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  • Die Osterkerze in Guthirt – ein handgemachtes Unikat

    Die Osterkerze in Guthirt – ein handgemachtes Unikat

    Ein Beitrag der Pfarrei Guthirt, Wipkingen

    Derzeit kann man das Motiv der Osterkerze kaum mehr erkennen, so weit ist sie schon heruntergebrannt, wie die Pfarrei Guthirt berichtet. In der Osternachtfeier am 4. April wird sie feierlich durch eine neue ersetzt.

    In Guthirt verbinden sich damit gleich zwei schöne Traditionen: Zum einen kommt sie nicht aus dem Kerzenkatalog, sondern wird von einer Gruppe kreativer Frauen selbst gestaltet. Letztes Jahr war es ein Schiff, das auf lebhaften Wellen, mit dem Kreuz auf dem Segel unterwegs ist. Das Sujet der Osterkerze 2026 wird hier noch nicht verraten, in der Gruppe der Gestalterinnen ist die Vorfreude aber schon gross.

    Austausch der Kerzen

    Die zweite schöne Tradition, die sich mit der Osterkerze verbindet, ist die Tatsache, dass die Gruppe nebst der Kerze für die Kirche Guthirt (und einer für das Gesundheitszentrum für da Alter Käferberg) auch eine mit demselben Sujet für die reformierte Kirche Letten gestaltet.

    Im Gegenzug erhält Guthirt von dort eine ebenfalls handgemachte Kerze für die Krypta. So tragen beide nebst der Osterbotschaft von der Auferstehung Christi und ihren besonderen Sujets auch eine gelebte ökumenische Verbundenheit in die Welt.


    Die Osterkerzen der Kirche Letten. (Foto: zvg)
  • Dagmar schreibt: «Sharing is caring»

    Dagmar schreibt: «Sharing is caring»

    Bald ist Ostern. Was liegt da näher, als einen Frühlingstext zu verfassen? Etwas, das Hoffnung macht und das Herz erwärmt – irgendwas mit Natur, Blümchen und vor allem: Eiern? Wie es der Zufall so will, habe ich da doch glatt ein kleines Anekdötchen auf Lager. Denn meine Hennen, neben dem Hasen die Hauptprotagonistinnen in punkto Frühlingsfest, sind im Moment ausserordentlich fleissig. Das schöne Wetter und die angenehmen Temperaturen scheinen die Ladies zu motivieren, ihre Produktion so richtig anzukurbeln.

    Für mich ist deshalb jetzt schon ein wenig Ostern: Tagtäglich spaziere ich über meinen Hühnerhof und entdecke in immer wieder neuen Verstecken liebevoll drapierte Eier. Und weil ich meistens etwas im Stress bin, packe ich diese in der Regel in einen Karton und deponiere sie in meinem kleinen Häuschen, bis ich sie in aller Ruhe nach Hause transportieren kann. In jüngster Zeit aber geschehen merkwürdige Dinge auf dem Hof: Mehrmals bereits kam ich abends auf den Hof, um die Eier abzuholen, doch diese waren weit und breit nicht aufzufinden.

    Zu Beginn hielt ich mich für bescheuert und sah es als ein weiteres Symptom meines Alterungsprozesses. Doch dann kam der Abend, an dem ich einen frischen Tatort vorfand: Der Eierkarton lag auf dem Boden, zwei, drei angeknackste Eier waren noch vorhanden, daneben ein Haufen Schalen und Eiermatsche. Ein Dieb war hier am Werk gewesen! Mein erster Verdacht fiel auf die beiden Katzen, die dort ihr Domizil haben. Doch deren Interesse an vegetarischer Ernährung tendiert gegen Null. Vielleicht war einer der mich begleitenden Hunde in einem unbeobachteten Moment mit seiner dicken Nase ja rein «zufällig» an den Eierkarton geraten?

    Diese Variante erschien mir bedeutend wahrscheinlich, vor allem aufgrund der Tatsache, dass sich die Hunde mit Begeisterung auf die Eierpampe stürzten, sobald sie diese erblickten. Ich sah sie tadelnd an, sparte mir aber vorerst meine Moralpredigt. Im Zweifel für die Angeklagten. Das war eine gute Entscheidung. Denn am nächsten Abend wiederholte sich der Vorfall. Dieses Mal aber hatten die Hunde ein lupenreines Alibi, weil sie den Stall genauso nichtsahnend wie ich betraten. Da mussten also andere Mächte am Werk sein.

    Und siehe da, ein paar Tage später konnte ich den Übeltäter auf frischer Tat ertappen: Es war der Fuchs. Voll dreist schlich der sich da, noch bei Tageslicht, in mein Häuschen und bediente sich. Als ich mit den Hunden ankam, schaute er zwar ertappt, hatte es aber nicht besonders eilig, den Tatort zu verlassen. Gemütlich trottete er davon, eine Eierschale hing ihm noch aus dem Mundwinkel. Ganz schön unverschämt. Ich war verärgert, schliesslich wurde hier mein Besitz geschröpft.

    Dann aber revidierte ich meine Meinung: Eigentlich war es dem Fuchs hoch anzurechnen, dass er nicht mal den Versuch unternahm, sich an den Hennen zu vergreifen und sich stattdessen mit ihren Erzeugnissen begnügte. Wer weiss, vielleicht fühlt er sich bei mir ein wenig wie zuhause und akzeptiert die Hennen als Teil seines Reviers? Etwas menschlich gedacht, ich weiss. Aber das wäre doch eine wunderschön-versöhnliche Pointe: Osterfrieden über die Artgrenzen hinweg. Dafür bin ich gerne bereit, mit Reineke zu teilen.

  • Was tut sich im Begegnungsraum im BAZ?

    Was tut sich im Begegnungsraum im BAZ?

    Ein paar Zahlen vorweg: Im Jahr 2025 besuchten insgesamt 14 200 Personen die verschiedenen Angebote. Der offene Treffpunkt allein verzeichnete 10 500 Besuche. Die verschiedenen Aktivitäten ermöglichen Begegnungen zwischen Bewohnenden des Bundesasylzentrums und der städtischen Bevölkerung. Und Mitmachen wird grossgeschrieben: 2025 wurden über 1400 Freiwilligenstunden geleistet. In der Folge werden einige wichtige Angebote näher vorgestellt.

    Ein Begegnungsraum, der seinen Namen verdient

    Der Begegnungsraum fügt sich unauffällig in das Bundesasylzentrum ein. Ausgestattet mit direktem Zugang (von Gleisbogen und Pfingstweidstrasse her) heisst der liebevoll gestaltete Treff alle willkommen – Bewohnende des Bundesasylzentrums, die Quartierbevölkerung, zufällig vorbeilaufende oder gezielt neugierige Menschen. Gute Gespräche, ein spontanes Kartenspiel, kreative Aktivitäten – es gibt hier viele Möglichkeiten miteinander in Kontakt zu kommen.

    Es ist aber auch möglich, gemütlich innezuhalten und seinen eigenen Gedanken zu folgen. Die Kücheninfrastruktur samt Kaffeemaschine sowie Bastelutensilien, Spiele, Musikanlage, Piano und eine bequeme Sofaecke werden gut genutzt. Im Laufe der Jahre haben Tausende von Menschen diesen Raum besucht und teilweise, in Form von Zeichnungen, ihre Spuren hinterlassen.

    Mittlerweile ist der offene Treff jeden Tag mehrere Stunden geöffnet. Am Wochenende sorgen engagierte Freiwillige für den Betrieb. Unter der Woche führt das GZ-Team den Raum, unterstützt von interkulturellen Vermittlungspersonen. Der Ort hat sich über die Jahre auch im Quartier etabliert. Die Atmosphäre ist gemütlich, der Zutritt einfach und unkompliziert. Ein Besuch lohnt sich

    Der Aussenraum entwickelt endlich seinen eigenen Charme

    Lange Zeit war der Vorplatz des Begegnungsraumes kein einnehmender Platz. Das hat sich in der Zwischenzeit geändert. Dank verschiedenen Kooperationen, unter anderem mit AIA (Awareness in Art) und unter der aktiven Beteiligung von Bewohnenden des Bundesasylzentrums, wurde er gezielt aufgewertet. Verschiedene Sitzgelegenheiten, schattenspendende Sonnenschirme, farbliche Akzente und ein Hochbeet-Gemüsegarten geben nun ein gemütliches Gepräge und erhöhen die Aufenthaltsqualität.

    Aber damit ist noch nicht Schluss. Weiterhin finden Bauaktionen statt. Es werden Elemente geplant, umgesetzt und anschliessend auf Herz und Nieren geprüft, inklusive Probesitzen. Hier sind Ideen und geschickte Hände nach wie vor gefragt. Wer sich beteiligen will – das GZ-Team freut sich auf die Zusammenarbeit. Solche Aktivitäten sind ein wunderbarer Rahmen, um mit verschiedenen Menschen in Kontakt zu kommen und trotz Sprachbarrieren einen nicht alltäglichen Austausch zu erleben, im gemeinsamen Gestalten. Im Jahr 2026 wird der Aussenraum mit verschiedenen öffentlichen Anlässen belebt. Er soll verstärkt auch Quartierbewohnende ansprechen sowie Personen, die im Umfeld arbeiten oder studieren.

    Eingesandt von Erik Baggenstos & Karl Guyer

    Begegnungsraum BAZ

    Der Standort BAZ befindet sich im Bundesasylzentrum,
    gleich bei der Fussgängerbrücke Ecke Duttweilerstrasse 11/Pfingstweidstrasse.

    Offener Treff
    Montag, 14–17 Uhr
    Dienstag, 14–17 Uhr
    Mittwoch, 15–18 Uhr
    Donnerstag, 14–17 Uhr (WOMEN SPACE)
    Freitag, 15–18 Uhr
    Samstag, 19–21 Uhr
    Sonntag, 14–17 Uhr

    Alle Angebote werden auf der Website des GZ Wipkingen kommuniziert.

  • Eine Oase im Zentrum von Wipkingen steht unter Druck

    Eine Oase im Zentrum von Wipkingen steht unter Druck

    Ein Beitrag von Judith Stofer, Kantonsrätin AL

    Seit der Gründung des «Garte über de Gleis» habe ich an diesem schönen Ort gegärtnert und mich im Vorstand engagiert. Ich war zwar nie eine gute Gärtnerin. Kohlräbli, Blumenkohl, Broccoli, Tomaten, Rüebli und Radiesli fühlten sich in meiner Gartenkiste nie ganz wohl, das heisst, sie wollten einfach nie wachsen.

    Dies führte mich dazu, dass ich einfachere Sachen anpflanzte. Ich verlegte mich auf Blumen wie Lavendel, Tulpen, Osterglocken, Skabiosen, Verbene und Flockenblumen, welche auch viele Insekten, Bienen und Schmetterlinge entzückten. Zudem pflanzte ich einen Apfelbaum und Himbeeren.

    Schleichender Wandel


    Bei diesem Apfelbaum wurden mehrere Äste abgerissen. (Foto: zvg)

    Jahrelang ging es gut. Den Blumen gefiel es in der Kiste und der Apfelbaum und die Himbeeren sorgten für regelmässigen Beeren- und Apfelgenuss. Doch irgendwann kündigten sich schleichende Veränderungen an. Wurden zu Beginn noch ab und zu Gemüse, Beeren und Obst entwendet und liess sich der von den Besucher*innen, hauptsächlich von Jugendlichen, liegengebliebene Abfall einmal wöchentlich entsorgen, hat sich die Situation in den vergangenen zwei Jahren verschärft.

    Bäume zerstört

    Der Verpackungsabfall von den umliegenden Geschäften und Restaurants müsste täglich entsorgt werden. Dies auch, weil die aufgestellten Abfallkübel den Müll nicht mehr schlucken können und sich die Besitzerin des Platzes weigert, die Abfallkübel regelmässig zu leeren. Vielmehr hat sie einen Sicherheitsdienst engagiert, der abends seine Runden dreht und die Jugendlichen regelmässig vertreibt.

    Seither haben Vandalismus und Diebstahl zugenommen. Ob es einen Zusammenhang zwischen Sicherheitspatrouillen und zunehmender Zerstörung gibt, weiss ich nicht. Ich stelle aber fest, dass vermehrt Pflanzen ausgerissen, Gemüse geklaut und Äste von Bäumen abgebrochen, ja Bäume ganz zerstört werden.

    Das tut weh.

  • Haltestelle Michelstrasse wird hindernisfrei umgebaut

    Haltestelle Michelstrasse wird hindernisfrei umgebaut

    Laut einer aktuellen Planauflage des Tiefbauamts der Stadt Zürich sowie einer permanenten Verkehrsvorschrift soll die Haltestelle Michelstrasse der Buslinie 38 hindernisfrei umgebaut werden. Wie dem erläuternden Bericht zum Strassenbauprojekt zu entnehmen ist, entspricht die bestehende Bushaltestelle «in ihrer heutigen Ausgestaltung nicht den Anforderungen an eine hindernisfreie Nutzung des öffentlichen Verkehrs».

    Zur Sicherstellung der hindernisfreien Benutzbarkeit plant das Tiefbauamt der Stadt Zürich in Zusammenarbeit mit den Verkehrsbetrieben Zürich bauliche Anpassungen an den Haltekanten in beiden Fahrtrichtungen. Zudem soll die Einmündung Michelstrasse / Benedikt-Fontana-Weg kompakter gestaltet werden, um die Querungsdistanz für den Fussverkehr entlang der Michelstrasse zu reduzieren.

    Das sind die konkreten Pläne

    Laut der Auflage sind folgende Arbeiten und Änderungen vorgesehen: der hindernisfreie Ausbau der Haltestelle «Michelstrasse» der Buslinie 38, die Einengung der Fahrbahn im Bereich der Einmündung Michelstrasse / Benedikt-Fontana-Weg, die Anpassung der Haltestelleninfrastruktur, die Verschiebung der Baumrabatte inklusive Ersatzpflanzung von zwei Bäumen sowie die Aufhebung von drei Blaue-Zone-Parkplätzen. Vorgesehen ist zudem eine Entsiegelung zugunsten von Schotterrasen im Bereich der Wartehalle.

    Das Projekt ist – soweit ersichtlich – ausgesteckt beziehungsweise markiert. Die Planauflage dauert noch bis Montag, 27. April 2026.

    Quelle: Städtisches Amtsblatt / Planauflage

  • Passionsmusik an Gründonnerstag und Karfreitag in Höngg

    Passionsmusik an Gründonnerstag und Karfreitag in Höngg

    Das Oratorium von Heinrich von Herzogenberg besticht durch seine besondere Anlage: Die Gemeinde wird aktiv in das musikalische Geschehen einbezogen. Im Zentrum stehen die Chor- und Gemeindeteile, welche die entscheidenden Stationen der letzten Stunden Jesu Christi nachzeichnen.

    Die beiden Solisten sowie Chor und Ensemble gestalten dabei eindrucksvolle musikalische Momente – vom letzten Abendmahl über die Fusswaschung bis hin zur Kreuzigung und zum Tod Jesu Christi.

    Eine bedeutende Persönlichkeit

    Der österreichische Komponist von Herzogenberg wirkte im späten 19. Jahrhundert in Deutschland und hinterliess eine Vielzahl an Kirchenmusikstücken. Auch wenn sein Name heute weniger bekannt ist, war er in der deutschen klassischen Musik seiner Zeit eine bedeutende Persönlichkeit und lehrte unter anderem Komposition in Leipzig und Berlin.

    Kantor Igor Marinkovic, der diese Feier erstmals musikalisch leitet, führt den reformierten Kirchenchor Höngg gemeinsam mit dem Ad-hoc-Ensemble und den beiden Solisten Salvador Zuzuárregui (Tenor) und Thomas Hughes (Bass) durch ausgewählte Teile aus diesem Spätwerk.

    Gründonnerstag & Karfreitag

    Reformierte Kirche Höngg
    Gründonnerstag, 2. April, 20 Uhr: «Musik und Wort» mit Pfarrer Max Schäfer
    Karfreitag, 3. April, 10 Uhr: Gottesdienst mit Abendmahl (Wein und Traubensaft), mit Pfarrer Beat Gossauer sowie Teilwiederholung der Musik

  • Rekordbeteiligung bei den Gemeinderatswahlen– doch Unterschiede bleiben gross

    Rekordbeteiligung bei den Gemeinderatswahlen– doch Unterschiede bleiben gross

    Am 8. März 2026 fanden in der Stadt Zürich die Erneuerungswahlen des Gemeinde- und Stadtrats statt. Mit einer Wahlbeteiligung von 50,4 Prozent wurde laut einer Medienmitteilung der Stadt Zürich bei den Gemeinderatswahlen der höchste Wert seit 1978 erreicht.

    Die gleichzeitig stattfindenden und zum Teil stark polarisierenden nationalen Abstimmungen trugen wohl zur hohen Mobilisierung bei. In einer Analyse der Teilnehmenden wird die Beteiligung am Urnengang insgesamt untersucht. Dabei kann nicht unterschieden werden, ob sich die Teilnehmenden an den Erneuerungswahlen beteiligt haben oder ausschliesslich an den nationalen Abstimmungen.

    Grosse Unterschiede zwischen den Quartieren

    Trotz der hohen Gesamtbeteiligung am Urnengang bestehen weiterhin markante räumliche Unterschiede. Während in den Zürichberg-Quartieren wie Oberstrass (75,2 %) oder Fluntern (73,7 %) sehr hohe Werte erreicht wurden, lag die Beteiligung im Quartier Hirzenbach bei 44,4 Prozent.

    Der Unterschied zwischen den Quartieren in Schwamendingen und den Zürichberg-Quartieren beträgt rund 30 Prozentpunkte. Besonders stark stieg die Beteiligung in Quartieren mit zuvor tiefen Werten. So verzeichnete Lindenhof einen Zuwachs von 15,6 Prozentpunkten, gefolgt von Hard (+15,1), Enge (+14,8) und Wollishofen (+14,0).

    Junge und Erstwählende beteiligen sich häufiger

    Auffällig ist die überdurchschnittlich hohe Beteiligung junger Stimmberechtigter im Vergleich zum Urnengang vor vier Jahren. Insbesondere junge Frauen beteiligen sich häufiger als gleichaltrige Männer. Neu Eingebürgerte, volljährig Gewordene und Zugezogene sind Erstwählende in der Stadt Zürich. Alle Gruppen überschreiten erstmals die 50-Prozent-Marke, wobei neu Eingebürgerte mit 65,9 Prozent einen besonders hohen Wert erreichen.

    Einkommen und Alter sind entscheidend

    Alter sowie Einkommen bzw. Vermögen stehen in Zusammenhang mit der Beteiligung am Urnengang. Eine besonders hohe Beteiligung zeigt sich bei Personen, die sowohl älter sind als auch über ein höheres steuerbares Einkommen und Vermögen verfügen. Trotz der insgesamt gestiegenen Beteiligung bleibt die politische Teilhabe damit ungleich verteilt.

    Auswertung der eingereichten Einmalstimmrechtsausweise

    Die Analyse beruht auf den eingereichten Stimmrechtsausweisen. Diese werden getrennt von den Wahl- und Abstimmungsdokumenten erfasst und die gewonnenen Daten anonymisiert. Auf diese Art lässt sich bestimmen, wer am Urnengang teilgenommen hat, nicht aber, ob diese Personen an der Gemeinderats- oder Stadtratswahl oder an einer Abstimmung teilgenommen haben. Auch ist nicht ersichtlich, wen die Personen gewählt oder wie sie abgestimmt haben.

    Die Abstimmungen, welche am selben Sonntag stattfinden wie die Gemeinderatswahlen, haben daher einen Einfluss auf die Beteiligung am Urnengang. Beispielsweise mobilisierten die «Halbierungsinitiative» und die Abstimmung über die Individualbesteuerung, die am selben Tag wie die letzten Gemeinderatswahlen stattfanden, viele Personen.

    Die Beteiligung am Urnengang stellt den Prozentanteil der abgegebenen Stimmrechtsausweise an allen Stimmberechtigten dar.

    Quelle: Medienmitteilung Stadt Zürich

  • Parkplatz-Umfrage: Stadträtin Simone Brander nimmt Stellung

    Parkplatz-Umfrage: Stadträtin Simone Brander nimmt Stellung

    Simone Brander, auch wenn unsere Umfrage zum Thema Parkieren im Kreis 10 nicht repräsentativ ist, scheint sie für viele Menschen ein Ventil gewesen zu sein, antworteten doch 465 Menschen teilweise sehr ausführlich. Wie erklären Sie sich das Interesse daran?

    Simone Brander: Auffällig ist, dass in der Umfrage Personen mit Auto stark übervertreten sind: 74 Prozent der Teilnehmenden besitzen ein Auto, deutlich mehr als im Quartierschnitt. Entsprechend hat die persönliche Betroffenheit wohl ein überproportionales Gewicht. Viele befürchten, dass ihnen etwas weggenommen wird, und ich kann die Sorgen gut nachvollziehen. Gleichzeitig ist wichtig zu betonen: Die Stadt hebt keine Blaue-Zonen-Parkplätze auf Vorrat auf. Parkplätze werden stets gezielt umgenutzt, um beispielsweise die Verkehrssicherheit für Fussgänger*innen zu erhöhen oder um mehr Platz für den Veloverkehr zu schaffen.

    In der Stadt Zürich leben über 50 Prozent der Haushalte ohne Auto – und das funktioniert auch dank unseres ÖV-Systems sehr gut. Ist das ein Hinweis auf die Zukunft betreffend urbaner Mobilität?

    Ja. Die urbane Mobilität entwickelt sich klar in Richtung Umweltverbund, also ÖV, Velo- und Fussverkehr. Auch die Stadt Zürich setzt darauf, etwa mit dem Ausbau von Velorouten, attraktiven Fusswegen und neuen Tramprojekten wie in Affoltern. Die breite Zustimmung in Abstimmungen (Gegenvorschlag zur sog. Zukunfts-Initiative mit 62,15 Prozent, Volksinitiative «Sichere Velorouten für Zürich» mit 70,5 Prozent oder der kommunale Richtplan Verkehr mit 61,03 Prozent zeigt, dass dieser Weg in der Bevölkerung sehr breit abgestützt ist. Mit der Strategie «Stadtraum und Mobilität 2040» arbeiten wir weiter an einer hohen Lebens- und Standortqualität für alle.

    Die Vorteile einer Reduktion des Autoverkehrs kamen in der Umfrage zur Sprache. Können Sie uns Beispiele von Orten oder Städten nennen, bei denen das gelungen ist – und die mit Zürich vergleichbar sind?

    Ein gutes Beispiel ist Barcelona mit seinen Superblocks, wo der Autoverkehr stark reduziert und der Stadtraum den Menschen zurückgegeben wurde. In Zürich verfolgen wir mit sogenannten Quartierblöcken dasselbe Ziel: den Durchgangsverkehr vermeiden und sichere, attraktive Räume für Fuss- und Veloverkehr schaffen. Plätze wie der Bullinger-, Anny-Klawa- und Brupbacherplatz zeigen, dass ohne Durchgangsverkehr deutlich mehr Lebensqualität geschaffen werden kann. Ein gelungenes lokales Beispiel ist auch der Röschibachplatz: Durch Fahrbahnreduktion und Tempoabsenkung entstand ein attraktiver, viel genutzter Platz.

    Zurück zur Umfrage: Die Parkplatzsituation im Kreis 10 wird dennoch als nicht zufriedenstellend beschrieben. Wie beurteilen Sie die Situation konkret in Höngg und Wipkingen?

    Die Zahlen zeigen ein ausgewogenes Bild: Seit Anfang 2023 wurden im Kreis 10 in Baugesuchen 566 zusätzliche private Parkplätze genehmigt, während 88 Blaue-Zonen- und 19 Weisse Parkplätze abgebaut wurden. In der Gesamtheit wächst also die Zahl der Parkplätze. Und es stehen heute insgesamt auch in der blauen Zone mehr Parkplätze zur Verfügung, als es Anwohnendenparkkarten gibt.

    Unsere Resultate zeigen eine Spannung zwischen Personen, die den Abbau ablehnen (54 Prozent), aber auch die andere Seite, die diesen befürwortet. Wie gehen Sie als Stadträtin mit beiden Fronten um?

    Wie eingangs erwähnt, kommt es natürlich auf die Stichprobe an. Nehmen wir die Zustimmung zu den Abstimmungsvorlagen als Indikator, dürfte der Kreis der Befürwortenden weit grösser sein. Aber klar, als Stadträtin gehört es für mich selbstverständlich zu meiner Aufgabe, mit verschiedenen Meinungen umzugehen und alle Sichtweisen ernst zu nehmen. Um diese Meinungen zu kennen, ist es mir auch wichtig, mit den Menschen im Gespräch zu sein. Die ganzen Planungen entstehen nicht im stillen Kämmerlein, auch die Fachleute aus den Dienstabteilungen sind viel unterwegs in den Quartieren. Uns allen ist es ein Anliegen, dass die «Fronten» miteinander in den Dialog treten. Diesbezüglich zähle ich auch auf die Bereitschaft der Bevölkerung.

    Bei beiden Fronten ist der Wunsch nach pragmatischen Lösungen gross, auch der Wunsch nach einem Dialog. Im Wahlartikel in der «Höngger Zeitung» schrieben Sie mit Bezug auf die «Velovorzugsroute», dass Sie sehr hartnäckig sein können – welche Rolle spielt der Dialog dabei?

    Bei den vorgeschlagenen pragmatischen Lösungen sind unter anderem Parkplätze fürs Gewerbe und Handwerker*innen ein wichtiges Thema. Das ist mir ein grosses Anliegen. Die neue Parkkartenverordnung zielt darauf ab, diese Gruppen zu entlasten. Leider ist die erweiterte Gewerbeparkkarte aktuell durch Rechtsmittel blockiert. Und ja, bei aller Hartnäckigkeit, die es braucht, um den Willen der Stimmbevölkerung umzusetzen: Der Dialog gehört bei jeder Planung dazu. Im Moment sind wir zum Beispiel dran, einen Prozess zur Neugestaltung des Wipkingerplatzes aufzusetzen. Auch das Prozessdesign erarbeiten wir bereits gemeinsam mit Vertretenden aus dem Quartier.

    Nehmen wir ein Beispiel: In Höngg sorgt aktuell eine kleine Fläche für Aufmerksamkeit, direkt bei der Regensdorferstrasse. Wo einst ein kleiner Parkplatz war, entsteht nun eine Wiese. Grund ist offenbar ein Richtplan mit dem Ziel, 15 Prozent der Stadt als wertvolle Naturräume zu gestalten. Der Wegfall dieses stark genutzten Parkplatzes bewegt die Menschen.

    Auch hier liegt ein Auftrag der Stimmberechtigten der Stadt Zürich vor: Die kommunalen Richtpläne und die beiden Gegenvorschläge zur Volksinitiative Stadtgrün wurden mit grosser Mehrheit angenommen. Jetzt ist die Verwaltung verpflichtet, die entsprechenden Stossrichtungen – und dazu gehört auch die Schaffung neuer Grünflächen – umzusetzen. Ich kann gut verstehen, dass gewisse Massnahmen für einzelne Personen schwer nachvollziehbar sind. Aber wir brauchen dringend hitzemindernde Massnahmen, und dazu zählen neben mehr Bäumen auch mehr entsiegelte Flächen.

    Wenn Parkplätze verschwinden, welchen Rat geben Sie dem Gewerbe oder der Spitex, um Zugang zu den Häusern zu erhalten?

    Handwerksbetriebe können für ihre Werkstatt-, Liefer- oder Servicefahrzeuge eine Gewerbeparkkarte beantragen. Damit dürfen sie in der Stadt Zürich in allen Blauen Zonen ohne Zeitlimit parkieren. Oft lohnt es sich auch, Kund*innen direkt zu fragen, wo Parkplätze in der Nähe vorhanden sind. Denn grundsätzlich gilt: Parkplätze sollen möglichst auf Privatgrund bereitgestellt werden. Das ist im kantonalen Gesetz so vorgesehen und wird in der Stadt entsprechend umgesetzt. Aufgrund von Neubauten entstehen laufend mehr Parkmöglichkeiten auf privatem Grund. Für den Güterumschlag gibt es spezielle Umschlagplätze, die auf dem Online-Stadtplan der Stadt zu finden sind. Auch Güterumschlagfelder werden laufend zusätzliche geschaffen.

    Können Sie nachvollziehen, dass es einige Stimmen gibt, die mutmassen, dass «die Stadt» bei der Verkehrsplanung im Quartier eventuell gar nie vor Ort war? Nehmen wir das Beispiel der zwei Züri-Velostationen an steilen Strassen. Oder die Debatte betreffend der Nötzlistrasse in Höngg, die Teil einer Velovorzugsroute wird.

    Nein, das kann ich nicht nachvollziehen, denn die Projektleitenden der Stadt setzen sich wie gehabt immer mit den lokalen Begebenheiten auseinander und machen sich vor Ort ein Bild. Natürlich kann es trotzdem vorkommen, dass noch nachjustiert werden muss. So sind bei den neuen Züri-Velos die Ständer robuster, so dass sie auch im steilen Gelände solide stehen. Im Fall des Projekts für die Velovorzugsroute im Bereich der Nötzlistrasse, der Giacomettistrasse und des Appenzellerwegs wurde bereits zu Beginn der Planung mit einigen Direktbetroffenen Kontakt aufgenommen. Die breite Höngger Bevölkerung wurde zudem im Rahmen einer Informationsveranstaltung direkt vor Ort über das Projekt und das weitere Vorgehen informiert.

    Hinweis der Redaktion: Das Interview wurde schriftlich geführt.

  • Sicher im Sattel: Velofahrkurse in der Stadt Zürich

    Sicher im Sattel: Velofahrkurse in der Stadt Zürich

    Der Schritt zum selbstständigen Velofahren ist für Kinder ein grosser Meilenstein, bringt aber oft Unsicherheiten für die Eltern mit sich: Ist mein Kind schon bereit für die Strasse? Kann es Verkehrssituationen bereits richtig einschätzen und die Vortrittsregeln umsetzen?

    Die Kurse von Pro Velo setzen laut Medienmitteilung genau hier an. Das Besondere am Konzept: Die Kinder lernen nicht allein. Die Eltern sind aktiver Teil des Angebots. Während die Kinder ihre Geschicklichkeit trainieren, frischen die Erwachsenen ihr Wissen über die Verkehrsregeln auf und lernen, wie sie ihre Kinder im Alltag richtig begleiten.

    An allen Standorten werden jeweils folgende Kursformate angeboten:

    • Kurs A – Sicheres Terrain (ab 6 Jahren): Hier wird die Basis gelegt. Auf einem geschützten Areal wie etwa dem Pausenplatz verbessern die Kinder spielerisch Gleichgewicht, Bremsen, Zeichengebung und Kurvenfahren – ganz ohne Zeitdruck und Autoverkehr.
    • Kurs B – Erste Ausfahrten (ab 7 Jahren): Nach Vorübungen im geschützten Raum wagen sich die Teilnehmenden auf verkehrsarme Quartierstrassen in der Stadt Zürich. Im Fokus stehen die Vortrittsregeln, das korrekte Abbiegen und das Einschätzen von realen Verkehrssituationen.
    Velofahrkurs Pro Velo Kanton Zürich

    «Velofahren lernt man nicht an einem Nachmittag – es ist ein Prozess. Unsere Kurse geben den Startschuss dafür, dass Kinder und Eltern im Verkehr zu einem eingespielten Team werden», sagt Maja Ravaioli, Leitern Velofahrkurse bei Pro Velo Kanton Zürich.

    Ein Kurs im Kreis 10

    Die Kurse in der Stadt Zürich werden von erfahrenen Leiterinnen und Leitern von Pro Velo Kanton Zürich durchgeführt und folgen einem schweizweit einheitlichen Qualitätskonzept. Unterstützt wird das Angebot vom Fonds für Verkehrssicherheit, von der Krankenkasse Visana und von vielen Gemeinden.

    Mi 1. April, 14–17 Uhr, 8057 Zürich, Schulhaus Liguster
    Sa 11. April, 09–12 Uhr, 8004 Zürich, Schulhaus Kern
    Sa 9. Mai, 09–12 Uhr, 8003 Zürich, Schulhaus Zurlinden
    Sa 13. Juni, 09–12 Uhr, 8050 Zürich, Verkehrsschulungsanlage Aubrugg
    Mi 17. Juni, 14–17 Uhr, 8032 Zürich, Schulhaus Hofacker
    Mi 24. Juni, 14–17 Uhr, 8037 Zürich, Schulhaus Letten
    Sa 4. Juli, 09–12 Uhr, 8048 Zürich, Schulhaus Dachslern
    Mi 19. August, 14–17 Uhr, 8004 Zürich, Schulhaus Kern
    Mi 26. August, 14–17 Uhr, 8002 Zürich, Schulhaus Gabler
    Sa 5. September, 09–12 Uhr, 8003 Zürich, Schulhaus Zurlinden
    Mi 9. September, 14–17 Uhr, 8046 Zürich, Schulhaus Im Isengrind
    Sa 19. September, 09–12 Uhr, 8048 Zürich, Schulhaus Dachslern
    Sa 26. September, 09–12 Uhr, 8050 Zürich, Verkehrsschulungsanlage Aubrugg

    Anmeldung unter: www.velofahrkurs.ch

    Quelle: Medienmitteilung Pro Velo Kanton Zürich

  • Kulinarisches Pop-up am Limmatufer

    Kulinarisches Pop-up am Limmatufer

    Von April bis Anfang Mai gestaltet jede Woche eine andere Köchin oder ein anderer Koch ein eigenes Menü und bringt die persönliche Küche für einige Tage nach Zürich. Den Auftakt macht Simon Schneeberger mit einer produktnahen, von nordischen Einflüssen geprägten Küche.

    In den darauffolgenden Wochen folgen Moritz Schroeder aus Berlin, Cansu Cantas mit dem mediterranen Food- und Kulturprojekt Lokum, Marion Klammer mit veganer Küche, Aon Homberger von Thai Moving Noodles sowie Corinne Venegas, Gewinnerin von MasterChef Schweiz 2023.

    Serviert wird jeweils von Mittwoch bis Samstag ein mehrgängiges Menü in entspannter Atmosphäre. Die Weinbegleitungen kuratiert Barbara Maey von Les Vignes.

    Kulinarisches Pop-up

    Hönggerstrasse 3, 8037 Zürich-Wipkingen
    April bis 9. Mai 2026 (Mittwoch bis Samstag, abends)
    Reservation: www.fuerdich.ch.