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  • Arbeit für Menschen mit Behinderungen

    Arbeit für Menschen mit Behinderungen

    Der Verein AuftragArbeit.ch, mit Sitz in Höngg, lancierte eine Online-Plattform, auf der über 20 Zürcher Werkstätten für Menschen mit Behinderungen ihre Dienstleistungen anbieten: Vom Hemdenbügeln, Wäschewaschen, über Blumenpflanzen bis zum Versenden von Massenpost. Insgesamt sind über 60 Dienstleistungen auf der Plattform vertreten. Ziel ist es, den Menschen mit einer Behinderung eine Arbeit zu verschaffen.

    Für die Menschen in den Werkstätten sind die Arbeitseinsätze eine wichtige Stütze. Unter den üblichen Arbeitsbedingungen könnten sie keiner Erwerbstätigkeit nachgehen, wie der Verein AuftragArbeit.ch mitteilt. Mit der neuen Plattform sollen auch möglichst abwechslungsreiche Aufträge erzielt werden.

  • Er macht aus Tabletten Kunst

    Er macht aus Tabletten Kunst

    Es geschah vor zwei Jahren und war purer Zufall: Eine Tablette fiel mir ins Wasserglas, die sich darin völlig entfaltete. Ich sah staunend zu, dieses Fliessende, das ich nicht steuern konnte, diese Farben und Formen. Es waren genau solche Bilder, die ich einfangen wollte. Also beschloss ich, weitere Tabletten aufzulösen und den Prozess zu filmen. Konkret sagt man dazu «Fluid Art». Die Bilder und Videos des französischen Künstlers Thomas Blanchard dienten mir als Inspiration.

    Was sich simpel anhört, ist überaus aufwendig. Zunächst das Material: Seither habe ich über 2500 Pillen verbraucht. Die schönsten Aufnahmen entstanden definitiv aus Gelatinekapseln, häufig sind es auch Schmerzmittel. Zunächst plünderte ich meine Hausapotheke, später hatte ich die Gelegenheit, auf legalem Weg abgelaufene Tabletten zu erhalten. Die Zusammensetzung der Wirkstoffe spielt eine wesentliche Rolle, deswegen suchte ich den Kontakt zu Pharmafirmen. So konnte ich mir viel chemisches Wissen aneignen.

    Für den eigentlichen Film baute ich mir ein kleines Studio mit einer Reprokamera. Die meisten Aufnahmen habe ich von oben her gemacht, die Tabletten lagen dann in einer quadratischen Box auf schwarzem Grund. Bei horizontalen Aufnahmen benutzte ich ein Aquarium. Auch eine Unterwasserkamera kam zum Einsatz. 

    Beim Abfilmen lernte ich zudem, dass das Wasser warm oder sogar heiss sein muss, um einen erwünschten Effekt zu erzielen – sollte er denn auftreten, nicht alle Tabletten tun das. Die fachgerechte Entsorgung des Wassers war ebenfalls zwingend. Mit der Zeit kamen schliesslich viele Aufnahmen zusammen.

    Leben und Tod

    Es sind Bilder, die seit dem Frühjahr in Neuhausen am Rheinfall in der «Rhyality Immersive Art Hall» zu sehen sind. In diesem immersiven Kino, in dem ein Film mit 360 Grad und sowohl auf dem Boden wie an der Decke gezeigt wird, sah ich die ideale Plattform, um meine Kunst zu zeigen. Dieses Kino ist in der Schweiz einzigartig. Also habe ich dort angefragt und es hat funktioniert: «Life and Death», so der Titel meines Films, nahm Gestalt an.

    Wie ging ich vor: Ich hatte acht Wände, die Decke und den Boden zu bespielen, also habe ich einen langen Streifen mit Videos angelegt, was eine riesige Rechenkapazität benötigt. Dank 25 Beamern und rund 100 Lautsprecher werden die Szenen alle gezeigt. Der Film ist etwa zehn Minuten lang und in drei Akte aufgeteilt – im dritten Akt platzen die Pillen im extremen Zeitraffer und es ist wie ein gewaltiges Feuerwerk, dazu wird Musik gespielt. Ich bin zufrieden mit dem Ergebnis.

    «Life & Death» hat mich aber einiges gekostet, nicht nur Zeit und Mühe. Die gesamten Ausgaben trug ich selbst. Subventionen oder Sponsoring habe ich bisher trotz unendlichen Anfragen und Bitten an Stiftungen und Firmen nicht erhalten.

    Das hat mich aber nicht aufgehalten und die positiven Reaktionen haben mich bestärkt. Ich denke, die Bilder verbinden. Selbst Menschen, die der modernen Medizin gegenüber skeptisch eingestellt sind, können sich den Aufnahmen nicht entziehen. Die heilsarme Wirkung von Kunst mag umstritten sein, aber ich bemerke, dass meine Bilder den Menschen guttun.

    Von Luzern nach Zürich

    Ursprünglich stamme ich aus einem kleinen luzernischen Dorf, später absolvierte ich eine vierjährige Lehre als Typograf beim Ringier-Verlag. Es zog mich beruflich früh nach Zürich. In Höngg wohne ich erst seit rund fünf Jahren, aber das Quartier kannte ich bereits, da meine Partnerin hier lebt. Mein Werdegang brachte mich zu den grossen Werbeagenturen, aber ich war auch in einer Buchdruckerei in Oerlikon engagiert. Dort, in der Druckvorstufe, war ich ein Allrounder. Das war ungemein kreativ und ich konnte mich mit den nötigen IT-Kenntnissen vertraut machen.

    Mein erstes Filmprojekt realisierte ich Ende der 1990er-Jahre, der Titel war «Geschichtsscherben aus 2000 Jahren». Teil davon war ein Interview mit H.R. Giger, jenem leider verstorbenen Künstler, der das Alien-Monster erschuf. Ausserdem war Giger sehr kamerascheu. Eine spannende Erfahrung, die ich nicht missen möchte.

    Auch ausgestellt habe ich schon: Vor zwei Jahren zeigte ich einen Film im Kunsthaus Interlaken, das Thema war «Schneemanns Garn». Es gab Malereien, Skulpturen und eben auch Videos. Ich zeigte, wie sich Knetmasse zu einem Schneemann formt, die «Berner Schneemann-Suppe».

    Aktuell habe ich keinen Job, sondern absolviere ein Studium an einer Zürcher Filmschule. Dort lernen wir alles rund um den Film – Idee, Konzeption, Drehbücher schreiben, technische Grundlagen usw. Ich erhalte so die Möglichkeit, mit verschiedenen Kameras von hoher Qualität zu experimentieren. Zwei Tage die Woche drücke ich also die Schulbank, dazu kommen rund drei Tage für das Selbststudium. Kinofilme haben mich aber nie sonderlich interessiert, eher Dokumentarfilme, das reizt mich, dort sehe ich meine Stärken.  

    Doch nach einem Jahr wird es jetzt finanziell eng, ich muss wieder Geld verdienen. Das Studium werde ich wohl unterbrechen, um es später wieder aufzunehmen. Ich bin mir aber noch nicht ganz sicher. Und bald werde ich 50, vielleicht sollte ich mich doch langsam um die Altersvorsorge kümmern. Soll ich meinem Verstand folgen oder dem Herzen? Ich zerbreche mir den Kopf darüber. Wir werden sehen. Vielleicht kann ich «Life & Death» einmal in einem anderen immersiven Kino zeigen. In Asien soll es grosse Anlagen geben, das würde mir gefallen.

    Aufgezeichnet von Daniel Diriwächter

  • Verlosung: Der Schwimm-Poncho

    Verlosung: Der Schwimm-Poncho

    Der Schwimm-Poncho für die Badesaison ist nicht nur ein cooles Badetuch aus weichem Frottee, sondern auch eine perfekte Umkleidekabine zum Mitnehmen. Ob vor oder nach dem Schwimmen oder auch chillig beim Campen, ist der «Sponcho» ein perfekter Begleiter. Es gibt ihn in den Farben Blue Sky, Mint Sea, Red Cliff, Sandy Beach und Black Rock sowie als Uni-Modell in Olive, Nude, Night, Ocean, Pearl oder Pink. Eine limitierte Edition gibt es in der Farbe «Water».

    Erhältlich sind die Ponchos mit Kapuze und Kängurutasche für 79 bis 89 Franken in den Grössen S, M oder L. Der «Sponcho» ist ein Zürcher Familienprojekt, die Produktion erfolgt in einem Familienbetrieb in Portugal. Die lässigen Überwürfe sind eine Mischung aus 80 Prozent Baumwolle und 20 Prozent Polyester.

    Mitmachen und gewinnen

    Wir verlosen drei «Sponchos» nach Wahl: Senden Sie uns eine E-Mail mit dem Betreff «Sponcho» an mitmachen@hoengger.ch bis am Freitag, 14. Juli, 12 Uhr. Bitte geben Sie uns Ihre Adresse, die Grösse und Wunschfarbe an (siehe Link unten). Die Nachrichten der Gewinner*innen werden an die Hersteller weitergeleitet, die den Versand in die Wege leiten.

    Viel Glück!

    Der «Sponcho»

    www.sponcho.ch

  • Im Garten ist Vorsicht geboten

    Im Garten ist Vorsicht geboten

    Eigentlich gilt die Imbisbühlstrasse als friedlicher Ort mit schmucken Häusern und ebensolchen Gärten. An einem Montagabend im Juni änderte sich das: Gleich in vier Gärten ereigneten sich Unfälle, die Erste Hilfe verlangten. Es handelte sich dabei um eine Übung des Samaritervereins Zürich-Höngg. Das Training gehörte zu insgesamt zehn Weiterbildungsabenden pro Jahr, wobei sich die Aktivmitglieder zum Besuch von vier Abenden verpflichten.

    Rund 20 Mitglieder des Samariter-vereins versammelten sich bei der Imbisbühlstrasse, unter ihnen auch Barbara Bisko, welche die Verantwortung für die Kommunikation innehat. Es ist ihr ein Anliegen, sich sozial zu engagieren. «Ich bin Samariterin aus Überzeugung, weil ich dadurch mein Erste-Hilfe-Wissen laufend auffrischen und so in einem Notfall schnell und kompetent helfen kann», so Bisko.

    Die Anwesenden teilten sich in vier Gruppen auf. Entsprechend wurden vier Gartenunfälle geplant. «Gerade jetzt verbringen wir viel Zeit im Freien, daher ist diese Übung mit realitätsnahen Fallbeispielen die perfekte Auffrischung, um im Notfall richtig zu reagieren», sagte Bisko. Die Spannung stieg und so machte sich ihre Gruppe auf zum ersten Garten.

    Stichwunde und Kettensäge

    Dort trat eine Frau in einen Nagel, der ihren Fuss durchbohrte. Deren Hunde rannten wild umher. Während Bisko die Tiere an die Leine nahm, kümmerten sich die zwei anderen um die Frau, leisteten Erste Hilfe und alarmierten den Notarzt. Im Anschluss erhielten sie Lob und Kritik eines Samariterlehrers.

    Die Teilnehmenden lernten dabei einiges über Verletzungen dieser Art: Da ist die Stichverletzung, die tief sein kann und zwingend ärztlich behandelt werden muss. Auch eine Schnittverletzung kann tief sein, wohingegen eine Schürfung zunächst beobachtet werden muss, jedoch nicht zu unterschätzen ist. Eine Quetschwunde wiederum entsteht als Folge stumpfer Gewalteinwirkung, wodurch Blutgefässe platzen und zerreissen.

    Auch der zweite Gartenunfall hatte es in sich: Eine Frau hantierte mit einer Kettensäge und verletzte sich am Unterarm. Bisko und ihrem Team war es wichtig, zunächst die Situation einzuschätzen und die Säge abzuschalten – die eigene Sicherheit muss gewährleistet sein. Ein Druckverband sollte die Blutung vorerst stoppen, die Nummer 144 wurde alarmiert, doch die Frau fiel in Ohnmacht. Die Samariter*innen brachten sie in die stabile Seitenlage: So wird sichergestellt, dass die Atemwege freigehalten werden. Erbrochenes oder Blut können ablaufen und Betroffene werden vor dem Ersticken bewahrt.

    Später wurde die Frau mit einer Rettungsdecke umhüllt, damit die Körperwärme bestehen blieb. Dieser Vorfall wurde ebenfalls analysiert. Die Samariterlehrerin erklärte, dass die Notfallnummer weit mehr sei als «nur» eine Meldestelle: Die Mitarbeitenden dort können telefonisch Anweisungen geben, sollte jemand kein Wissen über Erste Hilfe haben. Und zumindest der Anruf müsse sein; unterlassene Hilfeleistung ist eine Straftat.

    Der Sturz und ein Insekt

    Beim dritten Unfall handelte es sich um einen Sturz von der Leiter; ein Mann lag ohnmächtig vor seinem Haus. Bei Verdacht auf Wirbelsäulenverletzungen ist es wichtig, den Verletzten möglichst wenig zu bewegen, den Kopf ruhig zu halten und zu stabilisieren. Auch hier musste die Nummer 144 gewählt werden. Bisko und ihr Team haben im Anschluss erfahren, dass eine kurze Analyse der Situation nie schaden kann: «10 für 10» nennt sich das im Samariter-Fachjargon: Zehn Sekunden überlegen, damit die nächsten zehn Minuten besser und koordinierter ablaufen.

    Der letzte Unfall war ein «Klassiker»: Ein junger Mann wurde von einer Biene gestochen und war kurze Zeit später bewusstlos. Hier kam eine Spritze zum Einsatz: Der Adrenalin-Autoinjektor ist ein Notfallmedikament für Menschen, die einen allergischen Schock erleiden. Das Medikament macht wieder wach, allerdings muss dennoch ein Arzt gerufen werden, die Wirkung kann nachlassen. Beim anschliessenden Gespräch wurde betont, dass das Mittel in die Aussenseite des oberen Oberschenkels gespritzt werden soll, um schnellstmöglich seine Wirkung entfalten zu können.

    Schliesslich meisterten alle Samariter*innen die Gartenunfälle mit Bravour und ihr Wissen für den Ernstfall wurde gefestigt. «Während den Übungen trainieren wir immer wieder diverse Schemata, wie etwa das «Ampel-Schema»: Rot – Schauen, Gelb – Denken, Grün – Handeln. Diese Gedächtnisstützen helfen uns, unser Wissen in einer realen Notfallsituation abzurufen», sagte Bisko.

  • Im Einsatz für Otto & Co.

    Im Einsatz für Otto & Co.

    Der «Wipkihof», der zum GZ Wipkingen gehörige Bauernhof, ist neben dem Kafi Tintenfisch fast so etwas wie das Herzstück des Gemeinschaftszentrums. Nicht nur Kinder, sondern auch viele Erwachsene besuchen den Hof und statten den Minischweinen, den Hühnern, Ziegen und Meerschweinchen einen Besuch ab.

    Doch wer selber Tiere besitzt, weiss, wie viel Arbeit und Zeit hinter dem Betrieb eines solchen Hofes steckt, und zwar täglich und auch am Wochenende. Ein grosser Teil dieser Arbeit wird in Wipkingen von Freiwilligen übernommen. Wie organisiert das GZ diese Arbeit?

    Manuela Zehender ist neben Terri Obrist im GZ Wipkingen im Fachbereich Bildung/Tier tätig. Gemeinsam führen sie den «Wipkihof». Im Gespräch mit Dagmar Schräder gibt Manuela Zehender einen Einblick in den Hofalltag.

    Manuela, wer kümmert sich auf dem «Wipkihof» um die Tiere?
    Manuela Zehender: Das Team des «Wipkihofs» besteht neben Terri Obrist und mir vor allem aus rund 32 Freiwilligen. Dazu kommen wenige Mitarbeitende in sozialen Einsatzplätzen und saisonalen Arbeitsplätzen. Während Terri die Gesamtverantwortung über das Wohlbefinden der Tiere trägt, bin ich verantwortlich für die Freiwilligenkoordination. Das heisst, ich manage die Einsätze derjenigen, die hier in ehrenamtlicher Arbeit Tag für Tag dafür sorgen, dass die Tiere ihr Futter erhalten, beschäftigt werden und die Ställe ausgemistet werden.

    Wie muss man sich das vorstellen, wie habt ihr euch da organisiert?
    Die täglichen Einsätze sind aufgeteilt in eine Morgen- und eine Abendschicht. Unter der Woche sind jeweils Teams mit bis zu zwei bis drei Leuten im Einsatz. Die Teams haben ihre fixen Tage und kommen wöchentlich einmal zum Einsatz.

    Und was gehört konkret alles zu den Aufgaben, die erledigt werden müssen?
    Die Aufgaben sind recht umfangreich, pro Schicht rechnen wir mit einem Arbeitsaufwand von mindestens zweieinhalb Stunden. Denn es gibt einiges zu tun: Morgens muss zunächst Gemüse abgeholt werden, das wir gratis als Tierfutter erhalten. Anschliessend müssen alle Tiere gefüttert und getränkt werden. Die Ställe werden nach einem fixen Turnus ausgemistet, auch der Hof muss gewischt werden. Und wer dann noch Zeit und Lust hat, kann als Sahnetüpfelchen noch ein wenig mit den Geissen trainieren oder die Schweine auf einen kleinen Spaziergang im Park mitnehmen. Am Freitagnachmittag, wenn wir den «Offenen Stall» anbieten und die Besucherinnen vorbeikommen können, ist ebenfalls ein Team von Freiwilligen vor Ort und unterstützt den Betrieb. Da gibt es einiges zu tun: Letzte Woche waren 124 Personen hier.

    Das klingt anspruchsvoll. Was sind das für Leute, die sich bei euch engagieren?
    Wir haben die unterschiedlichsten Menschen in unserem Team, das ist sehr spannend und schön zu sehen. Von der Studentin über Berufstätige oder IV-Bezügerinnen bis hin zum Rentner ist alles dabei. Wir haben auch Familien, die etwa am Wochenende alle zusammen vorbeikommen, um die Tiere zu versorgen. Und einige sind bereits seit sieben oder acht Jahren mit dabei.

    Wie werden neue Leute in ihre Aufgaben eingeführt?
    Mittlerweile haben wir unser Aufnahmeverfahren professionalisiert, es handelt sich schliesslich um sehr verantwortungsvolle Aufgaben. Deshalb führe ich mit den Neuinteressierten ein Erstgespräch. Dabei kommen wichtige Anforderungen zur Sprache, wie ausreichende Deutschkenntnisse, guter Zugang zu den Tieren, Zuverlässigkeit, Selbstständigkeit, Teamfähigkeit oder auch Wetterfestigkeit. Ich gebe einen Überblick über die Tätigkeiten, die ausgeführt werden müssen. Für die Morgen- und Abendämter gibt es jeweils eine Checkliste mit den zu erledigenden Aufgaben, an denen sich die Teams orientieren können. Mir ist es zudem sehr wichtig, dass sich die Freiwilligen mindestens für ein Jahr verpflichten, hier mitzuhelfen. Das klingt nach einer langen Zeit und mag auch abschrecken – es macht jedoch Sinn, wenn man mit Tieren arbeitet. Denn es dauert eine Weile, bis man die Abläufe im «Wipkihof» kennt, die Tiere richtig kennengelernt hat und auch weiss, welche Vorlieben und Eigenschaften sie haben. Und nur dann ist es möglich, eine Beziehung aufzubauen.

    Freiwilligenarbeit klingt auch ein wenig nach Unverbindlichkeit. Wie wird bei euch sichergestellt, dass die Arbeit auch wirklich verrichtet wird?
    Die Teams müssen ja sehr selbstständig funktionieren. Wir haben einen eigenen Chat, in dem wir alles miteinander besprechen und auch Dienste getauscht werden können, falls mal jemand verhindert ist. Natürlich sind wir als GZ-Mitarbeiterinnen im Notfall zur Stelle, falls ein Dienst mal nicht abgedeckt werden kann. Das ist aber in den zwei Jahren, in denen ich jetzt hier beschäftigt bin, erst ein einziges Mal passiert. Die Absprachen unter den Freiwilligen klappen tatsächlich hervorragend, da bin ich sehr stolz auf mein Team. Wir sind übrigens in der Stadt das einzige GZ, das die Betreuung praktisch ausschliesslich von Freiwilligen durchführen lässt.

    Gibt es auch Dinge, die für dich besonders herausfordernd sind?
    Es ist schon intensiv, ein Team von 32 Freiwilligen zu koordinieren, das ist fast schon Personalmanagement (lacht). Aus Zeitgründen ist es nicht möglich, alle Teams regelmässig zu treffen. Ich habe es so eingerichtet, dass ich mir für jedes Team mindestens einmal jährlich besonders Zeit nehme. Auch die Kommunikation ist eine nicht zu unterschätzende Aufgabe: Weil ja alle Informationen über den Chat laufen, ist es manchmal schwierig, das richtige Mass zu finden – die Engagierten mit Nachrichten nicht zu überfrachten, aber trotzdem alles Wichtige zu kommunizieren und auch auf die Chat-Hygiene zu achten.

    Die Freiwilligen machen die Arbeit, weil es ihnen persönlich wichtig ist. Gibt es dennoch vonseiten des Zentrums so etwas wie eine Entschädigung oder Belohnung für ihren Einsatz?
    Die grösste Belohnung ist sicher der persönliche Zugang zu den Tieren. Dann haben sie während ihres Einsatzes Anspruch auf einen Kaffee und einen Snack als kleine Entschädigung. Daneben findet einmal jährlich unser grosses Engagiertenfest statt, zu dem alle Freiwilligen eingeladen werden. Schliesslich haben wir Teamabende eingeführt, an denen wir uns gemeinsam mit betrieblichen Themen beschäftigen, wie z.B. mit der Tiergesundheit. Hier besteht auch die Möglichkeit, sich kennenzulernen, eigene Ideen einzubringen und sich über die Arbeit auszutauschen. Und wir bieten von Zeit zu Zeit Weiterbildungskurse an, die für die Arbeit auf dem Hof hilfreich sind. Vor Kurzem hatten wir beispielsweise Besuch von einer Hundetrainerin, die uns Tipps gegeben hat, wie wir uns mit den Ziegen im Umgang mit Hunden zu verhalten haben. Schliesslich: Falls jemand für einen Job eine Bestätigung über sein Engagement hier benötigt, geben wir dies natürlich gerne.

    Zu guter Letzt – wo findet man so viele Leute, die sich so intensiv engagieren wollen?
    Wir inserieren regelmässig bei benevol Schweiz, der Vermittlungsplattform für Freiwilligenarbeit, und platzieren immer einen Aushang draussen beim «Wipkihof», in dem wir nach Freiwilligen suchen. Auch via Website kann man sich melden. Ich muss sagen, seit Corona haben die Anfragen von Menschen, die sich engagieren wollen, deutlich nachgelassen. Glücklicherweise konnten wir bis jetzt immer alle Dienste abdecken – es ist jedoch jede*r herzlich willkommen, die oder der mit zu unserem Team gehören möchte. Die Arbeit mit Tieren ist bereichernd und für alle ein tolles Erlebnis.

    Eingesandt vom Gemeinschaftszentrum Wipkingen

  • Ein Verein mit Herz

    Ein Verein mit Herz

    Jubel herrscht auf dem Hardhof, Gross und Klein haben mitgefiebert und angefeuert die letzten 75 Minuten – es hat sich gelohnt, die D-Juniorinnen haben den Match gegen «FC Blue Stars Zürich Frauen 1968» mit 7:1 gewonnen und wurden Gruppensieger in ihrer Kategorie. Ein schönes Erfolgserlebnis für das Team und den SC Wipkingen (SCW).

    Der Fussballverein ist mit voller Motivation und Elan unterwegs. Er hat sich neu aufgestellt und ist mit frisch gewählten Vorstandsmitgliedern in die neue Saison gestartet. Neben der sportlichen Ambition stehen für den 1919 gegründeten Verein und seine über 450 Mitglieder vor allem soziale Aspekte im Vordergrund.

    Zum einen möchte der Verein vor allem Kindern und jungen Erwachsenen eine Möglichkeit geben, Mannschaftssport zu betreiben, Freundschaften aufzubauen und bei Vereinsanlässen am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen. Zum anderen möchte er ebenso dem Quartier verbunden bleiben.

    Starke Beziehung zum Quartier

    «Wir fühlen uns hier sehr verankert mit unserer langen Geschichte und möchten auch in Zukunft gerne mit dem Quartier zusammenarbeiten», betont Sven Guggenheim, seit Anfang 2023 offizieller Co-Vize-Präsident, zusammen mit Ralph Schiess. So sei es selbstverständlich, dass Vereinsanlässe in Wipkinger Einrichtungen durchgeführt werden, die Generalversammlung im Herbst beispielsweise im örtlichen Altersheim, der Neujahrsapéro und die Vorstandssitzungen im lokalen Gastrobetrieb. «Aus dem Quartier, für das Quartier eben», wie es Sven Guggenheim auf den Punkt bringt.

    Steigende Mitgliederzahlen

    Die Beliebtheit des Fussballvereins hat sich herumgesprochen: So steigen die Mitgliederzahlen kontinuierlich, insbesondere bei den jungen Quartierbewohnerinnen: Waren es vor gut 20 Jahren erst 17 lizenzierte Spieler, zählt der Verein heute 335 Spielerinnen mit einer Lizenz in insgesamt 20 Teams, 15 davon im Nachwuchs, und über 30 Trainerinnen, die meisten davon sind aus den eigenen Reihen rekrutiert worden – was viel wert ist, beklagen doch viele Fussballvereine schon seit Längerem einen akuten Trainermangel.

    Bei allem Wachstum herrsche nach wie vor eine sehr familiäre Stimmung, wie von den Mitgliedern zu hören ist. «Unsere Philosophie ist ‹Über Spass und Zusammenhalt kommt der Erfolg›, und wir möchten mit Herz und ohne Starallüren daherkommen», so Sven Guggenheim. Inzwischen gibt es sogar Wartelisten für gewisse Positionen und bei den jüngeren Juniorinnen.

    «Es gibt aber auf jeden Fall Mannschaften, wo es noch Platz hat und wir nehmen immer wieder Kinder auf, man kann sich jederzeit bewerben. Wipkinger*innen werden grundsätzlich bevorzugt», sagt der Co-Vize-Präsident. Für die kommende Saison werden noch Leibchen-Sponsoren gesucht. Wer sich angesprochen fühlt, kann sich direkt beim SCW melden.

  • «Röschi 79» ist bald bezugsbereit

    «Röschi 79» ist bald bezugsbereit

    Man hat sich schon fast an das Bild gewöhnt: Seit gut zwei Jahren wird direkt am Rö-schibachplatz, hinter den mit lokaler Kunst verzierten Wänden, gebaut (die «Wipkinger Zeitung» berichtete). In dem Grossprojekt, das von Concept Architekten AG im Auftrag einer privaten Bauherrschaft durchgeführt wird, wurde das ursprüngliche, fast 100-jährige Gebäude abgerissen und seither wird es durch einen Neubau namens «Röschi 79» ersetzt.

    Anfang Mai feierte der Neubau nun Richtfest. Und ab dem 1. August können die ersten Mieter*innen einziehen: Die Gewerberäume stehen dann für den eigenen Innenausbau zur Verfügung. Nach Auskunft von Luc Gigaud der Zelos Verwaltung GmbH sind drei der vier Gewerberäumlichkeiten bereits vermietet, für den grössten Geschäftsraum seien noch Verhandlungen mit mehreren Interessenten zugange.

    Bei der Auswahl seien, so Gigaud, lokales Gewerbe oder zumindest ortsansässige Personen berücksichtigt worden, der Fokus habe auf dem Mehrwert fürs Quartier gelegen. Einziehen wird nun ein Coiffeurgeschäft, die Gelateria di Berna zusammen mit dem ViCafé sowie das lokale Ladencafé Chez Nous, ein kleines Detailhandelsgeschäft mit Bistro, das bereits im Altbau als Pop-up startete.

    Grosses Interesse

    Auch die 23 Wohnungen in der Grösse zwischen zweieinhalb und viereinhalb Zimmern sind bereits vergeben. Hier wird der Erstbezug ab Ende Oktober möglich sein. Das Interesse sei sehr gross gewesen, die Anmeldefunktion auf der Website habe innerhalb von drei Wochen deaktiviert werden müssen, weil sich bis dahin bereits über 400 Interessent*innen angemeldet hätten, berichtet Gigaud.

    Die grossen Wohnungen seien ausschliesslich Familien vorbehalten und auch die Dreizimmerwohnungen würden nur an mindestens zwei Personen oder Familien vermietet, so Gigaud weiter. Konkrete Angaben zu den Mietpreisen macht die Verwaltung nicht, erklärt jedoch gegenüber der «Wipkinger Zeitung»: «Unter Berücksichtigung des Ausbaustandards und der Materialisierung erachten wir die Mieten als sehr fair, vor allem wenn man die Wohnungen mit gleichwertigen Objekten in der Stadt Zürich und der Agglomeration vergleicht.»

    Gigaud erwähnt abschliessend, dass man sich freue, dass trotz den diversen und erschwerenden Bedingungen das Projekt ein Erfolg geworden sei und nun bald Leben ins Haus komme.

     

  • «Komme ich in dieses Haus, werde ich ganz ruhig»

    «Komme ich in dieses Haus, werde ich ganz ruhig»

    Von Lukas Kistler

    Vielen Höngger*innen dürfte das Wohnhaus an der Limmattalstrasse 9 bekannt sein: Seine Aussenmauer aus Bruchsteinen hebt es deutlich von der Umgebung ab, auch wegen deren ungewöhnlicher Farbe, ein helles Bordeauxrot. Sein stimmiger Name: «Roter Ackerstein». Während Tobias Herold den Kinderwagen, in dem seine jüngste Tochter schläft, in den Garten schiebt, prüft Max Dell’Ava mit einem der portugiesischen Bauarbeiter die Schalung für die Treppe, die vom Keller zum Garten hinaufführen wird. Herold vertritt die Bauherrschaft und Dell’Ava, Mitinhaber des DAX Atelier für Architektur, plant den Umbau. Beide führen den Schreibenden durch Haus und Garten.

    Vom rötlichen Stein der Aussenmauer, einem Sernifit, kennt Tobias Herold die Geschichte, wie sie in der Hauschronik festgehalten ist: «Escher vom Luchs kaufte einem Bauern den Stein ab, der unweit des heutigen Wärmebads Käferberg auf dessen Acker lag.» Diesen Ackerstein hatte der Linthgletscher in der letzten Eiszeit aus dem Glarner Sernftal nach Zürich transportiert und bei seinem Rückzug als Findling zurückgelassen.

    Das ehrwürdige Wohnhaus wird etappenweise umgebaut, zwei je fünfköpfige Familien werden es dereinst bewohnen. Ein solcher Umbau verlangt Fingerspitzengefühl, denn es gibt viel wertvolle historische Substanz. Der «Rothe Ackerstein» ist ein bedeutendes Gebäude in Höngg, blickt es doch auf knapp 350 Jahre zurück. Es gilt als ältestes Landgut von Zürcher Stadtbürgern in Höngg. Ein solcher, Junker Marx Escher vom Luchs, liess es 1674 bauen. Das Stadtzürcher Geschlecht Escher vom Luchs stellte in der alten Eidgenossenschaft zahlreiche Land- und Obervögte und zählte bis ins 19. Jahrhundert zu den führenden Zürcher Familien.

    Schützenswerter Garten

    Mitten im verwilderten Garten steht eine mächtige Eibe, Holunderblüten verströmen ihren Duft, es gibt Teiche und Schwertlilien. Da der Garten im kommunalen Inventar der schützenswerten Gärten und Anlagen eingetragen ist, darf hier nicht neu gebaut werden. Am Dach und an den Aussenmauern sind die Arbeiten bereits abgeschlossen. Rebe und Kiwi ranken am gusseisernen Geländer der Terrasse, die 1890 angebaut wurde.

    Unter einer Plane sind dort Wandtäfer, Bodendielen und Türen gestapelt. Diese Bauteile werden wieder eingebaut. Allerdings, präzisiert Max Dell’Ava, nicht zwingend dort, wo sie ursprünglich verbaut waren. «Wir wollen keinen hypothetischen Urzustand rekonstruieren, sondern entscheiden von Raum zu Raum, welche Ausstattung wir behalten. Entscheidend ist dabei die Qualität der Bauteile», sagt der Architekt.

    Auf unserem Rundgang im Gebäudeinnern treffen wir wieder auf solche Stapel, die diesen differenzierten Recycling-Ansatz spiegeln. Dasselbe gilt etwa für die Haufen geschmiedeter Nägel, die rund 350 Jahre unversehrt überstanden haben. Und auch für den Kachelofen aus den 1730er-Jahren, den der Hafner derzeit instand stellt und mit dem wieder geheizt werden soll.

    Überraschung im Obergeschoss

    Wir steigen ins Obergeschoss hoch, balancieren dort auf den Bodenbalken. Die Bodendielen wurden entfernt, allein die Balken sind belastbar. Auch die quer laufenden Deckenbalken sind freigelegt, von der später ergänzten Gipsdecke sind noch Muster vorhanden. Und zwischen den Balken schlingen sich Pflanzengirlanden. «Escher vom Luchs steckte sein Geld vermutlich in die Malerei», kommentiert Dell’Ava.

    Im Raum daneben ist die Malerei noch raffinierter: Hasen, Bär, Löwe und weitere Tiere tummeln sich zwischen den Balken. «Zustand und Qualität der Grisaille-Malerei sind einzigartig», sagt der Architekt. Wie es sich wohl leben lässt, in diesen Räumen mit solch kostbarer Ausstattung? «Komme ich in dieses Haus, werde ich ganz ruhig», meint Tobias Herold. Na klar, möchte man meinen: Diese Mauern haben schon manchem Sturm getrotzt.

  • Mehr als nur eine Sitzgelegenheit

    Mehr als nur eine Sitzgelegenheit

    «Ich finde die Stühle cool und sehr bequem», so der zehnjährige Yusuf, der statt an der Bushaltestelle einfach in einem der «Fliegenden Stühle» unterhalb der Station Lägernstrasse auf den 32er-Bus wartet. So wie er nehmen jeden Tag immer wieder Passantnnen Platz auf den vier neuen Liegestühlen. Doch was hat es eigentlich auf sich mit dem merkwürdigen Konstrukt aus Stoff, Holz und Metall?

    «Die Stühle sollen mehr als nur eine Sitzgelegenheit sein, sie sollen den öffentlichen Raum aufwerten, zum Innehalten einladen und neue Begegnungen ermöglichen», erläutert Stefanie Pfändler vom Verein Cala den Gedanken dahinter. Das Projekt ist aus der «Quartieridee Wipkingen» entstanden: Hier im Quartier testete die Stadt Zürich in den Jahren 2020 und 2021 eine Art «partizipatives Budget» auf Quartierebene, das später auf die ganze Stadt ausgeweitet wurde.

    Alle Wipkinger*innen konnten dazumal eine Idee eingeben, über die nach einer Machbarkeitsüberprüfung anschliessend im Quartier abgestimmt wurde. Das Stuhlprojekt war eine der Ideen, die das Rennen machte und mit 10 000 Franken umgesetzt werden konnte. Zu den «Fliegenden Stühlen» gehört noch eine zweite Sitzkonstruktion, die allerdings anders daherkommt: An der Ecke Lehen- und Wunderlistrasse steht ein Holzkomplex, der als eine Art Tribüne gestaltet ist, die als Pflanzentopf, Bücherschrank oder Sitzplatz genutzt werden kann.

    Ein offenes Ohr für Kritik

    Doch kommen die neuen Sitzgelegenheiten bei allen an? Schliesslich war am Standort Lägernstrasse zwischenzeitlich ein Schild zu lesen mit der Aufschrift «Wir wollen unser Bänkli zurück!». Tatsächlich hätten ältere Anwohner moniert, dass sie aus den tiefliegenden Stühlen nicht wieder aufstehen könnten.

    «Das hatten wir gar nicht bedacht, ein klassischer Fehler, wenn man nur durch die eigene Brille guckt», räumt Stefanie Pfändler ein. Sie hätte sich darum gekümmert, dass wieder eine Bank aufgestellt wird.

    Mit vereinten Kräften

    Das Projekt am zweiten Standort dagegen scheint gemäss befragten Anwohnern sofort gut angenommen worden zu sein. «Es hat sich zu einem regelrechten Treffpunkt entwickelt, die Leute pflegen die Pflanzen, treffen sich zum Apéro und fühlen sich verantwortlich, dass der Platz schön bleibt», betont Stefanie Pfändler.

    Während die «Tribüne» von einem befreundeten Architekten in Freiwilligenarbeit gebaut wurde, wurden die «Liegestühle» von ETH-Studierenden entworfen. «Das Projekt zeigt, wie viele Ressourcen auf Quartierebene mobilisiert werden können», so Stefanie Pfändler.

    Die Holzverarbeitung durfte der Verein in der Werkstatt des GZ Buchegg machen, gelagert und zusammengeschraubt wurden die Teile in der Kirche Wipkingen, die vom Klimastreik genutzt wird. Auch spontan kamen Leute aus dem Quartier beim Bau zu Hilfe. «Es ist schön zu sehen, wie sich ein Quartier ganz unkompliziert vernetzen kann und regelrechte Quartierpower zustande kam», sagt Stefanie Pfändler.

    Wenn die Wipkinger*innen möchten, können sie die Treffpunkte für die nächsten drei Jahre auch für Anlässe nutzen – so lange ist das Projekt angelegt. Der Verein Cala kümmert sich um die Bewilligung. Denkbar sind beispielsweise ein kleines Konzert, ein Kinderflohmarkt oder ein Quartier-Apéro. Für den Transport der Utensilien stellt der Verein ein E-Lastenvelo zur Verfügung.

  • In Bildern versinken

    In Bildern versinken

    Der Blick schweift in die Ferne, in eine Landschaft irgendwo im Norden – vielleicht. Da ist ein See, ruhig und flach, ganz im Gegensatz zu den Hügeln und Bergen, die sich in Wellen zum Horizont ziehen. Es handelt sich um eines der Bilder des Höngger Malers Louis Lang, welches seit Mitte Juni in der Residenz im Brühl zu entdecken ist.

    Die Ausstellung erinnert an den Künstler, der im Dezember 2016 verstarb. Seine Ehefrau Franziska Lang-Schmid kümmert sich seither um das künstlerische Erbe, und sie war es auch, die an der Vernissage die zahlreichen Gäste begrüsste.

    Für die musikalische Unterhaltung sorgte der Jazz Circle Höngg – das kommt nicht von ungefähr: Louis Lang war ein grosser Musikliebhaber und amtete einst als Vorstandsmitglied im Höngger Jazzverein. Doch bevor sich die Kunstinteressierten den Werken bei einem Glas Wein widmen konnten, hielt Franziska Lang-Schmid eine kurze Ansprache und hob die Stille hervor, die manche der rund 30 Bilder ausstrahlen, welche noch bis Ende September die Wände im grosszügigen Eingangsbereich der Altersresidenz schmücken (die «Höngger Zeitung» berichtete). Weiter bedankte sie sich bei der Residenz Im Brühl und deren Leiter Beat Schmid für die Möglichkeit der Ausstellung.

    Für den guten Zweck

    Die Bilder – sowie weitere, die in einem Katalog zu sehen sind – können auch erstanden werden: Die Preise sind fair und der Nettoerlös geht an «Médecins Sans Frontieres» (MSF). Die Hilfsorganisation leistet dort medizinische Hilfe, wo Menschenleben bedroht sind. Sei es durch Naturkatastrophen, bewaffnet Konflikte oder Epidemien.

    Nach einer Zugabe des Jazz Circles mit «When The Saints Go Marching In» strömten die Gäste aus, um die Werke von Louis Lang zu erleben. «Die Vielfalt seiner Sujets ist Ausdruck einer reichen, lebendigen Seele», schrieb Franziska Lang-Schmid bereits in der Einladung.

    Das eingangs erwähnte Bild, das träumerisch in die Ferne schweift, kontrastiert mit farbenfrohen Blumensujets. Ein weiteres Stillleben ist gänzlich in tiefdunklem Blau gehalten, während ein anderes Werk etwas kontrovers aufgenommen wurde: Es zeigt die Szene einer Bar, in deren Mitte sich eine Dame – das Vorbild dürfte Marilyn Monroe gewesen sein – in der Pose eines Models präsentiert. So oder so, die Betrachtenden versanken in den Bildern.

    Es war eine lebhafte Vernissage sowie ein Zusammentreffen von ehemaligen Weggefährt*innen, die sich liebevoll an Louis Lang erinnerten.

    Ausstellung: Erinnerungen an den Höngger Maler Louis Lang

    Bis 30. September, täglich, 10 – 20 Uhr in der Residenz Im Brühl,
    Kappenbühlweg 11.

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