Blog

  • Jazz Circle feiert 10-Jahre-Jubiläum

    Jazz Circle feiert 10-Jahre-Jubiläum

    Ein besonderes Experiment ist gelungen: Dank der treibenden Kraft von Miroslav Steiner, einem Architekten, Volleyballer und begabten Posaunisten, und vier eingefleischten Jazzmusikern, die alle in Höngg wohnten, wurde 2003 ein Verein gegründet. Statuten wurden geschrieben und Mitglieder und Sponsoren gesucht. Nach guten Musikern, die gerne auftreten, musste man nicht suchen. Hingegen stand und fi el alles mit einem geeigneten Lokal. Getreu dem Motto «Sieh, das Gute liegt so nah» versuchten es die Höngger Jazzer im Restaurant Jägerhaus – und das klappte auf Anhieb. Wegen eines Umbaus zügelte der Jazz Circle Höngg dann nach sechs Jahren in die Gartenschüür des Restaurants Grünwald, wo er sich inzwischen sehr gut eingelebt hat.

    Stammgruppe, viele befreundete Musiker

    Von Beginn an gelang es, mit lückenlosen Jazz-Happenings jeweils am ersten Donnerstagabend des Monats und mit einigen zusätzlichen Konzerten an anderen Orten in Höngg ein eingeschworenes Stammpublikum zu gewinnen. Dieses wird immer wieder mit populärem Old Time Jazz «neu begeistert». Eine Stammgruppe mit Miro Steiner (Posaune), Ivan Kubias (Trompete), Jörg Bohny (Saxophon), Ivan Hrdina (Schlagzeug) und Jirka Hoppe (Bass) wird regelmässig von weiteren befreundeten Musikern unterstützt. Dank der vielfältigen Beziehungen gelingen immer wieder musikalisch hervorragende Jamsessions mit Spitzenmusikern und Sängerinnen aus der nahen und fernen Umgebung. Im Quartier Höngg ist der Jazz Circle immer häufiger an offiziellen und privaten Anlässen gefragt und engagiert; am Umzug am Wümmetfäscht würde die Jazz & Dixie Marching Band wirklich fehlen. Alle Anlässe und Konzerte des Jazz Circle Höngg sind in der Regel mit freiem Eintritt und ohne Reservation zugänglich. Die Kosten werden mittels Kollekten, Mitgliederbeiträgen und Zuwendungen von Sponsoren gedeckt, denen der Jazz Circle an dieser Stelle herzlich danken möchte.

    Jubiläumskonzert am 20. September

    Mit einem grossen Jubiläumskonzert am 20. September an der ETH Hönggerberg feiert der Jazz Circle Höngg sein zehnjähriges Bestehen. Dabei treten folgende Bands auf: die Jazz Circle Höngg Band, die vendredi soir swing, Jimmy & The Rackets mit Special Guest Miriam Dee sowie das Casa Loma Jazz Orchestra. Sie versprechen eine tolle, stimmungsvolle Jazz Night. Der Eintritt ist frei, Beginn ist um 18 Uhr. Das Programm und weitere Informationen sind auf der Homepage des Jazz Circle Höngg ersichtlich: www.jazzinhoengg.ch

  • VBZ-Passagiere gingen baden

    VBZ-Passagiere gingen baden

    Die ZVV-Verordnung über das Angebot im öffentlichen Personenverkehr sieht vor, dass jeder Haushalt innerhalb eines Radius von 400 Metern − unter Vorbehalt der topografischen Verhältnisse – mit einer Haltestelle erschlossen sein soll. Die VBZ verzichtet auf den Begriff der «besonderen topografischen Verhältnisse», ist dafür bestrebt, allen Einwohnern der Stadt Zürich innerhalb von 300 Metern Luftlinie eine Haltestelle anbieten zu können. So stimmen die 300 Meter zwar, welche die Anwohner der Strasse Am Wasser und Umgebung höchstens zurücklegen müssen, um zur Tramlinie 13 hinauf oder zur Linie 17 – der ehemaligen 4 – hinüberzugelangen. Bloss ist da eben entweder eine «nahrhafte» Steigung oder die Limmat zu überwinden und die 300 Meter mutieren zur Theorie. Was das konkret bedeutet, zeigte vergangenen Samstag die mit viel Fantasie und Enthusiasmus durchgeführte Aktion «VBZ-Passagiere gehen baden» der Interessengemeinschaft Am Wasser/ Breitensteinstrasse (IGAWB). Als Startort wurde der Kloster-Fahr-Weg auf Höhe des Hauses Tobeleggweg 9 ausgewählt. «Von da gehen wir zur nächstliegenden Haltestelle, dies ist mit 300 Metern Luftlinie die Haltestelle Hardhof der Linie 17», erklärte IGAWB-Präsident Martin Zahnd den fast 100 Erschienenen, «und dazu werden wir den Fluss schwimmend überqueren müssen.» Dem Aufruf folgend gingen über 50 Personen baden.

    Mit Business-Anzug ins Wasser

    Die Akteurinnen und Akteure hatten sich einiges an kreativen und humoristischen Einlagen ausgedacht. So verbalisierten etwa grosse Sprechblasen aus Karton mit Texten wie «Das Schwierigste ist, das Brot trocken nach Hause zu bringen» die Situation und ein Kinderwagen wurde auf einem Floss aus Petflaschen und Dachlatten transportiert, um die 300 Meter einhalten zu können. Auch der IGAWB-Präsident liess es sich nicht nehmen und stieg mit Schwimmreif und Businessanzug ins Wasser. «Anstrengend und ein schwieriger Ausstieg», befand er auf der anderen Flussseite, von wo es dann im Trockenen zur Haltestelle Hardhof ging. Dort wurde gefordert, das betroffene Gebiet wieder durch eine Buslinie zu erschliessen. Verwiesen wird dabei auf das Ende Juni 2012 von den Gemeinderäten Florian Utz (SP) und Guido Trevisan (GLP) eingereichte Postulat, welches eine Buslinie auf der Route Hauptbahnhof – Am Wasser – Rütihof anregt. Beide Gemeinderäte nahmen denn auch an der samstäglichen Aktion teil, zusammen mit dem GLP-Stadtratskandidaten Samuel Dubno. Auf ihrer Sprechblase stand: «Wir möchten das Budget 2013 trocken über die Limmat bringen.» Ob ihnen das gelungen ist, wird aber erst die Budgetdebatte im Parlament zeigen – die Politiker waren jedenfalls nass wie alle andern der Limmat entstiegen.

  • Unterschriften gegen Leinenzwang auf der Werdinsel

    Unterschriften gegen Leinenzwang auf der Werdinsel

    Am Fischerweg trafen sich Jacqueline Faisst, Höngger Anwohnervertreterin, und Franziska Fischer, Petitionsstarterin, mit Vertretern der Stadt Zürich. Lukas Handschin, Leiter Kommunikation, und Ladina Koeppel, Landschafts- und Freiraumplanerin, hörten sich an, was die beiden Frauen zu sagen hatten. Brav daneben sassen während des ganzen Gespräches zwei der Hauptbetroffenen: Franziska Fischers Hunde Moro und Martha.

    Überraschend aufgestellte Leinenzwang-Signalisationen

    Die Hinweistafeln seien überraschend am 5. August aufgestellt worden, erst zwei Tage später seien in den Briefkästen Infoblätter mit der neuen Regelung zu finden gewesen, so Jacqueline Faisst. Sie erklärte, dass sich sogar Nicht-Hundehalter über die neue Weisung aufregen würden. Als Mitglied der SISA-Gruppe (Sicherheit und Sauberkeit auf der Werdinsel), in welcher Stadt und Anwohner sich austauschen, ist sie gut informiert. «An den letzten SISA-Sitzungen wurde über eine Leinenpflicht diskutiert, aber nicht definiert, wo diese gelten solle. Dass nun die ganze Werdinsel für freilaufende Hunde gesperrt ist, finde ich übertrieben », so die Hönggerin, welche seit 26 Jahren in unmittelbarer Nähe der Werdinsel wohnt. Franziska Fischer, Biologin und Gymi-Lehrerin, versteht das Argument von Grün Stadt Zürich, dass die Limmatauen Werdhölzli ein sensibler Natur- und Landschaftsraum seien. «Doch als Naturschutzgebiet kann man dies nicht bezeichnen, dafür wird das Gebiet schlicht viel zu viel genutzt – und zwar nicht nur von uns Hundehaltern. »

    Zweibeiner, nicht Vierbeiner verantwortlich

    Auf der Werdinsel selbst ist der Leinenzwang laut Ladina Koeppel auch zum Schutz der Wasservögel im Spitz der Insel eingeführt worden. «Dort finden die Vögel aber garantiert keine Ruhe, denn genau an diesem Ort vergnügen sich Menschen zu jeder Tages- und Nachtzeit – und das zu allen Jahreszeiten», so Jacqueline Faisst. Sie wolle keine anderen Nutzergruppen der Werdinsel und der Wege in der Nähe angreifen, aber der grösste Teil des Schmutzes stamme von Menschen, nicht von Hunden. «Einige Nutzer halten sich nicht an den verantwortungsvollen Umgang mit der Natur, gehen in die Büsche und in die Wäldchen, um ihr Geschäft zu erledigen, entfernen Totholz für ihr Grillfeuer und hinterlassen Abfall in rauen Mengen – was tut man denn dagegen?», fragte sie die Vertreter der Stadt Zürich. Im Weiteren wies sie mit Nachdruck darauf hin, dass es ihr wichtig sei, eine gemeinsame Lösung, ein Entgegenkommen, notfalls mit Kompromissen, zu finden. «Es sollen alle Benutzer inklusive Spaziergänger, Velofahrer, Badegäste, Grilleure, Familien mit Kindern, Jogger und Sportler und Hündeler die Natur auf der Werdinsel und den Limmatauen geniessen und ihre sozialen Kontakte pflegen können», so Jacqueline Faisst.

    Zäune seien keine Lösung

    Da für den Grossteil der Probleme die Zweibeiner verantwortlich sind, schlug Hundehalterin Franziska Fischer vor, dass man sensible Gebiete einzäunt, damit weder Mensch noch Tier den Schutz von Umwelt und Wildtieren missachten können. Dies kommt jedoch laut Ladina Koeppel nicht in Frage, denn in den Zäunen würde sich bei Hochwasser Treibholz verfangen und durch diese sogenannte Verklausung einen Rückstau verursachen. Ausserdem dürfe der Erlebnischarakter in der Natur nicht vergessen werden. «In einer grossen Stadt wie Zürich hat es unterschiedlichste Nutzergruppen, und wir wollen allen etwas bieten», so die Freiraumplanerin.

    Auf die neue Regelung aufmerksam machen

    Mitarbeitende der sip Züri, Sicherheit und Prävention, seien regelmässig auf der Werdinsel unterwegs, um auf die korrekte Nutzung hinzuweisen, zum Beispiel, dass kein Totholz entfernt werden solle, da dieses extra als Lebensraum für Kleintiere aufgehäuft worden sei. Auch in den Leinenzwanggebieten sind die sip Züri-Mitarbeitenden unterwegs und machen die Hundehalter darauf aufmerksam, dass Hunde angeleint werden müssen. Bussen dürfen sie nicht aussprechen. «Die Signalisation, die auf die neue Regelung aufmerksam macht, stützt sich auf Paragraf 11 des Kantonalen Hundegesetzes, der die Leinenpflicht regelt. Grundlage für eine mögliche Busse bildet Paragraf 27 des Kantonalen Hundegesetzes, wo in Ziffer 1 festgehalten wird: ‹Übertretungen der Vorschriften dieses Gesetzes und der Vollziehungsverordnung werden mit Busse bestraft. In leichten Fällen kann ein Verweis erteilt werden.›», informierte Lukas Handschin. «Hunde müssen neu am Fischerweg zwischen dem Hönggerweg und der Einmündung des Hauserkanals, auf dem Erlebnissteg in den Limmatauen sowie auf der Werdinsel an die Leine. Auf dem Kloster- Fahr-Weg hingegen besteht nach wie vor keine Leinenpflicht», ergänzte er. Alle sind sich einig, dass man eine einvernehmliche Lösung finden muss. Wie diese aussieht, liegt jedoch noch in den Sternen. «Ich werde auf jeden Fall weiterhin für meine Petition ‹(Züri-)Hünd sind Fründ› Unterschriften sammeln, denn es darf nicht sein, dass immer mehr Gebiete in Zürich hundeunfreundlich werden», so Franziska Fischer. Bei Redaktionsschluss hatten bereits über 300 Leute die Petition unterschrieben.

  • Leinenzwang für Hunde auf der Werdinsel

    Leinenzwang für Hunde auf der Werdinsel

    Der Fischerweg ist zwischen Höngger Wehr und Mündung des Hauserkanals für Fussgänger und Velofahrer ab sofort wieder durchgängig offen. Neu müssen die Hunde in diesem Perimeter sowie auf der Werdinsel an die Leine. Die Arbeiten im Rahmen des Hochwasserschutzprojekts «Limmat- Auenpark Werdhölzli» stehen vor dem Abschluss, die Limmatauen Werdhölzli werden im Herbst eingeweiht.

    «Kei Puff mit Wuff»

    Wer mit seinem Hund spazieren geht, muss ihn künftig zwischen dem Höngger Wehr und der Mündung des Hauserkanals sowie auf der Werdinsel an die Leine nehmen. Die Limmatauen sind ein sensibler Naturraum, der Auenwald ein Naturschutzgebiet. Insbesondere im Sommer ist das Gebiet einem starken Nutzungsdruck durch Menschen ausgesetzt, aber auch im Winter, wenn sich unzählige Wasservögel dort ihr Winterquartier suchen, ist der Naturraum für viele Tiere und Pfl anzen die Lebensgrundlage. Die sip züri (Sicherheit, Intervention, Prävention) wird im Raum vermehrt präsent sein, Aufklärungsarbeit betreiben und bietet bei Unklarheiten Unterstützung. Damit auch im aufgewerteten Raum alle Nutzergruppen gut aneinander vorbeikommen, gilt ab sofort Folgendes: Auf der Werdinsel und zwischen dem Höngger Wehr und der Mündung des Hauserkanals inklusive Erlebnissteg: «Barry fi x», das heisst, Hunde müssen an die Leine genommen werden, Velofahren ist gemäss Beschilderung erlaubt. Kloster-Fahr-Weg: allgemeines Fahrverbot, für Hundehaltende und ihre Tiere gilt das kantonale Hundegesetz.

    Eingesandt von Grün Stadt Zürich

  • Die VBZ haben viel vor

    Die VBZ haben viel vor

    Die neue Strategie baut auf der Prognose auf, dass die Zürcher Verkehrsbetriebe (VBZ) − die bereits heute mit rund 880 000 Personen täglich nur rund 10 % Personen weniger befördert als die SBB auf ihrem ganzen Netz − bis 2030 mit einem Zuwachs um 30 % auf täglich 1,16 Millionen Fahrgästen zu rechnen hat. Mit längeren Fahrzeugen und – falls überhaupt möglich – einem dichteren Taktfahrplan alleine ist dies nicht zu bewerkstelligen. Bleibt nur der geplante Netzausbau. Grundlage dafür bot das Liniennetzkonzept 2025, das die VBZ vor erst sieben Jahren veröffentlichten. Doch inzwischen haben sich verschiedene Rahmenbedingungen geändert, was die VBZ veranlasste, ihre damalige Studie zu überarbeiten.

    Neu drei Zentren im Zentrum statt nur eins

    Heute ist das Netz der VBZ weitgehend sternförmig zum Hauptbahnhof ausgerichtet und stösst insbesondere dort an seine Grenzen. Deshalb soll das Netz 2030 neu auf die drei Zentren Innenstadt, Oerlikon und Altstetten ausgerichtet sein, die attraktiv untereinander verbunden werden. Damit soll auch eine bessere Verknüpfung mit den S-Bahnhöfen erreicht werden, welche für auswärtige wie hiesige Pendler immer wichtiger werden, denn auch sie wollen und sollen nicht immer zwingend über den Hauptbahnhof reisen. Verschiedene Streckenverlängerungen und Ausbauten sollen hier bessere Vernetzungen schaffen.

    Grössere Dynamik in Zürich-Nord und Zürich-West

    Zwei Vorhaben aus der Studie 2025 sind heute Realität: die Verlängerung der Tramlinie 5 bis Laubegg sowie das Tram Zürich-West. Die Planungsarbeiten zur Tramverbindung Hardbrücke und zur Verlängerung der Tramlinie 2 nach Schlieren zusammen mit der Limmattalbahn sind auf gutem Weg, halten die VBZ fest. Ebenso das Rosengartentram, auch wenn es am Planungshorizont nach hinten gerückt ist, weil Veränderungen auf dieser Achse gleichzeitig eine Lösung für den motorisierten Individualverkehr bieten müssen. Die VBZ rechnen aber mit einer Realisierung bis 2030. Das Wachstum der Bevölkerung und der Arbeitsplätze verläuft rasanter und in den verschiedenen Gebieten anders als noch 2006 angenommen. Besonders starke Verkehrsströme werden nun zwischen Zürich-Nord (Affoltern, Oerlikon) und Zürich-West (Altstetten) sowie von dort in Richtung City erwartet, hingegen dürfte die Dynamik im südlichen Stadtraum weniger hoch sein als früher angenommen. Daraus ergibt sich unter anderem, dass das Tram Affoltern bereits bis 2023 gebaut werden soll und bis 2028 eine weitere Linie, die Nordtangente, Affoltern mit Oerlikon und Stettbach verbinden soll.

    Elektrisch nach und durch Höngg

    Vorwärtsgehen soll es auch beim Busnetz. Hier stehen nebst Buskonzepten für die beiden Subzentren Oerlikon und Altstetten sowie verschiedene weitere Ausbauten auch die Elektrifizierung der Linien 69 und 80 an, realisiert zwischen 2016 und 2019. Beide Linien leiden bekanntlich unter alarmierenden Kapazitätsengpässen, zumindest zu den Hauptverkehrszeiten in Richtung ETH Hönggerberg. Elektrische Fahrzeuge sind gegenüber dieselbetriebenen leistungsfähiger, da sie länger sind – man denke an die Doppelgelenkbusse, welche optimal ausgenutzt 128 Plätze bieten anstatt nur 98, wie die besten dieselbetriebenen Gelenkbusse. Und sie kommen zum Beispiel an der steilen Gsteigstrasse auch vollbesetzt nicht an ihre Leistungsgrenze. Es wird mit 44 Millionen Franken Investitionskosten für beide Linien gerechnet. Zu prüfen, so heisst es im Konzept, seien auch Eilbusse der Linie 46, welche ab Meierhofplatz mit einem einzigen Halt in Wipkingen bis zum HB fahren würden.

    Am Wasser, diesseits und jenseits der Limmat

    Zur bereits auf politischer Ebene angeregten neuen Busverbindung Rütihof via Frankental über die Strasse Am Wasser zum Hauptbahnhof heisst es im Synthesebericht zur Strategie, dass sich damit keine schnelleren Verbindungen Richtung HB/City erzielen liessen, insbesondere nicht «mit der geplanten Tempo- 30-Zone Am Wasser». Die VBZ setzen weiterhin darauf, das Höngger Gebiet in Limmatnähe über die Tramlinie 17 – die ehemalige Linie 4 − auf der anderen Flussseite zu erschliessen. Diese soll Ende 2013 zu Hauptverkehrszeiten bis Albisgüetli verlängert werden. 2018 muss man sich gemäss Planung wieder umgewöhnen: Dann, wenn die Linie 8 über die neue Tramverbindung Hardbrücke vom Hardplatz via Escher-Wyss-Platz ins Werdhölzli verlängert werden kann. Die Linie 17 wird nach Inbetriebnahme dieser Tramverbindung nicht aufgehoben, fährt aber nur noch zu den Hauptverkehrszeiten zwischen Hardturm und Albisgüetli.

    Prognosen treffen nicht immer zu

    Die VBZ rechnen für die kurz- und mittelfristigen Massnahmen bis ins Jahr 2025 mit Investitionen von etwa 430 Millionen Franken. Mit dem erweiterten Angebot steigen auch die Betriebskosten, die sich aber mit den Einnahmen von jährlich etwa 60 Millionen zusätzlichen Fahrgästen decken lassen. Der Stadtrat zeigt sich überzeugt, dass die Netzentwicklungsstrategie 2030 den künftigen Bedürfnissen nach Mobilität in der Stadt Zürich gerecht wird. Er wird sie dem Zürcher Regierungsrat zur Kenntnis bringen und die Aufnahme der Ausbauprojekte in die Finanzplanung beantragen

    Sinnieren über Prognosen und Realitäten

    Auf die leicht provokant gestellte Frage eines Journalisten, warum gewisse im vor sieben Jahren vorgestellten Liniennetzkonzept 2025 enthaltenen Elemente nun aus der Netzentwicklungsstrategie 2030 verschwunden seien, resümierte Andres Türler, dass dies in der Natur der Zeit liege: Je mehr von der prognostizierten Zukunft zu Gegenwart und Vergangenheit geworden sei, desto mehr würden aus Prognosen Realitäten, was eben nicht immer übereinstimme. Dies, so ist heute anzunehmen, wird auch für die nun vorgestellte Strategie «züri-linie 2030» zutreffen. Doch ohne jede Strategie würde Zürich bald stillstehen. Und bei Planungshorizonten, welche schnell mal in die Jahrzehnte gehen, muss man irgendwann auf irgendeiner Grundlage ja mal starten.

  • Kommentar: Zukunft mit Inhalt

    Kommentar: Zukunft mit Inhalt

    Hönggs Grösse hin oder her, aber diesbezüglich lebt man hier eben doch in einem der erwähnten Walliser Seitentäler: Auswärtige Propheten hatten es noch nie leicht. Zumal ein solcher nicht gratis zu haben sein wird. Das Strategiepapier, das nun erarbeitet wird, muss sich deshalb auch mit der Frage beschäftigen, ob anhand einer Liste der gefragten Fähigkeiten gezielt Personen aus Höngg zur Mitarbeit angegangen werden sollen − oder ob über einen offenen Aufruf Kräfte gesammelt werden, denn oftmals hat sich erst so das in Höngg versammelte Potential offenbart. Wie damals vor über zehn Jahren, als es um die Rettung dieser Zeitung ging: Der Aufruf zur Mitarbeit mobilisierte personelle und finanzielle Ressourcen, auf die Höngg stolz sein durfte und ohne die das Erscheinen des «Hönggers» damals eingestellt worden wäre. Welches Gremium gilt es also zu finden, das möglichst alle Beteiligten – und das ist ganz Höngg – und deren Bedürfnisse repräsentiert und entsprechend ernst genommen wird? Denn mit Einzelmassnahmen aus dem Detailhandel wie zum Beispiel einheitlichen Ladenöffnungszeiten oder neuen Kundendienstleistungen alleine wird es nicht getan sein. Es wird darum gehen, mit griffigen Argumenten an den richtigen Stellen Druck aufzubauen und das kann nur, wessen Ideen und Visionen ernst genommen werden und entsprechend legitimiert sind. Doch bei aller Aufbruchsstimmung, eines muss man sich heute bereits bewusst sein: Das gesuchte «Wir- Gefühl» wird auch Einzel- oder Partikularinteressen zuwiderlaufen. Um gemeinsam vorwärtszukommen, werden auch Abstriche unvermeidbar sein. Doch solange diese so ausgehandelt werden, dass sie verkraftbar sind, wird man sie auch vertreten und hoffentlich durchsetzen können. Ob sich dazu letztlich auf operativer Ebene aus Vertretungen des HGH und des Quartiervereins Höngg eine neue Organisation bilden wird oder ob sich eine ganz neue Gruppierung gründet, wird sich zeigen müssen. Der «Höngger» jedenfalls engagiert sich für dieses «Wir-Gefühl» − und hofft, Höngg so vielleicht etwas von dem zurückzugeben, das ihm Höngg damals schenkte: eine für alle attraktive Zukunft mit interessantem Inhalt.

    Fredy Haffner
    Verlagsleiter Quartierzeitung «Höngger»

  • Die Arbeit hat erst begonnen – und wird dauern

    Die Arbeit hat erst begonnen – und wird dauern

    Freitag traf sich die Arbeitsgruppe des HGH zusammen mit Jost Kayser und Martin Hotz von der Beratungsfirma Fuhrer & Hotz zu einem Arbeitsnachmittag im Konferenzraum des Restaurants «Die Waid» mit dem Ziel, das weitere Vorgehen zu konkretisieren. In den letzten Wochen hatte Martin Hotz persönlich Interviews mit einigen Besitzern und Verwaltern von Geschäftsliegenschaften in Höngg geführt. Deren anonymisiert präsentierten Aussagen zeigen, dass man auch auf dieser Seite − zumindest in gewissen Punkten − mit den Ergebnissen der Umfrage einig ist. Aber es herrscht nebst Zuversicht auch Pragmatismus, ja gar Resignation. So zum Beispiel in der Aussage, dass die gewünschte Diversifizierung vermutlich Wunschdenken sei und bleibe. Es brauche nicht zwingend alles und – besonders nachdenklich stimmend − «Quartiere wie Höngg haben keinen Anspruch (mehr) auf eine Vollversorgung der Bevölkerung; im Fokus muss die Nahversorgung stehen.» Wohlverstanden: die Rede ist von einem Quartier mit rund 23 000 Einwohnern und nicht von einem Seitental im Wallis.

    Den Markt bestimmen die Mieter

    Gefragt, nach welchen Kriterien denn Neuvermietungen stattfänden, zeigen sich nur leichte Unterschiede zwischen jenen, welche selbst auch in Höngg heimisch sind, und jenen, die hier lediglich Liegenschaften betreuen, zum Beispiel für Immobilienfonds: Im Rahmen des Möglichen bemühen sich alle gleichermassen um eine bessere Verständigung zwischen Bewohnern und Unternehmen, versuchen also, einen ansprechenden Branchenmix zu bieten, ohne dabei das veränderte Kaufverhalten der Bevölkerung und die eigenen oder verwalteten finanziellen Interessen ausser Acht zu lassen. Wobei ihnen die Realität leider zunehmend im Weg steht. So käme etwa eine Fläche aufgrund der zu kleinen Grösse für viele Firmen von vornherein nicht infrage. Wartelisten gebe es keine und so werde der Markt durch die Mieter bestimmt, welche im Endeffekt selbst einschätzen müssten, ob sie den Mietzins tragen können. Bei bestehenden Mietverhältnissen, so eine der Aussagen, sei man aber bei Zahlungsschwierigkeiten auch schon zu Kompromissen bereit gewesen. Warum jedoch gewisse Eigentümer oder deren Verwaltungen über Monate oder gar Jahre hinweg Leerstände zulassen und entsprechende Einbussen in Kauf nehmen, blieb offen – die Antworten wären bestimmt aufschlussreich gewesen.

    Wer ist «in der Pflicht»?

    Nicht mit Kritik sparten die befragten Liegenschaftsbesitzer in den Antworten auf die Frage, wer denn «in der Pflicht» stünde, etwas zu unternehmen. Selbstkritisch ist noch die Aussage, das Profitdenken stünde im Vordergrund und man sei selbst zu wenig vernetzt, um etwas zu bewegen. Doch auch die Stadt betreibe mit vielen Vorschriften, Auflagen und Zonenplänen eine Verhinderungspolitik – es bräuchte mehr Einfluss auf die Quartierentwicklung, ja gar ein eigentliches Quartiermarketing. Mit Blick auf ansässige Firmen wurde aber auch festgehalten, dass bei Familienunternehmen gewisse Probleme hausgemacht seien und der inhabergeführte Handel es besser schaffen müsste, die gebotene Qualität aufzuzeigen und für die Kunden auch spürbar zu machen. Auch der HGH kommt nicht ungeschoren davon: «Den HGH habe ich bisher nur über den Kleber wahrgenommen, den man beim einen oder anderen Betrieb vorfindet», so eine der Äusserungen.

    Wo liegt die Lösung?

    «Ich sehe schlicht keinen Hebel für Veränderungen und Verbesserungen der Situation», wurde geantwortet, als neue Ideen gefragt waren. Aber auch, dass eine Verbundenheit, eine Einheit der Firmen geschaffen werden müsste, denn es könne und dürfe nicht sein, dass jeder als Einzelkämpfer unterwegs sei. Dies ist eigentlich die Kernaufgabe des Vereins Handel und Gewerbe Höngg (HGH), der sich in seinen Statuten selbst die Aufgabe gab, Handel- und Gewerbetreibenden in Höngg zusammenzuschliessen (§3a) und gute Beziehungen unter den Mitgliedern zur Erreichung eines loyalen gegenseitigen Verhaltens zu pflegen (§3d). Wie man dem auch gegen aussen − also mit Kundennutzen − vermehrt gerecht werden könnte, fragte man sich offen und kritisch auch am grossen Tisch des Konferenzraumes, an dem vornehmlich HGH-Mitglieder sassen, bevor danach in zwei Unterarbeitsgruppen erste Ideen und das weitere Vorgehen konkretisiert wurden. Die Ergebnisse dieser unter Kastanienbäumen im Gartenrestaurant entstandenen Ideen werden Daniel Fontolliet, Tiziana Werlen und der Schreibende an einem Treffen in den Sommerferien verdichten und zuhanden der ganzen HGH-Arbeitsgruppe ein Strategiepapier entwerfen, das diesen Herbst zusammen mit dem empfehlenden Abschlussbericht der Beratungsfirma Fuhrer & Hotz dem HGH-Vorstand überreicht wird, unter dessen Patronat die ganze Umfrage ja durchgeführt wurde. Das Dokument wird aufzeigen müssen, mit welchen Massnahmen kurz- bis langfristig für Höngg eine Art Quartiermarketing betrieben und finanziert werden kann, das seinen Namen auch verdient. Und das alle Involvierten zusammenführt, von den einzelnen Detaillisten inklusive Grossverteilern über die Liegenschaftsbesitzer bis hin zu Akteuren aus Politik, Verwaltung, Vereinen und natürlich Bevölkerung – über alle Interessensgrenzen hinweg. Es muss und wird um ein «Wir-Gefühl» gehen müssen, zum Wohle der Bevölkerung und aller ansässigen und zukünftigen Firmen. Die Umfrage des HGH hat die Basis gelegt – nun gilt es, darauf aufzubauen. Mit einem noch unbekannten, knackigen Slogan allein wird es nicht getan sein. Die Arbeit hat gerade erst begonnen und wird dauern.

  • Was aus Kundensicht wünschenswert wäre

    Was aus Kundensicht wünschenswert wäre

    «Hönggerinnen und Höngger wären nicht, wie sie eben sind, wenn sie nicht auch Ideen hätten oder Initiativen für attraktivere Einkaufsmöglichkeiten und -angebote in Höngg unterstützen würden», schloss der letzte Artikel dieser Serie zur HGH-Umfrage. Doch wer die Bevölkerung Hönggs kennt, weiss um deren Heterogenität, mit der sich auch der Detailhandel täglich auseinanderzusetzen hat und darf. Wenn es nun um Verbesserungsvorschläge geht, könnte man versucht sein, das alte Sprichwort von wegen «allen Menschen Recht getan, ist ein Ding, das niemand kann» zu zitieren. Doch damit würde man es sich zu leicht machen, denn die Umfrage brachte doch auch die eine oder andere homogene Aussage zutage.

    Wochenmarkt: Gewünscht, doch schlecht genutzt

    Die 15. Frage wollte konkret wissen, was als sinnvoll erachtet würde, um das Einkaufen in Höngg attraktiver zu machen: «Welche der folgenden Service- und/oder Dienstleistungen sollte der Höngger Handel Ihrer Ansicht nach gemeinsam anbieten beziehungsweise ausbauen, um das Einkaufen im Quartier attraktiver zu machen?» 16 Möglichkeiten waren vorgegeben, weitere konnten frei hinzugefügt werden. Das Ergebnis der Umfrage dürfte jene, welche sich im «Dorf» schon früher über die Thematik unterhielten, nur teilweise überraschen. So zum Beispiel, dass ein Wochenmarkt von 44 % der Antwortenden gewünscht wird. Das deckt sich mit der eigens zum Wochenmarkt, der jeden Donnerstag beim Einkaufszentrum Hönggermarkt stattfindet, gestellten Frage: 82 % gaben an, er sei ihnen bekannt, 15 % kauften dort in den letzten drei Monaten ein und für 3% war er sogar der Haupteinkaufsort. Eine Diskrepanz zeigt sich allerdings zwischen jenen, welche einen Markt wünschen und jenen, die ihn dann auch besuchen, denn eine Rückfrage bei den Marktbetreibern bestätigt, dass man dort mit Umsatzproblemen kämpft. Doch nur wenn jene, die sich einen Markt wünschen, auch beim bestehenden einkaufen, kann das initiative Projekt von Dauer sein. Die Diskrepanz erklären könnten vielleicht die zwölf zum Markt gemachten Einzelaussagen: Da wurde angeregt, der Markt könnte grösser sein, sollte am Samstag stattfinden und auch nicht bereits um 12 Uhr schliessen – dann könnten auch Berufstätige das Angebot besser nutzen, so die Meinung.

    Einheitliche Ladenöffnungszeiten?

    Mit 37 % am zweithäufigsten gefordert wurden einheitliche Ladenöffnungszeiten. Der «Höngger» hat diese für 51 Geschäfte erfasst und ausgewertet. Tatsächlich bietet sich hier ein uneinheitliches Bild. So haben zum Beispiel am Montag etwas über 21 % aller Geschäfte geschlossen, knappe 8 % öffnen erst am Nachmittag. Noch schwieriger, sich zu orientieren, ist es bei den Öffnungszeiten, dort insbesondere bei jenen über Mittag: Von Dienstag bis Freitag haben 55 % der Geschäfte durchgehend offen, alle anderen schliessen – zu unterschiedlichen Zeiten und für unterschiedliche Dauer. Auch die Öffnungszeiten am Morgen sind uneinheitlich: So öffnen von Dienstag bis Freitag knapp 14 % um 7.30 Uhr oder früher, 27 % um 8 Uhr, 18 % um 8.30 Uhr, 29 % um 9 Uhr und fast 10 % erst um 10 Uhr oder später. Für die Ladenschlusszeiten am Abend zeigt sich ein ähnliches Bild: 23 % schliessen um 18 Uhr oder sogar früher, zum Teil bereits um 16.30 Uhr. 53 % schliessen um 18.30 Uhr, 22 % um 19 Uhr und 2 % um 20 Uhr. Etwas überspitzt formuliert: Kunden, die sicher sein wollen, dass alle Geschäfte, welche sie für einen einzigen Einkaufsrundgang besuchen wollen, auch offen haben, gehen am besten von Dienstag bis Freitag zwischen 10 und 12 oder 14 und 16.30 Uhr einkaufen. Wer nun denkt, am Samstag sei dies einfacher, irrt: nur 71 % der Geschäfte sind den ganzen Tag geöffnet und nur 76 % davon durchgehend. 16 % öffnen samstags gar nicht. Dies zeigt, wie berechtigt der Wunsch der Kundschaft nach einer einheitlicheren Lösung ist. Ob und wie sich eine solche realisieren lässt, wird Teil der Diskussionen innerhalb des HGH und unter den Geschäftsbesitzern sein müssen. Zusammengefasst ebenfalls als sinnvoll erachtet werden Kunden- «Bindungsaktionen» wie Kunden- oder Rabattkarten (18 %), Geschenkkarten (17 %) oder Treuebons (16 %). Und obwohl verschiedene Geschäfte bereits einen eigenen Hauslieferdienst anbieten, wird von 24 % der Antwortenden ein gemeinsamer Hauslieferdienst gewünscht: «Offenbar ist bei einem beachtlichen Teil der Höngger Bevölkerung ein Bedürfnis nach noch mehr Kundenorientierung und -service seitens der lokal ansässigen Detaillisten vorhanden», kommentiert Jost Kayser vom Marktforschungsinstitut Fuhrer & Hotz diesen Wert. Bei beiden Themen sollte die Frage nach einem gemeinsamen Auftritt aller Geschäfte also zumindest diskutiert werden.

    Viele individuelle Verbesserungsvorschläge

    Die Vorschläge, welche über die Umfragebögen handschriftlich und individuell gemacht wurden, sind anzahlmässig nicht berauschend: Mit 114 Hinweisen auf Verbesserungsvorschläge haben knapp 11 % aller sich die Mühe gemacht, sich persönlich zu äussern – was verglichen mit ähnlichen Umfragen jedoch ein sehr guter Wert ist. Unter diesen 114 Bemerkungen beziehen sich 12 auf das Gastronomieangebot, das bereichert – je nach Ausrichtung trendiger, gemütlicher oder kinderfreundlicher – werden sollte. 15 Hinweise beziehen sich auf das Thema Verkehr. Da werden einerseits natürlich weniger Verkehr und bessere, sicherere Bedingungen für die Fussgänger gefordert, andererseits aber auch mehr oder Gratis- Parkplätze. Wie die anderen Aussagen zu werten sind und wie es nun allgemein weitergeht, damit wird sich die Arbeitsgruppe des HGH zusammen mit den Fachleuten des Marktforschungsinstitutes Fuhrer & Hotz am 21. Juni auseinandersetzen. Die Ergebnisse fliessen dann zusammen mit den derzeit noch laufenden Befragungen von Liegenschaftsbesitzern in dem empfehlenden Abschlussbericht des Marktforschungsinstitutes Fuhrer & Hotz zuhanden des HGH ein.

  • Davon hat’s in Höngg genug – und davon nicht

    Davon hat’s in Höngg genug – und davon nicht

    Das Fazit des letzten Artikels dieser Serie lautete: «Auch wenn die Auswahl an Geschäften nur gerade gut durchschnittlich ist und man sich vor Ort knapp genügend verpflegen kann, so ist doch immerhin alles gut erreichbar, zu annehmbaren Zeiten offen, das Angebot ist gut präsentiert und man trifft auf sehr freundliches und kompetentes Verkaufspersonal. Was also will man mehr, liesse sich fragen?» Die zwölfte Frage der HGH-Umfrage wollte genau dies wissen: Aufgelistet waren verschiedene Detailhandelsbranchen, zu denen in einer Skala von 1 (zu klein) über 2 (gut/ ausgewogen) bis 3 (zu gross) eine Einschätzung in Bezug auf den heutigen Angebotsmix in Höngg verlangt wurde. Die Auswertung (Abbildung 1) zeigt ein Bild, das zum Teil überraschend ausfällt. So mag es wenig erstaunen, dass in Höngg zuoberst auf der Liste der zu kleinen Auswahl die Papeterie steht – knapp gefolgt von «Haushaltgeräten», «Spielwaren/Games/ Bücher/Musik» und «Sport», mit etwas Abstand werden noch «Schuhe» und «Multimedia/Computer » vermisst. Doch bereits das Mittelfeld der vermissten Angebote wirft Fragen auf: 54 % aller finden das Angebot an Gastronomiebetrieben in Höngg «zu klein» − was es objektiv betrachtet jedoch nicht ist. Vermutet werden darf, dass es zu wenig breit und − wie immer wieder von alteingesessenen Hönggern zu hören ist − sich keines der Restaurants als typische Quartierbeiz und Treffpunkt zu etablieren vermochte. Weitere 52 % vermissen eine Metzgerei – obwohl mit der Wartau-Metzg ein erstklassiger Metzger in Höngg verblieben ist. Ob seit der Schliessung der «Dorfmetzg» am Meierhofplatz wohl ein Angebot im Zentrum vermisst wird? Einfacher zu interpretieren ist wohl, dass 51 % eine grössere Auswahl an Möbeln vermissen, denn tatsächlich finden in Höngg, bei «Wohnderbar » an der Limmattalstrasse, nur Freunde von Designermöbeln eine gute Auswahl. Die Realität dürfte allerdings auch sein, dass andere Sortimente auf Ladenflächen angewiesen sind, die es in Höngg ganz einfach nicht gibt und wohl auch nie geben wird. Ein ähnliches Bild zeigt sich bezüglich «Bekleidung und Mode»: 47 % finden das Angebot zu klein, obwohl man in Höngg das Gefühl haben könnte, man laufe an nichts anderem als Modeboutiquen vorbei. Eben: Das Boutiquensegment ist abgedeckt, doch alles andere fehlt schlicht und dass man im Einzelfall den Boutiquen vielleicht zu Unrecht das Etikett «Teuer» anhängt, wird bei der Bewertung ausgeblendet. Gleiches gilt für die Unterhaltungselektronik, wo zur Zeit der Umfrage noch B&O Höngg sowie TVReding tätig waren, die ganz aktuell nun zur Bosshard Homelink AG zusammenfanden. Dass hingegen nur noch 33 % eine Molkerei vermissen, zeigt wohl, dass deren Produkte längst einfach und selbstverständlich auf der Einkaufsliste für den Besuch beim Grosshändler stehen. Alle anderen Angebote wurden entweder als «gut» beziehungsweise «genügend» bewertet − oder gar als «zu gross».

    Davon hat’s zu viel, finden die an der Umfrage Teilnehmenden

    Niemand (0 %) fand das Angebot an Apotheken und Drogerien in Höngg «zu klein». Doch ganze 62 % fanden es zu gross. Objektiv betrachtet, erstaunt dies wenig, sind doch im engsten Umkreis um den Meierhofplatz gleich vier Apotheken und zwei Drogerien zu finden. Allerdings wäre wohl keine der Firmen hier, wenn die Nachfrage und damit auch die Geschäfte nicht stimmen würden. Bereits mit grossem Abstand (38 %) folgte die Branche «Bäckerei/ Conditorei/Confiserie», was bei derzeit fünf Betrieben – Rütihof inklusive – auch wenig erstaunt. Weiter werden nur die Angebote in den Bereichen «Parfumerie» (17 %), «Coiffeur-, Beauty- bzw. Nagelstudios », «Lebensmittel» und «Reformprodukte » (je 14 %) noch knapp nennenswert als «zu gross» bewertet, alle anderen wurden irgendwo zwischen zehn und null Prozent erwähnt. Fazit: Firmen der in diesem Abschnitt genannten Branchen, die mit einem Zuzug nach Höngg liebäugeln, sollten diesen Zahlen Beachtung schenken, nun da sie bekannt sind. Und Liegenschaftsbesitzer und -verwalter sollten bei Neuvermietungen Interessenten im eigenen Interesse sowie in jenem Hönggs darauf aufmerksam machen – auch wenn das Risiko letztendlich bei den Firmen liegt.

    Zu empfehlen – und dennoch zu verbessern

    Ergänzend zu der Frage, was es zu viel und was es zu wenig hat – und den vorherigen Ergebnissen nicht widersprechend – zeigt Abbildung 2, welche Angebote als «gut/ausgewogen » bewertet wurden. Hier, so die Annahme, finden sich all jene Antwortenden, welche sich bewusst sind, dass sie in Höngg eigentlich alle Produkte des täglichen Bedarfs finden – wenn auch vielleicht nicht in der gewünschten Angebotsbreite. Dies bestätigt auch die Auswertung der Frage 13, die wissen wollte, wie zufrieden man mit dem Angebot an Detail- und Fachhändlern in Höngg alles in allem betrachtet sei? 32 % aller Antwortenden gaben einen Wert von 1 (überhaupt nicht zufrieden) und 5 an, 12 % vergaben eine 6 und 15 % eine 7. Mehr als ein Drittel (37 %) jedoch vergaben ihre Bewertung in den Bereichen 8 bis und mit 10 (sehr zufrieden). Der Rest machte keine Angaben. Der errechnete Durchschnittswert lag somit bei einer «Note» von 6.42, was wohl als gut betrachtet werden darf. Jedenfalls würde eine Mehrheit ihren Freunden oder Bekannten einen Einkauf in Höngg weiterempfehlen: Der Durchschnittswert auf der Zehnerskala von «auf keinen Fall» bis «auf jeden Fall» ergab bei der entsprechenden Frage gar eine 6.5. Doch Hönggerinnen und Höngger wären nicht wie sie eben sind, wenn sie nicht auch Ideen hätten oder Initiativen für attraktivere Einkaufsmöglichkeiten und -angebote in Höngg unterstützen würden. Welche sie als sinnvoll bewerteten, darüber mehr im «Höngger» vom 13. Juni.

  • Wie schätzt die Kundschaft das Angebot in Höngg ein?

    Wie schätzt die Kundschaft das Angebot in Höngg ein?

    Der Umfragebogen des HGH war umfangreich und wurde dennoch von 1034 Personen ausgefüllt und retourniert. Entsprechend aussagekräftig sind die nun verfügbaren Auswertungen. Die erste aller Fragen hatte sich nach der Bekanntheit der Geschäfte erkundigt. Im ersten Teil der Frage waren nur die Namen der Grossverteiler vorgegeben, im zweiten Teil mussten Namen von Detaillisten, die man zumindest dem Namen nach kennt, selbst eingetragen werden. Wer die Frage beantwortete, begab sich also vor seinem inneren Auge auf eine Einkaufstour durch Höngg. Die Ergebnisse der Abbildung 2 (rechts) werfen nun mögliche Fragen auf, warum der eine Detaillist besser abschnitt als der andere. Ist die Lage – zum Beispiel zentrumsnah – ausschlaggebend für die Bekanntheit? Doch das Obsthaus Wegmann, im Frankental an der Stadtgrenze gelegen, kommt trotzdem auf 10 % Nennungen: Die Lage allein kann es also nicht sein. Spielen Faktoren wie die allgemeine Präsenz oder die sonstigen Aktivitäten – am Beispiel Wegmanns: Sie sind am Hönggermarkt präsent, inserierten regelmässig im «Höngger» und organisieren seit Jahren das beliebte Chriesifäscht – eine wichtige Rolle bei der Bekanntheit? Oder ist es die Anzahl an Filialen in Höngg, Beispiel Bäckerei Steiner? Oder wie lange man schon ortsansässig ist? Wobei: Alnatura war zur Zeit der Umfrage erst ein halbes Jahr in Höngg und schaffte es bereits auf 26 % Nennungen. Und warum sind andere Geschäfte weit weniger bekannt? Blosser Zufall, weil beim Ausfüllen niemand an sie dachte? Oder kann deren spezialisiertes Angebot – zum Beispiel Kinderartikel oder Textilpflege − auch nur eine beschränkte Anzahl Kunden ansprechen und wird deshalb nicht häufiger genannt? Solche und noch mehr Fragen lassen sich nun stellen. Die individuelle Interpretation der Ergebnisse wird nicht einfach sein und die Konsequenzen, welche die einzelnen Detaillisten daraus ziehen werden, erst recht nicht.

    Sympathisch, aber austauschbar

    In Frage 7 wurde das Angebot der Detaillisten als Ganzes beurteilt. Auf einer Skala von 1 bis 10 konnte dieses bewertet werden, wobei 1 für sehr negativ und 10 für sehr positiv steht. Die Auswertung (Abbildung 2, unten) zeigt nun folgendes Bild: Das Angebot wurde in den Kriterien «sympathisch », «sauber», «sicher» und «bequem » überall mit einem Wert über 7 eingestuft, was gut bis sehr gut ist. Was aber zu denken geben sollte, ist, dass das Angebot gleichzeitig mit Werten von 5 oder darunter als eher «gewöhnlich», «austauschbar» und «langweilig» bewertet wird, anstatt – was ein positives Merkmal wäre und sein müsste, um als Einkaufsort attraktiv und im Gespräch zu sein – als «exklusiv», «einmalig» und «erlebnisreich ». Auch die Bewertungen zwischen «altmodisch» und «modern» (5,85), «teuer» und «preiswert» (5,27) sowie «ausgestorben» und «lebendig» (5,94) sind zwar über dem Mittel, lassen aber eindeutig zu wünschen übrig.

    Zufriedenheit mit Einkaufsangebot in Höngg

    Dies spiegelt sich auch in den Ergebnissen der Anschlussfrage: «Wie zufrieden sind Sie mit dem Angebot an Detail-/Fachhändlern in Höngg als Ganzes hinsichtlich der folgen auf den Kriterien?» wurde gefragt. Die Zehnerskala ermöglichte eine Abstufung zwischen « indiskutabel/sehr schlecht» und «sehr gut/hervorragend » Die Bestnote (8,05) erhielt das Verkaufspersonal, das als freundlich und hilfsbereit wahrgenommen wird und dem gleichzeitig mit 7,77 ein hohes Fachwissen und Kompetenz attestiert wird. Mit 7,83 ebenfalls als gut bis sehr gut bewertet werden die Ladenöffnungszeiten − auch wenn sie sehr uneinheitlich sind, wie eine vom «Höngger» intern gemachte Auswertung ergab. Denselben Wert (7,83) erhielt das Kriterium «Erreichbarkeit mit Auto, öffentlichen Verkehrsmitteln, zu Fuss, Parkplätze und Verkehrssituation ». Wenn also künftig an der Verkehrs- oder Parkplatzsituation in Höngg etwas verändert werden soll, dann sollte der heutige Standard für alle Verkehrsteilnehmer, ob motorisiert oder zu Fuss, zumindest bewahrt werden. Die Gestaltung der Läden, was Einrichtung, Dekoration und Warenpräsentation anbelangt, wurde über das ganze Angebot betrachtet mit der Note 7,15 bedacht. Ebenfalls gut, auch wenn es immer wieder anders zu hören war in der Vergangenheit, schneidet mit 7,04 die Kinderfreundlichkeit ab. Deutlich weniger gut aber − und damit kongruent zu den Antworten auf die Frage nach dem «Angebot als Ganzes» − wird mit 5,6 die Auswahl an Geschäften bewertet. Am schlechtesten von allem aber: Die Verpflegungsmöglichkeiten erhalten mit 5,43 eine Bewertung knapp über dem Mittelmass. Fazit: Auch wenn die Auswahl an Geschäften nur gerade gut durchschnittlich ist und man sich vor Ort knapp genügend verpflegen kann, so ist doch immerhin alles gut erreichbar, zu annehmbaren Zeiten offen, das Angebot ist gut präsentiert und man trifft auf sehr freundliches und kompetentes Verkaufspersonal. Was also will man mehr, liesse sich fragen?

    Was fehlt und was ist unverzichtbar?

    75 % der Antwortenden sagten, dass es in Höngg einen oder mehr Detaillisten gebe, welche für sie unverzichtbar seien – gleichzeitig gaben aber auch 18 % an, dass es dies nicht gebe – oder anders betrachtet: Diese 18 % könnten zumindest im Notfall – von dem wohl niemand hofft, dass er je eintreten wird − auf alle Angebote in Höngg verzichten. So betrachtet eine erschreckend hohe Zahl, wenn man bedenkt, was Detaillisten − mal ganz abgesehen vom Verkauf ihrer Produkte − sonst noch alles zu einem lebendigen Höngg beitragen. Warum dem so ist, lässt sich vielleicht anhand der Anschlussfrage beantworten: Gefragt, ob es denn bestimmte Geschäfte respektive Angebote gebe, die man in Höngg erwartet, aber nicht findet, bejahten exakt 75 % und nur 19 % verneinten. Drei Viertel aller Antwortenden vermissen also gewisse Angebote vor Ort. Ob wohl jene 18 %, die auf alles verzichten könnten, jenen Anteil an den drei Vierteln ausmachen, die ob den fehlenden Angeboten dermassen frustriert sind, dass sie bereits gar nicht mehr erwarten und gleich ausserhalb von Höngg einkaufen? Welche Angebote konkret vermisst werden und von welchen es sicher nicht noch mehr braucht, dazu mehr in der Ausgabe vom 6. Juni.