Autor: tka_admin

  • Gesundheitszentren für das Alter erhalten neuen Direktor

    Gesundheitszentren für das Alter erhalten neuen Direktor

    Wie die Stadt Zürich in einer Medienmitteilung schreibt, absolvierte Andy Leemann eine Berufslehre und die Berufsmaturität und erwarb neben einem Abschluss als Dipl. Techniker HF Unternehmensprozesse auch einen Fachausweis in Finanz- und Rechnungswesen. 2019 schloss er an der Universität Bern den Master of Health Administration erfolgreich ab.

    Seine berufliche Laufbahn führte ihn vom Geschäftsführer eines KMU in der Baubranche zu einem Medienunternehmen und schliesslich zur Stadt Winterthur. Dort war er im Departement Soziales, Alter und Pflege in verschiedenen Führungsfunktionen tätig, zuletzt als Leiter Zentrale Dienste und stellvertretender Leiter des Bereichs Alter und Pflege.

    Er setzte sich durch

    2021 trat er in die Gesundheitszentren für das Alter (GFA) der Stadt Zürich ein und wurde als Leiter Finanzen mit der Neuorganisation und Neuausrichtung der Finanzabteilung beauftragt. 2024 wurde er aufgrund einer Nachfolgeregelung zum Leiter Finanzen & Infrastruktur befördert und vom Stadtrat als Vizedirektor GFA ernannt.

    Andy Leemann setzte sich in einem mehrstufigen Bewerbungsverfahren gegen zahlreiche andere qualifizierte Kandidat*innen durch. Er kennt die aktuellen Herausforderungen und bringt einen sehr breiten Erfahrungsschatz und Kenntnisse im Bereich der Langzeitpflege sowie fundierte Führungserfahrung mit.

    40 Standorte

    Die Gesundheitszentren für das Alter sind mit rund 40 Standorten, darunter jene vier Zentren im Kreis 10 (Bombach, Sydefädeli, Käferberg und Trotte) sowie über 3000 Bewohner*innen, 3300 Mitarbeitenden und 800 Auszubildenden die grösste Anbieterin stationärer Langzeitpflege in der Stadt Zürich.

    Sie bieten ein umfassendes Wohnangebot, stationäre Langzeitpflege, spezialisierte Pflege und Betreuung für Menschen mit Demenz sowie temporäre Aufenthalte wie Übergangspflege für ältere Menschen.

    Dank an Renate Monego

    Andy Leemann tritt die Nachfolge von Renate Monego an, die in den Vor-Ruhestand geht. Sie war mehr als 36 Jahre bei der Stadt in verschiedensten Führungspositionen tätig, zuletzt als Direktorin GFA. Der Stadtrat dankt Renate Monego für ihren ausserordentlichen und langjährigen Einsatz und wünscht ihr alles Gute.

    Quelle: Medienmitteilung Stadt Zürich

  • Fussballfieber auf dem Röschibachplatz

    Fussballfieber auf dem Röschibachplatz

    Von Chris Glaser

    Am Sonntag, 27. Juli, wird der Röschibachplatz zum Hotspot für alle Fussballfans: Der Quartierverein Wipkingen (QVW) lädt zum grossen Public Viewing des Finalspiels der UEFA-Frauen-Europameisterschaft 2025 ein. Um 18 Uhr wird das Endspiel live auf Grossleinwand übertragen – mitten im Herzen unseres Quartiers.

    Dank dem Engagement des QVWs ist der Anlass für alle kostenlos. Getränke und Essen gibt’s in den umliegenden Lokalen. Aber auch eigenes Proviant kann mitgebracht werden. Eine begrenzte Zahl an Bänken wird bereitgestellt. Wer sicher sitzen will, darf gerne den eigenen Stuhl oder Picknickteppich mitbringen.

    Ob die Schweiz, Deutschland oder England im Finale steht: Wir freuen uns auf ein friedliches, mitreissendes Fussballfest unter freiem Himmel. Hopp Wipkingen, hopp Europa! Und Daumen drücken für gutes Wetter!

  • Hotdogs und heisse Füsse

    Hotdogs und heisse Füsse

    Im Riedhof wird gerne gefeiert: Von Fasnacht über zahlreiche Musikveranstaltungen, Seifenblasen-Performances und Lama-Besuche bis zum Nationalfeiertag ist für jeden Geschmack etwas mit dabei.

    Doch den gefühlten Höhepunkt des Veranstaltungsjahrs stellt das Riedhoffest im Sommer dar. Dann verwandelt sich jeweils das komplette Haus in eine grosse Festbühne. Und das ganze Quartier ist eingeladen, mit dem Team und den Bewohnenden zu feiern.

    Die «Geissens» waren auch da

    Am 22. Juni war es wieder so weit: Vor dem Haus wurde das Kinderkarussell aufgebaut, die gesattelten Ponys warteten geduldig auf die Kinder und die Mitarbeitenden vom Team Aktivierung ebenso geduldig auf Fahrgäste für die Tuk-Tuk-Fahrräder. Auch die meckernden «Geissens» freuten sich über einen Besuch sowie ein kleines Löwenzahnblättchen.


    Sie waren für die Kleinen die grosse Attraktion am Sommerfest: Die Ponys im Hof der Altersresidenz. (Foto: dad)

    Publikumsmagnete bei den jüngeren Gästen waren wie gewohnt die Hüpfburg, das Glücksrad und das Büchsenwerfen, selbst wenn die hochsommerlichen Temperaturen die Bewegungsfreudigkeit ein wenig dämpften und der aufgeheizte Boden der Hüpfburg immer wieder eine Herausforderung für empfindliche Füsse war.

    Pianobar oder Rock’n’Roll?

    Etwas gemächlicher ging es derweil im «7. Himmel» zu und her: Dort, auf dem Dachgeschoss der Institution, unterhielt Pianist Daniel Zehnder die Gäste, die den ganzen Trubel bei einem kühlen Drink aus sicherer Distanz in luftiger Höhe betrachten konnten.

    Im Erdgeschoss, auf der grossen Terrasse, ging gleichzeitig musikalisch die Post ab: vormittags eher volkstümlich mit den Grischuna-Örgelern, am Nachmittag rockig-balladig mit MG Grace. Dazwischen war noch Zeit für ein paar Worte: Der Präsident des Trägervereins Riedhof, Roger Seiler, sowie die Pfarrerin Diana Trinkner begrüssten die Gäste auf der Terrasse.


    Die Pfarrerin Diana Trinkner hielt eine Rede am Sommerfest. (Foto: dad)

    Schliesslich liess sich das Fest auch kulinarisch nicht lumpen. Die Mitglieder des Teams «Coolinarik» verwöhnten ihre Gäste mit allerhand Köstlichkeiten: vom Hotdog über Raclette, Pommes frites, Pasta und Crêpes bis den an diesem Tag besonders gefragten hausgemachten Glacen.

  • Kantonspolizei führt Online-Polizeiposten dauerhaft ein

    Kantonspolizei führt Online-Polizeiposten dauerhaft ein

    Die Kantonspolizei Zürich hat während eines Jahres einen neuen Online-Polizeiposten getestet. Das Pilotprojekt, das im Juli 2024 startete, hat in den vergangenen zwölf Monaten einen beachtlichen Erfolg erzielt, wie einer Medienmitteilung zu entnehmen ist.

    Aufgrund der hohen Nachfrage und der positiven Resonanz aus der Bevölkerung wird das Angebot nun definitiv eingeführt. Seit Februar 2025 ist auch die Stadtpolizei Zürich mit dabei, um dieses innovative Angebot weiter zu stärken.

    Ausserhalb der Öffnungszeiten

    Über den Online-Polizeiposten kann die Bevölkerung eine Vielzahl von Delikten online anzeigen – und das auch ausserhalb der Öffnungszeiten traditioneller Polizeiposten. Neben der Anzeigenaufnahme können sich Interessierte auch in polizeilichen Fragen beraten lassen.

    Während der einjährigen Versuchsphase wurde dieses Angebot bereits von rund 2000 Personen genutzt. In diesem Zeitraum wurden über 1750 Anzeigen erstattet und gut 230 polizeiliche Anfragen erfolgreich geklärt.

    Auch die Stadtpolizei Zürich ist dabei

    Nach rund der Hälfte der Versuchszeit wurde das Angebot verstärkt: Seit Februar 2025 unterstützt auch die Stadtpolizei Zürich das Projekt mit zusätzlichem Personal.

    Der Online-Polizeiposten ist ein weiterer Schritt in der Digitalisierung und leistet einen wertvollen Beitrag zu einer zeitgemässen Polizei, die nahe bei der Bevölkerung ist.

    Zusätzlich bleibt das seit 2013 bestehende Portal «Suisse ePolice» weiterhin aktiv. Über dieses Portal können in ausgewählten Fällen Anzeigen per Online-Formular erstattet werden.

    Die dauerhafte Einführung des Online-Polizeipostens hat keine Auswirkungen auf die Anzahl der traditionellen Posten der Kantonspolizei Zürich im ganzen Kanton.

    Quelle: Medienmitteilung Kantonspolizei Zürich

    Zum Online-Polizeiposten

    Online-Polizeiposten | Kanton Zürich

  • Haben Sie noch den Durchblick?

    Haben Sie noch den Durchblick?

    Bezahlter Inhalt

    Die langen Sommertage bringen so einiges ans Licht. In vielen Haushalten steht daher Putzen auf dem Programm und dazu gehört auch das Reinigen der Fenster. Eine Aufgabe, die viele nicht gerne machen. Eric Patzen hingegen schon, er ist im Bereich Gebäudereinigung seit über 15 Jahren auf das Reinigen von Fenstern spezialisiert.

    Patzen reinigt diese vor allem in Privathaushalten, aber auch im geschäftlichen Bereich. So ist er in Wipkingen und Höngg unterwegs und sorgt für einen glasklaren Durchblick. Seine Kundschaft schätzt, dass sie für das Thema Fensterreinigung einen zuverlässigen Ansprechpartner hat, der die Arbeiten persönlich ausführt.

    Jetzt Kontakt aufnehmen

    Fensterreinigung Eric Patzen
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  • Der bunte Bioladen im Quartier

    Der bunte Bioladen im Quartier

    Gegründet wurde L’Ultimo Bacio im Jahr 2006 von Dominik Hungerbühler, der den Laden von seiner Vorgängerin übernahm. «Ich hatte damals keine Ahnung vom Detailhandel», erzählt er rückblickend, «ich habe vieles von der Kundschaft gelernt.» Heute führt er gemeinsam mit 17 Mitarbeitenden den Quartierladen.

    Das Sortiment umfasst rund 4000 sorgfältig ausgewählte Produkte: vom frischen Gemüse bis zu hausgemachtem Brot, vom Alpkäse bis zum selbst gerösteten Kaffee.

    Täglich kommen neue Lieferungen, vieles stammt direkt von kleinen Produzenten. «Der Umschlag ist so gross, weil wir kein Lager haben. Wir sind ständig am Räumen und Neubestücken», erklärt Hungerbühler. «Alle zehn Tage verkaufen wir im Schnitt den ganzen Laden leer.» So wird Food Waste aktiv vermieden: «Wir haben unter 0,5 Prozent.»

    Lokal verwurzelt

    Besonders beliebt ist das grosse Brotsortiment: Sieben Bio-Bäckereien liefern täglich, darunter fünf exklusive Rezepturen wie das «Ultimo Bacio Brot» aus Emmer-Getreide. Brot macht 20 Prozent des Umsatzes aus, zehnmal mehr als im Branchendurchschnitt. Ein weiteres Highlight ist die Käsetheke mit über 50 Sorten, die meist von Hand geschnitten werden: «Der extra lang gereifte Lumbreiner aus dem Val Lumnezia und der spanische Geisskäse mit Rosmarin und Honig sind besonders beliebt», sagt Hungerbühler.


    Das Team von L‘Ultimo Bacio hinter der Käsetheke. (Foto: pen)

    Auch das Weinangebot ist bemerkenswert: 100 Positionen, alle selbst degustiert, davon 30 bis 40 nur hier erhältlich. «Jeden Monat stellen wir einen neuen Wein vor, zum Beispiel von einem jungen Zürcher Winzer in Stäfa.» Neben saisonalen Spezialitäten wie Setzlingen aus dem Thurgau gibt es auch Eigenmarken: Kaffee von einer Frauenkooperative aus El Salvador oder das hauseigene Bier «Django» aus Einsiedeln. Und natürlich alles, was man zum Leben braucht bis hin zu Abfallsäcken.

    Ein Ort für alle

    Was den Laden ausmacht, ist auch das Team: Yogalehrerinnen, Musiker, Köche, Studierende. «Wir haben ein Kernteam für den Einkauf, aber alle bringen Ideen ein. Wenn ein Produkt nicht läuft, kommt es raus und etwas Neues kommt rein.» Auch das Publikum ist bunt, «viele kommen einfach, weil sie hier eine schönere Begegnung erleben als im Grossverteiler.»

  • Neue Gesichter für Zeitgut

    Neue Gesichter für Zeitgut

    «Haben Sie Lust auf gute Gespräche?»

    Zeitgut hat mir als Neuzuzügerin in Höngg geholfen, das Quartier und seine Menschen kennenzulernen. Diese bereichernden Begegnungen haben mich dazu bewegt, mich im Vorstand zu engagieren. Das Motto von Zeitgut lautet «Fürenand. Von Mensch zu Mensch». Denn ein lebendiges Quartier lebt vom Miteinander – vom Interesse aneinander und vom Austausch im Alltag. Manchmal auch vom Mut, sich auf Neues einzulassen. Haben Sie Lust auf gute Gespräche? Unsere Telefonaktion bringt Menschen zusammen; ob einmal oder regelmässig. Zuhören, erzählen und lachen. Rufen Sie an, wir freuen uns auf Sie!
    Daniela Kirin


    Daniel Baumann

    «Ich möchte Generationen verbinden»

    Seit Mai verstärke ich den Vorstand der Genossenschaft Zeitgut Zürich Höngg-Wipkingen. Ich möchte mit meinem Engagement Generationen verbinden. Besonders am Herzen liegt mir das Projekt «Digitale Unterstützung». Anderen beim Umgang mit Handy, Computer und Internet zu helfen, vermittelt Sicherheit, und führt – ganz ohne Digitalisierung – zu wertvollen Gesprächen von Mensch zu Mensch. Für dieses Angebot sucht Zeitgut weitere Freiwillige, die Freude daran haben, andere bei der Teilhabe am digitalen Alltag zu unterstützen.
    Daniel Baumann


    Monika Bätschmann

    «Ich freue mich auf die Zusammenarbeit»

    Nach siebenjährigem Engagement hat Ruedi Winkler sein Amt als Präsident von Zeitgut Höngg-Wipkingen an mich übergeben. Die Mitglieder des Vorstands und der Genossenschaft danken Ruedi Winkler an dieser Stelle ganz herzlich für seinen grossen Einsatz und seine gespendete Zeit. Ich freue mich, mit den beiden neuen und den bisherigen Vorstandsmitgliedern, Doris Baschnagel, Maria Lenz, Timea Jambor und der Geschäftsleiterin, Regina Hinding, zusammenzuarbeiten und auf viele, tolle Begegnungen mit den Mitgliedern, etwa anlässlich der Stammtische in Höngg und Wipkingen.
    Monika Bätschmann

    Redaktionelle Beiträge von Zeitgut

    Kontakt für unsere Angebote:
    Regina Hinding, Geschäftsleiterin,
    Telefon 077 538 49 93
    E-Mail: geschaeftsstelle@zeitgut-zuerich.ch
    www.zeitgut-zuerich.ch

  • Der Dienstag gehört den Frauen

    Der Dienstag gehört den Frauen

    Im Bundesasylzentrum an der Duttweilerstrasse, mitten im Kreis 5 und direkt neben dem Toni-Areal, finden Menschen ein temporäres Zuhause, die in der Schweiz Asyl suchen. Das BAZ, wie es kurz genannt wird, ist eines von sechs Zentren schweizweit mit Verfahrensfunktion. Das bedeutet, dass hier Geflüchtete untergebracht werden, bis vom Staatssekretariat für Migration (SEM) entschieden wird, ob auf ihren Asylantrag eingegangen wird oder sie einen negativen Entscheid erhalten und das Land wieder verlassen müssen. In der Regel verbringen die Bewohnenden maximal 140 Tage hier im BAZ, anschliessend sind die Kantone für die Unterbringung zuständig.

    Direkt angrenzend an das BAZ befindet sich der Begegnungsraum (der «Wipkinger» berichtete). Dabei handelt es sich um ein von der Stadt finanziertes Projekt, dass sowohl den Bewohnenden des BAZ, als auch der Quartierbevölkerung seit 2019 offensteht. Das GZ Wipkingen hat die Betreuung des Raums im Auftrag der Stadt übernommen, drei Festangestellte wechseln sich hier ab, unterstützt von Freiwilligen und projektbezogenen Mitarbeitenden.

    Waren es zu Beginn des Projekts noch vier Tage wöchentlich, an denen der Begegnungsraum seine Türen öffnete, so steht er mittlerweile täglich während mehrerer Stunden zur Verfügung. Neben organisierten Veranstaltungen bietet er einen offenen Treffpunkt, den alle frei nutzen können: In der Sitzecke kann man es sich bequem machen, an der Kaffeemaschine gratis Kaffee und Tee beziehen, oder in der kleinen Kochecke eigene Mahlzeiten zubereiten. Zudem gibt es hier Spiele, Bücher, Stifte und Bastelmöglichkeiten für Kinder und Erwachsene.

    Ziel des Begegnungsraums, so erklärt es Julie Saacke, eine der drei BAZ-Quartierarbeiter*innen des GZ, sei es, den im BAZ lebenden Menschen, die sich in einer schwierigen Lebenssituation befinden, zumindest etwas Stabilität zu vermitteln, einen niederschwelligen Ort für soziale Kontakte zu bieten, eine kleine Pause vom Alltag im Asylzentrum zu ermöglichen sowie Zugang zu Informationen und Vernetzung zu anderen Organisationen zu gewährleisten.

    «Women only»

    Das Angebot des GZ wird oft und gerne genutzt, täglich gehen hier Dutzende von Menschen ein und aus. Ein besonderes Angebot findet am Dienstagnachmittag statt: Dieser gehört nämlich ganz den Frauen und Kindern. An diesem Tag werden keine Männer im Raum geduldet, auch nicht, um kurz einen Kaffee zu holen. An diesem Tag sollen die Frauen unter sich sein, sich austauschen, vielleicht auch den Kontakt zu den GZ-Mitarbeitenden suchen können, wenn sie Probleme haben, die sie nicht vor oder mit den Männern besprechen.


    Im sogenannten «Womans Space» ist immer etwas los. (Foto: zvg)

    Saacke, die für den «Women Space», wie sie das Angebot nennt, verantwortlich ist, erklärt, warum es solch einen Nachmittag braucht: «Der Raum ist aus unserer Sicht ein wichtiges Angebot, weil geflüchtete Frauen gleich mehrfach benachteiligt sind. Sie sind im Vergleich zu den Männern im BAZ in der Unterzahl, auch der Begegnungsraum wird übermässig von Männern genutzt. Für manche Bewohnerinnen ist es jedoch schwierig, den Treff zu besuchen oder nach ihren Bedürfnissen ihre Zeit dort zu gestalten, wenn Männer im Raum sind», so Saacke.

    Die Erfahrung zeige, dass Tätigkeiten wie Tanzen oder Gespräche über sensible Themen, oft nur in einem Raum ausschliesslich für Frauen möglich sind. «Auch leben viele Bewohnerinnen eher isoliert im Zentrum und haben einen eingeschränkten Zugang zu Informationen und Angeboten.»

    All dies versuchen die Mitarbeitenden zumindest in einem bescheidenen Rahmen zu ermöglichen. Dazu komme noch, so Saacke weiter, dass viele Eltern mit Kindern im BAZ leben und kaum Gelegenheit haben, das Zentrum ohne die Kinder zu verlassen. Das betreffe insbesondere die Frauen, so Saacke, weil sie den Grossteil der Betreuungsarbeit leisteten. Im Begegnungsraum haben sie zumindest die Möglichkeit, die Kinder spielen zu lassen, während sie einen Kaffee trinken. Manchmal, so Saacke, würde das Team auch kurze Kinderbetreuungen anbieten. In den Ferien gibt es zudem extra Angebote für die Kinder. Auch Freiwilligenorganisationen unterstützen und sorgen für Entlastung der Eltern.

    Gemeinsames Kochen ist wichtig

    Bei einem Besuch an einem Dienstagnachmittag Ende Mai wird das Angebot rege benutzt. Es herrscht ein friedliches und geschäftiges Kommen und Gehen, viele Mütter kommen mit ihren Kleinkindern und Babys schon kurz nach Öffnung des Raums um 14 Uhr vorbei, während die schulpflichtigen Kinder erst später dazustossen, sobald die Nachmittagsschule beendet ist. Die Kaffeemaschine läuft, auf den Tischen sind kleine Snacks und Früchte bereitgestellt.

    Olivia Ruf, die stundenweise im Begegnungsraum mithilft, hat Ton vorbereitet. Den können die Kinder nun formen und bearbeiten, wer Hilfe und Anregungen benötigt, erhält sie von ihr. Wo keine gemeinsame Sprache gefunden wird, helfen Hände und Füsse – oder Google Translator auf dem Handy.

    Ausserdem ist da auch noch Berivan Turan. Sie fungiert als interkulturelle Sprachvermittlerin und spricht Türkisch und Kurdisch – neben Farsi die Sprachen, die von den meisten Bewohnenden gesprochen werden. Das erleichtert die Kommunikation und den Austausch natürlich ungemein.

    Doch auch die Lebensgeschichten verbinden: Berivan Turan hat Ähnliches erlebt wie die anwesenden Frauen und hat selbst vor einigen Jahren bei ihrer Ankunft in der Schweiz in einem Empfangs- und Verfahrenszentrum gelebt, wie die für die Aufnahme von Asylbewerbenden zuständigen Zentren damals noch hiessen. Daher bringt sie viel Verständnis für deren Situation auf. Und sie weiss genau, was für die Frauen wichtig ist und womit man ihnen am besten helfen kann. «Es freut mich, wenn ich dazu beitragen kann, Brücken zwischen den Kulturen zu schlagen», erklärt sie ihre Motivation, sich hier zu engagieren.

    Eine dieser ganz wichtigen Brücken ist das Kochen. Auch heute haben sich mehrere Frauen hier getroffen, um für eine Freundin, die in einem anderen Zentrum wohnt und ein Kind erwartet, einen Kuchen zu backen. Selber kochen und backen können die Menschen im BAZ nicht, der Begegnungsraum bietet die einzige Möglichkeit dazu. Und die werde, so erklärt Saacke, sehr gerne und oft genutzt. «Ich merke, dass das gemeinsame Kochen und Essen ein sehr grosses Bedürfnis ist. Oft kochen sie grosse Mengen und verteilen das Essen dann an alle, die gerade zugegen sind.»

    Brücken bauen

    Eine Woche später, am selben Ort zur selben Zeit, ist die Situation viel ruhiger. Ein paar bekannte Gesichter von der letzten Woche lassen sich ausmachen, doch es wimmelt nicht so von Kindern wie noch vor sieben Tagen. An diesem Nachmittag ist Vanessa Thaler vom Bereich Bilden und Gestalten des GZ anwesend, die gemeinsam mit Saacke die Hauptverantwortung und Leitung des «Women Space» innehat. Sie lässt Kinder und Erwachsene kleine Ketten und Schmuckstücke kreieren. Es herrscht eine konzentrierte und friedliche Stimmung.


    Vanessa Thaler vom Bereich Bilden und Gestalten des GZ. (Foto: zvg)

    «Es ist jede Woche wieder komplett anders, wie der Raum benutzt wird», erklärt Saacke. «Es kann gut sein, dass gerade ein grösserer Transfer stattgefunden hat und deswegen viele der Besucherinnen vom letzten Mal nun gar nicht mehr hier sind.» Das erschwert die Arbeit im Begegnungsraum und macht es fast unmöglich, längerfristige Beziehungen aufzubauen. Meistens erfahren die GZ-Mitarbeitenden gar nicht, wann jemand «transferiert» wird – die Betroffenen werden selber erst sehr kurzfristig darüber informiert, wann und wohin sie umziehen müssen.

    Doch manchmal kommen die Frauen auch zurück, selbst wenn sie nicht mehr im BAZ leben. Dann füllt sich der Raum mit neuen und bekannten Gesichtern. Auch Musik und Tanz, genauso wie gemeinsames Essen kommen vor. Schön wäre es, so findet Saacke, wenn auch noch mehr Menschen aus dem Quartier den Weg in den Begegnungsraum finden würden. Um noch weitere Brücken zwischen Kulturen und Lebensgeschichten schlagen zu können.

    Begegnungsraum beim BAZ

    Der Standort BAZ befindet sich gleich bei der Fussgängerbrücke Ecke Duttweilerstrasse 11/Pfingstweidstrasse.

    Offener Treff:
    Montag, 14–17 Uhr
    Dienstag, 14–17 Uhr, WOMEN SPACE
    Mittwoch,15–18 Uhr
    Donnerstag, 14–17 Uhr
    Freitag, 15–18 Uhr
    Samstag, 19–21 Uhr
    Sonntag, 14–17 Uhr

    Kontakt:
    Julie Saacke, Quartierarbeit, 077 524 60 87

    Redaktionelle Beiträge von:

    GZ Wipkingen, Breitensteinstrasse 19a, 8037 Zürich
    Telefon 079 606 98 65,
    Mail: karl-guyer@gz-zh.ch,
    www.gz-zh.ch

  • Die 86 Stufen zum Dingdong-Drink

    Die 86 Stufen zum Dingdong-Drink

    Man tritt durch den Haupteingang an der Nordstrasse in die Vorhalle der Kirche Guthirt, und der Aufstieg beginnt: 86 Stufen weiter oben steht man in der Dingdong-Bar. Ein paar Bistrostühle stehen in einem hohen Raum aus Sichtbeton, eine kleine Theke. Auffällig ist das grün und golden herausgeputzte Räderwerk der Turmuhr, das mit den rohen Betonwänden kontrastiert.

    Dazu zwei freundliche Gesichter: Jeanne Decasper und Nicole Dietl öffnen von Mai bis Dezember jeden Monat für einen Samstagabend diese ganz spezielle Bar. Beide arbeiten ehrenamtlich. Sie haben Freude am Austausch mit den Menschen aus dem Quartier und sind einfach gerne Gastgeberinnen.

    Glocken bis 22 Uhr

    Hintergrundmusik erfüllt den Raum, gelegentlich ist hier auch Live-Ukulele-Musik zu hören. Und alle 15 Minuten ertönt, woher
    die Bar ihren Namen hat: Dann schlagen nämlich die Glocken gleich über der Bar – allerdings nur bis 22 Uhr, dann haben sie Pause bis zum frühen Morgen.

    Die eigentliche Attraktion der Bar aber befindet sich draussen: Zwei grosse Balkone laden ein zum Anstossen hoch über den Lichtern von Wipkingen. Lichterketten und Lämpchen auf den Tischen machen laue Sommerabende perfekt.

    Und was trinkt man da am besten? Jeanne Decasper empfiehlt den Dingdong-Drink, ein Gintonic mit Yuzu, mit erfrischendem Citrus-Geschmack. Zudem kann man in der Dingdong-Bar immer wieder neue Spezial-Biere entdecken. Spätestens jetzt ist der Fall klar: Diese 86 Stufen haben sich gelohnt!

    Die Dingdong-Bar

    Geöffnet dieses Jahr: 5. Juli, 30. August, 20. September, 25. Oktober, 15. November, 13. Dezember, jeweils Samstag, 19.30 bis 23 Uhr.
    Zusätzlicher Termin: Donnerstag, 6. November (Vernissage von «Kunst im Turm»).
    Übrigens: Die Bar kann man auch mieten. Infos beim Pfarramt oder unter guthirt.ch/kirchgemeinde/raummiete/kirche/dingdong-bar

  • Begleitet durch den Spitalalltag

    Begleitet durch den Spitalalltag

    «Eintritt – Aufenthalt – Austritt» – so nennt sich eine Broschüre der Klinik Innere Medizin des Stadtspitals Zürich. Sie bietet Informationen rund um den Spitalaufenthalt. Für KD Dr. med. Elisabeth Weber, Chefärztin Klinik Innere Medizin Waid, ist diese Aufklärung zentral. Nicht selten ist man überrascht oder gar überfordert von den zahlreichen Besuchen des Fachpersonals im Zimmer.

    «Ein Klinikaufenthalt ist kein Spaziergang, gerade in einem Akutspital wie dem Waid», betont die Chefärztin. Es gebe viele Kontakte, viele Untersuchungen und es herrsche ein reger Betrieb. «Das Fachpersonal aus verschiedenen Bereichen arbeitet Hand in Hand und hochprofessionell. Es kümmert sich um das Wohlergehen der Menschen, deshalb ist es wichtig, dass die Patientinnen und Patienten wissen, wie wir funktionieren.»

    Die ersten Ansprechpersonen

    Der Spitalalltag beginnt um 7 Uhr, erklärt Liliana Barros da Silva, Gruppenleitung Pflege. Wurde jemand über Nacht eingewiesen, macht sich der Frühdienst zunächst mit der Person vertraut. «Wir sind die ersten Ansprechpersonen», so Barros da Silva. Nach dem Rapport im Stationszimmer schauen die Pflegefachpersonen im Idealfall zu zweit vorbei: eine diplomierte Pflegefachperson HF zusammen mit einer Fachperson Gesundheit oder mit einer Pflegeassistenz. «Wir stellen uns vor, erkundigen uns nach dem Befinden, erläutern den Tagesablauf, beantworten Fragen und messen die Vitalzeichen – also Blutdruck, Puls, Atmung, Temperatur und Bewusstsein.»

    Wichtig ist es zu erklären, dass die Pflege im Schichtdienst arbeite, so die Gruppenleiterin: Früh-, Spät- und Nachtdienst wechseln sich ab. «Deshalb hat man als Patient verschiedene Ansprechpersonen im Laufe eines Tages», erklärt Barros da Silva.

    Das Pflegeteam tritt im Tagesverlauf mehrfach in Erscheinung. Etwa bei der Pflegevisite um 14 Uhr, aber auch zur Unterstützung beim Duschen, für das Legen eines intravenösen Zugangs, für die Medikamentenabgabe oder für die Sozialanamnese. «Diese hilft dabei, den Austritt rechtzeitig zu planen. Wir informieren uns über die sozialen Verhältnisse und klären, ob später eine externe Hilfe notwendig sein wird.»

    Die ärztliche Visite

    Ein täglicher Termin ist die Visite der Ärzteschaft, die im Stadtspital Zürich jeweils zwischen 9 und 11 Uhr stattfindet. Das ist die Stationsärztin oder der Stationsarzt, manchmal werden diese auch von Kaderärztinnen oder -ärzten (Oberärzt*innen, Chefärztin, Leitende Ärztinnen) unterstützt. Die Ärzteschaft wird immer begleitet vom Pflegepersonal. So kann eine beachtliche Gruppe das Zimmer betreten.

    «Das wirkt manchmal einschüchternd und deshalb haben wir einen Visitenstandard entwickelt», sagt Elisabeth Weber. Das heisst: Fachthemen und medizinische Begriffe werden in der Regel bereits vor dem Betreten des Zimmers besprochen. Im Zimmer dann steht der Patient oder die Patientin vollumfänglich im Zentrum.

    Bei der Visite führt eine der Personen aus der Ärzteschaft das Gespräch am Bett, diese erklärt etwa die Blutwerte und kündigt das weitere Vorgehen an. «So gibt es kein Durcheinander und die anderen können bei Bedarf unterstützend eingreifen.» Die Patientinnen und Patienten können diese Zusammenkünfte zudem nutzen, um Anliegen oder Bedenken zu teilen. «Falls nötig, werden im Laufe des Tages zusätzliche Gespräche vereinbart – denn manche Situationen erfordern mehr Zeit, die sich sowohl die Pflege- als auch die Ärzteschaft gerne nimmt» betont Weber.

    Weitere Besuche

    Der Spitalalltag hält weitere mögliche Termine bereit: So kommt vielleicht die Physiotherapie oder die Ernährungsberatung vorbei. Auch die Hotellerie des Stadtspitals besucht die Patienten und Patientinnen regelmässig. Hinzu kommen beispielsweise Untersuchungen wie Röntgen, Magenspiegelung, Punktionen und vieles mehr, alles je nach Krankheit und Situation. «All diese Besuche und Termine werden in der Regel angekündigt und finden innerhalb eines bestimmten Zeitfensters statt. Aber man muss verstehen, dass in einem Akutspital Notfälle jederzeit zu Verschiebungen führen können», erklärt die Chefärztin.

    Und auch wenn nicht durchgehend Fachpersonal am Bett stehe, dürfen sich die Patientinnen und Patienten dennoch gut aufgehoben fühlen. «Wir sind ein grosses Team und auch im Hintergrund stets im Einsatz. Wir planen, klären ab, führen Gespräche – man wird zu jeder Zeit betreut», so Weber.

    Ab 16 Uhr wird es meist ruhiger auf den Stationen. Viele denken vielleicht über eine neue Diagnose nach, sie haben Heimweh oder lassen den Tag Revue passieren. Halt bietet dann erneut die Pflege: «Bei Redebedarf sind wir da. Manche melden sich von selbst, aber wir achten darauf, ob jemand mit uns sprechen möchte», sagt Liliana Barros da Silva.

    In den meisten Fällen teilen sich zwei Personen ein Zimmer. Ein Bettenmanagement sorgt für eine ideale Zuteilung. So entstehen kaum Konflikte, dafür häufig Freundschaften. «Die Menschen hören einander zu und helfen sich gegenseitig», erzählt Barros da Silva. Nicht selten erkundigt sich jemand nach dem Austritt nach der Zimmernachbarin oder dem Zimmernachbarn.

    Redaktionelle Beiträge von:

    Stadtspital Zürich Waid,
    Tièchestrasse 99, 8037 Zürich
    044 417 11 11
    www.stadtspital.ch