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  • Steuern – historisch gewachsen

    Steuern – historisch gewachsen

    Die wahrscheinlich älteste Steuer ist der sogenannte Zehnt, welcher ursprünglich die Abgabe des zehnten Teils wirtschaftlicher Erträge und Einkünfte bezeichnete. Typisch war die Erbringung eines Zehnt an die zuständige Pfarrkirche, so zahlten Höngger Bauern und Gutbesitzer lange dem Fraumünster den sogenannten Kirchenzehnt, wenn auch nicht immer in Form von Geld, sondern auch als Naturalien wie Hühner oder Getreide. Zehntbezüger waren neben den religiösen Institutionen auch lokale Adlige und in den reformierten Gebieten nach der Verstaatlichung der Kirchengüter und Klöster schliesslich der Staat. «Durch die ab dem Spätmittelalter erfolgte weitgehende Ablösung der Zehnten im voralpinen und alpinen Raum war diese Abgabe jedoch nur noch im Mittelland bedeutsam», ist im Historischen Lexikon der Schweiz nachzulesen. In der Schweiz wurden direkte Steuern ab dem Spätmittelalter erhoben, dann aber wieder abgeschafft, weil die Einnahmen aus indirekten Steuern für die Deckung der öffentlichen Ausgaben ausreichten. Diese Abgaben wurden beispielsweise auf Handel und Konsum erhoben, möglicherweise ähnlich wie die heutige Mehrwertsteuer. Alkoholische Getränke wurden besonders hoch besteuert. Während anfänglich vor allem die Städte diese indirekten Steuern erhoben hatten, wurden sie zunehmend auch in ländlichen Gebieten eingeführt. Scheinbar waren vor allem die reichen Führungsschichten an dieser indirekten Besteuerung von Waren interessiert, weil dadurch die direkte Besteuerung ihres Vermögens niedriger ausfiel.

    Kurze Zeit galt gleiches Recht für alle

    Das Schweizerische Steuersystem ist historisch gewachsen und zeichnet sich dadurch aus, dass auf drei Ebenen Steuern erhoben werden: Auf Bundes-, Kantons- und Gemeindeebene. Wie für die föderalistische Staatsstruktur typisch, besitzt jeder der 26 Kantone sein eigenes Steuergesetz. Sofern sie nicht gegen die Bundesverfassung verstossen und Gelder erheben wollen, die dem Bund vorbehalten und deshalb verboten sind, sind die Kantone frei in dessen Gestaltung. Und auch die rund 2600 Gemeinden dürfen – im Rahmen der ihnen vom Kanton erteilten Ermächtigung – Steuern erheben. Den Gemeinden kommt eine grosse Bedeutung zu, da sie für ganz konkrete Aufgaben wie Abfallentsorgung, Primarschulwesen und die Sozialfürsorge zuständig sind. Das war aber nicht immer so: In der Zeit der Helvetischen Republik zwischen 1798 und 1848 galt eine zentralistische Steuergesetzgebung, die bisher einzige ihrer Art. Ein System aus direkten und indirekten Steuern ersetzte die Vielzahl von bestehenden Feudalabgaben. Besteuert wurden Vermögen und wirtschaftliche Leistungsfähigkeit des Steuersubjekts, aber nicht der Grundbesitz. Das Einkommen wurde jedoch nicht besteuert. Bis 1804 wurden insgesamt vier Kriegssteuern eingeführt, was aber immer noch nicht reichte, um die öffentlichen Ausgaben zu decken, was auch damit zusammenhing, dass «der Vollzug nur mangelhaft funktionierte», so der Autor des Historischen Lexikons. In der Mediationszeit zwischen 1803 und 1813 entwickelte sich die Schweiz von der Helvetischen Republik zur föderalistischen Schweizer Genossenschaft und kehrte zur kantonalen Steuerhoheit zurück und führte auch einen Teil der abgeschafften Feudalabgaben wieder ein. Die Einnahmen des Bundes stammten während der Mediation vor allem aus den kantonalen Finanzkontingenten sowie aus Importzöllen. Auch die Bundesverfassung von 1848 beliess das Recht zur Besteuerung der Bürger bei den Kantonen, übertrug dem Bund aber neben dem Post- und dem Pulverregal die Zolleinnahmen. Das bedeutete für die Kantone weniger Einnahmen aus der indirekten Besteuerung, worauf sie sich vermehrt auf die direkten Steuern konzentrierten. In der Folge erhöhte sich deren Anteil an den gesamten Steuererträgen der Kantone von 1856 bis 1886 von 30 auf fast 50 Prozent. Ausserdem gelangte die Besteuerung des Vermögens in den Fokus: Anfang des 20. Jahrhunderts besteuerten die Kantone Schwyz, Nidwalden, Glarus, Appenzell Innerrhoden und Genf nur das Vermögen, nicht aber das Einkommen.

    Der Bund generiert um 1900 erstmals höhere Einnahmen

    Ab 1878 bezog der Bund mit der – zuvor zweimal abgelehnten – Militärpflichtersatzabgabe auch erstmals eine direkte Steuer, die Hälfte davon ging aber weiterhin an die Kantone. Haupteinnahmequelle des Bundes blieben die Zölle. Diese machten bis zum Ersten Weltkrieg etwas über 80 Prozent der Bundeseinnahmen aus. Um 1900 überstiegen die Gesamteinnahmen des Bundes erstmals jene der Kantone. Im Vergleich mit anderen europäischen Staaten lag die Steuerlast pro Kopf in der Schweiz jedoch weiterhin deutlich unter dem Durchschnitt. 1918 wurde ein Initiative der Sozialdemokratischen Partei für eine direkte Bundessteuer knapp und 1922 diejenige für die einmalige Vermögensabgabe massiv abgelehnt. Zwischen den beiden Weltkriegen musste der Bund neue Verbrauchssteuern auf Tabak und Getränke, insbesondere Bier, erheben und führte eine sogenannte «Krisenabgabe» ein, die 1940 von einer progressiven, direkten Einkommens- und Vermögenssteuer, die Wehrsteuer, abgelöst wurde.

    Die Steuereinnahmen des Bundes stiegen im Laufe der Zeit immer weiter an «2000 erhielt der Bund fast die Hälfte aller Steuereinnahmen, die Kantone 30 Prozent und die Gemeinden 25 Prozent. Die bedeutendste Neuerung im schweizerischen Steuersystem nach dem Zweiten Weltkrieg war die Ablösung der Wust durch die Mehrwertsteuer (MWSt.) 1995». Diese war zuvor dreimal an der Urne gescheitert. Ähnlich erging es auch anderen Vorstössen: Die Steueramnestievorlage wurde 1964 erst abgelehnt und 1968 dann schliesslich doch angenommen. Sie sollte dem Kampf gegen Steuerhinterziehung dienen. 1971 wurde der Ausgleich der kalten Progression in die Verfassung aufgenommen. Eine Initiative, die eine Energiebesteuerung zur Finanzierung der Alters- und Hinterlassenenversicherung verlangte, wurde 2001 ebenso abgelehnt wie die Einführung einer Kapitalgewinnsteuer. Das Schweizerische Steuersystem blieb aber weiterhin föderalistisch und die Unterschiede zwischen den Kantonen vergrösserten sich zusehends: so betrug beispielsweise die Steuerbelastung im Kanton Zug lediglich einen Drittel derjenigen in den Kantonen Jura, Uri oder Obwalden. Diese Entwicklung sowie die zunehmende Komplexität des Steuerrechts führten gemäss Historischem Lexikon der Schweiz unter anderem zur Einrichtung und zum Ausbau des Finanzausgleichs.

    Quelle: Das Schweizerische Steuersystem, Schweizerische Steuerkonferenz (Hrsg.), Eidg. Steuerverwaltung.
    Historisches Lexikon der Schweiz

     

  • Die etwas andere Klimafrage

    Die etwas andere Klimafrage

    Kann ein Schneemann in einem schneearmen Winter trotzdem Schneearme haben? Diese Frage beschäftigt mich, seit sich abzeichnet, dass es im Unterland diesen Winter wohl keinen Schnee mehr geben wird. Ich bin hin und her gerissen zwischen dem Argument, dass es in schneearmen Winter gar keine Schneemänner gebe, also auch keine mit Armen – und dem Einwand, dass schneearm ja nicht schneelos bedeute, und wenn man den Schnee genug zusammenkratze wie Schuppen aus den Haaren, dann gebe das schon noch einen Mann, vielleicht sogar mit Armen, wenn man den Bauch etwas weniger ausformt. Doch egal, denn ob nun mit oder ohne Arme: ein Schneemann allein macht noch keinen Winter. Alleine macht so ein Schneemann naturgemäss schnell die Schwalbe. Ganz im Gegensatz zur Klimabewegung. Da reichte eine einzige sitzende Greta, und sie stand. «Klar, dass dieses Frank auch noch über die Klimadebatte faseln muss», höre ich Sie bereits aufstöhnen, die Klimaerwärmungsleugner, direkt hinter den Brettern, die sie vor den Köpfen haben. Leider sind das ja keine Schneebretter (nicht mal dafür reichte der Schnee!), sonst wären sie von der Hitze, welche die TV-Bilder aus Australien ausstrahlen, längst weggeschmolzen. Ne-ne, es sind ganz währschafte Bretter, ganz traditionell aus Arvenholz geschnitzt und vom nie untergehenden SVP-Sünneli getrocknet. Das altert so heimelig: zuerst wird es grau und später fast weiss. Vor Köpfe genagelt wird es mit den Jahren sogar dicker, ehrlich! «Boomer», stöhnt die Klimajugend reflexartig, «seid gewappnet, denn dass die Menschheit bei den letzten vier Artensterben nicht umkam, liegt im Fall nur daran, dass sie damals noch gar nicht auf der Bildfläche erschienen war!»
    Doch wo ist die Uhr mit meinen Gedanken schon wieder hingesprungen? Lassen wir die Arvenholzvernagelten und die Grünschnäbel doch alleine weiterkeifen und kehren zur Ursprungsfrage zurück: «Kann ein Schneemann in einem schneearmen Winter trotzdem Schneearme haben?»
    Ich befragte Regenass. René Regenass, den Schriftsteller. Doch er meinte bloss, dass wenn er sein einziges Ass ausspielen würde, dann bliebe da nur der Regen. Und wenn er das rege tun würde, wäre er dauernd nur nass, und von beidem hätten wir diesen Winter ja alle genug. Also antworte er mir besser nicht, sondern blättere lieber gedankenverloren in seinen alten «Nebelspalter»-Texten. Und mit der Erwähnung dieses genialen Heftes hat er mich wohl für den Rest des mittelländlichen Nichtwinters von der Schneemannarm-Thematik abgelenkt. «Nebelspalter»! Noch so ein Wort, das Fragen aufwirft wie Dauerwellen hinter meinem Haarföhnsturm. Sollte sich im Nebelspalt eine Antwort auf alle Fragen nach dem Leben, dem Universum und dem ganzen Rest abzeichnen, die anders lautet als 42, dann werde – werd’ ichs Sies wissen lassen.

    Es grüsst, arm dran oder nicht,
    Frank Frei

  • Die Kunst der Verdrängung

    Unser Leben geht Tag für Tag den gewohnten Gang. Und alle sind damit beschäftigt, etwas Sinnvolles aus ihrem Dasein zu machen. Umwelt- und Klimaschutz gehört in der Regel nicht dazu. Doch ist das verwerflich? Auch ich fliege hin und wieder in die Ferien, versuche aber, wenn möglich den Zug zu benutzen. Kann man von jedem erwarten, nie mehr in ein Auto oder Flugzeug einzusteigen, die komplette Ernährung umzustellen und vollkommen CO2-neutral und «unschuldig» zu leben? Wohl kaum. Oder härter ausgedrückt: Es ist eine Utopie. Solange nicht Verbote und gesetzliche Massnahmen das «richtige» Verhalten erzwingen und unseren Lebensstandard einschränken, wird alles so bleiben wie es ist. Bis der Tag kommt, an dem es nicht mehr weitergeht.
    Die Widersprüchlichkeit und Irrationalität unseres Handelns sind allgegenwärtig. Jede*r weiss, wie kritisch die Lage ist. Die Klimajugend ist engagiert und geht auf die Strasse. Das Bewusstsein für die Probleme scheint zumindest hier geschärft. Das mag ein gutes Zeichen sein. Und doch braucht es mehr.
    Doch was braucht es mehr? Wie nicht in Resignation verfallen, bei all den Warnungen und Hiobsbotschaften, die jeden Tag in den Medien und übers Netz verbreitet werden? Wo soll man beginnen? Was kann ich als einzelne Person überhaupt machen?
    Die beruhigende Antwort liegt vielleicht darin, dass kein einzelner Mensch die globalen Probleme lösen kann und muss. Ein bisschen weniger verdrängen reicht vielleicht schon. Ein bisschen bewusster leben. Im Rahmen unserer winzigen, begrenzten Möglichkeiten unseren Teil dazu beitragen und so vorbildlich wie möglich zu leben. Unsere «winzigen, begrenzten Möglichkeiten» schreibe ich, weil es nicht der einzelne Bürger ist, der den Unterschied herbeiführen kann. Meiner Meinung nach liegt die Verantwortung ganz klar in den Händen von grossen Konzernen, welche das Konsumverhalten kontrollieren, und der Politik, die dieses Verhalten regulieren und beschränken könnte. Schlussendlich bleibt zu hoffen, dass meine eigene Generation und alle kommenden Generationen nicht mehr verdrängen, sondern nach und nach zu handeln beginnen, bevor es definitiv zu spät ist.

  • Neue Entscheidungshilfen in der Apotheke

    Neue Entscheidungshilfen in der Apotheke

    Bereits seit längerer Zeit bietet die Limmat Apotheke in der Wartau eine Impfberatung und einen Impfservice an. Seit Anfang letzten Jahres hat die Apotheke, die mittlerweile auch durch die Drogerieabteilung der ehemaligen Apotheke und Drogerie Hönggermarkt erweitert wurde, ihre Serviceleistungen um einige Angebote erweitert. So führt sie beispielsweise einen Allergie-Check durch, anhand dessen zehn häufige Allergene getestet werden können. Bei Verdacht auf eine Blasenentzündung kann aufgrund einer Checkliste eruiert werden, ob eine ärztliche Konsultation empfohlen ist, oder ob der zuständige Apotheker, in diesem Fall Dr. Moritz Jüttner, nach einem Urintest ein Antibiotikum verschreiben kann. Noch befindet sich das Beratungszimmer im hinteren Bereich der Limmat Apotheke im Umbruch, aber schon im Frühjahr sollen hier zwei Räume für die Konsultation mit Patienten zur Verfügung stehen. Wenn jemand schon eine längere Leidensgeschichte habe oder die Schmerzen gerade schlimmer geworden seien, könne man anhand solcher Abklärungen präziser entscheiden, ob für den Kundenin der Apotheke ein Therapieplan erstellt werden kann oder ob er sofort in den Notfall oder zum Hausarzt überwiesen werden muss, sagt Apotheker Jüttner im Gespräch.

    Rote Flaggen = sofort zum Arzt

    Für jeden Check existiert ein sogenannter Beratungsleitfaden, der auf Algorithmen basiert, die von Ärzten validiert wurden. Es gibt Ausschlusskriterien oder «Red Flags», die einen Test von vorneherein unnötig machen. Klagt beispielsweise ein Mann über schmerzhaftes Wasserlösen und Schmerzen in der Nieren- und Beckengegend, schickt Jüttner ihn gleich zum Arzt: «Blasenentzündungen sind bei Männern eher selten. Eine Überweisung an den Arzt für weiterführende Untersuchungen ist dadurch zwingend», sagt er. Beliebt ist die Überprüfung des Langzeitblutzuckers. Kunden, welche über typische Symptome für Diabetes wie häufiges Wasserlassen und ständigen Durst klagen, können so einfach eine Früherkennung von Diabetes durchführen um Folgeschäden zu verhinden. Bereits an Diabetes erkrankte Personen können mit der Messung ihrer Werte feststellen, ob ihre Therapie wirksam ist. Etwas komplexer ist die sogenannte CRP-Messung. Der CRP-Wert (Wert des C-reaktiven Proteins) gibt Auskunft darüber, ob eine Entzündung oder ein Infekt vorhanden ist und hilft bei der Unterscheidung zwischen bakteriellem oder viralem Auslöser. Geringe Aussage machen kann der Test aber zur genauen Ursache der Erkrankung. Jüttner zückt eine eingeschweisste Cartouche, die eine Art «Mini-Labor» enthält und nimmt eine geheftete Checkliste aus einem Ordner. «Dieser Beratungsleitfaden ist komplexer als bei den anderen Checks», sagt er.

    Unterscheidung viraler und bakterieller Infekt

    Je nachdem, welche Organe betroffen sind, spricht man zum Beispiel von Erkrankungen der oberen oder unteren Atemwege. Eine klassische Erkältung mit laufender Nase, leichten Schluck- und Halsschmerzen gehört zum Beispiel zu den oberen Atemwegen, während starker, länger andauernder Husten die unteren Atemwege betrifft. Nach dieser Vorabklärung geht der Apotheker nun Schritt für Schritt die Anamnese, also die Krankengeschichte des Patienten oder der Patientin durch und achtet auch hier stets auf die roten Flaggen. Hat jemand beispielsweise die erwähnten Erkältungssymptome, dazu aber starke Kopf- oder Ohrenschmerzen, die auch schon länger andauern, ist ein Arztbesuch angezeigt. Wurden alle Fragen durchgearbeitet und keine Ausschlusskriterien entdeckt, kann schliesslich der CRP-Bluttest gemacht werden. Dazu wird mit einer winzigen Nadel ein Stich in den Finger gemacht, und die Kanüle des «Mini-Labors» saugt den kleinen Tropfen Blut auf. Dann rattert das Gerät mit einem Geräusch, das wie eine Mischung aus Scanner und R2-D2 klingt, und wenig später ist der CRP Wert ermittelt. «Ist der Wert sehr hoch, liegt mit hoher Wahrscheinlichkeit eine bakterielle Erkrankung vor», erklärt Jüttner. «Dann schicken wir die Leute direkt zum Arzt». Früher war eine solche Diagnose schwieriger, man konnte nicht wissen, ob es sich um eine bakterielle Entzündung oder um einen Virus handelt, der nicht mit Antibiotika behandelbar ist. Trifft letzteres zu, kann eigentlich nur abgewartet werden, da hilft auch der Arzt nicht weiter, selbst wenn dieser natürlich noch andere Möglichkeiten der Abklärung habe. Dann schickt man den Patienten lieber nach Hause als ins Wartezimmer. Die Beratung kostet natürlich mehr Zeit, eine CRP-Messung kostet in der Limmat Apotheke 20 Franken pauschal und dauert 10 bis 15 Minuten. Bei gewissen Erkrankungen wie Sinuitis, Mittelohrentzündung oder Pharyngitis liegt es auch in der Kompetenz der Apotheker*innen, die entsprechenden Medikamente abzugeben. Wird der oder die Patient*in nach einem CRP-Test mit Medikamenten nach Hause geschickt, ruft der Apotheker der Limmat Apotheke nach zwei Tagen an, um nachzufragen, ob und wie der gesundheitliche Zustand sich verändert hat. Sind die Beschwerden noch immer nicht besser geworden, wird allenfalls ein zweiter Test durchgeführt oder gleich ein Arztbesuch empfohlen. Jüttner sieht diese Tests als klaren Mehrwert, den die Apotheken ihren Kund*innen bieten könnten. Besonders in der Grippe- und Erkältungsphase der kalten Monate würden diese Serviceleistung immer häufiger genutzt.

    Ein bislang wenig bekannter und deshalb selten genutzter Service der Apotheken ist der sogenannte Blisterservice: Patient*innen, die täglich zahlreiche Medikamente einnehmen müssen, erhalten Hilfe beim Einteilen der Pillen in Wochentage und Tageszeiten. «Gerade ältere Menschen mit vielen verschiedenen Medikamenten tun sich schwer damit, die Tabletten in der richtigen Dosierung zu sich zu nehmen, obwohl dies sehr wichtig wäre», meint Jüttner. Der Blisterservice kann von der Ärztin verschrieben werden und wird von der Krankenkasse vergütet. Dabei werden den Kund*innen von der Apotheke wöchentlich die Medikamente hygienisch verpackt in Beuteln übergeben. Jeder Beutel ist mit dem Inhalt und Einnahmezeitpunkt beschriftet. Tatsächlich beanspruchen aber nur die wenigsten diesen einfachen Service.

    Diese Serie wird finanziell durch die drei Höngger Rotpunkt Apotheken und Drogerien unterstützt.
    Alle Artikel online unter www.hoengger.ch/archiv/dossiers/ «Apotheken»

     

     

  • Wohin die Steuern fliessen

    Wohin die Steuern fliessen

    Wenn Anfang Jahr die Steuererklärung ins Haus flattert und wenig später bereits die provisorische Rechnung für das laufende Jahr, fühlt die eine oder der andere manchmal schon einen gewissen Widerstand in sich aufkeimen. So viel Geld, meist mehr als ein Monatslohn, soll einfach abgedrückt werden? Vielleicht fällt es leichter, den «Zehnten» zu überweisen, wenn man weiss, wofür das Geld überhaupt eingesetzt wird.
    Vor rund einem Jahr hat das Schweizer Radio und Fernsehen auf ihrer Online-Plattform ein interaktives Tool aufgeschaltet, mit dem man auf spielerische Weise berechnen kann, wie viel Steuern man zahlt und wo diese Gelder hinfliessen. Ganz exakt ist diese Wissenschaft nicht, denn sie basiert auf dem Bruttoeinkommen, und jede Person macht andere Abzüge geltend, wodurch sich das steuerbare Einkommen erheblich unterscheiden kann. Aber lustig ist es allemal und so hat der «Höngger» zwei Situationen durchgespielt.

    Steuern in Bern deutlich höher

    Gemäss Amt für Statistik betrug der Median bei den steuerbaren Einkommen in Höngg im Jahr 2015 für eine unverheiratete Person 47’200 Franken. Der Median der verheirateten Paare lag bei 94’850 Franken. Beim Median handelt es sich nicht um den Durchschnitt, sondern um die Zahl, die von allen erhobenen Werten genau in der Mitte liegt. Oder anders gesagt: 50 Prozent der Bevölkerung hatten ein höheres steuerbares Einkommen und 50 Prozent ein tieferes. Nun sagt das steuerbare Einkommen nicht viel aus über das Bruttoeinkommen, das dahintersteckt, denn die Abzüge können, wie erwähnt, sehr individuell ausfallen. Bekanntlich werden in der Schweiz in jedem Kanton unterschiedlich hohe Steuern erhoben, und auch der Zivilstand und die Anzahl Kinder beeinflusst, wie hoch die Steuerbelastung ist. Für die Beispiele in diesem Artikel wurden einerseits sämtliche Abzüge berücksichtigt, die ohne Nachweis vorgenommen werden können, und andererseits der nachweispflichtige Abzug für Versicherungsbeiträge. Das heisst, beim Einzelhaushalt wurde durch Addition der Sozialabgaben (AHV/IV/EO, Pensionskasse, ALV), der Abzüge für Berufsauslagen (mindestens 2000 Franken) und der Abzüge für Beträge an die Personenversicherung sowie Zinsen von Sparkapitalien ein theoretisches Bruttoeinkommen eruiert. Beim Beispiel des verheirateten Paares mit zwei Kindern wurden ausserdem Kinderzulagen in der Höhe von 18000 Franken berücksichtigt. So ergab sich für eine ledige Person ein Bruttoeinkommen von 58863 Franken, während ein verheiratetes Paar mit zwei Kindern über 138158 Franken Haushaltseinkommen verfügte. Wie viel Steuern für diese beiden unterschiedlichen Lebensmodelle anfallen und wie sie sich auf die verschiedenen Bereiche verteilen, ist der nachfolgenden Grafik zu entnehmen. Mit dem Tool des SRF lassen sich auch Gemeinden miteinander vergleichen. Im Vergleich mit der Hauptstadt der Schweiz kommen die Steuerzahler*innen in Zürich um einiges besser weg, zumindest in diesem Lohnsegment: Während die Steuerbelastung auf ein Bruttoeinkommen von 60000 Franken für einen Single in Zürich bei 7,63 Prozent liegt (darin enthalten sind Kantons- und Gemeindesteuern sowie die Kirchensteuer), müssen die Stadtberner*innen 12,61 Prozent ihres Gehalts abgeben.

    Andere Gemeinden im Vergleich

    Eine ledige Person ohne Kinder mit einem Bruttoeinkommen von 60000 Franken, zahlt in Zug am wenigsten Steuern, nämlich 2535 Franken, im Vergleich dazu liegen die Steuern für Personen, die in Zürich angemeldet sind bei 4808 Franken. Den grössten Betrag holt sich der Fiskus in der Stadt Neuenburg: Satte 8591 Franken zahlt der oder die Steuerzahler*in an die Seegemeinde.

  • Ein Wipkinger beim «Höngger»

    Das Jahr 2020 hat sehr holprig begonnen und ist geprägt von weltweiten Krisen, Unsicherheit und negativen Schlagzeilen. Verheerende Buschbrände in Australien, eine gefährliche Konflikteskalation im Nahen Osten, ein neues Virus, das sich unheimlich schnell verbreitet und ganze Städte lahmlegt. Hinzu kommen Überbevölkerung, Hungersnöte, der Klimawandel und diverse andere Probleme, die bekämpft werden müssen. Man kann sagen, dass die aktuelle, globale Sorgenliste leider sehr lange und vielseitig ist.
    Bei all diesen globalen Themen und Schlagzeilen kommt ein sehr wichtiger Aspekt unseres täglichen Lebens manchmal etwas zu kurz: das Geschehen in unserer lokalen Umgebung.
    Denn auch wenn es wichtig ist, sich über die Dinge, die auf der Welt passieren auf dem Laufenden zu halten, sollte man nicht vergessen, den Fokus auch darauf zu richten, was vor der eigenen Haustüre im Quartier passiert. Auch Höngg ist in einem ständigen Wandel und es ist hier mehr los als man glaubt. Und das ist auch der Grund, warum ich ein Praktikum beim «Höngger» mache.
    Ich bin im Nachbarsquartier Wipkingen geboren und aufgewachsen. Zum «Höngger» bin ich gekommen, weil ich bereits seit einiger Zeit für den «Wipkinger» als Freelancer Artikel geschrieben habe und nun, nach dem Abschluss meines Bachelorstudiums in Politikwissenschaft und Geschichte, die Möglichkeit erhielt, hier ein Praktikum zu absolvieren. Es ist ein grosser Unterschied, ob man in Wipkingen oder Höngg aufgewachsen ist. Die «Quartier-Rivalität» hier im Kreis 10, die ich einerseits durch Freunde aus Höngg und andererseits vor allem durch den Fussball und die Rivalität zwischen dem SV Höngg und meinem SC Wipkingen kennengelernt habe, ist immer wieder spannend zu beobachten. Ich kenne keine Person in Höngg oder Wipkingen, die offen zugeben würde, dass das jeweilige Nachbarsquartier besser wäre. Und das ist auch gut so. Jedes Quartier hat seinen eigenen Charakter, Traditionen und Quartiersstolz.
    Ich freue mich nun, mein Nachbarsquartier von einer neuen Perspektive kennenzulernen und so mein Blickfeld auf den gesamten Kreis 10 zu erweitern. Die Schlagzeilen hier im «Höngger» werden vermutlich weniger Drama, Tod und Verheerung beinhalten als die der nationalen und internationalen Medien. Aber in der heutigen Zeit schadet es nicht, sich auch mit dem lokalen und vielseitigen Quartiersleben auseinanderzusetzen und ich bin sehr gespannt und voller Erwartung auf das kommende halbe Jahr.

    Béla Brenn, Praktikant beim «Höngger»

  • Kloklinkenputzer

    Kloklinkenputzer

    Nun ist er also weg, der Typ, der immer meine Kolumnen redigierte. Naja, sei’s drum, schlimmer als er kann seine Nachfolge meine Texte nicht behandeln (oder doch?). Aber etwas muss ich ihm doch noch nachrufen: Das mit den Türen, die sich einen Spalt weit öffnen, und durch die man nur hindurchzugehen braucht, wie er in seinem Abschiedstext schrieb, das hat mich sinnieren lassen.
    Wie war das in meinem Leben, das mit diesen «Türen»? Wenn ich in einem leeren, in weisses Licht getauchten Flur stand – man kennt diesen Flur, er endet dort, wo die Parallelen sich doch kreuzen und das Licht nur noch fahl ist – also wenn ich in so einem Vakuum stand und sich mir eine Tür leise auftat, dann war das meisten jene zum Klo. Oder die zu einer Küche, in der ich dann den Abwasch der letzten Fete von jemand anderem machen durfte. Gelegentlich war es auch die Besenkammer. Nein, nicht die von Boris. Aber hey, nie war es die Tür zum Partykeller! Oder zum Schlafzimmer, in dem eine nymphomanische Penélope oder ein schwuler Javier warteten. Oder gleich beide. Nein, bei mir war es die Klotüre. Und zwar eine hartnäckige. «Hä-hä, reingelegt, ich war wieder nur die Klinke zum Klo, ätsch-bätsch». Na und? Geh ich eben zur nächsten Tür. «Hallo, ich bin’s wieder, diesmal mit Closomat». Ach nein?! Aber wissen Sie was? Einmal kam mir das sogar gelegen, denn ich hatte gerade mächtig Scheisse gebaut in meinem Leben. Aber das ist ’ne andere Geschichte. Meistens jedenfalls hätte ich mir eine andere Tür als jene zum Klo gewünscht. Macht mein Ex-Redaktor wahrscheinlich auch gerade. Das Problem ist: Hat man die Türe, irgendeine, erstmal aufgestossen, ist reingegangen und hat den Lichtschalter gedrückt, dann kommt man nicht einfach so wieder raus. Also ungefähr auf dem dreiundzwanzigsten Klo habe ich mich dann tatsächlich ohne jedes Bedürfnis hingesetzt und mir überlegt, was es mir wohl sagen will, dieses Klo, dass es ausgerechnet mir immer wieder die Türe öffnet. Als der Handyakku leer war und es sich noch immer wie Verstopfung anfühlte, begann ich zaghaft, entsprechend zu handeln. Sie wissen schon: Luft anhalten, Kopf rot einfärben, Luft ablassen, entspannen – und das Ganze von vorn. Und tatsächlich, irgendwann kam die grosse Erleichterung, also eine Erkenntnis, über mich. Hätte die Voyeur-Cam in diesem Moment auf mein Gesicht gezoomt, der Ausdruck wäre oscarreif. Wenn das Wort «Ausdruck» nach der ganzen Aktion überhaupt angebracht ist, naja, so quasi am falschen Ende des Körpers. Jedenfalls, und das wollte ich eigentlich meinem Ex-Redaktor sagen: Hey, Mann, auch wenn sich dir eine Klotüre öffnet, geh durch! Es wird, auf dem Grund der Schüssel, schon einen Grund haben. Auch wenn du ihn nicht erahnen kannst, weil darüber – wenn du wenigstens etwas Glück hast – noch zu viel WC-Enten-Blau schwimmt. Man braucht ihn nur auszusitzen, den Grund, sozusagen. Ich hoffe, du verstehst meine Metapher. Ach ja, und noch was: Lausch doch bitte zuerst an der Tür. Falls du dahinter Penélope und Javier hörst: Hände weg von dieser Klinke, das ist meine nächste Tür, geh sonst wo putzen!

    In diesem Sinne grüsst zum Abschied vom Ende des Korridors,
    dein Frank Frei

  • Vom Medikament zum Sondermüll

    Vom Medikament zum Sondermüll

    Ja, warum haben Medikamente eigentlich ein Ablaufdatum? «Super Frage», lacht Apotheker Moritz Jüttner in der Limmat Apotheke. Die Antwort enthält ähnlich viele Facetten wie ein Multivitaminpräparat Vitamine. Zum einen können sich Arzneiwirkstoffe ganz einfach mit der Zeit zersetzen. Dies kann durch Faktoren wie falsche Lagerung, wenn zum Beispiel Packungen UV-Strahlen oder Hitze ausgesetzt werden, noch beschleunigt werden. Swissmedic, die Schweizerische Zulassungs- und Aufsichtsbehörde für Arzneimittel und Medizinprodukte, machte deshalb 2001 zur Auflage, dass auf jeder Packung ein Verfalldatum angegeben werden muss. Und der Hersteller muss mittels Stabilitätsstudien nachweisen, dass der Wirkstoffgehalt innerhalb des Verfalldatums immer zwischen 90 und 110 Prozent des angegebenen Wertes beträgt. Bereits bei der Neuzulassung von Medikamenten müssen solche Studien eingereicht werden. Durchgeführt werden sie von der Pharmaindustrie selbst. Aber es gibt auch immer wieder unabhängige Studien. Zum Beispiel eine amerikanische aus dem Jahr 1986, welche Medikamente in Armeebeständen untersuchte. Und die zeigte Erstaunliches: Von den 122 geprüften Medikamenten waren 88 Prozent auch mehr als fünfeinhalb Jahre über das angegebene Verfalldatum hinaus noch immer genügend wirksam. Und eine weitere Studie wies bei 80 Prozent der Medikamente, die offiziell ihr Verfalldatum gar bis zu 40 Jahre überschritten hatten, noch immer eine genügende Wirkung nach.
    Doch aus solchen Studien zu schliessen, dass die Verfalldaten eher zu kurz angegeben werden, wäre heikel. Eine Diskussion darüber wird denn auch nicht geführt, zumindest öffentlich nicht. Ausser zum Beispiel damals im 2005, als die Schweiz angesichts der drohenden Vogelgrippe-Pandemie ein immenses Lager des teuren, vermeintlichen Wundermittels «Tamiflu» einkaufte, das dann letztlich nicht gebraucht wurde und entsorgt werden musste.

    Doch auch auf der Stufe der Endverbraucher*innen werden Verfalldaten nicht wirklich hinterfragt und so landen hierzulande jährlich Medikamente für 500 Millionen im Abfall. Nicht nur wegen abgelaufener Verfalldaten, sondern auch, weil sie zwar gekauft, aber schlicht nicht eingenommen wurden. Wie das? Man bekommt zum Beispiel ein Blutdruckmedikament verschrieben, bezieht eine Packung – oft auch gleich eine Monatsration – beginnt mit der Einnahme und dann wird festgestellt, dass es nicht wirkt oder nicht vertragen wird. Das Medikament wird gewechselt und der «Rest» des alten Medikamentes muss entsorgt werden. Oder jemand hat Magenbrennen, kauft sich selbst die Tabletten – die kleinste Packung enthält 30 Stück –, zwei werden gebraucht, der Rest landet im Medikamentenschrank zu Hause und wird eines Tages entsorgt.

    Generell werden eher zu grosse Packungen abgegeben, denn die Pharmaindustrie produziert nur Packungsgrössen, welche für sie rentabel sind. Und sie hinkt damit manchmal auch den neusten Erkenntnissen hintennach: Wie bei den Antibiotika, bei denen die Einnahmedauer nach unten korrigiert wurde, weil man erkannte, dass es gar nicht nötig ist, sie länger einzunehmen. Die Packungen indes blieben gleich gross, der Abfall ist vorprogrammiert.

    Warum angebrochene Packungen Abfall sind

    Apotheken dürfen angebrochene Packungen nicht zurücknehmen, denn das Gesetz verbietet den Verkauf von Medikamenten, die nicht aus einer kontrollierten Lager- und Transportkette kommen. Von den Produktionshallen der chemischen Industrie über jedes Fahrzeug der Transportkette bis zu den Räumlichkeiten der Apotheke gelten strikte Temperatur und Luftfeuchtigkeitsvorschriften, rund um die Uhr müssen 18 bis 25 Grad eingehalten werden, denn die meisten Medikamente sind wärmeempfindlich. In Privathaushaltungen jedoch werden Medikamente oft falsch gelagert. Auf dem Fenstersims über der Heizung, im Spiegelschrank im Badezimmer oder in den Ferien im Auto an der prallen Sonne. «Durch Wärme kann sich der Wirkstoff rasch zersetzen und die Wirksamkeit wird reduziert», erklärt Jüttner. Auch die galenische Form kann durch falsche Lagerung Schaden nehmen, so können Zäpfchen zum Beispiel schmelzen, Pastillen bei Feuchtigkeit verklumpen oder die Emulsion einer Salbe zerfallen. Doch toxisch, also giftig, werden die meisten Medikamente durch den Alterungsprozess nicht, sie verlieren aber an Wirksamkeit. Beispielsweise Aspirin, das zerfällt in Essigsäure und Salicylsäure: riecht ein Aspirin also nach Essig, sollte man es nicht mehr schlucken.
    Wegen dieser Sicherheitsbedenken verbietet das Gesetz die Rücknahme und Weitergabe bereits verkaufter Medikamente. Selbst wenn man sie – wie immer wieder als Idee gehört – Hilfsbedürftigen im Ausland schenken würde, wäre dies fahrlässig. Überdies sind Medikamente in potenziellen Zielländern oft unter einem anderen Namen bekannt und die hiesigen Packungsbeilagen wegen der Sprache nutzlos. Das Beispiel des Tsunami in Thailand 2004 zeigt das Problem exemplarisch. Die NGO «Apotheker ohne Grenzen» untersuchte, wie viele der notfallmässig gespendeten Medikamente überhaupt noch brauchbar waren: 25 Prozent waren abgelaufen, 600 Tonnen mussten entsorgt werden, was Kosten von über 2,5 Millionen Euro verursachte. Man hätte dieses Geld also besser direkt in neue Medikamente investiert.

    Bedeutet «abgelaufen» automatisch «wegschmeissen»?

    «Sicherheitshalber ja, denn weder ich noch die Pharmaindustrie können sich darauf verlassen, dass abgelaufene Medikamente noch wirken», so Jüttner. Natürlich könne man denken, dass man beispielsweise eine Salbe oder ein Medikament auch über das Datum hinaus anwenden kann, vielleicht wirkt es dann einfach nicht oder höchstens durch einen Placebo-Effekt. Im schlimmsten Fall kann es jedoch schädlich sein: «Falls eine Salbe gegen Rückenschmerzen nicht hilft, ist das nicht so schlimm, wie wenn ein Antibiotikum gegen eine potenziell tödliche Infektion nicht wirkt», formuliert es Jüttner. Deshalb sollte man sich unbedingt in der Apotheke oder beim Arzt rückversichern.

    Medikamente sind immer Sonderabfall

    Medikamente sind Sonderabfall, sie dürfen keinesfalls im normalen Haushaltsabfall oder über die Kanalisation entsorgt werden. Der Grund ist einfach: «Im Kehrichtsack» bedeutet noch nicht, dass sie auch sicher in der Kehrichtverbrennungsanlage (KVA) eintreffen. Was, wenn ein Tier den bereitgestellten Sack aufreisst? Und in die Kanalisation gehören Medikamente nicht, weil sie selbst von unseren Hochleistungsklärwerken nicht restlos herausgefiltert werden können, was nicht nur für die Umwelt, sondern im Endeffekt auch für den Menschen zum Problem wird: Dann, wenn über das Trinkwasser beispielsweise Reststoffe von Hormonen oder Schwermetallen eingenommen werden oder weil sich in Organismen, die mit Antibiotika im Abwasser in Kontakt kamen, resistente Bakterienstämme bildeten und damit das Medikament selbst unwirksam machen. Unter Fachleuten sind Antibiotika-Resistenzen nicht nur ein Horrorszenarium, sondern bereits beängstigender Alltag.
    Korrekt entsorgt heisst: In den Apotheken oder Drogerien zurück- oder bei den Sonderabfallsammelstellen von Entsorgung und Recycling Zürich (erz) abgeben. 2018 sammelte allein die Limmat Apotheke 220 Kilo. Die im Untergeschoss sicher gelagerten Abfälle werden von der auf Sonderabfallentsorgung spezialisierten Firma EcoServe International AG abgeholt – zusammen mit den anderen 37 Tonnen im ganzen Kanton Zürich allein von dieser Firma eingesammelten Medikamenten. EcoServe ist indes nur ein Entsorgungsdienstleister, der eine abfall- und gefahrgutrechtliche Triage vornimmt und alles gesetzeskonform zu einem bewilligten Entsorgungsbetrieb transportiert. Im Kanton Zürich ist dies die Sonderabfallsammelstelle der KVA Hagenholz, wo die Medikamente endgültig verbrannt, oder wie es erz-gerecht heisst, «thermisch verwertet» werden.

    Im Kanton Zürich sind Apotheken und Drogerien verpflichtet, alle Medikamente aus Privathaushalten zurückzunehmen und korrekt zu entsorgen. Auch die Kehrichtverbrennungsanlage Hagenholz nimmt alle Sonderabfälle entgegen. Die nächste Sonderabfallsammlung des erz direkt in Höngg, an der Limmattalstrasse 227 beim Zwielplatz, ist erst wieder am Freitag, 4. September 2020.

    Diese Serie wird finanziell, ohne redaktionell eingeschränkt zu sein, durch die vier Höngger Rotpunkt Apotheken und Drogerien unterstützt. Alle Artikel online unter www.hoengger.ch/archiv/dossiers/ «Apotheken»

  • «Leben im Rütihof» zum Zweiten

    «Leben im Rütihof» zum Zweiten

    Die Entwicklung, Planung und Erstellung der Wohnsiedlungen anhand des Quartierplans stellen die eine Seite der Geschichte des Rütihofs dar, die andere Seite sind jedoch die hier wohnenden Menschen, die das Leben im Quartier schliesslich ausmachen und gestalten. Die Mischung der Menschen, die im Rütihof zu Hause sind, ist bunt und vielfältig, und viele der Bewohner*innen engagieren sich auf ganz unterschiedliche Weisen für ihre Nachbarschaft. Deswegen hat der «Höngger» diese Woche noch einmal die Gelegenheit genutzt, ein wenig hinter die Fassaden der Wohnblöcke zu schauen und sich mit weiteren sechs Bewohner*innen des Quartiers zu unterhalten.

    Ein Quartier mit Qualitäten

    Renate Tran ist eine dieser sechs Bewohner*innen. Sie kann bereits auf eine lange Zeit im Rütihof zurückblicken. Mit ihrem Mann Ngoc und den ältesten beiden Söhnen, damals vier- und zweijährig, ist sie 1997 hier eingezogen. In den folgenden Jahren kamen eine Tochter und zwei weitere Söhne hinzu, die die Familie komplettierten. In den Rütihof sind sie mehr zufällig gelangt: weil Ngoc auf einen Rollstuhl angewiesen ist, waren sie auf der Suche nach einer rollstuhlgängigen Wohnung; da war in Zürich zumindest damals die Auswahl nicht so gross. Die Familie fühlt sich im Rütihof sehr wohl, wie Renate erklärt: «Es ist schön, hier zu wohnen und in der Nachbarschaft gute Freunde zu haben. Sowohl wir als auch unsere Kinder haben im Quartier sehr gute Sozialkontakte. Selbst diejenigen der Kinder, die bereits von zu Hause ausgezogen sind, kommen nach wie vor gerne zurück, nicht nur, um uns zu besuchen, sondern auch, um sich mit Freund*innen zu treffen.»

    Vielseitiges Engagement

    Dass es sich im Rütihof gut lebt und die Nachbarschaft funktioniert, dazu trägt sie selbst mit ihrem ehrenamtlichen Einsatz einiges bei: Sie engagiert sich nicht nur seit mehr als zehn Jahren in der Kulturgruppe ihrer Baugenossenschaft, die mehrmals pro Jahr Anlässe für die Nachbarschaft organisiert, sondern betreut auch einmal wöchentlich einen Mittagstisch des Frauenvereins für Schüler*innen im Quartier und ist aktives Mitglied bei KISS (heute «Zeitgut»), der Nachbarschaftshilfe. Ein Herzensanliegen ist ihr zudem die gewaltfreie Kommunikation nach Marshall Rosenberg, die sie nicht nur selbst mit ihrer Familie praktiziert, sondern auch in Kursen der Quartierbevölkerung näherzubringen versucht. Und seit dem «Transition-Workshop», der dieses Jahr mit verschiedenen Akteuren aus Höngg, die ein Interesse an der nachhaltigen Entwicklung ihres Stadtteils haben, durchgeführt wurde, hat sie noch ein neues Projekt: «Ich würde gerne hier im Quartier einen Stammtisch etablieren, an dem man sich über Nachhaltigkeit und sozial- und umweltverträgliches Verhalten im Alltag austauschen sowie sich gegenseitig unterstützen kann», erklärt Renate. Im kommenden Jahr, so hofft sie, kann sie dieses Vorhaben zusammen mit anderen Interessierten im Rütihof realisieren.

    Nach Höngg an die Sonne

    Auch Ursina Zanelli und Roman Schweizer Zanelli setzen sich für den Rütihof ein. Sie leben mit ihren beiden Töchtern in einer Wohnung der ASIG-Wohngenossenschaft, noch nicht ganz so lange wie Familie Tran, aber auch bereits seit neun Jahren. Aufgewachsen sind beide im Kanton Schaffhausen, arbeitshalber führte ihr Weg nach Zürich. Höngg haben sie als Wohnort gewählt, weil «meine Schwester meinte, dass hier immer die Sonne scheint», erinnert sich Ursina schmunzelnd, in den Rütihof sind sie wegen der preiswerten Genossenschaftswohnungen und der Kinderfreundlichkeit des Quartiers gekommen. Die Familie ist im Rütihof sehr zufrieden, lediglich die Infrastruktur liesse sich noch verbessern, wie Ursina erklärt: «Der Rütihof ist zwar so gross wie ein richtiges Dorf, aber als Satellitensiedlung fehlt ihm einiges an Infrastruktur. Ich hätte gerne mehr Läden im Quartier.» Auch einen Dorfplatz wünschten sich die beiden für den Rütihof, einen Treffpunkt, wo man sich begegnen und austauschen kann. «Zudem», so ergänzt Roman, «ist das Angebot für die Jugendlichen begrenzt. Für Kleinkinder und Kinder im Primarschulalter ist das Angebot im Rütihof sehr gross, doch Jugendlichen wird nicht mehr so viel geboten.»

    Sozialkontakte schaffen als politisches Engagement

    Die beiden arbeiten bewusst jeweils nur 60 Prozent in ihren Jobs, einerseits, um viel Zeit mit den Kindern verbringen zu können, andererseits aber auch, um sich für ihr Quartier engagieren zu können – jetzt, da die Kinder ein wenig grösser sind. Ursina ist Mitglied im «Forum», eine Gruppe von Genossenschaftsmitgliedern der ASIG, die für ihre Siedlung Anlässe organisiert. «Für mich ist die Arbeit in der Genossenschaft eine Form von politischem Engagement. Mein Grundanliegen hierbei ist die Schaffung von Sozialkontakten, die Vernetzung unter den Nachbarn. Ich halte das für sehr wichtig für das Zusammenleben in einem Quartier.» Gemeinsam mit dem Forum hat sie einen Siedlungsgarten ins Leben gerufen, in dem aus Europaletten einzelne Beete erstellt werden, die gemietet und bepflanzt werden können – ein wachsendes Projekt. Roman ist ebenfalls aktiv im Quartier: unter anderem hilft er einem Nachbarn bei der Weihnachtsbeleuchtung vor dem Haus. Jedes Jahr wird diese ein wenig bunter und grösser – schon von der Bushaltestelle aus sticht der leuchtende Vorgarten allen Ankömmlingen im Rütihof ins Auge. Auch das hat verbindenden Charakter für die Siedlung.

    Hohe Lebensqualität

    Eine weitere Form des Engagements fürs Quartier leistet Nathalie Tassonis. Sie lebt mit ihrem Mann und den zwei Töchtern seit elf Jahren in der ABZ-Genossenschaft. Auch Nathalie und ihre Familie sind in den Rütihof gekommen, weil hier genügend grosse Wohnungen zur Verfügung standen. Das viele Grün im Quartier gefällt ihr sehr gut, die Spielplätze, der Bauspielplatz, das alles sei sehr wichtig für junge Familien und bedeute eine hohe Lebensqualität, erklärt sie. Für Jugendliche hingegen, da teilt sie die Meinung der Zanellis, sei die Infrastruktur im Quartier etwas dürftig. Dennoch gebe es im Rütihof wenig Probleme, das bewege sich alles im üblichen Rahmen, wie sie auch in anderen Quartieren vorkommen.

    Schule und Elternhaus verbinden

    Nathalie engagiert sich nun bereits im dritten Jahr als Elternvertreterin im Elternrat der Schule Rütihof, seit zwei Jahren ist sie Mitglied des Vorstands: «Ich halte es für wichtig und spannend, sich in dem Schulhaus unserer Kinder einzubringen. Für mich bietet dieses Engagement eine gute Möglichkeit, einen Einblick in den Schulalltag zu gewinnen, sich mit den anderen Eltern zu vernetzen und als Bindeglied zwischen Quartier und Schule zu fungieren.» Der Elternrat organisiert verschiedene Anlässe wie Schulhausfeste oder Referate zur Elternbildung und unterstützt die Schule etwa am Besuchsmorgen. Nicht immer ist es ganz einfach, Eltern für die Mitarbeit im Elternrat zu gewinnen, da geht es dem Rat nicht besser als anderen Vereinen. Doch momentan, freut sich Nathalie, «sind sehr viel engagierte und interessierte Leute dabei. Unsere Arbeit funktioniert natürlich viel besser, wenn alle etwas dazu beitragen – da können tolle Dinge entstehen.»

    Leben in der Traumwohnung…

    Im Haus direkt gegenüber von den Tassonis wohnt Familie Sheikhzadegan Hamidi. Gemeinsam mit ihrer 15-jährigen Tochter lebt das Ehepaar ebenfalls in einer Genossenschaftswohnung der ABZ. Kennengelernt haben sich die beiden in einem Studentenwohnheim und sind nun bereits seit 17 Jahren im Rütihof zu Hause. Auch sie sagen, dass sie die Wohnlage sehr schätzen, die Nähe zur Natur, die günstige Wohnung, die multikulturelle Nachbarschaft, die kinderfreundliche Umgebung. Der Rütihof, so Farideh Sheikhzadegan, «ist ein Teil von mir geworden.»

    …mit ein paar Schattenseiten

    Allerdings, so erzählen die beiden im Gespräch, hat das Leben für sie hier auch Schattenseiten. «Es gibt etwas, das mich sehr beschäftigt», gesteht Farideh. «Seit einigen Jahren», erläutert sie, «seit der Halloween-Brauch auch hier im Quartier Einzug gehalten hat, werden wir jedes Jahr mit Eierwürfen in unser Fenster attackiert. Letztes Jahr waren es besonders viele Eier, die an unserer Fensterscheibe gelandet sind.» Wer die Eierwerfer sind, wissen die beiden nicht genau, doch es handelt sich wohl um Jugendliche aus dem Quartier. «Was mich besonders verunsichert, so Farideh weiter, «ist die Tatsache, dass es eigentlich nur uns trifft. Unsere Nachbarn sind davon nicht betroffen. Aber was haben die Kinder gegen uns?» Die beiden haben versucht, das Ganze zu ignorieren, es als Lausbubenstreich abzutun, doch das Ausmass geht darüber hinaus, was sie ertragen können. «Es passiert eben nicht nur an Halloween, sondern auch im Winter – da sind es dann Schneebälle – oder im Sommer, da werden Wasserballons oder Getränkedosen geworfen. Für mich als Kriegskind aus dem Iran ist das schlimm, jedes Mal kommen Erinnerungen an den Krieg hoch, wenn etwas Derartiges in die Wohnung geworfen wird», führt sie aus. Von der Genossenschaft fühlen sie sich ein wenig im Stich gelassen, auch die Reinigung der Fassade müssen sie meist selbst übernehmen. Die beiden sind ratlos – und haben gar schon über einen Wegzug nachgedacht, zumindest in eine etwas weniger exponierte Wohnung, zur Not aber auch in ein anderes Quartier. Doch angesichts all des sozialen Engagements im Rütihof bleibt zu hoffen, dass sich das Problem doch noch lösen lässt.

  • Schulraumplanung Rütihof: Gut, aber der Druck steigt

    Schulraumplanung Rütihof: Gut, aber der Druck steigt

    Im Herbst 1995 wurde das Schulhaus Rütihof eingeweiht. Es war so besonders, dass die renommierte Zeitschrift für Architektur und Design «Hochparterre» sogar einen Artikel über das «Schulhaus mit Park und Kunst» publizierte. Fast poetisch schrieb der Autor 1996: «Dieser Hof ist anders als andere Schulhöfe. Er ist gleichsam Natur geblieben, wegloser Wiesenhang wie zuvor. Alte Bäume haben hier überlebt, und ein Park breitet sich vor den Fenstern der Klassenzimmer aus. Die Klassen und alle Räume von Hort, Kindergarten und Quartierzentrum sind auf diesen Park orientiert».

    Heute beherbergt die Schule Rütihof zwölf Klassen und einen Kindergarten. Im Gegensatz zu anderen Schulen ist die Kapazität noch nicht ausgeschöpft. Das kommt daher, dass in Erwartung der Ringlingüberbauung vorausschauend ein Züri-Modular-Pavillon mit sechs Zimmern aufgestellt wurde. Was nun allerdings auch im Rütihof spürbar wird, ist der Druck auf das Schulhaus Riedhof-Pünten. Dieses ist bereits jetzt voll belegt und muss im kommenden Schuljahr noch zusätzliche Klassen aufnehmen, dafür müssen ab dem Schuljahr 2021/22 im Quartier zwei Pavillons aufgestellt werden. Die Stadt will das Quartier im Frühling über die Standorte informieren. Ursprünglich war eine Erweiterung des Schulhauses Riedhof vorgesehen gewesen, denn bis 2040 wird mit 12 bis 18 zusätzlichen Klassen gerechnet, die an diesem Standort Platz finden müssen. Oberhalb des denkmalgeschützten Gebäudes wäre Platz für einen Neubau vorhanden. Stadtintern wird jedoch noch über die optimale Nutzung der Fläche beraten. Der Bau eines neuen Schulhauses dauert jeweils rund zehn Jahre. Um das Schulhaus Riedhof-Pünten zu entlasten, wurde dessen Einzugsgebiet verändert und die Konrad-Ilg-Strasse seit dem Schuljahr 19/20 dem Schulhaus Rütihof zugeteilt. An der Endhaltestelle des 13er-Trams, in der Bau- und Siedlungsgenossenschaft Höngg, existierten bereits zwei Kindergärten. Mit dem Neubau der Gewobag an der Konrad-Ilg-Strasse kamen viele Kinder im selben Alterssegment ins Quartier, was im Sommer die Eröffnung zwei weiterer Kindergärten in der Bau- und Siedlungsgenossenschaft Höngg nötig machte. Alle diese Kinder werden später auch dem Schulhaus Rütihof zugeteilt werden.

    Mit den Neubauten an der Hurdäckerstrasse – das Schul- und Sportdepartement rechnet mit 40 Kindern in allen Altersstufen – und irgendwann in ferner Zukunft mit dem Neubau auf dem Grünwaldareal, wird die Schule Rütihof ihre Kapazitätsgrenze erreichen. Bei den Kindergärten ist man zurzeit gut aufgestellt, zumal zwei neue Standorte an der Hurdäckerstrasse geplant sind. Ein Problem darstellen könnten jedoch die nötigen Betreuungsräume, so ist man bei der Stadt auf der Suche nach möglichen Räumlichkeiten für die Mittagsbetreuung.

    Die Schulraumplanung ist in der ganzen Stadt ein Thema. Der Schulkreis Waidberg geriet dabei etwas aus dem Fokus, da er als «fertig gebaut» galt und an anderen Orten wie Glatttal oder Uto grosse Neubauten «auf der grünen Wiese» realisiert wurden, die dringenderen Handlungsbedarf erforderten. Mit der Verdichtung, dem Abbruch von Einfamilien-, und Neubau von Mehrfamilienhäusern und einem entsprechenden Anstieg der Kinderzahlen hatte man nicht in diesem Ausmass gerechnet. Das wird sicherlich auch in Zukunft in Höngg und Wipkingen zu reden geben.

    Bereits zu diesem Fokus-Thema erschienen:
    Rütihof: Vom Weiler zum Satelliten-Quartier, 21. November
    Rütihof – Erinnerungen an einen Bauernweiler, 21. November
    Zwei Quartierpläne, die alles umpflügten, 5. Dezember
    Eine endlose Geschichte, 5. Dezember
    Leben im Rütihof, Teil 1, 5. Dezember