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  • Hilfe bei krankhaftem Übergewicht

    Hilfe bei krankhaftem Übergewicht

    Dr. med. Anita Scheiwiller, Leitende Ärztin Viszeralchirurgie, Klinik für Viszeral-, Thorax- und Gefässchirurgie, Stadtspital Waid und Triemli.

    Dr. med. Anita Scheiwiller, Leitende Ärztin Viszeralchirurgie, Klinik für Viszeral-, Thorax- und Gefässchirurgie, Stadtspital Waid und Triemli.

     

    Warum braucht es im Stadtspital Waid und Triemli ein Adipositaszentrum?

    Dr. med. Anita Scheiwiller: Die bariatrische Chirurgie stellt aktuell die einzige Therapie dar, die
    längerfristige Erfolge in der Gewichtsreduktion bieten kann. Da Übergewicht in unseren westlichen Kulturen sowohl medizinisch als auch ökonomisch ein riesiges Problem darstellt, ist eine angemessene Therapie notwendig. Die bariatrische Therapie besteht aber aus viel mehr als
    nur der Operation selber. Eine intensive Vor- und Nachbetreuung ist elementar und wird durch ein
    grosses interdisziplinäres Team gewährleistet. Es besteht aus Spezialistinnen und Spezialisten aus den Bereichen Chirurgie, Gastroenterologie, Endokrinologie, Innere Medizin, Ernährungs- und
    Physiotherapie, Psychiatrie sowie weiteren Spezialisten.

    Dr. med. Thomas Gürtler: Es macht meiner Meinung nach Sinn und ist gut, dass wir ein solches,
    hochspezialisiertes Team an beiden Standorten haben, also im Waid und im Triemli.

    Antonija Cvitkovic: Weil das Stadtspital Waid und Triemli für die Gesundheitsversorgung vieler
    Menschen in der Stadt Zürich und Umgebung verantwortlich ist, ist es von grosser Bedeutung, dass wir ein Zentrum führen, wo sich alles unter einem Dach befindet. Bei uns können sich die Patientinnen und Patienten mit Übergewicht unkompliziert beraten und behandeln lassen.

    Dr. med. Thomas Gürtler, Leitender Arzt Viszeralchirurgie, Klinik für Viszeral-, Thorax- und Gefässchirurgie, Stadtspital Waid und Triemli.

    Dr. med. Thomas Gürtler, Leitender Arzt Viszeralchirurgie, Klinik für Viszeral-, Thorax- und Gefässchirurgie, Stadtspital Waid und Triemli.

     

    Welche Funktion haben Sie in diesem Zentrum? Was sind Ihre Aufgaben?

    Gürtler: Ich bin bariatrischer Chirurg und beteilige mich an der Evaluation, Aufklärung und Nachsorge der Eingriffe. Diese führe ich bei denjenigen Patientinnen und Patienten durch, die ich in meiner Sprechstunde kennengelernt und untersucht habe. Wichtig ist, bei der Patientenauswahl zu erkennen, wer geeignet ist und von einer solchen Operation profitieren kann, sowie die richtige Einschätzung des Operationsrisikos. Letztendlich trägt der Chirurg die Verantwortung bei jedem operativen Eingriff. Selbstverständlich gehört eine sorgfältige Operationstechnik und eine gute Betreuung nach der OP dazu. Und damit alles funktioniert, braucht es eine gute Koordination. Dafür ist Antonija Cvitkovic besorgt.

    Cvitkovic: Ich arbeite als Clinical Nurse im Adipositaszentrum Waid und Triemli und habe vielseitige, interdisziplinäre Aufgaben. Ich stimme die Patiententermine aufeinander ab und sorge dafür, dass alles reibungslos läuft. Unsere Patientinnen und Patienten brauchen eine sehr lange Nachbetreuung, die ich gründlich überwache. Eine gute Betreuung liegt mir sehr am Herzen, denn die Lebensstilveränderung nach der Operation ist eine grosse Herausforderung. Unterstützung ist gerade dann besonders wichtig. Ebenso pflege ich eine gute Kommunikation und Zusammenarbeit mit den Hausärztinnen und Hausärzten. Dies ist für die positiven Langzeitresultate sehr wichtig.

    Und Sie, Anita Scheiwiller?

    Ich arbeite als Viszeralchirurgin am Standort Waid. Die bariatrischen Operationen werden seit dem Zusammenschluss zum Stadtspital Waid und Triemli alle am Standort Triemli durchgeführt. Die damit gesteigerte Fallzahl garantiert eine hohe Qualität. Die Vor- und Nachbetreuung der Patienten gewährleisten wir in beiden Häusern – ideal für unsere Patienten. Da ich eine langjährige Erfahrung in bariatrischer Chirurgie habe und mir dieses Gebiet besonders am Herzen liegt, bin ich sehr glücklich, beim Aufbau des neuen Adipositaszentrums mitwirken zu können. Denn neben dem durchaus spannenden operativen Teil finde ich vor allem die langjährige Betreuung der Patientinnen und Patienten sehr befriedigend. Ihre oft sehr grosse Dankbarkeit macht die bariatrische Chirurgie zu einem äusserst zufriedenstellenden Fachgebiet.

    Welche Patientinnen und Patienten können von einer Beratung und Behandlung bei Ihnen im Zentrum profitieren?

    Scheiwiller: Grundsätzlich können alle Übergewichtigen an unser Zentrum zugewiesen werden. Meistens über die Hausärzte oder über sonstige Spezialisten. Sehr gerne können sich die Betroffenen aber auch direkt bei uns für einen Sprechstundentermin melden. Wir schauen dann mit ihnen, ob eine bariatrische Operation in Frage kommt oder ob eher eine konservative Gewichtsreduktion anzustreben ist.

    Gürtler: Natürlich gibt es Richtlinien. Generell können Patientinnen und Patienten mit einem Body-Mass-Index von über 35 operiert werden. Zudem dürfen sie nicht jünger als 18 und nicht älter
    als 75 Jahre sein. Darüber hinaus müssen sie die Einschlusskriterien der Swiss Society for the Study of Morbid Obesity and Metabolic Disorders erfüllen.

    Scheiwiller: Ich möchte noch erwähnen, dass es für übergewichtige Patientinnen und Patienten
    oft sehr wichtig ist, dass sie in einem Zentrum längerfristig begleitet werden – auch wenn sie sich
    nicht für einen Eingriff entscheiden oder die Bedingungen dazu nicht oder noch nicht erfüllen.

    Das Interview führte Markus Meier.

    Das Waid ist Mitglied des Gewerbe Wipkingen. 

    Adipositaszentrum Stadtspital Waid und Triemli
    Allen übergewichtigen Patientinnen und Patienten sowie zuweisenden Ärztinnen und Ärzten steht die kompetente Clinical Nurse Antonija Cvitkovic bei medizinischen und administrativen Fragen zur Verfügung.
    Kontakt: Tel. 044 416 43 76, E-Mail: adipositaszentrum@zuerich.ch.

  • Mittagstisch findet wieder statt

    Mittagstisch findet wieder statt

    Nach dem unfreiwilligen Unterbruch sind die Fachgeschäfte in Wipkingen wieder offen. Die Restaurants haben in der Lockdown-Zeit Take-away- und Hauslieferdienste angeboten. Das Angebot wurde rege genutzt. Allerdings konnten die meisten Geschäfte den Umsatzausfall nicht ganz kompensieren. Umso mehr freuen sich nun die Läden und Fachgeschäfte, ihre Kunden wieder zu begrüssen.

    Auch der traditionelle Mittagstisch musste eine Zwangspause einlegen und ist jetzt wieder offen. Seit 15 Jahren pflegt die Kochschule «La Cuisine» an der Nordstrasse nebst dem konventionellen Angebot diesen Mittagstisch. Ursprünglich war das Treffen am jeweils letzten Donnerstag im Monat den Gewerbemitgliedern vorbehalten. Der Mittagstisch steht seit einiger Zeit auch Nicht-Mitgliedern offen.
    Der Betreiber der Kochschule, Peter Bechter, kocht mit Unterstützung von Sämi Räss für einen bescheidenen finanziellen Beitrag ein leckeres Mehrgangmenü. Der Treffpunkt bietet nebst feinem Essen die Möglichkeit, Freundschaften zu pflegen und sich auszutauschen. Die Beliebtheit des Mittagstisches ist in den letzten Jahren soweit gestiegen, dass die Gewerblerinnen und Gewerbler öfters in der Minderheit waren, was der Geselligkeit keinen Abbruch tat. Ein spontanes Vorbeikommen ist leider nicht möglich. Eine Anmeldung ist notwendig, da der Anlass meist ausgebucht ist.

    Kompletter Viergänger

    Das Menü des letzten Mittagstisches bestand aus einem Viergänger – mit Baba Ganoush zur Vorspeise, einer Mais- und Kressesuppe, Boeuf Bourguignon zur Hauptspeise und einer Erdbeercrèmeschnitte zum Dessert. Profi-Koch Peter Bechter hat langjährige Erfahrung aus der beruflichen Tätigkeit in erstklassigen Hotels in der Schweiz und im Ausland. Seine Erfahrung ist zudem Garantin für die hohe Qualität der Kochkurse, welche regelmässig zu verschiedenen Themen stattfinden.

    Vorspeise: Baba Ganoush mit Ratatouillesalat und Tuna.

    Vorspeise: Baba Ganoush mit Ratatouillesalat und Tuna.

    Suppe: Zweifarbige Suppe, Mais- und Kressesuppe.

    Suppe: Zweifarbige Suppe, Mais- und Kressesuppe.

    Hauptgang: Boeuf Bourguignon.

    Hauptgang: Boeuf Bourguignon.

    Dessert: Millefeuille mit Erdbeeren.

    Dessert: Millefeuille mit Erdbeeren.

  • Wir sind wieder für Sie da

    Wir sind wieder für Sie da

    «z’Wipkinge findsch es!»

    Unser Ziel sind zufriedene Kunden. Besuchen Sie ein Fachgeschäft in Wipkingen! In unserem lebhaften Quartier ist praktisch alles erhältlich. Für Dinge des täglichen Bedarfs, Gebrauchsgüter, Dienstleistungen aller Art oder Service und Reparatur finden Sie in Wipkingen ein interessantes Angebot.
    Viel Vergnügen beim Einkauf!

  • Eine traurige Debatte

    Der gewaltsame Mord des Afroamerikaners George Floyd hat eine weltweite Protestwelle ausgelöst. Die systematische Chancenungleichheit und die Gewalt an Schwarzen ist schon viel zu lange ein Problem. Und das nicht nur in der USA. Die «Black Lives Matter»-Bewegung bringt nun ans Tageslicht, wieviel Wut und Trauer sich angestaut hat. Die Forderung ist ganz klar. Rassismus hat keinen Platz auf der Welt. Die systematische Unterdrückung der Schwarzen muss beendet werden, und es muss sich grundlegend etwas ändern.
    Im Zuge dieser weltweiten Bewegung wurde auch in der Schweiz sehr viel über Rassismus diskutiert. Dabei ist unter anderem auch einmal mehr das Schokoladegebäck, das als «Mohrenkopf» bekannt ist, in die Kritik geraten.
    Der Begriff ist fragwürdig und historisch eng verbunden mit einer abwertenden Bezeichnung für dunkelhäutige Menschen.
    Die Debatte hat insbesondere durch die umstrittene Entscheidung der Migros, den «Dubler Mohrenkopf» aus dem Sortiment zu nehmen, viel mediale Aufmerksamkeit erhalten. Das Unternehmen Dubler weigert sich unter allen Umständen, sein beliebtes Verkaufsprodukt umzubenennen.
    Besonders in rechten Kreisen, aber auch darüber hinaus wird der «Mohrenkopf» mit allen Mitteln und roten Köpfen verteidigt. Das Produkt habe schon immer so geheissen. Das habe nichts mit Rassismus zu tun. Es gäbe viel wichtigere Probleme und das «Gejammere» der Gegner des «Mohrenkopfes» sei völlig ungerechtfertigt. Eine Änderung des Namens würde gar nichts ändern und es sei eine masslose Übertreibung. Die junge SVP Zürich hat sogar eine «Mohrenkopf-Verteilaktion» gestartet, um auf diese unerhörte Ungerechtigkeit aufmerksam zu machen, dass dieses arme Schweizer Traditionsprodukt sabotiert wird. Der Eifer und der unermüdliche Einsatz und Kampf in der Verteidigung dieses rassistisch konnotierten Namens finde ich bedauerlich.
    Ich unterstelle nicht jeder Person, die den Schokokuss «Mohrenkopf» nennt, rassistisch veranlagt zu sein. Wenn man jedoch mit einem solchen Eifer proaktiv für die Aufrechterhaltung dieses historisch fragwürdigen Begriffes kämpft, wirft das bei mir Fragen auf.
    Wieso ist es wichtig, dass dieser Name behalten wird? Hat ein «Schokokuss» einen anderen Geschmack als ein «Mohrenkopf»? Wieso kann man nicht akzeptieren, dass der Begriff verletzend wirken kann und darauf verzichten? Ist etwas richtig und gut, nur weil es schon immer so war?
    Oft wird auch das Argument aufgeworfen, dass es doch viel wichtigere Probleme gibt und die Leute nicht so ein Drama wegen eines Begriffes machen sollten. Ich stimme zu hundert Prozent zu, dass die Probleme des Rassismus viel tiefer liegen als in der Bezeichnung einer Süssigkeit.
    Umso trauriger deshalb, dass man sogar für diese winzige Änderung und einen minimalen Schritt in die richtige Richtung, durch die Abschaffung dieses Namens kämpfen muss. Und genau durch diese Debatte wird das tieferliegende Problem des Rassismus sichtbar. Dinge die selbstverständlich sein sollten, sind es nicht.
    Viele dunkelhäutige Menschen sind täglich mit Rassismus konfrontiert. Vielleicht ist es auch nicht für alle dunkelhäutigen Menschen ein Problem, wie diese belanglose Süssware nun bezeichnet wird. Fakt ist jedoch, dass es Menschen gibt, die durch den Begriff verletzt werden. Als Person, die nicht betroffen ist von Rassismus im Alltag, hat man also absolut kein Recht zu sagen, dass der Begriff in Ordnung ist.
    Die Sprache und Begriffe, die wir verwenden sind auch Teil unserer Realität. Einst wurden die Schokoküsse auch «Negerköpfe» genannt. Würden die Leute, die heute den «Mohrenkopf» verteidigen, dieselben Argumente auch auf diesen Begriff anwenden, weil man das Gebäck lange Zeit so genannt hat? Ich hoffe nicht.
    Und das zeigt auch, dass sich Begriffe und Traditionen entwickeln können und nicht in Stein gemeisselt sind. Mir ist bewusst, dass der Rassismus durch die Abschaffung dieses einen Begriffes nicht verschwinden wird. Doch es würde ein Zeichen setzen, dass die Gesellschaft bereit für einen Wandel ist.
    Mit dieser traurigen Debatte wurde nun bereits ein Zeichen gesetzt. Es wurde nämlich gezeigt, dass viele Leute bereit dazu sind, ihre Traditionen zu verteidigen, koste es was es wolle. Ich denke, es ist an der Zeit, dass nun die richtigen Zeichen gesetzt werden.

  • IG Pro Rütihof reicht erneut Rekurs ein

    IG Pro Rütihof reicht erneut Rekurs ein

    Eins muss man der Interessensgemeinschaft Pro Rütihof lassen: Sie hat einen langen Atem. Zwölf Jahre sind vergangen, seit sie gegen das «Strassenbauprojekt Regensdorfer-/Frankentalerstrasse», das am 16. Mai 2008 erstmals öffentlich aufgelegt worden war, Einsprache erhob. Es folgte ein Marathon bis vor Bundesgericht, das den Einsprechenden schliesslich recht gab und die Streitsache an den Stadtrat zurückwies. Das Verwaltungsgericht verlangte in seinem Urteil von 2012, die Sicherheitslage für Fussgänger*innen und Velofahrer*innen zu prüfen sowie die Notwendigkeit einer Lichtsignalisierung beim Knoten Regensdorfer-/Frankentalerstrasse. In der Folge beauftragte der Stadtrat das externe Ingenieurbüro verkehrsteiner AG mit der Prüfung. 2014 kam dieses zum Schluss, dass das Strassenbauprojekt «den einschlägigen Normen und Regeln der Baukunde Rechnung trage». Dennoch empfahl es weitere Anpassungen, um die Sicherheit für die Fussgänger*innen zu erhöhen. 2016 äusserte das Amt für Verkehr des Kanton Zürichs noch zwei kleinere Begehren, die ebenfalls berücksichtigt wurden. Dann passierte zwei Jahre lang nichts. «Der zuständige Projektleiter konnte das Projekt nicht mehr weiterführen», heisst es beim Tiefbauamt auf Anfrage. Aufgrund des Fachkräftemangels in der Branche habe man einige Zeit keine Nachfolge finden können, welche das Projekt hätte vorantreiben können. 2018 wurde die IG Pro Rütihof zu einer Besprechung beim Tiefbauamt eingeladen, an der der Prüfungsbericht jedoch, gemäss Aussagen der IG Vertreter, nicht erwähnt worden sei. Eineinhalb Jahre später kam es schliesslich zum Stadtratsbeschluss.

    Vorwurf: Mangelnde Transparenz

    Wie die IG Pro Rütihof auf ihrer Webseite kommuniziert, hat sie gegen diesen halböffentlichen Stadtratsbeschluss vom 26. Februar beim Regierungsrat Rekurs eingelegt. Da es sich bei den Änderungen des betroffenen Strassenbauprojekts Regensdorfer-/Frankentalerstrasse nur um «untergeordnete Massnahmen» handle, sei eine erneute Planauflage nicht nötig, so der Stadtrat. Die Rekurrenten wenden ein, dass sich die Bevölkerungszahl und das Verkehrsaufkommen sowie die rechtlichen Grundlagen der damaligen Projektierung wesentlich geändert hätten und es angezeigt sei, das Projekt grundsätzlich zu überarbeiten. Neben inhaltlichen Punkten kritisiert sie die mangelnde Transparenz von Seiten der Stadt, denn das Protokoll wurde auf aus Persönlichkeitsschutzgründen nicht auf dessen Webseite publiziert. «Die Stadt hätte die Namen der Rekurrenten einfach schwärzen können, ein Vorgehen, das auch bei Gerichtsbeschlüssen üblich ist», meint Walter Giger, Mitglied der Interessensgemeinschaft.

    Projekt Grünwaldareal weiterhin on hold

    Ebenfalls hängig ist ein Rekursverfahren gegen die Aufhebung von Ausnützungszuteilungen im Quartierplan (Neuüberbauung Grünwaldareal). Die beiden Projekte sind zwar unabhängig voneinander und das Projekt Grünwald werde weiter vorangetrieben, auch wenn das Strassenbauprojekt behindert sei, so die Auskunft des Tiefbauamts. Die Stadt habe jedoch bereits vor zwei Jahren gemeinsam mit den Bauträgerinnen entschieden, dass der Architekturwettbewerb erst starten kann, wenn rechtskräftige Urteile sowohl fürs Strassenprojekt als auch für die Anpassungen im Quartierplan vorliegen. Momentan sieht es so aus, als könnte sich die endlose Geschichte noch um ein Kapitel verlängern.

    Alle Informationen zum Thema Neuüberbauung des Grünwaldareals (früher Ringling) unter www.hoengger.ch/dossiers

     

  • Aus Angst vor Dobermann in die Limmat gesprungen

    Aus Angst vor Dobermann in die Limmat gesprungen

    Ein herbstlicher Spaziergang wurde für eine 33-jährige Brasilianerin zum Verhängnis. Am 8. November 2000 überquerte die Passantin nichtsahnend den rund 50 Meter langen Hardeggsteg über die Limmat zwischen Höngg und Altstetten. Doch plötzlich kam ihr ein bellendes, nicht angeleintes Dobermann-Männchen entgegen. Seine Halterin war nirgends in Sicht, die Frau spazierte weit entfernt hinter ihrem frei herumlaufenden Hund.

    Das Tier, welches 70 Zentimeter gross und 40 Kilogramm schwer war, rannte mit hoher Geschwindigkeit auf die Fussgängerin zu und wirkte kampflustig. «Der Hund war extrem aggressiv. Auch mir wurde angst und bange», sagte später ein Zeuge vor Gericht aus. Kurz zuvor hatte der Dobermann schon einen Hundehalter attackiert, der sich aber wehren konnte. Panisch sah die 33-jährige ihre letzte Rettung in der Limmat. Ohne lange zu überlegen, sprang die Frau, die nur schlecht schwimmen konnte, über die Brücke in das knapp 13 Grad kalte Wasser und ertrank. Die 41-jährige Besitzerin des Dobermanns, die inzwischen bei Django angekommen war, entfernte sich vom Tatort, ohne dem Opfer zu helfen.

    Für den Ehemann des Opfers war der 8. November 2000 ein normaler Arbeitstag. Um neun Uhr morgens verabrede er sich noch per Telefon mit seiner Frau: die beiden wollten im Reisebüro ihre Flugtickets nach Brasilien abholen, es waren gemeinsame Ferien geplant. Doch seine Ehefrau tauchte nicht beim vereinbarten Treffpunkt auf. Verwundert holte der Gatte die Tickets selbst ab und ging nach Hause. Während er in der gemeinsamen Dreizimmerwohnung wartete, lag seine Ehefrau nur wenige hundert Meter entfernt tot in der Limmat.

    Am nächsten Tag, nach einer schlaflosen Nacht, gab der Ehemann auf dem Höngger Polizeiposten eine Vermisstenanzeige auf. Die Polizisten erinnerten sich an die Aussagen von Augenzeugen, dass eine Frau in die Limmat gesprungen sei. Ob seine Frau Angst vor Hunden habe, wurde er gefragt. Dem Ehemann schwante Schreckliches, er wusste, dass er seine Frau nicht mehr lebend sehen würde.
    Erst 72 Stunden nach dem Sprung wurde die Tote in der Limmat gefunden und geborgen. Ihr Mann musste seine Frau noch an der Fundstelle identifizieren. Er warf Rosen in die Limmat und legte einen Kranz am Tatort nieder. Er wolle seine Frau in Brasilien beerdigen, dies sei ihr letzter Wunsch gewesen. Die beiden hatten sich in den frühen 1990er-Jahren kennengelernt und wollten eine gemeinsame Zukunft aufbauen. Sie arbeitete als Kioskangestellte im ShopVille im Zürcher Hauptbahnhof, er als Servicetechniker.

    Halterin angeklagt

    Erst zwei Tage nach dem tragischen Unfall meldete sich die Hundehalterin auf einen Zeugenaufruf bei der Polizei und wurde angeklagt. Der Bezirksanwalt beantragte eine bedingte Gefängnisstrafe von neun Monaten. Die Frau sei ihrer Sorgfaltspflicht nicht nachgekommen und habe den Dobermann weder zurückgerufen noch angeleint. Zudem habe die Angeklagte sich entfernt, ohne sich um das Opfer zu kümmern.
    Am Prozess vor dem Zürcher Bezirksgericht hatten die Richter darüber zu entscheiden, ob die Halterin fahrlässig gehandelt habe und ob sie wegen unterlassener Hilfeleistung belangt werden musste. Der Richter wollte wissen, warum sie dem Opfer nicht geholfen habe. «Ich wollte ihr nicht noch mehr Angst mit Django machen», antwortete die Hundebesitzerin. Ausserdem sei sie der Ansicht gewesen, dass die Frau sich selbst aus dem Wasser zu helfen wusste.

    Der Verteidiger der Hundehalterin plädierte auf Freispruch. Der Sprung der Frau in die Limmat sei eine unvorhersehbare Fehlreaktion gewesen. Der Hund habe die 33-jährige Frau weder bedrängt noch verhindert, dass sie aus dem Wasser steigen konnte. «Django ist keine Bestie, sondern einfach ein grosser Hund.»

    Für das Gericht aber hätte die Hundebesitzerin der Brasilianerin helfen müssen. Nicht das Wegbringen ihres Dobermanns, sondern die Rettung des Opfers hätte Vorrang gehabt, sagte der Richter. Deswegen wurde die Hundehalterin wegen unterlassener Nothilfe zu einer bedingten Gefängnisstrafe von drei Monaten verurteilt. Für die fahrlässige Tötung wurde sie allerdings nicht belangt. Mit dem Nicht-Anleinen ihres Dobermanns hatte die Frau pflichtwidrig gehandelt, jedoch habe sie nicht voraussehen können, was passieren würde.

    Der Mann des Opfers sagte bereits im Vorfeld aus, dass wenn das Urteil milde ausfallen würde, er nicht in Rekurs gehen würde. Die Besitzerin sei genug gestraft, so der Hinterbliebene. Er würde weder Hass gegen die Frau noch gegen den Hund empfinden, sondern wolle einfach nur abschliessen mit der Geschichte, sagte er damals.

    Django musste ins Tierheim

    Der damals fünfeinhalb Jahre alte Dobermann Django kam nach seiner Attacke in ein Tierheim. Dort wurde das Verhalten Django von Experten der Stadtpolizei geprüft. Der Hund konnte beim so genannten Wesenstest nicht überzeugen, die Prüfung fiel schlecht aus: in einem neunseitigen Gutachten stand, dass Django und seine Halterin eine Gefahr für die Öffentlichkeit darstellen würden. Der Wesensrichter gab der damals zuständigen Stadträtin Esther Maurer (SP) eine Empfehlung für eine Umplatzierung des Hundes. Dies wurde gemacht, Django kam zu einem neuen Besitzer, der schon einen anderen Hund hatte.

    Die Serie «Tatort Kreis 10» befasst sich mit Verbrechen oder Unfällen, die sich in Wipkingen und Höngg ereignet haben. Die Redaktion ist offen für Hinweise auf weitere Fälle im Kreis 10 aus der Bevölkerung auf redaktion@hoengger.ch

  • Zehn Jahre Kunsterlebnis Art-Forum

    Zehn Jahre Kunsterlebnis Art-Forum

    Wenn man bei der Haltestelle Wartau aussteigt, sieht man an einem der Wohnhäuser gegenüber des ehemaligen Tramdepots immer noch das Schild des Art-Forums. Von Aussen wirkt das Gebäude eher unscheinbar. Wenn man das Art-Forum und dessen Geschichte nicht kennt, lässt nur wenig darauf schliessen, in was für verschiedene Welten man in den letzten Jahren in den Kellerräumen dieses Gebäudes eintauchen konnte. Denn genau darum ging es den Frauen, die dieses Projekt auf die Beine gestellt und über all diese Jahre weiterentwickelt hatten – in neue Welten eintauchen und die Kunst mit allen Sinnen erleben.
    Manuela Uebelhart, Rosmarie Lendenmann und Nora Dubach sind sehr unterschiedliche Persönlichkeiten. Im Gespräch wird jedoch sehr schnell klar, was die drei Künstlerinnen schon immer verbunden hat. Die Liebe zur Kunst. Und diese Liebe und Leidenschaft für die Kunst war auch der stetige Motor und Antrieb für die Weiterentwicklung dieses speziellen Galerie-Kellers in Höngg.
    Gegründet wurde das Art-Forum 2009. Es gab zwar schon das Ortsmuseum. Dieses organisierte jedoch nur alle drei Jahre Ausstellungen. Gemäss Uebelhart herrschte damals ein grosses Bedürfnis nach mehr Ausstellungen und Kunst in Höngg.
    Gemeinsam mit einem mittlerweile ausgetretenen ersten Gremium-Mitglied und Rosmarie Lendenmann eröffnete Manuela Uebelhart deshalb das Art-Forum. Nora Dubach, die dritte in der Gesprächsrunde, stiess etwas später zu den Gründungsmitgliedern des Art-Forums hinzu.

    Eine profitfreie Kunstoase

    Um Profit ging es den drei Frauen nie. Die Künstler*innen bezahlten eine sehr geringe Summe, um ihre Werke bei einer Ausstellung zu präsentieren und zu verkaufen. Vom Erlös der verkauften Werke ging dann ein kleiner Prozentsatz an das Art-Forum. «Alles Geld, das wir eingenommen haben, haben wir wieder in das Forum investiert», erklärt Uebelhart. Im Laufe der Zeit wurden die Kellerräume so zu einer immer professionelleren Galerie. Mit den Einnahmen wurden neue Böden eingebaut, Glasvitrinen für Skulpturen gekauft, die Beleuchtung verbessert und die Wände neu gestrichen. Ausserdem wurde davon auch die musikalische Begleitung der Vernissagen und reichhaltige Apéros finanziert. Für das Art-Forum scheuten die drei Frauen weder Kosten noch Mühen. «Wir wollten ein unvergessliches Erlebnis kreiieren. Und das taten wir mit voller Hingabe und Leidenschaft. Der Profit spielte für uns nie eine Rolle. Es ging wirklich nur um die Freude an der Kunst», sagt die mittlerweile 85-jährige Lendenmann.

    Ambitionierte Ziele und grosse Erfolge

    Neben dem einmaligen Kunsterlebnis für die Besuchenden hatten die Künstlerinnen auch andere Ziele mit dem Art-Forum. «Als wir 2009 das Art-Forum gründeten, war unser Hauptinteresse, die Künstler*innen von Höngg zu unterstützen und zu fördern. Ausserdem wollten wir das Art-Forum zu einer Art Treffpunkt für die Höngger Kunstszene machen», erklärt Uebelhart.
    Natürlich hatten Sie auch gewisse Ansprüche an die Ausstellungen. Ein gewisser qualitativer Standard musste erfüllt sein. Ihr Slogan war «Gute Kunst zu Atelierpreisen».
    Schon bald nach der Eröffnung wurden die Erwartungen erfüllt. Die Ausstellungen im Art-Forum erfreuten sich grosser Beliebtheit und hatten Erfolg. «Teilweise waren bei den Vernissagen über 100 Personen im Art-Forum», schwärmt Uebelhart.
    Eines der Highlights war die Ausstellung «Männerwelten» der drei renommierten Künstler Christian Mathis, Werner Muntwiler und Pietro Martini. Die vierwöchige Ausstellung generierte über 12000 Franken Umsatz. Gewisse Ausstellungen präsentierten Kunstwerke von bis zu acht verschiedenen Künstler*innen. Das Interesse war meistens sehr gross.

    Die Diversität der Kunst

    Das Art-Forum hat sich stetig weiterentwickelt. «Am Anfang hatten wir nicht wirklich ein Konzept. Wir haben einfach mal Ausstellungen organisiert. Mit der Zeit haben wir dann immer mehr auch thematische Ausstellungen entwickelt», erinnert sich Uebelhart.
    Die Kreativität kannte keine Grenzen. Es wurden verschiedenste Formen der Kunst zelebriert. Von Skulpturen über verschiedenste Formen der Malerei und Fotographie – im Art-Forum gab es nichts, das es nicht gab. Begleitet wurden alle Vernissagen von musikalischen Auftritten.
    Die drei Art-Forum-Damen berichten von einem Opernsänger, Panflöten, einem Klarinetten- und Geigen-Duo, Harfen, Popsongs auf der Gitarre, Tanzauftritten und vielem mehr. Beim Zuhören merkt man, wie die engagierten Frauen wieder ins Schwärmen kommen. Man spürt aber auch, was die Kunst, das Art-Forum und das hier Erlebte den drei bedeutet.
    Nora Dubach, die dritte im Bunde, ist eine mehrfach ausgezeichnete Buchautorin. Ihre Kunst ist neben ihren Skulpturkreationen vor allem die Literatur. So gab es im Art-Forum nebst Vernissagen auch immer wieder Buchlesungen.
    Für einzelne Ausstellungen wurden teilweise über 300 Einladungen von Hand verschickt. Dieses enorme Engagement war aber trotz der grossen Freude auch sehr zeitintensiv und hat die drei viel Energie gekostet.

    Das Ende einer Ära
    Im Dezember letzten Jahres, zehn Jahre nach der Eröffnung, fand im Art-Forum nun die letzte offizielle Ausstellung statt. Das Ende hatte sich schon in den letzten drei Jahren abgezeichnet. Verschiedene Probleme führten zum Entscheid, das Projekt Art-Forum in dieser Form nicht mehr fortzusetzen.
    Einerseits ging das Interesse für das Art-Forum gegen Ende stetig zurück. Es wurde weniger Kunst gekauft und auch der Andrang für die Ausstellungen liess zunehmend nach. «Kunst ist immer auch ein Luxus. In schwierigeren Zeiten wird weniger Kunst gekauft», meint Lendenmann.
    Entscheidender waren aber andere Probleme, wie das fehlende Engagement der Künstler*innen. «Mit dem Art-Forum fühlten wir uns gegen Ende manchmal etwas im Stich gelassen», sagt Uebelhart.
    «Die Organisation und Durchführung der Ausstellungen war ein enormer Aufwand, auch wenn wir es gerne gemacht haben. Für viele Künstler*innen haben wir mit dem Art-Forum eine perfekte Plattform geliefert. Leider ist teilweise nur sehr wenig Rückmeldung für diese freiwillige Arbeit und Unterstützung gekommen. So fühlte man sich manchmal auch ein bisschen ausgenutzt», erklärt Uebelhart stellvertretend für die drei Künstlerinnen.
    Hinzu kamen auch noch gesundheitliche Probleme. Lendenmann musste sich deshalb eine Weile zurückziehen, womit der Aufwand für Dubach als Assistentin und Uebelhart als Hauptverantwortliche noch grösser und anstrengender wurde. «Wir sind nicht mehr die jüngsten», sagt Lendenmann dazu schmunzelnd.
    Es sind also in den letzten Jahren gleich verschiedene Probleme gleichzeitig aufgetaucht. Dies führte zum Entschluss, das Forum in dieser Form nicht mehr zu betreiben.

    Zukunftspläne

    Eines ist aber sicher. Auch wenn vor allem gegen Ende aus verschiedenen Gründen nicht mehr alles so rund lief war es eine Zeit voller unvergesslicher Erinnerungen. Im Gespräch mit den drei Frauen spürt man noch immer, dass sie ihre Leidenschaft für die Kunst nicht verloren haben. Der Kreativitätsfunken und der Wille, Neues zu gestalten, scheint trotz dem Ende des Art-Forums noch lange nicht erloschen zu sein. So meint Uebelhart auch: «Ein Ende ist immer auch eine Chance. Und aus einem Ende kann auch wieder etwas Neues entstehen. »
    Ähnlich sehen es auch Dubach und Lendenmann. Alle drei sind überzeugt, dass noch viel passieren wird. Auch die Galerie soll weiterhin geöffnet bleiben und im kleineren Rahmen wollen die drei auch weiterhin Veranstaltungen planen. All das aber natürlich erst, wenn sich die Situation rund um das Coronavirus wieder normalisiert.
    So haben die drei Künstlerinnen nun Zeit, in sich zu kehren, das Erlebte dieser Ära zu verarbeiten und ihre Energie und Gedanken voll und ganz dem zu widmen, was die drei ihr ganzes Leben begleitet hat. Die Kunst.

    Die Werke von Uebelhart, Lendenmann und Dubach können aktuell im Galeriekeller jeweils freitags, samstags oder sonntags besichtigt werden.

    Telefonische Vereinbarung: 044 341 25 60

     

     

  • Die ultimative Wahrheit

    Solche Aussagen werden in der Regel belächelt. Für eine kleine Minderheit sind sie jedoch bitterer Ernst. Verschwörungstheorien sind ein Phänomen für sich. Es gibt tausende davon. Und jede neue Theorie klingt noch haarsträubender als die letzte.
    Psychologen nennen verschiedene Gründe, weshalb gewisse Menschen an Verschwörungstheorien glauben. Oft sind es Personen, die ein verstärktes Bedürfnis danach haben, Kontrolle über ihr Leben zu erlangen. Oder solche, die danach streben, einzigartig zu sein.
    Im Grunde genommen verstehe ich die Faszination für diese Theorien. Es hat einen gewissen Reiz, der «ultimativen» Wahrheit auf die Spur gekommen zu sein. Einer Wahrheit, die der grossen Masse der Menschheit verborgen bleibt und die von einer kleinen, geheimen Weltelite kontrolliert wird. Auch ich habe schon mit Freunden*innen über solche oder ähnliche Dinge philosophiert. Der Unterschied zu Verschwörungstheoretikern ist jedoch, dass «normale» Personen die Fähigkeit besitzen, zwischen Fakten und potenziellen Alternativen zu unterscheiden und bescheiden genug sind, nicht sich selbst als die heilige Quelle der Wahrheit zu verstehen.
    Verschwörungstheoretiker massen sich an, als einzige die ganze Wahrheit zu kennen. Alle «normalen» Menschen werden hinters Licht geführt und haben keine Ahnung, was wirklich Sache ist. Oft werden auch die Wissenschaft und die Medien als böse Bestandteile dieser riesigen Manipulation der Menschheit abgetan. Ich finde diese Haltung aus verschiedenen Gründen untragbar, gefährlich und arrogant.
    Es ist eine Sache, wenn man daran glaubt, dass eine solche Theorie stimmen könnte. Es ist aber eine ganz andere Sache, wenn man die Theorie voller Überzeugung als die einzige Wahrheit herausposaunt. Verschwörungstheoretiker brauchen keine handfesten Beweise. Sie legen sich die Wahrheit immer so zurecht, dass sie sich der Theorie anpasst.
    Verschwörungstheoretiker sind sehr kritisch. Oft sehen sie in allem eine Verschwörung und sind nicht nur Anhänger einer Theorie. Sie hinterfragen alles. Nur ihre eigenen Theorien zweifeln sie zu keiner Sekunde an, auch wenn sie noch so skurril sind.
    Selbst wenn die Wissenschaft neue Erkenntnisse findet, die eine Verschwörungstheorie klar und deutlich widerlegen, ist das ebenfalls nur Teil dieser Verschwörung. Dasselbe gilt für fundierte, gut recherchierte Berichterstattung der Medien. Alles nur Fakenews. Dazu passt der berühmte Spruch mit der Taube. Mit einem Verschwörungstheoretiker zu diskutieren ist wie mit einer Taube Schach zu spielen. Egal wie gut du spielst, die Taube wird alle Figuren umwerfen, auf das Spielbrett kacken und herumstolzieren, als hätte sie gewonnen.
    Auch im Zuge von Corona sind viele Verschwörungstheoretiker auf den Plan gerufen worden. Die Corona-Demos und die damit verbundenen Verschwörungstheorien sind besorgniserregend. In unheiligen Allianzen von links bis rechtsextrem, protestieren Menschen gemeinsam gegen die Medien, den Staat und die Welt und finden immer mehr Anklang in der Bevölkerung.
    Die Stimmung ist oft aggressiv und aufgeheizt. Ich finde es irritierend und beschämend, dass «normale» Menschen Schulter an Schulter mit Rechtsextremen für die Freiheit demonstrieren. Sie verurteilen die Medien als Staatspropaganda, um Angst zu schüren und das Coronavirus als eine Erfindung von Bill Gates, der den Menschen Chips einimpfen will, um die totale Kontrolle über die Welt zu erlangen. Wer solche Ideen voller Überzeugung, mit so viel Hass und ohne den geringsten Beweis vertritt, gefährdet das friedliche Zusammenleben von uns allen.
    Während durch das Coronavirus viele Menschen akut bedroht sind, am Existenzminimum leben oder ihr Leben bereits verloren haben, weil sie nicht die Möglichkeiten hatten sich zu schützen, protestieren Leute ernsthaft, weil ihre sogenannte «Freiheit» vorübergehend eingeschränkt wurde. Dabei tischen sie uns noch irgendwelche haarsträubenden Theorien ohne Fakten auf und glauben, dass sie mit Weisheit und Erleuchtung gesegnet wurden. Ihre kostbare Freiheit ist ihnen so wichtig, dass sie nicht einmal davor zurückschrecken, sich für diesen Zweck mit offensichtlich rechtsextremen Bürger*innen zu verbünden. Was für eine Ironie. Das macht mich traurig und wütend und ist ein Armutszeugnis für unsere Gesellschaft.
    Natürlich kann man schlussendlich nie alle Demonstrierenden in einen Topf werfen und die Beweggründe mögen vielseitig sein. Dennoch will ich hier dazu mahnen, dass man sich ab und zu einmal mehr überlegen sollte, mit wem man am Demonstrieren ist, für welches Ziel und zu welchem Preis und ob man wirklich dahinterstehen kann.

    Béla Brenn, Praktikant Höngger

  • Vom Stoffmuster entwerfen zum Malen auf Jute

    Vom Stoffmuster entwerfen zum Malen auf Jute

    «Mein Sekundarlehrer meinte, ich solle studieren, an die Kunsthochschule würde ich es ohnehin nicht schaffen», erzählt Heidi Dürst, und ihre Augen blitzen spöttisch hinter den runden Brillengläsern. Unschwer zu erraten, wer danach die Aufnahmeprüfung für den Vorkurs bestand, und dies ohne Vorkenntnisse in perspektivischem Zeichnen, ein Fach, das damals den Jungen vorbehalten war. Geboren am 10. Januar 1938 und am Fusse des Uetlibergs aufgewachsen, waren ihr schon als Kind zwei Dinge klar: Erstens sollte ihr Beruf einmal mit Zeichnen zu tun haben und zweitens würde sie auf keinen Fall in einem Büro arbeiten. Von ihrem Vater, einem Feinmechaniker, hatte sie das gestalterische Talent geerbt und von der Mutter, die eine schwierige Kindheit durchlebt hatte, den starken Willen und die Wehrhaftigkeit. Gerne hätte Dürst die Kunstschule absolviert, doch das Geld der Familie reichte nur für den Vorkurs. Also bewarb sie sich erst als Grafikerin, wo man der damals noch schüchternen, jungen Frau nicht zutraute, sich gegen die Kunden durchsetzen zu können. Stattdessen fand sie eine Lehrstelle als Dessinatrice. Sie entwarf Muster für den Stoffdruck. «Eigentlich wäre ich gerne Modedesignerin geworden, aber dafür musste man erst die Damenschneiderausbildung machen – und die Handarbeitsschule war mir immer ein Gräuel», lacht die stets elegant gekleidete Dame. Nach der vierjährigen Lehre zog es sie nach Kent, England, wo sie auf einem Landgut arbeitete und Englisch lernte. Auf dem Hof gab es viele Tiere und einen grossen Klostergarten, wenig Freizeit, aber die Familie war sehr nett. Gerne wäre sie im Norden geblieben, doch zu dieser Zeit erhielten Ausländer*innen keine Arbeitsbewilligungen. Bevor sie wieder abreiste, durfte sie ein Tor für den Garten entwerfen – das schmideiserne Werk steht heute noch.

    Für den Textilhandel nach Asien

    Zurück in der Schweiz musste sich die mittlerweile fast 30-Jährige nach einer neuen Arbeit umsehen und kam dabei nicht umhin, sich kaufmännisch weiterzubilden. Das Büro, in das sie nie wollte, wurde schliesslich doch ihr Arbeitsort. Doch das Thema Textil blieb: Sie heuerte bei einer internationalen Handelsfirma an, welche damals unter dem Namen Sieber-Hegner mit allerlei Waren handelte, darunter auch mit textilen Rohstoffen wie Rohseide, Rohbaumwolle und Kunstfasern. Obwohl sie bereits in der Lehre, aber auch in späteren Anstellungen selbstständig hatte arbeiten dürfen, wurde sie in diesem hierarchischen Betrieb wieder zur Protokollschreiberin und Befehlsausführerin degradiert – wie die meisten Frauen zu dieser Zeit. «In der Probezeit hätte ich am liebsten gekündigt», erinnert sie sich. «Doch ich war nicht mehr das schüchterne Mädchen von früher, sondern wehrte mich und hatte das Glück, dass es einen Vorgesetzten gab, der mich förderte», so Dürst. Als er pensioniert wurde, wollte sie seine Aufgabe übernehmen – er war verantwortlicher Einkäufer von Seide in China und Japan. Doch das wurde ihr anfänglich verwehrt. Als sich kein Mann finden liess, der sowohl Textil- als auch kaufmännische Kenntnisse mitbrachte, kriegte sie den Job schliesslich doch. Von da ab reiste sie zweimal jährlich nach Asien. «Im kommunistischen China waren viele Führungspositionen auch von Frauen besetzt, das war sehr interessant und auch ungewöhnlich, wenn man aus der Schweiz kam». Anfänglich war es nicht möglich, mit den Stoffhändlerinnen über private Dinge zu sprechen, weil immer jemand von der Partei anwesend war. Mit den Jahren wurde jedoch eine leichte Öffnung spürbar und die Frauen gaben mehr von sich preis, erinnert sich Dürst. Tagsüber verhandelte sie mit den Produzentinnen, abends schickte sie die Verträge mit dem Fax in die Schweiz. Viel gelernt habe sie in diesen Jahren, und als man ihr endlich die Prokura ausstellte, konnte sie sich freier bewegen und Entscheidungen selbstständig treffen, so wie sie sich das gewünscht hatte. «Früher hiess es immer, dass Frauen keine Verantwortung übernehmen wollen», meint Dürst mit einem spöttischen Unterton, «Es war doch wohl eher so, dass man sie uns einfach nicht geben wollte». Nach einiger Zeit sollte sie auch den Markt in Indien für den Rohstoffhandel berücksichtigen. Ein Land, das sie zuvor nicht wirklich interessiert hatte und vor dem man sie gewarnt hatte – «viel zu gefährlich für eine Frau». Bei ihrem ersten Besuch verliebte sie sich in dieses «wunderbare Land» mit seinen gastfreundlichen Menschen, in die Farben, die Landschaften und das Essen. Sie kehrte später einige Male dahin zurück. «Diese Jahre im Textil-Einkauf waren die spannendste Zeit meines Lebens», meint Dürst mit leuchtenden Augen.

    Genug ist genug

    Inzwischen hatten die Webereien und Spinnereien in der Schweiz ihre Produktion jedoch längst ins Ausland verlagert und ihre Fabriken in der Schweiz geschlossen. Die einst so erfolgreiche Textilindustrie war untergegangen. Den Beruf, den sie ursprünglich gelernt hatte, gab es gar nicht mehr. Mit 56 Jahren sagte man ihr, es gäbe keine Arbeit mehr für sie, ein Mitarbeiter aus Mailand werde künftig die Einkäufe in Asien erledigen. Stattdessen bot man ihre eine Stelle in der Abteilung für Hundefutter, «die Promotionen selber waren nichts für mich, dieses offensive Verkaufen-Müssen», sagt die zierliche Künstlerin, «aber ich konnte auch die Promotionsbroschüren und -Blätter gestalten, da war ich wieder in meinem Element». Dennoch hiess es nach einer Weile – es war gerade Weihnachten – die Angestellte sei zu teuer, es gäbe keine Anstellung mehr für sie. Als allerletzte Möglichkeit wurde sie noch in eine Abteilung für Nahrungsmittel und Chemie verschoben. Nach einem schwierigen Jahr mit sehr schlechten Erfahrungen sagte sich die wehrhafte Frau: «Nein, das tue ich mir nicht länger an» und liess sich ein Jahr vorzeitig pensionieren.

    Das Malen auf Jute für sich entdeckt

    «Während der Berufstätigkeit war das Zeichnen etwas in den Hintergrund geraten, ich hatte einfach weder Zeit noch Musse dazu, und wahrscheinlich fehlte mir auch etwas der Mumm». Doch nach der Pensionierung konnte sie ohne Schwierigkeiten wieder dort anknüpfen, wo sie als junge Frau aufgehört hatte. Die Grundlagen hatte sie an der Kunstgewerbeschule gelernt, nun wollte sie alles noch einmal ausprobieren und herausfinden, was ihr am besten behagt. Sie besuchte Malkurse und -Ferien und sog alle Eindrücke auf wie ein Schwamm. «In diesen Kursen lernt man so vieles, von Leiter*innen und anderen Teilnehmer*innen», sagt sie und strahlt. Vor etwas mehr als einem Jahr konnte die Künstlerin einen Raum im Haus, in dem sie wohnt, dazu mieten. Mit Hilfe ihrer Patentochter hat sie dort ihr Atelier eingerichtet und ein Regal aufgebaut, in dem ihre vielen Bilder Platz finden. Nun ist das Malen wieder in den Mittelpunkt ihres Lebens gerückt. Wenn sie reisen, sich mit anderen Menschen austauschen und Neues dazu lernen kann, ist Heidi Dürst glücklich. Eine persönliche Offenbarung war das Malen auf Jute, welches sie an einem Malkurs in einem Kunstatelier an der Langstrasse zum ersten Mal ausprobierte. Das Arbeiten mit dem Spachtel auf dem groben Stoff entspricht Dürst sehr, auch wenn sie daneben auch durchaus feine Bilder aus Aquarell und Acryl malt, die in der Ausstellung zu sehen sind. Als junges Mädchen entwarf sie Muster für grosse Webereien, heute malt sie wieder auf Textil. So könnte sich der Kreis schliessen, aber ein Ende ist glücklicherweise noch lange nicht in Sicht.

    Die Bilder von Heidi Dürst sind noch bis zu den Sommerferien in den Redaktionsräumen der Höngger Quartierzeitung am Meierhofplatz 2 zu sehen. Montag bis Freitag, 9 bis 12 Uhr.

  • Waldweg «zu Ehren» eines berüchtigten Mörderduos

    Waldweg «zu Ehren» eines berüchtigten Mörderduos

    Wer durch den Hönggerberg spaziert, hat sich vielleicht auch schon über den Waldweg mit dem ungewöhnlichen Namen «Räuberweg» gewundert. Zur Namensgebung gibt es zwei Versionen, wie auf der informativen Webseite www.alt-zueri.ch zu lesen ist: Gemäss dem Buch «Die Strassennamen der Stadt Zürich» handelt es sich um einen freigewählten Namen. Eine andere Version vertritt dagegen der ehemalige Revierförster Hans Nikles im Tages-Anzeiger vom 17. Oktober 2009. Der Name nehme Bezug auf die beiden Schwerverbrecher Ernst Deubelbeiss und Kurt Schürmann. Als Stadtförster sei er wiederholt um Rat gefragt worden, wenn die städtische Strassenbenennungskommission einen Namen für einen Waldweg suchte. So auch Mitte der 90er-Jahre, als ein Strässchen zwischen der Sonderi- und der Martinsrütistrasse auf dem Hönggerberg einen Namen erhalten sollte. Nikles dachte nach und erinnerte sich, dass das berüchtigte Räuberduo Deubelbeiss/Schürmann dort einst ein Waffenlager angelegt hatte, vergraben im Boden in einem Ölfass. Also schlug er den Namen Räuberweg vor – mit Erfolg.

    Die beiden Schwerverbrecher waren im Sommer 1951 nur unweit des Räuberwegs in ein Munitionshäuschen der Armee eingebrochen und hatten dabei nebst 15 Maschinenpistolen rund 9600 Schuss Munition erbeutet. Das Munitionshäuschen an der Kreuzung Grünwaldstrasse/Rodungsweg, zwischen dem Friedhof Hönggerberg und dem gleichnamigen Restaurant, existiert nicht mehr. Es wurde vor Jahren abgerissen, nur noch eine kleine Waldlichtung mit wenigen Bäumen erinnert an den Ort.
    Zurück zur brutalen Tat: Für Armin Bannwart, Teilhaber der Bank Winterstein am Talacker in der Zürcher Innenstadt, war der 4. Dezember 1951 ein normaler Arbeitstag. Als der Bankier Feierabend machte und seinem Prokuristen Füllig den Tresorschlüssel übergab, ahnte er noch nicht, was ihn schon bald erwarten würde.

    Kurz nach Büroschluss fuhr er zur Therapie nach Wiedikon, da er unter Hüftschmerzen litt. Nach 19 Uhr verliess Bannwart das Haus seines Therapeuten und setzte sich in seinen Wagen, um sich auf den Nachhauseweg Richtung Zollikon zu machen. Der Bankier wurde von Frau und Kindern bereits zum Abendessen erwartet. Doch dazu sollte es nicht kommen: Vor seinem Haus warteten der damals 26-jährige Schürmann und der 30-jährige Deubelbeiss auf ihn. Wochenlang hatten sie die Tat geplant – an jenem Abend sollte ausgeführt werden.

    Prokurist schöpfte Verdacht

    Als Bannwart bereits in seine Garage einbiegen wollte, rannten die beiden Gangster auf den Wagen zu, rissen die Fahrertüre auf und bedrohten den Bankier mit einer Waffe. Ihr Opfer ergab sich schnell. Das Ganze dauerte nur wenige Augenblicke, dann fuhren Schürmann und Deubelbeiss mit dem Bankier davon. Die Ehefrau wusste zu diesem Zeitpunkt noch nichts von der Tragödie. Deubelbeiss und Schürmann wollten den Tresorschlüssel der Bank. Bannwart übergab den beiden seinen Schlüsselbund, doch der entscheidende Schlüssel fehlte, da diesen der Prokurist hatte. Schnell entschieden die Gangster, dass der Prokurist den Schlüssel bringen sollte. Bannwart zwangen sie, seine Ehefrau anzurufen und ihr zu sagen, dass er später käme. Danach musste der Bankier beim Prokuristen anrufen und bestellte ihn mit dem Schlüssel zur Bank. Doch dieser schöpfte Verdacht und informierte die Polizei. Deubelbeiss und Schürmann fuhren nun mit ihrem Opfer zur Bank, um dort den Tresor leer zu räumen.

    Von diesem Moment an ging alles schief: Die Tür zur Bank war versperrt, da es ein zweites Schloss gab, das die Gangster nicht gesehen hatten. Als der Prokurist eintraf, war dieser nicht allein, sondern in Begleitung eines Detektives. Die Entführer flohen mit Bannwart über Bremgarten AG bis ins Reppischtal. Zu diesem Zeitpunkt war der Bankier mit Ketten gefesselt und musste eine Augenbinde tragen. An einem verlassenen Ort hielten die beiden an und zwangen ihr Opfer auszusteigen. Dann schlug ihn Deubelbeiss mit seiner Waffe nieder, Bannwart kippte um, raffte sich mit letzter Kraft wieder auf und versuchte zu fliehen. Die Gangster holten ihn ein, der Bankier bettelte um sein Leben und bot ihnen Geld an. Doch die beiden machten kurzen Prozess und erschossen ihn. Die Leiche legten sie auf die hintere Sitzreihe des Wagens und fuhren mit hoher Geschwindigkeit über Birmensdorf nach Uitikon. Dort liessen sie das Auto mit der Leiche in einem Waldstück zurück. Zuvor nahm Deubelbeiss dem Toten noch das Portemonnaie mit 215 Franken Bargeld ab. Kurz darauf wurde der Wagen von der Kantonspolizei gefunden.

    Nach weiterem Raubversuch verhaftet

    Ein Jahr nach der gescheiterten Tat brachen Schürmann und Deubelbeiss in der Nacht auf den 25. Januar 1952 in die Post in Reinach im Kanton Aargau ein. Doch auch dieser Raub sollte wie schon der erste scheitern, denn ein Anwohner hörte Geräusche und rief die Polizei. Es kam zu einer heftigen Schiesserei, bei welcher die Gangster 108 Schüsse abfeuerten – mit den Waffen, die sie im Munitionshäuschen auf dem Hönggerberg gestohlen hatten. Danach flohen sie, doch am 11. Februar 1952 konnten sie schliesslich endlich verhaftet werden. Die Polizei rief die Bevölkerung damals mit Radiomeldungen zur Fahndung auf, was bei vielen starke Beunruhigung verursachte. Die Drohung «Wenn du nicht brav bist, kommt der Deubelbeiss», wurde sowohl von Eltern als auch von Lehrern benutzt.

    Am 18. Februar 1953 wurden Deubelbeiss und Schürmann wegen Mordes, Raubes und weiteren Straftaten zu einer lebenslänglichen Gefängnisstrafe verurteilt. Schürmann wurde 1970 entlassen, Deubelbeiss hingegen kam erst am 1978 auf freien Fuss. Er starb 2005 mit 84 Jahren. Schürmann starb ein Jahr später als 81-Jähriger.