorgte der Jazz Circle Höngg – das kommt nicht von ungefähr: Louis Lang war ein grosser Musikliebhaber und amtete einst als Vorstandsmitglied im Höngger Jazzverein. Doch bevor sich die Kunstinteressierten den Werken bei einem Glas Wein widmen konnten, hielt Franziska Lang-Schmid eine kurze Ansprache und hob die Stille hervor, die manche der rund 30 Bilder ausstrahlen, welche noch bis Ende September die Wände im grosszügigen Eingangsbereich der Altersresidenz schmücken (die «Höngger Zeitung» berichtete). Weiter bedankte sie sich bei der Residenz Im Brühl und deren Leiter Beat Schmid für die Möglichkeit der Ausstellung.

    Für den guten Zweck

    Die Bilder – sowie weitere, die in einem Katalog zu sehen sind – können auch erstanden werden: Die Preise sind fair und der Nettoerlös geht an «Médecins Sans Frontieres» (MSF). Die Hilfsorganisation leistet dort medizinische Hilfe, wo Menschenleben bedroht sind. Sei es durch Naturkatastrophen, bewaffnet Konflikte oder Epidemien.

    Nach einer Zugabe des Jazz Circles mit «When The Saints Go Marching In» strömten die Gäste aus, um die Werke von Louis Lang zu erleben. «Die Vielfalt seiner Sujets ist Ausdruck einer reichen, lebendigen Seele», schrieb Franziska Lang-Schmid bereits in der Einladung.

    Das eingangs erwähnte Bild, das träumerisch in die Ferne schweift, kontrastiert mit farbenfrohen Blumensujets. Ein weiteres Stillleben ist gänzlich in tiefdunklem Blau gehalten, während ein anderes Werk etwas kontrovers aufgenommen wurde: Es zeigt die Szene einer Bar, in deren Mitte sich eine Dame – das Vorbild dürfte Marilyn Monroe gewesen sein – in der Pose eines Models präsentiert. So oder so, die Betrachtenden versanken in den Bildern.

    Es war eine lebhafte Vernissage sowie ein Zusammentreffen von ehemaligen Weggefährt*innen, die sich liebevoll an Louis Lang erinnerten.

    Ausstellung: Erinnerungen an den Höngger Maler Louis Lang

    Bis 30. September, täglich, 10 – 20 Uhr in der Residenz Im Brühl,
    Kappenbühlweg 11.

    Verwandter Artikel: Ein Rendevous mit der Stille

  • Zurück in die Zukunft mit dem «PfiLa»

    Zurück in die Zukunft mit dem «PfiLa»

    Alle Teilnehmenden trafen sich am Samstag beim Landesmuseum und machten sich anschliessend auf den Weg zum malerischen Ägerisee, denn dort sollte das diesjährige «PfiLa» stattfinden. Endlich angekommen, trafen sie auf die Leiterinnen und «Marty» aus «Zurück in die Zukunft» trafen. Jene Rolle, mit der einst Michael J. Fox weltbekannt wurde.

    Gemeinsam begab sich die Gruppe auf eine Zeitreise in das Jahr 1985. Dort mussten Sie den berühmten Erfinder «Doc» aufzusuchen, um mit seiner Hilfe die Zeitmaschine zu verbessern. Beim Antrieb der Zeitmaschine setzte die Gruppe Asharah statt auf die riskante Uranenergie auf eine ökologischere und sicherere Alternative: die Zitronenbatterie. Mit diesem innovativen Ansatz gelang es ihnen schlussendlich, in die Zukunft zurückzureisen.

    Ohne Heringe in die Gegenwart

    Um auch die jüngste Gegenwart zu beschreiben: Das «PfiLa» fand bei strahlendem Wetter statt. Obwohl die Zelte ohne Heringe für die Befestigung am Campingplatz ankamen, wusste sich die Gruppe bestens zu helfen und schnitzte sich kurzerhand die eigenen Heringe. So überstand sie die Nacht trotz der spätabendlichen Stimmen im Zelt und konnte erholt in den zweiten Tag starten.

    Eines der Highlights war bestimmt das «Zeitreisen», bei welchem die Teilnehmenden mit «Doc’s» umgebautem Motorboot über den See düsten. Das Motto verpflichtete zudem, immer wieder in die faszinierende Welt der 1980er-Jahre einzutauchen. So experimentierte die Gruppe mit Cola und Mentos, sie testete, ob ein Seifenmotor besser als Antrieb für das Boot geeignet ist, oder erlernte Pioniertechniken, um sich auf die Zukunft vorzubereiten: Schliesslich möchten alle das begehrte Knotenabzeichen erlangen.

    Am Ende vom «PfiLa» verabschiedeten sich «Doc» und «Marty» schweren Herzens von der Gruppe Asharah, um ihre Geschichte in einer anderen Zeit fortzusetzen. Gemeinsam machte sich die Gruppe wieder auf den Heimweg, bereit für ein neues Abenteuer in der Zukunft.

    Eingesandt von Fiona Ammann

  • Diese Mode ist für alle da

    Diese Mode ist für alle da

    «Zeit zum Reden!», so das Motto der diesjährigen ZurichPride, deren Höhepunkt – der Umzug – am Samstag, 17. Juni, stattfindet. Das Motto kommt nicht von ungefähr, wie auf der Website der Pride nachzulesen ist. Wer sich in der Community umhöre, komme schnell auf das Thema der Zerrissenheit. Es werde also Zeit, so die Website, sich gegenseitig zuzuhören, Missverständnisse abzubauen und den Zusammenhalt zu stärken.

    Die besagte Community ist mittlerweile für ihre bunte Vielfalt bekannt. Neben tiefgehenden Fragen wie jener nach der Geschlechterrolle, spielen auch harmlose Themen eine Rolle – so, wie die Kleiderfrage. Das starre Korsett der Kleiderregeln wurde dort nämlich längst gesprengt: Alle sollen das anziehen, was sie wollen und wann sie wollen. Es ist die Freude an der Mode, die zählt.

    Warm-Up im Sibesinn

    Dass Männer auch Röcke tragen, kommt vor, und dass Frauen im Smoking eine tolle Figur machen, ist spätestens seit Marlene Dietrich bekannt. Das weiss auch Cornelia Zurbrügg, Inhaberin der Sibesinn-Schenkbar in Höngg. Ihre kleine Boutique mitten in Höngg verspricht ein Abtauchen in eine andere Welt, aus der Mann wie Frau und nicht-binäre Menschen gerne etwas mitnehmen.

    «Sinnlich, Wohnen, Schenken, Kleiden» – das ist das Motto. Edle, oft wallende Stoffe, welche die Weiblichkeit betonen, ohne diese je auszunutzen. Boho-Ibiza-Style trifft auf die Herrin von Avalon. Selbstverständlich bietet sie auch Schickes für den Mann an.

    Um am Tag des Zurich-Pride-Umzugs auch ein Stückchen vom Regenbogen nach Höngg zu bringen, öffnet Cornelia Zurbrügg ihre Schatztruhe bereits am Samstagmorgen für ein «Warm-Up»: Das Sibesinn-Pride-Outfit kann dann mit 15 Prozent Ermässigung erstanden werden. Dazu wird Prosecco zum Anstossen serviert. 

    Samstag, 17. Juni, von 10 bis 13 Uhr
    Limmattalstrasse 161

  • «Die Berge geben Kraft»

    «Die Berge geben Kraft»

    Rosalia Schönbächler ist quasi eine Neuzuzügerin in Höngg: Sie lebt erst seit rund zwei Jahren hier im Quartier. Im stolzen Alter von 98 Jahren ist sie in die Hauserstiftung eingezogen. Eigentlich wollte sie noch länger zu Hause wohnen bleiben, doch die Rückenbeschwerden wurden zu gross.

    Und weil der jüngste Sohn Mitglied in der Höngger Zunft ist und die grosse Alterssiedlung an ihrem vorherigen Wohnort, in Oberstrass, gerade renoviert wird, organisierte er für sie ein Zimmer in der Altersresidenz. Der neue Wohnort und das Quartier behagen der Hundertjährigen: «Hier gefällt es mir sehr gut», erklärt sie im Gespräch mit dem «Höngger».

    Kindheit auf luzernischem Bauernbetrieb

    Geboren ist sie am 29. April 1923 im Kanton Luzern, bei Hitzkirch. Die Eltern hatten einen Bauernbetrieb, auf dem sie mit ihren vier Geschwistern aufwuchs. Die Kindheit war einfach, aber schön: «Wir haben sehr viel Zeit draussen in der Natur verbracht», erinnert sich Schönbächler zurück.

    «Verwöhnt wurden wir nicht, aber wir hatten ein gutes Leben.» Als sie zwanzig war, starb der Vater, die Mutter war nun alleine mit drei minderjährigen Kindern. Unfallversicherungen und Krankenkassen waren damals noch nicht obligatorisch, die Familie war nicht versichert. Die Mutter musste selber schauen, wie sie mit ihren Kindern über die Runden kam.

    Mit der «Madame» nach Zürich ins Glück

    Um ihr eigenes Geld zu verdienen, begann Schönbächler deshalb, bei einer «Madame» in Luzern als Haushaltshilfe zu arbeiten. Diese hatte sich in Zürich ein Haus gekauft, an der Dolderstrasse, und bat Schönbächler, mit ihr mitzukommen. «Ich wollte eigentlich überhaupt nicht nach Zürich, bin dann aber doch mitgegangen – nicht zuletzt, weil die Dame mir versprach, die Gotte meiner Kinder zu werden», erinnert sich Schönbächler.

    Also zogen sie im Jahr 1943 gemeinsam nach Zürich. Die Dame hatte ihren Mann verloren und war ganz alleine, Schönbächler half ihr nicht nur im Haushalt, sondern begleitete sie auch ins Theater und überall hin, wo sie wollte. «Der Umzug nach Zürich war schliesslich mein Glück», so Schönbächler weiter, «denn hier lernte ich meinen Mann kennen.» Dieser war Kommissar bei der Stadtpolizei, mit ihm gründete sie eine Familie, aus der drei gemeinsame Kinder und mittlerweile 6 Enkelinnen sowie drei Urenkelinnen hervorgingen.

    Lieber Berge als Meer

    Das Ehepaar teilte eine gemeinsame Leidenschaft: die Berge. «Mein Mann war ein grosser Alpinist, ich glaube, er hat alle 4000er bestiegen», schwärmt Schönbächler. Er war auf vielen Tourenwanderungen unterwegs – damals allerdings noch unter ganz anderen Bedingungen als heute: «Auf die Wanderungen hat man damals noch keine Helme mitgenommen, Stirnlampen gab es auch noch nicht. Mein Mann hat seine Touren und unsere Ferien oft nach dem Vollmond gerichtet, damit er auch nachts genug Licht zum Wandern hatte», erinnert sie sich schmunzelnd.

    Sie selber sei auch gerne mitgegangen auf die Hüttenwanderungen – nur auf die hochalpinen Touren, da habe sie ihren Mann alleine gehen lassen. Jemand habe ja schliesslich auch bei den drei gemeinsamen Kindern bleiben müssen.

    Bis ins Alter hätten sie viel Zeit zusammen in den Bergen, vor allem in Zermatt, verbracht. Und bis heute hat das Gebirge für sie seine Faszination nicht verloren: «Die Berge geben mir Kraft», sagt sie. «Natürlich ist das Meer auch schön, aber nur so am Strand liegen, das wäre nicht so mein Ding.»

    Ihr Mann verstarb leider 2014, im Alter von 92 Jahren. Er war bis zum Schluss zu Hause, Rosalia pflegte ihn mit Unterstützung der Spitex. Sie selber ist noch ausserordentlich fit, nur das Gehör macht ihr zu schaffen. «Im letzten Jahr habe ich mich mit Corona infiziert, seither höre ich leider noch schlechter», berichtet sie.

    Aber spazieren gehen, das kann sie immer noch. «Ich gehe gerne in der Allee an der Hohenklingenstrasse spazieren, da kann ich von einem Bänkli zum nächsten laufen», freut sie sich. Und bei gutem Wetter reicht die Sicht sogar bis zu ihren geliebten Bergen.

  • Siegreiche «Zürihegel» aus Wipkingen

    Siegreiche «Zürihegel» aus Wipkingen

    Rund 1200 Stadtzürcher Mädchen und Knaben der Jahrgänge 2010 bis 2015 versammelten sich am Samstag, 10. Juni, auf der Sportanlage Utogrund, um über 60 Meter zu sprinten. Dabei ging es nicht nur um den Titel «De schnällscht Zürihegel», sondern auch um den Teamgedanken.

    Die Rennen der Pendelstafetten waren laut der Medienmitteilung des Vereins Zürihegel wie immer geprägt von Spannung und Dramatik. So ging da und dort ein Stab zu Boden oder die Übergaben funktionierten nicht ganz so wie in der Schule geübt. Die siegreichen Kinder durften tolle Preise, das Sieger T-Shirt und natürlich die Goldmedaille, in Empfang nehmen. Und für die siegreichen Stafetten Teams gab es den begehrten Siegerwimpel für das Klassenzimmer.

    Laut der offiziellen Rangliste landeten fünf Kinder aus dem Kreis 10 ganz oben: Bei den Mädchen siegten Emma Husain aus Höngg (Jahrgang 2014) und Ella Mina Sorg aus Wipkingen (Jahrgang 2010). Bei den Knaben erreichten Adi Vinca aus Wipkingen (Jahrgang 2013) sowie Ailo Dufner (Jahrgang 2012) und Abdullah Gillen (Jahrgang 2011), beide aus Höngg, die Spitzenposition. Bei den Stafetten schaffte es kein Schulhaus aus dem Kreis 10 in die Top 3.

    Erste Präsidentin

    Im Rahmen des Finaltags übergab Richard Staub das Präsidium des «Zürihegel» an Dana Jeker. Diese wird die erste Präsidentin in der 72-jährigen Geschichte des Pionierprojekts.

    1951 von LCZ-Trainerlegende Silvio Nido ins Leben gerufen, begeistern die Wettbewerbe heute unter dem nationalen Namen «Visana Sprint» den Sprintnachwuchs in mehr als 250 Städten und Dörfern. 

  • Höngger Künstler zeigt «Life & Death»

    Höngger Künstler zeigt «Life & Death»

    Die Bezeichnung «Immersiv» leitet sich vom Wort «Immersion» ab, welches das Einbetten oder auch das Eintauchen in eine andere Welt bedeutet. Das verspricht die Rhyality Immersive Art Hall in Neuhausen beim Rheinfall. Auf 800 Quadratmetern ermöglicht dort ein Videosystem mit 28 Projektoren und 90 Lautsprechern das Eintauchen in eine andere Realität.

    Nun stellt der Höngger Künstler Martin Baumann dort bis im Herbst unter dem Motto «Life & Death» seine Bewegtbilder vor. Baumanns imposante Bilder, voller Farben und Formen, sind auf den ersten Blick nicht als das zu erkennen, was sie wirklich sind: Sie zeigen, wie sich diverse Tabletten im Wasser auflösen. Beim Zergehen entfalten sich die pharmazeutischen Produkte in einer kaum vorstellbaren Pracht.

    So entstehen Bilder von surrealer Schönheit – die niemals ganz vergessen lassen, wie eng das Leben und der Tod miteinander verwoben sind. Diese Impressionen in der schweizweit einzigartigen Installation in Neuhausen zu erleben, gleicht einem Abenteuer.

    Positive Emotionen  

    Der Anfang von Baumanns Videografie mit Tabletten beruht auf einem puren Zufall, als ihm eine Pille ins Glas fiel. Erst im Anschluss sah er im Internet, dass sich auch schon andere damit befassten. Der Vorgang hinterliess eine Faszination und positive Emotionen, sodass er seitdem ebenfalls mit Pillen arbeitet. Der Mensch bleibe in seinen Bildern trotz bahnbrechender Fortschritte in der Medizin stets im Mittelpunkt, das wolle er mit «Life & Death» zeigen.

    Life & Death bei Rhyality Immersive Art Hall

    «Mein Beitrag hilft, um unsere Kunst- und Kulturlandschaft mit einer weiteren eindrücklichen audiovisuellen Darbietung zu bereichern», schreibt Baumann auf seinem YouTube-Profil.

    In der Halle werden in Rotation mit dem Werk von Baumann noch weitere Filme gezeigt, in die sich ein Eintauchen lohnt, etwa  «Rheinfall in vier Jahreszeiten» und «Märchen Teil 1 & 2».

    Der Besuch in Neuhausen – mit der S-Bahn ab Zürich direkt zu erreichen – lohnt sich daher: Zuerst die Naturgewalt des mächtigen Rheinfalls erleben, dann in die fantastischen Bilderwelten der Rhyality Immersive Art Hall eintauchen.

    Rhyality Immersive Art Hall

    Industrieplatz 1, Halle 1, SIG Areal
    8212 Neuhausen am Rheinfall
    Details und Tickets: rhyality.com