Autor: tka_admin

  • In die Höngger Weinwelt eintauchen

    In die Höngger Weinwelt eintauchen

    Wein ist Kultur und Geschichte, Terroir und Herkunft, Genuss und Geselligkeit, schreibt der Branchenverband Deutschschweizer Wein in seiner Medienmitteilung. Kurzum: Weine sind etwas Besonderes. All diese Facetten können vom 1. Mai bis 3. Mai anlässlich der «Offenen Weinkeller» kennengelernt werden.

    Die Weinbauregion Zürich ist laut dem Branchenverband unterteilt in die vier Regionen Zürichsee, Limmattal, Zürcher Unterland und Zürcher Weinland. Mit seiner Rebfläche von 613 Hektaren ist der Kanton der grösste Deutschschweizer Weinbaukanton und bietet die grösste Rebsortenvielfalt der Schweiz: rund 115 verschiedene Varietäten sind hier heimisch.

    Das Angebot in Höngg

    Die grosse Vielfalt der Zürcher Weine kann an den «Offenen Weinkellern» erlebt werden. Höngg darf dabei selbstverständlich nicht fehlen und zwei Betriebe öffnen für den «Tag der offenen Weinkeller» ihre Türen, um sich zu präsentieren.

    Beim Gutsbetrieb Juchhof von Grün Stadt Zürich mit seinem für Höngg charakteristischen Rebberg unterhalb der reformierten Kirche – sprich: dem Chillesteig – lädt die Stadt am Freitag, 1. Mai, von 11 bis 17 Uhr zu Degustationen und Rundgängen mit der Stadtwinzerin Karin Schär ein. Zur Verpflegung werden Weinsuppe, Hotdogs und Kuchen angeboten.

    Auch Zweifel 1898 ist dabei: In der Kelterei in Höngg entstehen laut Medienmitteilung schonend und natürlich vinifizierte Weine – geprägt von Leidenschaft, Erfahrung und zeitgemässer Technologie, wie es auf der Website des Branchenverbands heisst. Das Familienunternehmen öffnet am 2. Mai von 11 bis 17 seine Türen und lädt ein, erlesene Weine zu degustieren. Zudem stehen ein Wettbewerb sowie Führungen mit Urs Zweifel auf dem Programm (um 12.30 und 14.30 Uhr, mit Anmeldung). Die Weinbeiz bietet derweil Grillgut, Flammkuchen oder Winzer-Plättli an.

    Quelle: Medienmitteilung und Website Branchenverband Deutschschweizer Wein

  • Berufsmesse Lachenzelg: Markt der Möglichkeiten

    Berufsmesse Lachenzelg: Markt der Möglichkeiten

    In der Aula der Schule Lachenzelg herrscht an diesem Dienstagnachmittag ein munteres Kommen und Gehen. Hier, wo sonst Musikunterricht und Elternabende stattfinden oder Abschlussarbeiten präsentiert werden, ist eine kleine Messe aufgebaut – an 14 verschiedenen Ständen informieren Gewerbetreibende und lokale Unternehmen über ihre Berufe. Klassenweise treffen die Schülerinnen und Schüler hier ein, schlendern von Stand zu Stand und informieren sich über Vorzüge und Nachteile der jeweiligen Berufe.

    Bereits seit mehr als 16 Jahren organisiert der Elternverein der Schule jeweils im Frühling diesen Anlass für die Klassen der zweiten Sekundarschule, um eine kleine Hilfestellung bei der Suche nach dem Job oder auch «nur» einer Schnupperlehre zu leisten. An manchen der Stände stehen alte Bekannte – für einige Betriebe ist die Teilnahme am Anlass so etwas wie Tradition.

    Der Malerbetrieb Kneubühler, das Architekturbüro Knörr, der Steiner Flughafebeck, Koller Metallbau oder auch die Apotheke im Brühl – sie alle sind schon seit Jahren mit von der Partie. Andere sind noch nicht so lange dabei – oder gar das erste Mal vertreten – wie zum Beispiel die Stadtpolizei Zürich.

    Polizist als Zweitausbildung

    Ihr Stand scheint bei den Jugendlichen beliebt zu sein – ein Eindruck, den Andreas Gallmann von der Polizei bestätigt. Das Interesse an ihrem Job sei gross gewesen, berichtet er – und das, obwohl eine Ausbildung bei der Polizei direkt nach Abschluss der Sekundarschulzeit gar nicht möglich ist. Um für die Stadtpolizei arbeiten zu können, müsse man entweder eine bereits abgeschlossene Lehre oder eine Matur vorweisen.

    Doch viele Interessierte seien vorbeigekommen, um zu schauen, was für die Ausbildung nötig ist und welche Möglichkeiten der Beruf bietet. Neben der Information über das Berufsbild schätzten es die Standbetreiber aber auch, mit den Jugendlichen ins Gespräch zu kommen – «vor allem in einem solch entspannten Rahmen wie der Berufsmesse», erklärt Gallmann. Stehe man sich auf der Strasse gegenüber, sei die Stimmung dagegen ja oft ein wenig angespannt.

    Sich selber treu sein

    Auch die Firma Strabag ist in diesem Jahr das erste Mal vor Ort und vertritt die Baubranche. Im Innenhof des Schulhauses können die Jugendlichen bei den Maurern direkt selber Hand anlegen und versuchen, Backsteine ohne grosse Zwischenräume aufeinander zu schichten – das ist gar nicht so einfach.

    Fikri Kosumi, Ausbildungskoordinator bei der Firma, ist vom Interesse der Jugendlichen angetan. Positiv bewertet er auch die Möglichkeit, im Rahmen der Berufsmesse Vorstellungsgespräche üben zu können. Insgesamt haben rund 40 Jugendliche das neue Angebot wahrgenommen und sich mit Vertretern von Firmen zu einem Bewerbungsgespräch getroffen.

    «Ich finde es toll, wenn die Jugendlichen sich trauen und auf das Experiment einlassen», so Kosumi. Denn die Situation ist nicht ganz einfach für sie – vor fremden Leuten eine Bewerbungssituation zu simulieren, erfordert schon ein wenig Mut. Und was rät er in solch einem Gespräch? In seinem Beruf, so erklärt er, seien in puncto Zeugnisnoten insbesondere die Mathematiknoten wichtig.

    Auf die anderen Fächer achte er weniger – dafür aber umso mehr auf die Kreuze auf der Rückseite, die das Verhalten abbilden. Ein entscheidender Punkt, um im Gespräch zu überzeugen, sei auch, möglichst authentisch rüberzukommen und sich so zu geben, wie man wirklich ist.

    Wachsendes Interesse

    Positive Worte findet in diesem Jahr auch der Höngger Malermeister Andreas Kneubühler. Nachdem er vor drei Jahren in dieser Zeitung berichtet hatte, wie schwierig es sei, Auszubildende für seinen Beruf zu finden, zeigt er sich nun zufrieden. «Wir hatten dieses Jahr sehr viele Interessenten. Jill, unsere Lernende, die den Stand betreute, war sehr beschäftigt», schmunzelt er. Das Angebot mit den Bewerbungsgesprächen habe er in diesem Jahr leider noch nicht durchführen können – «aber im nächsten Jahr mache ich da sicher mit», versichert er.

    Zufrieden mit der Berufsmesse sind auch Zoe, Tabea und Keyla. Die drei Schülerinnen haben sich unterschiedliche Berufe angeschaut – von Automobilfachfrau über die Polizei und den Detailhandel bis zur Fachfrau Apotheke. Der Traumjob war für die drei bis anhin zwar noch nicht dabei, momentan tendieren sie eher zu einer kaufmännischen Ausbildung.

    Doch die Berufsmesse beurteilen sie dennoch positiv – und sind dankbar für das Angebot, im eigenen Schulhaus einen Einblick in die verschiedenen Berufe zu erhalten.

    Die Aussteller an der Berufsmesse

    Apotheke im Brühl AG
    Coop Berufsbildung
    Stadtpolizei
    Koller Metallbautechnik GmbH
    Kenny’s Autocenter AG
    Kneubühler AG Malergeschäft
    Knörr Architekten AG
    Willi & Landolt Elektro AG
    Stadt Zürich Sozialdepartement – Young Talents
    Stadt Zürich, Brückenangebot JOB PLUS
    Steiner Flughafebeck AG
    STRABAG AG
    Zweifel Chips und Snacks AG

  • «Aktuelle Betriebslage» im Wartsaal Wipkingen

    «Aktuelle Betriebslage» im Wartsaal Wipkingen

    Geplant ist eine eintägige Intervention im und um den Kunstraum im ehemaligen Bahnhofsgebäude in Wipkingen. Beteiligt sind ausgewählte Künstlerinnen und Künstler, die mit unterschiedlichen Medien und Formaten arbeiten, insbesondere mit Performance sowie partizipativen und interaktiven Installationen.

    Die Beiträge beziehen sich auf den Titel «Aktuelle Betriebslage». Der Begriff wird von den Beteiligten individuell ausgelegt und kann sowohl emotionale, krisenhafte oder widersprüchliche Zustände der Gegenwart benennen als auch als bewusst nüchterner oder gebrochener Ausdruck gelesen werden, wie es auf der Website des Wartsaals heisst.

    Eigenständige Entscheidungen

    Der kuratorische Ansatz sieht vor, dass die Künstlerinnen und Künstler eigenständig entscheiden, welche «Betriebslage» sie in ihren Arbeiten verhandeln. Dabei sind Sunny Pfalzer, CickinDunt, Regula Michell, Stirnimann – Stojanovic, Bettina Filacanavo, Stefanie Rübensaal und San Keller (siehe Box unten).

    Das Projekt im Wartsaal Wipkingen wird gemeinschaftlich geplant, kuratiert und organisiert von Stefanie Rübensaal und Bettina Filacanavo. Unterstützt wird die Veranstaltung von der Gubler-Hablützel Stiftung sowie von Stadt Zürich Kultur.

    Der Wartsaal Wipkingen

    Der Wartsaal Wipkingen befindet sich im ehemaligen Bahnhofsgebäude in Wipkingen. Nachdem das dort ansässige Reisebüro Ende 2020 schliessen musste, wurden die Räume 2021 vom Verein Wartsaal Wipkingen übernommen und neu ausgerichtet.

    Seither wird der Wartsaal als nicht-kommerzieller Kultur- und Begegnungsraum betrieben. Ziel ist es, die historischen Bahnhofsräume für das Quartier zu erhalten und sie für unterschiedliche Nutzungen zugänglich zu machen.

    Der Ort versteht sich bewusst als niederschwelliger Treffpunkt: Menschen aus dem Quartier sollen sich hier unkompliziert begegnen, austauschen und eigene Projekte einbringen können.

    Im Wartsaal finden entsprechend vielfältige Aktivitäten statt – von Ausstellungen und Lesungen bis zu gemeinschaftlichen Formaten und Quartierinitiativen.

    Programm «Aktuelle Betriebslage» – Samstag, 9. Mai

    13:00
    Regula Michell – «Warten…?»
    Aktivierung einer fortlaufenden Installation

    13:30
    Stefanie Rübensaal – «how to be a healthy member of society?»
    Performance

    14:15
    Bettina Filacanavo – «Wer bleibt Mensch»
    Performance

    14:45
    Stirnimann–Stojanovic – «Less Bureaucracy, More Love Letters»
    Prozessuale Installation mit partizipativer Aktivation

    15:45
    CickinDunt – «S24urveillance connection»
    Recherche-Show

    16:30
    Regula Michell – Finale der Installation «Warten…?»

    17:00
    Sunny Pfalzer – «FEELING SEEN»
    Performance

    17:45
    San Keller – «Betriebsbericht»
    Mündliche Berichterstattung

    Ort: Wartsaal Wipkingen, Dammstrasse 54, 8037 Zürich
    Zeit: 13:00–18:30 Uhr 

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    «Ich liebe Bahnhöfe!»

  • Dagmar schreibt: «Neo» für alle?

    Dagmar schreibt: «Neo» für alle?

    Haben Sie’s schon gehört? Ist die bahnbrechende Neuerung schon bis zu Ihnen durchgedrungen? Nein? Dann lassen Sie sich von mir aufklären. Neo ist da! 1,8 Meter gross, dünn und ohne Körperkonturen oder Mimik, dafür mit einem beigefarbenen Pullover. Seine Aufgabe: Haushalten.

    Ein Technologieunternehmen hat es also geschafft, einen humanoiden Roboter für den Hausgebrauch zu entwickeln. Für den Spottpreis von 20 000 US-Dollar (oder knapp 500 US-Dollar monatlich) kann man ihn sich ins Haus holen. Ein Traum für alle Haushaltsmuffel wie mich!

    Neo wäre der ideale Mitbewohner: Er würde anspruchslos auf seinem Ständer in der Ecke meines Wohnzimmers abhängen und nur darauf warten, dass ich ihm Aufträge gebe. Er bräuchte kein Frühstück, keine lobenden Worte und würde nie eine Tür zuknallen.

    Und er leistet Erstaunliches: Er kann die Spülmaschine ausräumen, Blumen giessen oder Spielzeug aufräumen. Ohne zu murren, trägt er die Einkäufe ins Haus und serviert den Gästen den Aperitif. Nur einen klitzekleinen Haken hat er momentan noch: Ganz selbstständig ist der Jungspund nicht. Er braucht ein wenig Unterstützung – durch einen menschlichen Teleoperator, der ihm aus der Distanz die Anweisungen geben kann.

    I Tried the First Humanoid Home Robot. It Got Weird. | WSJ

    Für diesen Zweck, das ist klar, benötigt der Operator Einblicke in die Wohnung, in der sich sein Schützling befindet. Er schaut also durch Neos Augen in meinen Haushalt, um zu sehen, wo sich genau das T-Shirt befindet, das er zusammenfalten soll. Aber gut, man hat ja nichts zu verbergen, da darf sich der herstellende Konzern natürlich gerne ein wenig bei mir umschauen, oder?

    Der Kundschaft in den entsprechenden Werbevideos scheint das auf jeden Fall nichts auszumachen. Die sitzen alle ganz glücklich und entspannt auf ihren Sofas, prosten sich zu und lassen ihn im Hintergrund wirken. Sogar ihre Hunde sind jetzt besser ausgelastet, weil Neo ihnen ab und zu mal einen Ball zuwerfen kann, wenn sie selber keine Zeit für ihr Haustier haben.

    Gut, meine Wohnung sieht vielleicht nicht ganz so aus wie die mondänen Häuser aus der Werbung. Ich glaube, Neo würde nie herausfinden, wo mein Sohn seine dreckigen Socken versteckt. Und ob er meine Katze, die gerne mal ein Nickerchen in der Wäsche macht, beim Aufräumen nicht mit einem dreckigen Handtuch verwechselt, dafür würde ich meine Hand nicht unbedingt ins Feuer legen.

    Es ist auch gewöhnungsbedürftig, diesem «Robo-Neo» bei der Arbeit zuzuschauen: Minutenlang versucht er in einem der Videos ein Messer von der Ablage zu greifen, um es danach im Besteckfach der Spülmaschine zu verstauen. Das erledige ich doch lieber selbst. Allein schon beim Betrachten des Videos verspüre ich immense Lust, ihn zu schubsen.

    Was würde er dann wohl machen? Von mir erwarten, dass ich ihm wieder auf die Beine helfe? Und überhaupt: Diese Mörderpuppe mit den weichen Pantoffeln macht mir irgendwie Angst. Ich glaube, wenn der in meinem Wohnzimmer abhängen würde, würde ich nachts kein Auge mehr zutun. Man weiss ja nie, auf welche Ideen er oder sein Teleoperator kommen könnten.

    Nein, ich glaube, ich bleibe bei meinem Chaos.

  • 100 Jahre «Höngger», Teil 4: 1956 bis 1966

    100 Jahre «Höngger», Teil 4: 1956 bis 1966

    Wir haben bereits im ersten Teil berichtet: Die Brüder Anton und Franz Moos gründeten diese Zeitung, damals noch unter dem Titel «Korrespondenzblatt». Nach dem Tod von Franz Moos übernahm Anton Moos im März 1932 die alleinige Verantwortung. Er produzierte und verlegte den «Höngger» an der Ackersteinstrasse 159 im Buchdruckverfahren. An dieser Adresse lebt bis heute seine Tochter Marie-Antoinette Lauer. Für diesen Rückblick erinnert sie sich an jene Zeit, als «Der Höngger» mehr für sie war als eine Quartierzeitung – er war eine Familienangelegenheit.

    Anton Moos wurde 1901 in Zug geboren. Er hätte sich gerne dem Studium der Geschichte und der Kunst gewidmet, doch die Umstände liessen es nicht zu: Sein Vater starb früh, und die Mutter musste ihre drei Söhne allein durchbringen. Anton Moos erhielt die Möglichkeit, bei Joseph Speck in Zug das Buchdruckerhandwerk zu erlernen. Zum Abschluss der Lehre erhielt er den sogenannten Gautschbrief von Gutenbergs Gnaden. In Leipzig erwarb er anschliessend das Maschinenmeister-Diplom.

    Das Glück in Höngg

    Anton Moos war von Abenteuerlust und der Sehnsucht nach fremden Ländern geprägt. Er zog nach Barcelona, doch der Ruf der Familie war stärker: «Mit seinem Bruder sollte er auf Geheiss der Mutter die Buchdruckerei Nötzli in Höngg übernehmen», erzählt Marie-Antoinette Lauer. «Aber er wollte eigentlich kein eigenes Geschäft. In Spanien arbeitete er in einer Druckerei, was ihm sehr gut gefiel. Er wäre gerne dortgeblieben.»

    So entstand die Buchdruckerei Moos und 1926 das «Korrespondenzblatt». Anton Moos hatte zunächst vor, nach dem Aufbau der Druckerei wieder nach Spanien zurückzukehren. Doch als sein Bruder starb, zerschlugen sich diese Pläne. Rückblickend erwies sich die Rückkehr als glückliche Fügung: In Spanien brach der Bürgerkrieg aus, und in Höngg lernte er Gertrude Kusche kennen, die er 1933 heiratete.

    Leicht war diese Verbindung zunächst nicht: Anton Moos war Katholik, seine spätere Frau Protestantin – eine sogenannte Mischehe. «Meine Mutter hat immer erzählt, dass sie aus diesem Grund nicht vor den Altar treten durfte», so Marie-Antoinette Lauer. Das Paar hatte aber vieles gemeinsam: Beide liebten die Natur, unternahmen viele Wanderungen und reisten – sofern es die Zeit erlaubte – auch ins Ausland. Und sie wurden Eltern von Marie-Antoinette. «Ich kam mit einer Missbildung am Bein zur Welt und bereitete meinen Eltern mit all den Operationen einige Schwierigkeiten. Aber ich war ein geliebtes Kind, meine Eltern haben alles für mich gemacht.»

    Engagement im Quartier

    Anton Moos war beim Erscheinen der Zeitung «der Neue» in Höngg. Es war ihm ein Anliegen, hier heimisch zu werden, sich zu beweisen und dazuzugehören. Dabei half es ihm, sich in den lokalen Vereinen zu engagieren. Er wirkte 1934 an der Gründung der Zunft Höngg mit und war auch Gründungs- und Vorstandsmitglied des Quartiervereins Höngg. In der Kirche engagierte er sich ebenfalls. Nicht zu vergessen ist sein Einsatz in der Propagandakommission zur Höngger 1100-Jahrfeier (siehe Artikel rechts). Er habe die Menschen rasch überzeugt: «Er war ein lebensfroher Mensch, sehr interessiert an Geschichte und Kultur, und er war wie ein Lexikon – er wusste alles», erinnert sich Lauer.

    Das Singen war seine grosse Leidenschaft. Anton Moos war Mitglied im Männerchor Höngg und seit 1952 dessen Ehrenmitglied. Zudem engagierte er sich im Sängerverein Harmonie Zürich. «Mein Vater wäre auch gerne Schauspieler geworden», erzählt Lauer lächelnd. Er wirkte in Theatergruppen mit und spielte einmal sogar Wilhelm Tell. Die Tochter teilte diese Leidenschaft – auch sie wäre gerne Schauspielerin geworden, was ihr der Vater jedoch untersagte. «Das ist kein guter Beruf für eine Frau», waren seine Worte. Sie wandte sich stattdessen dem Musikstudium zu, lernte Klavier und ist bis heute als Sängerin aktiv. «Meine Eltern nahmen mich schon früh mit in die Oper, so kam ich zur Musik.»

    Ein Leben mit der Zeitung

    «Der Höngger» wurde im Haus gedruckt, wo die Familie lebte, ebenso andere Druckerzeugnisse wie Visitenkarten oder ortsgeschichtliche Mitteilungen. «Unser Haus an der Ackersteinstrasse wurde 1933 erbaut, und mein Vater plante die Druckerei von Anfang an im Untergeschoss ein.» Die Mutter kümmerte sich um die Buchhaltung. So war die kleine Familie immer eingespannt und avancierte zu einer lokalen Grösse in Höngg. «Die Zeitung war immer präsent, und es gab auch Kritik von Menschen, die mit den Inhalten nicht einverstanden waren», erinnert sich Marie-Antoinette Lauer.

    Und auch an die Arbeit: «Ich habe viel mitgeholfen, etwa bei den grossen Ausgaben im Dezember. Wir hatten keine Falzmaschine, also machte ich das zusammen mit meiner Mutter.» Wie Lauer sagt, habe sie es geliebt, unten in der Druckerei zu sein, auf den Papierstapeln zu sitzen und ihrem Vater zuzusehen. «Wenn meine Mutter unzufrieden mit mir war, flüchtete ich ebenfalls nach unten zu meinem Vater – es war ein Paradies. ‹So, hast du wieder etwas angestellt?›, pflegte er zu sagen.»

    Der Abschied

    Anton Moos starb im November 1965 nach kurzer, schwerer Krankheit. «Er wurde nur 64 Jahre alt. Es war für uns eine schlimme Zeit.» Seine Zeitung widmete ihm als Nachruf das Titelblatt vom 3. Dezember 1965. Max Samuel schrieb: «Das Bild eines lieben Menschen, der das Zeitliche zu einem Zeitpunkt gesegnet hat, da man ihm noch einen geruhsamen Lebensabend gewünscht hätte, zu schildern, ist keine leichte Aufgabe.» Seine Abdankung in der Kirche Höngg gestaltete sich laut Samuel als «innige und würdige Feier». Der Männerchor Höngg gab dem Verstorbenen einen «letzten musikalischen Gruss», das Leidmahl fand in der Mühlehalde statt. Seine letzte Ruhestätte fand Anton Moos im Familiengrab auf dem Friedhof Hönggerberg.


    Die Titelseite vom 3. Dezember 1965 mit dem Nachruf auf ANton Moos.

    Damit endete für unsere Zeitung eine Ära. Für eine Übergangszeit übernahm Gertrude Moos die Leitung der Buchdruckerei, bis zwei heute in Höngg sehr bekannte Brüder auf den Plan traten und ein neues Kapitel für den «Höngger» einläuteten. Mehr dazu im nächsten Teil (1966 bis 1976).

    Die Inhalte – ein Überblick

    Ab Oktober 1956 erschien «Der Höngger» wie gewohnt in Affoltern, Ober- und Unterengstringen, Weiningen, Regensdorf und Watt, seit 1951 auch in Wipkingen. Der Abonnementspreis betrug 5 Franken, die Zeitung erschien wöchentlich.

    Im Nachruf auf Anton Moos ist zu lesen, dass es nie seine Absicht war, seinem Quartierblatt das Gesicht einer grossen Tageszeitung zu geben, noch mit einer solchen zu konkurrenzieren. Das bejaht auch seine Tochter Marie-Antoinette Lauer: «Mein Vater wollte die Stimmung im Dorf vermitteln, denn wir nannten Höngg ein Dorf – und tun es heute noch». Auf diese Weise produzierte Anton Moos den «Höngger» weiterhin.

    In der Regel bestand die Zeitung aus zwei Seiten, sie erschien wöchentlich und war dicht gefüllt. Fotografien wurden mit der Zeit häufiger eingesetzt. Anton Moos veröffentlichte wie gewohnt Quartier- und Vereinsnachrichten, kirchliche Mitteilungen, politische Meldungen sowie Informationen zu Bauarbeiten und Verkehrsregelungen. Gedruckt wurden auch Eheverkündungen, Geburten und Todesfälle, ebenso Meldungen zu goldenen Hochzeiten. Jahresberichte – etwa des Quartiervereins Höngg oder des Ortsmuseums – hatten ihren festen Platz, ebenso die Reden zum 1. August.

    Wiederkehrend waren Hinweise auf Maskenbälle, die offenbar auf grosses Interesse stiessen. «Die Fröhlichen sollen leben, denn die Fröhlichkeit ist die Würze des Lebens», hiess es.

    1100 Jahre Höngg

    Über viele Ausgaben hinweg berichtete die Zeitung ab 1957 über «1100 Jahre Höngg». Anlass war eine Urkunde des Grossmünsterstifts aus dem Jahr 858, in der Höngg erstmals als Siedlung erwähnt wird. 1958 wurde dies mit einer Festwoche vom 4. bis 12. Oktober begangen.

    Geplant waren unter anderem eine Festhütte für 1500 Personen auf dem Schulhausplatz Bläsi, Veranstaltungen in Turnhallen, Kunstausstellungen, Schülertreffen, Tanz und Unterhaltung, Gottesdienste und Vorträge. In der Vorberichterstattung hiess es: «Das Organisationskomitee hat mit der Durchführung dieser 1100-Jahrfeier keine leichte Aufgabe übernommen, ist aber gewillt, sein Bestes zu leisten.» Den Berichten zufolge waren die Festtage ein Erfolg, auch wenn das Wetter nicht immer mitspielte.


    1100-Jahre Höngg war ein grosses Thema im Jahr 1958.

    Neubauten waren nicht erwünscht

    Ein weiteres Thema waren Neubauten. Im Dezember 1957 berichtete «Der Höngger» über die Überbauung am Meierhofplatz – den «neuen» Rebstock, mit Visualisierung. Die Zeitung sprach von «einer wohl gelungenen Lösung für die Schaffung eines Quartierzentrums». Neben dem Restaurant wurde auch auf das Kino mit 350 Plätzen hingewiesen. Das «Kino Zentrum» und sein Programm wurden danach regelmässig erwähnt, ebenso die Gründung einer «Kulturfilm-Gemeinde».

    1959 berichtete «Der Höngger» ausführlich über die Einweihung des reformierten Kirchgemeindehauses: «Die Zeiten sind längst vorbei, als neben der Kirche das Pfarrhaus für das kirchliche Leben genügte.» Nicht alle Projekte stiessen auf Zustimmung. Kritik gab es etwa an der Alterssiedlung Bombach, insbesondere am geplanten Hochhaus: «Ob man es wahrhaben will oder nicht: Ein Hochhaus in einem Gebiet, das zu 90 Prozent überbaut ist, bedeutet eine Anmassung für seine nähere Umgebung.» Auch der «Abschied vom Idyll Hönggerberg» war Thema, ausgelöst durch geplante Überbauungen: «Häuserblöcke werden entstehen, vielleicht auch Hochhäuser für die ETH.»

    Im März 1960 wurde der Abbruch der «Rose» vermeldet: «Wiederum schliesst eine alte Höngger Wirtschaft ihre Pforten.» Kurz darauf folgte der Artikel «Dorfkern im Umbruch». Darin war zu lesen, dass es den Zeugen vergangener Zeiten «an den Kragen gehe». Genannt wurden der Kempfhof und die Alte Trotte. Und: Nach dem Rebstock standen auch die «Linde» und die «Rose» vor Veränderungen.

    Begrüsst wurde dagegen die geplante Badeanlage. 1962 schrieb der «Höngger», es sei an der Zeit, dass das Quartier Höngg mit seinen 14’000 Einwohnern berücksichtigt werde. Dies war der Auftakt für das spätere Bad «Zwischen den Hölzern», das in ein «landschaftlich reizvolles, windgeschütztes Wald- und Wiesentälchen» zu liegen kommen sollte.

    «Der Höngger» erschien auch 1966 weiterhin regelmässig, Gertrude Moos nahm das Zepter in die Hand und der Abonnementspreis war inzwischen auf 8 Franken angestiegen.

    Das digitale Archiv: Dank an die Schmid-Wörner-Stiftung

    Stöbern, Recherchieren, Entdecken, Wiederfinden oder Suchen: 100 Jahre «Höngger Zeitung» bedeuten eine Menge Lesestoff – und gleichzeitig sind diese Informationen auch zeitgeschichtliche Dokumente. Die Zentralbibliothek Zürich hat im Auftrag der «Höngger Zeitung» sämtliche Ausgaben ab dem 1. Oktober 1926 eingescannt und stellt das digitale Archiv nun laufend kostenfrei auf ihrer Website zur Verfügung.

    Ein Vorhaben, das dank der Schmid-Wörner-Stiftung in Höngg realisierbar war, welche die Kosten übernommen hat. Die Stiftung unterstützt Kultur und Soziales, gemeinnützige Projekte und Institutionen sowie Bedürftige im Quartier Zürich-Höngg. Herzlichen Dank an den Stiftungsrat der Schmid-Wörner-Stiftung, der damit das digitale Archiv ermöglicht hat.

  • Höngger Wandergruppe 60plus: Besuch am Lützelsee

    Höngger Wandergruppe 60plus: Besuch am Lützelsee

    Um 9.11 Uhr fährt die Wandergruppe mit der S7 nach Männedorf und von dort mit dem Bus nach Widenbad. Nach dem Startkaffee beginnt die Wanderung auf dem Panoramaweg in Richtung Stäfa. Beim Aussichtspunkt Risi machen die Teilnehmenden einen Halt und geniessen die wundervolle Aussicht auf den Zürichsee.

    Von dort führt der Weg weiter nach Hombrechtikon. Im Alterszentrum Breitlen wartet ein feines Mittagessen auf die Höngger Gruppe. Nach der Mittagspause besteht dann die Möglichkeit, mit dem Bus 880 nach Bubikon zu fahren. Entlang des Lützelsees geht es für die Teilnehmenden weiter Richtung Wolfhausen. Nochmals bietet sich ein herrlicher Blick auf ein majestätisches Panorama.

    Um 15.08 Uhr fährt der Bus 880 nach Bubikon Bahnhof und von dort bringt die S15 die Teilnehmenden nach Zürich zurück. Die Wanderung hat einen Aufstieg von 230 und einem Abstieg von 300 Meter. Die Wanderzeit beträgt rund drei Stunden.

    Wander-Infos

    Besammlung um 9 Uhr beim Gruppentreffpunkt HB. Alle lösen das Billett selbst. Eingeben: Bubikon, 24h, Preis mit Halbtax Fr. 15.80. Organisationsbeitrag: Fr. 8.-. Die Anmeldung ist obligatorisch, auch mit GA: Montag, 4. Mai, 19–20.30 Uhr, bei Helene Spillmann, 044 341 47 67, oder Urs Eichenberger, 044 341 05 07. Notfallnummer: 079 729 24 66 (Helene).

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  • Kunst aus Höngg – mitten in Paris

    Kunst aus Höngg – mitten in Paris

    Vor rund einem Monat erreichte die Redaktion der «Höngger Zeitung» eine Einladung. Absender war die Galerie Andres Thalmann an der Rue du Faubourg Saint-Honoré in Paris, unweit des Place de la Concorde, im 8. Arrondissement. Sie zeigt neue Arbeiten der Künstlerin Barbara Ellmerer, die in Höngg lebt; die Vernissage fand bereits Mitte März statt. Wir, die Lokalredaktion, schafften es leider nicht in die Stadt an der Seine, wurden aber neugierig.

    «Vibrations des plantes» nennt sich die Ausstellung, also das Vibrieren der Pflanzen. Das kommt nicht von ungefähr, widmet sich die Künstlerin doch mit grosser Leidenschaft der Flora: Exotische Pflanzen oder Bäume, deren Wachsen sie auch am Höngger Berg beobachtet. In ihren Werken geht sie über das Auge des Betrachters hinaus und lässt das Innenleben der Pflanzen nach aussen treten.

    So schreibt die Galerie Andres Thalmann in der Einladung: «Ellmerers Pinselführung transformiert Schwingungen, Ströme und Verdichtungen in Schichten vibrierender Farben.»

    In der Welt zuhause


    Die Höngger Künstlerin Barbara Ellmerer. (Foto: Carina Andres Thalmann)

    Ellmerer ist inzwischen wieder zurück in Zürich. Hier arbeitet sie in ihrem Atelier in der ehemaligen Seidenfabrik und lebt weiter oben am Hönggerberg. Mit der Galerie Andres Thalmann mit Sitz in Zürich und Paris arbeitet sie schon länger zusammen; als Künstlerin böten sich ihr so viele Möglichkeiten. «Mir gefällt das internationale Programm der Galerie sowie deren Beteiligung an Kunstmessen in Mexiko, Deutschland und Frankreich», wie sie dem «Höngger» auf Nachfrage erklärt.

    Sie stellt ihre Arbeiten in der ganzen Welt vor. Ihre Werke waren unter anderem im Lalit Kala Akademi Museum in New Delhi (Indien), in der Casa Museo Mariátegui in Lima (Peru), auf der Chiang Mai Social Installation (CMSI) auf Einladung des Goethe-Instituts Bangkok (Thailand), im Musée d’art et d’histoire in Neuchâtel sowie im Kunsthaus Biel Centre d’art Bienne zu sehen – um nur einige zu nennen, wie es in der Einladung heisst.

    Die Ausstellung

    Ellmerer, die ursprünglich in Meiringen aufgewachsen ist, präsentiert ihre Kunst also von der Schweiz aus rund um den Globus. «In der aktuellen Ausstellung zeige ich meine wuchernden Pflanzenstücke, mal fast unsichtbar fein, mal farbig fluoreszierend, dabei immer das Innenleben, die Kräfte der Pflanze aufspürend», sagt sie.

    Sie folge dabei der bekannten Biologin Lynn Margulis auf ihre Weise in oft grossformatigen Malereien. In den aktuellen Werken bestimmen Pflanzen als gleichberechtigte Partnerinnen das Farbgeschehen, das in feinen Vernetzungen, sacht getönten Schichten, die Bilder bewegen lässt.


    Barbara Ellmerer, Vibrations 2026, Tusche auf Papier auf Aluminium. (Foto: Gerold Hänggi)

    Dem «Höngger» erklärt Ellmerer, dass sie durch ihre Arbeit die Symbiose zwischen Pflanzen, Pilzen und Bäumen durchaus als Allegorie auf die Menschen und ihre Handlungen sehe. Statt im ständigen Kampf verbunden zu sein, sollten wir lernen, die Symbiose zu leben. «Biologie ist die Lehre des Lebens», sagt sie – und widerspricht damit im gewissen Sinne Darwin («Survival of the Fittest»). Nicht Konkurrenz, sondern Zusammenarbeit sichere das Überleben der Menschheit.

    Nun lädt die Künstlerin ein, sich in diese «vibrierenden Bildfelder hineinzubegeben und Malerei als Prozess von Umbruch und Transformation zu erfahren», wie die Galerie schreibt. Einige Bilder in Ölfarben, die nun nahe dem Élysée-Palast zu sehen sind, habe sie bereits vor einiger Zeit fertiggestellt, so Ellmerer, während weitere Werke, mit Kalligraphie-Tusche gemalt, für «Vibrations des plantes» geschaffen wurden.

    Höngg ist der Lebensmittelpunkt

    Auch wenn Ellmerer mit ihrer Kunst um die Welt reist, ist Höngg ihr Lebensmittelpunkt. «Ich habe hier das Wasser der Limmat und den Nebel auf dem Hönggerberg», sagt sie. Es sei die hiesige Natur, die sie immer wieder anrege und zum Arbeiten motiviere. Aber auch das Internationale: «Die ETH auf dem Hönggerberg verleiht Impulse für die Umgebung, das finde ich spannend», sagt Ellmerer.

    Bald wird sie aber wieder nach Paris reisen; ihre Bilder sind dort noch bis am 23. Mai zu sehen. Am 6. Mai ist sie dort zu einer Podiumsdiskussion eingeladen.

  • Erwachsene sollen im Arbeitsmarkt gefördert werden

    Erwachsene sollen im Arbeitsmarkt gefördert werden

    Die Arbeitsmarktfähigkeit von Erwachsenen mit geringen oder ungeeigneten Qualifikationen ist besonders gefährdet. Sie sind häufig von Jobverlust betroffen und ihre Chancen auf einen Wiedereintritt nach einem Stellenverlust sind beschränkt, wie die Stadt Zürich mitteilt.

    Gleichzeitig nehmen diese Personengruppen seltener an beruflichen Weiterbildungen teil, obwohl sie davon besonders stark profitieren würden. Besser qualifiziert können sie ihr Risiko für und die Dauer von Arbeitslosigkeit verringern und ihre Chancen auf einen höheren Lohn steigern.

    Die Stadt Zürich fördert deshalb gezielt die Arbeitsmarktfähigkeit von Einwohnenden mit geringen oder ungeeigneten Qualifikationen. So richtet sie zum Beispiel seit Anfang 2023 Arbeitsmarktstipendien für die Finanzierung beruflicher Weiterbildungen aus.

    Ausschreibung «Arbeitsmarktfähigkeit» für Projekte und Programme

    Ab 2027 werden auch Projekte und Programme zur Förderung der Arbeitsmarktfähigkeit finanziert, wie aus der Medienmitteilung hervorgeht. Mit der öffentlichen Ausschreibung «Arbeitsmarktfähigkeit» lädt die Stadt Zürich private Trägerschaften wie Bildungsanbieter, Vereine und Unternehmen ein, vom 16. Juni bis 15. September 2026 Ideen einzureichen, mit denen Personen mit geringer Arbeitsmarktfähigkeit ihre Chancen am Arbeitsmarkt langfristig verbessern können.

    Gesucht sind Projekte und Programme, welche mit innovativen Ansätzen Weiterbildungsbarrieren senken, Grundkompetenzen stärken oder den Zugang zum Arbeitsmarkt erleichtern. Wichtig für die Förderung von Projekten und Programmen ist ihr Innovations- sowie Modellcharakter.

    Mittel der Sonderrechnung

    Für die Finanzierung solcher Projekte und Programme werden die Mittel der Sonderrechnung zur Förderung der Arbeitsmarktfähigkeit eingesetzt. Die vorhandenen finanziellen Mittel sind auf rund 3 Millionen Franken beschränkt und dürfen nur entsprechend ihrem vorgegebenen Verwendungszweck verwendet werden.

    Im Rahmen der geplanten Vergaberunde werden daher Projekte und Programme finanziell unterstützt, die den Zweckbestimmungen entsprechen, sich an die definierten Zielgruppen richten und die vorgegebenen Förderziele verfolgen.

    Quelle: Medienmitteilung der Stadt Zürich

  • GZ Wipkingen: «Herzlich willkommen, neue Nachbarschaft!»

    GZ Wipkingen: «Herzlich willkommen, neue Nachbarschaft!»

    «Herzlich willkommen, neue Nachbarschaft!», steht in roter Schrift auf einem hellblauen und mit weissen Sternen verzierten Transparent am Provisorium des GZ Wipkingen. Die Botschaft richtet sich an die Neuzuzügerinnen und Neuzuzüger auf der gegenüberliegenden Seite der Limmat in der Wohnsiedlung Tramdepot Hard, wie der «Tages-Anzeiger» berichtete.


    «Herzlich willkommen neue Nachbarschaft!» (Foto: Jasmine Osterwalder)

    Mehr Publikum für das GZ Wipkingen

    In den beiden Wohntürmen sind mittlerweile alle 193 Wohnungen vergeben. Der Wipkinger berichtete bereits über die Siedlung. Für das GZ Wipkingen könnte das bedeuten: mehr Personen, die dessen Angebot nutzen. Die neuen Bewohnerinnen und Bewohner der Wohnsiedlung hätten eine Karte mit den wichtigsten Informationen zum GZ Wipkingen erhalten, sagt Betriebsleiterin Cornelia Schwendener gegenüber dem «Tages-Anzeiger».

    Zudem wurde auf der Website der Zürcher Gemeinschaftszentren eine Seite für die neue Nachbarschaft aufgesetzt. «Wir sind in Kontakt mit einigen Bewohnenden und beteiligen uns am Siedlungsfest im September, an welchem wir auch den künftigen Bedarf der Bewohnenden abholen werden», so Schwendener.

    Umzug aus dem Provisorium in die renovierten Räumlichkeiten

    Der Zeitpunkt für den Austausch sei günstig: Im November zieht das GZ Wipkingen zurück vom Provisorium auf dem Wipkingerpark in die renovierten Räumlichkeiten an der Ampère- und Breitensteinstrasse. «Diesbezüglich wird das gesamte Angebot im GZ Wipkingen neu ausgerichtet. Natürlich wird dabei die neue Nachbarschaft einbezogen», sagt Schwendener. Dann eröffne auch das neue Café Jetzt, das fast doppelt so viel Platz biete wie die bisherigen Gastroangebote.

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    Das Provisorium auf dem Wipkingerpark soll im November verlassen werden. (Foto: Jasmine Osterwalder)

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  • Die stehende Welle beim Letten ist keine neue Idee

    Die stehende Welle beim Letten ist keine neue Idee

    Surfen und Kajakfahren in der Limmat. Das schwebt den Gemeinderäten Marco Denoth, Matthias Renggli (beide SP) sowie Christian Traber (Die Mitte) vor. Und zwar im Limmatkanal unterhalb des Laufwasserkraftwerks Letten. Funktionieren soll das mit einer sogenannten stehenden Welle.

    Das geht aus einer Motion hervor, die von den drei Politikern am 1. April eingereicht wurde (wir berichteten). Der Stadtrat würde demnach beauftragt, dem Gemeinderat eine kreditschaffende Weisung vorzulegen, um eine solche Welle zu erschaffen.

    Die Limmatwave

    Die Idee ist nicht neu: Bereits im Jahr 2005 reichten Christian Traber (damals CVP) und sein Parteikollege Gerold Lauber, damals noch Gemeinderat, ein Postulat ein, dass den Stadtrat bat zu prüfen, wie die Realisierung des «innovativen Projektes» Limmatwave unter Berücksichtigung der berechtigten Interessen der Anwohnerschaft unterstützt werden kann. Auch diese stehende Welle wäre beim Letten unterhalb des EWZ eingeplant gewesen.

    Die sogenannte Limmatwave, für die auch ein eigener Verein gegründet wurde, verfüge über ein «sorgfältig und ausgereiftes Konzept, das weltweit auf gute Resonanz stosse», wie es im Postulat heisst. Weiter sei das Projekt auf kantonaler sowie kommunaler Ebene umfangreich geprüft worden.

    «Abgesoffen»

    Doch die Limmatwave hatte keinen Erfolg im Gemeinderat, der sich erst fünf Jahre später mit dieser Frage befasste. Mit 66 zu 46 Stimmen sei die «Stehende Welle abgesoffen», schrieb der «Blick am Abend» seinerzeit. Laut dem «Tages-Anzeiger» sprach damals die SVP von einer «Spassgesellschaft», und dass sich diese eine Stromvergeudung von 1,4 Prozent «erkaufen würde». Zumal, so die SVP, die verstärke Strömung eine Gefahr für die badenden Kinder in der Badi Unterer Letten sei.

    Die FDP monierte, dass sich diese Welle nicht mit der Fischtreppe vereinbaren liesse und es sich dabei um ein Bedürfnis von wenigen handle. Stimmen aus AL, SP und Grünen waren zudem der Meinung, der Letten vertrage keine weiteren Events.