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  • Nutzungskonzept Werdinsel vor dem Abschluss

    Nutzungskonzept Werdinsel vor dem Abschluss

    Es brauchte eine gewisse Überwindung, an diesem heissen Tag an der Werdinsel vorbei zum Klärwerk Werdhölzli zu gehen, um sich dort über eben diese Werdinsel, diese kühlende Schönheit an solchen Sommertagen, zu informieren. Doch es lohnte sich, waren doch nebst Stadtrat Leutenegger von allen involvierten Dienstabteilung Verantwortliche anwesend, die zu den acht Handlungsfeldern, welche für das neue Nutzungskonzept definiert worden waren, kompetent Red und Antwort standen und Anliegen aufnehmen konnten.

    Ein aufwändiger Prozess

    Seit Anfang dieses Jahres hatten sich rund hundert Interessenvertreterinnen und -vertreter zu Workshops getroffen – die einen Gruppen häufiger als die anderen – und suchten nach Lösungen (siehe «Höngger» vom 13. April 2017). Von verschiedenen Teilnehmern dieser Runden war zu hören, dass die Verhandlungen immer fair und lösungsorientiert geführt worden seien. Nun konnte Leutenegger, der viele dieser Veranstaltungen persönlich geleitet hatte, die Ergebnisse präsentieren und einleitend festhalten, dass man «einen Konsens über den Dissens» habe. Das klingt, so liess sich später feststellen, negativer als es tatsächlich ist. So wurden zuerst die Ergebnisse der bisherigen Treffen vorgestellt. Zu jedem der Themenfelder, «Sicherheit», «Sauberkeit», «Verkehr», «Veranstaltungen», «Infrastruktur», «Badi Au Höngg», «Mensch und Tier» und «Inselspitz» waren Informationstafeln aufgestellt. Dort war ersichtlich, was jeweils die Ausgangslage und die Ziele waren und welche Massnahmen nun geplant ist.

    Erfolgreiches Ringen um gemeinsame Lösungen

    Die Badi Au Höngg ist bekanntlich an heissen Tagen komplett überlastet. Darunter leidet auch die Sicherheit der Badenden im Ausstiegsbereich der Schwimmstrecke im Kanal, dort kommt es immer wieder zu gefährlichen Situationen, weil alle bei der einen Treppe aus dem Wasser müssen. Nun sollen die Schwimmstrecke bis zur Brücke verlängert und zusätzliche Ausstiege geschaffen werden. Dazu müssen bis zu 50 kleinere und grössere Bäume gefällt werden. Ersatzpflanzungen auf der Werdinsel sind vorgesehen, auch um den Schattenbedarf zu decken. Auf dem Inselspitz waren natürlich der Nacktbadebereich, der unbestritten ist, und die sexuellen Handlungen im öffentlichen Raum ein Thema. Um letzterem entgegen zu wirken wird das kleine Wäldchen gleich neben dem Kraftwerk ausgelichtet und weiterhin mit Plakataktionen und Polizeikontrollen auf die Nichttoleranz hingewiesen. Der Bereich «Mensch und Tier» stand ganz im Spannungsfeld zwischen Hundehaltern, Erholungssuchenden und Wildtierschutz. In dieser Gruppe wurde und wird am härtesten gerungen, speziell seitens der Hundehalter, die sich vehement für den Freiraum ihrer Vierbeiner einsetzen. Klar ist, dass in der Badi weiterhin ein Hundeverbot herrscht. Auf dem Rest der Werdinsel soll nun von April bis September eine saisonale Leinenpflicht herrschen. Auch da wurde man sich einigermassen einig. Doch auf dem Fischerweg, dem Weg auf der Altstetter Limmatseite, schieden sich die Hundegeister. Soll entlang des Auenwaldes auf der ganzen Strecke oder nur eine teilweise Leinenpflicht herrschen? Und generell oder nur saisonal? Die Diskussionen dazu sind noch nicht abgeschlossen. In der Fokusgruppe «Infrastruktur» war klar, dass man das Angebot nicht für zusätzliche Nutzergruppen erweitern will. Doch die Liegewiesen sind knapp bemessen. So stand zur Diskussion, die Wiese entlang der Limmat zu verlängern und die vordere Reihe der Schrebergärten, die an das Fabrikareal anschliessen, ganz aufzuheben. Natürlich hatten die betroffenen Familiengärtner keine Freude. Doch sie waren es, die einen anderen Vorschlag unterbreiteten und nun ihre Gärten, von denen insbesondere zwei eine Grösse haben, die heute nicht mehr üblich ist, anders einteilen. So wird zwar nicht der ganze Uferbereich verbreitert, dafür ein recht grosses Areal gleich anschliessend an den Weg neben dem Fabrikareal für die Öffentlichkeit als Liegewiese mit Flussanstoss frei. Es ist dem Familiengartenverein und seinen Mitgliedern hoch anzurechnen, dass sie ihre Eigeninteressen zugunsten der Öffentlichkeit so zurückstellten. Im Bereich Verkehr sorgen der Suchverkehr für Parkplätze für Ungemach, doch dagegen lässt sich kaum etwas machen – ausser dass man die öffentlichen Parkplätze noch besser signalisiert. Anders ist es bei den falsch oder behindernd parkierten Fahrzeugen, die weiterhin verzeigt werden. Um gegen die falsch parkierten Fahrräder vorzugehen, werden saisonal zusätzliche Fahrradständer aufgestellt. Die Stadt wird auch immer wieder angefragt, ob man die Insel nicht für Hochzeitsfeiern, Firmenevents und vieles mehr nutzen dürfe. Doch da bleibt man restriktiv und bewilligt weiterhin nur etablierte Veranstaltungen wie das Werdinsel Open Air und, falls es je wieder stattfindet, das «Werdinselfäscht». In den anderen Handlungsfeldern zeigte sich nur marginaler Handlungsbedarf, der sich mit einfachen Mitteln umsetzen lässt.

    Stossrichtungen bewerten

    Zu all diesen Themen galt es nun, nach den ersten Erläuterungen, sich an den acht Informationstafeln die Details anzuschauen. Und vor allem, die jeweilige, grundsätzliche Stossrichtung der Lösungsvorschläge zu bewerten. «Stimmt sie?», lautete die Frage die mittels Anbringen von Klebepunkten auf einer Achse zwischen «Ja» und «Nein» beantwortet werden konnte. Und ja, da standen sie nun, die Zuständigen der Dienstabteilungen, gaben Auskunft, beantworteten Fragen, hörten zu, nahmen Anliegen auf – und so kam es doch tatsächlich, dass sich in der bislang umstrittenen Frage, wann und wo auf dem Fischerweg entlang der Limmat Leinenpflicht für Hunde herrschen sollte, eine Lösung abzuzeichnen schien. Ob sie sich durchsetzt, wird sich noch weisen. Im zusammenfassenden Schlussteil stellte Leutenegger jedenfalls erfreut fest, dass man nun auch hier auf der Konsensebene angekommen sei.

    Etappenweise Umsetzung

    Diesen Herbst soll die Schlussfassung des Konzepts vorliegen. Dann wird Stadtrat Leutenegger Vorentscheide treffen und die entsprechenden Schritte einleiten. «Danach», so hatte er bereits einleitend und auf alle Entscheide und Verfügungen gemünzt verdeutlicht, «kann wie gegen alles in der Schweiz rekurriert werden». Die Umsetzung erfolgt etappenweise. Einige Ziele, wie beispielsweise zusätzliche Abfallbehälter, können kurzfristig umgesetzt werden, andere wie die Verlängerung der Badestrecke, mittelfristig. Diese wird, abgestimmt auf den Neubau der Fischtreppe beim EWZ-Kraftwerk im Zeitraum 2019 bis 2020 realisiert. «Ich habe mir angewöhnt» erläuterte der Magistrat zu dieser offenen Zeitangabe, «nicht einzelne Jahre zu nennen, sondern immer deren zwei, das lässt etwas mehr Spielraum, den man erfahrungsgemäss braucht». Auch die neue Liegewiese wird wohl erst 2020 oder ein Jahr später realisiert werden können – ganze Gärten werden nicht einfach so mal eben verlegt. Im Anschluss an die Veranstaltung waren alle noch zu einem Mittagessen in der Kantine des Klärwerks eingeladen. Und danach sind wohl die einen oder anderen dann doch noch auf die echte Werdinsel geschlendert und haben einen heissen Sommertag genossen.

     

  • Ein Dorf ohne Dorfplatz

    Ein Dorf ohne Dorfplatz

    Die 2013 vom Verein Handel und Gewerbe Höngg (HGH) durchgeführte Umfrage brachte, nebst vielen anderen Erkenntnissen, auch an den Tag, dass in Höngg ein Dorfplatz vermisst wird. Als eine lose Gruppe engagierter Hönggerinnen und Höngger versuchte, im nicht offiziellen «Netzwerk Höngg» aus den Ergebnissen etwas entstehen zu lassen, tauchte die Idee auf, der Schärrerwiese die Funktion eines Dorfplatzes zuzuweisen und sie entsprechend umzugestalten. Dieser einzige zentral gelegene, grössere und verkehrsfreie öffentliche Ort ist heute in der Bau- und Zonenordnung (BZO) der Zone «C», «Bade- und Sportanlagen», zugeteilt. Obwohl dort weder gebadet noch institutionell Sport betrieben wird, doch die noch gültige BZO kennt keine spezielle Zone für Plätze. Mit der anstehenden BZO-Revision soll dies jedoch geändert werden. Auf provisorischen Plänen ist die Schärrerwiese deshalb bereits der neuen Zone «FP», «Parkanlagen und Plätze» zugeteilt. In dieser Zone sollen, wird die BZO angenommen, auch kleinere, allenfalls nur temporäre Verpflegungsmöglichkeiten zugelassen werden. So viel, oberflächlich betrachtet, zur Ausgangs- und Rechtslage. Vor drei Jahren dabei in der losen Arbeitsgruppe «Netzwerk Höngg» waren auch Andreas Egli (Gemeinderat FDP) und Guido Trevisan (Alt-Gemeinderat GLP). Sie wollten damals konkreter wissen, ob für die Idee «Dorfplatz Schärrerwiese» überhaupt ein Realisierungspotential bestünde. Unter anderem trafen sie sich mit Vertretern der Stadt Zürich und klärten, was zum Beispiel rein technisch möglich wäre. Dies insbesondere im Hinblick darauf, dass ein Grossteil der Schärrerwiese ja auf dem Dach der Parkgarage des Hönggermarktes realisiert wurde. Die Belastungsmöglichkeiten haben dort also ihre Grenzen. Das musste übrigens auch bei der Neugestaltung des Spielplatzes beachtet werden: Die Stützen des alten Klettergerüstes waren direkt mit der Decke der Tiefgarage verbunden, das neue musste an derselben Stelle zu stehen kommen.

    «Annähernd vernichtende» Reaktionen

    Daraufhin holten sie beim Grundbuchamt die Adressen der Immobilienbesitzer ein und luden sie zu einem informativen Gespräch Ende Januar 2016. «Ungefähr zehn Personen erschienen. Auch jemand von der Liegenschaftenverwaltung der Stadt Zürich, welcher nebst der Schärrerwiese selbst viele der umliegenden Grundstücke gehört», erinnert sich Trevisan. Ziel des Abends war es, die direktbetroffenen Anwohner wenigstens ansatzweise für die Idee «Dorfplatz Schärrerwiese» zu gewinnen, denn gegen Widerstand aus der Anwohnerschaft, so war und ist die Meinung, lässt sich gar nichts machen. «Wenn man im Gemeinderat einfach einen Vorstoss macht, dann bringt das nichts, wenn aus dem Quartier danach Protest kommt», ist Trevisan überzeugt. Andreas Egli fügt als Beispiel den 2014 erfolgten Versuch der SP an, mittels Postulat im Erdgeschoss des Hauses «Weingarten» eine kleine Verpflegungsmöglichkeit zu initiieren und den angrenzenden Garten zu nutzen: «Sofort kamen erboste Reaktionen aus der betroffenen städtischen Liegenschaft: Man solle doch bitte auch gleich sagen, wer von den Mietern ausziehen müsste. Das wollten wir vermeiden». Die Resonanz der Anwesenden an besagtem Abend sei «mässig positiv« bis «klar ablehnend» gewesen, so Egli. Trevisan bewertet sie rückblickend sogar als «annähernd vernichtend» und beide halten unmissverständlich fest, dass nicht sie hinter der Idee stecken, das Thema «Dorfplatz Schärrerwiese» in dieser Form nun an die Öffentlichkeit zu tragen. Nur der Vertreter des Hönggermarktes habe damals der Idee etwas Positives abgewinnen können, weil alles, was Frequenz bringe, auch Umsatz generiere. Von den Anwohnenden aber hörte man mehrheitlich, dass bereits genug, mitunter lauter Betrieb herrsche: Abends von Jugendlichen und tagsüber von all den spielenden Kindern, denn der Spielplatz wird gerne auch von allen umliegenden Kindertagesstätten genutzt.

    Gibt es andere örtliche Optionen?

    «Nach diesem klaren Feedback war für uns beide klar, dass wir die Idee nicht weiter verfolgen würden», sagt Trevisan und fügt an, dass für diesen Ort das Thema Dorfplatz beerdigt war. Mit Betonung auf «diesen». Denn eigentlich «brauche» es ja einen Platz und es gäbe noch andere Optionen – wo, darauf wollte er nicht eingehen. Tatsächlich, so äussert sich eine gut informierte Quelle gegenüber dem «Höngger», wäre auch an anderen Orten in Höngg ein «Dorfplatz» denkbar. Und es gebe dazu auch schon Anregungen. So könnten andere, kleinere Plätze als die Schärrerwiese «aufgewertet» werden und Dorfplatzcharakter erhalten. Konkrete Orte benennen wollte besagte Quelle nicht. Doch denkbar wären da in erster Linie der bereits öffentliche kleine Park beim «Weingarten» (gegenüber der Soccar-Tankstelle), der Kirchplatz zwischen «Desperado» und Kirche oder der Parkplatz direkt vor dem Infozentrum des «Hönggers» am Meierhofplatz. Dass der Meierhofplatz selbst je wieder ein Dorfplatz werden wird, davon ging auch diese Informationsperson nicht aus.

    Platz-, Beizen- oder gar kein Problem?

    Der «Höngger» hatte sich zum Informationsaustausch mit den beiden Politikern zum Lunch getroffen. Beim Kaffee wurde weiter diskutiert. Guido Trevisan war damals als Gemeinderat in jener Kommission aktiv, die zum heutigen Sechseläutenplatz führte. Natürlich will er keinen Vergleich ziehen, erinnert aber daran, dass sich niemand hätte vorstellen können, dass dieser offene, leere Platz dereinst so beliebt sein würde wie er es innert Kürze geworden ist. Die Frage aber, ob es legitim wäre, die möglichen Bedürfnisse einer Allgemeinheit höher zu gewichten als den Wunsch der Anwohnerschaft nach Ruhe, wagt niemand zu beantworten. Das gilt für jeden «Dorfplatz», wo immer er auch wäre: Nutzungskonflikte sind vorprogrammiert. Wo Platz und Häuser gleichzeitig realisiert werden, wie es in Neu-Oerlikon geschah, ist das anders – die neuen Mieter wussten, dass sie an einen Platz ziehen, an dem es auch mal laut werden könnte. Und in Wipkingen? Den angestellten Vergleich mit dem Röschibachplatz will Gemeinderat Egli nicht gelten lassen: «Der Röschibachplatz wurde vorher ˂disfunktional˃ genutzt», wie er das vorsichtig ausdrückt, «Dass er heute auch im Alltag als Platz funktioniert, ist das Verdienst des Restaurants ˂Nordbrüggli˃ mit seiner Aussenbestuhlung». Trevisan wirft rhetorisch die Frage auf, ob man heute tatsächlich noch so einen Platz brauche, ob so ein Platz, der dann nur für wenige Anlässe pro Jahr wirklich genutzt werde, noch zeitgemäss sei. «Vielleicht», sinniert er, «ist es mit einem Dorfplatz ähnlich wie mit den Geschäften: Alle wollen möglichst alle Angebote gleich vor der Haustüre – in Tat und Wahrheit geht dann ein erheblicher Teil der Bevölkerung ins Shoppingcenter, fährt ins nahe Ausland oder kauft im Internet ein, während die lokalen Detaillisten sich neu erfinden müssen». Und obwohl es Anzeichen für eine Bewegung wieder hin zum Lokalen gibt, fragt er sich offen, ob «man» zwar einen Höngger Dorfplatz wolle, dann aber doch zum Schluss in die Stadt fährt, um vom vielfältigeren kulturellen und kommerziellen Angebot zu profitieren. Für Andreas Egli hat Höngg so oder so kein Platz-, sondern eher ein «Beizenproblem». Trendigere, hippere Treffpunkte, auch für ein jüngeres oder jung gebliebenes Publikum fehlen, auch wenn es das Da Biagio als traditionelle Quartierbeiz schon sehr gut macht, sagt er. Persönlich würde er Höngg einen Dorfplatz gönnen, auch auf einem Teil der Schärrerwiese, doch «nicht auf Kosten der Anwohner», betont er, und fügt an, dass auch die Baukosten und die Folgekosten für Sicherheit und Unterhalt zu bedenken wären. Ob diese im Verhältnis zum Nutzen stehen würden, wagt er indes zu bezweifeln. Sicher ist, dass an einem solch empfindlichen Ort nichts ginge ohne ein verbindliches Nutzungskonzept. Guido Trevisan schliesst das Gespräch mit dem Gedanken, dass es sowieso ein Wagnis wäre: «Man wüsste nicht, in welchem Mass es für die einen besser und für die anderen schlechter würde». Er selber sieht jedoch nach wie vor das Potential der Schärrerwiese als Dorfplatz. Aber das sei ein Gefühl, und dies allein reichte ihm nicht, um einfach mal einen politischen Vorstoss einzureichen: «Da müsste man Visionär sein, und ich bin zu sehr Realist». Fährt man mit dem Bus an einem Sommerabend vom Hauptbahnhof nach Höngg, beobachtet man bis zur Nordstrasse Leben – danach, und speziell in Höngg, scheint es, als wären die Gehsteige längst hochgeklappt worden. Ausser ansatzweise am Zwielplatz, wo Kiosk und Kebabstand bis spät nachts Menschen nach draussen locken. Man mag das schätzen oder bedauern – nachdenklich macht es in beiderlei Hinsicht. Genau mit diesem Ziel war der «Höngger» in die Arbeiten zu diesem Fokus-Thema gestartet: Nachzudenken.

    Podiums- und Diskussionsabend
    Montag, 3. Juli, 19.30 Uhr, Fasskeller Zweifel Weine, Regensdorferstrasse 20.
    Gäste:
    Andreas Egli, Gemeinderat FDP und Vorstand Quartierverein Höngg
    Beni Weder, Präsident Quartierverein Wipkingen
    Florian Berner, Architekt und Stadtplaner, Weyell Berner Architekten, Zürich
    Moderation: Patrick Hässig, Zürcher Radiomoderator
    Anschliessend Apéro.

    Leserbriefbox:
    Im Wissen darum, dass negative Rückmeldungen viel eher eingesandt werden als positive, rufen wir alle gleichermassen dazu auf, Meinungen mittels Leserbrief kundzutun. Bei der Veröffentlichung gilt der Grundsatz der Ausgewogenheit. Auf Wunsch werden alle Leserbriefe, befürwortende wie ablehnende, auch anonym veröffentlicht. Zur Identitätsprüfung müssen sie aber trotzdem mit einem überprüfbaren Absender (voller Vor- und Nachname, Wohnadresse und Telefon) versehen eingesandt werden an redaktion@hoengger.ch Online-Kommentare zu den Artikeln werden wie immer vor der Freischaltung geprüft. Beleidigende oder ehrverletzende Kommentare werden gelöscht, entsprechende Leserbriefe nicht gedruckt.

     

  • Warum eigentlich nicht?

    Wipkingen hat einen. Höngg könnte einen haben. Einen Dorfplatz, wenn nicht…. – doch genau um dieses «wenn nicht» soll es in dieser Ausgabe nicht gehen, sondern um ein «warum eigentlich nicht?». Bei dieser Vision geht es weder um eine übernatürliche Erscheinung noch um eine optische Halluzination, was gemäss Duden ja denkbar wäre. Gut, man kann beides nicht ausschliessen, doch hauptsächlich geht es hier um die dritte Bedeutung: um «eine Vorstellung in Bezug auf Zukünftiges». Eben, einen zukünftigen Höngger Dorfplatz, wo auch immer dieser sein könnte. Erstmals aufgekommen ist die Idee 2014 im Rahmen einer Sitzung des nichtoffiziellen «Netzwerk Höngg». Man erinnert sich: diese lose Gruppe engagierter Hönggerinnen und Höngger versuchte, aus den Ergebnissen der 2013 vom Verein Handel und Gewerbe Höngg (HGH) durchgeführten Umfrage etwas umzusetzen – und scheiterte nach verschiedenen Sitzungen und einer weiteren Umfrage aus mannigfaltigen Gründen mit wehenden Fahnen. Doch in eben einer dieser Sitzungen war es, dass man gemeinsam Höngg in Gedanken aus der Vogelperspektive betrachtete und sich fragte, wo denn wenigstens theoretisch Raum für einen Dorfplatz sein könnte, der in allen Umfragen immer als fehlend erkannt wurde. Der Blick fiel auf die Schärrerwiese – und die Idee liess da und dort «Hinterbliebene» des Netzwerkes nie mehr ganz los. Seither wagte niemand, weder der Quartierverein noch die Politik, aus der Idee eine öffentliche Vision zu formen. Nun wagt der «Höngger» zu fragen: «Dorfplatz Höngg, warum eigentlich nicht im Raum Schärrerwiese?» Das wollen wir mit dieser Ausgabe zur Diskussion stellen. Im Wissen darum, dass diese Vision ebenso begeisterte Freundinnen und Freunde wie erbitterte Gegnerinnen und Gegner auf den Plan rufen wird. Die einen werden diesem «Luftballon» einer Vision kleine Zettelchen mit guten Wünschen anhängen und die anderen werden versuchen, ihn mit allen Mitteln abzuschiessen. Ganz egal, ob es mit einer zerplatzten Vision oder einem Dorfplatz – vielleicht ja auch an einem ganz anderen Ort – endet, es zählt, dass gefragt wurde. Und dass nach Antworten gesucht wurde. Wie auch immer die lauten mögen. Doch ich kann mir gut vorstellen, dass sich eine Mehrheit mit einer Dorfplatz-Vision anfreunden könnte. In Wipkingen zeigte sich, dass nur Minderheiten den Röschibachplatz ins Pfefferland wünscht. Doch gewiss ist einzig, dass kein Dorfplatz, und schon gar nicht in Höngg, von heute auf morgen entsteht. Und das Letzte, was dieser «Höngger» mit seinem brisanten Fokus-Thema beabsichtigt, ist es, die Erwartungen in falsche Höhen zu schrauben. Denn, so zeigt bereits diese Ausgabe: Selbst wenn man an dieser Stelle einen Dorfplatz realisieren wollte, die Hürden sind vielseitig und nicht niedrig. Also lieber die Erwartungen flach halten. Flach wie einen Platz – persönlich kann ich auch weiterhin ohne Dorfplatz leben, sollte man aber tatsächlich darüber nachdenken, plädiere ich hinsichtlich der Realisation vorsorglich für eine rollatortaugliche Ausführung…

    Fredy Haffner (51), Verlagsleiter «Höngger»

  • Buchtipp: «Vom Fleck weg»

    Buchtipp: «Vom Fleck weg»

    Die stilprägende Modedesignerin mit eigenem Label und Gewinnerin des Prix Bolero und weiterer internationaler Modepreise, Erica Matile, hat in ihrem zweiten Band in 170 Seiten zusammengefasst, was den Alltag rundum den Haushalt erleichtert. Dabei greift sie auf altbewährte Hilfsmittel zurück, wider der Verschleiss- und Wegwerfmentalität und bedient sich haufenweise natürlicher, anstatt giftiger Substanzen. Tipps und Tricks sind praktisch unterteilt in Themenbereiche, sodass man sie bei Gebrauch leicht finden kann: Allgemeine Tricks, Küche, Bad, Böden und Teppiche, Wände und Fenster, Gerüche, Ungeziefer, Technik und Motoren sowie Sparen.

    Vom Schluckauf, Backpulver und den dritten Zähnen

    Zulange den «Hitzgi» haben, kann mit der Zeit schmerzhaft sein. Gegen den Schluckauf hilft ein Teelöffel Zucker. Das beruhigt und löst die Bauchmuskeln. Wussten Sie, dass sich Scherbenteile problemlos mit einem Toastbrot auflesen lassen? Der Trick funktioniert selbst dann, wenn die Scherben in einem Longflorteppich stecken. Backpulver und Essig scheinen in diesem Ratgeber aber offensichtlich der Renner zu sein. Mit Essigwasser lassen sich nebst vielem anderem Kalkflecken an den Wänden und hartnäckiger Schmutz in der Toilettenschüssel entfernen, nützt das zu wenig, hilft auch eine Reinigungstablette für die dritten Zähne, diese funktioniert übrigens auch bei stark verschmutzten Vasen oder Teeflecken in der Tasse oder im Krug. Die Reinigungstablette im Wasser aufgelöst bringt auch Edelsteinschmuck über Nacht wieder zum Funkeln. Achtung: Goldschmuck legt man lieber in Champagner- oder Proseccoresten, und für Silber macht man eine Paste aus Backpulver und Wasser. Ein Teelöffel Backpulver in der Wäschetrommel bringt ergrautes Weiss wieder zum Strahlen oder verhilft stinkenden Schuhen zu neutralem Geruch. Einfach das Pulver über die Schuhe streuen und am Morgen ausklopfen. Nebst all den praktischen Tipps, die teils bekannt sind, aber gut, um wieder ins Gedächtnis zu rufen und teils aber auch für Aha-Erlebnisse sorgen, rundet die Autorin das Buch zum Schluss mit einer Checkliste für «Feste feiern» und deren Benimmregeln ab.

    «Vom Fleck weg» – Der ultimative Ratgeber für alle praktischen Belange des täglichen Lebens. Band 2. Gesammelt von Erica Matile. Salis Verlag, Zürich, ISBN 978-3-906195-50-6, 35 Franken, erhältlich Buchhandel und im Infozentrum «Höngger», Meierhofplatz 2.

     

  • Wer schaut, der findet

    Wer schaut, der findet

    Wie stellt man eine Vision, also etwas, das es nicht oder zumindest so noch nicht gibt, dar? Klar, man visualisiert es. Also stand der «Höngger» eines Tages als das Laub noch nicht die Sicht versperrte zusammen mit dem Höngger Zeichner und Illustrator Stefan Haller alias «Schlorian» auf einem der Parkhaus-Abluftschächte auf der Schärrerwiese. Man fotografierte, diskutierte und so entstand diese visualisierte Vision. Sie zeigt – mit aller zeichnerischer Freiheit – was die einen erträumen und andere verdammen werden. Die oben rechts stehende Grafik zeigt – die gestrichelte Linie markiert den Blickwinkel – wo man als Betrachtende steht, markiert mit dem Augen-Symbol: Auf der Wiese unterhalb des Weges durch die Schärrerwiese. Sie zeigt den bestehenden und unangetastet bleibenden Spielplatz ebenso wie rein visionäre Elemente, ein zweites «Kafi» etwa oder breitere Zugangsmöglichkeiten von der Regensdorferstrasse oder der Wieslergasse her. Also aufgepasst: Abgesehen von den bestehenden Gebäuden und dem Spielplatz soll kein Element dieser Illustration für bare Münze genommen werden, sondern bloss Ausgangspunkt zu einer Diskussion um das auch örtlich allgemein gehaltene Thema «Höngger Dorfplatz» sein.

  • Historische Dorfplätze

    Historische Dorfplätze

    Bis vielleicht Mitte des 20. Jahrhunderts darf der Meierhofplatz für sich beanspruchen, Dorfplatz gewesen zu sein. An der zentralen Höngger Kreuzung, die erst mit dem Bau der Ackersteinstrasse 1933 zu einer solchen wurde, spielte sich das Leben ab. Gesäumt von Läden mit Artikeln für den täglichen Gebrauch, einer Schmiede, der Brückenwaage, auf der Fuhrwerke und Vieh gewogen wurde, einem Brunnen, dem Gesellenhaus (seit 1615), in dem auch die Gemeindeversammlungen stattfanden, einem Schlachthaus (abgetragen 1960) und verschiedenen Restaurants war der Meierhofplatz ein veritabler Begegnungsort. Dann nahmen der private und öffentliche Verkehr den Platz immer mehr in Anspruch und gaben ihn bis heute nicht mehr frei. Mit der Gemütlichkeit vor Ort war es endgültig vorbei, als 1960 das alte Rebstockgebäude abgerissen und durch den heute noch stehenden Bau ersetzt wurde, in dem für wenige Jahre auch ein Kino betrieben wurde. In den Folgejahren, insbesondere, aber ab den 1990er Jahren, veränderte sich die Ladenstruktur rund um den Meierhofplatz und auch entlang der Limmattalstrasse bis zum Zwielplatz, dem zweiten Ort mit Dorfplatzcharakter: Altehrwürdige Betriebe gaben auf oder zogen weg, nur wenige bestehen bis heute. Nach und nach entwickelte sich an der Regensdorferstrasse mit den Grossverteilern als «Zugpferde» das neue Höngger Geschäftszentrum. Doch an die gesellschaftliche Bedeutung, welche dem verlorengegangenen Dorfplatz beigemessen werden darf, kam die Regensdorferstrasse nie heran. Zweiter Ort der Begegnung war der Raum um den ursprünglichen Dorfkern bei der reformierten Kirche. Dort traf man sich nicht nur für alle kirchlichen Ereignisse zwischen Taufe und Beerdigung, sondern auch in den umliegenden Restaurants, dem «Sonnegg» und der «Mülihalde». Oder natürlich nebenan beim Zwielplatz in der «Alten Post» (abgerissen 1961). Diese hatte rückwärtig gelegen einen wunderschönen Gartenbereich. Eine besondere Rolle spielte der Schulhausplatz Bläsi. Auf diesem sehr grossen Platz fand bis 1989 jeweils auch eine «Chilbi» statt. Seine Grösse verlor der Platz 1978 mit dem Bau des Hallenbades. Das Wümmetfäscht, das lange Jahre auf dem kümmerlichen Restplatz stattfand, musste sich entsprechend zusammendrängen.

  • Höngg: Die erste städtische Kernzone

    Höngg: Die erste städtische Kernzone

    Sozusagen den Abschluss einer intensiven und vor allem langen Zeit der Pläne und Verwerfungen bildete die Kernzonenregelung, die im Sinne des Paragraphs 50 des kantonalen Planungs- und Baugesetzes 1984 festgesetzt wurde. Die seit 1956 bestehenden Baulinien hatten Abrisse und Neuüberbauungen im mittlerweile heruntergekommenen Höngger Dorfkern verunmöglicht, mit dem neuen Instrument der Kernzone sollte dieses Hindernis zumindest teilweise entfernt werden. Es handelte sich dabei um die erste städtische Kernzone im Kanton Zürich. Ziel war es, einerseits die drei Eckpunkte Kirche, Haus zum Kranz und Meierhof/Weingarten, die das Ortsbild von Höngg prägten, zu bewahren und die durch einzelne Bauten und Fassaden, sowie dazwischenliegende Freiräume gebildete Raumstruktur zu schützen. Das bedeutet, dass bei Neu- oder Umbauten die Ausmasse der Vorgängerbauten als Referenz zu beachten sind. Der Stadtrat betonte, dass «niemand die Absicht habe, das im Lauf von Jahrhunderten gewachsene Dorfbild in allen Einzelheiten zu erhalten», wie der Tagesanzeiger am 15. Oktober 1980 zitierte. Vielmehr solle der Raum innerhalb der drei Eckpfeiler so gestaltet werden, dass er für das Gewerbe und Passanten attraktiv werde, damit eine gute Durchmischung gewährleistet werden könne. Dadurch, dass, wie erwähnt, die Masse der Altbauten eingehalten werden mussten, die Baulinien aber aufgehoben werden konnten, sollte die Aufwertung des Höngger Dorfzentrums erleichtert werden.

    Hier finden Sie den ergänzten Kernzonenplan für Höngg.

    Das Zentrum wird erneuert

    Im Laufe der Achtziger Jahre wurden rund zwei Dutzend Häuser abgerissen und neu erstellt oder renoviert. Eines der ersten Objekte, das in den Geschmack der Erneuerungswelle kam, war die Häusergruppe «zum Central», zu denen auch das Haus an der Ecke Limmattalstrasse/Ackersteinstrasse gehört, in welchem sich heute die Raiffeisenbank befindet. Die Ortsgeschichtliche Kommission des Verschönerungsvereins Höngg hat der Geschichte dieser Häuser eine ganze Mitteilung gewidmet (siehe Infobox). Das Tiefbauamt der Stadt Zürich informierte die Höngger Bevölkerung ab 1987 regelmässig via «Höngger» unter der Rubrik «Gemeinsam für das Zentrum Höngg» über die laufenden und anstehenden intensiven Bauarbeiten. «Es wird eine neue Kernzone entstehen, die sich in einer wohnlichen Umgebung ausdrückt», schrieb das Amt am 25. September 1987.
    Das wohl grösste Bauvorhaben plante die Firma Frutiger Generalunternehmung AG im Spickel zwischen Limmattal- und Regensdorferstrasse. Die «Zentrumsüberbauung Höngger Markt» wurde von den Architekten Bryner und Partner ausgearbeitet und durchgeführt. Die auf dem Areal stehenden Häuser wurden abgerissen und in ähnlicher Kubatur und Grösse – wie vom Kernzonenplan vorgeschrieben – wiederhergestellt. In der neuen Überbauung fanden neben dem Bankverein (heute UBS) und dem Coop auch 24 Wohnungen und eine Tiefgarage für rund hundert Autos Platz. Kurz nach Eröffnung des neuen Zentrums am 1. Dezember 1989 monierte die Neue Zürcher Zeitung: «Die echte und sicher nicht in allen Teilen dringend erneuerungsbedürftige Substanz ist einer Theaterkulisse gewichen; in diesen Tagen lässt sich auch vermuten, man habe sich nach einem Adventskalender gerichtet». In «1934-2009. Vom Dorf Höngg zum Quartier Zürich-Höngg» ist nachzulesen, dass der ausführende Architekt Reinhold Bryner schon während der Ausführung Zweifel an der Qualität der Lösung bekommen haben soll. «Mittlerweile besteht ein grosser Konsens darüber, dass eine Chance verpasst wurde und Sanierungen in dieser Art nicht mehr stattfinden sollten», schreiben François G. und Yves Baer in ihrem Werk, ohne dies weiter auszuführen.

    Erweiterte Kernzone stösst teilweise auf Unverständnis

    In der Bau- und Zonenordnung (BZO) sind mittlerweile insgesamt 26 Kernzonen ausgewiesen. Gemäss Raumplanungsgesetz (RPG) müssen Nutzungspläne periodisch, spätestens jedoch nach fünfzehn Jahren überprüft und angepasst werden, wenn sich die Verhältnisse geändert haben. 2016 wurde die Teilrevision der Bau- und Zonenordnung der Stadt Zürich BZO 2014 vom Gemeinderat angenommen und dem Kantonsrat zur Genehmigung überwiesen. Dessen Entscheidung wird im Sommer dieses Jahres erwartet. Den Erläuterungen zur Teilrevision ist zu entnehmen, dass «die bäuerlichen Dorfkerne (…), Höngg, (…), in ihrem Perimeter den örtlichen Verhältnissen des jeweils schützenswerten Dorfkerns angepasst [wurden]. Die Erweiterungen umfassen Gebäude, die aufgrund ihrer Lage und Gestaltung die jeweilige Kernzone wesentlich prägen oder für die geschichtliche Entwicklung des Ortskerns wichtig sind. Überbauungen, die mit dem eigentlichen Dorfkern keine Gemeinsamkeiten mehr haben, wurden konsequenterweise aus der entsprechenden Kernzone entlassen». Im Detail wurde die Kernzone Höngg bis zur Bäulistrasse 45 erweitert. Ausserdem wurde ein Haus an der Gsteigstrasse aufgenommen und eine neue Kernzone für den Riedhof – einen Einzelhof aus dem 19. Jahrhundert abseits des Dorfkerns – definiert. «Bei diesem handelt es sich um einen von mehreren ehemaligen Weilern und Einzelhöfen auf Stadtgebiet, die so in ihren Grundzügen erhalten werden sollen», schreibt das Hochbaudepartement. Die Erweiterung um die Bäulistrasse begründet es damit, dass diese «die historische Erschliessung des ursprünglichen Dorfkerns Höngg darstellt (…). Das Gebäude an der Bäulistrasse 45, das den Auftakt des Dorfkerns bildet, sowie die bestehende Mauer, welche die Bäulistrasse auf deren Südseite begleitet, sind prägende Elemente der alten Dorfstruktur». Neu in der Kernzone stehen aber auch die Häuser an der Bäulistrasse 51 bis 55, die von der Limmatstrasse her nicht sichtbar sind. Die betroffenen Hauseigentümer müssen zwar nicht im gleichen Profil bauen, wie es im Dorfkern der Fall ist, aber im Falle eines Um- oder Neubaus muss das neue Gebäude das ursprüngliche Volumen ausweisen. Das stösst bei den Bewohnern auf Unverständnis, da nicht ersichtlich sei, inwiefern diese Häuser für das Ortsbild des Dorfkerns relevant seien. Auf Anfrage erläutert das zuständige Departement seine Entscheidung: «Die Bäulistrasse war die alte Landstrasse nach Zürich, bevor es die Limmattalstrasse gab, beziehungsweise ging sie beim <Schwert> an der Limmattalstrasse 111 in die heutige Limmattalstrasse über. Der noch bestehende Teil der alten Landstrasse wurde zusammen mit dem markanten Bau an der Bäulistrasse 46 in die Kernzone integriert. Was beidseits der Bäulistrasse an Gebäuden steht, hat bezüglich dieser Strasse Bedeutung, nicht bezüglich der Limmattalstrasse. Für die Häuser der Bäulistrasse 51 bis 55 wurde ein Baubereich definiert. Dadurch ist nur ein Neubau mit demselben Volumen möglich, das Profil muss hingegen nicht übernommen werden». Die öffentliche Auflage und damit die Möglichkeit, Rekurs einzulegen, liegt schon Jahre zurück, wie erwähnt steht nur noch die Genehmigung durch die kantonale Baudirektion aus. Die Lehre, die die Hauseigentümer daraus ziehen müssen, ist, sich stets selber auf dem Laufenden zu halten, um rechtzeitig intervenieren zu können. Diese bittere Pille müssen sie, wie es scheint, dieses Mal schlucken.

    Rebstockgebäude neu ausgewiesen

    Eine interessante Neuerung des Kernzonenplans, welche Änderungen des Rebstockgebäudes betreffen: Bislang stand es unter Profilerhaltung, neu ist es als «Baubereich» ausgewiesen. In der Signatur ausgelassen wurde eine Ecke des Gebäudes Richtung Taxistand. Dort kann gemäss Kernzonenregelung bei einem Abbruch nichts mehr erstellt werden, an dieser Stelle würde der Meierhofplatz in der Folge erweitert werden. Weiter wurde die Firstrichtung aller Gebäude aufgehoben. Da Höngg die erste städtische Kernzone war, war sie detaillierter ausgearbeitet, spätere Kernzonen wurden vereinfacht. Das Hochbaudepartement der Stadt Zürich schreibt auf Anfrage: «(…) oftmals ergibt sich die Firstrichtung bereits klar aus der Gebäudeform, sodass lediglich eine Richtung sinnvoll oder möglich ist. Zudem ist die Firstrichtung bereits in der Profilerhaltung mit aufgenommen. Für Gebäude, für welche lediglich ein Baubereich und keine Profilerhaltung definiert ist, kann die Firstrichtung theoretisch geändert werden. Die Änderung muss aber den regulären Baubewilligungsprozess durchlaufen». Als einzige Zusatzvorschrift für die Kernzone Höngg verbleibt damit die Bestimmung zu den einzuhaltenden Arkadenlinien.

    Quellen:
    Baer, François G. und Yves: 1934-2009. Vom Dorf Höngg zum Quartier Höngg. Quartierverein Höngg, Zürich-Höngg 2009.
    «Die Häusergruppe zum Central in Höngg». Mitteilung Nr. 32 der Ortsgeschichtliche Kommission des Verschönerungsvereins, Höngg 1987.
    Stadt Zürich. Hochbaudepartement. Amt für Städtebau (AfS): Teilrevision der Bau- und Zonenordnung der Stadt Zürich BZO 2014. Erläuterungsbericht nach Art. 47 RPV

  • «Die Stadt» äussert sich nicht

    Die Ideen zur Verkehrsproblemlösung in Höngg treffen nach wie vor auf der Redaktion ein. In Form von ausgefüllten Plänen oder Leserbriefen. Von Seiten der Stadt Zürich hingegen erfolgte bislang kein Kommentar. Was denkt die Exekutive, was die Departemente? Versteht man, dass die Verkehrssituation in Höngg als unbefriedigend oder gar belastend wahrgenommen wird? Die Stadt ist damals, 2010, mit ihrem Versuch eines neuen Verkehrskonzeptes am Widerstand aus Höngger-Kreisen gescheitert. Rückblickend ist die Frage erlaubt, ob die Stadt nicht auf diesem Versuch hätte beharren sollen, damit man danach über Fakten hätte reden können. Und wie stellt sich die Stadt zu der subjektiven, aber doch öfters gehörten Wahrnehmung, dass man die Situation belässt wie sie ist, weil es offenbar keine Lösung gibt, die allen Ansprüchen gerecht wird und bei der niemand Abstriche machen muss? Sitzt man das Problem tatsächlich aus, weil niemand den Mut hat, eine Lösungsvariante vorzuschlagen, welche Einzelnen zwar eine Verschlechterung, der Mehrheit aber Vorteile bringen würde? Zum einfach erscheinenden Beispiel an der Ecke Gsteig-/Regensdorferstrasse, wo wie von vielen vorgeschlagen zwei neue Lichtsignale mit Fussgängerstreifen erstellt und im Gegenzug der Übergang zwischen der UBS und dem Canto Verde aufgehoben werden könnte? Kurz gefragt: Wie ist die Exekutive und die Politik an einer aktiven Lösung des Problems interessiert und was unternimmt man dahingehend?

    Mit diesen Fragen des «Hönggers» konfrontiert, wollten sich die Vorstehenden der drei betroffenen städtischen Departemente – Sicherheitsdepartement, Tiefbau- und Entsorgungsdepartement, Departement der Industriellen Betriebe – mit den Stadträten Richard Wolff, Filippo Leutenegger und Andres Türler nicht im Detail zur Thematik äussern, weil die federführende Dienstabteilung Verkehr des Sicherheitsdepartements (DAV) dazu bereits grundsätzlich Stellung genommen hatte. Die DAV hält zudem fest, dass es schwierig sei, bei Verkehrsfragen alle Betroffenen zufrieden zu stellen. Selbstverständlich werde die Stadt die Verkehrssituation in Höngg – wie auch in anderen Stadtgebieten – aufmerksam beobachten und soweit notwendig und möglich Massnahmen ergreifen. Stadtrat Andres Türler ergänzt, dass er es als Höngger verstehe, dass die Verkehrssituation als unbefriedigend wahrgenommen werde. Das gehe ihm selber auch so und er bedaure diesen Zustand. Die damals ausgearbeitete Lösung habe aber auch aus seiner Sicht so viele Nachteile aufgewiesen, dass die Stadt auf deren Umsetzung verzichtet habe.

  • «Merhaba» im «Damas»!

    «Merhaba» im «Damas»!

    Damaszenersalat, Grillteller mit Poulet, Fleischkäse mit Spiegelei und Kartoffelsalat – diese drei Darreichungen hat Höwi am Tag seines Besuchs im «Damas» genossen. Dazu noch eine Pizza «Principessa» und einen gut bestückten Dessertteller. Soll einer sagen, die Arbeit eines Gastrokritikers sei nicht hart! Wobei Höwi noch seine Angetraute zur «Arbeit» einlud. Zum einen, weil sie die arabische Küche von etlichen Reisen her gut kennt. Zum andern, weil sie den narrativen Anteil liebt: Aladin und seine Wunderlampe…, Agatha Christie und der Orientexpress…, Scheherazade, die in 1001 Nacht dem König Geschichten erzählt und so ihr Leben rettet…: All das schwingt in den Gewürzen, den Farben, den Düften im «Damas» mit. Aber auch in den hervorragend grillierten Fleischspezialitäten, wie dem «Schisch Diyai», das an die früheren Nomaden erinnert. Auf der ersten Seite in der Menükarte beschreiben die Betreiber des Restaurants «Die Küche unserer Mütter». Hier findet sich der rührende Satz: «Sie ist es, die uns das Heimweh vergessen lässt». Überraschend die Ausführung, dass all die Länder, die wir heute als Jordanien, Libanon, Palästina und Syrien kennen, in den Zeiten der alten Seidenstrasse eine einzige Region namens «Bilad esh-Sham» war. Transitgebiet für unzählige Karawanen. Hotspot vieler kulinarischer Einflüsse. So haben die scharfen Gerichte ihre Wurzeln in der kurdischen Küche, während aus der persischen Kochkultur die gefüllten Weinblätter oder Teigtaschen stammen. Wer die Menükarte studiert, stösst auch immer wieder auf arabische Namen wie «Schawarma», was Lammgeschnetzeltes an orientalischen Gewürzen bedeutet. Oder «Muhallabiya», das ist eine Panna cotta, die etwas fester ist und mit Pistazien dekoriert wird. Durchaus möglich, dass wir solche Namen eines Tages genauso intus haben wie Spaghetti carbonara oder Sushi.

    «Damas» kommt von Damaskus

    Das «Damas» wurde von einer syrischen Familie gegründet, die vor über 20 Jahren in der Schweiz mit einem Coiffeursalon startete, aus dem zwischenzeitlich eine ganze Kette mit einem Dutzend Filialen entstanden sind. Vor zehn Jahren kam der Sprung in die Gastronomie, mit dem «Damas» an der Josefstrasse. Es folgte eine Shisa-Lounge in Schaffhausen. Und im Januar 2016 das «Damas» an der Kyburgstrasse. Sechs täglich wechselnde Mittagsmenüs für zwischen 16 und 24.50 Franken stehen zur Wahl. Stets ist auch eines dabei, das «schweizerisch» ist. Am Tag des Besuchs war dies Fleischkäse vom Grill mit Spiegelei und einem knackigen, mit Olivenstücken getoppten Kartoffelsalat, bei dem sich so mancher «Hirschen» noch eine Scheibe abschneiden könnte.
    Auch Ben Amor Nejib Louati beherrscht sein Handwerk. Die Pizzen, die er im Ofen mitten im Restaurant zubereitet, gibt es durchgehend von 11.30 bis 22 Uhr und werden mit dem Kurierdienst auch nach Hause geliefert. Schade, dass man im «Damas» nur auf die üblichen Klassiker setzt und nicht auch noch eine orientalische Variante wagt. Zum Beispiel mit Hackfleisch, Kreuzkümmel und Koriander. Super Idee, fand Daniela Treichler. Durchaus möglich also, dass demnächst eine «Pizza Scheherazade» auf der Karte steht.

    Ein Paradies für Vegetarier

    Die syrische Küche ist vor allem für ihre Grillspezialitäten bekannt, die im «Damas» auf hohem Niveau gepflegt werden. Mindestens so typisch sind aber auch die vegetarischen Darreichungen wie Hummus, «Kishke» oder die mit Reis gefüllten Weinblätter namens «Waraq Einab». Auch linienbewusste Leute müssen nicht mit einem müden Salatteller vorliebnehmen. Höwis Geheimtipp: «Fattousch», ein veganer Lattich-Tomaten-Gurkensalat an Granatapfelsauce mit Fladenbrot-Chips. Oder die vegetarische Version, der «Damaszenersalat» mit Frischkäse und Avocado für 16 Franken. So wenig Kalorien, so schön dargereicht – das macht Freude.

    Aufgestelltes Team

    Die meisten Mitarbeiter im «Damas» haben syrische oder libanesische Wurzeln. Einzig Daniela Treichler, die Geschäftsführerin, ist Schweizerin und dies mit eindrücklichem Palmares: Bis 2015 war sie Chef de service im Clouds-Bistro im Primetower, als noch Antonio Colaianni am Herd stand. Als das Gourmetkonzept bachab ging, machte Daniela die Fliege und jettete ein paar Monate durch die Welt. Bis dann Nizar Ben Dhafer anrief, der vorher ebenfalls im «Clouds» arbeitete und Daniela ins «Damas» holte. Und da ist sie jetzt seit einem Jahr, die sympathische Powerfrau, die sich auch bei den Weinen über profundes Wissen ausweist. Etwa beim «Blanc de Blancs» aus dem Château Ksara, einem der drei berühmten libanesischen Weingüter: «Chardonnay, Savignon blanc und Semillon sind bei dieser Assemblage dabei», erklärt sie aus dem Stegreif. «Beim roten ˂Le Bretèches˃ vom Château Kefraya sind es sogar vier Traubensorten». Höwis Einschätzung: Es sind erstaunlich körperreiche, betont fruchtige Weine, die einen Sprung auf die andere Seite des Mittelmeers durchaus lohnend machen.

    Dessertteller mit Rosenwasser

    Dass Höwi ein Dessertfreak ist, dürfte bekannt sein. Umso enthusiastischer die Beurteilung des Tellers, bei dem zwei Darreichungen herausstechen: Die wunderbar süssen, hellen Griessteigrollen namens «Halawe Bil Jibneh» gefüllt mit Ricotta. Die waren bei Höwis Testessen im Nu weg – gefolgt von den «Quatayef», den Hefeteiggebäcken mit Mascarpone. Etwas gar knusprig geraten waren diejenigen mit Nussfüllung. Da half auch das wundervolle Rosenwasser nicht, um die wirklich weich zu kriegen.

    Kritik

    Wie immer noch ein paar kritische Anmerkungen. Die erste betrifft wieder einmal den Musikteppich. Wer 1001-Nacht-Stimmung erwartet, kommt am Abend auf die Rechnung, am Mittag dagegen liegt Chillout-Musik in der Luft – dezent zwar, aber 08:15. Die Dekos an den Wänden sind Imitate von archäologischen Ausgrabungen. Da dürfte man dem Gast etwas gehobenere Wertigkeit zumuten. Generell dürfte das «Damas» mehr auf Orient machen, ohne dass gleich ausgestopfte Kamele rumliegen müssen. Jetzt sieht das Restaurant aus wie Xandere auch. Und: Schade hat Höwi nicht gemerkt, dass es nebst dem Illy-Kaffee auch noch eine arabische Variante gibt. Den haben die Gäste am Nebentisch im Silberkännchen genossen. Für Höwi eine klare Option beim nächsten Besuch. Den wird er auf der Terrasse geniessen, denn sie gehört zu den schöneren im Quartier.

    Restaurant Damas
    Kyburgstrasse 28, 8037 Wipkingen
    Telefon 043 818 29 12
    www.restaurantdamas.ch
    7 Tage offen von 10 bis 23.30 Uhr, Küche von 11.30 bis 22 Uhr
    Kurier täglich 17 bis 22.30 Uhr.

     

    Zum Autor
    Er nennt sich Höwi, ist ein stadtbekannter Gastrokritiker und Buchautor und schaut den kochlöffelschwingenden Profis im Kreis 10 in die Töpfe. Die Gastrokolumne erscheint monatlich im Höngger und alle drei Monate im Wipkinger.

  • Frauenpower SCW

    Frauenpower SCW

    Fussball nur ein Männersport? Bei weitem nicht. Der SC Wipkingen hat im Frauenfussball eine enorme Entwicklung durchgemacht, und eine grosse Bandbreite an Juniorinnen ist aktiv dabei. Lotta Köppel ist eine A-Juniorin des SCW und weiss viel über den Frauenfussball in Wipkingen. «Die Wipkinger Juniorinnen gibt es seit 2009, damals kamen wir vom Verein Zürich Nord, und Urs Honauer gründete mit uns die erste Mädchenmannschaft von Wipkingen.» Auch Celia Honauer, die Tochter von Urs Honauer spielt bei den A-Juniorinnen. «Bei Zürich Nord war die Organisation des Vereins sehr schlecht und wir haben uns nicht wirklich wohl gefühlt. Als sich dann diese Gelegenheit eröffnete, um in Wipkingen unser eigenes Juniorinnenteam zu haben, fiel uns Juniorinnen, die in Wipkingen lebten, die Entscheidung leicht und wir gingen von Zürich Nord weg. Gestartet hatten wir damals als D-Juniorinnen. In der Schule machten wir bei unseren Freundinnen Werbung dafür, dass sie ebenfalls mit dem Fussball bei Wipkingen beginnen sollten». Seit 2009 ist sehr viel passiert. Von den A-Juniorinnen bis zum E sind mittlerweile alle Juniorinnenstufen vorhanden. Das ist überhaupt nicht selbstverständlich, denn bei weitem nicht alle Quartiervereine ‒ besonders kleine Vereine wie Wipkingen ‒ sind im Frauenfussball in allen Stufen vorhanden, geschweige denn, dass sie überhaupt ein Frauenfussballteam haben. Der SC Wipkingen ist in diesem Bereich ein Paradebeispiel der Fussballförderung für Frauen. Der Sport ist sehr populär geworden bei den Mädchen und Frauen von Wipkingen. Auffällig ist dabei der rasante Zuwachs: Innert weniger Jahre wurden in allen Altersstufen genug fussballbegeisterte Mädchen gefunden. Es wirkt, als hätte die Entstehung einer ersten Juniorinnenmannschaft eine Sogwirkung erzielt, die eine Frauenfussballwelle durch Wipkingen gehen liess.
    Auch die Grösse der Teams habe sich in dieser Zeit stark verändert, sagt Lotta: «Die Anzahl Spielerinnen hat sich massiv erhöht. Am grössten ist der Zuwachs definitiv bei den jüngeren Mannschaften. Eine Weile wurden diese richtig überrannt mit neuen Spielerinnen, da auch Freundinnen von Freundinnen von Freundinnen usw. den Weg zum SCW gefunden haben».

    Von neun auf elf ist nicht ohne

    Doch nicht immer war der Ansturm so stark, und es gab auch schwierigere Zeiten. Celia sagt, dass vor allem beim Wechsel von den B- zu den A-Juniorinnen grosse Probleme entstanden. «Während man im B noch mit neun Spielerinnen spielte, sind es im A bereits elf. Zeitweise hatten die A-Juniorinnen dadurch sogar zu wenig Spielerinnen, um an ein Spiel zu gehen und waren deshalb stark mit den B-Juniorinnen verbunden, von denen sie dann zusätzliche Spielerinnen mitnahmen, um überhaupt eine vollständige Mannschaft auf den Platz zu stellen.» Für Celia war dies eine sehr fussballintensive Phase. «In dieser Zeit hatte ich fast immer am Samstag ein Spiel mit den B-Juniorinnen und zusätzlich am Sonntag noch eines mit den A-Juniorinnen, was manchmal schon ein bisschen zeitaufwendig werden konnte.» Doch im letzten Jahr hat sich die Situation entschärft. Viele neue Spielerinnen sind den A-Juniorinnen beigetreten. Teilweise sind es solche, die zwar noch nie richtig gespielt haben, aber sich dennoch dazu entschieden haben, den Fussball als Hobby aufzunehmen. Längst nicht alle sind aus Wipkingen. «Diejenigen, die schon lange dabei sind, wohnen schon in Wipkingen und Umgebung, aber wir haben auch junge Frauen, die aus dem Seefeld, Wollishofen, Uetikon am See oder sogar von Frauenfeld (!) fürs Training auf den Hardhof anreisen», sagt Lotta.

    Gähnende Leere oberhalb des A-Teams

    Doch wie steht es um das aktive Frauenteam von Wipkingen? Fehlanzeige. Bevor 2009 die erste Mädchenmannschaft von Wipkingen entstand, gab es nur die Frauenmannschaft – mittlerweile wurde diese aber aufgelöst. Es gab grosse Differenzen zwischen den Spielerinnen, und die Chemie im Team stimmte überhaupt nicht. Es ging so weit, dass die Mannschaft sich in einem richtigen Streit verfing. Immer mehr spaltete sich das Team, und als Trainer Pascal Brosi nach Altstetten wechselte, zogen viele mit ihm oder verliessen das Team. Über den A-Juniorinnen von Lotta und Celia herrscht momentan also gähnende Leere.
    Celia sieht darin ein Problem. Natürlich wäre es ein grosser Vorteil, auf der Basis einer erfahrenen Damenmannschaft aufbauen zu können. Ausserdem sagt Celia, dass das ehemalige Damenteam in der 3. Liga gespielt hat, da diese nun aber nicht mehr existiert, müsse das neue Frauenteam der A-Juniorinnen in der 4. Liga starten. Dennoch sind die A-Juniorinnen zuversichtlich. Momentan haben sie ein Kader von 28 Spielerinnen. Das Team harmoniert sehr gut und das Ziel ist natürlich, aus diesen Spielerinnen eine neue, aktive Damenmannschaft zu bilden. Dann wird es wohl eine Durchmischung geben: Die A-Juniorinnen mit weniger Erfahrung bleiben im A und bilden mit den aufsteigenden B-Juniorinnen das neue A-Team, während der Rest der Mannschaft dann die neue Damenmannschaft bildet. Wie bereits erwähnt sind in den jüngeren Jahrgängen mehr als genug Nachwuchsjuniorinnen vorhanden und deshalb wird man bestimmt noch einiges hören vom Frauenfussball beim Sport Club Wipkingen.