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  • Erste Ergebnisse der HGH-Umfrage

    Erste Ergebnisse der HGH-Umfrage

    Vergleiche mit anderen Statistiken zur lokalen Bevölkerung zeigen, dass die erhobenen Daten durchaus repräsentativ für die Höngger Bevölkerung sind – zumal wenn sie im expliziten Zusammenhang mit dem Einkaufsverhalten betrachtet werden. So gehörten zum Beispiel 33 % der Befragten (1034 = 100 %) der Altersklasse der über 65-Jährigen an, 18 % jener zwischen 55 und 64, 19 % waren zwischen 45 und 54 Jahre alt, 16 % zwischen 35 und 44 Jahren und 9 % zwischen 25 und 34. Oder zusammenfassend von den unteren Altersklassen her betrachtet: 95 % aller Antworten stammen von über 25-Jährigen. Natürlich leben in Höngg anteilmässig mehr als nur 5 % Menschen jüngeren Alters, doch für den Einkauf vor Ort sind sie statistisch eher weniger repräsentativ – mal abgesehen davon, dass die ganz Jungen das «spontane» Einkaufsverhalten der Eltern im Kassenbereich dann und wann zu beeinflussen vermögen.

    Nein, Höngg hat keinen Frauenüberschuss

    65 % aller Fragebögen wurden von Frauen ausgefüllt. Auch dies zeigt nicht, dass Höngg einen massiven Frauenüberschuss hätte, spiegelt die Realität aber insofern, dass eben auch heute immer noch mehrheitlich Frauen für den Einkauf verantwortlich sind und die entsprechenden Angaben zu liefern wussten − und dies auch taten.

    Die klassische «Hausfrau» gibt es kaum mehr

    91 % der Befragten gaben Höngg als Wohnort an. Doch nur 16 % arbeiten auch hier, denn 41 % gaben «auswärts“als Arbeitsort an. Alle anderen zählten zu den Pensionierten (33 %) oder machten keine Angaben zum Arbeitsort. Interessant: nur noch 7 % gaben als Beruf ausschliesslich Hausfrau oder -mann an, 56 % hingegen sind voll oder teilweise berufstätig. Ganz allgemein sind auch deshalb relevante Erkenntnisse zum Höngger Detailhandel und wie er wahrgenommen wird zu erwarten, da total 93 % der Befragten angaben, alleine oder zusammen mit jemand anderem für die Haushaltsführung verantwortlich zu sein. Man wusste also, worüber man Auskunft gab.

    Treu und mehrmals pro Woche

    Dass Höngg bekanntlich eher treue Bewohnerinnen und Bewohner hat, zeigt sich auch darin, dass 81 % angaben, seit mehr als fünf Jahren hier einzukaufen. Und zwar regelmässig: Das örtliche Detailhandelsangebot wird von 24 % einmal und von 50 % gar mehrmals pro Woche genutzt. 9 % gaben gar an, täglich in Höngg einzukaufen. Gefragt wurde auch, wie hoch man ungefähr den wertmässigen Anteil der in Höngg eingekauften Produkte an den Gesamtausgaben des Haushalts für «Güter des täglichen Bedarfes» einschätze. Die Hälfte, also der Medianwert aller Antwortenden, gab an, wertmässig rund 70 % oder mehr dieser Produkte in Höngg einzukaufen. Bei der anderen Hälfte lag der Wert bei 70 % oder darunter.

    Ein Drittel kommt motorisiert

    Wie kommen die Kunden zu den Geschäften und wie danach die Einkäufe wieder nach Hause? Hier zeigt sich eine Drittelung: 31 % der Kunden fahren mit dem Auto oder Motorrad zum Einkaufen, 32 % kommen mit dem öffentlichen Verkehr oder dem Fahrrad und 35 % gehen zu Fuss. Wie diese Zahlen zu werten sind, respektive welches politische Kapital daraus geschlagen werden wird, darüber werden sich die Gemüter bestimmt erhitzen (Grafik 2).

    Und wie hat sich das Einkaufsangebot entwickelt?

    Zu dieser Frage herrschten in Höngg vor der HGH-Umfrage die unterschiedlichsten Vermutungen. Nun sind erstmals Zahlen verfügbar, die aufzeigen, wie die Entwicklung effektiv eingeschätzt wird: In den vergangenen drei bis fünf Jahren sei das Angebot vergleichbar geblieben, fanden 23 % der Befragten. «Etwas besser“oder sogar als «wesentlich besser“wurde es von zusammen 28 % eingestuft. Doch zusammen volle 39 % aller Antwortenden stuften das Angebot als «etwas schlechter“oder gar «wesentlich schlechter» ein (Grafik 1). Da wird man sich fragen müssen, ob die 23 %, welche mit «vergleichbar» antworteten und jene 39 %, welche eine Abnahme des Angebots konstatieren – also zusammen 62 % – nicht doch eine beunruhigende Mehrheit an Kunden sind, die sich naturgemäss eher an stetig besser werdenden Angeboten erfreuen und solche auch gerne nutzen würden? Natürlich wird niemand erwarten dass Höngg mit der Angebotsbreite der Zürcher City konkurrieren kann, zu der 56 % Befragten sagen, sie würden dort mindestens einmal monatlich einkaufen gehen. 29 % tun dies übrigens im Einkaufszentrum Letzipark, 26 % in Regensdorf und weitere 23 % in Altstetten. Doch wie viele dieser Einkaufs-«Ausflüge» finden statt, weil in Höngg das gesuchte Angebot schlicht nicht vorhanden ist? Zum Beispiel an Papeterie- oder Sportartikeln? Und ist die Kundschaft erst mal weg von Höngg, ist dies stets mit der Möglichkeit verbunden, dass sie dann in fernen Einkaufszentren gleichzeitig noch Artikel einkaufen, die durchaus auch hier erhältlich gewesen wären.

  • Ein neuer Präsident und erste Ergebnisse

    Ein neuer Präsident und erste Ergebnisse

    Vor einem Jahr hatte er seinen Rücktritt angekündigt, nun griff André Bolliger am 18. April kurz nach 20 Uhr zum letzten Mal zur Sitzungsglocke und eröffnete die Generalversammlung des HGH. 18 Jahre hatte er den Verein sicher und kompetent geführt und so leitete er auch routiniert durch seinen letzten grossen Abend in dieser Runde. Er begrüsste Gäste wie Ursula Woodtli, Geschäftsführerin des Gewerbeverbandes der Stadt Zürich (GVZ), die später am Abend über dessen Tätigkeit berichtete. Und obwohl im HGH – im Gegensatz zu anderen Quartieren – offenbar niemand den Verbleib beim GVZ anfocht, erinnerte Bolliger daran, dass es wichtig sei, sich auch über Höngg hinaus zu engagieren, und dass der GVZ erst kürzlich die Höngger Gewerbler finanziell, beratend und erfolgreich im Kampf gegen den am Zwielplatz geplanten Parkplatzabbau unterstützt hätte. 48 Stimmberechtigte und einige Gäste waren in den Fasskeller des Zweifel-Vinariums, ehemals Weinlaube, gekommen. Im vergangenen Vereinsjahr waren fünf Firmen ausgetreten, an diesem Abend wurden dafür vier neue einstimmig willkommen geheissen, so dass nun total 109 Firmen HGH-Mitglied sind.

    Das letzte Jahr war speziell

    André Bolliger bezeichnete das vergangene Vereinsjahr als speziell: Es fand kein Wümmetfäscht (WüFä) statt, bei dessen Organisation und Durchführung der HGH traditionell einen wesentlichen Beitrag leistet, der Wümmetznüni musste deshalb in anderer Form durchgeführt werden – Bolliger erinnerte an den schönen Abend im Zelt des Martin-Cups – und das WüFä 2013 musste geplant werden. In diesem Zusammenhang konnte es Bolliger, der nie mit seiner Meinung hinter dem Berg gehalten hatte, nicht lassen, an die Generalversammlung des Quartiervereins damals zu erinnern, als dem WüFä ein jährlich fester Beitrag an die Kosten verwehrt worden war: «Und nun sucht das OK Wümmetfäscht für dieses Jahr bereits wieder liquide Mittel », bemerkte er trocken. Auch die Teilnahme am «Mitwirkungsprozess Verkehr Kreis 10» sei in diesem Jahr wichtig gewesen. Es seien gute Sitzungen gewesen, an denen er für den HGH teilgenommen habe, sagte Bolliger, auch wenn viele der vorgeschlagenen Lösungsansätze ihm als Gewerbler zu autofeindlich seien – worauf sich an den Tischen zustimmendes Geraune erhob. Als wäre es nicht sein letzter, brachte Bolliger den Jahresrückblick emotionslos zu Ende und erntete dafür langen Applaus. Anschliessend übernahm Vizepräsidentin Daniela Züst das Mikrophon und liess eine Auswahl an Schnappschüssen des scheidenden Präsidenten über die Leinwand ziehen – die meisten konnte sie, zum Amüsement der Anwesenden, mit «Das hat Andi lustig gefunden» kommentieren. Und so dankte sie im Namen des Vorstands und aller Anwesenden schlicht für die 18 Jahre präsidialen Engagements und überreichte, begleitet von anhaltendem Applaus, einen prächtigen Blumenstrauss und ein Präsent.

    Auf den Gewerbler folgte ein Detaillist

    Nach der Abnahme der Jahresrechnung war es dann auch schon so weit: André Bolliger schlug den Augenoptiker Robert Werlen, Inhaber von He-Optik am Meierhofplatz, als seinen Nachfolger vor. Werlen war der Einzige, der die «hartnäckige Anfrage » des HGH positiv beantwortet hatte, allerdings unter den zwei Bedingungen, dass Bolliger ihm doch im ersten Jahr aktiv zur Seite stehen möge, was dieser zusagte, und dass die restlichen Vorstandsmitglieder sich für eine weitere Amtsperiode zur Verfügung stellen würden. Und so wurde Robert Werlen ohne formelles Erheben der Stimmkarten, dafür mit grossem Applaus als neuer Präsident gewählt, erhielt ebenfalls Blumen und zum ersten Mal das Mikrophon in die Hand gedrückt. «Lass dich nicht aufhalten», forderte ihn Bolliger lachend auf und so bedankte sich Robert Werlen schlicht für das entgegengebrachte Vertrauen. Anschliessend wurden wie von Robert Werlen gewünscht die sechs Vorstandsmitglieder für weitere drei Jahre im Amt gewählt, Werlen wird also auch auf dieses erfahrene Team zählen dürfen.

    Wieder mit Wümmetznüni und Gewerbebeiz am WüFä

    Einer dieses Teams ist Peter Kümmin, der kurz darauf das mit Spannung erwartete Konzept des Wümmetfäschts 2013 vorstellte. An dieser Stelle sei nur so viel verraten: Der Festplatz, Herz des WüFä, wird – quasi unter dem Motto «zurück zu den Wurzeln» – im alten Dorfkern vor der Kirche sein und die beliebte Gewerbe-Beiz im alten Feuerwehrdepot im Schulhaus Wettingertobel, das bis dahin fertig renoviert ist. Im reformierten Kirchgemeindehaus werden zwei Konzertabende und am Sonntag der Wümmetznüni des HGH veranstaltet. Natürlich werden viele der bewährten Angebote nicht fehlen und auch ein Umzug wird dieses Jahr durchgeführt. Über weitere Details des Festanlasses vom 27. bis 29. September wird der «Höngger» bald zu berichten beginnen.

    Erster Einblick in Umfrage-Ergebnisse

    Dann übernahm Drogist und Zunftmeister Daniel Fontolliet das Wort. Er liess Revue passieren, wie an der letzten HGH-Versammlung vor einem Jahr sein Votum zur desolaten Lage des Höngger Detailhandels eine Artikelserie im «Höngger» ausgelöst und diese wiederum zwei namhafte, aber ungenannt bleiben wollende Höngger zur Finanzierung einer Bevölkerungsbefragung bewogen hatte. Wie der HGH ins Boot geholt worden war und die Umfrage «Dörfs es bitzeli me si?», mitgestaltet von einer Spurgruppe aus HGH-Mitgliedern, diesen Januar an alle Höngger Haushalte verteilt und in den Geschäften aufgelegt worden war. Und nun berichtete Martin Hotz von der Beratungsfirma Fuhrer & Hotz, welche die Umfrage durchführte, über die «Grosswetterlage des Detailhandels», wie er es nannte, und über die mit Spannung erwarteten ersten Zwischenergebnisse der Höngger Umfrage.

    Rekordverdächtiger Rücklauf

    1034 Umfragebögen waren eingegangen, rund doppelt so viele wie von den Experten erwartet. Erwartungsgemäss, da noch immer hauptsächlich sie für die Haushaltsführung verantwortlich sind, waren runde zwei Drittel der Rücksendungen von Frauen ausgefüllt worden – der Dank für den grossen Rücklauf gilt also in erster Linie den Hönggerinnen, doch auch die Herren dürfen sich auf die Schulter klopfen. Die Anwesenden aber erfuhren weit interessantere, zum Teil bedenklich stimmende Ergebnisse, über die der «Höngger» ab dem 16. Mai exklusiv berichten wird. Was weiter geschieht Parallel zu den noch laufenden Auswertungen werden nun gezielt auch Besitzer von Höngger Geschäftsliegenschaften interviewt, denn sie sind es, die massgeblich Einfluss auf das Angebot in Höngg nehmen können und auch nehmen sollten: Ob ein gesunder Branchenmix vorhanden ist, hängt auch von ihrer Preispolitik und Vermietungsphilosophie ab. Am 21. Juni werden sich die Spurgruppe des HGH und die Experten von Fuhrer & Hotz zu einer Tagung zusammenfinden und danach einen empfehlenden Bericht zuhanden des HGH verfassen. Die fertige Studie dürfte diesen Herbst vorliegen, der «Höngger» wird auch dann exklusiv berichten können. Spätestens dann wird sich zeigen müssen, was die Studie konkret bei allen Akteuren bewirkt – denn getreu nach Goethe: «Es ist nicht genug zu wissen, man muss auch anwenden; es ist nicht genug zu wollen, man muss auch tun.»

  • Kommentar zum «Sonnegg»

    Kommentar zum «Sonnegg»

    Entstanden wäre ein lebendiger Treffpunkt an zentraler Lage mit Bistro, Gartenrestaurant und Spielplatz, Räumen für Begegnungen, Konzerte, Filmabende und Kurse aller Art, Platz für Kinder- und Jugendräume oder Aktivitäten für die Altersgruppe 60plus. Doch im Moment heisst es: aus der Traum. In Anbetracht schrumpfender Kirchensteuereinnahmen und im Hinblick auf die kantonale Volksinitiative «Weniger Steuern fürs Gewerbe (Kirchensteuerinitiative)», bei deren Annahme Firmen künftig gar keine Kirchensteuern mehr bezahlen müssten, ist Sparen angesagt. Dies findet die Zentralkirchenpflege, obwohl der Stadtverband finanziell sehr gut da steht und dem Vernehmen nach derzeit noch über 60 Millionen Franken Anlagen alleine an Obligationen verfügt.
    Ob ausschliesslich finanzielle Überlegungen den Ausschlag gaben oder ob auch Ressentiments gegenüber der grossen und überaus aktiven Höngger Kirche mitspielten, sei dahingestellt. Dass die Höngger Kirchenpflege nun andere Finanzierungsmöglichkeiten prüft und am Projekt keine Abstriche machen will, ist sicher richtig, denn substanzielle Einsparungen – mit günstigeren Türgriffen alleine wäre es nicht getan − hätten Folgen für das ganze Betriebskonzept. Bleibt zu hoffen, dass die ZKP einen zweiten Antrag aus Höngg wohlwollender aufnimmt. Die Kosten, welche noch dieses Jahr in die nicht weiter aufzuschiebende Sanierung von elektrischen Leitungen in der Küche des «Sonneggs» investiert werden müssen, um das Haus überhaupt noch benutzen zu können, werden dann leider bereits verbaut sein.

  • Rückschlag für das neue «Sonnegg»

    Rückschlag für das neue «Sonnegg»

    Seit 2007 lief die interne Planung und im Herbst 2008 wurde der Projektstart für den Umbau und die betriebliche und räumliche Erweiterung des «Sonneggs» öffentlich lanciert. Im September 2009 wurde das «Profil Sonnegg – Familien- und Generationenhaus» vorgestellt. Es folgte eine Machbarkeitsstudie und ein Projektierungskredit wurde gesprochen. Im Frühjahr 2011 reichten vier Architekten einfache Vorschläge ein. Alexandra Gübeli und Yves Milani, die in Höngg wohnenden Architekten des Wipkinger Büros GXM Architekten GmbH wurden daraufhin mit der Ausführung beauftragt. Nachdem man sich mit der Denkmalpflege über die beabsichtigte Unterschutzstellung geeinigt hatte, wurde Mitte Juli 2012 die Baueingabe eingereicht.
    An der Kirchgemeindeversammlung vom 9. Januar dieses Jahres wurde der Objektkredit von 4,837 Millionen Franken in Höngg gutgeheissen. Darin enthalten sind 1,266 Millionen, welche für die ohnehin anstehenden nötigen Sanierungen des «Sonneggs» entstehen würden. All dies geschah in enger Zusammenarbeit mit dem Verbandsvorstand und der Bauabteilung des Stadtverbandes als Organe der Zentralkirchenpflege (ZKP), welche als Verwalterin aller Zürcher Kirchensteuern die Umbaukosten letztlich gutzuheissen und auch zu tragen hat.
    Seit der ZKP-Sitzung vom 6. März weiss Höngg nun: Sie wird sie nicht tragen. Auf Antrag des Vorstandes und der Bauabteilung hat die ZKP den Antrag aus Höngg mit einer Zweidrittelsmehrheit zurückgewiesen. Begründung: Zu teuer – um wie viel wurde allerdings nicht gesagt.

    Konsternation und Irritation

    Die Nachricht traf die Kirche Höngg ins Mark und liess ihre Mitglieder, die letzten Sonntag zur Kirchgemeindeversammlung gekommen waren, konsterniert zurück. Der negative Entscheid stösst besonders deshalb auf Unverständnis, weil der Vorstand der ZKP in den ganzen Prozess von Beginn weg eingebunden war, ja sogar zum Teil kostentreibend Einfluss genommen hatte: Die ZKP war es, die einen Architekturwettbewerb gefordert hatte und danach zur Wahl des zwar besten, aber auch teuersten Projektes geraten hatte. Und nun, im letzten Moment, verlangt selbige ZKP eine Kostensenkung.
    Ebenfalls irritierend: In einem Vorentscheid hatte die ZKP bereits je eine 50%-Sozialdiakonie- und Sigristenstelle für den Betrieb des neuen «Sonneggs» in Aussicht gestellt und der Kirchenrat der Landeskirche, ihrerseits begeistert vom «Familien- und Generationenhaus Sonnegg», befürwortete ebenfalls in einem Vorentscheid eine zusätzliche 30%-Pfarrstelle. Noch Anfang Jahr hatte Höngg also allen Grund zur Hoffnung, dass es sein «Zentrum mit Herz» bekommt, wie der «Höngger» das Projekt einst genannt hatte. Der Baubeginn war für diesen Sommer geplant, im September 2014 wollte man den Betrieb aufnehmen.

    Alles im Ungewissen

    Wie es nun weitergeht, wird sich in den nächsten Wochen zeigen. Eine Redimensionierung des Projekts steht dem Vernehmen nach nicht zur Diskussion, wie auch Kirchenpflegepräsident Jean E. Bollier am Sonntag sagte. Geprüft wird nun, wie Höngg selbst etwas an die umstrittenen Kos ten beitragen könnte. Eine Option wäre, zwei Grundstücke im Besitz der Reformierten Kirche Höngg einer einträglicheren Nutzung zuzuführen und so zur Finanzierung des «Sonneggs» beizutragen. Konkret ist man schon an der Arbeit, das Land gleich neben dem Alterswohnheim Riedhof, an der Ecke Riedhofstrasse/Reinhold-Frei-Strasse, im Baurecht abzugeben. Für jenes an der Regensdorferstrasse 46, auf dem das alte Sigristenhaus steht, wird gar ein Verkauf in Erwägung gezogen. Doch darüber werden letztlich die Stimmberechtigten der Reformierten Kirchgemeinde Höngg zu entscheiden haben. Am 9. Januar hatten diese der Kirchenpflege erst grünes Licht für entsprechende Abklärungen gegeben – damals in weiser Voraussicht, dass man der ZKP vielleicht ein finanzielles Entgegenkommen signalisieren müsse.
    Denkbar für die Höngger Kirchenpflege ist es aber auch, andere Geldquellen wie zum Beispiel Stiftungen anzugehen. Oder die Stadt Zürich, denn diese hatte 1984, beim Verkauf der Liegenschaft Sonnegg an der Bauherrenstrasse 53 an die Kirchgemeinde Höngg, ein Servitut eintragen lassen, wonach das Haus weiterhin öffentlich zugänglich zu sein habe – eine Bedingung, die sie künftig vielleicht auch finanziell unterstützen könnte?
    Was sicher ist: Frühestens in einem halben Jahr, wahrscheinlich aber eher später, wird die Kirche Höngg einen neuen Antrag an die Zentralkirchenpflege stellen können. Wie auch immer dieser dann aussehen mag. Dann wird sich zeigen, ob hinter der aktuellen Ablehnung tatsächlich «nur» finanzielle Überlegungen standen. Und Höngg wird, falls überhaupt, frühestens 2015 sein «Familien- und Generationenhaus Sonnegg» bekommen.

  • «Ringling» erhielt erneut Baubewilligung

    Die Bausektion des Stadtrats hat mit Entscheid vom 8. Januar zum zweiten Mal eine Baubewilligung für das gemeinnützige Wohnbauprojekt erteilt. Eine erste Baubewilligung war 2009 erteilt worden. Das Baurekursgericht, angerufen von der «IG pro Rütihof – contra Ringling», hatte diese jedoch aufgehoben und dies mit verkehrstechnischen Argumenten begründet. Das geänderte Projekt trägt der richterlichen Kritik an der Verkehrsführung Rechnung: Die Einfahrt der Tiefgarage wurde verlegt und die Verkehrsströme auf diese Weise entflochten. Deshalb gehen die drei Bauträgerinnen − die Stiftung für Alterswohnungen der Stadt Zürich, die Baugenossenschaft Sonnengarten und die Gemeinnützige Bau- und Mietergenossenschaft Zürich − davon aus, dass die nun erteilte Bewilligung bei einem allfälligen Rekurs vor den Gerichten Bestand haben wird. «Die Baubewilligung ist wie üblich mit Auflagen verbunden, welche die drei Bauträgerinnen nun im Detailprüfen werden», heisst es in der Medienmitteilung.
    Die IG pro Rütihof wird auch gegen die 2. Baubewilligung rekurrieren, wie deren Präsident Jean E. Bollier auf Anfrage mitteilte: «An der baulichen Gestaltung, dem 8-stöckigen gleichförmigen Mauerbaurings um das Areal herum hat sich leider nichts geändert. Deshalb werden wir erneut dagegen rekurrieren.»

  • Neubau der Strasse Am Wasser nicht vor 2021

    Neubau der Strasse Am Wasser nicht vor 2021

    Am 1. Dezember 2009 hatten die Behörden der Stadt Zürich zu einer grossen Informationsveranstaltung ins reformierte Kirchgemeindehaus Wipkingen geladen. Thema: Der Verkehr auf der Achse Am Wasser/Breitensteinstrasse. Am Rande dieser Veranstaltung wurde auch auf eine bevorstehende Sanierung der stark befahrenen Durchgangsachse hingewiesen. Vorgesehen waren diverse Änderungen in der Verkehrsführung, und speziell der gefährliche Engpass vor der Liegenschaft Am Wasser 108 hätte durch bauliche Massnahmen beseitigt werden sollen. Geplant war der Bau damals für das Jahr 2012.

    Ergebnissen nicht vorgreifen

    Diese Woche nun wurde die Interessengemeinschaft Am Wasser/Breitensteinstrasse (IGAWB) vom Tiefbauamt der Stadt Zürich informiert, dass der Neubau der Strasse verschoben wird. Im Brief, datiert vom 4. Oktober, schreibt Quartiermanager Hans-Rudolf Christen: «Wie Ihnen bekannt ist, sucht die Stadt gemeinsam mit Quartiervertretenden nach Lösungsansätzen für die bestehenden und sich abzeichnenden Verkehrsprobleme im Kreis 10. Im Rahmen eines Mitwirkungsprozesses ‹Verkehr Kreis 10› wird dazu eine Gesamtschau erarbeitet. Der Strassenzug Am Wasser/Breitensteinstrasse liegt innerhalb des Bearbeitungsperimeters. Den Ergebnissen aus diesem Mitwirkungsprozess wollen und können wir mit den aktuell geplanten Strassenbauprojekten Am Wasser nicht vorgreifen und verschieben deshalb die Ausführung auf einen Zeitpunkt voraussichtlich nach 2021.» Für eine Verschiebung der beiden Strassenbauprojekte Am Wasser sowie auch des geplanten Projektes für die Breitensteinstrasse, so heisst es weiter, spreche auch die Tatsache, dass derzeit zwei Postulate hängig sind, die ebenfalls Projektänderungen nach sich ziehen könnten: Es geht um die Einführung von Tempo 30 und die Einführung einer Buslinie Rütihof – Frankental – Am Wasser – Hauptbahnhof.

    IGAWB reagiert positiv

    Florian Utz, SP-Gemeinderat und im Vorstand der IGAWB engagiert, reagiert positiv auf das Schreiben, auch wenn durch die Verschiebung die teils gefährliche Situation Am Wasser bis auf weiteres bestehen bleibt. «Das Projekt hätte die bestehende Tempo- 30-Zone beim Schulhaus aufgehoben und dadurch noch mehr Durchgangsverkehr gebracht. Die Verschiebung ermöglicht nun eine Lösung, die nicht nur den Engpass beseitigt, sondern das Quartier dank Tempo 30 auch vor Durchgangsverkehr schützt – und es zudem endlich wieder an den ÖV anschliesst. Der Stopp des bisherigen Projektes ist deshalb eine grosse Chance fürs Quartier», zeigt er sich überzeugt

  • Tram 17 bleibt – und befriedigt dennoch nicht

    Tram 17 bleibt – und befriedigt dennoch nicht

    Es gibt für einen Stadtrat Angenehmeres, als sich in einem Saal vor 170 vorwiegend aufgebrachte Personen zu stellen, die sich mit der ebenfalls unangenehmen Tatsache konfrontiert sehen, dass ihnen die direkte öV-Verbindung mit dem 17er zum Hauptbahnhof genommen wird. Davon sind auch jene Hönggerinnen und Höngger betroffen, die näher am 17er als am 13er wohnen. Soweit die Ausgangslage an diesem Dienstagabend, 25. September, im Vortragssaal der Wasserversorgung Hardhof, als die VBZ das neue Linienkonzept vorstellten. Im Vorfeld hatten sich verschiedene Quartiervereine und Interessengemeinschaften in einem offenen Brief an Stadtrat Türler gewandt. Stein des Anstosses: Die Linie 17, ehemals 4, soll Ende 2016 zur Verlängerung der Linie 8 werden und von der Grünau zum Escher-Wyss-Platz führen, dort rechts bis zur Pfingstweidstras se unter und von dort aus auf der Hardbrücke fahren, um den gleichnamigen Bahnhof zu bedienen. Via Hardplatz geht es dann auf der gewohnten Streckenführung des 8ers weiter. Der Hauptbahnhof wird nicht angefahren. Der Zürcher Verkehrsverbund (ZVV) und die VBZ sehen in dieser Linienführung viel Positives: Der 8er habe ab Bahnhof Hardbrücke S-Bahn-Anschluss ins ganze Kantonsgebiet und werde dank der Verbindung zum See, zu Üetliberg-, Forch- sowie Dolderbahn zur «idealen Ausflugslinie». Dank Verbindung zu den Kreisen 4 und 5 sei er auch eine «ideale Verbindung für Nachtschwärmer» – was die Menschen im Saal, vorwiegend aus der Grünau und den Bernoulli-Häusern, wenig interessiere. Für sie zähle nur eines: Sie kommen künftig nicht mehr ohne Umsteigen zum Hauptbahnhof.

    Der ZVV, ein Spinnennetz

    Entsprechend zahlreich waren die Zwischenrufe und empörten Voten, und so musste Türler mehrfach an den allgemeinen Anstand gemahnen, damit er selbst und Jacques Baumann, Bereichsleiter Markt VBZ, die Hintergründe der neuen Streckenführung erläutern konnten. Neuer Bus? Am 27. Juni 2012 wurde ein Postulat der Gemeinderäte Guido Trevisan (GLP) und Florian Utz (SP) mit 97 zu 22 Stimmen an den Stadtrat überwiesen, das verlangt, die Einführung einer Buslinie auf der Route Hauptbahnhof – Am Wasser – Rütihof zu prüfen. Damit würde das Gebiet entlang der Achse Am Wasser/Breitensteinstrasse besser an den öV angeschlossen und die Buslinie 46 könnte entlastet werden. Der Stadtrat hat bis Ende Juni 2014 Zeit, das Anliegen zu prüfen und das Ergebnis dem Gemeinderat zu präsentieren. Sache ist: Der Kanton respektive der ZVV bestellt die Leistungen des öffentlichen Verkehrs und bezahlt sie auch. Die VBZ definieren ein gewünschtes Angebot und der ZVV kann es bewilligen oder nicht. «Wir setzen uns dauernd für Ihre und die städtischen Anliegen beim Kanton ein», betonte Türler, «beissen aber oft auf Granit. Und das Leintuch wird nicht grösser, die finanziellen Ressourcen sind beschränkt.» Ebenfalls ein Fakt ist, dass es mit dem öffentlichen Verkehr in Zürich ähnlich ist wie bei einem Spinnennetz: Rührt man an einen der Fäden, oder eben Linien, dann bewegt es sich im ganzen Netz. So betrachtet ist der Zürcher Hauptbahnhof der Ort, an dem die Spinne sitzt, an der niemand vorbeikommt, ob man will oder nicht. Genau dem wollen ZVV und VBZ entgegenwirken, denn der Bahnhof selbst, besonders aber auch die Tram- und Buslinien, die im Minutentakt den Bahnhofplatz queren, stossen an Kapazitätsgrenzen. Es braucht nicht immer eine steckengebliebene Tunnelbohrmaschine wie im April 2009, um dieses Zentrum und mit ihm das ganze ZVV-Netz lahmzulegen, eine einfache Weichenstörung reicht. Die Mittel zur Entlastung sind jedoch im Bau: Die neue Durchmesserlinie geht Ende 2015 in Betrieb, der Bahnhof Oerlikon wird dannzumal zwei Geleise mehr haben und der neue Bahnhof Löwenstrasse wird auch in Betrieb sein. Auch der Bahnhof Stadelhofen sollausgebaut werden und der Bahnhof Hardbrücke, der heute bereits täglich 40’000 Fahrgäste zählt, soll ebenfalls neu gestaltet werden. All dies – auch wenn so nicht direkt ausgesprochen – mit dem Ziel, nur noch jene Passagiere über den Hauptbahnhof zu führen, die auch wirklich dorthin müssen. Aufgabe der VBZ in diesem Plan ist es, den Raum Hauptbahnhof durch neue Tangentiallinien wie eben die geplante Linie 8 zu entlasten.

    Tram Zürich-West, seiner Zeit voraus

    Auch das Tram Zürich-West, die neue Linie 4 bis zum Bahnhof Altstetten-Nord, hilft, dieses Ziel zu erreichen, ist aber heute ab Escher-Wyss-Platz stadtauswärts noch schlecht ausgelastet. Doch dies wird sich bald ändern: Die Hochschule der Künste auf dem Toni-Areal wird nächstens bezogen und rund 2500 Studierende beherbergen. Weitere Büro- und Wohnbauten sind im Bau und werden für viele Fahrgäste sorgen, vom neuen Hardturmstadion, falls es denn je gebaut wird, ganz zu schweigen. An anderen Orten, man denke zum Beispielan die Neubaugebiete in Affoltern, wirft man VBZ und ZVV vor, nicht rechtzeitig genügend öV-Anschlüsse gebaut zu haben: Bis diese Gebiete vernünftig erschlossen sind, wird es noch dauern. Es ist befremdlich, nun den Verantwortlichen vorzuwerfen – wie einige Voten dies taten; man habe mit dem Tram Zürich-West eine Linie gebaut, die noch gar nicht benötigt werde.

    Tram 17 bleibt und entlastet

    Die Stimmung im Saal war so angespannt, dass selbst der «Primeur», den Andres Türler zu Beginn des Abends angekündigt hatte, keine Entlastung brachte. Als Jacques Baumann verkünden konnte, dass der 17er – auch um die Linien 4 und 13 auf der Limmatstrasse zu entlasten – trotz ursprünglich anderer Planung nun doch bleibt und zu den Stosszeiten von 6.30 bis 8.30 und 16.30 bis 18.30 Uhr zwischen Hauptbahnhof und Hardturm verkehrt, war dies den Anwesenden zu wenig. Für sie, denen der Limmatplatz zum Dorfzentrum wurde, wie es eine ältere Frau ausdrückte, muss dieser Ort den ganzen Tag ohne Umsteigen erreichbar sein. Der Betrieb während den Stosszeiten diene nur den Berufspendlern, nicht den Bewohnern. «Ich verstehe, dass dies für Sie nur ein kleiner Trost ist», betonte Türler, «und ich hoffe, dass der Kanton das Bedürfnis nach einer direkten Verbindung von der Grünau zum Hauptbahnhof eines Tages erkennt und reagiert, ich will und kann Ihnen aber hier keine Versprechungen machen.» Zusagen konnte er hingegen, dass die Buslinie 78 – Bändliweg, Bahnhof Altstetten, Lindenplatz, Farbhof – ab 2015 im 7,5-Minuten-Takt bedienen soll, also doppelt so häufi g wie heute. Nach zwei aufregenden Stunden war der Informationsteil zu Ende. Beim anschliessenden Apéro im Foyer ging das Argumentieren pro und Kontra hingegen weiter.

    Neuer Bus?
    Am 27. Juni 2012 wurde ein Postulat der Gemeinderäte Guido Trevisan (GLP) und Florian Utz (SP) mit 97 zu 22 Stimmen an den Stadtrat überwiesen, das verlangt, die Einführung einer Buslinie auf der Route Hauptbahnhof – Am Wasser – Rütihof zu prüfen. Damit würde das Gebiet entlang der Achse Am Wasser/Breitensteinstrasse besser an den öV angeschlossen und die Buslinie 46 könnte entlastet werden. Der Stadtrat hat bis Ende Juni 2014 Zeit, das Anliegen zu prüfen und das Ergebnis dem Gemeinderat zu präsentieren.

     

    Die Haltestelle Zwielplatz stadteinwärts ist noch nicht fertiggestellt: Es fehlt die Wartehalle und Sitzbank wie Billettautomat stehen erst provisorisch. Auf Nachfrage des «Hönggers» teilte VBZ-Mediensprecherin Daniela Tobler als Grund mit, dass die Eigentümer der angrenzenden Liegenschaft Limmattalstrasse 223 im Zuge des Gebäude umbaus beabsichtigen, ein Vordach an ihrem Haus anzubringen, das in Zukunft gleichzeitig auch die VBZ-Wartehalle ersetzen soll: «Dazu haben die VBZ und die Eigentümer der Liegenschaft eine entsprechende Vereinbarung getroffen, über deren Inhalt wir allerdings keine weiteren Auskünfte geben können.» Die Realisierung sollte zirka innerhalb eines Jahres abgeschlossen werden können.

  • Pläne der VBZ mobilisieren Am Wasser

    Wer unterhalb der Ackersteinstrasse wohnt und öffentliche Verkehrsmittel benutzen will oder muss, hat die Wahl: Entweder die Treppen hoch zur Limmattalstrasse oder runter zur Tramlinie 17, ehemals Nummer 4. Nun sieht man sich aber mit der auf 2018 geplanten Tramlinie Hardbrücke, welche die Linie 17 ersetzen soll, stark benachteiligt: Die neue Linie soll die Endstation der Linie 8 mit dem Werdhölzli verbinden – sie führe dannzumal von dort über die Hardbrücke via Stauffacher, Paradeplatz und Bellevue bis hoch zum Klusplatz. Die direkte Verbindung zum Hauptbahnhof würde für die Bewohner Am Wasser, der Grünau und viele mehr gekappt. In einem offenen Brief an den zuständigen Stadtrat Andres Türler wehren sich die verschiedenen Interessengemeinschaften und Quartiervereine gegen diese Pläne. Für den Quartierverein Höngg hat, im Namen des Vorstands, SVP-Kantonsrat Rolf Stucker und für die IG Am Wasser/Breitensteinstrasse Martin Zahnd unterzeichnet. Speziellam Wasser sieht man sich einmal mehr besonders benachteiligt, denn seit Ende 2008 die Quartierbuslinie 71 eingestellt wurde, verschlechterte sich die Anbindung an den öV stetig: «Nach Betriebsaufnahme der Tramlinie Zürich-West wurde die Linie 17 unzureichend bedient», heisst es im Schreiben sinngemäss. Auf die Beanstandung dieser Situation hin erfolgte dann diesen März doch noch eine Kapazitätsaufbesserung durch zusätzliche Tramzüge und längere Kombinationen. Die von den Plänen betroffenen öV-Benutzenden aus den Quartieren fordern weiterhin eine direkte Tramverbindung von der Grünau zum Hauptbahnhof, denn das Umsteigen an der Hardstrasse/Escher-WyssPlatz sei «umständlich und zeitaufwendig und für viele ältere Quartierbewohnende ein unüberwindliches Hindernis – dem Quartier droht so durch die geplante Tramverbindung 8 eine reale Zweiteilung», schreiben sie an Stadtrat Türler. Dieser wird zusammen mit Fachpersonen der VBZ die Pläne öffentlich vorstellen. Für Gesprächsstoff beim anschliessenden Apéro dürfte gesorgt sein. 

  • Das Frauenvereins-Glöcklein ist in neuen Händen

    Das Frauenvereins-Glöcklein ist in neuen Händen

    Ein Verein, der das 125-Jahre Jubiläum feiern darf, kann stolz auf sich sein: Nur wenn eine Nachfrage besteht, überleben Vereine so lange. Edith Erni, bisherige Präsidentin des Frauenvereins Höngg, leitete die Generalversammlung und erzählte von den vielen Aktivitäten, die der Verein den Bewohnern Hönggs anbietet. So betreibt er seit einigen Jahren einen Mittagstisch für Kinder. Im Jahr 2011 fanden 199 Mittagstische statt, an denen 2525 Kinder bewirtet wurden. Dies entspricht rund 13 Kindern pro Mittagstisch. Ein Wermutstropfen ist dennoch zu vermelden: Das Schul- und Sportdepartement streicht den fleissigen Frauen 8055 Franken an Subventionsgeldern, welche der Verein jetzt aus der eigenen Tasche bezahlt. «Wir hoffen natürlich, dass wir Spenden erhalten, damit wir dieses Defizit möglichst klein halten können», so Silvia Schaich vom Ressort Mittagstisch.

    Babysitter gesucht

    Ein anderes Angebot ist der Babysitter-Vermittlungsdienst: Eltern, die einen Babysitter für ihren Nachwuchs suchen, können sich beim Frauenverein Höngg melden. Angebot und Nachfrage halten sich nicht die Waage: 62 Anfragen registrierte Tosca Lattmann, welche dieses Ressort leitet, eingetragen sind aber bloss 40 Babysitter. Sie erklärte, dass sich laufend viele neue Familien in Höngg niederliessen – vor allem aus Deutschland, England, Nordeuropa und natürlich aus der Schweiz. «Wer gerne Kinder hütet, der darf sich bei uns melden», sagte sie. Melden können sich auch Frauen und gar Männer, die Mitglied beim Frauenverein Höngg werden möchten. Für den bescheidenen Betrag von 30 Franken im Jahr erlebt man Geselligkeit, kann etwas zum Wohle der Hönggerinnen und Höngger beitragen und an verschiedenen Veranstaltungen teilnehmen.

    Kochtreff eingestellt

    Im September letzten Jahres gründeten die Mitglieder des Frauenvereins einen monatlichen Kochtreff für Erwachsene im Café Sonnegg. Dort sollte man in gemütlicher Atmosphäre etwas Feines zusammen kochen. Der Andrang war jedoch spärlich: Ende März wurde das Projekt eingestellt. «Eine Wiederaufnahme nach dem ‹Sonnegg›-Umbau schliessen wir aber nicht aus», so Edith Erni. Ein Erfolg sind die Veranstaltungen, die Vreni Noli seit zwanzig Jahren organisiert. Sechsmal im Jahr lädt sie die Mitglieder zu Rundgängen und Besichtigungen verschiedenster Art ein, so zum Beispiel zum Besuch der Urania-Polizeihauptwache, da dort die bekannte «Blüemli-Decke» von Maler Alberto Giacometti zu bewundern ist.

    Neue Präsidentin Tosca Lattmann-Gosteli

    Dass ehrenamtliches Engagement zeitaufwendig ist, ist bekannt. Irgendwann kommt der Zeitpunkt, das Amt abzugeben, weil die Energie nicht mehr für alles zusammen reicht. Bei Edith Erni war es nach fünf Jahren so weit: «Es war eine interessante und lehrreiche, aber auch hektische Zeit. Ich möchte es in Zukunft etwas ruhiger angehen und gebe darum das Präsidium ab. Ich bleibe aber natürlich weiterhin Vereinsmitglied», erklärte sie. Der Vorstand schlug als Nachfolgerin Tosca Lattmann-Gosteli vor, welche seit 2009 Mitglied des Frauenverein Höngg ist. Sie wurde einstimmig gewählt. Feierlich überreichte ihr Edith Erni das «FrauenvereinsGlöcklein». Es wird von Präsidentin zu Präsidentin weitergegeben und sorgt dafür, dass bei Versammlungen und Veranstaltungen Stille einkehrt, sobald es geläutet wird. Anschliessend an die Generalversammlung wurde von Bravo Ravioli Catering ein feines Nachtessen, selbstverständlich mit Ravioli, serviert. Zwischen den Gängen trat das «Ensemble Züri Lieder» auf. Daniel Fueter am Klavier und Samuel Zünd als Sänger begeisterten die Mitglieder des Frauenvereins mit «Züri Liedern», unter anderem auch von Paul Burkhard, und zauberten den Frauen und dem einen anwesenden Mann des Vereins ein Lächeln ins Gesicht.

  • Volles Haus zum doppelten Geburtstag

    Volles Haus zum doppelten Geburtstag

    Im Rahmen des letztjährigen Wümmetfäschts machten die Trachtengruppe Höngg und Luise Beerli mit einem Flyer erstmals auf ihr gemeinsames Geburtstagsfest vom 4. Februar aufmerksam. Eine Anmeldung war erforderlich, da man genau planen wollte. «Bis am 9. Januar waren die 390 Plätze im reformierten Kirchgemeindehaus restlos ausverkauft. Leider mussten wir über 30 weiteren Personen absagen», so Gaby Heidelberger, welche seit 13 Jahren Präsidentin der Trachtengruppe Höngg ist. Der Saal sowie die Tische waren liebevoll dekoriert und luden zum Verweilen ein, während ein währschafter «Buurehamme» mit Beilagen in kulinarischer Hinsicht zu den Klängen des Innerschweizer Akkordeonduos Urs Meier/Remo Gwerder mit Schöff Rösli und Carlo Gwerder für einen gelungenen Auftakt sorgte. Mit dem Einmarsch der Trachtenpaare fiel der Startschuss zum Abendprogramm. «Wir freuen uns sehr, mit Ihnen und Luise Beerli unser 80-Jahr-Jubiläum feiern zu dürfen. Es ist in der heutigen Zeit schön, dass es einen Verein mit Tradition und schweizerischer Kultur so lange gibt. Unsere drei Gruppen bestehen aktuell aus 64 Mitgliedern», so Heidelberger bei ihrer Begrüssung. Die Tanzgruppe entführte die Gäste zum Auftakt mit ihren Darbietungen auf die Sattelegg und ins Örgelihaus, bevor Luise Beerli in der Höngger Sonntagstracht ihr Lied «In Höngg isch öppis los» vortrug. Drei Wochen vor ihrem 70. Geburtstag verstand es Beerli, die Gäste mit viel Humor durch das Programm zu führen. Dank ihren guten persönlichen Beziehungen in der Musikwelt ist es der Solojodlerin zu verdanken, dass ein solch unterhaltsames Programm möglich war. Marcel Knörr als ehemaliger und langjähriger Präsident des Quartiervereins Höngg und Paul Zweifel als Präsident des Verschönerungsvereins blickten in ihren Festreden auf die Geschichte von Höngg sowie auf die legendären Ausfahrten von Luise Beerli mit dem Hürlimann-Traktor zurück (siehe «Höngger» vom 15. Oktober 2009). Das Schülerjodelchörli Rägäbogä aus dem Baselbieter Frenkendorf reiste mit 16 Kindern in Tracht und Blumenkränzen im Haar an. Mit antiken Utensilien wie Gepsli, Holzrechen und Nidlehafe traten sie auf die Bühne und überzeugten mit Jodel und Volksmusik. «Zweimal wöchentlich proben wir für unsere Auftritte, wobei wir auf viele engagierte Eltern zählen dürfen», betonte Susanna Borer als Leiterin der Kinder.

    Jüngste Volksmusikstars

    Als die «kleinsten Volksmusikstars der Schweiz» reisten Florian und Seppli aus dem Luzerner Seetal nach Höngg. Die beiden Buben im Alter von 13 und 15 Jahren vermochten das Publikum zu begeistern. Dabei durfte mit dem «Familienjodel» auch der Stadlstern-Siegertitel des «Musikantenstadls» aus der aktuellen CD nicht fehlen und eine Zugabe der Jungmusiker war gewiss. Für einen krönenden Abschluss sorgten die «Dorfspatzen» aus Oberägeri. Die erfolgreiche und mehrfach ausgezeichnete Blaskapelle präsentierte unter der musikalischen Leitung von Markus Steimen mit ihren 15 Bläserinnen und Bläsern sowie einem Schlagzeuger ein breites Repertoire an Unterhaltungsmusik von Marsch, Polka, Walzer bis hin zu Pop und Rock, gepaart mit einem amüsanten Showprogramm. «Wir dürfen auf ein gelungenes Fest von insgesamt 150 Jahren zurückblicken», zeigte sich Heidelberger beim Ausgang zufrieden. Dies durfte sie auch sein, kamen die Anwesenden doch in den Genuss von einem über dreistündigen, abwechslungsreichen und unvergesslichen Festprogramm.

    Geschichte der Trachtengruppe Höngg
    1932 haben sich 18 junge Frauen, vor allem Bauersfrauen, entschieden, eine eigene Tracht zu nähen und die Trachtengruppe Höngg zu gründen. Auf den Latz wurde damals ein Traubenmotiv aufgestickt. Dies ist auch heute noch so, wenn auch laut Gaby Heidelberger «etwas exklusiver». Musste man früher noch Hönggerin sein, um mitjodeln zu können, so sind die Mitglieder heute auch aus der Umgebung. Ziel der Trachtengruppe Höngg ist die Pflege des schweizerischen Brauchtums mit Volksliedern und -tänzen. «Unsere Trachtengruppe verkörpert ein Stück Heimat und gehört einfach zu Höngg», stellt Präsidentin Gaby Heidelberger klar, deren Mutter Lina Hafner damals zu den Mitbegründerinnen der Trachtengruppe gehörte.