Autor: tka_admin

  • Neulich auf dem «Röschi»: Weg mit dem Gerümpel

    Neulich auf dem «Röschi»: Weg mit dem Gerümpel

    «Der Entsorgungsstandort Wipkingen gehört publikumsmässig zu den Top 3 Standorten in der Stadt Zürich», erklärt ein Mitarbeiter von Entsorgung und Recycling Zürich der Journalistin, als sie an diesem Montagnachmittag eine Stippvisite bei der Entsorgungsaktion auf dem Röschibachplatz macht. Eine Aussage, die zwar nicht so leicht zu überprüfen ist, durch den Eindruck vor Ort aber eindeutig bestätigt wird.

    Zwar ist heute nicht mehr ganz so viel Betrieb wie bei der vorhergehenden Entsorgungsaktion im November, doch auch jetzt hat der Anlass fast ein wenig den Charakter eines Strassenfestes: Mit Cargo-Velos, Einkaufswagen, Ikea-Taschen und Transportwagen, die vor Ort ausgeliehen werden können, strömen Dutzende auf den Platz, um ihre Matratzen, Kinderfahrräder, Holzgestelle, Staubsauger und allerhand weiteren Hausrat loszuwerden.


    Auch getauscht wurde fleissig. (Foto: das)

    Man stellt sich geduldig in die lange Schlange, trifft sich, plaudert. Reger Betrieb herrscht auch am Tauschplatz: Hier können Alltagsgegenstände wie Bücher, Schallplatten und Lautsprecher abgegeben oder gratis mitgenommen werden.

    Lieber auf dem Röschibachplatz

    Die Entsorgungsaktion der Stadt Zürich kommt an, wie man auf Nachfrage hört. Allerdings vor allem dann, wenn besagte Entsorgung auf dem «Röschi» stattfindet. Dass der mobile Recyclinghof ab Juni auf den Schulhausplatz der Schule Waidhalde verlagert werden wird (wir berichteten) stört aber die meisten Befragten massiv.

    «Lieber etwas weniger häufig Entsorgungsaktionen, anstatt auf den Berg hochsteigen zu müssen», erbost sich eine Anwohnerin, «das ist doch das Hinterletzte.» Das Angebot der Recyclinghöfe sei schon okay, sagt eine andere Quartierbewohnerin, «aber es selektioniert sehr stark.»

    An Nachmittagen unter der Woche könnten ja nur Leute entsorgen, die nicht berufstätig sind. Und in der Nähe wohnen. Man müsse auch noch einigermassen gut zu Fuss sein und schwer tragen können, erklärt die Dame. «Da waren die Entsorgungscoupons schon gut. Warum mussten die eigentlich ganz abgeschafft werden? Die Hälfte davon hätte man eigentlich beibehalten können», sagt sie.

  • Neues Leben für den Wipkingerplatz

    Neues Leben für den Wipkingerplatz

    Der Wipkingerplatz, in dieser Frage ist man sich einig, soll ein «Glow up» erhalten. Denn momentan fristet er doch ein eher bescheidenes Dasein: eine Tramhaltestelle, mehrere Strassen die sich kreuzen, ein grosses Verwaltungsgebäude, eine in die Jahre gekommene Einkaufspassage sowie das Kirchgemeindehaus mit dem seit 2017 nicht mehr als solchem genutzten Postgebäude davor. Mehr gibt der Platz aktuell nicht her.

    Lange Zeit war der Spielraum gestalterisch eingeschränkt, weil unklar war, ob am Wipkingerplatz nicht doch das Tunnelportal für die Rosengartenstrasse zu liegen kommen würde. Diese Frage aber wurde 2020 mit der Ablehnung des Tunnel- und Tramprojekts endgültig geklärt.

    Deshalb kommt nun Bewegung in die Sache: Im Dezember 2025 hat der Gemeinderat dem Kauf des ehemaligen Postgebäudes von einem Preis von insgesamt 3,4 Millionen Franken zugestimmt (der «Wipkinger» berichtete). Was mit dem Gebäude geschieht und wie der Platz in Zukunft genau gestaltet werden soll, dazu existieren jedoch durchaus unterschiedliche Vorstellungen.

    So wünschten sowohl die FDP als auch die SVP einen möglichst raschen Abriss des Postgebäudes. Die beiden Parteien äusserten ihre Zukunftsvorstellungen Ende letzten Jahres in zwei Postulaten: Die FDP plädierte für die Errichtung eines Pop-up-Parks anstelle des Postgebäudes, die SVP wünschte sich, den Platz wieder in den Zustand von 1950 zurückzuversetzen, wie «Tages»Anzeiger» und NZZ im vergangenen Dezember berichteten. Die beiden Postulate fanden im Gemeinderat jedoch keine Mehrheit.

    Mitwirkungsverfahren

    Der Stadtrat hingegen habe bis anhin, so der «Tages-Anzeiger», die Pläne für den Platz noch nicht genau definiert. Die Rede ist von einem «Begegnungs- und Aufenthaltsort». Ein Rückbau des Postgebäudes ist wahrscheinlich. Für die Besetzer des Postgebäudes bedeutet das: Bis zur Klärung dieser Fragen werden sie auf dem Wipkingerplatz geduldet.

    Gleichzeitig soll die Bevölkerung in die Planung und Gestaltung des Platzes mit einbezogen werden. So wurde die Anwohnerschaft im Rahmen einer Sozialraumstudie des Büros für Stadtraum und Sozialleben bereits zu ihren Wünschen und Bedürfnissen befragt. Die Ergebnisse dieser Studie, so Evelyne Richiger, Leiterin Kommunikation beim Tiefbauamt, seien noch nicht publiziert, sollen aber, sobald sie aufbereitet sind, auf einer Webseite zum Wipkingerplatz aufgeschaltet werden.

    Vor rund drei Wochen fand zudem die erste Sitzung der Spurgruppe Wipkingerplatz statt. Dabei waren gemäss Beni Weder vom Quartierverein Wipkingen je eine Vertreterin des GZ Wipkingen, der Schule Waidhalde, der Schule Viventa, des Quartiervereins Wipkingen, der IG am Wasser Breitenstein und der reformierten Kirche Street Church, zudem Vertreterinnen der Stadt Zürich vom Büro für Soziales und Stadtraum BSS, die Projektleitung des Tiefbauamts und zwei externe Fachspezialistinnen.

    Wie Richiger erklärt, solle die Spurgruppe «das Projektteam zum geplanten mehrstufigen Mitwirkungsverfahren in Bezug auf Inhalt, Formate (Veranstaltungen, Befragungen usw.) und weitere Gefässe beraten». Die Spurgruppe habe sich nun zur ersten Kennenlernsitzung getroffen. Im Sommer solle dann mit dem eigentlichen Mitwirkungsprozess gestartet werden können.

  • Neustart für den Tierpark Waidberg

    Neustart für den Tierpark Waidberg

    Wie der «Wipkinger» bereits berichtete, fanden Mitte März die Generalversammlungen der beiden Vereine «Förderverein Tierpark Waidberg» sowie «Verschönerungsverein Zürich» statt. Das wichtigste Traktandum: der geplante Zusammenschluss der beiden Vereine und die gleichzeitige Gründung eines neuen Vereins. Die Fusionspläne waren im vergangenen Jahr ausgearbeitet worden.

    Naturerlebnis und Hirschpark Zürich

    Nun haben die beiden Generalversammlungen Nägel mit Köpfen gemacht und die Fusion einstimmig beschlossen, wie Ernst Tschannen, aktuell Präsident des Vereins Tierpark Waidberg, dieser Zeitung mitteilt. Der neue Verein «Naturerlebnis und Hirschpark Zürich» ist bereits rückwirkend auf den 1. Januar dieses Jahres in Kraft gesetzt.

    Für dieses Jahr werden die bisherigen Vorstandsmitglieder gemeinsam mit Neuzugängen den Verein leiten, ab dem nächsten Jahr ziehen sich die Bisherigen zurück und überlassen die Leitung sechs jüngeren, motivierten Vorstandsmitgliedern.

  • FDP Kreis 10: DANKE für insgesamt 29’571 Stimmen!

    FDP Kreis 10: DANKE für insgesamt 29’571 Stimmen!

    Ein Beitrag von Caroline Hobi, Vorstand FDP Kreis 10

    Die kurze Antwort: Ja, sie kann! Wir freuen uns sehr über die insgesamt 29 571 Stimmen, die wir von unseren geschätzten Wählerinnen und Wählern erhalten haben. Es sind über 5000 Stimmen mehr als im Jahr 2022 (plus 22 Prozent). Herzlichen Dank für Ihre Stimmen und Ihre Unterstützung! Insgesamt haben 1627 Personen eine unveränderte FDP-Liste eingereicht. 776 Personen haben kumuliert und panaschiert.

    So gratulieren wir den beiden Gemeinderäten zur erneuten Wiederwahl: Andreas Egli mit 2989 Stimmen und Martina Zürcher mit 2952 Stimmen. Trotz des stärksten Resultats seit 2002 konnten wir leider den angestrebten dritten Sitz nicht erobern. Insgesamt hat die FDP für das Stadtparlament zwei zusätzliche Sitze gewonnen, was die Partei als zweitstärkste Kraft bestätigt und weiter stärkt.

    Wiederwahl von Stadtrat Michael Baumer

    Zudem freuen wir uns über die erfolgreiche Wiederwahl von Stadtrat Michael Baumer: mit 52 644 Stimmen. Auch unser Stadtrats- und Stadtpräsidentskandidat Përparim Avdili hat das absolute Mehr mit 47 372 Stimmen erreicht. Leider hat es knapp nicht gereicht für den neunten Sitz im Stadtrat, was wir ausserordentlich bedauern.

    Ein weiterer Wermutstropfen: Die zahlreichen zerstörten und gestohlenen Plakate der FDP-Kandidierenden hinterlassen eine schlechte Erinnerung an die freie Meinungsäusserung in unserem Quartier. Insbesondere die mehrfach verunstalteten Plakate auf privatem Boden haben eine neue Dimension angenommen, so dass die Polizei eingeschaltet werden musste.

    Von daher ist klar: Wir müssen dranbleiben, wenn wir Zürich wieder in eine liberale, offene und prosperierende Stadt verwandeln wollen. Dazu sind in jedem Fall auch Sie nötig, liebe Wählerinnen und Wähler. Im nächsten Jahr finden bereits die Kantonsratswahlen in Zürich statt. Bleiben auch Sie dran und treten Sie mit uns in Kontakt, wenn Sie ein liberales Anliegen haben. Wir freuen uns!

    Sie wollen sich einen genaueren Überblick über unsere Resultate verschaffen? Die finden Sie hier.

    Caroline Hobi: Mein persönliches Fazit

    Für mich war es mein erster Wahlkampf im Kreis 10. Ich wusste nicht so genau, was mich erwartet. Ich habe aber unglaublich viel gelernt in den letzten Monaten: von den vielen tollen Begegnungen im Quartier, bei den Gesprächen in den Vereinen, von den Rückmeldungen auf meine Postkarten Aktion sowie den spontanen Feedbacks an den Standaktionen. Ich bin dankbar und sehr inspiriert weiterzumachen, auch wenn es für den 3. FDP-Sitz aktuell nicht ganz gereicht hat. Einzig die destruktiven Plakat-Attacken auf dem Privatgrund meiner Nachbarn geben mir immer noch zu denken. Das steckt man nicht einfach so leicht weg. Woche für Woche nächtlicher Vandalismus. Deshalb gilt weiterhin «Oises Züri für alli!». Bis die Toleranz in Züri wieder hergestellt ist.

  • Wasser mit allen Sinnen erleben

    Wasser mit allen Sinnen erleben

    Die Ausstellung «Urban Waters» der Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK) findet bis 12. April direkt an der Limmat beim GZ Wipkingen statt. Insgesamt 39 Installationen laden dazu ein, Wasser neu zu entdecken. Ergänzt wird die Ausstellung an den Wochenenden durch ein vielfältiges Programm mit Workshops und Veranstaltungen für Gross und Klein.

    Initiiert wurde das Projekt im Jahr 2024 durch das kantonale Amt für Abfall, Wasser, Energie und Luft (AWEL), das die ZHdK beauftragte, Erlebnisse zum Thema Wasser zu entwickeln. Ziel war es, Umweltfragen über künstlerische Perspektiven erfahrbar zu machen. Für die künstlerische Leiterin Juliana Schneider liegt darin die besondere Stärke der Ausstellung: «In der Ausstellung gibt es keine Fakten, Nummern und Graphen – unsere künstlerische Perspektive macht den Zugang emotionaler und sinnlicher.»


    Juliana Schneider, die künstlerische Leitung von «Urban Waters». (Foto: zvg.)

    Sinnliche Installationen

    So zum Beispiel beim «OCTOTON», einer mehrheitlich aus Recyclingmaterialien entstandenen Tintenfischinstallation. Aus den Alutentakeln erklingen Wassergeräusche. Die Installation «I’m Happy When It Rains» hingegen funktioniert nur bei Regen: in verschiedenen Behältern dem Klang und Rhythmus fallender Regentropfen lauschen. Die Sensoren der Installation «My Rainbow» werden erst mit dem Sonnenlicht aktiviert. Feine Wasserdüsen formen einen Wasserwürfel und machen das Phänomen der Spektralfarben durch Lichtbrechung erfahrbar.

    Die ausgestellten Arbeiten stammen von Studierenden, Mitarbeitenden und Alumni der ZHdK. Insgesamt wurden 65 Projekte eingereicht, aus denen eine Jury eine Auswahl anhand verschiedener Kriterien traf. «Wir wollten ein vielfältiges Programm zusammenstellen, das unterschiedliche Zugänge ermöglicht und ein breites Publikum anspricht. Gleichzeitig musste die Umsetzbarkeit gewährleistet sein», erklärt Schneider.

    Die Ausstellung verfolgt ein klares Ziel: Besuchende sollen Wasser bewusster wahrnehmen und mit einem neuen Blick darauf nach Hause gehen. «Sie sollen motiviert werden, achtsam mit Wasser umzugehen», so Schneider. Bereits diskutiert wird über eine Fortführung der Ausstellung im kommenden Jahr.

    Das Programm

    «Urban Waters» präsentiert noch bis 12. April im GZ Wipkingen Performances, Workshops, Lesungen, Konzerte und Kunstinstallationen an der Limmat unter freiem Himmel. Das öffentliche Kunstfestival inspiriert zum Nachdenken und Erleben der ökologischen, sozialen und kulturellen Bedeutung des Wassers. 

    Zum vollständigen Programm

  • Die Buslinie 80 wird elektrifiziert – Bauarbeiten bis 2027

    Die Buslinie 80 wird elektrifiziert – Bauarbeiten bis 2027

    Für die Elektrifizierung der Buslinie 80 wird im Bereich Triemli bis Wehntalerstrasse, in den Abschnitten Triemli bis Badenerstrasse und Europabrücke bis Wehntalerstrasse, eine neue Fahrleitung erstellt. Dafür werden Masten aufgestellt, die mit der öffentlichen Beleuchtung kombiniert werden. Die Bauarbeiten beginnen etappenweise am Montag, 13. April 2026 und dauern voraussichtlich bis Ende September 2027.

    Bauarbeiten in Höngg

    Wie der Baustelleninformation des Tiefbauamts zu entnehmen ist, beginnen die Bauarbeiten in Höngg erst im Januar 2027: Von Januar bis Juni an der Limmattalstrasse, im Juli und September an der Gsteigstrasse sowie im April und Mai von der Europabrücke in die Winzerstrasse.


    Projektübersicht mit den geplanten Bauetappen. (Grafik: Stadt Zürich Tiefbauamt)

    Die Zufahrten zu den Liegenschaften sind gewährleistet. Damit der Verkehr nicht zu stark beeinträchtigt wird, muss ein Teil der Arbeiten in der Nacht ausgeführt werden. Die Daten für die Nachtarbeiten werden auf der Baustellenwebseite publiziert: stadt-zuerich.ch/buslinie80.

    Quelle: Baustelleninformation Tiefbauamt Stadt Zürich

  • Beatrice Egli und «Heimweh»: Videodreh auf dem Hönggerberg

    Beatrice Egli und «Heimweh»: Videodreh auf dem Hönggerberg

    Es benötigte wohl etwas fröhliche Urbanität, gepaart mit einem Schuss Landleben: Klar, da kommt nur Höngg infrage. Genauer: der Hönggerberg. Dieser ist nämlich jüngst Schauplatz zweier sehr erfolgreicher Schweizer Acts. Die Rede ist von Beatrice Egli und dem Chor «Heimweh».

    Die Schlagersängerin und der Männerchor präsentierten diese Woche bei den Swiss Music Awards ein gemeinsames Lied: «So schön cha s’Läbe si» nennt sich das Werk; geschrieben und produziert wurde es laut «Blick» von Georg Schlunegger.

    Auf dem «Hönggi»

    In heutigen Zeiten benötigt ein Song ein Video – oder sogar mehrere Clips –, um ein Hit zu werden. Daher zogen die Schlagerkönigin sowie Bernhard Betschart und Daniel Arnold von «Heimweh» auf den Hönggerberg, um dem schönen Leben auch vor der Linse zu frönen.

    «So schön cha s Läbe si» – Beatrice Egli und Heimweh

    Wie die «Höngger»-Redaktion erfahren hat, suchte die Produktionsfirma Hitmill offenbar einen Ort mit Blick über Zürich – da empfiehlt sich der «Hönggi» ganz besonders. Der Wind sei zwar stark gewesen, zudem eher kalt. Dennoch konnten einige Szenen gedreht werden: In einem der Promoclips sieht man die drei tatsächlich auf einem roten Bänkli des hiesigen Verschönerungsvereins sitzen.

    Verschmiertes Bänkli

    Im Prinzip setzten sie sich auf die Lehne, die Schuhe auf der Sitzfläche. Gut, darüber lässt sich diskutieren. Und auch wenn die drei nun von Schönheit singen, sieht man doch, dass das besagte Bänkli zum Opfer von Sprayereien wurde. Der Vandalismus ist ein Problem für den Verschönerungsverein, wie der «Höngger» schon oft berichtete.

    So weist der visuelle Teil des Lieds «So schön cha s’Läbe si», das – ebenfalls laut «Blick» – eine Hymne ans Leben und an die Schweiz sein soll, auch ein wenig auf die nicht immer schöne Realität hin.

  • Dagmar schreibt: Ein Abgesang

    Dagmar schreibt: Ein Abgesang

    Ich hatte Sie ja bereits gewarnt. Sie werden, wenn Sie diese Zeilen regelmässig lesen, nicht umhinkommen, an meiner sich anbahnenden Midlife-Crisis teilzuhaben. Aber keine Sorge, heute wird es nicht allzu ernst. Ich musste nur kürzlich darüber nachdenken, mit welchen Alltagsgegenständen ich aufgewachsen bin. Dinge, die selbstverständlich zu meinem Leben gehörten oder, noch viel aufregender, als neue Errungenschaften in mein Leben traten.

    Und dann schaute ich mich in meiner Wohnung um und stellte fest – die gibt’s alle gar nicht mehr! Was in meiner Jugend noch brandneu und aktuell war, fristet heute bestenfalls noch in den verstaubten Regalen der Brockenhäuser ein trauriges Dasein.

    «Beverly Hills 90210»

    Zum Beispiel die Videorecorder. Ich weiss noch genau, wie lange ich meine Eltern bearbeiten musste, bis sie sich einen anschafften. Und wie gross die Freude über dieses Gerät war. Was für neue Möglichkeiten sich damit boten! Endlich konnte man Lieblingssendungen konservieren und musste nicht mehr jeden Samstagnachmittag genau dann zu Hause sein, wenn «Beverly Hills 90210» ausgestrahlt wurde.

    Gut, ein bisschen anstrengend war die Tatsache, dass man das Gerät gar nicht timen konnte, sondern am Anfang und Ende der Sendung noch den «Rekord»- und «Stop»-Knopf drücken musste. Da musste man entweder die Eltern anstellen (die dann natürlich regelmässig den Anfang der Serie verpassten und die Aufnahme erst ab Minute drei starteten), oder doch selbst zu Hause sein. Aber egal: Man konnte die besten Szenen der Lieblingsserie endlich immer und immer wieder anschauen, so lange, bis das Band der Videokassette riss. Fühlte sich für mich wie ein Quantensprung der Technologie an.

    Doch urplötzlich waren die Videorecorder out, weil es DVDs gab. Da sahen die Filme tausendmal besser aus. Also lieh und kaufte ich mir halt die Silberlinge. Für gefühlt zwei Jahre, bis diese wieder abgelöst wurden durch Blu-Ray. Und die … naja, die waren so schnell wieder weg, dass sie komplett an mir vorbeigingen. Von den Audiokassetten müssen wir gar nicht reden: Schallplatten, CDs, Walkman, Discman, alles Schnee von gestern. Obwohl Vinyl ja wieder angesagt ist.

    Ein dicker Schinken

    Auch vom Wählscheibentelefon und meiner Aufregung über den ersten Anrufbeantworter fang ich gar nicht erst an, das Thema Handy hatten wir ja schon zur Genüge. Aber das Telefonbuch. Dieser dicke Schinken gehörte doch in jeden Haushalt. Wann wurde das eigentlich abgeschafft? Nicht, dass ich noch Verwendung dafür gehabt hätte. Früher aber, da war es wichtig. Vor allem dann, wenn man jemanden kennengelernt hatte und nur den Nachnamen, aber nicht die Telefonnummer kannte.

    Bis man da im Telefonbuch die richtige Nummer ermittelt hatte, musste man oft einiges an Detektivarbeit leisten, weil es oft mehrere Personen des gleichen Namens gab. Wenn man dann die Nummer endlich hatte, hiess es, mit klopfendem Herzen und trockenem Mund anzurufen – natürlich nur, um sofort aufzuhängen, sobald jemand dranging. Immer wieder. Was das brachte? Keine Ahnung, aber es war hoch spannend. Könnte man heute nicht mehr machen.

    Ach, ich könnte noch ewig so weiter schwelgen. Welche Geschichten diese alten Geräte alle so erzählen! Langweile ich Sie damit etwa? Ich sage doch, ich werde alt…

  • «Gewalt macht dich nicht zum Mann. Zuhören schon»

    «Gewalt macht dich nicht zum Mann. Zuhören schon»

    Häusliche, sexuelle und geschlechtsspezifische Gewalt sind in der Schweiz nach wie vor weit verbreitet. In der Stadt Zürich rückt die Stadtpolizei gemäss Medienmitteilung im Durchschnitt sechsmal täglich wegen häuslicher Gewalt aus. Gewalt beginnt aber nicht erst mit körperlichen Übergriffen. Sie beginnt dort, wo Kontrolle, Abwertung und Einschüchterung normalisiert werden und als «männlich» gelten.

    Mit der neuen Kampagne «Gewalt mach dich nicht zum Mann. Zuhören schon» rückt die Stadt Zürich den Zusammenhang zwischen Männlichkeiten und Gewalt ins Zentrum der Gewaltprävention. Die Kampagne zeigt: Dominanz, Abwertung oder Schläge sind keine Zeichen von Männlichkeit, sondern Ausdruck von Gewalt.

    Der Slogan «Gewalt macht dich nicht zum Mann» widerspricht der Erzählung, Aggression oder Kontrolle seien Beweise für Stärke oder Männlichkeit. Der Slogan fordert zur Reflexion auf, indem ihm bewusst positive Werte gegenübergestellt werden wie Respekt, Mitgefühl, Geduld, Zuhören, Vertrauen oder Fürsorge. 


    Auch Simone Brander ist auf einem Plakat zu sehen. (Foto: Stadt Zürich)

    Bevölkerung zum Mitmachen aufgerufen

    Ein zentrales Element der Kampagne ist die aktive Beteiligung der Bevölkerung. Alle Menschen sind eingeladen, über Social Media oder die Kampagnenwebseite, ihr eigenes Bild als Statement gegen Gewalt zu veröffentlichen. So entsteht ein kollektives Gegenbild zu gewalttätiger Männlichkeit – getragen von der Bevölkerung. Zudem finden sich auf der Webseite Beratungs-, Unterstützungs- und Präventionsangebote – von Opferhilfe bis zu Beratungen für Tatpersonen. 

    Die aktuelle Kampagne knüpft an eine lange städtische Auseinandersetzung mit Männergewalt an. Bereits 1995 lancierte der Stadtrat mit «Männergewalt macht keine Männer» eine Pionierkampagne. Sie rückte häusliche Gewalt erstmals konsequent aus dem privaten in den öffentlichen und politischen Raum.

    Daraus entstanden konkrete Massnahmen: der Ausbau von Beratungsangeboten, polizeiliche Schulungen und erste Gewaltschutzstrukturen.

    Quelle: Medienmitteiling Stadt Zürich 

  • Jeder zehnte Jugendliche wendet sich bei Sorgen an KI

    Jeder zehnte Jugendliche wendet sich bei Sorgen an KI

    In einer repräsentativen Befragung wurden für die Pro Juventute Jugendstudie Jugendliche in der Schweiz im Alter von 14-25 Jahren aus den drei grossen Sprachregionen zu Stress und Sorgen, psychischem Befinden, Schutzfaktoren sowie zum Medienverhalten befragt.

    Mit 88 Prozent gibt eine grosse Mehrheit der befragten Jugendlichen an, sich psychisch wohlzufühlen, wie Pro Juventute mitteilt. Die Beziehung zu den Eltern sowie gute Freundschaften bleiben für eine grosse Mehrheit zentrale Schutzfaktoren für ihre psychische Gesundheit.

    Trotz dieser auch erfreulichen Befunde geben andere Ergebnisse Anlass zur Sorge. Aus der ersten Pro Juventute Jugendstudie im Jahr 2024 bestätigt sich: Jeder zehnte Jugendliche gibt an, aktuell in psychotherapeutischer Behandlung zu sein, Mädchen und junge Frauen doppelt so häufig wie männliche Befragte. Rund ein Viertel fühlt sich von den Eltern unverstanden. Jeder dritte Jugendliche gibt an, dass die Schule rsp. Ausbildung sie nicht gut auf das Leben vorbereitet.

    Künstliche Intelligenz hilft Sorgen

    Schul- und Ausbildungsstress bleibt auch in der zweiten Pro Juventute Jugendstudie der wichtigste Stressfaktor: Über ein Drittel der Jugendlichen setzt dies unter Druck, bei jungen Frauen fast jede zweite. Auch Sorgen um die berufliche Zukunft haben zugenommen – rund ein Drittel macht sich laut Medienmitteilung darüber Gedanken, bei der ersten Erhebung waren es 25 Prozent. Parallel dazu sinkt das Gefühl der Selbstwirksamkeit deutlich. Nur noch etwas mehr als ein Drittel der Jugendlichen gibt an, aktiv gegen eigene Probleme vorgehen zu können – bei der ersten Befragung war es noch die Hälfte.

    Neu wurden die Jugendlichen gefragt, ob sie sich bei Problemen an eine Künstliche Intelligenz wie ChatGPT wenden. Jeder Zehnte gibt an, dies zu tun. Ähnlich häufig gaben die Jugendlichen an, sich bei Sorgen an Fachstellen und Beratungsangebote, wie zum Beispiel die Notrufnummer 147 von Pro Juventute, zu wenden.

    Jungen Frauen geht es deutlich schlechter

    Mädchen und jungen Frauen geht es gemäss der zweiten Pro Juventute Jugendstudie signifikant schlechter als männliche Befragte.

    Mehr als die Hälfte sorgt sich um die eigene psychische Gesundheit – jede Dritte fühlt sich häufig müde und erschöpft. Weibliche Befragte berichten deutlich häufiger von Stress durch schulische, ausbildungsbezogene und persönliche Faktoren. Sie machen sich auch eher Sorgen um ihre Zukunft und globale Entwicklungen. Gleichzeitig sprechen junge Frauen häufiger mit Freund:innen, Eltern oder Geschwistern über ihre Probleme und wenden sich dreimal so häufig an Fachpersonen als männliche Befragte.

    Erhöhte Belastung bei Jugendlichen mit Migrationshintergrund

    Die Pro Juventute Jugendstudie macht in der zweiten Befragung signifikante Unterschiede zwischen befragten Jugendlichen mit Migrationshintergrund sichtbar. Jugendliche, deren Eltern beide nicht aus der Schweiz stammen, erleben ihre Beziehung zu den Eltern häufiger als belastet und fühlen sich stärker unter Druck gesetzt. Sie berichten öfter von Stress und grösseren Sorgen um ihre psychische Gesundheit.

    Schulische Anforderungen belasten sie besonders stark: 24 Prozent geben an, sehr häufig unter Prüfungsstress zu stehen, gegenüber 11 Prozent bei Jugendlichen ohne Migrationshintergrund. Auch hohe Erwartungen sowie Sorgen um die berufliche Zukunft treten häufiger auf.

    Zudem machen sich Jugendliche mit Migrationshintergrund mehr finanzielle Sorgen und sind häufiger durch Diskriminierung belastet als Jugendliche, deren beide Eltern aus der Schweiz stammen. Digitale Medien nutzen sie im Vergleich zu den befragten Jugendlichen mit einem Elternteil oder beiden Elternteilen aus der Schweiz intensiver und berichten öfter von Schwierigkeiten, den Medienkonsum zu begrenzen.

    Mehr Sorgen um die Welt

    Rund ein Drittel der Jugendlichen sorgt sich um die Lage der Welt und die Gesellschaft. Stark zugenommen haben gegenüber der ersten Pro Juventute Jugendstudie 2024 Sorgen über Kriege: 40 Prozent fühlen sich dadurch belastet, gegenüber etwa einem Viertel in der ersten Erhebung.

    Für die Mehrheit der Befragten stellen soziale Medien keine direkte Belastung dar: Nur 18 Prozent fühlen sich durch sie gestresst. Gleichzeitig berichten 36 Prozent, dass soziale Medien oder Games ihre Stimmung verbessern. Die Hälfte der Befragten hat jedoch Mühe, das Handy wegzulegen, etwa ein Viertel nutzt digitale Medien trotz negativer Auswirkungen weiter, und jede fünfte Person schätzt ihren Medienkonsum als problematisch ein.

    Pro Juventute Jugendstudie wird weitergeführt

    Die Pro Juventute Jugendstudie entstand in Zusammenarbeit mit der Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie (KJPP) der Psychiatrischen Universitätsklinik Zürich. Die KJPP fungierte als wissenschaftliche Partnerin unter der Projektleitung von Prof. Dr. med. Dipl. Psych. Susanne Walitza. Die Befragung wurde im Sommer 2025 von YouGov durchgeführt und vorgängig von der Ethikkommission des Kantons Zürich geprüft.

    Die erste und zweite Pro Juventute Jugendstudie wurden durch die finanzielle Förderung der Ernst Göhner Stiftung ermöglicht. Dank einer Partnerschaft mit dem Kranken- und Vorsorgeversicherer CONCORDIA kann die Pro Juventute Jugendstudie in den kommenden Jahren weitergeführt werden. Weiter wird die Studie auch von der Gesundheitsförderung Schweiz unterstützt.

    Quelle: Medienmitteilung Pro Juventute

    Zum Download der Jugendstudie