Sie möchten sich und jemand anderem eine Freude machen? Nichts einfacher als das. Hier geht es zur Komplimente-Zentrale. Hinterlassen Sie Ihr Kompliment oder Ihren Dank, wir rufen es für Sie in die Welt. Nur Mut, es tut gut!
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Mehr Freundlichkeit für Höngg
Gleich zum Jahresbeginn erhielt die Redaktion eine schöne Nachricht einer Leserin. Sie bedankte sich für den Frontartikel «Mehr Äpfel für Höngg». Äpfel seien tatsächlich gut für das Wohlbefinden, was für die Gesundheit der Gesellschaft jedoch noch wirkungsvoller wäre, ist Freundlichkeit zu verschenken: «Die Journalistin Meike Winnemuth schreibt, dass kleine Akte der Freundlichkeit, für die man keine Gegenleistung erwartet, viral – das heisst ansteckend – wirken!», schreibt sie. Auch der Kolumnist Harald Martenstein thematisiert im «Zeit Magazin» die Freundlichkeit, und schreibt davon, dass manche Menschen oder gar Berufsgattungen von einer neuen Unfreundlichkeit erfasst würden. «Ein <Bitte>, ein <Danke> und ein nicht ganz so schnarrender Ton wären aber mit den Regeln ohne Weiteres vereinbar, sie stimulieren das Virus bestimmt nicht», sagt er. Und: Dass ein neues Zeitalter des Verzichts ausgerechnet mit dem Verzicht aufs Nettsein eingeleitet wird, ist allerdings eine böse Überraschung». Beiden Autor*innen kann der «Höngger» nur beipflichten.
Die Idee an sich ist nicht neu, es existiert sogar ein «Tag der spontanen Nettigkeit», oder eben «Random Acts of Kindness», der 2005 von Neuseeländer*innen Josh de Jong, Marshall Gray, Megan Singleton und Reuben Gwyn ins Leben gerufen wurde. Dieses Jahr findet er am Donnerstag, 17. Februar, statt. Mittlerweile rufen weltweit verschiedene Bewegungen zu mehr Freundlichkeit im Umgang miteinander auf. Dabei berufen sie sich auf psychologische Studien, die belegen, dass das Äussern von Komplimenten und freundlichen Worte nicht nur einen positiven Effekt auf die Empfänger*innen, sondern auch auf die Sender*innen hat. Es kann sogar eine Kettenreaktion auslösen. Mehr Gründe braucht der «Höngger» nicht, um eine Aktion zu starten.
Komplimente: Der einfachste Weg, jemandem eine Freude zu machen
Wer sich einige Zeit im englischen Sprachraum aufhält und in die Schweiz zurückkehrt, muss feststellen: Irgendwie tun sich die Schweizer*innen – oder sind es nur die Zürcher*innen? – etwas schwer damit, grundsätzlich freundlich zu sein. Nicht, dass sie rüpelhaft oder aggressiv wären. Die Grundstimmung ist eher, sagen wir, zurückhaltend bis argwöhnisch. Mit Komplimenten ist man geizig. Einen netten Gedanken auszusprechen, kostet viel Überwindung. Ein freundlicher, spontaner Austausch mit einer fremden Person ist schwierig, vielleicht weil man befürchtet, damit bereits irgendeinen verbindlichen Vertrag mit ihr einzugehen. Manchmal erhält man auch den Eindruck, die Eidgenoss*innen würden anderen das Glück neiden, was auch dazu führt, dass man die eigene Freude nicht an die grosse Glocke hängt. Das ist natürlich etwas grob über einen Kamm geschert. Doch ganz abstreiten lässt es sich wohl nicht. Dabei figuriert «Freundlichkeit» in der westlichen Gesellschaft unter den meistgeschätzten Charaktereigenschaften, die Menschen haben können. Es könnte so einfach sein, anderen – und sich selbst – eine Freude zu machen. Man müsste sich einfach etwas locker machen. Und eine Gelegenheit wahrnehmen. Zum Beispiel das nächste Mal, wenn man denkt: «Diese Frau ist schon unglaublich clever», diesen Gedanken auch aussprechen, ganz sec, ohne grosses Aufheben. Oder den Nachbarn mit den schönsten Blumen im Quartier für seinen grünen Daumen loben. Oder dem freundlichen Verkäufer an der Kasse «Grüezi» und «Danke» sagen und ihm einen schönen Tag wünschen. Oder der Chefin mal sagen, dass sie einen super Job macht. Oder, oder, oder. Kleiner Aufwand, grosse Wirkung.
Weitere Gesten der Freundlichkeit
Es gibt im Internet ganze Bibliotheken mit Tipps, wie man anderen eine spontane Freude bereiten könnte. Aus Italien kommt zum Beispiel die Tradition des «Caffé sospeso», eines «aufgehobenen Kaffees». Bereits seit der Jahrhundertwende zum 20. Jahrhundert soll dieser Brauch bestehen, bei dem ausser dem eigenen Kaffee noch ein weiterer bezahlt wird, der an Bedürftige ausgeschenkt wird. Dieser spendierte Kaffee könnte aber auch einfach an die nächste Person gehen, die das Café betritt. Wer noch auf der Suche nach Ideen ist, könnte zum Beispiel der Nachbarin die Einkäufe in den dritten Stock tragen, dem Nachbarn die Türe aufhalten, jemanden in der Schlange den Vortritt lassen – alles Kleinigkeiten, die aber aus einem negativen einen positiven Tag machen können. Auch das Nachzahlen einer abgelaufenen Parkuhr oder das Liegenlassen des Rückgeldes im Bilettautomaten können freundliche Gesten sein. Die Möglichkeiten sind unzählig, man muss sie nur ergreifen. Der «Höngger» möchte Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, im Rahmen der Zeitung eine solche Möglichkeit bieten. Wem möchten Sie schon lange ein Kompliment machen? Oder einfach einmal Danke sagen und wofür? In den kommenden zwei Ausgaben werden wir Ihre Komplimente und Dankeschöns im «Höngger» publizieren. Ausserdem werden wir uns weitere Möglichkeiten überlegen, wie wir gerade in dieser Zeit etwas mehr Freundlichkeit ins Quartier bringen können. Haben Sie Ideen? Melden Sie sich, siehe Infobox. Wir freuen uns, von Ihnen zu hören!
Komplimente-Zentrale
Wem wollten Sie schon lange ein Kompliment machen? Schreiben Sie es uns auf redaktion@hoengger.ch, via facebook oder auf eine Postkarte an die Adresse Quartierzeitung Höngg, Meierhofplatz 2, 8049 Zürich.
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Ein architektonischer Rundgang
Neujahrsspaziergänge sind eine schöne Tradition. Warum also nicht das Angenehme mit dem Nützlichen verbinden und bei einem Spaziergang gleich noch etwas über die Architektur in Höngg lernen? Die Höngger Architektin Regula Wüst hat sich die Zeit genommen, dem «Höngger» auf einem Rundgang durchs Quartier einige ihrer Lieblingshäuser zu zeigen und zu erklären, warum diese Gebäude sie besonders faszinieren.
Nachhaltiges Bauen
Die Runde startet an diesem frostig kalten Samstagnachmittag im Rütihof. Hier, ganz oben an der Hurdäckerstrasse, oberhalb des alten Dorfkerns, liegt die Überbauung «Sunny Woods» des Architekturbüros Kämpfen Zinke + Partner AG. «Diese 2001 fertiggestellte Überbauung im Minergie-Standard fasziniert mich, weil sie zu einer Zeit erbaut wurde, als es noch gar nicht üblich war, in diesen Standards zu bauen», erklärt Wüst. Der Holzbau ist mit einer Photovoltaik-Anlage auf dem Dach ausgerüstet sowie mit Röhrenkollektoren, die die Balkongeländer bilden und für die Warmwasserbereitung zuständig sind.» Tatsächlich war es bei der Erstellung sogar das erste Mehrfamilienhaus der Schweiz, dem ein Nullheizenergiekonzept zugrunde lag. Die sechs zweigeschossigen Wohnungen haben jeweils den Charakter von Einfamilienhäusern, jede Wohnung hat durch Terrassen oder Balkone Zugang zum Aussenraum. «Mir gefällt der Bau zudem, weil er sich architektonisch gut in den alten Dorfkern einfügt. Das Holz altert auf natürliche Weise und behält so seinen lebendigen Charakter.»

Schön gelegen und nachhaltig: Sunny Woods im Rütihof (Foto: Dagmar Schräder) Zeuge der Moderne
Und weiter geht’s. Vorbei an den Gebäuden der Wohngenossenschaft «Kraftwerk», die für Wüst ebenfalls zu den interessanten Häusern gehören, jedoch an anderer Stelle noch ausführlicher thematisiert werden sollen, zum Schulhaus Riedhof. «Das Riedhof hat es mir sehr angetan», erklärt sie ihre Auswahl. «Hier wäre ich als Kind selbst gerne zur Schule gegangen. Die Lage direkt im Hang mit Blick über die Stadt und das Limmattal ist einmalig. Die langgezogenen, aber relativ niedrigen Körper und die Anordnung der Gebäude mit den verschiedenen Ebenen und Terrassen erscheinen mir sehr kindgerecht. Auch von innen ist der Bau durchdacht, mit kleinen Arbeitsnischen auf den Korridoren und Oberlichtern, die für Helligkeit sorgen.» Erstellt wurde das Gebäude in den frühen 60er-Jahren, Erstbezug war 1963. Architekt war Alfred Roth, ein wichtiger Vertreter der Moderne und des «neuen Bauens» und während einiger Jahre Mitarbeiter des berühmten Architekten Le Corbusier.

Schulhaus Riedhof: Hier wäre die Architektin gerne noch einmal Schülerin. (Foto: Dagmar Schräder) In die Umgebung einfügen
Die nächste Station ist wieder eine Wohnanlage, direkt neben dem Oberstufenschulhaus Lachenzelg an der Imbisbühlstrasse gelegen. Es handelt sich um ein neueres Mehrfamilienhaus der Architekten Gmür & Steib , 2008 realisiert. Das Gelände sei relativ schwierig zu bebauen gewesen, so Wüst, da es sich um ein sehr tiefes Grundstück gehandelt habe. So ist jetzt auch der Grundriss des Gebäudes mit einer Tiefe von 30 Metern nicht ganz alltäglich geworden. «Diese Besonderheit macht den Grundriss sehr interessant und führt zu ausserordentlich grosszügigen Wohnräumen – hat aber auch einen Nachteil: es ist nicht ganz einfach, für genügend Lichteinfall zu sorgen – insbesondere im Erdgeschoss», erläutert Wüst. Die Räume sind daher mit drei Metern sehr hoch gestaltet, um noch mehr Licht «einzufangen». Während das Haus auf der Vorderseite einen einheitlichen Riegel darstellt, weist der Grundriss zudem auf der Rückseite Vorsprünge auf, die durch weitere Ecken und Fensterfronten ebenfalls für besseren Lichteinfall sorgen.

Tiefe Räume und hohe Decken sind charakteristisch für die Überbauung an der Imbisbühlstrasse. (Foto: Dagmar Schräder) Auch Beton hat ein Leben
Bei der Siedlung Jakobsgut an der Limmattalstrasse schliesslich gerät Wüst ins Schwärmen. «Hier, direkt neben dem Tramdepot Wartau habe ich selbst mal gewohnt und war sehr zufrieden. Ich könnte mir durchaus vorstellen, zu einem späteren Zeitpunkt wieder in eine dieser Wohnungen einzuziehen.» Die Siedlung, bestehend aus zwei Riegelbauten und einem Punktbau, ist fast genauso alt wie das Schulhaus Riedhof und wurde zwischen 1966 und 1968 von Otto Glaus und Ruedi Lienhard erbaut. Auch diese beiden Architekten orientierten sich in ihrer Bauweise an Le Corbusier, Otto Glaus arbeitete vor seinem Studium im Atelier von Le Corbusier. So sind sämtliche Abmessungen der Gebäude genau nach dem für Corbusier bekannten Masssystem, dem «Modulor» konzipiert. Dabei werden für ein natürliches Wohngefühl Längenmasse und -verhältnisse entwickelt, welche sich ausschliesslich auf den Goldenen Schnitt und aus Proportionen des menschlichen Körpers beziehen. «Die Wohnungsgrundrisse sind sehr spannend, die Wohnungen lichtdurchflutet. Zur Auflockerung trägt auch der grüne Innenhof bei, der sich zwischen den drei Gebäuden befindet», erläutert Wüst. Das Besondere an dieser Siedlung aber, so Wüst, sei die spielerische Verwendung des rohen Betons als Baumaterial. «Basierend auf dem internationalen Brutalismus entwickelte sich in der Schweiz eine plastische Tendenz in der Architektur, welche in diesem Projekt besonders gut zu erkennen ist. Überall ist die Fassade von Balkonen, kleinen Vorsprüngen und ausgestalteten Ecken durchsetzt, jedes Element ist anders geformt. Diese Häuser sind aus meiner Sicht wirklich einmalig. Heute wäre so eine Bauweise unbezahlbar.» Und auch wer sich auf den ersten Blick nicht für den rohen Beton begeistern kann, muss auf den zweiten Blick erkennen, dass die Fassaden dieser Häuser keineswegs kalt und roh wirken. Auf dem Beton ist noch die Holzmaserung der Schalungsbretter zu erkennen, mittels derer die Betonwände gegossen wurden – der Rohstoff wirkt so sehr natürlich.

Roher Beton mit viel Liebe zum Detail bei der Siedlung Jakobsgut. (Foto: Dagmar Schräder) Ein transparentes Haus
Zum Abschluss des lehrreichen Spaziergangs, der nun schon fast zwei Stunden dauert, hat sich Wüst noch eine letzte Überbauung ausgesucht. Die Siedlung «Neuhaus» liegt an der Riedhofstrasse und ist wieder etwas neueren Datums. Zwischen 1998 und 2001 erstellte das Architekturbüro Frei/Ehrensperger die auffallenden Häuser mit der roten Klinkerfassade. «Die beiden Architekten lassen sich bei ihren Projekten gerne von asiatischen Bauweisen inspirieren», erklärt Wüst, die selbst einige Jahre in dem Büro beschäftigt war. Spannend sei dabei etwa die Ausgestaltung der Wohnungen, bei deren Grundrissen sich die Zimmer jeweils um einen relativ breiten Korridor gruppieren, der so fast wie ein eigenes Zimmer genutzt werden kann. «Transparenz» ist im Zusammenhang mit der Siedlung ein weiteres wichtiges Schlagwort: Die Architekten arbeiteten bei dem Bau mit sehr viel Glas, nicht nur durch grosse Fensterfronten, sondern auch durch transparente Raumteilungen. So entstehen immer wieder neue Sichtbezüge, zum Beispiel ist die Küche durch eine Scheibe vom Wohnraum abgetrennt, auch das Reduit weist eine Glastüre auf. Von aussen lässt sich dadurch via Küchenfenster quasi einmal quer durch die ganze Wohnung schauen.

Die Siedlung Neuhaus fällt durch ihre rote Klinkerfassade auf. (Foto: Dagmar Schräder) Gelungene Integration
Diese Überbauung, so Wüst, sei für sie – ähnlich wie auch der nachhaltige Bau Sunny Woods im Rütihof oder die Gebäude an der Imbisbühlstrasse – ein gutes Beispiel dafür, wie auch grössere Bauten mit verdichteter Bauweise harmonisch in bereits bestehende Quartierstrukturen eingefügt werden können – selbst in Gebieten, wo traditionellerweise sonst eher kleine Einfamilienhäuser zu finden sind. «Das», so Wüst, «gelingt leider auch hier in Höngg allzu oft nicht.»
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Apotheke Wipkingerplatz zieht an den Röschibachplatz
Im Hinblick auf seine Pensionierung führte der Inhaber der Apotheke Wipkingerplatz Dieter Hägi seit geraumer Zeit Gespräche mit der Medbase Gruppe. Sein Ziel war, seinen Kundinnen und Kunden auch zukünftig Zugang zu einer in Wipkingen ansässigen Apotheke zu ermöglichen. «Ich bin erleichtert, dass meine Kundinnen und Kunden weiterhin in einer Apotheke mit einem breiten Produkt- und Dienstleistungsangebot im Quartier beraten werden», meint Dieter Hägi.
Auch Medbase freue sich, dass Dieter Hägi entschieden hat, seine Apotheke mit der Medbase Apotheke Zürich Rotbuch zusammenzulegen, ist einer Medienmitteilung der Medbase Gruppe zu entnehmen. «Damit können wir unsere Apotheke in Wipkingen stärken und der Bevölkerung weiterhin umfassende Dienstleistungen anbieten», sagt Peter Lüscher, Leiter Medbase Apotheken AG.
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Der Dorfplatz, der nie einer war
Am Meierhofplatz sind ganz unterschiedliche Architekturstile vertreten. Ein Gebäude sticht in seiner Andersartigkeit jedoch besonders heraus: die Überbauung Zentrum Höngg, im Quartier besser bekannt als das «Rebstock-Gebäude». In den Jahren 1960 bis 1962 liess der Metzgermeister Heinrich den Neubau von den Architekten Hans Litz und Fritz Schwarz als eine Art alternatives Dorfzentrum errichten. Einst beherbergte es neben der Metzgerei und verschiedenen Geschäften auch ein Kino, eine Tankstelle, eine Bankfiliale und ein Restaurant. Sogar die Polizei war darin untergebracht. In den oberen Stockwerken fanden – wie heute noch – Wohnungen, Praxen und Büros Platz.
Zeuge einer Zeit vor dem Umbruch, der nicht kam
Um zu verstehen, wie es zu diesem ungewöhnlichen Bau kommen konnte, ist es nützlich, sich mit den zu dieser Zeit diskutierten Plänen der Verkehrsentwicklung auseinanderzusetzen. In den 60er Jahren träumte die Stadt Zürich von einem mehrspurigen Verkehrssystem und einem grossangelegten Einkaufsgebiet. Bereits 1959 war eine neue Baulinienverordnung in Kraft getreten, welche eine Verbreiterung der Regensdorfer- und Limmattalstrasse ermöglichen sollte, denn die Verkehrsverhältnisse liessen schon damals zu wünschen übrig. Diese Verschiebung der Baulinie zu Gunsten der Strasse hatte zur Folge, dass alle an den beiden Strassen liegenden Grundstücke angeschnitten und so jegliche Weiterentwicklung des Zentrums verhindert wurde. Denn wer ein altes Gebäude abriss, konnte das neue nicht mehr so nahe an die Strasse bauen. Der Abbruch des Gesellenhauses «Rebstock» am Meierhofplatz und die Errichtung einer Zentrumsüberbauung könnten als ein erster Schritt in Richtung mehr Strasse, weniger Platz verstanden werden oder wie im Quartierspiegel der Stadt zu lesen ist: «Man ging seinerzeit davon aus, dass die Limmattalstrasse vierspurig geführt werde, wozu man 30 Meter Strassenraum benötigte. Die Öffnung der Strasse am Meierhofplatz war also nicht als Andeutung eines Platzes gedacht, sondern als Vorwegnahme einer Hochleistungsstrasse».
Alternatives Zentrum
Architekt Peter Keller, wohnhaft in Höngg und lange an der ETH Hönggerberg berufstätig, interpretiert die Entscheidung des Eigentümers, dieses Haus so zu bauen, anders. Auf einem Spaziergang erläutert er seine Überlegungen: «Anfang der 60er Jahre, als alles durch diese Bauzonenordnung blockiert war und man nicht wusste, wie sich das Zentrum tatsächlich weiterentwickeln würde. Der Bau war in dieser Situation ein Befreiungsschlag. Statt auf ungewisse Entwicklungen in der Nachbarschaft zu warten, wurde selbstbewusst ein Dorfzentrum mit vielen verschiedenen Funktionen um einen innenliegenden Dorfplatz gebaut. Das Traurige ist, dass diese Idee offenbar nicht lange tragfähig war. Der innenliegende Dorfplatz wurde zum innenliegenden Hinterhof». Das darin untergebrachte Restaurant Rebstock orientierte sich von der Strasse weg zum Innenhof hin und hatte keinen Bezug zum Aussenraum. Nur das Fenster der Küche ging auf den Platz hinaus. Darunter befand sich die Kegelbahn. «Neben dem Kino und der Tankstelle war in diesem Gebäude eigentlich alles untergebracht, was man auch in einem Ortszentrum finden würde», meint Keller.
Die Fassade spiegelt die Funktion
Der Blick von der Tramhaltestelle Meierhofplatz stadteinwärts her verrät einiges über den inneren Aufbau des Gebäudes. Die differenziert gestaltete Fassade, die Fensterdimensionen und -verteilung, Erker und Balkone weisen, auch nach der Renovation in den 80er Jahren, auf die Funktionen der dahinterliegenden Räumlichkeiten. Der Treppenturm hebt sich durch die kleinen quadratischen Fenster und dem etwas dunkleren Farbton von der restlichen Fassade ab. Das Parterre weist durchgehend Schaufenster aus, durch die man ursprünglich bis in den Innenhof blicken konnte. Diese gewollte Transparenz ging vollständig verloren, die Sicht ist heute durch Wände und Gestelle in den Läden blockiert. Im ersten Obergeschoss befinden sich die Büros. Die Laubengänge vor den zurückversetzten Wohnungen in den oberen Geschossen schützen vor dem Strassenlärm. Alles ist durchdacht, nichts wurde dem Zufall überlassen oder blossem Formalismus geopfert. Es ist ein Paradebeispiel für das Credo der Moderne: Form follows function.
«Hier wurde noch etwas gestaltet»
Über eine Treppe im Innenhof gelangt man in ein Obergeschoss. Eine Laube führt rundherum, der Blick in den Hof ist teilweise von einem Vordach verdeckt. Hier sind Wohnungen und Praxen untergebracht. Mit Interesse studiert Keller die Brüstung und Vorrichtungen, entdeckt eine Dachterrasse, die von der Strasse aus gar nicht sichtbar ist. Im Treppenhaus gerät der Architekt ins Schwärmen: Hier ist die ursprüngliche Farbe der Fensterrahmen – ein dunkles Blau – noch sichtbar. Auch der Liftturm ist mit dunkelblauen Fliessen bekleidet, darin eingelassen sind Licht-Quader. Ein Teil der Stufen sind in Original-Terrazzo-Stein belassen. «Hier hat noch jemand gestaltet», meint er anerkennend. Das Treppengeländer ist nicht mehr ursprünglich, sondern musste aus Sicherheitsgründen mit zusätzlichen Verstrebungen ergänzt werden. Da komme man heute nicht mehr drumherum, meint Keller nur.
Es schmerzt den Architekten etwas, dass bei den Renovationen im äusseren Bereich nicht sorgfältiger mit der Architektur umgegangen wurde. So gab es früher beim Durchgang zum Innenhof noch zwei kleine Vordächer. Die gegenüber dem Original zu wenig differenzierte Farbe der Fassaden sind Ausdruck mangelnder Sorgfalt. Auch der nachträglich montierte Abluftkanal hätte etwas sensibler gestaltet werden können. Was die ursprüngliche Idee jedoch am stärksten verändere, sei die blockierte Transparenz im Parterre, die das Gebäude abweisend wirken lässt, wie Keller findet. Dabei ist er kein Bewahrer – im Gegenteil, eigentlich interessieren ihn vor allem Gebäude, die sich verändern lassen. «Bei einem klaren Stil wie der Moderne ist das natürlich schwieriger, da kann man schnell etwas kaputt machen», meint er. Diese klassischen Werke hätten schnell etwas Museales, während die anonymere Architektur den Gang der Zeit reflektiert. Die Balkone, die auf der westlichen Seite des Gebäudes montiert wurden, stören ihn deshalb nicht, «Balkone sind wichtig, denn sie steigern die Lebensqualität», meint er. Auch dem Meierhofplatz, diesem «Verkehrsunfall», kann er Sympathien abgewinnen: «Das Trottoir zwischen Kiosk und Denner erinnert an einen Boulevard in Paris. Dort findet man Cafés gleich neben lärmigen Strassen – und sie sind stets gut besucht.» Das könnte er sich auch am Meierhofplatz vorstellen. «Die Lage mag nicht sehr idyllisch sein, aber immerhin halten sich hier Menschen auf.» Darum geht es beim Planen und Bauen doch auch: um Menschen.Grundsätzliche Überlegungen einfliessen lassen
Vielleicht liegt hier die Problematik dieses Gebäudes. Ein Ort lebt dort, wo sich Menschen aufhalten oder sogar aufhalten müssen, an der Bushaltestelle, auf dem Markt, am Bahnhof. Sie dazu zu erziehen, sich an einem ihnen zugewiesenen Ort aufzuhalten, ist schwierig. Das lässt sich gut bei Fussgängerführungen, die nicht den kürzesten Weg berücksichtigen, beobachten: Nicht lange und es bildet sich ein Pfad neben dem vorgesehenen Weg, den die Menschen stattdessen wählen. So ähnlich muss es auch mit dem Innenhof verlaufen sein: Die Leute wollten ihn sich schlicht nicht aneignen. Da übt Keller durchaus Selbstkritik: «Wir Planer und Architekten glauben immer zu wissen, was die anderen wollen. Danach kommt der grosse Katzenjammer, wenn sich die Menschen nicht so verhalten, wie wir das angenommen haben. Und dann gibt es eben plötzlich eine Gitterabsperrung, die in der Nacht heruntergelassen wird, weil sich die Leute aus anderen Gründen im Innenhof aufhalten, als angedacht war.» Ist die Geschichte dieses Gebäudes damit schon zu Ende erzählt? Wie könnte der Innen- und Aussenraum in Zukunft genutzt werden? Vielleicht bringt die Zukunft neue Antworten auf alte Fragen. Der «Höngger» kommt sicherlich wieder darauf zurück.
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«8049 und ich»
Ein Gespräch mit dem früheren Leiter des Gemeinschaftszentrums in Höngg, Patrick Bolle, Ende 2020, war haftengeblieben. Er blickte damals auf das erste Coronajahr zurück und machte sich Sorgen um den Generationendialog. Die Jungen hatten aus Solidarität lange auf vieles verzichtet, erhielten im Gegenzug aber wenig Verständnis, zum Beispiel wenn sie sich im Aussenraum in Gruppen trafen. War da tatsächlich ein Graben zwischen Jung und Alt aufgerissen? Oder sind sich die beiden im Grunde gar nicht so unähnlich, wie man meinen könnte? Diese Frage stand am Anfang des ersten Podcasts «8049 und ich» der Höngger Zeitung. Entstanden sind am Ende Porträts von fünf Höngger*innen, die daran erinnern, dass alle, egal ob jung oder alt, im Leben auf Hindernisse stossen und diese überwinden können. Mit Hilfe der Familie, dank Freund*innen oder aus eigener Kraft.
Journalistin und Audioproduzentin Franziska Engelhardt von der Podcastschmiede hat die Idee umgesetzt und den Podcast im Auftrag der Höngger Zeitung produziert. Dank ihrer feinfühligen und professionellen Art ist es ihr gelungen, dass die Menschen sich ihr öffneten. Die Sounddesignerin und Audiokünstlerin Christina Baron hat die Geschichten musikalisch ineinander verwoben.
Ein Quartier – fünf Geschichten
Der 13-jährige Lorin will Rettungssanitäter werden und in seiner Freizeit Eishockey-Schiedsrichter. Dies nicht wegen eines bestimmten Clubs. Er sei Fan vom «Schiedsrichtern», weil man Entscheidungshoheit über Dinge habe, die sonst keiner hat. Als Jugendlicher wurde er in der Stadt von Gleichaltrigen überfallen, eine Erfahrung, die sein Verhalten bis heute beeinflusst. Er erzählt, wieso er kein Opfer sein will und wieso er trotzdem zuversichtlich in die Zukunft blickt.
Chiara ist eine lebensfrohe junge Frau und absolviert gerade das zweite Lehrjahr als Fachfrau Gesundheit. Doch ihr Weg dahin war steinig. Sie erhielt eine Absage nach der anderen. Stimmte es, dass es ihr niemand zutraute, weil sie Sek-B-Schülerin war? Sie kämpfte weiter – erfolgreich. Kraft schöpft sie auch vom Tanzen. Die 17-jährige hat schon jetzt ihre eigenen Flamenco-Schüler*innen.
Vreni und Kurt Blickenstorfer, seit 59 Jahren ein Paar, leben seit 1967 an der Segantinistrasse in Höngg. Sie führen ein erfülltes Leben mit Kindern und Enkelkindern, vielen Freundschaften und gesellschaftlichen Anlässen in und um Höngg. Doch das Leben war nicht immer nur einfach. Die Geschichten ihrer Eltern haben auch ihre eigene stark geprägt. Sie geben der Hörerschaft auch einen Einblick in die Lebensrealitäten, wie sie es vor 70 Jahren noch waren. Doch die schwierigen Zeiten haben die Familie noch enger zusammengeschweisst.
Herman «Hermi» Weibel lebt nach dem Tod seiner Frau allein im Alterszentrum Riedhof. Eigentlich fühlte er sich noch nicht bereit für ein Altersheim, machte sich Sorgen um seine Selbstständigkeit. Mittlerweile ist er dankbar – er sei alles andere als ein Gefangener. Nach seinem Verlust fand der charmante ehemalige Tramführer Halt bei seiner Tochter und einem neuen besten Freund, den er im Riedhof kennengelernt hat. Der Tod ist immer nah. Die Liebe aber auch.
Dank der Schmid-Wörner-Stiftung
Dieser Podcast ist in Zusammenarbeit mit dem GZ Höngg und der freundlichen Unterstützung der Schmid-Wörner-Stiftung Höngg entstanden. Die Stiftung bezweckt die Unterstützung vorwiegend auf Höngg bezogene gemeinnützige Projekte aus den Bereichen Bildung, Kultur und Gesellschaft. Die Bedeutung des «Höngger» im Allgemeinen und dessen aktuelles Podcast-Projekt im Besonderen berührt alle drei Bereiche des Stiftungszweckes.
«8049 und ich»
Ab dem 16. Dezember ist der Podcast auch auf allen üblichen Plattformen (spotify, apple music, audible, youtube) zu hören.Folge 1
Folge 2
Folge 3
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Ein Stück Schweden in Höngg?
Seit bald dreissig Jahren steht die kleine, aus vier Gebäuden bestehende Überbauung an der Giblenstrasse, direkt neben der Pony- und Hühnerweide des QuarTierhofs. Leuchtend rot sind die 1994 erstellten Häuser mit den schwarzen Giebeln, würfelförmig und kompakt wirken sie, mit ihren zwei Stockwerken eher klein. Ihr Alter würde man ihnen nicht wirklich geben, dank der auffälligen Färbung wirken die Häuser immer noch fast wie Neubauten. Geplant und erstellt wurden sie vom Architekturbüro Stücheli Architekten AG in Zürich, Auftraggeberin und Bauherrin war die Pensionskasse der Tagesanzeiger AG. 1992 wurde die Baubewilligung erteilt, im Jahr 1994 war die Überbauung bezugsbereit.
Wohnen und Arbeiten
In den drei Wohnhäusern befinden sich je zwei kleine 2,5 Zimmer-Wohnungen im Erdgeschoss mit Gartensitzplatz sowie zwei grössere 4,5 Zimmer-Maisonette-Wohnungen im Obergeschoss, wie Christof Glaus, Mitinhaber der Stücheli AG, dem «Höngger» in einem Gespräch verrät. Er hat die alten Pläne und Zeichnungen aus dem Archiv geholt und nimmt sich die Zeit, das Projekt genau anzuschauen, auch wenn er selbst damals nur peripher an der Erstellung beteiligt war. Ein weiteres, quer stehendes Gebäude beinhaltet Büroräumlichkeiten. 90 Prozent der Gesamtfläche habe, so Glaus, nach den Vorgaben der Bauherrschaft Wohnungen beinhalten müssen, 10 Prozent seien für Büros konzipiert – ein Versuch also, Wohnen und Arbeiten im Bau zu kombinieren. Zwischen den Wohnhäusern befinden sich zudem einstöckige Ateliers, die von den Parterrewohnungen aus zugänglich sind.
Komposition soll sich harmonisch in Umgebung einfügen
Die städtebauliche Überlegung des Architekturbüros war es, mit den Neubauten eine Siedlung zu erstellen, die sich harmonisch in die Umgebung und die natürlichen Gegebenheiten einfügt und dem Geländeverlauf folgt. Von der Höhe, so Glaus, sollten sich die neuen Häuser den bereits bestehenden Gebäuden an der Regensdorfer- sowie der Giblenstrasse anpassen, zwischen denen sie erbaut wurden. Anders als diese wurden die Giebel der drei Wohnhäuser jedoch quer zur Regensdorferstrasse errichtet und nicht parallel zu ihr.
Mit der kubischen Form habe das Architekturbüro versucht, «ein klassisches Schweizer Giebelhaus etwas moderner zu gestalten», führt Glaus aus. Der Bau sei bewusst sehr einfach und minimal gehalten, ohne jegliche Schnörkel und Verzierungen, auch die Giebeldächer stünden nicht vor, auf Vordächer wurde verzichtet.Was leuchtet so rot?
Die blutrote Farbe sei es, die die einfache Kubatur der Gebäude so speziell mache und der Überbauung eine eigene Identität verleihe. Die Idee, den Gebäuden diese auffällige Farbe zu verpassen, sei dem Architekten, Renzo Bader, bei einer Umgebungsbesichtigung gekommen. Dabei sei ihm ein rotes Garagentor ins Auge gestochen, klärt Glaus auf. «Die Farbe betont den Kontrast zum Grün der Gärten und Weideflächen der Umgebung. Die klassische Holzfarbe verleiht den Gebäuden zudem eine gewollte Natürlichkeit.» Mit Schweden allerdings hätten die Häuser eigentlich nicht viel zu tun, auch wenn das auf den ersten Blick vielleicht so wirke: «Die Assoziation zu Schweden war von uns nicht unbedingt beabsichtigt», klärt Glaus auf. Anders als bei den klassischen Häuschen, die für das nordische Land so typisch sind, handelt es sich bei den Häusern an der Giblenstrasse auch nicht um Holzbauten: «Obwohl die Fassade wie eine Holzfassade wirkt, besteht sie in Wirklichkeit aus grossflächigen Eternitplatten», erläutert Glaus. Eternit sei damals ein eher ungewöhnlicher und etwas verpönter Baustoff gewesen, weil das Material vor allem in den 50er- bis 70er-Jahren Asbest enthalten hatte und die Verwendung stark eingeschränkt wurde. Doch selbstverständlich enthielten die Platten in den 90er-Jahren keinerlei Spuren mehr von Asbest. Dafür sei das Material sehr günstig, extrem robust, langlebig und recyclierbar – allerdings auch ziemlich dünn. In der Fassade wurde daher bewusst darauf geachtet, den «papierenen Charakter des Eternits», wie es Glaus nennt, zu verbergen. So weisen die Fenster starke Rahmen aus Metall auf, die Fugen der Eternitplatten sind gegenüber den Ecken der Fenster verschoben. Die Fassade wirkt so nicht gerastert, sondern erscheint als eine ganze, einheitliche Fläche.
Im digitalen Zeitalter angekommen
Und schliesslich ist das Bauprojekt noch aus einem weiteren Grund besonders: für das Architekturbüro waren die Skizzen zu diesen vier Gebäuden wohl die ersten, die auf digitale Weise gezeichnet und erfasst werden konnten. Während die ersten groben Skizzen und Studien noch von Hand angefertigt wurden, wie damals allgemein üblich, konnten die definitiven Baupläne schliesslich am Computer erstellt und bearbeitet werden. Modern in jeder Hinsicht also, die roten Häuschen an der Giblenstrasse.
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83. Historisches Pistolen-Rütlischiessen
Die Pistolenschütz*innen der Standschützengesellschaft Neumünster vom Hönggerberg erreichten am historischen Pistolen-Rütlischiessen vom Sonntag, 17. Oktober den hervorragenden siebten Schlussrang. Insgesamt hatten 86 Gruppen teilgenommen. Der Gruppe Neumünster vom Hönggerberg fehlten in der Gesamtwertung am Ende nur 0,625 Punkte für einen Podestplatz. Diese berechnet sich aus dem Durchschnitt der in der Gruppe geschossenen Einzelresultate. Es braucht also eine tadellose Teamleistung dafür. Siegerin wurde mit grossem Abstand die Gruppe der Stadtpolizei Zürich.
Achtung: Zusätzliches Schiessdatum im November
Am Mittwoch, 10. November wird auf dem Rütli mit Gewehren kniend auf 250 Meter geschossen, am Montag, 15. November am Morgarten liegend auf 330 Meter. Das sind so verschiedene Stellungen sowie Einstellungen an den Gewehren, dass die Schützinnen und Schützen in Höngg um die zusätzliche Trainingsmöglichkeit am Samstag, 13. November nachgesucht haben. Durch den Ausfall verschiedener grosser Schiessen im Sommer und Herbst waren noch Schiesshalbtage frei, sodass die Stadtpolizei den zusätzlichen Samstagvormittag bewilligen konnte. Die Schiessplatzgenossenschaft Höngg bittet um Verständnis. -

Brandstifter von der Waid muss ins Gefängnis
Am 31. Januar 2019 drang die Polizei in die Wohnung eines Schweizer Anarchisten in der Stadt Zürich ein und nahm den damals 31-Jährigen fest.
Dem Mann aus der linksextremen Szene wurden Brandstiftungen in Hinwil und Zürich vorgeworfen. So soll er beim Brandanschlag auf Armeefahrzeuge in der Logistikbasis in Hinwil im September 2015 involviert gewesen sein. Dabei brannten neun Militärwagen aus und weitere Fahrzeuge wurden beschädigt. Es entstand ein Sachschaden von 110 000 Franken.
Im Weiteren wurde ihm vorgeworfen, im Juli 2016 auf dem Waidberg bei der Notfunkanlage der Stadtpolizei Zürich Feuer gelegt zu haben. Die Anlage kommt zum Einsatz, wenn der normale Polizeifunk ausfällt. Zusammen mit einem Komplizen drangen die beiden auf das mit einem Zaun abgeriegelte Areal ein. Durch das Feuer entstand ein Schaden von rund 120 000 Franken, die Notfunkanlage war für mehrere Tage nicht betriebsbereit.Verräterische DNA-Spuren
Dass die Polizei den verhafteten Anarchisten überhaupt mit den Brandanschlägen in Verbindung bringen konnten, verdankte sie seinen DNA-Spuren in einem ganz anderen Zusammenhang. Der Mann war in einer anarchistischen Bibliothek im Kreis 4 tätig. Dort soll er Plakate, die zu Gewalt aufriefen, aufgehängt oder zumindest geduldet haben. Die Behörden stellten dabei seine DNA sicher, die mit jener bei den beiden Brandanschlägen übereinstimmte. So wurde die DNA des Beschuldigten an einem Mountainbike, an Schutzkleidung, Handschuhen und einem Seitenschneider gefunden. Zudem blieb auch ein Rucksack liegen, in dem ein Reisepass und die DNA eines mutmasslichen Mittäters sichergestellt werden konnten. Dieser namentlich bekannte Verdächtige ist seither auf der Flucht.
Das Bezirksgericht Hinwil verurteilte den Mann im Januar 2020 wegen Brandstiftung zu einer Freiheitsstrafe von dreieinhalb Jahren. Vom Vorwurf der mehrfachen öffentlichen Aufforderung zu Verbrechen oder Gewalttätigkeit wurde der Anarchist mangels Beweisen freigesprochen. Auf den fragwürdigen Plakaten fand man keine DNA von ihm. Der Beschuldigte verweigerte am Prozess jegliche Aussage.Urteil vom Obergericht bestätigt
Der Staatsanwalt hatte am Prozess gesagt, dass die Gesinnung des Beschuldigten durch Radikalität und Gewaltbereitschaft gekennzeichnet sei. So erwähnte er ein Gespräch auf Radio LoRa, wo er unter anderem erzählt habe, wie er es liebe, «Pflastersteine gegen Bullen zu schmeissen». Sein Verteidiger dagegen hatte einen Freispruch verlangt. Die DNA-Spuren seien einzig Indizien, keine Beweise. Alles sei möglich, sagte er. Das Urteil ist inzwischen vom Zürcher Obergericht bestätigt worden, der Mann muss für dreieinhalb Jahre ins Gefängnis sowie Schadenersatz zahlen.
Im Vorfeld des Prozesses veröffentlichte ein Online-Portal aus der linksextremen Szene eine Mitteilung, in der sie sich vom Beschuldigten distanzierten: «Wir als bisherige Soligruppe beenden hiermit öffentlich unsere solidarische und unterstützende Tätigkeit für den Gefangenen», hiess es in der Stellungnahme. Der Grund: Der Mann habe in einer schriftlichen Erklärung zuhanden des Staatsanwaltes Aussagen gemacht, die gegen den noch auf der Flucht befindlichen «Gefährten» im Fall des Brandanschlages auf der Waid verwendet werden könnten und diesen belasten würden. Der Beschuldigte hat diese schriftliche Erklärung allerdings kurz vor Prozessbeginn wieder vollständig zurückgezogen. Welche Erklärungen der Mann gemacht hat, wurde am Prozess in Hinwil aufs Tapet gebracht. So hatte der Beschuldigte in seiner Schlusserklärung beim Staatsanwalt behauptet, beim Waidberg zwei Leute getroffen und ihnen nur geholfen zu haben, eine Leiter zu tragen und ein Velo zu schieben. Laut Anklageschrift überwand der Beschuldigte aber selber zuerst einen ersten Drahtzaun mit einer Leiter und durchtrennte dann einen weiteren mit einem Seitenschneider.Weitere Sabotageakte
Die beiden Vorfälle waren Teil einer Serie von Brandstiftungen, vermutlich aus der linksextremen Szene. Unter anderem gab es Sabotageakte auf das türkische Konsulat in Zürich und auf Autos der städtischen Graffiti-Stelle. 2017 wurde auf der Baustelle des Polizei- und Justizzentrums (PJZ) im Kreis 4 Feuer gelegt, das auf eine benachbarte Trafoanlage übergriff und zu einem Stromausfall und mehreren Explosionen führten. Auch die Brandstiftung 2016 in einem SBB-Kabelkanal wird dieser Szene zugeschrieben. Damals wurde der Bahnverkehr in Zürich während Stunden lahmgelegt.
Die Serie «Tatort Kreis 10» befasst sich mit Verbrechen oder Unfällen, die sich in Wipkingen und Höngg ereignet haben. Sie endet vorläufig mit dieser Episode. Die Redaktion ist offen für Hinweise auf weitere Fälle im Kreis 10 aus der Bevölkerung auf redaktion@hoengger.ch.
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Wer baut was wo wie und warum?
Der Architektur kann sich niemand entziehen. Ob draussen auf der Strasse oder in den eigenen Wohnräumen: Sie umgibt jeden Menschen permanent. Es ist so gut wie unmöglich, ihr völlig indifferent zu begegnen. Dabei geht es nicht nur um ästhetische Beurteilungen, also darum, ob etwas als schön oder hässlich empfunden wird. Sondern auch darum, ob es praktisch und so konzipiert ist, dass es die Aufgabe, die es hat, auch erfüllen kann. Denn wenn an den Bedürfnissen der Nutzer*innen «vorbeigebaut» wurde, macht sich das sofort bemerkbar. Wie ärgerlich, wenn die Abteilungen in der Ausziehschublade der Küche gerade knapp zu wenig hoch sind, um eine normalgrosse Flasche darin aufrecht zu lagern. Oder wenn das «Brünneli» im Badezimmer zwar sehr elegant aussieht, die raue Oberfläche sich aber nur schlecht reinigen lässt. Solche Beispiele lassen sich auch im öffentlichen Raum finden.
Nutzen und Geschichte
Jedes Gebäude erzählt ausserdem eine Geschichte über die Zeit, in der es entstand und über die Menschen, die sich darin aufhalten sollten. Gerade in Höngg finden sich zahlreiche Zeugen ganz verschiedener Baustile. Der «Höngger» wird in den kommenden Monaten verschiedene Gebäude im Quartier vorstellen, sich dem Sinn und der Aufgabe der Architektur philosophisch nähern, mit Architekt*innen über ihre Lieblingsstücke sprechen, hoffentlich Einblick in das eine oder andere Gebäude erhalten und mit etwas Glück im kommenden Frühjahr einige Führungen organisieren. Um es gleich vorwegzunehmen: Als Quartierzeitung wäre es anmassend, für sich in Anspruch zu nehmen, architektonische Fachartikel zu verfassen. Dafür gibt es renommierte und spezialisierte Zeitschriften wie das Hochparterre. Der «Höngger» nähert sich dem Thema, das omnipräsent ist, aus Laiensicht und aus purer Neugierde. Denn die Architektur in Höngg ist reich: Max Bill baute hier mit 24 Jahren sein erstes Haus. Es gibt zahlreiche Exemplare des Brutalismus, die nach Art von Le Corbusier gebaut wurden. Dann sind da aber auch weniger auffällige Gebäude, über deren Geschichte und Nutzung sich jedoch viel sagen lässt und andere, die für ihre innovative Bauweise ausgezeichnet wurden.Gerne nimmt die Redaktion unter redaktion@hoengger.ch Wünsche oder Anregungen aus der Leserschaft entgegen, und macht sich, sofern möglich, auf die Suche nach der Geschichte bestimmter Häuser.
