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  • Ein Besuch beim Vogelkonzert im Höngger Wald

    Ein Besuch beim Vogelkonzert im Höngger Wald

    Der Gesang der Vögel ist im Frühjahr besonders ausgeprägt zu hören. Er ist für die Vögel ein wichtiger Teil bei der Balz. Die Vogelmännchen versuchen durch lauten, auffallenden oder abwechslungsreichen Gesang die Weibchen zu beeindrucken. Der beste Sänger hat die besten Chancen auf dem «Heiratsmarkt».

    Eine wichtige Funktion

    Der Gesang hat eine weitere wichtige Funktion, er dient auch der Reviermarkierung. Früh im Jahr sind vor allem die Standvögel zu hören, später beteiligen sich auch die Vögel, die aus ihren Winterquartieren zurückkehren. Das Vogelkonzert wird täglich intensiver und vielfältiger.

    Die Leitung des Naturspaziergangs haben Claudia Reusch, Verena Steinmann, Claudia Rhiner und Irmgard Eisenring.

    Naturspaziergang

    Sonntag, 12. April, 7–9 Uhr
    Treffpunkt: Haltestelle ETH Hönggerberg, Bus Nr. 69, 80
    Offen für alle, ohne Voranmeldung
    Die Veranstaltung findet bei jedem Wetter statt

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    Gestatten: der Hausrotschwanz

  • Sommerbadesaison im Kreis 10 startet am 9. Mai

    Sommerbadesaison im Kreis 10 startet am 9. Mai

    Als erste Anlagen öffnen am 11. April das Seebad Utoquai und das Freibad Seebach. Am 1. Mai folgt das Freibad Letzigraben, bevor am 9. Mai die weiteren Bäder in Betrieb gehen – darunter die Höngger Badis «Zwischen den Hölzern» und das Flussbad «Au-Höngg» (besser bekannt als Werdinsel) sowie die Wipkinger Freibäder Oberer und Unterer Letten.

    Beim Unteren Letten ist der Flussteil aufgrund von Bauarbeiten voraussichtlich erst ab Ende Mai zugänglich. Der Nichtschwimmerbereich, das Planschbecken, der Spielplatz sowie Liegewiesen und Gastronomie sind jedoch bereits zum Saisonstart geöffnet.

    Der Saisonschluss erfolgt gemäss einer Medienmitteilung der Stadt ebenfalls gestaffelt. Zuletzt schliessen das Freibad Seebach und das Seebad Utoquai; ihre Saison dauert bis Sonntag, 25. Oktober.

    Öffnungszeiten und aktuelle Informationen

    Die von der Stadt betriebenen Sommerbäder sind wie bisher täglich und bei jeder Witterung von 9 bis 14 Uhr geöffnet, bei schönem Wetter teilweise bis 21 Uhr. Die Bäder Letzigraben, Seebach und Utoquai öffnen bereits um 7 Uhr und sind – je nach Saisonzeitpunkt – durchgehend bis abends zwischen 18 und 21 Uhr zugänglich.

    Unter sportamt.ch/sommerbaeder sind die Öffnungszeiten der einzelnen Bäder aufgeführt. Ab dem 11. April werden zudem unter sportamt.ch/badi-aktuell der aktuelle Öffnungsstatus, die Wassertemperatur sowie die Besucherzahlen der einzelnen Anlagen publiziert.

    Quelle: Medienmitteilung Stadt Zürich

  • Rütihof-Mannschaft gewinnt Futsal-Turnier

    Rütihof-Mannschaft gewinnt Futsal-Turnier

    Die Mädchen der 6. Klasse aus der Schule Rütihof haben am Mittwoch, 25. März, das kantonale Futsal-Schüeli in Pfäffikon gegen Bonstetten gewonnen. Für die Teilnahme an der Meisterschaft musste sich das Team zunächst qualifizieren und zuvor den Zürcher Meistertitel gewinnen.

    Nachdem die Mädchen im vergangenen Jahr bereits als Fünftklässlerinnen das Finale aufgrund einer Tordifferenz erreichten und den 3. Platz errangen, hatten sie in diesem Jahr viel vor. Mit grossem Einsatz, Teamgeist und viel Spielfreude erreichten sie den ersten Rang ihrer Kategorie. Gegen Wädenswil, Winterthur und Pfäffikon siegten die Höngger Mädchen, gegen Bonstetten gab es ein Unentschieden.

    Der stärkste Sturm

    Besonders hervorzuheben ist, dass das Team am Schluss sowohl die beste Verteidigung als auch den stärksten Sturm stellte. Angeführt von den SV-Höngg-Spielerinnen Danai Maria und Adriana gaben alle Mädchen ihr Bestes, und es war eine grosse Freude zu sehen, wie geschlossen und engagiert die Mannschaft auftrat.

    Eingesandt von Alkis Fotiou

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    «Es geht um faire Spiele»

  • VBZ lancieren Kampagne «Züri Love»

    VBZ lancieren Kampagne «Züri Love»

    Die Verkehrsbetriebe Zürich (VBZ) sind laut Medienmitteilung eng mit dem Alltag der Stadt Zürich verbunden. Täglich nutzen rund 900’000 Menschen den städtischen ÖV, sei es auf dem Weg zur Arbeit, zur Familie oder in der Freizeit. Möglich machen dies rund 2’900 VBZ-Mitarbeitende, die dafür sorgen, dass der öffentliche Verkehr fast rund um die Uhr zuverlässig rollt. Und das mit viel Herzblut und Einsatz für ihr Züri. Diese Verbundenheit mit ihrer Stadt zeigen die VBZ nun mit der neuen Arbeitgeberkampagne «Züri Love» auf. 

    Emotionale Verbundenheit im Zentrum

    «Züri Love» porträtiert Mitarbeitende aus unterschiedlichen Jobprofilen – von Gleisbauer*innen über die Busfahrer*innen bis hin zu HR-Fachpersonen –, die täglich dafür sorgen, dass Zürich mobil bleibt. Auf Plakaten, digitalen City-Screens und in sozialen Medien zeigen sie ihren persönlichen «Züri-Love-Moment». Dadurch wird die Verbindung zwischen Mitarbeitenden, Stadt und öffentlichem Verkehr erlebbar.

    Mit «Züri Love» wollen die VBZ den Stolz der Mitarbeitenden sichtbarer machen, die Vielfalt der Berufsbilder zeigen und neue Talente für den Zürcher ÖV gewinnen. Die Kampagne schafft Nähe zur Bevölkerung und zeigt, wie engagiert die Mitarbeitenden heute und in Zukunft für Zürich unterwegs sind.

    «Unsere Mitarbeitenden prägen den Zürcher ÖV mit viel Herzblut. Mit der Kampagne möchten wir Menschen ansprechen, die sich mit Zürich verbunden fühlen und Lust haben, die Mobilität in der Stadt mitzugestalten», sagt Tobias Gees, Leiter Recruiting und Employer Branding.

    Quelle: Medienmitteilung VBZ

  • Miriam Veya gewann den Zürcher Krimipreis  

    Miriam Veya gewann den Zürcher Krimipreis  

    Wie der Website des Zürcher Krimipreises zu entnehmen ist, konnte die Zürcher Autorin Miriam Veya die Jury überzeugen. Ihr Krimi «Schatten über der Villa Patumbah», erschienen beim Zytglogge-Verlag, gewann den mit 2000 Franken dotierten Preis für die Jahre 2024/2025. Die Auszeichnung wird in Zusammenarbeit mit dem Quartierverein Wipkingen und dem Gemeinschaftszentrum Wipkingen vergeben.

    Veya hat laut Verlag an der Schule für Angewandte Linguistik (SAL) die Lehrgänge Publizistik und Literarisches Schreiben absolviert und an der Universität Freiburg Englische Linguistik und Literaturwissenschaft studiert. Nach ihrem Debütroman «Tod im Cabaret Voltaire» (2023) folgt nun mit «Schatten über Patumbah » der zweite Fall der Privatdetektivin Josephine Wyss.

    Feierliche Preisverleihung im Sphères

    In der Buchbar Sphères fand am 25. März eine feierliche Preisverleihung statt. Das Publikum habe einen spannenden Abend voller literarischer Abgründe genossen, wie es auf der Website des Krimipreises heisst. Durch den Abend führte der Moderator Marco Caduff und Inge Mathis las aus allen drei nominierten Werken vor. Nominiert waren weiter «Und mittendrin die Limmat» von Kiara Kern sowie «Hagenholz» von Esther Rein.

    Und darum geht es in dem Krimi

    Zürich, im März 1920: Josephine Wyss, seit Kurzem offiziell als Privatdetektivin tätig, schlägt sich mehr schlecht als recht mit kleinen Aufträgen durch. Durch Zufall erfährt sie von einem Mord in einem noblen Zürcher Herrenhaus: In der Villa Patumbah, einst mit Geld aus den Tabakplantagen auf Sumatra erbaut und seit einigen Jahren als Altersheim geführt, wird ein Bewohner erwürgt in seinem Zimmer aufgefunden. Die Tatumstände deuten darauf hin, dass der Mord etwas mit der Geschichte des extravaganten Hauses zu tun hat …

    Quelle: Zürcher Krimipreis / Zytglogge-Verlag

    «Schatten über der Villa Patumbah»

    Zytglogge Verlag, Bern
    Seitenanzahl: 280
    Format: 21 x 13.2 cm
    Gebundene Ausgabe
    ISBN: 978-3-7296-5152-4

  • Höngger Wandergruppe 60plus: Auf der Strada Alta

    Höngger Wandergruppe 60plus: Auf der Strada Alta

    Um 07.05 Uhr fährt der IC2 nach Arth-Goldau mit Umsteigen auf den IR26 Treno Gottardo nach Faido. Ab Faido fährt die Gruppe mit dem Bus nach Tengia – dort startet die Wanderung auf der Strada Alta in Richtung Süden. Nach einer Stunde wird das Dorf Calonico erreicht. Weiter geht es zum Prato bello.

    Es folgt ein kurzes Stück auf der Ortsverbindungsstrasse, dann steigen die Teilnehmenden wieder auf durch den Wald. Nach zweieinhalb Stunden kommt die Gruppe im Dorf Anzonico an und in der gleichnamigen Osteria wird eingekehrt. Anschliessend führt der Weg weiter nach Cavagnago.

    Es folgt das letzte Wegstück ins Dorf Sobrio. Um 16.47 Uhr fährt der Bus ins Tal nach Lavorgo, wo der Treno Gottardo wartet.

    Die Wanderzeit beträgt viereinhalb Stunden mit einem Aufstieg von 510 und einem Abstieg von 500 Metern. Gute Wanderschuhe und Stöcke sind empfohlen. Das Wanderleiterteam Urs und Hilde freut sich auf eine abwechslungsreiche Wanderung.

    Wander-Infos

    Besammlung um 6.55 Uhr beim Gruppentreff HB. Gruppenreisebillett mit Halbtax: Fr. 41.-. Organisationsbeitrag: Fr. 8.-. Die Anmeldung ist obligatorisch, auch mit GA: Montag, 13. April, 19–20.30 Uhr, bei Urs Eichenberger, 044 341 05 07, oder Hildegard Badr Zadeh, 044 341 71 28. Notfallnummer: 079 629 77 01 (Urs).

  • Stadtspital Zürich: Alles für den Rücken im neuen Wirbelsäulenzentrum

    Stadtspital Zürich: Alles für den Rücken im neuen Wirbelsäulenzentrum

    «Ich habe Rücken»: Mit diesem Satz brachte der deutsche Komiker Hape Kerkeling einst ein sogenanntes Volksleiden auf den Punkt. Was sich auf der Bühne amüsant anhört, ist im realen Leben ein ernstes Thema: Rückenschmerzen gehören zu den häufigsten Beschwerden überhaupt.

    Dahinter können ganz unterschiedliche Ursachen stecken – von Abnutzungserscheinungen über Bandscheibenvorfälle und Reizungen des Ischiasnervs bis hin zu Tumoren oder Verletzungen der Wirbelsäule.

    Das Stadtspital Zürich trägt diesem breiten Spektrum Rechnung, bündelt seine vorhandenen Kompetenzen und hat neu ein Wirbelsäulenzentrum geschaffen. Leiter des Zentrums ist PD Dr. med. Daniel Coluccia, Chefarzt Neurochirurgie und Wirbelsäulenchirurgie. Die wirbelsäulenspezifischen Fachdisziplinen wie Chirurgie, Rheumatologie, Neurologie, Physiotherapie, Radiologie sowie Schmerzklinik sind bereits etabliert im Stadtspital, erklärt er.

    «Im Wirbelsäulenzentrum haben wir diese Fachdisziplinen gebündelt und die interprofessionelle Zusammenarbeit, die wir im Alltag leben, auch organisatorisch in den Statuten festgelegt.» Dadurch werde die interdisziplinäre Arbeit, die im Stadtspital Zürich grossgeschrieben wird, nach aussen noch sichtbarer.

    «Im Stadtspital wird ein Problem mit dem Rücken stets von mehreren Fachpersonen behandelt», sagt Coluccia. Der Austausch zwischen den Spezialistinnen und Spezialisten sei im Alltag fest verankert und erleichtere die Behandlung erheblich. Im Falle des Wirbelsäulenzentrums bedeutet das: Unter einem Dach sind sämtliche Fachrichtungen beheimatet, die für die Behandlung von Rückenleiden relevant sind.

    Von Abnutzung bis Tumorerkrankung

    Im neuen Zentrum kann also das gesamte Spektrum an Erkrankungen der Wirbelsäule behandelt werden – von der Halswirbelsäule bis zum Becken. «Ich bin ein Verfechter davon, früh eine klare Diagnose zu stellen und bei länger dauernden Beschwerden eine radiologische Bildgebung wie beispielsweise ein MRI zu machen, und danach einen Behandlungsplan aufzustellen», sagt Coluccia.

    Entscheidend sei zudem, ob mit Rückenschmerzen der Alltag noch funktioniere. Wenn die Schmerzen jedoch so stark sind, dass man nur mit viel Mühe laufen oder arbeiten kann, sollte man sich rasch untersuchen lassen. Auch dann, wenn Nervenschmerzen auftreten, Schmerzen in Arme oder Beine ausstrahlen oder neurologische Auffälligkeiten wie Gefühlsstörungen oder Kraftverlust bestehen.

    Operieren oder nicht?

    Oft könne man Betroffene nach der Diagnose zunächst beruhigen, so der Chefarzt. In vielen Fällen sei eine Operation gar nicht nötig. Stattdessen werde zunächst eine konservative Behandlung angestrebt, etwa mit Schmerzmedikamenten, Infiltrationen oder Rückenübungen.

    Sollte es doch zu einer Operation kommen, verfügt das Zentrum über viel Erfahrung. Im Jahr 2025 wurden laut Coluccia am Standort Triemli rund 600 operative Eingriffe an der Wirbelsäule durchgeführt. Doch der Chefarzt betont, dass zunächst immer überprüft werde, ob konservative Therapien ausreichen.

    Hinzu komme: Moderne Wirbelsäulenchirurgie sei jedoch heute deutlich schonender als früher. Häufig arbeiteten die Chirurginnen und Chirurgen mit dem Operationsmikroskop und minimalinvasiven Zugängen. «Der Eingriff kann dank moderner Operationstechnik maximal schonend durchgeführt werden», so Coluccia. Bei einer Bandscheibenoperation etwa bleiben Patientinnen und Patienten meist nur zwei Tage im Spital.

    Manchmal sei es jedoch auch riskanter, eine notwendige Operation zu lange hinauszuzögern – etwa bei mechanischen Problemen wie einer Spinalkanalstenose, bei der Nerven eingeengt werden. «Solche Probleme lassen sich nicht einfach mit Tabletten oder Training beheben», erklärt Coluccia.

    Vorbeugen ist möglich – aber nicht immer

    Ob sich Rückenleiden vollständig verhindern lassen, wird immer wieder diskutiert. Ein Patentrezept gebe es jedoch nicht, sagt Coluccia. Gewisse Risikofaktoren seien bekannt: Rauchen und starkes Übergewicht zum Beispiel erhöhten die Wahrscheinlichkeit für Verschleisserscheinungen. Regelmässige Bewegung und gezieltes Krafttraining können helfen, die Wirbelsäule zu stabilisieren.

    Dennoch könne auch jemand, der alles richtig mache, beispielsweise einen Bandscheibenvorfall erleiden, schliesslich können im Alltag oder beim Sport Fehlbelastungen und folglich Schäden am Rücken nicht immer vermieden werden. Umso wichtiger ist es deshalb, bei anhaltenden Beschwerden frühzeitig eine fundierte Abklärung vorzunehmen und den passenden Behandlungsweg zu finden.

  • Die «Neue» im SP-Interview: Stefania Koller

    Ein Beitrag der SVP Zürich 10, Matthias Egloff

    Ein Tag ist vergangen seit dem Wahlfest am Sonntag in der Nacht. Hast du deine Gefühle schon sortiert?
    Stefania Koller: Ganz ehrlich: Es scheint mir alles noch ein bisschen surreal. Sitze ich ab Mitte Mai wirklich im Gemeinderat? Was für eine Ehre, was für ein Privileg!

    Du arbeitest als Architektin und Stadtplanerin für ein Büro in Zürich, betreust viele Projekte gleichzeitig. Was musst du jetzt alles umstellen?
    Primär muss ich meinen freien Tag umstellen. Von Freitag auf Mittwoch, weil dann die Fraktions- und Ratssitzungen sind.

    Wäre die Kommission für Hochbau und Stadtentwicklung ein möglicher Ort, wo du wirksam werden könntest?
    Das ist bestimmt der Ort, an dem ich am schnellsten wirksam werden könnte. Die Themen dieser Kommission sind mein tägliches Brot. Da ich eine neugierige und wissensdurstige Person bin, kann ich mir aber auch gut vorstellen, in anderen Kommissionen mitzuwirken. So oder so freue ich mich auf angeregte Diskussionen mit meinen Ratskolleg:innen.

    Was gefällt dir an deinem Wohnort Wipkingen?
    Für mich ist Wipkingen ein Dorf in der Stadt. Eine Ansammlung lebendiger, gut vernetzter Nachbarschaften. Das finde ich grossartig. Ob beim Gang zum Quartierdepot, auf dem Weg nach Hause vom Joggen oder vom Büro, immer wieder begegne ich Menschen, die ich kenne. Flüchtige Bekanntschaften, gute Freund:innen, alles ist dabei. So soll sich Zu-Hause-sein anfühlen. Nicht nur für mich, sondern für alle Wipkinger:innen, die unser Quartier zu dem lebenswerten Stück Stadt machen, das es ist. Ich lebe an der Nordstrasse, ganz in der Nähe vom Röschibachplatz. An die Zeit von Matrazen Concord kann ich mich gut erinnern. Die Schattenseite der Aufwertung ist die Verdrängung, und die bereitet mir grosse Sorgen.

    Gibt es sozialdemokratische Anliegen, die du besonders voranbringen möchtest?
    Ich identifiziere mich klar mit den Kernanliegen der SP, im «Tages-Anzeiger» einmal treffend zusammengefasst als «Renten rauf, Mieten runter, Mindestlohn hoch, Sozialsysteme stärken». Aufgrund meines Werdegangs brenne ich aber besonders für den gemeinnützigen Wohnungsbau oder breiter gesagt: für eine gemeinwohlorientierte Stadtentwicklung. Die Frage, wie wir Innenverdichtung ohne Verdrängung bewältigen können, treibt mich am meisten um. Die zugrundeliegenden Themen sind einerseits bezahlbarer Wohnraum, aber auch eine zukunftstaugliche, ressourcen-schonende Stadtentwicklung.

    Du hast einen Blitzstart hingelegt und gleich den Eintritt in den Gemeinderat geschafft. Was treibt dich an/was motiviert dich?
    Ein gutes Beispiel dafür ist der jährlich wiederkehrende und immer noch hoch relevante feministische Streik. Die tiefe Solidarität, die ich fühle, wenn ich mit tausend Gleichgesinnten auf der Strasse stehe, ist unglaublich selbstermächtigend.

    Du bist als Architektin ästhetisch geschult und interessiert, bestimmt hast du deine Lieblingsorte im Kreis 10?
    Unsere Ränder mag ich besonders gern. Von der Kirche Wipkingen oder von der Waid über die Stadt schauen, die Limmat entlang zur Werdinsel spazieren, das gefällt mir. Auch dem Wipkingerplatz kann ich etwas abgewinnen. Infrastruktur aus nächster Nähe fasziniert mich. Die Roheit der Infrastrukturbauten hat etwas für sich. Die findet man in unserer sonst so herausgeputzten Stadt nur selten.

    Und welche müsste man verbessern?
    Grosses Potenzial sehe ich bei der Rosengartenstrasse. Die Wunde, die dem Quartier mit dieser Strasse zugefügt wurde, ist wirklich krass. Dass das Quartier über die Rosengartenstrasse wieder zusammenwachsen kann, ohne dass seine Bewohner:innen dabei verdrängt werden, das wünsche ich mir für Wipkingen.

  • Ostern – Fest der Hoffnung

    Ostern – Fest der Hoffnung

    Ein Beitrag von Pfarrerin Yvonne Meitner, Kirchenkreis 10

    Glauben Sie an die Auferstehung? Dass Jesus Christus gestorben ist, ist historisch erwiesen resp. durch ausserchristliche Quellen belegt. Seine Auferstehung kann nur geglaubt werden, denn dass jemand nach dem Tod wieder am Leben ist, widerspricht jeglicher Vernunft.

    Kein Wunder waren die Frauen am Grab zuerst starr vor Schrecken, als sie in der Grabeshöhle keinen Leichnam mehr antrafen: Ostern ist deshalb für all diejenige, die an ihre Grenzen gekommen sind. Die alles versucht und gehofft – und alles verloren haben. Ostern ist für alle Trauernden, deren Leben von einem auf den anderen Tag ganz anders ist.

    Ihnen allen spricht Jesus als Auferstandener zu: «In der Welt habt ihr Angst. Aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden.» Und dieses Überwinden kommt nicht sogleich: In der Nacht ist der Tag noch nicht da, und mitten im Winter ist der Frühling noch fern.

    Aber wir können es wie die Jünger:innen machen: Vielleicht mit Schmerz(en) lassen wir die fruchtlosen Fragen nach dem Wozu hinter uns und machen uns auf den Weg Richtung Ostern, bis zu unserer persönlichen Oster-/Auferstehungserfahrung.

  • Das verlorene Frauenstimmrecht

    Das verlorene Frauenstimmrecht

    Deutsche belehren oft und gerne, dass die Schweiz als letztes Land das Frauenstimmrecht eingeführt habe. Die Gegenfrage bleibt meist aus: Frauenstimmrecht in Deutschland? Hat die «Schwäbische Hausfrau» über den Euro abgestimmt? Konnten deutsche Frauen ein «Wir schaffen das»-Referendum ergreifen?

    Die Schweiz war 1971 nicht das letzte, sondern das erste Land, das ein Frauenstimmrecht per Volksabstimmung eingeführt hat. Bereits im Mittelalter gab es Frauenstimmrechte, welche allerdings die Zeit nicht überdauert haben.

    Die drei Dorfbrunnen

    Der Bau der Wasserversorgung war das letzte grosse Wipkinger Bauwerk vor der Eingemeindung 1893. Es kam dank dem Frauenstimmen zustande. Die Brunnengenossen, eine alte Korporation in Wipkingen, betrieben die drei Dorfbrunnen. Der Wipkinger Gemeinderat liess die Brunnengenossen prüfen, ob sich die Gemeinde dem städtischen Pumpwerk anschliessen oder eine eigene Wasserversorgung erstellen solle. Der Käferberg würde genügend Quellwasser liefern, behauptete eine geologische Untersuchung.

    Einige Grundeigentümer wollten ihr Wasser nicht hergeben. Eine Commission wurde eingesetzt, welche der Wasserversorgungs-Gesellschaft – die Nachfolgeorganisation der Brunnengenossen – Bericht und Antrag erstattete. An der Versammlung vom 16. September 1880 waren die Gegner in der Mehrheit. Präsident Wismer-Dietschi griff zu einer List. Er liess schriftlich unter Namensaufruf abstimmen, und «…die anwesenden Mitglieder, darunter Wittwen, welche berechtigt waren, Stellvertreter an die Versammlung zu schicken, halfen wesentlich bei, die Anträge der Commission, zur Verwunderung vieler, zum gültigen und unanfechtbaren Beschluss zu erheben», stand im Schlussbericht.

    Im April 1881 war das Bauwerk vollendet. Eine technische Meisterleistung: 153 Kochherde waren angeschlossen, nebst Feuerspritze und Zuleitungen zu Waschhäusern, Bäckereien, Metzgereien, Werkstätten und Ställen. Das Stimmrecht der «Wittwen» beruhte auf einem alten Recht der Brunnengenossen. Das Stimmrecht war nicht an die Person gekoppelt, sondern an die Mitgliedschaft. Diese wiederum beruhte auf dem Eigentumsverhältnis.

    Wichtiges Detail: Die Brunnengenossen zählten nicht die angeschlossenen Häuser, sondern Kochherde. Besass eine Frau einen Herd, ob selbst gekauft oder geerbt, besass sie auch das Stimmrecht bei den Brunnengenossen bezüglich Wasserkonsum. «Frauen an den Herd!» hat somit eine weitere Bedeutung: Frauen am Herd hatten Stimmrecht.

    Das mittelalterliche Frauenstimmrecht

    Die Abstimmung der Brunnengenossen zur Wasserversorgung ist das letzte ausgeübte Frauenstimmrecht früherer Zeit. Zuvor, insbesondere im Mittelalter, war das Frauenstimmrecht im Fraumünsterlehen Wipkingen weit verbreitet. In der Neuzeit hiess es «One man one vote» und etwas moderner, «Eine Person, eine Stimme». Das Stimmrecht ist an die Person gebunden. Sind die Bedingungen erfüllt (Schweizer Pass, über 18 Jahre alt, nicht entmündigt) besteht ein unveräusserlicher Rechtsanspruch auf Stimmabgabe. Gewählt werden Listen und Personen, abgestimmt wird über alles zwischen Kuhhörnern und Kampfflugzeugen.

    Das war im Mittelalter anders. Boden, Wald und Wasser gehörten dem Fraumünster. Es fand ein reger Handel mit Waren aller Art statt; Kernen, Holz, Stroh, Obst, Vieh, Milch, Käse, Honig, Eier. Ganze Höfe wurden gepachtet und auch vererbt. Die Frage, die oft zu kurz kommt, lautet: Wie konnten die Analphabeten damals Güter gegen Geld tauschen? Unsere geläufigen Einheiten wie Hektare, Kilogramm und Meter gab es nicht. Gehandelt wurde nicht Fläche und Gewicht, sondern der Ertrag, der sich aus einem Grundstück erlösen liess (siehe «Wipkinger» 3/25).

    Ein Hof umfasste nicht eine Anzahl Quadratmeter, sondern eine Anzahl «Mannwerk». Das Mannwerk umfasste die Fläche, die ein Mann an einem Tag bewirtschaften konnte. Das war nicht immer gleich, ein Mannwerk an einem Hang war kleiner als auf der Ebene.

    Der Wald im Käferberg war in Nutzungseinheiten eingeteilt. Geschlagen wurden Mütt, ein Volumenmass von etwa 83 Litern. Eine Hube umfasste 12 Mütt. Nicht alle Huben waren gleich gross. Die Holzgenossen befanden regelmässig über die Huben und passten sie auch an. Dazu waren nur die Holzgenossen berechtigt. Die Kontrolle erfolgte in der Zählung des geschlagenen Holzes. Analog erfolgte die Nutzung von Fläche in «Gült». Verkauft wurde nicht der Hof oder das Feld, das ja dem Münster gehörte, sondern der mögliche Erlös.

    Ein «Mannwerk Acker» ergab eine Anzahl «Mütt Kernen». Dieser Erlös hiess «Gült» und wurde gegen Zins veräussert. Die Zinszahler, meist Männer, konnten nun pflügen und säen. Die Ernte abzüglich dem Zehnten Steuer an das Fraumünster war dann Privateigentum, oft von Frauen. Beispielsweise berichtet eine Urkunde vom 1. März 1402: «Jakob Keller von Wipkingen verkauft an Elsbeth Heidelberg 1 Viertel Kernengeld.» Das Grundstück lag in den «Steinmuren», also den Steimeren bei der heutigen Wunderlistrasse.

    Die Urkunde aus dem Jahr 1402 verrät zwei Dinge: Erstens konnte eine Frau einen Kauf tätigen, sie war also mündig und vermögend. Zweitens kaufte Elsbeth Heidelberg nicht den Boden, sondern das «Kernengeld», also den Erlös. In moderner Finanzsprache ausgedrückt war das ein Handel mit einem Derivat. Wer spricht vom finsteren Mittelalter? Anfang des 15. Jahrhunderts kauften Wipkingerinnen nicht ein Asset, sondern die Option auf den Erlös und damit auch das Stimmrecht.

    Solche Urkunden sind einige erhalten: Im Jahr 1505 soll «Hans Appenzeller seiner Schwester Magdalena 100 Pfund Kapital verzinsen, 3 Mütt Holz im Käferberg». Magdalena Appenzeller hatte das Recht, Holz aus dem Käferbergwald zu gewinnen. Somit war sie als Eigentümerin Mitglied der Holzgenossen und stimmberechtigt. Mit ihrer Stimme beeinflusste sie die Ausgestaltung der Allmende: kollektive Verwaltung von kollektivem Eigentum – auch dies ist verblüffend modern.

    Wipkinger Wirtinnen

    Frauen im mittelalterlichen Wipkingen waren oft vermögend. Während der Klosteraufhebung beseitigte die letzte Äbtissin Katharina den «Lass und Fall», die mittelalterliche Erbschaftssteuer. In der Folge flossen grosse Vermögensteile an die Witwen und Kinder der verstorbenen Männer. Eine «Wirtin» war eine Frau mit Vermögen, ledig, verheiratet oder verwitwet. Bei ihr auf dem Hof (also «am Herd») wohnten Knechte und Angestellte.

    Eine verblüffende Urkunde diesbezüglich stammt aus dem Jahr 1301, der ersten Erwähnung eines «wingarten» im Weiler Wibichinga: «Wir, Elsebete Eptisschin des Gotzhus Zürich künden allen, das fro Juzzi verköffet hat fron Itun, Johannes des Löwen wirtinne, einen wingarten, lit ze Wipkingen,…» Frau Juzzi verkaufte einen Weingarten an Frau Itun, Johannes des Löwen Ehefrau. Der Weingarten lag in Wipkingen.

    Das Spektakuläre an der Urkunde von 1301 ist, dass nicht «Johannes der Löwe» den Weinberg kaufte, sondern seine Frau Itun kaufte ihn von Frau Juzzi. Die Frau besass Vermögen und handelte unabhängig vom Ehestatus. Unter der Obhut der Fraumünsterabtei herrschten im Dorf Unternehmergeist und Vermögens-Gleichberechtigung – und damit verbunden geschlechts-unabhängige Stimmrechte an der Nutzung der Güter, Felder, Quellen und Wälder.

    Einkauf ins Stimmrecht

    Heute ist der Verkauf eines Stimmrechts undenkbar und auch gesetzlich verboten. Da war nicht immer so. Im Mittelalter gab es abgestufte Stimmrechte. Fremde hatten keine Stimmrechte. Die Zuzüger mussten erst einen Einzugsbrief erwerben. Nach der Reformation erfuhr Wibichinga einen enormen Aufschwung.

    Ab den 1580er-Jahren zogen vermehrt Auswärtige nach Wipkingen. Sie bezahlten hohe Preise für das Niederlassungsrecht. Damit verbunden waren die Stimmrechte: die Haushofgerechtigkeit (Erlaubnis, einen Haushalt zu führen), Dorfgerechtigkeit (Stimm- und Wahlrecht) und das Recht auf «Holtz und Veld, Wunn und Weid» (Nutzungsrechte an den Allmende-Ressourcen). Zusätzlich erwerben mussten die Zuzüger den Beitritt zur Korporation mit Nutzungsrechten an Weide, Wasser und Wald.

    Zertrümmerte Institutionen

    Zurück zur Eingangsfrage: Wann und warum haben die «Wipkinger Wirtinnen» ihre Stimmrechte verloren? Die mittelalterlichen Stimmrechte waren veräusserlich. Unser modernes Stimmrecht kennt dies nicht. Exakter formuliert lautet die Frage: Wann und warum sind die Institutionen mit den nutzungsgebundenen, veräusserlichen Stimmrechten verschwunden? Eine mögliche Antwort lautet: Mit der Einführung des metrischen Systems.

    «Mütt» und «Mannwerk» sind an den Erlös gebunden, «Kilogramm» und «Quadratmeter» an den Boden. Napoleon brachte das metrische System in die Schweiz. Bei der Invasion 1799 und der Beseitigung des Ancien Régimes in Helvetien verschwanden auch die mittelalterlichen Institutionen.

    In der Folge waren die verbliebenen Stimmrechte nicht mehr an den Verbrauch gekoppelt, sondern an eine Person – also an den Mann. Napoleon zertrümmerte die wehrlose helvetische Armee, das morsche Ancien Régime und nebenbei auch die mittelalterlichen Institutionen. Die unveräusserlichen Menschenrechte («les droits de l`homme») brachten nebst vielen Vorteilen auch das Ende der handelbaren Stimmen und damit das Ende der alten Frauenstimmrechte.

    Quellen

    Conrad Escher und Rudolf Wachter, «Chronik der Gemeinde Wipkingen», Zürich 1917.

    Martin Bürlimann, Kurt Gammeter: «Damals – Wipkingen, ein Bilderbogen», Wibichinga Verlag, 2023.

    Bericht des Vorstandes der Wasserversorgungs-Gesellschaft Wipkingen, 1883.