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  • Kinder, ihr seid schlicht Hammer!

    Kinder, ihr seid schlicht Hammer!

    Es war ein Experiment und blieb es bis kurz vor Drucklegung. Zu Beginn ging ich davon aus, dass wir selbst oder Gastautoren einige Artikel verfassen würden. Dann sandte ich die Anfragen um Mitarbeit an die Schulen und in die Klassen, zu den Kindern – und alles kam ganz anders, wie so oft, wenn man sich getraut, Kindern freie Hand zu lassen. Meine einzige Vorgabe an die Kinder war, dass sie Themen wählen sollten, welche sie selbst – und damit auch andere Kinder – interessierten und die einen Bezug zu Höngg oder ihrer eigenen Welt haben. Was dann aus den Klassen zurückkam, war eine Fülle an Ideen, welche keine Redaktion einfach so aus dem Ärmel geschüttelt hätte. Mit Themen, die ich den Kindern offen gesagt zum Teil kaum zugetraut hätte. Zu Beginn versuchte ich noch, darauf hinzuweisen, dass wir nur so viele Seiten werden drucken können, wie sie durch die Inserate auch finanziert sein würden – doch das gab ich schnell mal auf, und so liegen nun eben 16 Seiten «HönggerLI» vor uns. Was soll’s, manch anderer «normaler Höngger» rentiert ja auch nicht. Und bei Kindern zu sparen, wäre hier definitiv falsch gewesen. So durfte ich dann in den letzten Wochen in verschiedenen Klassen zu Gast sein und den jungen Journalistinnen und Journalisten, wo nötig, mit bescheidenem Rat zur Seite stehen. Natürlich wurde aus manchem grossen, zeitungsfüllenden Thema am Schluss ein etwas kürzerer Artikel. Doch auch das gehört zu einem normalen Prozess: Auch die «grossen» Redaktoren träumen oft in Büchern und drucken einzelne Seiten. Aber trotz individuellen Abstrichen blieb die Begeisterung der Kinder ungebrochen, bis hin zu den beiden Vormittagen, an denen unser Layouter Bernhard Gravenkamp und ich in die Klassen gingen, und vor Ort zeigten, was zwischen dem Schreiben und Fotografieren noch alles geschehen muss, bis die Zeitung auf die Druckmaschine geht. Was mir immer wieder besonders auffiel: Die Viert- bis Sechstklässer benutzten ihre Computer von der Recherche im Internet bis hin zum Schreiben der Artikel mit einer Selbstverständlichkeit, die mir in ihrem Alter fremd war. Nun ja, es gab ja damals auch erst Schreibmaschinen. Kurzum: Was diese Klassen geleistet haben, macht gewiss, dass es der schreibenden Zunft auch künftig nicht an Nachwuchs mangeln wird. Man darf sich auf etwas gefasst machen. Und nun wünsche ich allen, ob Klein ob Gross, viel Vergnügen mit dem ersten «HönggerLI»!

    Herzlichst Fredy Haffner, Verlagsleitung Quartierzeitung Höngg GmbH

    Das «HönggerLI» lässt sich nicht als Einzelartikel aufschalten, aber hier geht es direkt zum PDF der ganzen Ausgabe.

  • Seit mehr als 120 Jahren «das Volkstheater» in Höngg

    Seit mehr als 120 Jahren «das Volkstheater» in Höngg

    Wie lange gibt es Ihren Verein schon?
    Gegründet wurde er 1893. Von 1893 bis 1937 hiess er «Dramatischer Verein Höngg», von 1937 bis 1938 «Dramatischer Verein Höngg-Wipkingen», von 1938 bis 1987 «Dramatischer Verein Waidberg» und seit 1987 Zürcher Freizeit-Bühne.

    Wie viele Mitglieder hat die Zürcher Freizeit-Bühne?
    Momentan haben wir 155 Mitglieder, davon 19 Aktiv- und 136 Passivmitglieder.

    Was ist der Sinn und Zweck Ihres Vereins?
    Die Pflege und Förderung des Mundart-Volkstheaters. Eine sinnvolle Gestaltung der Freizeit durch gemeinschaftliches Erarbeiten guter Theaterstücke.

    Was ist der Beweggrund, mitzumachen?
    Die erarbeiteten Theaterstücke vor einem breiten Publikum aufzuführen. Kameradschaftliches Vereinsleben unter Gleichgesinnten zu verbringen. Durch das Auswendiglernen werden zudem die Gehirnzellen trainiert. Handwerkliches Mithelfen beim Bau neuer Kulissen und Ähnlichem. Flyer und Plakate kreieren und Werbekampagnen durchführen sind ebenfalls Beweggründe, um bei uns mitzumachen.

    Was bietet Ihr Verein den Mitgliedern?
    Ein aktives Vereinsleben mit viel Abwechslung, nicht nur auf und hinter der Bühne. Aktivitäten wie Ausflüge, Besichtigungen und anderes sowie das Organisieren verschiedener Events. Ausserdem gibt es Weiterbildungen rund um Theater und Maskenbildnerei.

    Was bietet die Zürcher Freizeit-Bühne der Gesellschaft in Höngg?
    Kulturelle, unterhaltsame Theaterabende und -nachmittage innerhalb des Quartiers zu angemessenen Eintrittspreisen. Öffentliche Gratis-Aufführungen in Alterszentren in und um Höngg. Alle zwei Jahre ein Quartierfest mit tollem, abwechslungsreichem Programm für die ganze Familie unter freiem Himmel: das Inselfäscht auf der Werdinsel.

    Wie werden neue Mitglieder gewonnen, wen will man ansprechen?
    Gelegentliche Inserate in Zeitungen, auf unserer topaktuellen Website sowie Mund-Propaganda sind unsere Methoden. Ansprechen wollen wir zuverlässige und kameradschaftliche Idealisten jeden Alters, welche Schweizerdeutsch sprechen und Zeit haben für einen aktiven Verein.

    Gibt es Nachwuchsprobleme?
    In gewissem Sinne Ja. Mitglieder, welche einmal den Verein weiterführen und die langjährige Tradition aufrechterhalten wollen, fehlen. Es wäre toll, wenn sich mehr Männer melden und unser Hobby teilen würden.

    Wie hoch sind die Kosten für Mitglieder?
    Aktivmitglieder der Zürcher Freizeit-Bühne bezahlen 30 Franken im Jahr, Passivmitglieder 25 Franken. Gönner unseres Vereinslokals auf der Werdinsel bezahlen 20 Franken pro Monat, und dürfen dieses dafür nutzen. Vorstands-, Frei- und Ehrenmitglieder sind beitragsfrei.

    Für wen eignet sich eine Mitgliedschaft?
    Für Aktive: Für alle, die genügend Zeit haben, sich für ihren Verein zu engagieren, und welche sich in eine Gruppe mit verschiedenen Charakteren und diversen Altersgruppen eingliedern können.
    Für Passive: Für diejenigen, welche unser kulturelles Engagement finanziell mit einem jährlichen Beitrag und auch als treue Zuschauer unterstützen möchten.
    Für Gönner: Für diejenigen, welche unser Vereinslokal mit einem monatlichen Beitrag mitfinanzieren und das Lokal dafür hin und wieder für private Zwecke wie ein Fest, Basteln und Werken oder Sitzungen und anderes benützen dürfen.

    Hat Ihr Verein ein Kurslokal, welches Externe mieten können?
    Wir haben ein eigenes Vereinslokal auf der Werdinsel, wo wir proben und werken sowie Sitzungen abhalten. Da durch unsere Aktivitäten ein grosser Teil des Raumes oft mit Möbeln und Kulissen verstellt ist, ist eine Vermietung an Externe nicht jederzeit und nur auf frühzeitige Anfrage möglich. Für eine Sitzung oder ein kleineres Fest ist es für etwa 20 Personen geeignet. Der Preis wird je nach Anlass abgemacht und variiert je nachdem, ob die Küchenbenützung gewünscht ist oder nicht.

    Gibt es Weiteres, was Ihnen in Bezug auf Ihren Verein wichtig ist?
    Wir wollen als Amateurtheater laufend an uns arbeiten, um auch weiterhin ein breites Spektrum an guten, anspruchsvollen Stücken verschiedener Sparten aufführen zu können. Freude, Spass und Fröhlichkeit im Verein sollen an erster Stelle stehen. Ein gesunder und kameradschaftlicher Konkurrenzkampf zwischen dem gesamten Ensemble spornt uns zudem immer zu guten Leistungen an. Ein sehr gros­ses Anliegen sind uns Leute, welche einmal ein Amt übernehmen, das Mundart-Volkstheater weiter pflegen und dadurch unsere Zukunft sichern, damit die Zürcher Freizeit-Bühne noch lange erfolgreich existiert.

    Vereinsadresse: Zürcher Freizeit-Bühne, Werdinsel-Höngg 4, 8049 Zürich, Tel. 044 482 83 63, E-Mail: zfb@bluewin.ch, www.zfb-hoengg.ch

  • Autolobby erhob Einsprachen

    Vier Teststrecken in ganz Zürich, eine davon die Achse Am Wasser/ Breitensteinstrasse, waren 8. Januar im «Tagblatt der Stadt Zürich» als Pilotversuche mit «Tempo 30 nachts» ausgeschrieben worden («Höngger» vom 16. Januar 2014). Der Automobilclub der Schweiz (ACS) und der Touring Club Schweiz (TCS) hatten umgehend Einsprachen gegen jede einzelne angekündigt und diese dann auch fristgerecht eingereicht, wie die Dienstabteilung Verkehr (DAV) unterdessen mitteilte. Die DAV bedauert die Einsprachen sehr, denn «diese Versuche würden sowohl für Befürworter und auch für Gegner wichtige Erkenntnisse liefern», wie der Kommunikationsverantwortliche, Heiko Ciceri, schreibt. Die eingeleiteten Rechtsmittelverfahren führen nun dazu, dass aus dem geplanten Versuchsstart am 1. Juli voraussichtlich nichts wird. Wann und ob die Versuche überhaupt je durchgeführt werden können, dies hängt von den Instanzen ab, welche nun angerufen werden − und wie speditiv die Urteile durch die jeweiligen Gerichte gesprochen werden.

  • «Tempo 30 nachts» als Pilotversuch

    «Tempo 30 nachts» als Pilotversuch

    «Der Stadtrat hat im Juni 2013 im Rahmen der Strassenlärmsanierung entschieden, auf vier überkommunalen Strassenabschnitten die Wirkung von ‹Tempo 30 nachts› (22 bis 6 Uhr) in einem Pilotversuch zu prüfen», hiess es am 8. Januar in der Medienmitteilung der Dienstabteilung Verkehr (DAV). Man wolle Erkenntnisse gewinnen, inwiefern so eine Reduktion der übermässigen Lärmimmissionen zu erzielen sei. Und: «Mit ‹Tempo 30 nachts› wird angestrebt, in Wohngebieten entlang von Hauptstrassen und anderen wichtigen Achsen einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung der Wohnqualität entlang dieser Strassen zu leisten, ohne dass unverhältnismässige Reisezeitverlängerungen entstehen», schreibt die DAV weiter.

    Nachts mit 30 der Limmat entlang

    Getestet werden soll gemäss amtlicher Ausschreibung von Juli bis September auf Teilstücken der Albis-, der Mutschellen-, der Hardstrasse sowie auf der Dübendorfer-/Winterthurerstrasse und im Kreis 10 auf der Achse Am Wasser/Breitensteinstrasse durchgehend von der Europabrücke bis zum Wipkingerplatz. Um die Auswirkungen und den Nutzen von «Tempo 30 nachts» auswerten zu können, erfolgen vor und während des Versuchs Messungen des Verkehrs und der Lärmimmissionen.

    Freude hier. . .

    Grosse Erleichterung löste die Mitteilung bei der Interessengemeinschaft Am Wasser/Breitensteinstrasse (IGAWB) aus, die sich seit Jahren vehement für eine Verkehrsberuhigung einsetzt: «Mit dieser Ausschreibung kommt die DAV unserer Forderung nach Tempo 30 ein wesentliches Stück näher», freut sich Präsident Martin Zahnd und gibt der Hoffnung Ausdruck, dass nun alle diesen Sommer bis 6 Uhr ruhig schlafen können. Und er dankt den Gemeinderäten Florian Utz (SP) und Guido Trevisan (GLP), die mit ihrem Postulat «Einführung von Tempo 30 auf der Strasse Am Wasser/Breitensteinstrasse» einen Grundstein gelegt hätten, denn: «Tempo 30 nachts wird von uns als Teillösung gesehen. Auf das extrem hohe Verkehrsvolumen, den Gestank und den Lärm in den übrigen 16 Stunden wird es keine Auswirkungen haben. Deshalb fordern wir weiterhin die Umsetzung des Postulats und die generelle Einführung von Tempo 30 auf der Achse Am Wasser/ Breitensteinstrasse.»

    . . . und Unmut da

    Weniger Freude herrscht namentlich beim Automobil Club der Schweiz (ACS) und dem Touring Club Schweiz (TCS). Sie hatten umgehend Einsprachen angekündigt: «Der ACS wird definitiv Einsprache gegen die geplanten Pilotversuche mit ‹Tempo 30 nachts› in der Stadt Zürich machen, zusammen mit dem TCS», bekräftigte ACS-Geschäftsleiter Lorenz Knecht am 10. Januar dem «Höngger» gegenüber. Dies bedeutet, dass es sehr wahrscheinlich nichts wird mit dem ruhigen Schlaf diesen Sommer auf der Achse Am Wasser/ Breitensteinstrasse. Bis zum Redaktionsschluss dieser Ausgabe sind die angekündigten Einsprachen zwar noch nicht eingegangen, doch die Frist läuft noch. «Ob diese Verbände dann auch wirklich Einsprachen platzieren, wird sich in den nächsten Tagen zeigen», liess der DAV-Kommunikationsverantwortliche Heiko Ciceri wissen. Die DAV würde solche Einsprachen sehr bedauern, denn sie ist überzeugt, die Versuche würden sowohl für Befürworter wie Gegner wichtige Erkenntnisse liefern. «Mit Einsprachen aber», so Heiko Ciceri, «ist der Versuchsstart am 1. Juli de finitiv stark gefährdet. Und bei Rechtsmittelverfahren lässt es sich leider nicht abschätzen, wie lange diese jeweils dauern.» Entscheidend ist dann, durch wie viele Instanzen ein Verfahren weitergezogen wird und wie speditiv die jeweiligen Gerichtsurteile gesprochen werden. 

     

    Kommentar:

    Zukunft mit Inhalt

    Man mag über Tempo 30 auf Durchgangsachsen wie jener Am Wasser/ Breitensteinstrasse getrost geteilter Meinung sein. Nebst Befürwortern findet man in Höngg wohl selbst entlang der Limmat Gegner. Tatsache ist, dass bereits vor 25 Jahren der damalige Quartiervereinsvorstand zur Strasse Am Wasser festhielt: «Auch hier (wie an der Winzerstrasse, Anm. der Red.) hat das Verkehrsaufkommen die oberste Grenze erreicht. Wir werden die Entwicklung im Auge behalten.» Und? Gibt es heute weniger Verkehr als damals? Wohl kaum. Nun hat die Dienstabteilung Verkehr (DAV) einen dreimonatigen Testversuch mit «Tempo 30 nachts» ausgeschrieben. Die begleitenden Verkehrszählungen und Lärmmessungen sollen Fakten liefern, um das weitere Vorgehen zu bestimmen. Fakten, die sowohl Befürwortern wie Gegnern Argumente liefern dürften. Doch bereits gegen den Testversuch haben ACS und TCS Einsprachen angekündigt und werden sie wohlauch einreichen. Da ist natürlich ihr gutes Recht. Doch ist es sinnvoll? Nein. Wer versucht, bereits Testbetriebe zu verhindern, ist nicht wirklich an einer Lösung interessiert. Wäre man dies, dann müsste man die Testergebnisse und ihre Folgen abwarten. Folgen wie zum Beispiel eine de finitive Einführung von Tempo 30 nachts oder wie die Gegner befürchten sogar generell müssten erneut ausgeschrieben werden − und dann wären Einsprachen noch immer legitim. Und vielleicht mit Fakten untermauert. Die DAV ist in Höngg schon mal mit einem Testversuch bereits vor der Umsetzungsphase gescheitert: Mit dem Verkehrskonzept Meierhofplatz, das dort ein Rechtsabbiegegebot von der Regensdorfer- in die Limmattalstrasse vorsah. Ausgeschrieben wurde am 25. August 2010 ein einjähriger Testbetrieb – der dann nach diversen Einsprachen abgeblasen wurde. Wäre er durchgeführt worden, so hätte man heute längst Fakten und es ist sehr gut möglich, dass diese gegen die Pläne der DAV gesprochen hätten. Was aber haben wir heute? Man ist gleich weit wie eh und je am Meierhofplatz. Erst langsam kommt die Diskussion wieder in Bewegung. Bis sie im Verkehr ankommt, wird es noch dauern. Die genau gegenteilige Ausgangslage ergab sich im Zusammenhang mit der noch umzusetzenden Sanierung der Limmattalstrasse zwischen Wartau und Winzerstrasse. Dort hatten Anwohner von der DAV verlangt, sie möge die geplante Zusammenlegung von öffentlichem und privatem Verkehr stadtauswärts auf die selbe Spur doch mit einem Versuchsbetrieb testen. Die DAV lehnte ab und es kam prompt zu Einsprachen gegen die Bauausschreibung. Was zeigt, dass ablehnende Haltungen gegen- über Testbetrieben nicht nur eine Sache von Verbänden wie ACS, TCS oder anderen Interessenvertretern sind, sondern auch von Ämtern. Vielleicht stünde etwas mehr Vertrauen in die jeweilige «Gegenseite» und Mut zum Experiment allen Beteiligten gut an. Das Argument, dass was einst als Provisorium begann, später zum Dauerzustand wird, sollte trotz anderenorts gemachten Erfahrungen ebenso wenig zählen wie das Bonmot, man solle nur Statistiken trauen, die man selbst gefälscht hat. Das wird zwar meistens Churchill zugeschrieben, doch selbst das ist umstritten. Einsprachen erlaubt.

    Fredy Haffner Redaktionsleiter «Höngger»

  • Auf Beck Baur folgt Marinello

    Auf Beck Baur folgt Marinello

    Am 24. Dezember schloss nach 37 Jahren die Bäckerei Baur am Meierhofplatz ihre Tore. Grundsätzlich bleibt Höngg im Backwarenbereich gut versorgt, doch die letzte echte Backstube ging verloren. Der «Höngger» hätte gerne im Vorfeld darüber berichtet, ist es doch nicht ganz unerheblich, was mit dem Lokal in der städtischen Liegenschaft weiter geschieht. Leider verweigerte Bäcker Paul Baur dem «Höngger» die Zusammenarbeit für einen Artikel, der auch sein Schaffen gewürdigt hätte. Mit der Liegenschaftenverwaltung der Stadt Zürich, wo seit geraumer Zeit mit möglichen Nachmietern verhandelt wurde, stand der «Höngger» jedoch seit Anfang November in Kontakt. Die Zeitung «Zürich Nord», Ausgabe vom 12. Dezember, zitierte Bäcker Baur hinsichtlich eines möglichen Nachfolgers mit «Ein Interessent hat sich gemeldet. Er wollte mir sogar meine Maschinen abkaufen, was mir als Glücksfall erschien. Doch die Liegenschaftenverwaltung der Stadt Zürich machte mir einen Strich durch die Rechnung. Der Interessent bekam Auflagen, die eine Investition von mehreren hunderttausend Franken mit sich gebracht hätte», was diesem zu viel gewesen sei. Deshalb sei es nun möglich, dass er, der nunmehr pensionierte Bäcker, «innerhalb kurzer Zeit meine Einrichtung verschenken und die Lokalitäten in den Originalzustand zurückbauen muss. Das wäre finanziell aufwendig für mich», wie es im Artikel weiter hiess.

    Auflagen verzögerten die Verhandlungen

    Das ist nicht ganz korrekt, wie Recherchen des «Hönggers» zeigten. Arno Roggo, Direktor der städtischen Liegenschaftenverwaltung berichtigt: «Die Berichterstattung ist insofern falsch, als es sich nicht um eine Auflage der Liegenschaftenverwaltung, sondern um eine des Umwelt- und Gesundheitsschutzes Zürich (UGZ) handelt.» Es geht darum, dass bei einem Mieterwechsel die veraltete Infrastruktur zwingendermassen den aktuellen Vorschriften angepasst werden muss. Und die Stadt Zürich kann bei eigenen Lokalitäten nicht Ausnahmen machen zu Vorschriften, welche sie bei jedem privaten Hausbesitzer genauestens kontrolliert und durchsetzt. «Insbesondere», so Roggo, «muss, wenn in dem Lokal weiterhin eine Backstube oder etwas Ähnliches betrieben werden soll, eine neue Abluftanlage mit Wärmerückgewinnung erstellt werden. Da es sich beim Gebäude um ein denkmalgeschütztes Objekt handelt, nehmen die notwendigen Abklärungen einige Zeit in Anspruch. Ausserdem soll noch eine kostengünstigere Lösung gefunden werden.» Dies sei auch der Grund gewesen, warum ein grundsätzlich in Betracht kommender Interessent aus dem Rennen fi el: Er war, was auch eine andere Quelle des «Hönggers» bestätigte, auf einen umgehenden Entscheid angewiesen, da er andere Mietangebote hatte. Deshalb konnte er die nötigen baulichen Abklärungen nicht abwarten und zog sich zurück. Zu den von Bäcker Baur angesprochenen Rückbauten schrieb Roggo am 18. Dezember: «Der grosse Ofen gehört zur Liegenschaft und somit der Stadt. Was tatsächlich vom bisherigen Mieter beseitigt werden muss, und was der neue Mieter übernimmt, werden die laufenden Verhandlungen zeigen.»

    Am 13. Januar eröffnet Marinello

    Drei Interessenten hatten sich gemäss Arno Roggo auf das Inserat im «Tagblatt» hin gemeldet. Der Erste sagte aus genannten Gründen ab und einem weiteren habe der notwendige berufliche Hintergrund gefehlt. Der Dritte im Rennen war, wie in Höngg schon länger zu hören war, aber mit Rücksicht auf die laufenden Verhandlungen von offizieller Seite nie bestätigt wurde, die stadtbekannte Marinello AG. In der Woche vor Weihnachten fand dann das letzte Treffen in der Bäckerei Baur statt und man wurde sich handelseinig: Die Marinello AG übernimmt Paul Baurs Laden und eröffnet ihn neu am Montag, 13. Januar. «Wir übernehmen das meiste der vorhandenen Infrastruktur, Paul Baur muss nichts zurückbauen», liess Geschäftsführer Luciano Marinello den «Höngger» telefonisch wissen, «am 13. Januar eröffnen wir mit einem Angebot an Backwaren, Sandwiches, Mittagsmenüs und Ähnlichem unsere siebte Filiale.» Auch Milch- und Käseprodukte des Labels «natürli us de Region Zürcher Berggebiet» wolle man auf der zumindest vorerst beschränkten Verkaufsfläche anbieten. Früchte und Gemüse seien derzeit hingegen nicht geplant, dies auch aus Rücksicht auf den samstäglichen Marktstand vor Ort. «Wir wollen in Höngg, wo übrigens meine Mutter aufgewachsen ist, etwas machen, das lebt», so Marinello weiter, «etwas, das sich laufend entwickeln darf und soll.» Die hörbare Vorsicht hat auch damit zu tun, dass der Laden im Moment nur als Provisorium eröffnet werden kann, denn wie gesagt müssen für einen Vollbetrieb mit Produktion vor Ort, was Marinello anstrebt, diverse Umbauten vorgenommen werden. Doch Luciano Marinello windet der Stadt ein Kränzchen: «Die Auflagen des Denkmalschutzes und vor allem des UGZ ziehen Kosten nach sich, die sich ein KMU-Betrieb nicht leisten kann. Dies hat nun auch die Stadt gemerkt und sie sucht intensiv nach möglichen Lösungen, auch in finanzieller Hinsicht.» Wie KMU-freundlich das Ergebnis der städtischen Bemühungen sein wird, dürfte ein Politikum sein, doch dass die Thematik nun genauer betrachtet wird, ist bereits ein sehr gutes Zeichen.

  • Über dem «Sonnegg» geht doch noch die Sonne auf

    In einem ersten Anlauf Anfang 2013 wies die ZKP das Projekt noch zurück und verlangte bauliche und betriebliche Redimensionen sowie eine andere Finanzierung. Dies nachdem die Kirchgemeinde Höngg an ihrer ausserordentlichen und gut besuchten Versammlung vom 9. Januar 2013 dem von Kirchenpflege und Gemeindekonvent ausgearbeiteten Projekt nahezu einstimmig zugestimmt hatte. Eine Arbeitsgruppe der Kirchenpflege mit Peter Kraft, Liegenschaftenverwalter, Andreas Uetz, Aktuariat und Recht, Martin Zahnd, Diakonie, sowie Pfarrer Markus Fässler und Sozialdiakonin Claire-Lise Kraft aus dem Gemeindekonvent hat in den letzten Monaten zusammen mit den Verantwortlichen des Stadtverbandes eine Überprüfung des Vorhabens durchgeführt und nach Möglichkeiten von Einsparungen im Baulichen, Betrieblichen und Finanziellen gesucht.

    Baulicher Teil kann ohne Abstriche durchgeführt werden

    Die jetzige Beschlussfassung der Zentralkirchenpflege beinhaltet denn auch folgende Ergebnisse dieser Nacharbeiten: Der bauliche Teil des Projektes, der Umbau des «Sonneggs» mit den Erweiterungsbauten – der Unterkellerung des Hofes, dem Verbindungsgang zum Schopf, dessen Unterkellerung sowie einem Erweiterungsbau zu einem Kinderhaus – kann ohne Abstriche durchgeführt werden. Dafür sind die ursprünglichen Kosten von 4,837 Millionen Franken bewilligt. Eine bauliche Beschränkung, zum Beispiel der Verzicht auf die Unterkellerung des Hofes, hätte bei wenigen Einsparungen eine markante Reduktion des Raumangebotes ergeben und so den Betriebszweck eines Familien- und Generationenhauses stark eingeschränkt.
    Zur Finanzierung des Baues ist die Liegenschaft Regensdorferstrasse 46, das jetzige alte Sigristenhaus auf einer Parzelle von 1300 m2, mittels Baurecht für einen neuen Wohnungsbau zu aktivieren beziehungsweise ertragsorientiert zu überbauen. Dies soll die Kirchgemeinde Höngg oder der Stadtverband durchführen. Das «Einwerfen» der Liegenschaft Regensbergerstrasse als Gegengeschäft war schon im Antrag der Kirchgemeindeversammlung Bestandteil des ganzen Vorhabens.

    Betriebskredit für die ersten drei Jahre

    Der Betriebskredit, insbesondere für die Erweiterung der personellen Situation – Stellenschaffung von je 50 Prozent für Sozialdiakonie und Haus- und Abwartsdienste –, wird nur für die ersten drei Jahre bewilligt. Danach muss die Kirchgemeinde dafür entweder neue zusätzliche Finanzmittel finden oder durch einen Gesamtumbau ihres kirchlichen Wirkens, sprich Redimension ihrer bisherigen Angebote, den weiteren Betrieb dieses Familien- und Generationenhauses sicherstellen.
    In diese Gesamtüberprüfung des kirchlichen Auftrages ist auch in einem späteren Prozess das bisherige Kirchgemeindehaus an der Ackersteinstrasse einzubeziehen, indem entweder durch neue und zusätzliche Vermietungen neue Erträge zu generieren sind oder nicht mehr benötigte Räume, zum Beispiel der Schultrakt, an einen Dauermieter abzugeben oder zu verkaufen sind.
    Die Kirchenpflege und der Gemeindekonvent der Mitarbeitenden sind gewillt, auch mit diesen Auflagen das Projekt Familien- und Generationenhaus Sonnegg nun zu realisieren und nach erfolgtem Bau den Betrieb aufzunehmen. Das sistierte Baugesuch und die Unterstellung des «Sonneggs» und des Schopfes unter den Denkmalschutz werden nun sofort aktiviert, so dass mit einem Baubeginn im Frühling 2014 gerechnet werden darf. Auf den Schuljahresbeginn September 2015 könnte dann die Eröffnung des Betriebes stattfinden. Kirchenpflege und Mitarbeitende freuen sich ausserordentlich über diesen guten Entscheid.

    Eingesandt von Jean E. Bollier, Präsident der Kirchenpflege

     

  • Was sich im «Verkehr Kreis 10» bewegt

    Was sich im «Verkehr Kreis 10» bewegt

    Seit August letzten Jahres hatten sich rund 30 Mitwirkende – Vertreterinnen und Vertreter der politischen Parteien, Quartier- und Gewerbevereine, Interessengemeinschaften, Kirchgemeinden und Einzelpersonen aus Höngg und Wipkingen – an drei Veranstaltungen zum Thema «Verkehr Kreis 10» getroffen und über Brennpunkte und Lösungsansätze diskutiert. Am 9. April 2013 überreichten sie Stadtrat Daniel Leupi das 17 Punkte umfassende Dokument «Empfehlungen des Kreises 10 an die Stadt». Am 17. September informierten die Behörden über den Stand der Dinge.
    Viel Platz nimmt im vierseitigen Schreiben die Achse Am Wasser/Breitenstein ein – wohl nicht zuletzt deshalb, weil sich die gleichnamige Interessengemeinschaft (IGAWB) im Workshop besonders engagiert hatte. Eine ihrer Anregungen hatte verlangt, die heute als regional eingestufte Achse in eine kommunale abzuklassieren. Die Stadt schreibt dazu nun: «Im Rahmen der Gesamtrevision des regionalen Richtplans aus dem Jahr 2000 wird gegenwärtig die Klassierung der überkommunalen Strassenabschnitte beurteilt. Die Bedeutung der Achse Am Wasser – Breitensteinstrasse – Hönggerstrasse – Wasserwerkstrasse bis Kornhausbrücke wird derzeit detailliert untersucht. Die Festsetzung des neuen regionalen Richtplans ist zum Jahresbeginn 2015 vorgesehen.» Es wird sich also zuerst zeigen müssen, was der Kanton von einer Abklassierung hält − oder eben nicht.

    Engpass bleibt, Tempo 30 nachts wird getestet

    Eine weitere Empfehlung wollte den Engpass beim Haus Am Wasser 108 vorzeitig beseitigen und die Trottoirlücke schliessen, was im Rahmen eines Sanierungsprojektes eigentlich bereits für 2012 vorgesehen, dann aber auch im Hinblick auf die Ergebnisse der nun laufenden Abklärungen verschoben worden war. Die möglichen Varianten, so die Stadt, würden zurzeit auf ihre Vor- und Nachteile überprüft. Dabei würden auch unkonventionelle Lösungen für die Engpassbehebung untersucht und anschliessend eine Kosten- und Terminabschätzung vorgenommen. Auch sei auf der ganzen Achse, am besten Tag und Nacht, Tempo 30 zu signalisieren, hatten die IGAWB und ihre Mitstreiter angeregt. Hier scheint sich etwas zu bewegen: «Zurzeit ist ein Pilotversuch in Vorbereitung. Vorbehältlich der Einsprachen sollte er im Jahr 2014 durchgeführt werden können. Die Strecke Am Wasser ist als Pilotstrecke vorgesehen.» Ob dabei auch die Breitensteinstrasse miteinbezogen wird, war laut Martin Zahnd, Präsident der IGAWB, nicht in Erfahrung zu bringen. Er findet: «Ein Tempo 30 nachts ohne Breitensteinstrasse wäre eine Alibiübung, denn der grösste Teil Am Wasser ist bereits Tempo 30.» Schlechte Karten für neue Busverbindung Schon länger wird auf verschiedenen Ebenen, zum Beispiel in einem Mitte 2012 eingereichten Postulat der Gemeinderäte Guido Trevisan (GLP) und Florian Utz (SP) gefordert, eine neue Buslinie durch die Achse AWB einzurichten, denn geht es nach der IGAWB, ist das Gebiet denkbar schlecht durch den öV erschlossen. Doch da sieht es schlecht aus, wie dem Zwischenbericht der Behörden auszugsweise zu entnehmen ist: «Im Rahmen der ‹Netzentwicklung 2030› haben die VBZ festgestellt, dass sich mit einer Entlastungslinie ab Rütihof via Frankental–Am Wasser keine schnelleren Verbindungen zum Hauptbahnhof realisieren lassen. Stattdessen soll das Angebot der Linie 46 zum Beispiel mit Eilbussen ab Meierhofplatz zum Hauptbahnhof, nur noch mit Halt in Wipkingen, ausgebaut werden.» Dies hat auch die SVP unlängst im Gemeinderat angeregt. Die Stadt weiter: «Aufgrund der Erfahrungen aus dem Quartierbusbetrieb Am Wasser (Linie 71 bis Dezember 2008, Anm. d. Red.) sehen die VBZ in Absprache mit dem ZVV zurzeit keine Möglichkeit, ein sinnvolles und wirtschaftliches Angebot für die Achse AWB einzurichten.»

    Weiterhin Schleichverkehr via Bäulistrasse?

    Hoch vom Wasser Richtung Zentrum Höngg wird leider oft die enge Bäulistrasse als Schleichweg benutzt. Zum Leidwesen der Anwohner. Auch hier waren Massnahmen, zum Teil ganz konkret, angeregt worden. Sieben Varianten prüfte die Stadt näher. Dabei zeigte sich laut Zwischenbericht, dass die Varianten mit gesperrter Bäulistrasse mangels Wendeplätzen nicht machbar sind. Ein Fahrverbot nur an der Bäulistrasse bevorzuge dagegen deren Anwohnende ungemein, während alle anderen grosse Umwege in Kauf zu nehmen hätten. Ein Fahrverbot für die ganze Zone sei kaum durchsetzbar beziehungsweise kontrollierbar und im Sinne einer Gleichbehandlung auch nicht erklärbar. Doch: «Die Stadt ist bestrebt, weitere Lösungsansätze zu suchen.»

    Und der Meierhofplatz . . .

    Angeregt hatten die Workshopteil nehmer, die Rückstauerscheinungen auf der Limmattalstrasse, die infolge des Lichtsignals am Meierhofplatz entstehen, seien so auf Strecken vorzuverlagern, auf denen vom Tramtrassee unabhängige Spuren für den motorisierten Individualverkehr zur Verfügung ständen. Da seien, teilt die Stadt nun mit, bereits die möglichen Varianten auf allen zuführenden Strassen definiert worden und ein Ingenieurbüro untersuche nun deren Auswirkungen. Zum Thema der unbefriedigenden Situation im öV-Haltestellenbereich am Meierhofplatz ist dagegen noch nichts Konkreteres bekannt: Solche Massnahmen seien stark abhängig von den Möglichkeiten, welche sich aus einer allfälligen Stauverlagerung ergeben. Eine Machbarkeitsstudie könne daher erst erfolgen, nachdem die Resultate dieser Empfehlung sowie jener zum Thema ‹Quartierzentrum aufwerten› vorlägen. Letzteres bezieht sich auf die Anregung, das Quartierzentrum sei mit einer fuss- und veloverkehrsfreundlichen Gestaltung der Strassenräume insbesondere im unteren Teil der Regensdorferstrasse massgeblich aufzuwerten. Derzeit, so die Behörden, werde eine Übersicht zu den aktuellen und geplanten Projekten und politischen Vorstössen erstellt – wie zum Beispiel dem seit Mai 2012 hängigen GLP-Postulat, das eine Begegnungzone mit Tempo 20 im unteren Teil der Regensdorferstrasse verlangt. Erst danach könne man mögliche Lösungsansätze erarbeiten. Dies, so gewinnt man den Eindruck, gilt für die meisten der 17 am Workshop erarbeiteten Anregungen. Aber ein Zwischenbericht ist seiner Natur nach ja auch noch nicht das Ende aller Weisheiten − zumal wenn es um ein so komplexes und kontrovers diskutiertes Thema wie den Verkehr geht.

    Berichte im «Höngger»:
    www.hoengger.ch/Archiv,
    Ausgaben vom 5. Juli 2012,
    25. April 2013; Empfehlungen:
    10. und 16. Mai 2013.

  • Leinenpflicht, Lärm und Abfall beschäftigen Anwohner und Stadt

    Leinenpflicht, Lärm und Abfall beschäftigen Anwohner und Stadt

    Insgesamt 14 Vertreterinnen und Vertreter verschiedener Herkunft, darunter von Grün Stadt Zürich, Stadtpolizei Zürich, Soziale Dienste, Dienstabteilung Verkehr, ERZ Entsorgung + Recycling Zürich, Quartierverein Höngg, sip züri, Interessengemeinschaft Winzerhalde und Checkpoint trafen sich diesen Montag zum Austausch. Thema Nummer eins war die neu eingeführte Leinenpflicht für Hunde am Fischerweg und auf der gesamten Werdinsel. Max Ruckstuhl, Leiter des Fachbereichs Naturschutz bei Grün Stadt Zürich, erläuterte, wie die neue Regelung mit dem Kantonalen Hundegesetz in Zusammenhang steht, welches seit dem 1. Januar 2010 in Kraft ist. Die Gemeinden seien befugt, zusätzlich Regelungen wie Leinengebote für bestimmte Bereiche zu verfügen. «Dieses Gesetz ist relativ rigoros und restriktiv, denn jegliche Gefährdung und Belästigung von Mensch und Tier soll vermieden werden. » Grün Stadt Zürich sei zuständig, wenn es darum gehe, die nötigen Schritte zu beispielsweise eben einer Leinenpflicht zu unternehmen. Die entsprechende Verordnung erlässt der Stadtrat.

    Bedürfnisse auf Nenner bringen

    Auf der Werdinsel gehe es darum, die «Abwägung der verschiedensten Erholungsnutzungen » auf einen Nenner zu bringen. Auf dem Werdinselspitz sei ein badeähnlicher Betrieb zu beobachten, dies zu kommentieren, stehe jedoch nicht an. Der Spitz der Werdinsel ist bekannt als Homosexuellen- und FKK-Zone, es hat aber dort auch viele Wasservögel, besonders im Winter. Neben dem hohen Nutzungsdruck, dem die Werdinsel durch die intensive Erholungsnutzung ausgesetzt ist, waren es auch diese Vögel, die nicht durch Hunde und Menschen aufgescheucht werden sollen, die Grün Stadt Zürich dazu bewogen, auf der gesamten Werdinsel eine Leinenpflicht auszurufen, die nicht überall auf Freude stösst. Jacqueline Faisst, Anwohnervertreterin der Interessengemeinschaft Winzerhalde, setzte sich an der Si- Sa-Sitzung sehr für Hunde und ihre Halter ein: «Wenn alle Nutzergruppen gleich behandelt werden sollen, dann müssen Verbote konsequent eingehalten und ihr Zuwiderhandeln gebüsst werden. Auf der Werdinsel herrscht ein Fahrverbot für Zweiräder und Autos, dies wird jedoch von vielen Zweiradfahrern nicht eingehalten. Wenn die Stadt nun findet, Hundehalter sollen gebüsst werden, so soll die gleiche Behandlung für alle gelten, die sich nicht an Verbote halten. » Nebst der Werdinsel ist auch die Benutzung des Kloster-Fahr-Wegs für Velofahrer verboten. Viel wichtiger als Verbote findet Faisst jedoch den Dialog. So appellierte sie an Max Ruckstuhl und Ladina Koeppel, bei Grün Stadt Zürich zuständig für die Umsetzung des LEK-Limmatraums, die aktuelle Leinenpflicht am Fischerweg und auf der Werdinsel nochmals zu überdenken und Anpassungen vorzunehmen. Sie habe Verständnis dafür, dass der Fischerweg an ein Naturschutzgebiet grenze, doch dann solle dieses weder von Mensch noch von Hund betreten werden, was momentan leider nicht der Fall sei: «Im Naturschutzgebiet wird extra aufgebautes Totholz, welches Tieren als Unterschlupf dient, von Grillierenden für ihre Feuer gesammelt. Auch als Toilette wird das Gebiet leider rege genutzt – von Menschen, nicht von Hunden!»

    Leinengebot-Tafeln unrechtmässig aufgestellt

    Zudem sollten laut der Anwohnervertreterin die Leinengebot-Tafeln wieder entfernt werden, da dieses rechtlich noch gar nicht abgesegnet sei: «Korrekt wäre gewesen, zuerst die Verfügung abzuwarten. Je nach Ergebnis wären dann die Tafeln aufgestellt worden. Sie wurden mit dem Abschluss der Bauarbeiten montiert », so Max Ruckstuhl dazu. In diesem Fall seien die Tafeln jedoch zu früh aufgestellt worden. Die Verfügung ist unterwegs und wird nächstens öffentlich ausgeschrieben, damit ein allfälliger Rekurs ergriffen werden könne. «Das Leinengebot ist in dieser Weise ein Pilotprojekt in der Stadt Zürich und wurde zum ersten Mal so ausgeschildert», so Ruckstuhl.

    Parkplätze und Bussen

    Weitere Themen waren Veloparkplätze, die entstehen sollen, da einerseits begrüsst wird, wenn man mit dem umweltfreundlichen Verkehrsmittel zur Werdinsel fährt, andererseits aber ein zuweilen wildes «Velo-Parkiergetümmel» entsteht. Melanie Serschön, zuständige Kreischefi n von der Quartierwache Höngg der Stadtpolizei Zürich erklärte, dass dieses Jahr eine beachtliche Anzahl Parksünder, von Autos sowie von Motorrädern, gebüsst wurden. «Wenn ein Motorradfahrer auf dem Höngger Wehr parkiert, dann missachtet er gleichzeitig das klar signalisierte Fahrverbot und das Halteverbot, was eine Busse von 220 Franken nach sich zieht. Der Platz dient als Rettungsachse und muss deshalb im Ernstfall zwingend für die nötigen Einsatzfahrzeuge frei bleiben.» Andy Egli vom Quartierverein und Jacqueline Faisst lobten den Einsatz der Polizei und freuten sich, dass die Parkplätze unter der Europabrücke nun dementsprechend besser genutzt werden. Besonders in der warmen Jahreszeit werden häufig Partys auf und um die Insel herum abgehalten. So geht es laut zu und her, der Lärm ist nicht nur auf der Höngger Seite hörbar, sondern auch in der Grünau. Die Stadtpolizei und die sip züri (Sicherheit, Intervention und Prävention) riefen auf, bei Belästigungen solcher Art entweder die sip züri oder gleich die Polizei anzurufen. Auf Partys folgt meist ein Abfallberg. Mit der Entsorgung stehe es gut, so Thomas Stüssi vom ERZ Entsorgung + Recycling Zürich. Zweimal täglich würde die Werdinsel vom Abfall befreit. Ein weiteres leidiges Thema sprach Melanie Serschön an: Diese Saison wurden sehr viele Diebstähle auf der Insel gemeldet, mehrere Diebe konnten durch zivile Fahnder verhaftet werden. Verzeigt wurden zudem Fischer ohne Fischerpatent.

  • Auen-Einweihung mit stillem Hundehalter-Protest

    Auen-Einweihung mit stillem Hundehalter-Protest

    Samstagmorgen, kurz vor 11 Uhr. Bei sonnigen Temperaturen treffen sich Naturfreunde zur Begehung der Limmatauen, aber auch zum stillen Protest: Walter Ogi, Präsident der seit 2001 existierenden Hunde-Partei, findet, dass man den neuen Leinenzwang auf der gesamten Werdinsel und am Fischerweg nicht einfach so hinnehmen solle – damit ist er nicht allein. Franziska Fischer, eine betroffene Hundebesitzerin, startete im August eine Petition gegen den Leinenzwang (der «Höngger» berichtete am 22. August darüber) und freut sich über die spontane Unterstützung der Hunde-Partei. «Bis jetzt sind gut 3200 Unterschriften zusammengekommen, was mich sehr freut. Das lose Treffen heute habe aber nicht ich ins Leben gerufen, sondern Walter Ogi», erklärt Franziska Fischer, die als Dank für ihr Engagement und vor allem für ihre Zivilcourage von ihm einen rosafarbenen Blumenstrauss erhält.

    Zeichen für Gleichberechtigung setzen

    Die Hundehalter wollen mit ihrer Präsenz ein Zeichen für die Gleichberechtigung aller Benutzergruppen der Werdinsel setzen und auf keinen Fall negativ in Erscheinung treten: «Alle Hunde sind angeleint, wir werden die offiziellen Reden natürlich auch nicht stören, denn dies wäre unserem Anliegen nicht förderlich», so Walter Ogi. Im Namen seiner Hunde-Partei hat er an Stadträtin Ruth Genner am 27. August 2013 einen Brief geschrieben, in dem er Fragen zur Rechtmässigkeit der aufgestellten Leinenzwang- Tafeln stellt. Zudem möchte er die Petition «(Züri-)Hünd sind Fründ: Aufhebung der neuen Leinenpflicht im Werdinselgebiet» von Franziska Fischer bei der Stadträtin, die dem Tiefbau- und Entsorgungsdepartement vorsteht, zusammen mit der Petitionsstarterin einreichen. Dies lehnt Ruth Genners Sekretärin in einem E-Mail an Walter Ogi jedoch «infolge ämterübergreifender Angelegenheit» ab. Im Antwortschreiben vom 16. September 2013 an Walter Ogi gibt Ruth Genner ihm recht, dass ein formelles Verfahren zum Leinenzwang und zum Aufstellen der Tafeln hätte erfolgen müssen und entschuldigt sich für die Verwirrung, welche durch den inkorrekten Ablauf entstanden sei, erzählt Walter Ogi.

    Voll besetztes Festzelt mit gutgelaunten Rednern

    Während das Festzelt auf der Werdinsel voll besetzt ist, stehen und sitzen die Hundehalter mit ihren Vierbeinern, zwei Transparenten und einer «Toleranztafel» vor dem Zelt und verhalten sich wie angekündigt ruhig. Im Zelt reden derweil Regierungsrat Markus Kägi, Stadträtin Ruth Genner, André Bender, Gemeindepräsident von Oberenstringen, János Blum, Mitglied des Bankpräsidiums Zürcher Kantonalbank, Romeo Deplazes, Leiter Markt und Kunden ewz, und Thomas Vellacott, CEO WWF Schweiz. Ruth Genner, von Markus Kägi «Hausherrin auf Zürcher Boden» genannt, erklärt, dass die Limmatauen Raum für Bevölkerung seien und die Natur diesen Raum in etwa vier Jahren massgeblich mitgestalten würde. In Anspielung auf die Hundehalter vor dem Zelt meint sie: «An Spitzentagen gibt es auf der Werdinsel bis zu 2000 Leute, dies ist ein Grund dafür, dass Hunde an die Leine müssen. Heute protestieren deshalb ja viele Hundehaltende hier.» Thomas Vellacott meint, Tiger oder Eisbären könne er in den Limmatauen eher weniger versprechen, die Nase, eine spezielle Fischart, jedoch schon eher. Der Auenwald sei aus naturschützerischer Sicht sehr wichtig, genauso wichtig sei aber, dass die Bevölkerung auch die Möglichkeit habe, solche Räume zu erleben – sie müssten also begehbar gemacht werden, so wie hier in den Limmatauen. In der Stadt Zürich seien zudem einige «Biodiversitätshotspots » zu finden, man müsse nur die Augen offen halten.

    Umbau des Autobahnrastplatzes Oberengstringen

    André Bender erläutert, dass der Bund beim Autobahnrastplatz Oberengstringen Umbauarbeiten plane: «Wir wehren uns dagegen, denn es wäre ja schade, wenn hier unten renaturiert wird, während oben in Engstringen Betonstützen in die Limmat gebaut werden.» 9,4 Millionen Franken haben die Limmatauen Werdhölzli gekostet, 4,4 Millionen davon hat der Kanton Zürich finanziert. Zum Abschluss an die Gesprächsrunde gibt es Geschenke: Markus Kägi schenkt Ruth Genner ein Badetuch, da sie ja gerne schwimmen gehe und sich somit nach dem Baden in den Limmatauen bestens abtrocknen könne. Er erhält von ihr ein paar knallrote Gummistiefel, um bei jedem Wetter die Natur geniessen zu können. Dieselbe Idee hat André Bender, der Kägi ebenfalls Gummistiefel, aber mit einer darin deponierten Weinflasche, schenkt und im Gegenzug ebenfalls ein Badetuch erhält – worauf Kägi die roten Stiefel von Ruth Genner umdreht, um zu kontrollieren, ob sich darin ebenfalls etwas Flüssiges versteckt – was jedoch eine Fehlanzeige ist, wie das Publikum mit Gelächter feststellt. Der Apéro, der darauf folgt, wird auch den Hundebesitzern vor dem Zelt angeboten, was diese zu schätzen wissen: «Mein Fazit: Freude herrscht!», so Walter Ogi. Die Bilanz des Anlasses könne nicht besser sein. Nun warte er auf die Ausschreibung des Leinenzwangs und auf die Petitionsübergabe mit Franziska Fischer.

    Höngger Präsenz auf der Werdinsel

    Unter den anwesenden Ständen ist auch der Stand des Quartiervereins Höngg, der zusammen mit dem Weinweg-Höngg-Team und dem Wümmetfäscht-Team Höngger Präsenz markiert. Zarina Wegmann vom Obsthaus Wegmann verkauft frisches Obst und Wein, während nebenan Höngger Pins, Weinweg-Tragtaschen und Wümmetfäscht-Programme an Frau und Mann gebracht werden. Kulinarisch gibt es vom Quartierverein Schoggi-Fruchtspiesse zu kaufen, die vor Ort selbst in einen riesigen Schokolade- Brunnen getaucht werden können. Alles in allem war die Limmatauen- Einweihung ein erfolgreicher Anlass für alle Seiten.

  • Höngg, du brauchst wieder eine Vision

    Höngg, du brauchst wieder eine Vision

    Die Artikelserie im «Höngger» 2012 unter dem Titel «Dörfs es bitzeli meh si?» hatte zur Folge, dass unter dem Patronat des Vereins Handel und Gewerbe (HGH) im Januar 2013 eine Umfrage zu den Wünschen und Bedürfnissen der Höngger Bevölkerung bezüglich des lokalen Detailhandelsangebots durchgeführt wurde. Bemerkenswerte 1034 qualitativ aussagekräftig ausgefüllte Fragebogen wurden retourniert und ausgewertet. Am 18. April wurden die ersten Ergebnisse an der Generalversammlung des HGH präsentiert und danach in einer Artikelserie im «Höngger» analysiert (siehe Infobox auf Seite 7). Danach wurde es still in der Öffentlichkeit. Doch hinter den Kulissen gingen die Arbeiten weiter: Ende Juni traf sich die Spurgruppe des HGH, welche sich ursprünglich aus Sorge um die leer stehenden Ladenlokale im Dorfzentrum zusammengeschlossen und die Umfrage lanciert hatte, zu einer längeren Arbeitssitzung, um das weitere Vorgehen zu konkretisieren. Die Ergebnisse dieses Nachmittags wurden von einer kleinen Kerngruppe Ende Juli zu einem Visionspapier zusammengefasst, das nun dem Vorstand des HGH und dem «Höngger» vorliegt.

    Zentrale Rolle der Immobilienbesitzer

    Wenn es darum geht, welche Firmen sich in Höngg ansiedeln, spielen Immobilienbesitzer respektive deren Liegenschaftsverwaltungen eine zentrale Rolle. Deshalb wurde vor Wochenfrist für sie ein Informationsabend organisiert. Mit Interesse wurden die Studienergebnisse betrachtet und die erstmalige Präsentation des Visionspapiers verfolgt. Die Vision, welche von der Spurgruppe des HGH verabschiedet wurde, definiert den Wunsch nach einem Höngg, das ein lebendiges, urbanes und bedürfnisorientiertes Stadtquartier mit einer verträglichen Mischnutzung ist. Höngg soll wieder vorgehen Um dies zu erreichen, wurden übergreifende Ziele formuliert und mögliche Massnahmen angedeutet. Als Erstes soll das Quartierbewusstsein aller Beteiligten, also Anbietern wie Konsumenten und Immobilienbesitzern gleichermassen, gestärkt werden. Zum Beispiel über einen emotionalen Slogan, den viel gewünschten Ausbau des Wochenmarktes, die Wiederaufnahme eines grossen Weihnachtsmarktes oder andere Massnahmen, welche von allen Höngger Firmen im Interesse ihrer Kundschaft mitgetragen werden. Als Beispiel eines Wunsches aus der Umfrage seien hier nur die einheitlicheren Ladenöffnungszeiten genannt. So sollen die Besonderheiten von Höngg sichtbarer und ein positiveres Image gebildet werden – sinngemäss unter dem positiv doppeldeutigen Motto «Höngg gaht vor».

    Leerstände verhindern

    Damit soll auch das zweite Ziel unterstützt werden: die Stärkung der Wirtschaftsstruktur durch eine verträgliche Mischnutzung von Gewerbe, Dienstleistungen und Wohnen. Leerstände von Ladenlokalen, wie sie seit geraumer Zeit leider zum Ortsbild gehören, sollen verhindert werden, denn sie signalisieren offen den Stillstand und riechen nach Niedergang. Erst wenn Höngg und sein Zentrum als Markt wieder attraktiv sind, finden sich auch neue, innovative Firmen, welche hier ansässig werden wollen. Dass es seit längerer Zeit nicht einfach ist, Firmen aus hier untervertretenen Branchen für eine Niederlassung in Höngg zu begeistern, davon wussten einige der anwesenden Immobilienbesitzer zu berichten. Die Interessenten, so der allgemeine Tenor, stünden nicht Schlange, man müsse oft einfach akzeptieren, wer sich gerade anbiete. Die beabsichtigte Etablierung einer Kommunikationsplattform zur Förderung des Austauschs zwischen Liegenschaftsbesitzern und Mietinteressenten wurde daher begrüsst. Es wurde aber auch darauf hingewiesen, dass Lokale nicht nur wegen Faktoren, für die man selbst mitverantwortlich ist – wie Mietzins, Zustand oder Objektgrösse –, schlecht vermietbar sind, sondern auch wegen Umgebungseinflüssen.

    Zu viel Verkehr und kein Dorfplatz

    Damit waren Themen angesprochen, welche auch in der Umfrage als Probleme identifiziert worden waren. Zum Beispiel die von vielen als Belastung wahrgenommene Verkehrssituation im Zentrum. Zu viel und zu laut sei der Verkehr und ein Verlust an Aufenthaltsqualität die Folge davon – was ebenso kritisiert wird wie das Fehlen eines eigentlichen Dorfplatzes. Doch um solche Probleme positiv zu beeinflussen, braucht es ein gemeinsames Vorgehen aller Betroffenen und Beteiligten. Und ein solches fehlt bis anhin auf allen Ebenen, nicht zuletzt der politischen. Gemeinsam definierte Verbesserungsvorschläge zum Wohle von Höngg sind nirgends auszumachen. Kurz gesagt fehlt ein Quartiermarketing, das seinem Namen gerecht wird. Dies kommt auch im Visionspapier der HGH-Spurgruppe zum Ausdruck, wo als Massnahme die Schaffung einer interdisziplinären, breit abgestützten Arbeitsgruppe angeregt wird, bestehend aus HGH, Quartierverein (QVH), anderen Vereinen und Organisationen, Immobilienbesitzern und -verwaltungen, über Lokalpolitiker aller Parteien bis hin zu engagierten Bevölkerungskreisen und der Stadt Zürich respektive deren dem Präsidialdepartement angegliederte Stadt- und Quartierentwicklung. «Damit eine gesunde Entwicklung mit einem guten Ergebnis erzielt werden kann», so brachte es einer der anwesenden Immobilienbesitzer zum Ausdruck, «braucht es analog zur Medizin ein MRI, das zuerst eine Gesamtansicht des Patienten erstellt – und danach die Spitzenmedizin, welche die richtige Therapie verschreibt. Mit der durchgeführten Studie hat der HGH quasi das MRI gemacht.»

    Wie geht es weiter?

    Wer im übertragenen Sinn in Höngg die Rolle der Spitzenmedizin übernehmen wird, ist derzeit ungewiss. Der Vorstand des HGH hat deutlich gemacht, dass ihm dafür die personellen und finanziellen Ressourcen fehlen. Auch aus dem Quartierverein, dessen Präsident informell am Prozess beteiligt war, wurde bisher nicht die Bereitschaft signalisiert, eine Führungsrolle zu übernehmen. Vor diesem Hintergrund nimmt die bestehende Spurgruppe des HGH im November die Arbeit wieder auf mit dem Ziel, die Gründung des interdisziplinär zusammengesetzten «Netzwerks Höngg» zu prüfen, welches die im Visionspapier gesetzten Ziele verfolgen und die entsprechenden Massnahmen in die Wege leiten könnte. Anfang November sollen an einer Pressekonferenz die Höngger Detailhandelsstudie und das weitere Vorgehen der breiten Öffentlichkeit vorgestellt werden. Der HGH, so hat dessen Präsident Robert Werlen zugesichert, wird das «Projekt einheitliche Ladenöffnungszeiten» Anfang 2014 prüfen. Und wenn die Gemeinderatswahlen 2014 vorüber sind, wird man sich dafür einsetzen müssen, einen überparteilichen runden Tisch zu etablieren, um Höngger Anliegen eine möglichst geeinte Stimme im Zürcher Rat zu verleihen.

    Zuversicht, Skepsis und Resignation

    Die Stimmung, welche nach besagtem Informationsabend für Immobilienbesitzer und -verwalter im Raum auszumachen war, schwankte zwischen Zuversicht, Skepsis und Resignation. Doch dies war in Anbetracht der Dimensionen, welche die Antworten auf die einfache Frage nach dem «Dörfs es bitzeli meh si?» unterdessen angenommen haben, auch nicht anders zu erwarten. Auch die Spurgruppe des HGH wird sich diesen Gefühlen stellen müssen – und weitergehen, denn Skepsis darf nicht in Resignation enden, sondern muss in gesunder Zuversicht aufgehen.