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  • «Mir ist es wichtig, Brücken zu schlagen»

    «Mir ist es wichtig, Brücken zu schlagen»

    Ich bin vor 60 Jahren in Zürich geboren, doch die erste Hälfte meines Lebens habe ich kaum in Zürich verbracht. So richtig in der Schweiz wohnhaft bin ich erst seit etwas weniger als 30 Jahren. Aber von Anfang an: Mein Vater ist von Beruf Physiker und hatte vor meiner Geburt gerade sein Studium abgeschlossen. Nun standen für ihn Forschung und Stellensuche an, weswegen wir, als ich gerade anderthalb Jahre alt war, in die USA auswanderten, wo mein Vater seinen Postdoc absolvierte.

    Vier Jahre später ging es zurück nach Europa: Wir machten Station in Cassis in Südfrankreich, bevor wir ein Jahr später nach West-Berlin weiterzogen. Ich habe diese Kindheitsjahre sehr positiv in Erinnerung und weiss es zu schätzen, durch das viele Reisen die Möglichkeit gehabt zu haben, verschiedenste Sprachen zu lernen.

    Leider zerbrach unsere Familie in Berlin: Meine Mutter verliess die Hausgemeinschaft und zog mit ihrem neuen Partner zusammen. Mich belastete die mangelnde Kommunikation in der Familie sehr, ich sehnte mich danach, mit Menschen zusammenleben, die eine wirkliche Gemeinschaft bilden.

    Radikal denkend

    Im Berlin der frühen 1980er-Jahre herrschte Aufbruchsstimmung, die Hausbesetzerszene war sehr aktiv. Auch ich wollte etwas bewegen. Deshalb zog ich im Alter von nur 15 Jahren aus und besetzte gemeinsam mit Bekannten ein eigenes Haus. Meine Schulbildung brach ich einige Monate vor Abschluss der mittleren Reife ab – ich hatte damals das Gefühl, in der Schule nicht wirklich die wichtigen Dinge zu lernen. Meine Familie versuchte zwar, mich von einer abgeschlossenen Schulbildung zu überzeugen, doch ich war eine radikal denkende Jugendliche, die ohne Rücksicht auf eigene Verluste handelte.

    Die Zeit in Kommune und politischer Jugendbewegung war intensiv und eindrücklich, aber nach rund einem Jahr merkte ich, dass weder dieses Leben noch dieser Weg für mich ist. Mit Tagen ohne Rhythmus und ständiger Überreizung verlor ich das Gefühl für mich selbst und begann an mir zu zweifeln. Ich beschloss, die Stadt zu verlassen, um Boden unter den Füssen zu finden.

    Viel später fand ich schliesslich heraus, dass ich eine Person bin, die aus sich heraus kaum Routine entwickelt und gleichzeitig sehr sensibel auf Umgebungsreize reagiert. Die «Flucht» aus dem geteilten Zentrum der Grossstadt Berlin war ein wichtiger Schritt in meinem Leben. Auf der Suche nach Wald und Einfachheit sowie nach meinen Schweizer Wurzeln gelangte ich über einen Kontakt meiner Mutter an einen biodynamisch geführten Bauernhof im Unterengadin, wo ich arbeiten und leben konnte. Ein Jahr lang verbrachte ich täglich viele Stunden im Stall, was für mich sehr heilsam war.

    Heilen lernen

    Nach weiteren zwei Jahren auf Biobauernhöfen, ich war inzwischen 19 Jahre alt, wurde mir das Landleben aber zu einsam. So näherte ich mich doch wieder einer Stadt: In Zürich war ich in verschiedenen Jobs tätig, etwa als Verkäuferin im Bioladen oder als Köchin im Frauenzentrum. Gleichzeitig suchte ich nach einem Beruf, etwas Sozialem, mit dem ich auch meine Leidenschaft fürs Heilen kombinieren konnte. Die technische Herangehensweise der Schulmedizin war jedoch nicht meins, das merkte ich deutlich.

    Über die Selbstverteidigung, die ich in Wendo-Kursen für Frauen kennenlernte, begann ich mich mit asiatischer Kampfkunst zu beschäftigen und sie nach Erlangung des schwarzen Gurtes selbst zu unterrichten. Dabei entdeckte ich die östliche Philosophie, deren Ernährungslehre und Zugang zum Heilen. Allein die Ernährungslehre hat mir sehr geholfen: Seit meiner Jugend hatte ich Probleme mit der Ernährung gehabt und eine Magersucht überlebt, konnte jedoch erst mit der makrobiotischen und der «5-Elemente»-Lehre der Ernährung ein positives Verhältnis zum Essen wiederfinden.

    Die chinesische Medizin habe ich dann bei einem Aufenthalt in San Francisco Ende der 1980er-Jahre kennengelernt. Dort hatte ich die Gelegenheit, bei einer niedergelassenen TCM-Ärztin mitzuhelfen. Es war die Hochphase von Aids. Sie behandelte und begleitete ihre zum Teil schwer erkrankten Patienten mit Akupunktur, Arzneipflanzenrezepturen und viel Zuwendung. Ich merkte, dass diese Methoden nicht alles heilen, aber viel Leiden lindern können. Deswegen suchte und fand ich, zurück in der Schweiz, eine Ausbildungsmöglichkeit in Traditioneller Chinesischer Medizin. Drei Jahre lang ging die Ausbildung, nach deren Abschluss unser Lehrer uns ein sechswöchiges Praktikum in China in Aussicht stellte.

    Im fernen Osten

    Und so geschah es: 1995 schloss ich die Schule ab und reiste mit der Transsibirischen Eisenbahn nach China. Eine Woche war ich unterwegs – und als der Zug nach der Durchquerung der mongolischen Steppe chinesisches Gebiet erreichte, mit den Bergen und der Terrassen-Agrarwirtschaft, hatte ich das Gefühl, nach Hause zu kommen.

    Nach sechs Wochen Ausbildung blieb ich in Chengdu. In den nächsten drei Jahren lebte ich hier, war im Spital tätig und lernte Chinesisch. Auch privat tat sich einiges: Ich lernte meinen Partner kennen, 1997 gebar ich unseren Sohn Manuel. Als kleine Familie kamen wir 1998 nach Zürich und fanden 1999 unsere erste Wohnung in Höngg.

    Seit meiner Rückkehr aus China betreibe ich in Zürich eine Praxis für Traditionelle Chinesische Medizin. Ich verstehe meine Arbeit als integrative Medizin – mir ist es wichtig, Brücken zu schlagen zwischen der Schulmedizin und der chinesischen Herangehensweise. Das Studium der Sinologie, das ich hier in Zürich nach Abschluss der Erwachsenenmatur absolvierte, hilft mir dabei.


    Im Garten. (Foto: zvg.)

    Vor zehn Jahren erhielt ich die Gelegenheit, einen öffentlichen Kräutergarten der TCM an der ZHAW in Wädenswil mitaufzubauen. Dort wachsen inzwischen 130 der am meisten gebrauchten Arzneipflanzen. Ich liebe Pflanzen, gehe sprichwörtlich gerne bis an die Wurzeln. Für mich ist es wichtig, eine Beziehung zu den Pflanzen zu haben, die ich als Arzneikräuter verwende. So kann ich auch ihre Wirkung besser verstehen.


    Nina Zhao-Seiler organisiert Kräuterreisen nach China. (Foto: zvg.)

    Um die Arzneipflanzenkultur auch anderen zugänglich zu machen, habe ich 2003 begonnen, Kräuterreisen nach China zu organisieren. Die nächste Reise ist noch in diesem Jahr geplant.

    Aufgezeichnet von Dagmar Schräder

  • In der Stadt sind nur noch Niederflur-Trams im Einsatz

    In der Stadt sind nur noch Niederflur-Trams im Einsatz

    Die Verkehrsbetriebe Zürich (VBZ) haben laut einer Medienmitteilung ihre letzten Hochflur-Trams der Generation Tram 2000 in den Ruhestand geschickt. Seit Anfang März sind nur noch Niederflur-Trams der Fahrzeugtypen Flexity, Cobra und Tram 2000-Sänfte auf dem VBZ-Netz unterwegs.

    Das sei laut VBZ ein wichtiger Meilenstein für die Hindernisfreiheit. Rollstuhlfahrerinnen und Rollstuhlfahrer, Menschen mit Mobilitätseinschränkungen sowie Fahrgäste mit Kinderwagen oder Rollatoren können nun an ausgebauten Haltestellen selbständig in jedes Tram einsteigen.

    Personen im Rollstuhl benutzen am besten die 3. Türe von vorne. Dort hat es Plätze für Rollstühle und eine blaue Rollstuhl-Taste (siehe Box unten).

    Rollstuhlsymbol auf digitalen Informationstafeln entfällt

    Mit der Verabschiedung der letzten Hochflur-Trams verschwindet auch das Rollstuhlsymbol, welches bisher auf den digitalen Informationstafeln an den Haltestellen angezeigt wurde, da es nicht mehr notwendig ist.

    Für die Fahrgäste der VBZ bringt die vollständige Umstellung auf Niederflur-Trams einen spürbaren Mehrwert: Der hindernisfreie Einstieg ist nun an ausgebauten Haltestellen bei jeder Fahrt gewährleistet. Das macht den öffentlichen Verkehr verlässlicher und ermöglicht ein entspannteres Reisen, so die VBZ.

    Quelle: Medienmitteilung VBZ

    Empfohlene Einstiegstüren der verschiedenen Tramtypen

    Flexity-Tram: Türnummer 3 für Rollstühle, Türnummer 7 für Kinderwagen

    Cobra-Tram: Türnummer 3 für Rollstühle, Türnummer 2 & 3 für Kinderwagen

    Tram 2000 (Sänfte): Türnummer 3 für Rollstühle, Türnummer 3 & 5 für Kinderwagen

  • Wo stelle ich mein Auto ab?

    Wo stelle ich mein Auto ab?

    Die Parkplätze – ein beliebtes Streitthema. Nicht nur bei Autofahrerinnen und -fahrern, sondern auch bei Velofahrenden und der Anwohnerschaft von Quartierstrassen wird oft und gerne über die Verfügbarkeit von Parkplätzen diskutiert.

    Quasi als Diskussionsgrundlage liefert die Stadt nun mit ihren neuesten statistischen Daten aktuelle Zahlen zu der Anzahl verfügbarer Parkplätze in der blauen und weissen Zone, erhältlich für jedes Quartier – inklusive der Veränderung über die letzten Jahre.

    Neudefinition von Parkplätzen

    Für den Kreis 10 ergibt sich hieraus die aktuelle Zahl von 2882 Parkplätzen in der blauen Zone, 1563 in Höngg und 1319 in Wipkingen. Im Jahr 2011, also vor rund 15 Jahren, waren es noch 1857 Parkplätze in Höngg, 1591 in Wipkingen gewesen.

    Bei den weissen Parkplätzen (kostenpflichtige öffentliche Parkplätze mit Parkuhr) ist die Zahl auf den ersten Blick dramatisch gesunken. So fanden sich 2025 im gesamten Kreis 10 noch 168 weisse Parkplätze, 67 in Höngg und 101 in Wipkingen.

    2011 dagegen wies Höngg noch 427, Wipkingen gar 439 weisse Parkplätze auf. Dieser Rückgang hat jedoch weniger mit dem Abbau von Parkmöglichkeiten, als mit einer Neudefinition der Parkplätze zu tun: Seit 2022 werden Plätze auf öffentlichem Grund abseits des Strassenraums (etwa bei Krankenhäusern, Sportanlagen oder Friedhöfen) nicht mehr dazugezählt.

    Motorisierungsgrad sinkt auch

    Doch die absolute Zahl der vorhandenen Parkplätze sagt alleine natürlich noch nicht viel aus – die Frage ist auch, wie viele Autos vorhanden sind, die dort abgestellt werden könnten. Auch hierzu liefert Statistik Zürich Anhaltspunkte.

    Wie der Tages Anzeiger in einem Artikel aus dem Jahr 2024 berichtet, wies Höngg damals eine Dichte von 300 Privatautos auf 1000 Einwohnenden auf – was innerhalb der Stadtquartiere übrigens Rang 3 der Quartiere mit der höchsten Autodichte bedeutete, direkt hinter Witikon und Fluntern.

    Im Vergleich zum Jahr 2002 ist die Anzahl der Autos pro 1000 Einwohner*innen jedoch in Höngg um 94 gesunken, was einen Rückgang von 23.8 Prozent bedeutet.

    Quelle: Statistik Stadt Zürich

  • Ein Sonntagvormittag bei den Spechten

    Ein Sonntagvormittag bei den Spechten

    Spechte sind nicht nur wegen ihres Aussehens und ihres Verhaltens faszinierende Vögel. Sie haben auch eine besonders enge Beziehung zu Bäumen und gelten als wichtige Zeiger für den ökologischen Zustand eines Waldes. Je mehr Spechtarten in einem Wald vorkommen, desto grösser ist in der Regel auch die Vielfalt anderer Vogelarten und Lebewesen.

    Einblicke in die Lebensweise der Vögel

    Während eines gemeinsamen Spaziergangs mit dem hiesigen Natur- und Vogelschutzverein besuchen die Teilnehmenden verschiedene Bäume mit Spechthöhlen und erhalten Einblicke in die Lebensweise dieser Vögel. Dabei wird auch besprochen, welche körperlichen Anpassungen den Spechten das Leben an Baumstämmen und in der Vertikalen ermöglichen.

    Apéro am Waldrand

    Unterwegs wird besonders auf die Stimmen der Spechte geachtet. Die Tiere kommunizieren auf unterschiedliche Weise miteinander: Sie trommeln, klopfen und rufen; bei einigen Arten kommt sogar eine Art Gesang vor. Zum Abschluss der Spurensuche sind die Teilnehmenden zu einem kleinen Apéro am Waldrand eingeladen. Die Leitung übernehmen Claudia Reusch, Verena Steinmann, Claudia Imfeld und Christian Sigrist.

    Der Naturspaziergang

    Sonntag, 22. März, 9–11 Uhr.
    Treffpunkt: Ecke Michelstrasse/Kappenbühlstrasse, Haltestelle Friedhof Hönggerberg, Bus 38.
    Offen für alle – ohne Voranmeldung.
    Die Veranstaltung findet bei jeder Witterung statt.
    Weitere Infos 

  • Frühlingserwachen im Stadtwald: So war der Waldputztag 2026

    Frühlingserwachen im Stadtwald: So war der Waldputztag 2026

    1710 Kinder aus 84 Klassen, über 200 Begleit- und Lehrpersonen, ein Ziel: den Wald von Müll befreien. Am vergangenen Mittwochmorgen war es soweit. Zwar lag über dem städtischen Frühlingswald ein grauer Schleier, doch die Kinder liessen sich davon nicht beirren.

    Mit Handschuhen und Abfallsäcken machten sie sich daran, den Wald von Abfall zu befreien. Auch am Käferberg und im Höngger Wald waren Gruppen unterwegs. Je voller die Säcke wurden, desto blauer wurde der Himmel.

    Was die Kinder zwischen Herbstlaub und Unterholz fanden, war wieder erstaunlich: ein altes Velo, ein Armband, ein Ring, ein Sack mit rostigen Bohrmaschinen, eine Sichel und eine Sammlung alter Bierdosen.

    1290 Kilogramm Abfall

    Neben Kuriositäten lag jedoch vor allem das «Übliche» im Wald: Metallteile, Plastikverpackungen, Flaschen, Dosen, Taschentücher und jede Menge mehr – insgesamt wurden 1290 Kilogramm Abfall gesammelt und fachgerecht entsorgt.

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    Skurrile Funde beim Waldputztag

    Auch die Natur liess sich entdecken und bestaunen: Die Schlüsselblumen und Buschwindröschen blühen schon an vielen Orten, der Bärlauch spriesst und das eine oder andere Waldtier liess sich blicken. Es wurde von Rehen und Eichhörnchen berichtet. Als besonderes Highlight wurden dieses Jahr zwei Feuersalamender in einem Bachtobel entdeckt.

    Quelle: Grün Stadt Zürich

  • Nachzählung im Kreis 12: EVP erreicht das 5%-Quorum nicht

    Nachzählung im Kreis 12: EVP erreicht das 5%-Quorum nicht

    Die Nachzählung vom 13. März 2026 für die Erneuerungswahl 2026 des Gemeinderats im Kreis 12 hat laut einer Medienmitteilung der Stadt bestätigt, dass die Evangelische Volkspartei (EVP, Liste 08) die 5%-Hürde für die Einsitznahme im Gemeinderat nicht erreicht.

    Bei der Nachzählung wurden sämtliche Wahlzettel aus dem Kreis 12 und deren Verarbeitung überprüft. Dabei wurden lediglich einzelne Übertragungsfehler beim Erfassen der handschriftlich veränderten Listen gefunden sowie ein in zwei Zeilen veränderter Wahlzettel unter den unveränderten.

    Keine Veränderung

    Nach Eingabe dieser minimalen Anpassungen wurde das Zürcher Zuteilungsverfahren erneut durchgeführt. Das Resultat ergibt jedoch keine Veränderungen an der bereits am 8. März ausgewiesenen Sitzverteilung im Gemeinderat und wird somit bestätigt.

    Die Resultate sind unter stadt-zuerich.ch/wahlen2026 bereinigt. Sie werden am Mittwoch, 25. März 2026, im städtischen Amtsblatt publiziert.

    Die Nachzählung fand im Stadthaus statt. Sie wurde mit Unterstützung von rund 30 erfahrenen Kreiswahlbüromitgliedern und unter Aufsicht der Stadtkanzlei und von Kreiswahlbüro-Vorständen aus anderen Wahlkreisen durchgeführt. Zwei Mitglieder der EVP waren vor Ort und hatten Gelegenheit, die Nachzählung mitzuverfolgen. 

    Quelle: Medienmitteilung Stadt Zürich

  • Wenn Bellos Behandlung zu teuer wird

    Wenn Bellos Behandlung zu teuer wird

    Die Problematik ist Tierhalterinnen und -halter bekannt: Das geliebte Haustier wird krank oder ein Unfall macht eine Behandlung notwendig. Zur Sorge um den tierischen Freund gesellt sich in solchen Fällen schnell eine weitere dazu: die finanzielle. Denn eine Operation in einer Tierklinik oder eine längere Behandlung beim Tierarzt verursacht oft Kosten von mehreren tausend Franken. Wer nicht vorausschauend kalkuliert hat, kann durchaus in eine finanzielle Bredouille geraten.

    Jüngst wurde in den Medien der Fall eines Katers geschildert, dessen Besitzerin sich vor dem Bezirksgericht Bülach verantworten musste. Ihr wurde Tierquälerei vorgeworfen, weil sie den Kater nach einer Erstbehandlung durch den Tierarzt aus Kostengründen zu Hause weiter gepflegt hat. Nach der Verschlechterung seines Zustands suchte die Tierhalterin offenbar den Tierarzt nicht mehr auf. Der Kater verstarb infolge seiner Erkrankung und die Tierarztpraxis zeigte die Besitzerin daraufhin an.

    Vom Gericht wurde sie schliesslich freigesprochen, weil ihr wohl nicht klar gewesen war, wie gravierend die Erkrankung ihres Katers gewesen war. So dramatisch enden muss es nicht immer, doch für viele Tierhalterinnen und -halter stellt sich im Verlauf einer Behandlung irgendwann die Frage, bis zu welchem Punkt es Sinn macht oder überhaupt möglich ist, die Behandlung zu finanzieren.

    Der «Höngger» hat bei Prof. Dr. med. vet. Jean-Michel Hatt, ärztlicher Direktor des Universitären Tierspitals Zürich, nachgefragt, wie oft eine solche Situation vorkommt und wie in solchen Fällen verfahren wird. Im geschilderten Fall hatte die Tierbesitzerin Probleme, die anstehenden Kosten zu bewältigen.

    Geschieht dies in der Praxis häufig?
    Jean-Michel Hatt: Es passiert zwar nicht häufig, kommt aber vor. In allen Tierarztpraxen, nicht nur bei uns am Tierspital, gibt es immer wieder schwierige Situationen, wenn es um Geld geht. Glücklicherweise sind sich die meisten Tierhaltenden aber bewusst, was es bedeutet, Verantwortung zu übernehmen und sind auch in der Lage, die Kosten zu bewältigen.

    Was passiert denn, wenn man für die Kosten der Behandlung nicht aufkommen kann?
    Das kommt immer sehr auf die Situation an. Man muss zum Beispiel bei einer anstehenden Behandlung differenzieren, wie notwendig und dringend sie ist.

    Ist es vielleicht möglich, die Behandlung zu verschieben, gibt es eventuell alternative Vorgehensweisen, die weniger kostspielig sind?
    Im geschilderten Fall wurde der Kater früher aus der tierärztlichen Pflege nach Hause entlassen. Für die Besitzerin ergibt sich daraus ein grösserer Pflegeaufwand, die Kosten sinken aber. Wenn eine Heilung nicht mehr möglich ist, kann auch die Entscheidung getroffen werden, auf den Eingriff ganz zu verzichten und stattdessen palliativ zu behandeln.

    Ist auch finanzielle Unterstützung möglich?
    Bei uns am Universitären Tierspital existiert die Möglichkeit, die Rechnung in Raten zu bezahlen. Vorstellbar ist auch, dass die Tierhaltenden darin unterstützt werden, Geld aufzutreiben, etwa durch ein Crowdfunding oder Ähnliches. Schliesslich ist es auch möglich, eine Verzichtserklärung für das Tier abzugeben. Dadurch geht das Tier in den Besitz eines Tierheims, einer anderen Institution oder einer Privatperson über.

    Angenommen, eine Katze wird angefahren und ins Tierspital gebracht. Wem sie gehört, ist nicht bekannt. Wie ist das Vorgehen in solchen Fällen?
    In solchen Notfällen sind die Besitzer*innen oft nicht ermittelbar, da die Tiere nicht gechipt sind. Das stellt uns Tierärzte zuweilen vor grosse Probleme. Zunächst haben wir den Auftrag, die Erstversorgung der Tiere durchzuführen, auch wenn nicht klar ist, ob später jemand dafür bezahlen wird. Das bedeutet, dass wir das Leiden der Tiere so gut wie möglich lindern, Schmerzmittel verabreichen, die tierischen Patienten soweit stabilisieren, dass entschieden werden kann, wie wir weiter verfahren. Dabei handeln wir nach internen Richtlinien, die festlegen, wie hoch die Kosten sein dürfen, die wir auf eigenes Risiko vom Tierspital her übernehmen. Sind die Besitzenden des Tieres nicht auffindbar, wird das Tier von uns gesund gepflegt und anschliessend vermittelt, in schweren Fällen muss das Tier zuweilen auch erlöst werden. Ist die Suche erfolgreich, können sich die Besitzenden, wie bereits erwähnt, dafür entscheiden, auf das Tier zu verzichten, wenn die Kosten nicht tragbar sind. Eine Euthanasie kommt auch dann nur in schweren Fällen infrage. Die Tierhaltenden haben eine rechtliche Verantwortung gegenüber ihrem Tier und müssen diese auch wahrnehmen.

    Wie sieht es aus mit Versicherungen für Haustiere, wird dieses Angebot von den Tierhaltenden wahrgenommen?
    Der Anteil versicherter Haustiere ist noch relativ gering, der Prozentsatz liegt bei Hunden und Katzen aktuell im tieferen zweistelligen Bereich. Die Tendenz ist allerdings steigend und wird in Zukunft sicherlich noch weiter zunehmen. Aus unserer Sicht ist eine solche Vorsorge mittels Versicherung sicher eine sinnvolle Investition. Alternativ gibt es die Möglichkeit, selber Geld für Eventualitäten auf die Seite zu legen, vielleicht jeden Monat einen gewissen Betrag auf einem Extrakonto zu deponieren. Auf jeden Fall ist es Teil einer verantwortungsvollen Tierhaltung, schon vor der Anschaffung eines Haustieres ein Budget zu erstellen, in dem auch Tierarztkosten enthalten sind.

  • Die Entwürfe für die ZVV-Fahrpläne 2027 und 2028 sind einsehbar

    Die Entwürfe für die ZVV-Fahrpläne 2027 und 2028 sind einsehbar

    Wie der Zürcher Verkehrsverbund (ZVV) in seiner Medienmitteilung vom 9. März erklärt, sind ab sofort die vom ZVV gemeinsam mit den Verkehrsunternehmen, den Gemeinden und der Regionalen Verkehrskonferenz entwickelten Fahrplanentwürfe für die Jahre 2027 und 2028 öffentlich einsehbar.

    Insgesamt, so die Medienmitteilung, werden rund 230 Massnahmen kommuniziert – für Tram-, Bus-, S-Bahn-, Bergbahn- und Schiffslinien. Wer sich dafür interessiert, kann auf der Webseite des ZVV die Fahrpläne aller Linien mit den geplanten Änderungen nachverfolgen.

    Pläne für den Kreis 10

    Für Höngger Fahrgäste sind nicht viele Änderungen zu erwarten: Bei den Bus- und Tramlinien, die in Höngg verkehren, sind nur die Buslinien 80 und 69 von einem Fahrplanwechsel betroffen.

    So wird die Linie 80 ab Dezember 2027 gekürzt und in Zukunft während der gesamten Betriebszeit nur noch bis Triemliplatz statt wie bisher zeitweise bis zum Triemlispital verkehren. Zwischen Triemliplatz und Triemlispital wird neu dafür die Linie 33 verkehren – und dies während der gesamten Betriebszeit. Per Dezember 2026 wird die Haltestelle Triemli zudem in Triemliplatz umbenannt.

    Schon ab September 2026 sind Änderungen beim Fahrplan des 69ers geplant: Er soll in Zukunft morgens zu den Stosszeiten in beide Richtungen im Fünf-Minuten-Takt zwischen Milchbuck-Waidspital und ETH Hönggerberg verkehren. Abends dagegen wird der Takt auf 7,5-Minuten ausgedehnt.

    Diese Änderung gilt ab dem Beginn des Herbstsemesters, mit Ausnahme der Semesterferien. Durch den neuen Fahrplan sollen künftig die bis anhin ausgeführten Verdichtungsfahrten zu Stosszeiten entfallen.

    Von Dietikon nach Rümlang

    Besonders viele Änderungen betreffen laut der Medienmitteilung das Busnetz im Glatttal. Insgesamt sind 26 Massnahmen vorgesehen. Mehrere Buslinien erhalten dort neue Linienführungen, damit die Region noch besser erreichbar wird. Hinzu kommen unter anderem Taktverdichtungen, Schritte zur Optimierung der Anschlussqualität sowie Anpassungen zur Erhöhung der Betriebsstabilität.

    Ein wichtiger Bestandteil der Angebotsentwicklung ist die neue Tangentiallinie zwischen Dietikon, Regensdorf und Rümlang. Die Linie 430 schafft eine Verbindung zwischen dem Limmattal, Furttal und Glattal. Sie ersetzt die bisherige Linie 795.

    Bis Ende März offen für Änderungswünsche

    Die Fahrpläne liegen vom 9. bis zum 29. März öffentlich auf und können auf der Webseite des ZVV direkt eingesehen werden. Es gibt auch die Möglichkeit, Änderungswünsche einzureichen: Diese müssen bis zum 30. März schriftlich bei der Wohngemeinde – und nicht beim ZVV – beantragt werden.

  • Ein Fest rund um das Wasser mitten in Wipkingen 

    Ein Fest rund um das Wasser mitten in Wipkingen 

    Wasser ist überall im Kanton Zürich – doch uns ist kaum bewusst, was wir diesem kostbaren Element alles verdanken. Mit dem Projekt #hallowasser unterstützt der Kanton Zürich Projekte und Angebote, die spielerisch und interaktiv dazu einladen, die Zürcher Gewässer zu erleben. Der internationale «Tag des Wassers» am Sonntag, 22. März, versammelt viele dieser Angebote an einem Ort.

    Zürcher Gewässer erleben – interaktiv und mit allen Sinnen

    Das Fest zum «Tag des Wassers» findet direkt an der Limmat beim GZ Wipkingen in Zürich statt. Das abwechslungsreiche Programm lädt dazu ein, das Wasser mit allen Sinnen zu erkunden und richtet sich neben Natur- und Kunstinteressierten insbesondere auch an Familien mit Kindern ab Kindergarten-/Schulalter. Es beginnt um 10:30 Uhr mit einer Klangperformance und geht weiter mit der zauberhaften Geschichte der einzigen Meerjungfrau im Zürichsee, Hörspaziergängen entlang der Limmat und einem Vortrag darüber, wie das Leben der Ozeane auch für uns als Binnenland bedeutsam ist.

    Parallel dazu finden von 11 bis 16 Uhr Erlebnisangebote statt, bei denen man die Zürcher Gewässer spielerisch und kreativ erkunden kann. Welche Tiere entdecken wir in der Limmat? Welche Farbe haben der Zürichsee, die Limmat, die Sihl? Wie sehen die Fische aus, die in unseren Gewässern leben? Wie fühlt es sich an, dank einer Virtual-Reality-Brille selbst Wasser zu sein? Welches Kompliment könnten wir der Limmat machen? Wie kunstvoll sind Algen? Ab 16 Uhr lockt ein mobiler geheizter Brunnen für ein erstes Bad im Freien – Badekleidung und Handtuch nicht vergessen!


    Kunstschaffende von der Zürcher Hochschule der Künste liessen sich vom Wasser inspirieren – Kuratorin Juliana Schneider nimmt uns mit auf einen Rundgang durch «Urban Waters». (Foto: zvg.)

    «Urban Waters» – Kunst zwischen Wasser und Stadt

    Der «Tag des Wassers» ist eingebettet in das Kunstfestival «Urban Waters», das die Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK) im Rahmen von #hallowasser realisiert. Kunstschaffende ZHdK liessen sich von der ökologischen, sozialen und kulturellen Bedeutung des Wassers in der Stadt inspirieren – ihre Werke sind von Mitte März bis Mitte April beim GZ Wipkingen zu sehen. Führungen mit der Kuratorin sind Teil des Programms am «Tag des Wassers».

    Tag des Wassers

    Sonntag, 22. März, ab 10.30 Uhr
    GZ Wipkingen,
    Breitensteinstrasse 19 a,
    8037 Zürich
    Weitere Informationen: www.hallowasser.ch/tagdeswassers

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    Ein Festival für das Wasser

  • «Höngg spielt chic»

    «Höngg spielt chic»

    Für die «Hönggermusik» ist das Konzert im Toni-Areal ein wichtiger Moment, denn die Musikerinnen und Musiker treten erstmals in ihren neuen Konzertanzügen auf. Diese konnten dank der grosszügigen Unterstützung zahlreicher Gönnerinnen und Gönner realisiert werden. Aber selbstverständlich steht die Musik im Mittelpunkt und das Publikum darf sich auf ein abwechslungsreiches Programm freuen: Von einem feierlichen Konzertmarsch über sinfonische Blasmusik bis hin zu bekannten Klängen aus der Popgeschichte ist alles dabei.

    Eine Hommage an Elgar

    Den Auftakt bildet der «Ceremonial March» von Jan Van der Roost, eine Hommage an Edward Elgar. Das Werk erinnert an dessen berühmtes «Pomp and Circumstance» und stimmt mit festlichen Klängen auf den Konzertabend ein. Anschliessend erklingt die Ouvertüre «The Hounds of Spring» von Alfred Reed. Inspiriert von einem Gedicht über junge Liebe wechseln sich darin ruhige, lyrische Passagen mit lebendigen und virtuosen Abschnitten ab. Ein besonderer Programmpunkt ist das eigens für das Eidgenössische Musikfest 2026 in Biel komponierte Stück «Metamorphosis» des Schweizer Komponisten Thomas Trachsel.

    Neue Deutsche Welle

    Mit «Sedona» von Steven Reineke folgen farbenreiche Klangbilder, inspiriert von den leuchtenden Felsenlandschaften der gleichnamigen Stadt in den USA. Danach präsentiert die «Hönggermusik» ihr Selbstwahlstück für das Eidgenössische Musikfest: «Egmont» von Bert Appermont. In vier eindrucksvollen Sätzen erzählt diese sinfonische Dichtung die tragische Geschichte des niederländischen Freiheitshelden.

    Zum Abschluss wird es nostalgisch: Mit «80er-KULT(tour)» von Thiemo Kraas lässt das Blasorchester fünf legendäre Hits der Neuen Deutschen Welle wieder aufleben.

    Das Konzert

    Samstag, 28. März, 20 Uhr, Türöffnung: 19 Uhr.
    Mit Konzertbar.
    Toni-Areal, Förrlibuckstrasse 109, 8005 Zürich.
    Weitere Informationen und Karten: www.hoenggermusik.ch