Autor: tka_admin

  • «Beim Skaten kann ich klarer denken»

    «Beim Skaten kann ich klarer denken»

    Das Skaten habe ich durch meinen Onkel entdeckt. Ich war noch im Kindergarten, fünf oder sechs Jahre alt, als er mir zum Geburtstag ein Skateboard schenkte. Das war ein sehr nachhaltiges Geschenk: Seither hat mich diese Sportart nicht mehr losgelassen.

    Die Faszination, die das Skaten auf mich ausübt, hat dabei nicht nur mit dem Spass und der Bewegung zu tun, sondern auch, weil es von Beginn an so etwas wie eine Art Coping-Mechanismus für mich dargestellt hat: Als Kind war ich zum Beispiel jähzornig und impulsiv. Auf dem Brett ist es mir gelungen, diesen Zorn aufzulösen. Ich hatte auch immer Mühe damit, mit Unehrlichkeit umzugehen, und habe es persönlich genommen, wenn mich jemand angelogen hat. Beim Skaten habe ich gemerkt, dass das eigentlich nichts mit mir zu tun hat.

    Mit dem Board den Hönggerberg runterzufahren, hilft mir bis heute, Dinge zu verarbeiten. Beim Fahren ist man voller Adrenalin, alles wird klar. Die Entscheidungen, die ich hier treffe, sind für mich immer die richtigen. Wenn andere sagen, sie müssen über eine Entscheidung nochmal schlafen, heisst das für mich deshalb, ich muss «drüber skaten».


    Skater und Künstler Sven Schiefer. (Foto: zvg)

    Mit eigenem Stil in die Competitions

    Nachdem ich zunächst mit dem uralten Board, das mein Onkel mir geschenkt hatte, zu skaten begonnen hatte, habe ich irgendwann das Longboard für mich entdeckt. Das ist deutlich länger als ein normales Skateboard. Es beschleunigt nicht so schnell wie ein «normales» Brett, ist aber auf lange Distanzen schneller. Auf dem Longboard habe ich meine ganz eigene Art entwickelt, mich zu bewegen.

    Lange habe ich nur für mich selber geskatet. 2014 aber habe ich auf Anregung von Kollegen erstmals an einem internationalen Wettbewerb, einer Weltmeisterschaft, teilgenommen. Zu meiner Überraschung bin ich in der Disziplin «Dance and Freestyle», bei der man auf und mit dem Longboard tanzt, gleich bis ins Finale vorgedrungen. Dabei habe ich auch festgestellt, dass sich mein Fahrstil ganz deutlich von denen meiner Konkurrenten unterscheidet. Ich bewege mich exakt im Takt der Musik, ähnlich wie ein Eiskunstläufer, und mir ist es wichtig, Bewegungen möglichst organisch auszuführen.

    Mein Stil hat bei Juroren und Mitbewerbern anfangs Skepsis ausgelöst. Mittlerweile ist er jedoch akzeptiert und ich darf sogar mit dem Longboard in den Freestyle-Disziplinen teilnehmen, wo eigentlich nur normale Skateboards zugelassen sind. Mit Erfolg: So konnte ich nicht nur 2022 im Longboard die Weltmeisterschaft für mich entscheiden, sondern unter anderem auch die WM 2024 in der Disziplin «Best 360 Spin» gewinnen. Seit 2023 bin ich zudem selbst als Juror tätig.

    Den Schlüssel zu den Jugendlichen

    Die Wettbewerbe sind für mich aber eigentlich nur Hobby und dienen quasi als Arbeitszeugnis für meine Fähigkeiten. Skateboardfahren ist immer noch eine Randsportart, von den Preisgeldern kann man nicht leben. Mein Geld verdiene ich daher vor allem mit Werbung und Social Media, aber auch mit Unterricht. Kurse zu geben, macht mir grossen Spass. So bin ich etwa im Dynamo oder in städtischen Ferienlagern in Fiesch als Skatelehrer tätig. «Do it yourself, mache dein eigenes Skateboard», heisst zum Beispiel einer der Kurse. Morgens arbeite ich mit den Jugendlichen daran, ihr eigenes Brett zu entwerfen und zu gestalten, nachmittags wird geskatet.

    Mich beeindruckt es unheimlich, mit welcher Motivation und Energie die Jugendlichen ihre Bretter entwerfen und Ideen umsetzen. Ich schätze es sehr, ihnen dabei behilflich sein zu können, ihre eigene Kreativität zu entdecken. Ich gebe ihnen lediglich ein paar Tipps, bestärke und bestätige sie in ihrem Vorhaben – und was sie daraus machen, ist wirklich toll.

    Mit dieser Erfahrung gehen die Teenager jeweils gestärkt aus dem Lager nach Hause. Sie haben erfahren, dass sie etwas verwirklichen können, allein aus sich heraus. Bei der Arbeit mit den jungen Menschen sind mir meine eigenen Erfahrungen und Erkenntnisse, die ich durch den Sport gewinnen konnte, extrem hilfreich. Durch ihn bin ich von einem lauten, extrovertierten Menschen zu einer eher introvertierten Person geworden, die auch in Stresssituationen ruhig bleiben kann und ihre Triggerpunkte genau kennt. Ich glaube, ich kann den Jugendlichen gut zuhören und mich selbst dabei zurücknehmen, wodurch es mir oft gelingt, den richtigen Zugang zu ihnen zu finden.

    Wenn Rollen malen

    Eine weitere, persönliche Auseinandersetzung mit dem Skateboard habe ich im letzten Jahr für mich entdeckt: die Kunst. Mir wurde zuvor oft gesagt, dass ich mit meinem Longboard weniger Sport als Kunst betreibe. Zunächst hat mich das beleidigt, doch dann habe ich beschlossen, diesen Input aufzugreifen. Inspiriert wurde ich auch dadurch, dass ich irgendwann mal meine Tricks gefahren bin und sich auf dem staubigen Boden anschliessend eine Vielzahl an faszinierenden Mustern abzeichnete. Das wollte ich gerne verewigen. Also habe ich in der Wohnung Papier auf den Boden geklebt und das Board mit in Farbe getränkten Schwämmen ausstaffiert, die ich direkt neben die Rollen platziert habe.

    Ich bewege mich tänzerisch auf meinem Board, mache meine Tricks, und die Rollen bringen die Bewegung zu Papier. Mich fesselt das Wechselspiel zwischen Kontrolle und Kontrollverlust – und die Klarheit, welche die Bilder aufweisen. Meine Bewegungen, die ich selbst gar nicht sehe, diese flüchtigen, sehr abgerundeten Momente, werden festgehalten.

    Faszinierenderweise passen die Bilder immer genau zu der Stimmung oder der Situation, in der sie entstanden sind. Bis jetzt habe ich so 42 Bilder kreiert. So soll es weitergehen. Ich habe grosse Lust, meine «Art of Motion» mit anderen zu teilen, etwa in einer Ausstellung oder einer Liveperformance. Gerne möchte ich auch meine Bilder an ganz unterschiedlichen Orten entstehen lassen – etwa im Wald, oder als Kontrast am Bellevue. Und dann beobachten, welchen Einfluss die Umgebung auf das Bild hat, das mein Skateboard zeichnet.

    Aufgezeichnet von Dagmar Schräder

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  • Zeit für die Steuererklärung: Das sind die Tipps eines Experten

    Zeit für die Steuererklärung: Das sind die Tipps eines Experten

    Alle möglichen Abzüge ausschöpfen

    Berufskosten, Weiterbildung, Vorsorge (Säule 3a), Krankheits- und Behinderungskosten, Kinderbetreuung oder Spenden werden oft vergessen. Bei den Liegenschaftsunterhaltskosten kann insbesondere bei grösseren Renovationen eine Planung von Vorteil sein, um die Kosten auf verschiedene Steuerperioden zu verteilen. Betreffend Wegfall Eigenmietwert siehe unten.

    Belege sauber sorgfältig und korrekt zuordnen

    In der Regel werden nur belegte Kosten akzeptiert.

    Pauschalen mit effektiven Kosten vergleiche

    In vielen Bereichen (z. B. Berufsauslagen oder Unterhalt bei Immobilien) lohnt sich der Vergleich – effektive Kosten sind
    oft höher als die Pauschale.

    Ab dem Steuerjahr 2026

    Neu kann man ab 1. Januar 2026 rückwirkend Einzahlungen («Einkäufe») in die Säule 3a für verpasste Beiträge ab 2025 leisten. Das heisst:

    • Wenn man 2025 nicht oder nicht voll eingezahlt hat, kann man diese Lücke in den Folgejahren noch schliessen.
    • Die rückwirkenden Einkäufe dürfen zusätzlich zum regulären Maximalbetrag geleistet werden, sind steuerlich aber im Jahr der Einzahlung abzugsfähig.
    • Die Regelung gilt für Beschäftigte mit AHV-pflichtigem Einkommen in der Schweiz.
    • Einfach gesagt: Hat man im Jahr 2025 nicht komplett in die Säule 3a eingezahlt, kann man im 2026 zuerst den Maximalbetrag für 2026 einzahlen und danach für 2025 nachzahlen.

    Weitere Planung im Zusammenhang mit der Abschaffung des Eigenmietwertes (frühestens ab 2028)

    Prüfen, ob allfällige in Zukunft anfallende Unterhaltskosten in die Steuerperiode 2026 und 2027 vorgezogen werden sollen.

    Die Binder Treuhand AG

    Ein Beitrag von Daniel Binder, dipl. Wirtschaftsprüfer und dipl. Steuerexperte. 

    Binder Treuhand AG
    Limmattalstrasse 206
    8049 Zürich

    info@binder-treuhand.ch
    044 341 35 55

    Website 

  • Riedhofstrasse: Einbahnregime gilt erst ab der Singlistrasse

    Riedhofstrasse: Einbahnregime gilt erst ab der Singlistrasse

    Seit Ende letzter Woche steht auf der Riedhofstrasse bei der Schule auf Höhe der Reinhold-Frei-Strasse eine Schranke. Sie soll auf das Einbahnregime an der Riedhofstrasse auf Höhe der Singlistrasse aufmerksam machen (der «Höngger» berichtete).

    Die Schranke sorgt jedoch für Verwirrung, wie Reaktionen aus der Leserschaft zeigen. So wurde gefragt, weshalb man auf der Riedhofstrasse nicht mehr in Richtung Zentrum von Höngg fahren könne.

    Ab 700 Meter

    Die Schranke dient allerdings lediglich als Hinweis «ab 700 Meter». Die eigentliche Signalisation weise gemäss Dienstabteilung Verkehr auf eine Sackgasse ab Höhe Singlistrasse hin. Erst ab dort gilt der Einbahnverkehr auf der Riedhofstrasse.

  • ÖV-Ringsystem: Handlungsbedarf und prioritäre Ausbauprojekte

    ÖV-Ringsystem: Handlungsbedarf und prioritäre Ausbauprojekte

    Das geplante ÖV-Ringsystem markiert einen strategischen Wendepunkt, teilt die Stadt Zürich mit: Künftig sollen Fahrgäste vermehrt direkt zwischen den wachsenden Stadtzentren wie Altstetten, Oerlikon oder Affoltern unterwegs sein – ohne Umweg über den Hauptbahnhof oder die Bahnhofstrasse. Im Zentrum steht die schrittweise Ergänzung des heutigen, sternförmig verlaufenden Tramnetzes zu einem modularen Ringsystem mit innerem und äusserem Ring.

    Hohe Netzbelastung beim Bahnhofplatz, Bellevue, Stauffacher und der Quaibrücke

    2024 nutzten rund 300 Millionen Fahrgäste das Angebot der VBZ. Die Belastung auf den Hauptachsen der Innenstadt ist hoch. Über 70 000 Fahrgäste pro Werktag passieren den Bahnhofplatz, weitere Hotspots sind Bellevue, Stauffacher und die Quaibrücke. 

    Stadtrat Michael Baumer, Vorsteher des Departements der Industriellen Betriebe, betont laut der Medienmitteilung: «Der nun vorliegende Jahresbericht 2025 der Netzentwicklungsstrategie 2040 zeigt die Dringlichkeit des Ausbaus des öffentlichen Verkehrs in der Stadt Zürich auf. Das Ringsystem wird das Zentrum entlasten und das Wachstum im Norden und im Westen der Stadt abfedern. Ausserdem zeigt der Bericht, dass Eigentrasses essenziell sind, um einen qualitativ hochstehenden ÖV anzubieten.»

    Zuverlässigkeit und Abstellkapazität unter Druck

    Aktuelle Auswertungen zur Pünktlichkeit zeigen, dass rund 90 Prozent der Tramfahrten pünktlich verkehren. Gleichzeitig nimmt die Zuverlässigkeit auf einzelnen zentralen Abschnitten ab, insbesondere rund um den Hauptbahnhof und beim Bellevue. Bei Bus- und Trolleybuslinien ist die Streuung der Fahrzeiten deutlich höher. Diese Erkenntnisse unterstreichen den Bedarf an eigenen ÖV-Trassees, betrieblichen Optimierungen und neuen Netzelementen. 

    Für die wachsende Tram- und Busflotte zeigt der Bericht bei der längerfristigen Angebotsplanung bis 2050 die Abhängigkeit von neuen Abstell- und Unterhaltsanlagen auf: Ab 2035 übersteigt der Bedarf an Trams die heute vorhandenen Depotkapazitäten. Die Suche nach neuen Abstellflächen treiben die VBZ deshalb systematisch und prioritär voran.

    Tram Affoltern und Tramtangente Nord als Schlüsselprojekte

    Der Jahresbericht bestätigt den hohen Stellenwert des gemeinsam von Stadt, Kanton und Bund finanzierten Tram Affoltern. Im September 2025 hat der Stadtrat dem Gemeinderat einen Baukredit von 160 Millionen Franken beantragt. Als Nächstes steht der Baubeschluss durch den Gemeinderat an. Im Anschluss daran wird die Zürcher Stimmbevölkerung über den Baukredit entscheiden.

    Zusammen mit dem Tram Affoltern bildet die Tramtangente Nord eine leistungsfähige West-Ost-Verbindung von Affoltern via Oerlikon zum Bahnhof Stettbach. Sie ist Bestandteil des Agglomerationsprogramms der 5. Generation und ein wichtiges Element, um in den nördlichen Stadtteilen und der angrenzenden Agglomeration ein zuverlässiges ÖV-Angebot anzubieten. Mitte 2025 fiel der Variantenentscheid mit der Linienführung via Überlandstrasse. Bis 2027 werden mit zwei Vertiefungsstudien weitere Details bezüglich Strassenraumgestaltung geklärt. Damit der Bund sich finanziell beteiligt, muss das Vorprojekt bis Ende 2029 vorliegen.

    Rahmenkredit von 450 Millionen Franken

    Um den qualitativ hochstehenden ÖV schneller und effizienter am Bevölkerungswachstum auszurichten, beantragte der Stadtrat dem Gemeinderat im September 2025 zudem einen Rahmenkredit von 450 Millionen Franken, um zentrale Ausbauschritte der Netzentwicklungsstrategie in Altstetten und Albisrieden früher und unabhängiger vom Kanton umzusetzen. Im Anschluss an den Gemeinderatsentscheid wird die Zürcher Stimmbevölkerung über den Rahmenkredit entscheiden.

  • Sportheldinnen erobern erneut die Schweiz

    Sportheldinnen erobern erneut die Schweiz

    Am Sonntag, 1. Februar 2026, finden in den Stadtzürcher OpenSundays bereits zum fünften Mal in Folge Sportheldinnen-Events statt, wie eine Medienmitteilung der Stiftung IdéeSport berichtet. Sportlerinnen aus der Region besuchen die Veranstaltungen und geben Einblicke in ihre Sportarten. Sie werden zu realistischen Vorbildern, vermitteln ein positives Bild vom Sport und fördern die Freude an Bewegung und Sport. In fünf der zehn OpenSundays ergänzen Inputs des Stapferhauses geschlechtsbezogenen Vorurteile im Sport das Programm.

    Ein Tag im Zeichen des Frauen- und Mädchensports 

    Die Begegnungen motivieren Mädchen und junge Frauen, selbst aktiv zu werden und unterschiedliche Sportarten kennenzulernen. Das Projekt wird von der Stiftung IdéeSport organisiert und durchgeführt und vom Sportamt der Stadt Zürich im Rahmen des Programmes «Atleta – Mehr Mädchen im Sport» unterstützt. 


    Die Stifung Idée Sport führt einen ihrer Open Sunday Events für Kinder und Jugendliche durch. (Foto: Stiftung IdéeSport / Christian Jaeggi / Lunax)

    Mehr Vorbilder benötigt 

    Mädchen und junge Frauen sind nach wie vor weniger sportlich aktiv als gleichaltrigen Jungen. Laut Medienmitteilung ist ein Grund dafür der Mangel an weiblichen Vorbildern sowie geschlechtsspezifische Stereotype im Sport. Vorbilder sind für Entwicklung von Kindern und Jugendlichen besonders wichtig, denn sie geben Orientierung. Die Stiftung IdéeSport setzt sich mit ihren Sportheldinnen dafür ein, dass Barrieren abgebaut werden und jede Sportart für alle gleich zugänglich ist. Deshalb finden Sportheldinnen-Events in der ganzen Schweiz statt. 

    OpenSundays auch in Höngg

    Seit 25 Jahren realisiert die Stiftung IdéeSport Programme, welche Menschen bewegen und verbinden. Dazu gehören MidnightSports, MiniMove, ActiveWeek – und die OpenSundays, an denen Sporthallen Primarschulkindern mit und ohne Behinderung offen stehen, so auch in Höngg in der Sporthalle am Wasser. Die Projekte sind für alle zugänglich – unabhängig von Herkunft, sozio-ökonomischem Status oder Fähigkeiten.

    Quelle: Medienmitteilung Idéesport

  • Velovorzugsroute nach Wipkingen: Strassenbauprojekt wird öffentlich aufgelegt

    Velovorzugsroute nach Wipkingen: Strassenbauprojekt wird öffentlich aufgelegt

    Es hätte ein schlichter Informationsanlass werden sollen, den das Tiefbauamt der Stadt Zürich im März 2025 im Saal des Tertianums Im Brühl in Höngg organisierte. Doch der Widerstand war gross (wir berichteten). Thema waren die baulichen Massnahmen am Appenzellerweg. Diese stehen im Zusammenhang mit einer geplanten Velovorzugsroute, die Höngg und Wipkingen verbinden soll.

    Die Umsetzung dieser Route ist erst für das Jahr 2030 vorgesehen – die Pläne für das kleine Teilstück Appenzellerweg/-strasse waren jedoch schon vor rund einem Jahr weit fortgeschritten. Dort soll ein neuer Abschnitt für den Velo- und Fussverkehr den Appenzellerweg mit dem Müseliweg verbinden.

    Die Mitarbeitenden des Tiefbauamts, des beteiligten Ingenieurbüros und der Dienstabteilung Verkehr, die damals über die konkreten Pläne informierten, mussten feststellen: Das Projekt wird von einem Grossteil der Anwesenden kritisch gesehen – um es vorsichtig zu formulieren.

    Strassenbauprojekt wird aufgelegt

    Am 21. Januar 2026 wurde das Vorhaben im«Tagblatt der Stadt Zürich» öffentlich aufgelegt. Konkret geht es um das «Strassenbauprojekt: Nötzli- und Giacomettistrasse, Müseliweg, Segantinistrasse bis Appenzellerstrasse». Details dazu siehe nächster Abschnitt.

    Die Redaktion der «Höngger Zeitung» erhielt seit der Ausschreibung im «Tagblatt der Stadt Zürich» bereits einige Zuschriften – und es zeichnet sich ab, dass neuer Widerstand nicht ausbleiben wird.

    Stossend sei etwa, dass alle Parkplätze an der Nötzlistrasse aufgehoben werden sollen, denn dort gebe es viele Altbauten. Die Anwohnerschaft werde daher kaum mehr einen Parkplatz finden. Ganz zu schweigen vom Gewerbe oder von der Spitex, die ebenfalls darauf angewiesen wären.

    Hinzu komme, dass die Nötzlistrasse auch eine Wohnstrasse (Tempo 30, Wohnquartier, aber normale Verkehrsregeln) ist: Was, wenn Velofahrende dort ohne Rücksicht durchfahren? Aus der Leserschaft wird zudem gemeldet, dass die Anbindung der Segantinistrasse zur ETH damit nicht gelöst werde – dem Hauptziel der meisten Velofahrenden. Niemand werde den Vogtsrain bis zur Nötzlistrasse hinauf- oder hinunterfahren und dann in die Gsteigstrasse einbiegen, um zur ETH zu gelangen.

    Verbreiterung bestehender Wege: die Details

    Das Projekt betrifft gemäss Auflage den Lückenschluss der Velovorzugsroute Höngg–Wipkingen im Abschnitt Appenzeller- und Müseliweg durch den Neubau des Wegabschnitts auf den Parzellen HG8252 und HG8259, die Umsetzung der kommunalen Fussverbindung (Lückenschluss im Abschnitt Appenzellerweg und Müseliweg), die Verbreiterung bestehender Wege und Strassenabschnitte zugunsten des Veloverkehrs im Bereich Vogtsrain, den Abbau von 11 Parkplätzen an der Nötzlistrasse, den Erhalt und Ersatz von Grünflächen im Bereich Vogtsrain, ökologische Ausgleichsmassnahmen in der Weidewiese (Parzelle HG8259), die Neupflanzung von drei Bäumen auf der Höhe Segantinistrasse Nr. 16 zur Hitzeminderung sowie als Kompensation für eine Baumrodung, die Anpassung und Erweiterung der öffentlichen Beleuchtung sowie diverse Werkleitungsarbeiten.

    Die detaillierten Projektunterlagen sind bei der Stadt Zürich ab dem 23. Januar unter www.stadt-zuerich.ch/planauflagen einzusehen. Die Planauflage dauert bis und mit Montag, 23. Februar 2026. Einwendungen gegen das Strassenbauprojekt im Sinne der Mitwirkung der Bevölkerung können innerhalb der Auflagefrist schriftlich per Briefpost beim Tiefbauamt der Stadt Zürich eingereicht werden.

  • Verlorene Haustiere schnell wieder finden: Eine App machts möglich

    Verlorene Haustiere schnell wieder finden: Eine App machts möglich

    Es ist der Albtraum aller Katzen- und Hundebesitzer: der Stubentiger kehrt nach einem Freigang nicht nach Hause zurück, Bello rennt in die falsche Richtung und findet sein Herrchen nicht mehr. Verzweifelt wird nach den Lieblingen gesucht, doch sie bleiben verschwunden.

    Für solche Fälle gibt es die STMZ, die Schweizer Tiermeldezentrale. Diese schweizweit operierende Meldezentrale wurde 2001 vom Schweizerischen Tierschutz, der Gesellschaft Schweizer Tierärztinnen und Tierärzte und der Organisation ANIS gegründet.

    Ein Helfer-Netzwerk

    Dort können gratis sowohl Fund-, als auch Vermisstmeldungen erfasst werden – und zwar nicht nur von Katzen und Hunden, sondern auch von Nagetieren und Reptilien. Die Meldungen auf der Webseite können als Plakate ausgedruckt und im Quartier verteilt werden.

    Zudem findet sich hier ein Helfer-Netzwerk, dessen Mitglieder benachrichtigt werden, wenn in ihrer Region Tiere vermisst oder gefunden werden und sich so bei der Suche beteiligen können. Es ist hier auch möglich, sich freiwillig registrieren zu lassen und Hilfe bei Transporten zum Tierarzt oder bei vorübergehenden Unterbringungen von Fundtieren anzubieten.

    Schliesslich bietet die Meldezentrale auch eine Telefonhotline an, welche praktisch rund um die Uhr mit Rat und Unterstützung zur Seite steht.

    Infos über vermisste Tiere direkt aufs Handy

    Neu bietet die Tiermeldezentrale nun alle diese Dienstleistungen nicht mehr nur via Webseite, sondern auch auf einer eigenen App an. Diese kann kostenlos auf dem Mobiltelefon installiert werden. 

    So können vermisste und gefundene Tiere direkt per Smartphone gemeldet werden. Auch Benachrichtigungen über verlorengegangene Tiere in der näheren Umgebung werden via App direkt zugestellt.

    Quelle: Schweizer Tiermeldezentrale

  • Emojis und Co.: Der böse Daumen

    Emojis und Co.: Der böse Daumen

    Sprache und die Macht der Worte waren schon in meiner letzten Kolumne mein Thema. Auch heute soll es über Kommunikation gehen, allerdings in einem ganz anderen Rahmen. Und zwar im Zusammenhang mit WhatsApp-Chats. Denn da, so muss ich feststellen, kommt es öfters zu Missverständnissen. Das liegt wohl daran, dass die Gespräche im Chat in einem arg verkürzten und sprachlich, nun ja, etwas verarmten Stil geführt werden. Und was den Chats an Worten fehlt, das wird durch Emojis oder grafische Darstellungen ersetzt.

    Vor Kurzem ist mir dabei ein schwerer Fehler passiert. Unabsichtlich, natürlich. Wie so oft hatte nämlich mein Natel für mich mitgedacht und beim Schreiben einer Nachricht die Feststelltaste aktiviert, sodass meine inhaltlich harmlose Nachricht an meine Tochter: «Wann kommst du nach Hause?» in Grossbuchstaben erschien. Mir war das zwar aufgefallen, ich hatte dem aber keine Bedeutung beigemessen.

    Bis die Antwort von ihr kam. Die war alles andere als freundlich: «Was schreist du mich so an?», schrieb sie. «Ich bin bald zu Hause, mach mal keinen Stress!», gings erbost weiter. Ich war perplex. Meinte sie mich? Wann hatten wir uns denn gestritten? Mit meiner unschuldigen Nachfrage machte ich die Sache nicht viel besser. Wie konnte man so etwas nicht wissen? Grossbuchstaben schreien! Es folgte ein augenverdrehender Emoji.

    Die Sache mit dem Punkt

    Mindestens genau so schlimm war mein Vergehen, als ich in einem anderen Gespräch einen Satz mit einem Punkt beendete. Natürlich wieder vollkommen blauäugig. Ein Punkt ist ein Satzzeichen, ein ziemlich essenzielles. Dachte ich zumindest. Aber nicht im Chat. Nein, das war erneut eine äusserst aggressive Form der Kommunikation. Fast so schlimm, wie wenn ich ein Ausrufezeichen verwendet hätte. Ein absolutes No-Go.

    Auf der anderen Seite merke ich, wie mir bestimmte Emojis ganz schräg reinkommen. Ich kann es beispielsweise nicht ausstehen, wenn mir jemand diesen «Daumen hoch» schickt. Da krieg ich die Krise! Wenn ich zum Beispiel in einer netten Nachricht frage: «Treffen wir uns morgen um 8 zum Kaffee?», und der oder die sendet mir einen kommentarlosen Daumen, würde ich am liebsten wieder absagen. Das ist für mich ein Beweis von totaler Arroganz: Das Gegenüber hat es offensichtlich nicht nötig, auf meinen Vorschlag mit einem ganzen Satz zu antworten.

    Die Rache ist mein

    Und weil ich diese Frechheit natürlich nicht einfach auf mir sitzen lassen kann, übe ich jeweils Rache und beantworte mindestens eine der folgenden Nachrichten ebenfalls mit einem behämmerten Daumen. Fühlt sich immens befreiend an, meinen Emotionen mal so richtig freien Lauf zu lassen.

    Ich bin mir allerdings ziemlich sicher, dass die anderen gar nicht bemerkt haben, wie sehr sie mich gerade mit ihrem Daumen beleidigt haben. Und wie krass ich mich mit demselben Daumen dagegen gewehrt habe. Reagiert hat auf jeden Fall noch nie jemand. Vielleicht muss ich nächstes Mal tatsächlich zu noch radikaleren Massnahmen greifen und mit Grossbuchstaben und Punkten operieren.

    DAS WIRKT GARANTIERT.

  • Ratgeber: Brennende Augen im Winter?

    Ratgeber: Brennende Augen im Winter?

    Der Winter stellt nicht nur unser Immunsystem auf die Probe, sondern auch unsere Augen. Kalte Aussenluft, Wind und der häufige Wechsel zwischen draussen und beheizten Innenräumen können dazu führen, dass die Augen schneller austrocknen. Viele Menschen berichten in dieser Jahreszeit über Brennen, Rötungen, ein Fremdkörpergefühl oder müde, gereizte Augen – Beschwerden, die im Alltag oft unterschätzt werden.

    Nach Erkältungen können sowohl bei Erwachsenen als auch bei Kindern Augenbeschwerden auftreten, die durch Viren verursacht werden. Gerötete, tränende oder irritierte Augen können Hinweise auf eine virale Beteiligung sein. Gerade im Winter, wenn Infekte häufiger auftreten, ist es wichtig, solche Veränderungen ernst zu nehmen und aufmerksam zu beobachten.

    Eine gezielte Unterstützung

    Ein weiterer Belastungsfaktor ist die trockene Heizungsluft. Sie begünstigt das rasche Verdunsten des schützenden Tränenfilms auf der Augenoberfläche. Besonders Menschen, die viel Zeit vor Bildschirmen verbringen oder Kontaktlinsen tragen, spüren diese Belastung deutlich. Eine gezielte Unterstützung mit geeigneten Augentropfen oder Tränenersatzmitteln kann helfen, die Augenoberfläche zu stabilisieren und Beschwerden zu lindern.

    Apotheken leisten einen wichtigen Beitrag zur Gesundheitsvorsorge. Im Mittelpunkt steht dabei zunächst die individuelle Beratung. Je nach Bedarf gibt es unterschiedliche Möglichkeiten zur Augenpflege – etwa Präparate für den Tag oder die Nacht sowie verschiedene Darreichungsformen wie Tropfen, Gele oder Salben. Welche Variante geeignet ist, hängt von den jeweiligen Beschwerden und dem persönlichen Alltag ab.

    Ergänzend zur Beratung bieten einige Apotheken, darunter auch Rotpunkt-Apotheken, spezielle Augen-Checks an. Dabei werden die Augen genauer betrachtet, um mögliche Ursachen besser einzuordnen und passende Empfehlungen zu geben.

    Zum Wohlbefinden beitragen

    Der Beginn eines neuen Jahres bietet eine gute Gelegenheit, die eigene Gesundheit bewusster wahrzunehmen. Dazu gehört auch die Augengesundheit, die im Alltag leicht in den Hintergrund gerät. Wer wiederkehrende oder anhaltende Beschwerden bemerkt, sollte diese nicht allein der Jahreszeit zuschreiben, sondern gezielt angehen. Gut versorgte Augen tragen wesentlich zum Wohlbefinden bei – besonders in den dunklen Wintermonaten. Mit Aufmerksamkeit, fachlicher Beratung und passenden Massnahmen lassen sich viele Beschwerden lindern oder vermeiden.

    Gesundheitsratgeber

    Von Franziska Henzi-Landolt

    Im Brühl Rotpunkt Apotheke
    Zertifizierte Kinderapotheke
    Regensdorferstrasse 18

    044 342 42 12
    www.zuerigsund.ch

  • Aus der Nachbarschaft: Das ist Siegerprojekt für das Gesundheitszentrum Grünau

    Aus der Nachbarschaft: Das ist Siegerprojekt für das Gesundheitszentrum Grünau

    Gebäude zu erhalten, heisst nicht nur sie zu bewahren, sondern auch sie für die Zukunft weiterzuentwickeln, wie die Stadt Zürich schreibt: Das modernisierte Gesundheitszentrum für das Alter (GFA) wird neu 120 Plätze für Menschen mit einem mittleren bis hohen Betreuungs- und Pflegebedarf in spezialisierter Pflege sowie mehrere Wohnbereiche für an Demenz erkrankte Menschen anbieten können. Hinzu kommen sorgfältig gestaltete Aussenräume.

    Mit öffentlichen Nutzungen soll das Gesundheitszentrum Grünau auch künftig eine Brücke zum Quartier schlagen und so zur Umsetzung der städtischen Altersstrategie 2035 beitragen. Diese setzt auf Offenheit der städtischen Altersinstitutionen gegenüber den Quartierbewohner*innen.

    Weiterbauen für die Zukunft

    Die Stadt Zürich hat einen Architekturwettbewerb durchgeführt, den das Team von Franziska Sebastian Müller Architekten GmbH mit GMS Partner und BÖE studio (Landschaftsarchitektur) aus Zürich gewonnen hat. Das Siegerprojekt ergänzt das Bestandsgebäude mit einem sechsgeschossigen Ersatzneubau und schafft damit ein überzeugendes neues Ensemble, das Alt und Neu zusammenfügt und die Geschichte dieses Ortes weiterschreibt.

    Die Anordnung der Räume ermöglicht einen effizienten Betrieb und eine gute Orientierung innerhalb des Gesundheitszentrums. Der neue Haupteingang befindet sich an der Bändlistrasse direkt bei der Tramhaltestelle. In einem gemeinsamen Sockel, der über zwei Lichthöfe mit Tageslicht versorgt wird, sind die Verwaltungsräume und die öffentlichen Bereiche gut zugänglich vom Quartierplatz her angeordnet: Coiffeur und Podologie, ein Mehrzwecksaal sowie ein grosszügiges Restaurant mit Terrasse.

    Naturnahe gestaltete Demenzgärten

    Auf dem Dach dieses Sockels befinden sich, geschützt vor Einblicken, zwei naturnah gestaltete Demenzgärten. Von den Zimmern in den oberen Geschossen bietet sich ein Ausblick zum Stadt- oder Parkraum, der eine Teilhabe am Geschehen in der Umgebung erlaubt. Der Therapiegarten auf der Höhe des Quartiersplatzes ist öffentlich zugänglich. Nebst einem Beitrag zur Biodiversität werden zugleich ein Erlebnisraum und Begegnungsort geschaffen.

    Eine Photovoltaikanlage auf dem Dach und an der Fassade soll die Versorgung mit Strom aus erneuerbaren Energien sicherstellen. Durch die Kombination eines Teilersatzneubaus in Holz-Beton-Hybridbauweise mit einer Instandsetzung lassen sich die Treibhausgasemissionen in der Erstellung gegenüber einem vollständigen Ersatzneubau um rund 15 Prozent reduzieren.

    Damit wird ein wesentlicher Beitrag zur Umsetzung des städtischen Immobilienstandards für umweltgerechtes und energieeffizientes Bauen geleistet. Mit dem vorliegenden Siegerprojekt wird es nun möglich, das Bauprojekt in den nächsten Phasen detailliert auszuarbeiten. Die Zustimmung der politischen Instanzen zum Ausführungskredit vorausgesetzt, können die Bauarbeiten voraussichtlich im Jahr 2029 beginnen. 

    Quelle: Medienmitteilung Stadt Zürich