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  • Der Lebensmittelverschwendungentgegenwirken

    Der Lebensmittelverschwendungentgegenwirken

    Ein Drittel aller Lebensmittel wird in der Schweiz zwischen Feld und Teller weggeworfen. Das entspricht 150’000 Lastwagen, die aneinandergereiht eine Kolonne von Zürich nach Madrid ergeben. Das verursacht so viel Umweltbelastung wie die Hälfte aller Schweizer Autofahrten. Tatsächlich liegt die Reduktion der Lebensmittelverschwendung weltweit auf Platz 3 der Lösungen im Kampf gegen die Klimakrise.

    Vor rund sieben Jahren wurde Foodsharing Zürich ins Leben gerufen – ein Verein, welcher aus der drei Jahre zuvor in Berlin gegründeten Organisation Foodsharing entstand. Mittlerweile engagieren sich für Foodsharing Zürich knapp 1500 freiwillige Foodsaver*innen. Das effektive Retten der Lebensmittel funktioniert über die Kooperationen des Vereins mit über 60 Lebensmittelbetrieben (z.B. Restaurants, Bäckereien oder Supermärkte).

    Die Foodsaver*innen holen in der Regel zum Ladenschluss alle Lebensmittel ab, die der Lebensmittelbetrieb auch nicht an karitative Organisationen abgeben kann und sonst wegwerfen müsste. Pro Jahr werden so über 100 Tonnen an Lebensmitteln gerettet und privat oder über öffentliche Kühlschränke weiterverteilt.

    «Wir könnten noch bei vielen weiteren Betrieben Lebensmittel retten, wenn wir die Foodsaver*innen dazu hätten», sagt Lara Kray, Botschafterin bei Foodsharing Zürich. «Wir freuen uns über jede Person, die mithilft, dem Foodwaste entgegenzuwirken.» Dabei gibt es keine Mindestzahl an Abholungen, keinen Mitgliederbeitrag, und man muss auch nicht im Besitz eines speziellen Abholfahrzeuges sein.

    Am Freitag, 11. November, lädt Foodsharing Zürich alle dazu ein, zusammen gerettetes Essen zu geniessen. Mit dem Suppenteller und einem Löffel kann man ab 18 Uhr in der Cafeteria der Genossenschaft Kalkbreite (Kalkbreitestrasse 6) vorbeigehen. Neben dem Essen stehen eine Feuershow und Vorträge auf dem Programm.

    Weitere Informationen unter www.foodsharing.network

    (Medienmitteilung)

  • «Wipkinge erzählt»

    «Wipkinge erzählt»

    Erst kürzlich hatten die Kuratorinnen des «nano – Raum für Kunst» die Wipkinger*innen aufgerufen, von ihrem Leben im Quartier zu erzählen. Im sogenannten Geschichten-Büro wurden Erinnerungen an längst verschwundene Betriebe, an die ehemalige Nutzung von Plätzen und Pärken und insbesondere an die Menschen, die einst das Quartier prägten, wieder lebendig. Audio-, Video- und Fotomaterial sowie einige Objekte wurden dabei zusammengetragen. Eine Auswahl davon wird in der Ausstellung «Wipkinge erzählt» im Kunstraum zu sehen sein. An der Vernissage vom 5. Oktober wird zugleich auch die begleitende Publikation präsentiert.

    Willy Siegfried ist mit von der Partie

    Teil der Ausstellung werden auch ein Hörspiel über die Lebensgeschichte des umtriebigen Wipkinger Gastronomen Willy Siegfried und ein 3D-Modell seiner Wirkungsstätte, des ehemaligen Restaurants Anker, sein. Wie die «Wipkinger Zeitung» bereits berichtete, wurde das Gasthaus 1968 infolge der Zürcher Stadtentwicklung der 1960er-Jahre und des Baus der Westtangente abgebrochen. An der Wipkinger-brücke erinnert heute nichts mehr an die einst lebendige Beiz. Für die Ausstellung hat der Quartierverein in Zusammenarbeit mit dem Architekten und 3D-Künstler Diego Bazzotti eine Möglichkeit geschaffen, das stattliche Gebäude mit «Augmented Reality» wieder zum Leben zu erwecken: im eigenen Wohnzimmer oder direkt an der Wipkingerbrücke.
    Aber welche Persönlichkeit stand hinter dem «Anker»? Mit der Übernahme des Nachlasses von Willy Siegfried hat der Quartierverein Wipkingen die Initiative ergriffen, den Bewohner*innen Auszüge aus den Aktenordnern, Tagebüchern und Briefwechseln von Willy Siegfried in einer neuen Form zugänglich zu machen. Ein Hörspiel, produziert und gesprochen von Nina Wiegers, vermittelt in zeitgemässer Form, was Willy im Zuge der Stadtentwicklung bewegt hat.

    Alle Sinne angesprochen

    Für einen weiteren Augen-, aber auch Gaumenschmaus sorgt im Rahmen des Projekts «Wer kännt de Willy?» das Restaurant Damas. Dort werden nämlich die wunderschönen und reichlich verzierten Originalglasfenster des «Ankers» zu bewundern sein. In dieser einmaligen Atmosphäre wird der Wirt von Oktober bis Dezember ein Wochen- und ein Monatsmenü «à la Siegfried» servieren. Dank Siegfrieds Reisetagebüchern aus den 1920er-Jahren, in denen der damals junge Koch Notizen und Rezepte während seiner Entdeckungsfahrten nach Argentinien, Brasilien oder Montevideo festhielt, können sich die Wipkinger*innen und natürlich auch alle anderen Interessierten dort zu einer kulinarischen Reise verführen lassen.

  • Sie haben ein Haus im Garten

    Sie haben ein Haus im Garten

    Tiny oder Small Houses sind Gebäude, die das Leben auf kleinstem Raum ermöglichen. Ein Tiny House weist meistens eine Nettowohnfläche von weniger als 50 Quadratmetern auf und wird entweder als mobiles Eigenheim auf Rädern oder auf ein normales Fundament gestellt. Ein Small House ist in der Regel ein wenig grösser und hat bis zu 100 Quadratmeter Nutzfläche. Eine genaue Definition für diese Begriffe existiert bis anhin nicht – Hauptsache ist das Prinzip des Wohnens auf kleinstmöglichem Raum.
    Der kleine Holzbau befindet sich an der Nordstrasse, leicht zurückversetzt von der Strasse, auf dem Grundstück eines anderen Wohnhauses. «Wir haben als Familie vor Kurzem das Wohnhaus hier gekauft und wollten ursprünglich für meine Mutter eine kleine Einliegerwohnung einbauen. Das erwies sich jedoch bewilligungstechnisch als sehr kompliziert», erklärt Ariadna von Matt-Graf, die Besitzerin der Liegenschaft.
    Nach Beratungen mit einem befreundeten Architekten plante die Familie daher, statt des Umbaus ein kleines Haus im Garten zu bauen. Rein zufällig stiessen sie in den Skiferien auf eine Siedlung, die aus lauter Tiny und Small Houses bestand und begannen, sich eingehender mit dieser Wohnform auseinanderzusetzen. Die Idee, selbst ein solches Häuschen zu erstellen, liess sie nicht mehr los – der Rest ist Geschichte. Der im Garten verfügbare Platz reichte bis fast auf den Zentimeter genau aus, um ein Haus vom Typ «Small Green» zu erstellen. Zehn Monate vergingen, bis die Stadt die Bewilligung für den Bau erteilte – vor allem die Umgebungs- und Gartenplanung beanspruchte einiges an Zeit.

    Bau innerhalb von zwei Wochen

    Doch dann ging es schnell: Weil das Haus aus bereits vorgefertigten Holzelementen besteht, nahm der Aufbau insgesamt – nach dem Erstellen des Fundaments – nur knapp zwei Wochen in Anspruch, danach war der Innenausbau dran. Nun ist auf den nur 45 Quadratmetern Grundfläche ein komplettes Eigenheim für ein bis zwei Personen entstanden. Die Nettowohnfläche, die das dreistöckige Gebäude bietet, beträgt 88,5 Quadratmeter.
    Im Erdgeschoss befinden sich Küche und Wohnraum, der erste Stock beherbergt das Schlaf- sowie ein Badezimmer, unter dem Dach gibt es weiteren Wohnraum.
    Der Bau besteht komplett aus Holz, für die Fassade wird Kiefer, für den Innenraum Fichtenholz verwendet, das Parkett ist aus Eiche gefertigt. Alles Holz stamme, so Marc Lüllmann von der Firma SmartSmallHouse AG, die das Haus in Wipkingen erstellt hat, aus FSC-zertifizierter Forstwirtschaft. Die Holzelemente werden in Estland fabriziert und dann in die Schweiz geliefert.
    So klein das Haus von aussen wirkt, so geräumig erscheint es im Inneren. Der begrenzte Platz wird optimal ausgenutzt. In den Treppenaufgängen sind Einbauschränke eingebaut. Kühlschrank und Backofen sind in den Raumteiler zwischen Küche und Gang integriert. Bei der Raumaufteilung verfahren die Ersteller nach der Vastu-Lehre. «Sie stammt aus der vedischen Zeit, die vor über 2000 Jahren auch die europäische Bau- und Wohnkultur geprägt hat. Im Vastu dreht sich vieles um die richtigen Masse und Proportionen, damit sich der Mensch wohl fühlt und so sein Potenzial entfalten kann», erläutert Lüllmann.

    Auf dem Weg zur Energieautarkie

    Ein wichtiges Kriterium bei der Entscheidung für eine derartige Wohnform ist die Nachhaltigkeit. Eine gebäudeintegrierte Photovoltaik-Anlage produziert den Strom, das sich damit annähernd selbst versorgen kann. Geheizt wird mit einer Holzpelletheizung. Zur Warmwasseraufbereitung kann die Bewohnerin auf eine Wärmepumpe zurückgreifen. Von grosser Bedeutung für die Energiebilanz ist auch die Isolation, die in diesem Fall aus Holzfasern besteht: «Mit der richtigen Dämmung kann man viel Heizenergie einsparen, weil der Wärmeverlust über die Fassade minimiert werden kann. Unser Haus ist in punkto Wärmedämmung sehr effizient und kann so mit geringem Aufwand beheizt werden. So sind wir auch in Hinblick auf die Energiekrise froh, uns für dieses Wohnmodell entschieden zu haben», freut sich die Hausherrin.

  • Ein Zeitzeuge der Zwischenkriegszeit

    Ein Zeitzeuge der Zwischenkriegszeit

    Die Liegenschaft an der Limmattalstrasse 281 ist ein ehrwürdiges Haus. Leicht zurückversetzt hinter einem Vorgarten an Strasse liegend, macht es einen ehrwürdigen und doch einladenden Eindruck.
    Der Höngger Architekt Jakob Eugen Ernst liess das Gebäude im Jahr 1922 für sich und seine Familie erstellen und lebte schliesslich Zeit seines Lebens dort. Im «Talchernquartier», wie dieser Ortsteil in Höngg auch genannt wird, gehört das Gebäude damit zu den ältesten noch erhaltenen Häusern.

    Die Architektur wirkt schlicht und schnörkellos, ein «für die Zwischenkriegszeit typisches Wohnhaus mit regelmässig angeordneten, sprossierten Fenstern und grünen Klappläden», wie die Denkmalpflege der Stadt Zürich in einem Schreiben erklärt.  Auf jedem der drei Stockwerke befindet sich eine Wohnung, wobei im Jahr 2007 der Dachstock ebenfalls ausgebaut wurde, sodass sich die oberste Wohnung seither über zwei Etagen erstreckt.

    Der klassische Altbau zeigt sich auch in den Parkettböden und Stukkaturdecken im Inneren des Hauses. Die ursprünglich zum Heizen verwendeten Kachelöfen sind noch vorhanden, mittlerweile aber nicht mehr in Gebrauch. Im Erdgeschoss und erstem Stock sind Terrasse beziehungsweise Balkon zu einem Wintergarten ausgestaltet worden, so dass diese beiden Etagen quasi ein zusätzliches Gartenzimmer aufweisen.

    Das Grundstück beinhaltet eine Fläche von 1341 Quadratmetern. Ein Kiesplatz umgibt das ganze Gebäude und wird als Sitzplatz genutzt. Zusätzlich zum Vorgarten findet sich rückseitig ein grosszügiger Garten mit einem Bestand an fast hundertjährigen Hochstamm-Obstbäumen.

    Eine aktive Hausgemeinschaft

    Seit seiner Erbauung befand sich das Haus im Besitz der Familie Ernst. Im Jahr 2007 übernahm der Enkel des Erbauers das Haus. Die drei Wohnungen sind an ein Ehepaar, eine vierköpfige Familie sowie eine aus vier Personen bestehende Wohngemeinschaft vermietet, im Erdgeschoss befinden sich zudem die Räumlichkeiten einer Naturheilpraxis.

    Das Ehepaar Christopher Szaday und Belinda Mettauer Szaday lebt bereits seit fast 25 Jahren in dem Haus und fühlt sich hier sehr wohl. Die WG, die gemeinsam die obersten zwei Stockwerke bewohnt, ist seit rund einem Jahr hier zuhause, die vierköpfige Familie ist erst zu Anfang dieses Jahres eingezogen. Die Bewohner*innen schätzen und lieben dieses Haus und den Garten, den sie gemeinsam nutzen und pflegen. Hier bauen sie nicht nur Gemüse, Früchte und Kräuter an, sondern sorgen auch für einen möglichst biodiversen und nachhaltigen Garten und nutzen ihn als Erholungsraum.

    Besonders während der Pandemie, so erklärt Chris Szaday, hätten die Mieter*innen gemerkt, wie wertvoll diese Grünfläche sei. Und das nicht nur für ihr eigenes Haus: Sie könnten sich vorstellen, so Szaday, ihren Garten mit denjenigen der Nachbargebäude verbinden. «Damit könnte theoretisch eine kleine «Parkanlage» entstehen, die von allen Anwohner*innen genutzt werden könnten», so die Idee der Hausgemeinschaft.

    Verdichtung in Höngg

    Im Frühjahr 2022 wurde jedoch das Haus verkauft – an den Immobiliendienstleister Steiner Invest. Die Mietergemeinschaft macht sich nun Gedanken über die Zukunft des Gebäudes. Denn wie bei so vielen anderen alten Häusern stellt sich auch hier die Frage nach der zukünftigen Nutzung.

    Auf Anfrage des «Hönggers» gibt der neue Besitzer Auskunft über seine Pläne: «Die Steiner Anlagestiftung hat das Grundstück samt Gebäude in diesem Frühjahr gekauft. Wir sind von der Qualität des Grundstücks aber auch von Höngg insgesamt als lebendigem Stadtquartier mit hoher Wohnqualität sehr überzeugt. Wir werden in den kommenden Monaten unter anderem verschiedene Möglichkeiten zur Verdichtung des Grundstücks prüfen. Eine fixe Vorstellung zur künftigen Nutzung des bestehenden Gebäudes gibt es noch nicht», so Marcel Weiler, Head Transaction Management von SteinerInvest.

    Für alle öffnen

    Dass in der Stadt verdichtet wird, um der wachsenden Bevölkerung Platz zu verschaffen, ist auch der Hausgemeinschaft klar. Doch weil ihnen Haus und Garten sehr am Herzen liegen, machen sie sich gemeinsam Gedanken über die Zukunft der Liegenschaft. «Wie lassen sich solch grosszügige Grundstücke wie das betreffende zeitgemäss ausnutzen und die Belegungszahl erhöhen, ohne wertvolle bestehende Strukturen zu zerstören? Gibt es Alternativen zu einem Abriss?», das sind Fragen, die sie sich gestellt haben.

    Dabei geht es ihnen bei ihren Bemühungen keineswegs nur darum, den Wohnraum für sich zu erhalten, wie Szaday dem «Höngger» erklärt: «Wir sehen nicht nur das Gebäude als wertvollen Zeitzeugen, sondern würden uns wünschen, dass die Grünfläche auch erhalten bleiben kann – für das gesamte Quartier».

    Ein «wertvolles» Haus

    Verschiedene Architekten, mit denen die Hausgemeinschaft in Kontakt ist, haben bestätigt, dass auch sie das Gebäude für interessant halten. Denkmalgeschützt ist es jedoch nicht – nur der Grundeigentümer kann eine Aufnahme in das Inventar beantragen.  

    Auch Tamino Kuny von der ZAS* (Zürcher Arbeitsgruppe für Städtebau), einem Zusammenschluss junger Architekt*innen und Stadtbewohner*Innen, hat das Haus besucht. Die ZAS* wehrt sich gegen die in der Stadt Zürich vorherrschende «Abrisskultur». Bestehende Bauten seien eine Ressource, mit der es sorgsam umzugehen gelte, so erklärt die Gruppe in einer Kolumne – und weiter: «Wir brauchen ein gesellschaftliches Verständnis, dass nachhaltiges Handeln das Weitermachen mit dem Vorgefundenen bedingt, nicht dessen Ersatz». Gegen einen Abriss bestehender Bauten spreche, so Kuny, auch die im Bestand gebundene Energie. Denn wenn ein Haus abgerissen wird, ist alle «graue Energie», also die Energie, welche bei der Gewinnung der Rohstoffe, der Herstellung und Verarbeitung sowie beim Bau aufgewendet werden musste, verloren. Der Neubau möge zwar schlussendlich im Betrieb eine bessere Energiebilanz aufweisen als das alte Gebäude, muss jedoch zuerst den verlorenen Bestand wettmachen und gelangt erst dann zu zusätzlichem Raum. Besser wäre es, Energie von Beginn weg nur dort einzusetzen, wo es wirklich nötig ist.

    Ebenso wie die Bewohner*innen sieht Kuny die Bedeutung der Liegenschaft nicht nur in dem alten Gebäude, sondern vor allem in der Verflechtung des Hauses mit seinem Garten, der unmittelbaren Umgebung und gesamten Stadtökologie: «Ich bin der Auffassung, dass Verdichten auch bedeutet, Orte zu erkennen, die einen besonderen Wert für das Quartier haben können. Auch in einer dichten Stadt sind Freiräume wichtig, Orte wie der Garten des Hauses, die von einer grösseren Gemeinschaft genutzt werden können.»

    Die Hausgemeinschaft hofft also, dass das Haus bestehen bleiben kann. Gerne würden sie Gespräche mit der Eigentümerschaft führen, wie eine mögliche breitere Nutzung aussehen könnte. Und wenn das nicht möglich ist, dann wollen sie wenigstens die Zeit, die ihnen hier bleibt, noch sinnvoll nutzen.

  • «Spiegelungen» in Höngg

    «Spiegelungen» in Höngg

    Das Centro Cultural Hispanoamericano, das sich der Förderung und Verbreitung von Kunst und zeitgenössischer Literatur aus Lateinamerika widmet, konnte nach langer Zeit wieder eine Ausstellung auf die Beine stellen. Ziel ist es, jedes Jahr verschiedenen Künstlern und Schriftstellern eine Plattform zu bieten. Ende Juni lud die Leiterin Marta Elizondo das Künstlerpaar Sophia Keller und Manuel Girón in die Räumlichkeiten an der Riedhofstrasse ein. Alle drei präsentieren die Ausstellung «Spiegelungen». An der Vernissage hiess Elizondo ihre Gäste herzlich willkommen. Sie freute sich, die «eingefangenen Augenblicke» endlich präsentieren zu können.

    Poesie im Bild

    Von Elizondo sind Fotografien mit Texten zu sehen – Poesie im Bild, wie sie es nennt. «Poesie kennt man meist aus Büchern, und ich versuche mittels Fotografien den Zugang zu meinen Texten zu vermitteln», sagt sie. Die Bilder sind in spanischer und deutscher Sprache zu erleben, mit Titeln wie «Mystische Gegenwart» oder «Mit Musik in der Seele».
    Dazu gesellen sich die Fotoarbeiten der Künstlerin Sophia Keller Girón. Sie stellt verschiedene Arten von Werken aus: Da sind ihre «Stoffe, die Geschichten erzählen», welche das textile Schaffen der Maya in Guatemala mit digitaler Fotografie verbinden, die «City Tattoos» mit perforierten Fotocollagen, «Vorhang auf», eine Hommage an das St. Galler-Textilschaffen, sowie «Organic» mit seinen vielfach gewaschenen Damast-Betttüchern, welche bestickt sind.
    Manuel Girón hingegen setzt bei der Ausstellung ganz auf Bilder und Aquarelle. Er bezeichnet sich als «multidisziplinärer Künstler», der in verschiedenen Kunstformen reüssierte. Für «Spiegelungen» zeigt er zarte Gemälde, die beim Betrachten zu Lichtquellen werden. Sie tragen Titel wie «Lavendelfeld», «Frühling» und «Abenddämmerung».
    Die Werke aller drei Kunstschaffenden bilden ein grosses Ganzes. Es sind «Spiegelungen», welche behutsam vereinnahmen können.

    Spiegelungen

    Centro Cultural Hispanoamericano
    Marta Elizondo – Sophia Keller
    Girón – Manuel Girón
    Bis Samstag, 9. Juli, Montag bis Freitag, 9 bis 18 Uhr.
    Finissage: Samstag, 9. Juli, 16 Uhr.
    Riedhofstrasse 354

  • Zum Landgasthof nach Madiswil

    Zum Landgasthof nach Madiswil

    Vom Zürich Hauptbahnhof fährt die Wandergruppe um 7.53 Uhr mit dem Zug nach Huttwil. Die Ankunft ist um 9.10 Uhr geplant. Dort wird der Startkaffee mit einem Gipfeli eingenommen. Die anschliessende Wanderung führt die Gruppe zunächst 80 Meter etwas steil aufwärts, bis das Hochplateau erreicht ist. Dort geht es bei schöner Aussicht weiter über Auswil und Höchi.

    Bei der Hochwacht führt der Weg hinunter nach Madiswil in den Landgasthof Bären. Die Küche hat stolze 14 Gault-Millau-Punkte erhalten, ein feines Mittagessen ist daher versprochen. Nach der Mittagspause wird die Wanderung fortgesetzt, bis nach rund 35 Minuten der Bahnhof Gutenburg erreicht ist (Achtung, Halt auf Verlangen). Die Rückfahrt nach Zürich ist um 15.58 Uhr geplant, die Ankunft wird um 17.06 Uhr erwartet. Das Wanderleiterteam freut sich auf Anmeldungen.

    Höngger Wandergruppe 60Plus

    Besammlung um 7.40 Uhr beim Gruppentreffpunkt Zürich HB. Gruppenreisebillett Halbtax 26 Franken. Organisationsbeitrag acht Franken. Die Anmeldung ist obligatorisch, auch für GA-Inhaber: Montag, 27. Juni, 20 bis 21 Uhr und Dienstag, 28. Juni, 8 bis 9 Uhr bei Martin Wyss (044 341 67 51) oder Peter Surber (044 371 40 91). Notfallnummer 079 538 07 34.

  • Plötzlich Politiker*in

    Plötzlich Politiker*in

    Dreimal im Jahr findet in Bern ein Projekt namens «Spiel Politik» statt. Bei diesem Simulationsspiel geht es darum, eine Session und den Verlauf davor nachzuspielen. Vier verschiedene Klassen bilden eine eigene Partei und treffen sich im Bundeshaus zur Nationalratsdebatte.

    Lange Vorbereitung

    Auch mit dabei war unsere Parallelklasse sowie eine Klasse aus der Schule Milchbuck und eine Klasse aus dem Tessin. In der Schule haben wir viele Vorbereitungen getroffen. Wir mussten uns erst ein Bild der Politik machen. Dabei haben wir gelernt, wie das politische System der Schweiz funktioniert. Dann gründeten wir eine Partei und eine dazugehörige Initiative. Wir mussten 100 Unterschriften sammeln, ein Parteilogo und einen Parteitext entwerfen.

    Ganz viele Diskussionen

    Mit dem Zug ging es dann am 17. Mai nach Bern. Wir hatten nur wenig Zeit, uns im Hostel einzurichten, weil es danach direkt mit den Kommissionssitzungen weiter ging. In jeder Kommission wurde eine andere Initiative besprochen und diskutiert. Es gab einen Kommissionspräsidenten oder eine Kommissionspräsidentin, der/die die Kommission geleitet hat. Ein Übersetzer bzw. eine Übersetzerin war auch dabei, eine Lehrperson, die das Protokoll schrieb und die restlichen Kommissionsmitglieder. Am Schluss entschied sich die Kommission, ob sie dem Parlament die Initiative zur Annahme oder Ablehnung empfehlen soll oder ob allenfalls ein zuvor erarbeiteter Gegenvorschlag unterstützt werden sollte.
    Nach einer anschliessenden Fraktionssitzung gingen wir zurück ins Hostel, in dem wir die Nacht verbrachten. Dort konnten wir Tischtennis oder Billard spielen oder mit dem alten Lift fahren.

    Grosses Finale im Bundeshaus

    Am nächsten Tag mussten wir früh aus den Betten, um eine Führung durch das Bundeshaus geniessen zu können. Es war erstaunlich zu sehen, wie gross die Säle und Räume waren. Sehr beeindruckend war der Balkon im Ein- und Ausgangsbereich, der das Volk symbolisieren soll. Dieser Balkon wurde noch nie betreten und soll die Bundes- und Ständeräte daran erinnern, dass sie Volksvertreter*innen sind und das Volk über ihnen steht. Nach der Führung ging es weiter mit der Session. Wir sassen alle gespannt auf unseren Stühlen. Zu Beginn hielt der Ex-Nationalratspräsident Dominique de Buman, der die Rolle des Bundesrates übernommen hatte, eine Eröffnungsrede. Danach musste jede Kommission und jede Partei ihre Meinung zu den jeweiligen Initiativen präsentieren. Auch freiwillige Sprecher*innen konnten sich während der Session in einer Liste einschreiben, um ihre Meinung zu erläutern. Nachdem auch die Vertretung des Bundesrates ihre Meinung präsentiert hatte, mussten wir abstimmen.  Danach arbeiteten wir uns Schritt für Schritt durch jede Initiative. Nach zwei Runden gab es eine Pause, in der man sich mit einem kühlen Getränk und einem Snack stärken durfte. Nach einer halben Stunde fuhren wir weiter mit den restlichen zwei Initiativen. Nach den Abschiedsworten mussten wir schnell unser Gepäck holen und es ging ab nach Hause.

    Ein bleibendes Erlebnis

    Wenn wir heute zurückblicken, waren das zwei erstaunliche Tage, die uns immer in Erinnerung bleiben werden. Trotz eines dichten Programmes blieb auch noch etwas Zeit, die schöne Stadt Bern zu geniessen und uns mit den anderen Klassen anzufreunden. Wir können dieses grossartige Erlebnis allen Lehrpersonen weiterempfehlen. Man lernt etwas fürs Leben. 

    Die Initiativen aus dem Lachenzelg

    «Förderung der Solarenergie für eine unabhängige und nachhaltige Schweiz» 3. AB Glünkin, Stadt Zürich, Lachenzelg 

    Die Bundesverfassung wird wie folgt geändert:  

    Art. 89 Abs. 6 (neu)  

    1 Der Bund gibt vor, dass auf allen bestehenden und neuen Dächern Photovoltaikanlagen zur Strom- und/oder Wärmeproduktion installiert werden. Hauseigentümer und Bund teilen sich die Kosten. 
    2 Neubauten sollen einen beträchtlichen Teil der Fassade und des Dachs mit Photovoltaikanlagen bedecken. 
    3 Wenn der ökonomische Nutzen zu klein sein sollte oder bei besonders ortsbildprägenden Gebäuden, können Kantone und Gemeinden Ausnahmebestimmungen erlassen. 

    Die Initiative in unseren Worten: 

    Photovoltaikanlagen auf Dächern leisten einen wesentlichen Beitrag zur Energiesicherheit des Landes. Durch Solarenergie löst sich die Schweiz von der Abhängigkeit fremder (meist autokratischer) Staaten. Zudem ist die Förderung nachhaltiger Energieformen dringend notwendig, um die Pariser Klimaziele zu erreichen. 

    Partei der Solarenergie (PDS)

     

    «Späterer Eintritt in die Berufslehre» 3. AB Gir, Stadt Zürich, Lachenzelg 

    Die Bundesverfassung wird wie folgt geändert:  

    Art. 62 Abs.7. (neu)  

    1 Bund und Kantone sorgen dafür, dass die Jugendlichen genügend Zeit für die Berufswahl haben. 
    2 Die Jugendlichen treten i.d.R. erst nach vollendetem 16. Lebensjahr eine Berufslehre an. 
    3 Die obligatorische Schulzeit wird auf 10 Schuljahre verlängert. In Ausnahmefällen ist auch ein Lehrbeginn nach vollendetem 
        9. Schuljahr möglich. 
    4 Der Eintritt ins Gymnasium soll auch nach dem 10. Schuljahr möglich sein. 

    Die Initiative in unseren Worten: 

    In den vergangenen Jahren wurde in vielen Kantonen das Stichdatum für den Schuleintritt nach vorne verschoben, was zur Folge hat, dass nun bereits knapp 15-Jährige mit der Berufslehre beginnen. Viele Jugendliche fühlen sich mit 13 bzw. 14 Jahren noch zu jung, um sich bereits auf die Berufswahl einzulassen und sich für einen Beruf zu entscheiden. Viele Jugendlich wünschen sich mehr Zeit und mehr persönliche Reife für diese wichtige Entscheidung. In Ausnahmefällen soll aber bereits nach 9 SJ ein Berufseintritt möglich sein. 

    Bildungspartei der Schweiz (BPS)

     

     

  • Das orange Haus

    Das orange Haus

    Die steile Holztreppe knarrt, als Marcel Knörr zur Wohnung hinaufsteigt, in der er mit seiner Frau lebt. Hier schleicht sich niemand unbemerkt hinein. «Dafür hält das Treppensteigen körperlich fit», lacht der passionierte Bergsteiger. Da die Wohnung im zweiten und dritten Stockwerk liegt, gibt es reichlich Stufen. Das Ticken einer Wanduhr ist zu hören und das laute Miauen einer roten Katze, die oben bereits wartet. Die Decken sind niedrig, doch die Wohnung ist hell. Das Holzparkett, das Täfer und die matt gestrichenen Türrahmen schaffen eine warme Atmosphäre. In der Stube befand sich früher in einer Ecke eine Bettnische, ein sogenannter Alkoven, wie er um 1700 verbreitet war. Das Täfer, das den kleinen Raum abschloss, wurde entfernt, geblieben ist eine kleine Nische mit Sitzgelegenheit unter der Dachschräge. Die Einrichtung ist schlicht, aber elegant, kein modischer Firlefanz, eher sachliche Bescheidenheit. Über eine Treppe gelangt man weiter in den ausgebauten Dachraum, der durch den Kehrfirst in vier Abteile unterteilt wird. Hier befinden sich das Schlafzimmer, ein Musikzimmer, viele Bücher und Allerlei. «Im Sommer kann es unter dem vielen Holz und mit nur zwölf Zentimetern Isolation ganz schön heiss werden, doch als Entschädigung kann man auf der kleinen Dachterasse mit Blick zur Kirche in der Abendsonne und bis spät in der Nacht ein Gläschen kredenzen», meint Knörr.

    Als die Stadt ihre Häuser verkaufen musste

    Vor gut 40 Jahren erwarb der Höngger Architekt das orangefarbene Haus mit der Adresse Limmattalstrasse 209, in unmittelbarer Nähe zum Kirchenplatz gegenüber der Liegenschaft Sonnegg. Die Stadt, die zu dieser Zeit viele Immobilien in schlechtem Zustand besass, aber zu wenig Geld, um sie zu renovieren, hatte begonnen, die baufälligsten Gebäude abzutreten. Mit dem Kauf war die Verpflichtung verbunden, die Sanierung in Zusammenarbeit mit der Denkmalpflege durchzuführen. Die auffällige Aussenfarbe des Hauses, die aus den 30er-Jahren stammt, wurde eine Spur heller überstrichen. Auch die Wohnung im ersten Stockwerk, die heute vermietet ist, wurde kaum verändert, der grüne Kachelofen von 1777 besteht noch und ist funktionsfähig. Nach Abschluss der Arbeiten wurde im Erdgeschoss Knörrs Architekturbüro eingerichtet. Hier fand ein Teil seiner Mitarbeiter Platz. Weitere Arbeitsplätze sind im Nachbarhaus, ob dem Restaurant Oriental. Das Arbeitsklima ist familiär. Über Mittag wird oft gemeinsam gegessen, bei gutem Wetter im Garten.

    Ein Haus mit vielen Besitzern

    Die Anfänge des Gebäudes müssen wohl im Dunkeln bleiben. Aufgrund vier untersuchter Eichenbalken im Erdgeschoss schätzt Dorfchronist Georg Sibler in der Mitteilung Nr. 31 «Ein Höngger Handwerkerhaus» (siehe Infobox) das Alter des ältesten Gebäudeteils auf 1473. «[Dies] ist für ein Dorf in unserer Gegend ein sehr früher Zeitpunkt. (…) Wohnhäuser aus dieser Zeit sind (…) bisher kaum bekannt», schreibt der Autor. Sibler konnte während seiner Recherchen alle Eigentümer*innen seit 1670 ausfindig machen, darunter recht bekannte Zürcher und Höngger Geschlechter wie Waser, Nötzli, Grossmann, Wehrli, Freitag, Rieder und Appenzeller. Alle gingen unterschiedlichen Berufen nach und nutzten auch das Haus entsprechend. 1730 wurden die oberen Stockwerke durch einen Brand zerstört. Schuhmacher David Rieder, der zu dieser Zeit hier lebte, wurde einen Tag später unter sechs Kandidaten zum neuen Schulmeister gewählt, möglicherweise aus Mitleid, denn eine andere Begründung ist nirgends festgehalten.

    Kurze mondäne Phase im sittenhaften Zürich

    Zwischen 1740 und 1752 wurde das Gebäude für kurze Zeit zu einem Landsitz von gehobeneren Stadtbürgern. Der «Chirurgus» – Arzt – Heinrich Waser hatte das Haus von Heinrich Peyer zu Höngg gekauft, ab 1746 trat Regula Waser als Hauseigentümerin auf. Vieles deutet darauf hin – bleibt aber auch bei Sibler eine Vermutung – dass einige Anpassungen wie die Freitreppe zur Haustüre, damals noch doppelläufig, aus dieser Zeit stammt. Im sogenannten «Saal», einem für heutige Verhältnisse kleinen Raum, wurde getanzt und geraucht, etwas, das im sittenstrengen Zürich lange verboten war. «Das Täfer in diesem Zimmer mussten wir ersetzen, es war nicht mehr zu retten», erzählt Knörr. Der Holzboden hingegen sei 180 Jahre alt, werde aber wahrscheinlich nur noch einen Abschliff überleben. Wer hier wohl im Dunkel der Nacht ein und aus gegangen sein mag?
    Die mondänen Zeiten des städtischen Landsitzes fanden bereits 1752 ein frühes und wenig glamouröses Ende, als das Haus als Konkursmasse einmal mehr den Besitzer wechselte. Später wurde das Eigentum vorübergehend durch Erbschaft in einen und zwei Drittel geteilt, ab 1938 befand es sich jedoch wieder als Einheit in einer Hand, nämlich in der von Gottlieb Hofstetter. Dieser liess das Gebäude umfangreich renovieren und verkaufte es zehn Jahre später an die Stadt Zürich. Diese wollte es damals wegen der Schutzwürdigkeit des Gebäudes haben, wie in der Mitteilung der Ortsgeschichtlichen Kommission zu lesen ist. «Der Kaufpreis betrug 56000 Franken gegenüber der 17200 Franken, die G. Hofstetter (…) bezahlt hatte (…)», heisst es dort. Aufgrund der Kosten für die Renovation dürfte der Gewinn am Ende dennoch nicht hoch ausgefallen sein. Nach 33 Jahren wechselte das orange Haus 1981 schliesslich vorläufig zum letzten Mal die Besitzer*in.


    Die Stube mit den niedrigen Decken und dem weissen Sofa mit Blick auf die Strasse. (Foto: Patricia Senn)

    Hauptsächlich, aber nicht nur alte Häuser

    Sich in vergangene Epochen und Stile einzulesen, sich damit auseinanderzusetzen und behutsam mit den Objekten umzugehen, ist so etwas wie eine Spezialität von Knörr geworden. «Das Umbauen und Erweitern fasziniert mich seit je her. Jedes Haus hat seine eigene Identität und Geschichte, seine eigene DNA». So würden er und sein Team bei einem Projekt jeweils zuerst der Geschichte nachgehen: Sind frühere Umbauten ablesbar, wurde das Haus aufgestockt oder angebaut? Wer lebte früher in dem Haus? «Alte Häuser sind fast immer in guter Qualität, die Handwerker nahmen sich Zeit», sagt der Architekt. «Meine Erfahrung ist, dass sich neue Funktionen in bestehenden Strukturen gut einbauen oder ergänzen lassen. Das ist ökologisch und ökonomisch sinnvoll».
    Knörr Architekten realisieren aber selbstverständlich auch Neubauten. Im Kanton Aargau bauten sie drei Wohnhäuser mit 54 Wohnungen im Minergiestandard und komplett aus Holz. Dass sogar die Liftschächte in Holz ausgeführt wurden, war vor vier Jahren erstmalig in der Schweiz.
    Knörr spricht von jedem seiner Projekte mit einer Zuneigung, als wäre es sein eigenes Haus. In all den Jahren sei ihm sein Beruf noch nie verleidet. Er freue sich darauf, als «alter Mann» einmal in der Stube auf dem weissen Sofa zu sitzen und vom Fenster aus das Treiben auf der Limmattalstrasse zu beobachten, verrät er schmunzelnd. Es könnte aber noch eine Weile dauern, bis es so weit ist.


    Architekt Marcel Knörr vor seinem Bijou. (Foto: Patricia Senn)
  • Zurück in der Gartenschüür

    Zurück in der Gartenschüür

    Während der Pandemie fand der Jazz Circle Höngg einen Weg, seine Jazz-Abende trotzdem durchzuführen: Dank dem Entgegenkommen von Nicolas Blangey, dem Wirt des Restaurants Grünwald, konnten die Konzerte vorübergehend von der Gartenschüür nach draussen in den Garten verlegt werden. Die Fans und alle anderen Besucher*innen waren begeistert von diesem besonderen Ambiente unter den Kastanienbäumen. Auch das Wetter spielte meist mit.

    Mittlerweile hielt das «normale» Leben wieder Einzug und der Jazz Circle Höngg findet in gewohnter Umgebung statt. Die Programmgestaltung der Events wurde im Voraus geplant und die verschiedenen Themen sorgfältig vorbereitet. So wurden die Jazz-Happenings zu Konzerten mit erhöhter Ernsthaftigkeit und Qualität. Alle Gäste haben sich seither voll eingesetzt und so zum hohen musikalischen Erlebnis beigetragen.

    Auch der Anlass am 5. Mai verspricht etwas Besonders zu werden. Eingeladen wurden vier Trompeter, die mehrere Stücke mehrstimmig vortragen werden. Natürlich werden diese ergänzt durch spontan improvisierte Einlagen, wie es seit Jahren die Einzigartigkeit der Konzerte ist

    Trumpet Summit mit dem Jazz Circle Höngg

    Mit dabei sind die Trompeter Ivan Kubias (Programm), Philipp Rellstab (Arrangements), Werner Füllemann und Lukas Gallati. 

    5. Mai, 20 Uhr, Gartenschüür, Restaurant Grünwald, Regensdorferstrasse 237.

    Eintritt frei / Kollekte.

  • Offroad-Feeling im Schulhaus Riedhof

    Offroad-Feeling im Schulhaus Riedhof

    Kaum sind die Sportferien vorbei und die Ski im Keller versorgt, stehen schon die nächsten Schulferien vor der Tür. Wer nicht wegfahren kann oder will, muss sich nun wieder etwas überlegen, um den Nachwuchs bei Laune zu halten. Zum Glück ist Frühling und die Temperaturen laden – hoffentlich – zu Aktivitäten im Freien ein. In diesen Frühlingsferien hat Höngg neben Fussballplätzen, Feuerstellen und Spaziergängen an der Limmat etwas Neues zu bieten: Auf dem grossen Pausenplatz des Schulhauses Riedhof wird während dreier Wochen ein «Pumptrack» aufgebaut.

    Wellenförmiger Veloparcours

    Hinter dieser etwas sperrigen Bezeichnung verbirgt sich ein sportlicher Parcours, der mit Fahr- und anderen Rädern wie Skateboards, Trottinetts oder Rollerblades genutzt werden kann. Der mobile «Pumptrack» besteht aus einzelnen wellenförmigen und kurvenreichen Holzelementen, welche auf verschiedene Arten kombiniert werden können. Daraus ergibt sich eine geschlossene Fahrbahn, auf der Geschicklichkeit und Fahrgefühl geübt werden können. «Pumptrack» heisst die Anlage deshalb, weil das Ziel ist, die Strecke auf dem Fahrrad zu bewältigen, ohne in die Pedale treten zu müssen – Schwung geholt wird lediglich beim Befahren der Wellen, durch «Pumpen».

    Eine Leihgabe des Kantons Zürich

    Zur Verfügung gestellt wird der Pumptrack vom Sportamt des Kantons Zürich gemeinsam mit der Fachstelle Veloverkehr. Drei solcher Anlagen besitzt das Sportamt und stellt sie den Schulhäusern im Kanton von März bis November für jeweils drei Wochen gratis zur Verfügung. Welche Schulhäuser in den Genuss kommen, eine Anlage aufbauen zu können, wird anhand der eingehenden Bewerbungen in einem Wettbewerb ausgelost.

    Elternrat der Schule Riedhof im Glück

    Organisiert wurde der Track im Riedhof durch Isabelle Ravizza, Vertreterin des Elternrats der Schule. Claudia Widmer, Fünfklasslehrerin am Schulhaus, erfuhr vor einiger Zeit über eine Kollegin von der Möglichkeit, eine solche Anlage zu ergattern. Sie informierte Isabelle Ravizza, Elternratsvertreterin ihrer Klasse, welche sofort aktiv wurde und für die Schule am Wettbewerb teilnahm. Der erste Versuch scheiterte noch, doch in diesem Jahr gehört das Riedhof zu den Auserwählten. «Wir sind sehr zufrieden, dass wir solch ein Glück hatten und den Pumptrack aufbauen können. Insgesamt haben sich 99 Schulhäuser aus dem ganzen Kanton beworben, wir gehören zu den 33 Gewinnern», freut sich Ravizza. «Nun haben wir ein tolles Angebot für all diejenigen, die in den Ferien nicht wegfahren.»

    Alle dürfen mitmachen

    Angeliefert wird die Anlage am 14. April durch das Sportamt des Kantons Zürich, der Aufbau erfolgt dann durch engagierte Eltern. Vom Angebot profitieren dürfen jedoch nicht nur die Schüler*innen des Schulhauses: Der Track soll allen Sportbegeisterten im Quartier offenstehen. Jung und Alt können sich hier auf dem Schulgelände gratis austoben – nur zu Unterrichtszeiten und ab 22 Uhr muss Ruhe herrschen. Ab dem 15. April ist der Veloparcours bereit zum Befahren, abgebaut wird am 5. Mai.