Ich glaube, jetzt hat sie auch mich erwischt. Plötzlich und hinterrücks hat sie mich gepackt und ich muss nun gucken, wie ich mit ihr klarkomme. Sie hat ihre Chance gewittert, als sie erkannte, dass dieser doofe runde Geburtstag mit der Fünf vorne dran nicht nur in meinem Bekanntenkreis langsam überhandnimmt, sondern auch bei mir unweigerlich immer näher rückt. Da hat sie eiskalt zugeschlagen, die Midlife-Crisis.
Ich muss sagen, sie ist vielleicht noch nicht ganz so dramatisch ausgeprägt wie bei anderen Leidensgenossen. Immerhin habe ich mir noch kein Segelboot gekauft oder mit dem Motorradführerschein begonnen. Allerdings habe ich tatsächlich schon mal über einen Camperbus nachgedacht – für die Zeit, wenn keines der Kinder mehr mit mir Ferien machen möchte. Und ich fahre E-Bike seit diesem Jahr, übrigens mit grosser Begeisterung.
Doch das sind nur Randerscheinungen. Deutlicher äussert sich die Krise darin, dass ich angefangen habe zu zählen. Nicht Geld, sondern Jahre. Auf einmal ist mir mein Alter ständig bewusst, das hat mich früher nie gekümmert. Und stets stelle ich bei Gesprächen mit Anderen Altersvergleiche an und denke darüber nach, was sie bis jetzt mit ihrem Leben angefangen haben, wie alt ihre Kinder sind und solchen Kram. Und ich bin immer ganz erleichtert zu erkennen, dass andere auch älter werden. Oder wenn ich feststelle, dass die Stars meiner Jugend – wer hätte das gedacht – auch gar nicht mehr so taufrisch sind. George Clooney ist schon 64!
Aber jetzt ganz im Ernst: Das ist doch gar nicht möglich, dass ich schon soo alt bin? Ich fühl mich doch unheimlich jung und sehe knapp aus wie dreissig – oder etwa nicht? Meine Kinder würden mich auslachen, wenn ich ihnen diese Frage stellen würde. Jemand, der schon zu Zeiten der analogen Wählscheiben-Telefonie gelebt hat, ist in Tat und Wahrheit steinalt. Und ausserdem sind die Kinder selber schon fast in dem Alter, in dem ich mich gefühlt gerade befinde. Es muss also wahr sein.
Und wieder muss ich zählen: Wie alt war ich schon wieder, als mein ältester Sohn geboren wurde? Und wie weit entfernt fühlt sich die Zeit an? Kommt mir vor, als sei es gestern gewesen, dabei ist es schon mehr als zwanzig Jahre her. Wenn ich jetzt in Gedanken gleich weit in die Zukunft gehe, wie alt werde ich dann sein? Werden sich die nächsten zwanzig Jahre ähnlich lang oder kurz anfühlen wie die letzten und sind also tatsächlich mit einem Wimpernschlag vorbei?
Und als wäre die Rechnerei nicht schon ärgerlich genug, hat auch der Algorithmus der sozialen Netzwerke meine Schwäche erkannt. Immer öfter erhalte ich diskret Werbevideos für Fitness ab 50 eingespielt. Oder für Verjüngungskuren. Das allein ist noch nicht besorgniserregend. Aber ich habe mich tatsächlich dabei ertappt, wie ich verdächtig lange einem gutaussehenden und leicht angegrauten Typen dabei zugesehen habe, wie er asiatisches Pilates angepriesen hat. Damit erhält frau in den 50ern den Körper einer Zwanzigjährigen zurück. Garantiert. Bis jetzt habe ich das Angebot noch nicht angeklickt. Aber wer weiss, wozu mich diese Krise noch treibt.
«Himbeermilch» ist das erste Gemeinschaftsprojekt zwischen der Autorin Alba Polo und dem Fotografen Marco Vannotti: Sie verbinden Text und Bild künstlerisch miteinander, wobei der Text stets als Ausgangspunkt für die Visualisierung dient.
In der Ausstellung in der Galerie 111 werden fünf Kurzgeschichten von Alba Polo fotografisch illustriert, sodass Geschichten und Bilder in einen Dialog treten. Entstanden ist eine Inszenierung für Auge, Ohr und Gemüt.
«Uns hat die Idee gereizt, Literatur nicht nur lesbar, sondern sichtbar zu machen und der Sprache somit eine zusätzliche Dimension zu verleihen», sagt Marco Vannotti.
Die Autorin Alba Polo ergänzt: «Meine Mikroerzählungen sind sehr dicht. Die fotografische Umsetzung macht den Leserinnen und Lesern auf spielerische Weise einen Vorschlag, wie sie die Erzählungen betrachten können.»
Ein Artikel von Benjamin Walser, Kirchenkreis sechs
Auch in diesem Jahr findet das Kerzenziehen wieder in der Kirche Letten statt, in Kooperation mit dem GZ Schindlergut und der reformierten Kirchgemeinde Zürich, Kirchenkreis sechs. In einem grosszügigen Raum können in besinnlicher Atmosphäre Paraffin- und Bienenwachskerzen gezogen werden.
Willkommen sind Klein und Gross: Im Liechtblick-Café kann man sich am Nachmittag mit Kaffee und Gebäck verköstigen, während an einem Abend das Kerzenziehen in stimmungsvoller Nachtkulisse, in Begleitung von Pianoklängen zu Prosecco genossen werden kann.
Die Kerze und ihre Bedeutung
Seit 40’000 Jahren erhellt uns das Licht eines Dochtes die Dunkelheit. Anfangs in steinernen Lampenschalen und seit mindestens 5000 Jahren als Kerzen. Binsen, Hanf oder Papyrus, einem Span gleich in Talg getaucht. Chinesen gossen Wachs in Papierrohre. Japaner und Inder nahmen Baumnüsse und Zimtbaum. In Europa waren es die Römer, welche die Kerzen in der heutigen Form entwickelten.
Die Kirche schliesslich verlangte für ihren Bedarf reine Bienenwachskerzen und bereitete so den Weg für die heutige europäische Tradition.
Sehnsucht nach dem Licht
Parallel dazu dienten Kerzen schon immer auch einem kultischen Zweck. Die Furcht vor der Dunkelheit und dem Ungewissen, aber auch die Sehnsucht nach dem Licht, das den Weg weist. Sogar heute noch spielen Religion, Konfession oder auch die Abwesenheit derselben dafür keine Rolle.
«Haze», «Deepa», «Shamea», «Kerze», «Candle» – in der Dunkelheit zünden wir sie an, um das Licht zu feiern.
Im Geiste dessen freuen wir vom Kirchenkreis sechs und dem GZ Schindlergut uns darauf, in der Dunkelheit des Winters gemeinsam mit Gross und Klein wieder aus Wachs und Docht Lichter zu gestalten, die uns begleiten werden. Dazu wird ein kleines Programm stattfinden und ausserdem die den Raum schmückende Ausstellung «Kerze und Licht».
Die Daten
17. November bis 30. November
Mittwoch/ Freitag, 14–17.30 Uhr
Donnerstag, 16–19 Uhr
Freitag, 21.11., 19–21 Uhr mit Cüpli und Pianoklängen
Samstag/ Sonntag, 13–17 Uhr
KOSTEN
Je nach Gewicht, mindestens 4 Franken pro Kerze
ANMELDUNG
Nicht nötig
VERANSTALTER
Reformierte Kirchgemeinde Zürich, Kirchenkreis sechs
GZ Schindlergut
Am 30. Oktober wird schweizweit der Tag der betreuenden Angehörigen begangen. Wie in einer Medienmitteilung des Entlastungsdienstes Kanton Zürich betont wird, verdient die Realität betreuender Angehöriger mehr Anerkennung und Unterstützung.
80 Millionen Stunden unbezahlte Arbeit – 3,7 Milliarden Franken pro Jahr
Betreuende Angehörige leisten jährlich rund 80 Millionen Stunden unbezahlte Arbeit – Laut Medienmitteilung entspricht dies einem Gegenwert von 3,7 Milliarden Franken. Gemäss dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) engagieren sich schätzungsweise 600’000 Personen in der Schweiz regelmässig in der Betreuung und Pflege von Angehörigen. Ohne ihr Engagement würden Familien, Nachbarschaften und unser Sozialsystem nicht funktionieren.
Doch ihre Arbeit bleibt oft unsichtbar und wird zu wenig unterstützt – trotz eines grundsätzlich gut ausgebauten Sozial- und Gesundheitssystems. Vor allem in der alltäglichen Betreuung, z. B. in der Unterstützung im Haushalt, bei Einkäufen oder Begleitungen, bestehen gravierende Lücken.
Vier Podcast-Folgen – vier Stimmen – vier Realitäten
Die Medienmitteilung rückt den Podcast «Das kleine Glück schätzen» in den Fokus: Darin berichten betreuende Angehörige aus dem Kanton Zürich eindrücklich von ihren Erfahrungen. Sara Satir erzählt in der ersten Folge von den Herausforderungen bei der Betreuung ihres mittlerweile erwachsenen Sohnes, der mit einer Autismus-Spektrum-Störung lebt.
Ihre Aussage «Die Liebe hat mich an meine Grenzen gebracht» steht sinnbildlich für viele Betroffene. Der Schritt, sich Hilfe zu holen, kam spät – aber er war entscheidend. Ihr Appell: Hilfe annehmen ist kein Zeichen von Schwäche.
Ernst Zankl, 78, betreut seine an Alzheimer erkrankte Frau zu Hause. Sein Bericht zeigt den emotional belastenden und langwierigen Abschied von einem geliebten Menschen, der sich verändert – und die Einsamkeit in der Fürsorge.
Marah Rikli, berufstätige Mutter einer Tochter mit Entwicklungsstörung, schildert in der dritten Folge, wie Schuldgefühle, Überlastung und finanzielle Sorgen die Selbstsorge erschweren – und wie wichtig soziale Netzwerke und Entlastung sind.
Sarah Ferjani, junge Studentin und sogenannte Young Carer, spricht über die grosse Verantwortung, die sie für ihren demenzkranken Vater übernimmt. Ihre Ausbildung, Freizeit und Jugend stehen hintan – und oft weiss das Umfeld kaum von ihrer Belastung.
Was alle vereint: eine stille Aufgabe mit grossen Folgen. Ob jung oder alt, Partner:in oder Kind – die Situationen sind verschieden, die Herausforderungen ähneln sich. Der Podcast ist ein Beitrag zu mehr Sichtbarkeit und gesellschaftlicher Anerkennung für Care-Arbeit.
In der Medienmitteilung wird zudem bentont, wie wichtig finanzierbare, niederschwellige Entlastungsangebote sind, die auch bei nicht-pflegerischer Betreuung greifen. Dringend benötigt serien auch Information und Beratung, damit Betroffene den Zugang zu Hilfe finden, sowie politische Lösungen, die unbezahlte Betreuungsarbeit absichern und stärken.
Die Podcastreihe «Das kleine Glück schätzen» wurde produziert von Prävention und Gesundheitsförderung Kanton Zürich und den sechs Non-Profit-Organisationen Entlastungsdienst Kanton Zürich, Pro Senectute Kanton Zürich, Alzheimer Zürich, Schweizerisches Rotes Kreuz Kanton Zürich, Spitex Verband Kanton Zürich und Pro Infirmis Kanton Zürich.
In Zürich funkeln bald wieder die Lichter, die Bahnhofstrasse wird zur weihnachtlichen Flaniermeile, Weihnachtsmärkte laden zum Verweilen ein. Einheimische und Touristen bummeln, bringen Umsatz in die Läden und beleben die Innenstadt. Es könnte eine wirtschaftlich starke Zeit sein. Doch ausgerechnet dann, wenn Zürich glänzen könnte, packt die Stadtverwaltung den Presslufthammer aus: Am Bahnhofquai entsteht pünktlich zur Adventszeit eine Grossbaustelle für die Tramhalte-stellensanierung. Bauzeit: ein Jahr. Wer denkt sich so etwas aus?
Timing? Katastrophal.
Natürlich, Bauen und Sanieren ist nötig. Was fehlt, ist Koordination und Augenmass. Da drängt sich der Eindruck auf, dass vieles fixer ginge, wenn man nur wollte. Die Sanierung Bürkliplatz zeigt: Erst nach öffentlicher Kritik kam plötzlich Schwung in die Sache. Nun trifft es die Quartiere Höngg, Grünau und ganz Zürich-Nord: Ab Dezember wird ihre Tramanbindung an die Bahnhofstrasse gekappt. Start ausgerechnet dann, wenn der Detailhandel seine wichtigste Zeit hat.
Glanz? Das war einmal.
Die Bahnhofstrasse gleicht heute einem Flickenteppich aus Baustellen, eingerüsteten Häusern und leeren Ladenlokalen. Selbst der Globus scheint (auf hohem Niveau natürlich) im Dauer-Sale-Modus gefangen. Verkehrsfreiheit soll die neue Heilslehre sein. Hauptsache autofrei, egal, ob die Kundschaft noch hinkommt. Kein Wunder, wehrt man sich an der Löwenstrasse dagegen, dass diese zur nächsten «stillen Zone» verkommt. Wer arbeitet, liefert, einkauft, braucht Erreichbarkeit, keine Ideologie.
Weltoffenheit? Schön wär’s.
Pragmatisch zum Schluss: Zürich sollte endlich die Sonntagsöffnungszeiten liberalisieren. Viele wollen einkaufen und viele arbeiten gerne am Sonntag – Studierende, Familien, die auf Zusatzeinkommen angewiesen sind. Nicht zu vergessen: der Sonntagszuschlag. Kann es sein, dass auch jene, welche mit missionarischem Eifer gegen Sonntagsverkäufe kämpfen, am Weihnachtsmarkt auch am Sonntag unter Schalmeienklängen genüsslich einen Glühwein schlürfen? Selbstverständlich serviert von Menschen, die an diesem Tag arbeiten. Doppelmoral mit Zimtduft.
Nicole Barandun-Gross Präsidentin Gewerbeverband der Stadt Zürich gewerbezuerich.ch
Mein Name lautet Erzsébet Amalia Katalin Maria Mladonyiczki. Aber man kennt mich als Elisabeth Promonti. Erraten Sie meine Nationalität? Polnisch? Oder vielleicht italienisch? Nein, ich bin Ungarin und meine Geburtsstadt Budapest ist zweigeteilt von der Donau: links die flache Ebene namens Pest, rechts das hügelige Buda.
Dort im Süden lag einmal ein Weinhügel, dessen Rebstöcke der Reblaus zum Opfer fielen. Aber der Hügel blieb und sein Name ist Promontor – heute Budafok-Tétény. Dort bin ich aufgewachsen, im Schatten von Mandel- und Aprikosenbäumen.
Mütterlicherseits stamme ich aus der Familie des Unternehmers Sándor Hollo aus Südungarn. Er besass Weingüter und zog wegen der Heirat nach Leva, heute Levice, in die Slowakei. Sein Schwiegersohn war der Ingenieur Eugen Csorba, mein Grossvater.
Er führte das Werk von Hollo weiter, baute für die Stadt ein Elektrizitäts- und ein Wasserkraftwerk, die beide bis heute in Betrieb sind. Bei meinem kürzlichen Besuch dort stellte ich fest, dass mein Grossvater bis heute als Wohltäter wahrgenommen wird, da er viel in die Stadtentwicklung investierte.
Meine Mutter war die ungarische Malerin Katalin Csorba, und die schönen Künste spielten bei uns eine grosse Rolle. Ich erhielt ab meinem sechsten Lebensjahr Klavierunterricht. Nach dem Abitur studierte ich auf Empfehlung meines Mentors, Professor Dénes Bartha, Chorleitung und Schulmusik an der Franz-Liszt-Musikhochschule und schloss 1965 mit Diplom ab. Gleichzeitig liess ich mich privat im Sologesang von Zoltán Zavodszky unterrichten und lernte das Orgelspiel beim Franziskaner Organisten Ferenc Gergely.
Ein neuer Name
Im Herbst 1965 begab ich mich auf eine Reise nach Salzburg und sang am Mozarteum Salzburg vor. Mit Erfolg: Ich wurde in die Opernklasse – geleitet von KS Viorica Ursuleac, die erste «Arabella» von Richard Strauss – aufgenommen und erhielt ein Rotary-Stipendium. Das hatte jedoch Konsequenzen: Da dieses Vorsingen nicht über das Ministerium lief, konnte ich nicht mehr nach Ungarn zurückkehren. Das fiel mir sehr schwer, doch ich hatte ein klares Ziel vor Augen: Ich wollte auf die Bühne.
Damals in Salzburg erhielt ich nach einem Konzert folgende Kritik: «Die Sängerin mit der schönen Stimme, aber mit dem unaussprechlichen Namen.» Nach reichlichen Überlegungen wählte ich den Namen Promonti – in Anlehnung an den Weinhügel Promontor, meiner Heimat.
Elisabeth Promonti in jungen Jahren. (Foto: zvg)
Zwei Jahre später schloss ich meine Bühnenausbildung mit Auszeichnung ab und wurde beim Stadttheater Bielefeld engagiert. Dort debütierte ich als «Aida», sogar in der italienischen Originalsprache. Wenig später sprang ich mit dieser Rolle auch in Bremen ein. Es folgten weitere Rollen: Elsa in «Lohengrin», Pamina und Erste Dame in «Die Zauberflöte», Frau Fluth in «Die lustigen Weiber von Windsor» und viele andere.
Und so führte mich mein Weg im Jahr 1970 auch nach Zürich. Ich meldete mich beim Internationalen Opernstudio des Opernhauses Zürich, mit dem Ziel, den Wechsel ins Mezzofach zu vollbringen. Meine Stimme umfasste drei Oktaven, und besonders interessierte mich die szenische Rollengestaltung im tiefen Stimmbereich. Unterstützt wurde ich dabei vom Generalmusikdirektor und Dirigenten Ferdinand Leitner sowie von Maestro Nello Santi.
Ein Zuhause in Höngg
Das Engagement liess mir Raum für Privates: Ich heiratete und 1973 wurde mein Sohn Michael geboren. Unser Zuhause wurde Höngg. Ich erinnere mich an die gemeinsamen Spaziergänge auf der Hohenklingenallee. Aber das Leben hielt Veränderungen bereit: Meine Ehe ging auseinander, 1975 folgte die Scheidung.
Im selben Jahr wechselte auch die Direktion am Opernhaus Zürich. Ein Vertragsangebot lehnte ich ab, da mir mit keiner der angebotenen Rollen künstlerische Perspektiven zugesichert wurden und ich mit dem aufkommenden Regietheater nicht übereinstimmte.
Ich konzentrierte mich auf die Pädagogik und wechselte nach Luzern an die Kantonsschule. Mit dem Pianisten Gilbert de Greeve gab ich Liederabende in vielen Ländern von Europa, in den USA und in Kanada. Später gründete ich das Schweizerische Kodály Institut, basierend auf dem Konzept des ungarischen Komponisten Zoltán Kodály.
Unsere Ehrenpräsidenten waren Yehudi Menuhin und Sándor Veress. Ich schrieb nach diesem Konzept auch ein Lehrbuch, das auf deutschsprachigen Volksliedern beruhte. Wegen fehlender finanzieller Unterstützung musste das Institut nach zehn Jahren seine Arbeit einstellen.
Engagement mit meinem Sohn
Auch das Leben meines Sohnes Michael Sauser prägte meinen Weg. Er studierte Jura an der Universität Zürich, das er 1998 erfolgreich mit Lic. iur. abschloss. Seine sonstigen Interessen galten dem Reisen, dem Gesang und dem Fussball. Dadurch lernte er die Nationalhymnen der Welt kennen. Zudem hatte er Kontakt mit dem damaligen IOC-Präsidenten Juan Antonio Samaranch.
Aus dem privaten Fotoalbum: Michael Sauser und seine Mutter Elisabeth Promonti nach einem Liederabend in Budapest. (Foto: zvg)
In den 1990er-Jahren gründeten mein Sohn, der sieben Sprachen fliessend beherrschte, und ich das Concorde Opera Management. Unser Ziel war es, jungen Sängerinnen und Sängern sowie Dirigenten den Einstieg in das anspruchsvolle Berufsleben zu ermöglichen und wir standen im Kontakt zu grossen und kleinen Bühnen weltweit. Wir hatten noch vieles vor und waren ein gutes Team.
Doch das Schicksal schlug erbarmungslos zu: Michael starb im Jahr 2016 mit nur 42 Jahren an den Folgen eines Unfalls in Berlin. Nach seinem Tod kam ich wieder nach Zürich, und das Schicksal führte mich nach Höngg zurück. Seither widme ich mich dank meines Orgelstudiums und meiner noch gut funktionierenden Stimme mehrheitlich der Kirchenmusik; dem Singen sowie dem Orgel- und Klavierspiel.
Neben diesen Engagements bin ich viel auf Reisen, aber ich spaziere immer wieder die Hohenklingenallee entlang. Dabei denke ich an das, was war: an meine Familie und ihre lange Geschichte, an meine Gesangskarriere, an die vielen jungen Talente, auf die ich traf, und ganz besonders an Michael, den ich im Herzen immer bei mir trage. Aber ich geniesse auch das Hier und Jetzt und freue mich auf das, was noch kommen könnte.
Frauen werden in der Medizin bis heute übersehen, falsch behandelt oder zu spät diagnostiziert – mit teils lebensgefährlichen Folgen. Wie einer Medienmitteilung der Frauenzentrale Zürich zu entnehmen ist, lanciert die Frauenzentrale deshalb die landesweite Sensibilisierungskampagne «FeMedizid», um auf den strukturellen Sexismus in Forschung und Gesundheitsversorgung aufmerksam zu machen.
Unter dem Claim «Sexismus ist überall. In der Medizin ist er tödlic», fordert die Kampagne mehr Wissen, Forschung und Sichtbarkeit für Frauengesundheit und Frauenforschung in der Schweiz. Die Kampagne, die am 20. Oktober 2025 lanciert wurde, fördert das Bewusstsein für den gefährlichen Gender Data Gap in der Medizin.
Ein blinder Fleck mit fatalen Folgen
Bis heute basiert ein Grossteil der medizinischen Forschung auf männlichen Körpern, wie in der Medienmitteilung erklärt wird: Das Risiko, einen Herzinfarkt falsch zu diagnostizieren, ist bei Frauen um 50 Prozent höher als bei Männern. Der Frauenanteil in Studien zur Lungenkrebsforschung beträgt lediglich 39 Prozent. In frühen klinischen Studien sind Frauen deutlich unterrepräsentiert.
Diese systematische Vernachlässigung wird in der Fachwelt als Gender Data Gap bezeichnet – ein Mangel an medizinischem Wissen über weibliche Körper, der weltweit zu Fehldiagnosen, Übermedikation oder lebensbedrohlichen Behandlungsfehlern führt.
Mit der Kampagne ruft die Frauenzentrale Zürich Politik, Forschung und Gesellschaft dazu auf, Frauengesundheit als zentrales Zukunftsthema zu begreifen. «Wenn medizinisches Wissen über Frauen fehlt, hat das Konsequenzen. Sexismus ist überall und in der Medizin ist er tödlich. Wir wollen das sichtbar machen, Wissen vermitteln und Frauen stärken», sagt Olivia Frei, Geschäftsleiterin der Frauenzentrale Zürich.
Kampagnenstart mit Kurzfilm
Herzstück der Kampagne ist der Kurzfilm «Das Wartezimmer», der symbolisch zeigt, wie Frauen in der Medizin ausgeschlossen werden. Ein Arzt ruft in einer scheinbar normalen Praxis nach und nach alle Studienteilnehmenden hinaus – bis am Ende nur noch Männer im Wartezimmer sitzen. Die eindringliche Szene macht sichtbar, was sonst unsichtbar bleibt: Eine Medizin, die vorgibt, für alle zu gelten, aber zu oft nur für einen Teil der Bevölkerung funktioniert.
Die Kampagne wird die Frauenzentrale Zürich gemäss Medienmitteilung über mehrere Jahre hinweg begleiten. Neben dem Film sind monatliche Blogartikel, Expertinneninterviews, Social Media Beiträge mit Fakten und Zahlen sowie eine informative Landingpage mit Quellen und Hintergrundwissen geplant.
Auf der Website werden konkrete Massnahmen aufgelistet, die aufgeklärte Patientinnen ergreifen können, um ihre Gesundheit selbst in die Hand zu nehmen. Neben dem Erfahrungsaustausch untereinander ist es wichtig, Fragen zu stellen, wenn Symptome abgetan werden oder Diagnosen unklar bleiben. Besonders bei komplexen oder langwierigen Beschwerden wird empfohlen, Zweitmeinungen einzuholen. Die Dokumentation von Symptomen kann helfen, Muster sichtbar zu machen. Nicht zuletzt lohnt es sich, Frauenspezifische Expertise zu suchen und Ärzt:innen oder Fachstellen zu wählen, die Gendermedizin bewusst einbeziehen.
Quelle: Medienmitteilung Frauenzentrale Zürich
Über die Frauenzentrale Zürich
Die Frauenzentrale Zürich setzt sich seit über 100 Jahren für die Rechte, die Sichtbarkeit und die Selbstbestimmung von Frauen ein. Sie vernetzt, informiert und engagiert sich politisch für Gleichstellung – mit Projekten in den Bereichen Arbeit, Familie, Finanzen, Gewaltprävention und Gesundheit.
Im Kanton Zürich können Schülerinnen und Schüler die gymnasiale Maturität entweder über das sechsjährige Langgymnasium oder das vierjährige Kurzgymnasium erlangen. Von derzeit 21 kantonalen Gymnasien führen die Kantonsschulen Rämibühl Literargymnasium (KRL), Rämibühl Realgymnasium (KRR), Hohe Promenade (KHP) sowie die Kantonsschule Rychenberg Winterthur (KRW) ausschliesslich ein Langgymnasium. Das schreibt der Regierungsrat des Kantons Zürich in einer Medienmitteilung.
Schülerinnen und Schüler aus der Sekundarschule haben zu diesen Schulen keinen Zugang. Zwei weitere Langgymnasien, die Kantonsschule Freudenberg und die Kantonsschule Wiedikon, stehen Sekundarschülerinnen und -schülern nur für bestimmte Profile offen.
Alle Mittelschulen führen künftig ein Kurzgymnasium
An den Schulen, die bereits ein Kurzgymnasium anbieten, sind die Klassen grösser als an reinen Langgymnasien. Aufgrund begrenzter Schulraumkapazitäten, insbesondere in der Stadt Zürich, ist die Zuteilung von Schülerinnen und Schülern ans Kurzgymnasium in den vergangenen Jahren zudem komplexer geworden.
Im Rahmen der Arbeiten zur Weiterentwicklung der gymnasialen Maturität hat die Schulleiterkonferenz Zürcher Mittelschulen angestossen, die Öffnung der reinen Langgymnasien für Sekundarschülerinnen und -schüler zu prüfen. Abklärungen und Umfragen des Mittelschul- und Berufsbildungsamts ergaben, dass eine Mehrheit der Gymnasien diese Öffnung begrüsst.
Kurzgymnasium für das gesamte Fächerangebot
Auf Entscheid des Bildungsrates wird den genannten Schulen per Schuljahr 2029/30 ein Kurzgymnasium für das gesamte Fächerangebot zugeteilt. Künftig sollen sich die Schülerinnen und Schüler unabhängig davon, ob sie das Untergymnasium oder die Sekundarschule besucht haben, für das gesamte Angebot aller gymnasialen Mittelschulen anmelden können. Mit der Massnahme zielt der Bildungsrat darauf ab, die Schülerinnen und Schüler besser auf den verfügbaren Schulraum zu verteilen.
Herbstzeit ist Kürbiszeit: Am Samstag ab 10 Uhr beginnt die grosse Kürbis-Metzgete. Ein Riesenkürbis wird live zerlegt, und die Besucherinnen und Besucher können sich ein Stück davon mit nach Hause nehmen. Wer das genaue Gewicht des XXL-Kürbisses errät, hat zudem die Chance auf attraktive Preise.
Buntes Programm für Gross und Klein
Am Freitag von 14 bis 17 Uhr bringt das Kinderschminken Glitzer und Farbe ins Center. Samstags von 10 bis 18 Uhr lädt die herbstliche Kreativ-Werkstatt zum Kürbisse-Verzieren ein. Musikalische Stimmung verbreitet der Musikverein Harmonie Altstetten am Samstag von 11 bis 12 Uhr mit einem stimmungsvollen Konzert.
Und beim «Einkaufswagen-Derby» kommt die ganze Familie in Fahrt: Wer schafft es als Erster ins Ziel? Auch Maskottchen Murpfi ist dabei: Am Samstag von 14 bis 16 Uhr verbreitet er gute Laune und sorgt für strahlende Kinderaugen.
Herbstliche Rabatte
Viele Geschäfte im Neumarkt locken mit Preisnachlässen von 10 bis 20 Prozent. Ob Migros, Denner, Tchibo, Import Parfumerie oder Molino: Am Herbstfest warten attraktive Angebote auf die Besucherinnen und Besucher.
Rehe, Wildschweine und andere Wildtiere sind nicht darauf vorbereitet, dass sich unsere Rushhour plötzlich um eine Stunde verschiebt, schreibt die Susy Utzinger Stiftung für Tierschutz (SUST) in einer Medienmitteilung. Doch am Sonntag, 26. Oktober, erfolgt die Umstellung auf die Winterzeit und die Uhr wird von 3 Uhr um eine Stunde auf 2 Uhr zurückgestellt.
Insbesondere am Abend ist dann erhöhte Vorsicht geboten, wenn die Stosszeiten des Berufsverkehrs wieder plötzlich auf die Dämmerung fallen. Jene Zeit, in der sich laut SUST heimische Wildtiere aufgrund von den im Sommer abgegrasten Flächen neue Futterplätze suchen müssen und sich auf erweiterte Nahrungssuche begeben.
Achtsam sein
Auch bringt die Jahreszeit mit Nebel und Regenwetter zusätzlich erschwerende Sichtverhältnisse mit sich. Alles Gefahren, die jedes Jahr zu einem Anstieg an Wildunfällen führen, wie die SUST schreibt.
«Seien Sie deshalb in der Nähe von Wäldern und Feldern äusserst achtsam und drosseln Sie die Geschwindigkeit», rät Tierschützerin Susy Utzinger. «Tauchen Tiere am Strassenrand auf: Stark abbremsen und das Fernlicht ausschalten. Und denken Sie daran: Wenn ein Tier die Strasse überquert, folgen meist noch weitere.»