Zu sehen gab es in den vergangenen vier Jahren allerlei auf dem Röschibachplatz. Nur ein Grossbildschirm mit Filmen fehlte. Das zur Tradition gewordene Open-Air-Kino musste zwangspausieren. Erst wegen des Coronavirus, dann wegen der Baustelle. Nun soll es wieder stattfinden, wie gewohnt am ersten Wochenende nach den Schulferien im August. Und zwar mit bewährtem Konzept, aber mit neuem Team.
Dazu gehört auch Eva Günther. Die Wipkingerin hat in der letzten Ausgabe dieser Zeitung gelesen, dass der Verein «Röschi-Kino Wipkingen» dringend Freiwillige sucht. Erfreulicherweise meldeten sich mit ihr gleich noch fünf weitere Interessierte. Praktisch alle aus dem Quartier. «Wir wollen der lokalen Bevölkerung weiterhin gute Filme für Jung bis Alt präsentieren», sagt die Neuinitiantin und freut sich besonders «auf die tolle Kino-Atmosphäre auf dem Röschibachplatz».
Zurück zur Wipkinger Kino-Kultur
Begonnen hat das Röschi-Kino im Jahr 1998 mit einer Initiative des Quartiervereins Wipkingen. Dieser lancierte einen Wettbewerb, um den Röschibachplatz mit kreativen Ideen zu beleben. Den Zuspruch bekam die Idee für ein Open-Air-Kino. Ein Kino fehlte nämlich nach der Schliessung des Kinos Nordstern an der Rö-schibachstrasse 71. Es war seinerzeit nur unweit des Röschibachplatzes untergebracht. Dort, wo heute im Floating-Bad entspannt wird und nicht, wie früher, im Kinosessel.
Ein Grüppchen von Wipkinger Cinephilen war es also, das die Kino-Kultur im Quartier wieder belebte. Jahr für Jahr, bei jeder Witterung, ehrenamtlich und gratis für die Bevölkerung. An der verregneten Premiere 1998 schauten rund 50 Leute vorbei. Später zählten die Veranstalter*innen an den besten Abenden über 300 Anwesende. Und genau das strebt der Verein wieder an.
Gezeigt werden weiterhin Filme abseits des Mainstreams. Diese richten sich mitunter an Familien, sollen packend sein und auch mal polarisierend. Die Vorführungen sind in Originalsprache mit Untertiteln. Die Filme für das Kino-Comeback auf dem Röschi sind mittlerweile ausgewählt und auch kulinarisch steht das Programm fest. An beiden Tagen gibt es ab 19 Uhr Essen und Getränke, angeboten durch das Team vom «Belmondo».
Das Programm
Freitag, 23. August
20.30 Uhr: Vorfilm/Maturarbeit
«Im Park – Biz bewiise muesch dich» von Rubie Sturm
21 Uhr: der argentinische Spielfilm «El robo del Siglo» (Sp./Dt.).
Samstag, 24. August
21 Uhr: die britische Filmkomödie «Angels’ Share» (En./Dt.).
Das Kino findet bei jeder Witterung statt.
Wie das Tiefbauamt der Stadt Zürich mitteilt, muss die Kanalisation in der Michelstrasse im Abschnitt Regensdorfer- bis Segantinistrasse erneuert werden. Zudem erfolge der Fernwärmeausbau im Quartier. Nach Abschluss der Kanal- und Werkleitungsarbeiten werden weiter die Strassenoberfläche erneuert und neue Bäume gepflanzt. Die Bauarbeiten in der Michelstrasse beginnen am Montag, 19. August, und dauern voraussichtlich bis Mitte Oktober 2025 (siehe Artikel Tiefbauarbeiten an der Michelstrasse)
Da laut dem Tiefbauamt nicht gebaut werden kann, wenn Busse durch die Baustelle fahren, wird die Linie 38 während der gesamten Bauzeit umgeleitet. Die Umleitung erfolgt mit einem Bogen über die Segantinistrasse. Wie dem Plan der Baustelleninformation zu entnehmen ist, wird während der Bauarbeiten die Haltestelle Friedhof Hönggerberg als Endhaltestelle fungieren. Die Haltestelle Schützenhaus wird nicht mehr bedient.
Die Zugänge sowie die Zufahrten zu den Liegenschaften im Bereich der Baustelle sind gewährleistet, wie das Tiefbauamt schreibt. Es ist jedoch mit Verkehrsbehinderungen zu rechnen. Eine entsprechende Signalisation werde vor Ort angebracht. Bei einem Umzug oder grösseren Warenlieferungen werden die Anwohnenden gebeten, sich rechtzeitig mit der Bauleitung in Verbindung zu setzen.
J. W., der Name ist der Redaktion bekannt, hält wenig von den digitalen Errungenschaften der letzten Jahre. Mit 75 Jahren befällt ihn im Hinblick auf Internet und Co. nicht selten Fassungs-, aber auch Hilflosigkeit. Zwar besitzt J. W. ein Smartphone, nutzt dieses aber nur für Telefonate. Dabei ist ihm der digitale Wandel nicht fremd. «Mit Computern kam ich bereits Ende der 1980er-Jahre beruflich in Kontakt», sagt er. Dem damals neuen Arbeitsinstrument schenkte er die nötige Beachtung, mehr nicht.
Als rund zehn Jahre später die Handy-Telefonie aufkam, zu einer Zeit, in der Computer auch die Privathaushalte eroberten, besorgte sich auch J. W. den sogenannten Quasselknochen. «Keineswegs wollte ich immer erreichbar sein, aber das Handy schien mir nützlich», sagt er.
Seither wurde die Welt noch digitaler und der Fortschritt ist rasant. Mit den sozialen Medien wie Facebook oder Instagram verlagerte sich ein erheblicher Teil der Kommunikation ins Internet. Das käme für J. W. nicht infrage. Er schreibt auch keine E-Mails, sondern bevorzugt Briefe und Postkarten.
Das Internet selbst bereitet ihm Sorge. «Mit den neuen Möglichkeiten stieg auch die Informationsflut», so J. W. Es irritiert ihn zutiefst, wenn die Menschen nur noch in dieses kleine Ding schauen. «Vor einiger Zeit lief ich am Hauptbahnhof dem damaligen Bundesrat Alain Berset über den Weg, aber kaum ein anderer hat ihn bemerkt, alle schauten in ihr Telefon.» J. W. will seinen Prinzipien treu bleiben und er ist bei Weitem nicht der Einzige, der so denkt. Die Frage lautet, wie lange kann man sich der digitalen Welt entziehen?
Ein Kanal zur Aussenwelt
Anders als J. W. gibt es viele ältere Menschen, die den digitalen Wandel mitmachen wollen. Laut einer Studie von Pro Senectute aus dem Jahr 2020 seien 74 Prozent der Generation 65plus bereits online unterwegs. Ein «digitaler Graben» öffne sich dann bei Menschen über 80 Jahre. Die Seniorinnen wollen im Familien-Chat mitreden und auch Fotos versenden. Sie haben genug von Radiosendern und wählen einen Musik-Streamingdienst. Auch Bankgeschäfte gilt es heutzutage digital abzuwickeln.
Aber einige stossen dabei auf Widerstand. Deswegen gibt es mittlerweile viele Angebote, die Hilfe und Unterstützung versprechen. Ein in Höngg bereits etabliertes Angebot sind die Supportnachmittage und Vorträge des Vereins Computeria Zürich, bei denen ältere Menschen im Umgang mit Computer, Tablet und Handy Unterstützung finden. Die Nachmittage finden regelmässig im reformierten Kirchgemeindehaus statt.
Die Genossenschaft Zeitgut Zürich Höngg-Wipkingen setzt mittlerweile jeden Samstag auf die digitale Unterstützung: Kostenlos und ohne Anmeldung können sich dort Leute mit ihren Fragen hinwenden (siehe Box). «Es ist von grosser Bedeutung, dass jeder Mensch die Möglichkeit hat, Unterstützung im Umgang mit digitalen Geräten zu erhalten», sagt Regina Hinding, Geschäftsführerin von Zeitgut. Für viele würden diese Geräte einen Kanal zur Kommunikation mit der Aussenwelt darstellen. «In einer Zeit, in der Einsamkeit ein immer grösseres Thema wird, ist es umso notwendiger, dass alle die Fähigkeit haben, die digitalen Technologien zu nutzen», so Hinding.
Ein Fachmann weiss Rat
Einer, der sich dieser Situation stellt, ist Zaheer Uddin Qureshi, ein Fachmann in der Cyber-Security, der als Freiwilliger seit einem Jahr zum Zeitgut-Team gehört. «Das Angebot wird immer bekannter, aktuell kommen pro Samstag vier bis sechs Personen. Manchmal müssen wir auf den nächsten Samstag verweisen», sagt er.
Qureshi erlebt die Klientel als direkt. «Die Menschen kommen mit einer klaren Frage auf uns zu.» Meistens gehe es um das Smartphone, seltener um den Computer, wobei aber auch der Laptop vorbeigebracht werde. Er hört Fragen wie: Warum ist das System plötzlich langsam? Warum funktioniert das Login nicht mehr? Und was passiert bei einem Update? Dazu gesellen sich Fragen über das Versenden von Fotos, den Speicherplatz, die Verwendung einer App usw. Es sind Anliegen, die nicht nur ältere Menschen haben.
Alle zwei, drei Wochen gebe es aber auch eine komplexere Frage, wie der Cyber-Fachmann erzählt: «Eine Dame besass eines der ersten iPhones und sie wollte ihre Dokumente und Fotos auf ein neues Gerät übertragen. Niemand konnte ihr dabei helfen.» Qureshi musste zunächst recherchieren, aber es hat geklappt. «Viele, die unsere Unterstützung besuchen, gehen davon aus, dass wir ihre Frage innert Sekunden lösen, das ist aber nicht immer der Fall», sagt Qureshi. Es lohne sich daher, etwas Zeit einzuplanen. Die Dankbarkeit, die er beim Lösen eines digitalen Problems erlebt, sei enorm.
Hilfsmittel im Alter
Digitale Hilfsmittel spielen zunehmend eine wichtige Rolle für das Leben im Alter. Sie erfordern aber auch das Aufbauen einer digitalen Kompetenz, wie die Stadt Zürich auf ihrer Website der Fachstelle Zürich im Alter schreibt. Es sind Hilfsmittel, die für die Selbstständigkeit von Vorteil ein können.
Etwa Gesundheits-Apps: Programme, die beispielsweise medizinische Daten sammeln und verwalten. Apps, die das Trinken in Erinnerung rufen oder generell als Gedächtnisstütze fungieren. Viele Krankenkassen wissen über diese Apps Bescheid und bieten oftmals eine eigene Coach-App an, welche die Aktivitäten aufzeichnet, aber auch mit wertvollen Tipps aufwartet.
Weiter gibt es laut der Stadt Zürich auch Programme, welche die Absprache und Organisation von mehreren Angehörigen und Betreuungspersonen vereinfachen (erwähnt wird die App «we+care»). Auch Armbänder mit Notfallknopf sind gefragt: Das Seniorenportal Schweiz spricht von «digitalen Schutzengeln», Anbieter gibt es mehrere. Bei einem Sturz oder in einer gefährlichen Situation können die Trägerinnen den Notfallknopf betätigen und die gespeicherten Adressen (Familie, Notrufzentrale usw.) werden umgehend informiert.
Manchmal sind es vermeintlich einfache Dinge, die ins Gewicht fallen. Bedeutend sind sie trotzdem: Einer der Hauptgründe, warum der eingangs erwähnte J. W. heutzutage Mühe mit den Smartphones hat, ist die fehlende Tastatur. Das «Wischen» auf einem Display bleibt ihm suspekt, das Eingeben von Texten bereitet ihm auf diese Weise Mühe.
Er, wie auch andere Menschen, bevorzugen noch immer Tasten und eine einfache Bedienung. Das blieb der Industrie nicht verborgen: Sogenannte Senioren-Handys sind im Handel erhältlich und neue Anwendungen funktionieren dort auch.
Wer nicht auf das Smartphone verzichten möchte, für den gibt es – man ahnt es – Apps: Die Stadt erwähnt als Beispiel «easier phone». Dank diesem Programm wird die Handhabung erleichtert.
Achtsamkeit ist wichtig
Der digitale Wandel öffnete auch Tür und Tor für eine neue Art der Kriminalität. Zeitgut-Mitarbeiter Qureshi, der hauptberuflich als Cyber-Security-Spezialist tätig ist, kennt die Abgründe im professionellen Bereich, hält aber Tipps für den privaten Gebrauch bereit. Damit meint er das sogenannte Phishing: «Achten Sie bei E-Mails immer auf den Absender. Fragen Sie sich, ob Sie diese Person oder diese Firma kennen», sagt er.
Kriminelle imitieren Banken, Krankenkassen und weitere Institutionen und fordern zum Eingeben sensibler Daten auf. «Aktivieren Sie daher keinen Link, öffnen Sie kein angehängtes Dokument und geben Sie niemals Kontoinformationen oder Passwörter preis», so Qureshi. Habe man ein ungutes Gefühl, sei die telefonische Nachfrage eine gute Lösung, um ganz sicher zu gehen.
Angebote in der Stadt Zürich – eine Auswahl
Computeria Zürich
Vorträge und Supportnachmittage
im reformierten Kirchgemeindehaus Höngg
Ackersteinstrasse 186 und 190 www.computeria-zuerich.ch
Digitale Unterstützung
Genossenschaft Zeitgut
Jeden ersten und dritten Samstag im Monat, von 10 bis 11 Uhr, im «Höngger», Meierhofplatz 2 (kostenlos, ohne Anmeldung).
Jeden zweiten und vierten Samstag, von 10 bis 11 Uhr, in der Pfarrei Guthirt, Guthirtstrasse 3–7 (kostenlos, ohne Anmeldung). www.zeitgut-zuerich.ch
Pro Senectute Zürich
Digitaler Coach und
Schutz vor Finanzmissbrauch:
www.pszh.ch
Gesundheitszentren für das Alter: Computercorner
Regelmässige Unterstützung in den Zentren Bürgerasyl-Pfrundhaus, Dorflinde, Eichrain, Langgrüt, Laubegg, Limmat und Wildbach. www.stadt-zuerich.ch/gesundheitszentren
Im Fokus: Wertvolle Jahre
Der «Höngger» veröffentlicht auch in diesem Jahr verschiedene Artikel, die sich der Lebensrealität von Betagten und Menschen mit Behinderung widmen. Diese Reihe entsteht mit freundlicher Unterstützung der Luise Beerli Stiftung, die sich für solche Menschen stark macht.
Plötzlich waren die Schafe weg und ein Bagger hob ein Loch aus. «Die Baustelle ist riesig», so eine Leserin. Was dort wohl gebaut wird? Die Antwort gibt das Tiefbauamt der Stadt Zürich: Dort entsteht ein neuer Gleichrichter zur Umwandlung von Wechselspannung in Gleichspannung.
Dieser ist nötig, um die Elektrifizierung der Buslinie 69 – und später auch die Fahrzeuge der Linie 80 – in die Wege zu leiten. Sehen wird man den Gleichrichter allerdings nicht, denn dieser wird unterirdisch angelegt. Nach Abschluss der Bauarbeiten, voraussichtlich im April nächsten Jahres, werden nur der Zugang und die Lüftungen auf der Oberfläche zu sehen sein.
Wie das Tiefbauamt auf seiner Website schreibt, erfolge die Aufnahme des Trolleybus-Betriebs auf der Linie 69 voraussichtlich Ende 2025. Für den Betrieb haben die VBZ sieben neue Batterie-Gelenktrolleybusse bestellt. Aufgrund ihrer leistungsfähigen Traktionsbatterien benötigen die Fahrzeuge keine durchgehende Fahrleitungsinfrastruktur.
Entsprechend werden neue Fahrleitungen lediglich auf dem Abschnitt zwischen Hönggerberg und Waidspital sowie kleinräumig im Bereich Milchbuck und Bucheggplatz erforderlich. Die Kosten für die Elektrifizierung der Linie 69 belaufen sich laut VBZ auf 14 Millionen Franken.
In den Monaten Juli und August können Hitzewellen mit Tageshöchstwerten von über 30 Grad auftreten. Der Mensch kann seine Körpertemperatur durch Schwitzen regulieren und abkühlen. Anders ist das bei Tierarten wie Hunden oder Katzen, die keine Schweissdrüsen besitzen. Die Gefahr eines Hitzschlags sei deshalb gross, warnt die Stiftung TBB Schweiz.
Geöffnetes Fenster hilft nicht
Autos stellen für die Vierbeiner eine besonders grosse Gefahr dar. Schon bei 15 Grad heizt sich der Innenraum eines Autos auf bis zu 50 Grad auf, bei hohen Aussentemperaturen sogar auf bis zu 70 Grad. Selbst mit geöffneten Fenstern und einem Schattenplatz kann das Fahrzeug zur Todesfalle werden. Durch Hecheln können sich die Hunde nicht mehr ausreichend abkühlen, die Körpertemperatur steigt an. Durch Kreislaufversagen droht der Hitzetod. Das Zurücklassen eines Tieres in einem in der Sonne stehenden Auto ist in jedem Fall tierschutzrelevant und kann zu einem Eintrag ins Strafregister führen.
Tipps für die Abkühlung
Mit ein paar Tipps kann man seinem Tier helfen, die heissen Sommertage unbeschadet zu überstehen. Bei Hunden sollten die täglichen Gassi-Runden auf die kühleren Morgen- oder späten Abendstunden verlegt werden. Wichtig dabei ist, den Hund nicht zu überanstrengen: Auf längere Spieleinheiten und das Laufen neben dem Fahrrad sollte deshalb verzichtet werden. Auch sollten aufgeheizte Asphaltwege vermieden werden. Hier kann sich die Pfote schnell verbrennen. Eine Sonnencrème für Tiere kann zusätzlich die Haut vor starker und direkter Sonneneinstrahlung schützen.
Katzen, insbesondere Wohnungskatzen, sollten immer einen kühlen Rückzugsort haben mithilfe von beispielsweise Pflanzen, welche für schattige Plätzchen sorgen. Wichtig ist auch, dass dem Tier stets eine Wasserquelle zur Verfügung steht. Tiere in Käfigen sind durch hohe Temperaturen besonders gefährdet. Das Gehege sollte daher an einem schattigen Platz stehen und es sollte auch regelmässig kontrolliert werden, ob genügend frisches Wasser vorhanden ist. Mit kalten Steinplatten, einer gefrorenen Wasserflasche und feuchten Tüchern über dem Gehege kann für kühlere Bedingungen gesorgt werden.
Das Sportamt der Stadt Zürich fördert den ausserschulischen Jugendsport in diesem Jahr mit 2,92 Millionen Franken, wie er in einer Medienmitteilung schreibt. Von den ausbezahlten Geldern profitieren Stadtzürcher Vereine und andere gemeinnützige Organisationen, die regelmässige Sportangebote für Kinder und Jugendliche durchführen.
Für die diesjährigen Beiträge haben 218 Vereine und Organisationen 21’421 in der Stadt wohnhafte Kinder und Jugendliche gemeldet, die 2023 ihre Angebote genutzt haben. Im Vergleich zum Vorjahr (19’515 Kinder und Jugendliche) ist diese Zahl deutlich gestiegen.
«Seit einigen Jahren verzeichnen die städtischen Sportvereine kontinuierlich überdurchschnittliche Zuwachsraten. Ausschlaggebend hierfür sind die zahlreichen Sportbegeisterten, die sich in den Vereinen mit grossem Einsatz und viel ehrenamtlichem Engagement für den Sport sowie die Kinder und Jugendlichen in unserer Stadt einsetzen», so Stadtrat Filippo Leutenegger.
Die aus dem Kredit gewährten Jugendsportbeiträge werden pro Kopf und Häufigkeit der Trainings berechnet. Zusätzlich erhalten die Vereine und Organisationen Beiträge für Trainingslager, Lohnkosten und Leistungszentren.
Ebenfalls unterstützt werden gesamtstädtische Jugendsportveranstaltungen, niederschwellige offene Sportangebote, regelmässig sportlich aktive Kinder und Jugendliche mit Behinderung sowie junge Spitzensportler*innen. Daraus ergeben sich Beiträge in der Höhe von insgesamt 2,82 Millionen Franken.
100’000 Franken für mehr Mädchen im Sport
Zusätzlich kommen 100’000 Franken dem Projekt «Atleta – Mehr Mädchen im Sport» zugute, das sich für die Erhöhung des Mädchenanteils im Vereinssport einsetzt. «Atleta» schafft neue Sportangebote für Mädchen oder gestaltet bestehende attraktiver.
Zudem sensibilisiert das Atleta-Teilprojekt «Let’s Move» Lehrpersonen, Trainer*innen und Funktionär*innen in Aus- und Weiterbildungsangeboten für optimale Rahmenbedingungen, die den Zugang von Mädchen und jungen Frauen zum Sport erleichtern.
Förderung des Jugendsports durch die Vereine
Das Sportamt der Stadt Zürich unterstützt seit über vierzig Jahren mittels jährlicher Beiträge gezielt Stadtzürcher Organisationen, die im Jugendsport tätig sind. Hauptziel der städtischen Sportförderung ist es, die lebenslange sportliche Betätigung möglichst vieler Menschen in der Stadt Zürich zu fördern.
In diesem Jahr wird das Film-Festival «Filmfluss» 30 Jahre alt. Seit 1994 bietet es jedes Jahr ein abwechslungsreiches Programm mit Filmen aus aller Welt. Den Auftakt macht wie letztes Jahr ein Schweizer Film: «Tambour Battant», eine Komödie von François-Christophe Marzal, spielt in einem Walliser Dorf im Jahr 1970, wo ein musikalischer Konflikt zur politischen Auseinandersetzung führt und sich gar auf die Liebe ausweitet.
Das Film-Festival «Filmfluss» lädt ein, die Alltagssorgen mit der Limmat davontreiben zu lassen. Sobald die Dämmerung einsetzt, beginnt die Leinwand zu leuchten und das Publikum wird in eine andere Welt entführt. Zwischen dem 10. und 28. Juli werden in der Badi Unterer Letten insgesamt 15 Filme gezeigt.
An verschiedenen Orten sind Billette im Vorverkauf erhältlich, so zum Beispiel auch im «L’ultimo bacio» oder Dienstagabend direkt an der «Flussssbar». Auch an der Abendkasse stehen Billette zum Verkauf. Es lohnt sich, vorher den Wetterbericht zu konsultieren und den Regenschutz mitzunehmen; die Filmvorführungen finden bei jeder Witterung statt.
(Quelle: Website Filmfluss)
Filmfluss 2024
PROGRAMM
Mittwoch 10. Juli Tambour Battant François-Christophe Marzal, Schweiz 2019, D
mit Sabine Timoteo, Pierre Mifsud u.a.
Donnerstag 11. Juli Der Nachname
Sönke Wortmann, Deutschland 2022, D
mit Caroline Peters, Christoph Maria Herbst u.a.
Freitag 12. Juli Tenor
Claude Zidi Jr., Frankreich 2022, F/d
mit Michèle Laroque, Mohamed Belkhir u.a.
Samstag 13. Juli
La Brigade
Louis-Julien Petit, Frankreich 2022, F/d
mit Audrey Lamy, François Cluzet u.a.
Sonntag 14. Juli
Fearless Flyers
Hafsteinn Gunnar Sigurðsson, Island / Grossbritannien 2023, E/d
mit Lydia Leonard, Timothy Spall u.a.
Mittwoch 17. Juli
Dogman
Luc Besson, Frankreich / USA 2023, E/d
mit Jojo T. Gibbs, Caleb Landry Jones u.a.
Donnerstag 18. Juli
The unlikely Pilgrimage of Harold Fry
Hettie Macdonald, Grossbritannien 2023, E/d
mit Penelope Wilton, Jim Broadbent u.a.
Freitag 19. Juli
Antoinette dans les cevennes
Caroline Vignal, Frankreich 2020, F/d
mit Laure Calamy, Benjamin Lavernhe u.a.
Samstag 20. Juli
The pod generation
Sophie Barthes, Grossbritannien / Belgien 2023, E/d
Sie veranstalten einen Anlass in Höngg? Gerne können Sie diesen über das Online Formular eintragen. So kann Ihre Veranstaltung viele Menschen im Quartier erreichen: Durch die Präsenz in der beliebten online Agenda der «Höngger Zeitung» sowie in der Print Ausgabe, welche alle zwei Wochen an über 12’000 Haushalte geliefert wird.
Konzerte, Spielabende, Workshops, Kindertheater, Gesprächsrunden, Spaziergänge, Jugendtreffs, Sport- und Bewegungskurse, Lesungen… Die «Höngger» Agenda hat für alle was zu bieten! Jetzt dabei sein: Veranstaltung anmelden
Was am 7. März unter sechs Personen aus dem hiesigen Gewerbe in kleiner Runde als Gewerbeverein Chreis Zäh gegründet wurde, wird jetzt der Öffentlichkeit vorgestellt. Der Vorstand wurde zwischenzeitlich um die Quästorin erweitert und umfasst nun sieben engagierte Persönlichkeiten.
Der Gewerbeverein Chreis Zäh, der die beiden Zürcher Stadtteile Höngg und Wipkingen vereint, soll als Plattform für Gewerbetreibende und zum Austausch und Netzwerken dienen. Das Ziel ist die Förderung des lokalen Gewerbes sowie die Interessenvertretung von KMU und Gewerbe gegenüber Stadt und Kanton Zürich.
Die Gründungsfeier
Der neue Gewerbeverein lädt gewerbetreibende Personen und Detaillisten aus Wipkingen und Höngg zu einer öffentlichen Gründungsfeier ein. Sinn und Zweck dieses Festes ist die Bekanntmachung des Vereins, das gesellige Zusammensein sowie das ungezwungene Stelldichein mit freien Netzwerkmöglichkeiten.
Ab Freitag ist die neue Website www.gvc10.ch online, die von der BN Graphics GmbH realisiert wurde. Dort sind auch die Informationen zur Mitgliedschaft enthalten.
Gründungsfeier Chreis Zäh
Mittwoch, 28. August, 18.30 Uhr
Fasskeller im Restaurant Weinbeiz, Zweifel 1898
Um Anmeldung wird gebeten unter www.gvc10.ch, Anmeldeschluss: 10. August
Das Projekt warf Wellen bis in die katholischen Lande. «Volkshaus oder Kirchgemeindehaus?», fragten die «Fribourger Nachrichten»: «Ein seltsames Kirchgemeindehaus ist in einem sozialistischen Quartier von Grosszürich im Werden: Dieses Kirchgemeindehaus soll neben Versammlungssälen auch Turn- und Spielräume, Post- und Bankfiliale, Quartierbüro, Kindergarten, Kinderkrippe, öffentliche Badanstalt, alkoholfreie Wirtschaft und weiss der Himmel was noch enthalten!»
Die Fribourger Katholiken hatten auch eine Erklärung: «Das Rätsel über diesen Bazarbau ist bald gelöst: Die Kirchgemeinde Wipkingen ist eine sozialistisch regierte Kirchgemeinde.»
Was nicht ganz falsch war. Die Politik im Wipkingen der 1920er-Jahre war abgesteckt: Der Männerchor, die Vereine und die Gemeinnützige Gesellschaft Wipkingen (GGW) waren bürgerlich, die Kirchgemeinde war rot. Tonangebend in der Kirchgemeinde waren die Religiös-Sozialen, eine christlich-soziale Bewegung. Als Pfarrer amtete Ernst Altwegg. Die Religiös-Sozialen engagierten sich im Namen der Kirche auch politisch, was in Wipkingen Stirnrunzeln auslöste. «Richtlinien für eine Neugestaltung des gesellschaftlichen Lebens auf christlicher Grundlage», hiess eine schmale Schrift, welche die Kirchenpflege 1919 publizierte.
Die Forderungen waren durchwegs auf der Linie der Religiös-Sozialen. Sie waren tief-rot: Abbau des herrschenden Wirtschaftssystems, Recht auf Arbeit und Arbeitspflicht für alle, Aufhebung jedwedes arbeitslosen Einkommens, Abschaffung des Militärs und vollständige Abrüstung, fortschreitende Kommunalisierung von Grund und Boden und Abschaffung des Kapitalzinses.
Die Gemeinde soll zusammenfinden
«Soll das Kirchgemeindehaus ein allgemeines Volkshaus sein?», fragte die «Neue Zürcher Zeitung» erstaunt. Die Pläne mit der Bank- und Postfiliale, dem Volksbad oder der alkoholfreien Wirtschaft entsprachen dem Ideal der Religiös-Sozialen, sie kamen aber nicht überall gut an. Pfarrer Altwegg bemühte sich, den Terminus «Volkshaus» zu streichen. Ihm oblag es, bei den Mitgliedern die Begeisterung zu wecken: «Unser zukünftiges Kirchgemeindehaus», so war der Vortrag betitelt, den Altwegg am 13. März 1927 in der Kirche Wipkingen hielt.
Er beschrieb die Raumnot und den Wunsch der Gemeinde nach einem gemeinsamen Haus mit grossem Saal, Restaurant, Kinderlehrlokal, Pestalozzi-Stube inklusive Post und Bank. Altwegg umriss begeisternd den Bau, wie er aussehen solle, wo er zu stehen käme und wie die Gemeinde dort zusammenfände.
Er verwies auf die anstehende Volksabstimmung: Jeder Mann müsse an die Urne gebracht werden, man müsse Freunde, Bekannte, Verwandte für ein Ja begeistern, und es müsse der Abstimmung auch eine lebhafte Agitation in den andern Stadtkreisen vorausgehen. «Wenn wir darin irgendetwas versäumen und in der Abstimmung unterliegen, dann ist die Hoffnung auf ein Kirchgemeindehaus auf Jahre begraben», schloss Altwegg seine fulminante Ansprache.
Den Anfang hatte das Projekt fünf Jahre zuvor genommen: Die Kirchgemeindeversammlung vom Sonntag, 5. November 1922, 10.15 Uhr, war so gut besucht wie nie. 262 Stimmberechtigte füllten die Kirche, die nicht stimmberechtigten Jung-Wipkinger besetzten die Empore, ein Orgelspiel eröffnete die Versammlung und der Männerchor gab ein kurzes Gesangsspiel. Als Gast war Stadtbaumeister Herter geladen. Wichtigste Traktanden waren der Bau des Kirchgemeindehauses, das Raumprogramm und die Wahl des Bauplatzes.
Als Erstes stimmte man darüber ab, ob die Quartierbedürfnisse ins Raumprogramm aufgenommen werden sollten, was 243 Ja-Stimmen ohne Nein-Stimmen ergab, worauf Präsident Billeter dem anwesenden Stadtbaumeister Herter das Wort zur Standortfrage erteilte. Neun Bauplätze wurden der Kirchenpflege angeboten, wovon einzig die der Stadt Zürich gehörende Parzelle 1296 an der Röschibachstrasse oberhalb des Kehlhofs den Anforderungen genüge.
Es folgte eine längere Erläuterung von Präsident Billeter zur Frage, ob der Kehlhof stehen gelassen werden könne und was mit der Krippe geschehen solle. Die GGW (der heutige Quartierverein) und der Frauenverein, der die Krippe leitete, waren skeptisch.
Trickreicher Abstimmungskampf
Der Streit um die Krippe zog sich über Jahre dahin. Als Standort für ein neues Kirchgemeindehaus käme exakt und ausschliesslich der Kehlhof zwischen Höngger- und Röschibachstrasse infrage, hatte Stadtbaumeister Herter geschrieben, was die Kirchgemeinde Wipkingen 1922 der GGW mitteilte.
Es folgten jahrelange Rekurse, Einsprachen und Gutachten. Man hatte die kantonale Heimatschutzkommission angerufen, die feststellte, da «das geplante Kirchgemeindehaus ein wichtiges Gebäude sein wird, das ganz der Allgemeinheit dient, würde es sich unter keinen Umständen rechtfertigen lassen, das ästhetisch nicht wertvolle Gebäude (Kehlhof) stehen zu lassen».
Es hiess ausdrücklich, dass der stolze Nussbaum stehen bleiben solle und der Kehlhof nach Möglichkeit ebenso. Der Stadtrat überliess der Kirchgemeinde den Bauplatz für 47 000 Franken. Um 12 Uhr 20 war die Sitzung beendet und das Projekt unter Dach. Dann ging es voran; mit seiner fulminanten Rede 1927 rief Pfarrer Altwegg die Stimmbürger an die Urne.
Der Abstimmungskampf war professionell durchorganisiert: Mit «Vereine und Gesellschaften von Wipkingen» war ein Flugblatt unterzeichnet. Eine Steuererhöhung sei nicht nötig, da die Baukosten von 2,28 Millionen Franken durch sichere Zinseinnahmen und durch den städtischen Beitrag gedeckt seien. «Die Kirchensteuer muss nicht erhöht werden!», hiess es im Flugblatt.
Es wurde gebaut. Am Samstag, 23. Januar 1932, war das neue Kirchgemeindehaus zur öffentlichen Besichtigung geöffnet und am Sonntag fand in der reformierten Kirche ein Festgottesdienst zur Einweihung statt. Der Kirchenchor sang, nicht der Männerchor.
Überdimensioniert und unbeliebt
Bald zeigte sich, dass das Haus zu gross geraten war. Es begann recht vielversprechend mit Anlässen, Gesangsauftritten des Männerchors und geselligen Veranstaltungen, aber die Vereine beklagten ihre Räumlichkeiten als unpraktisch, insbesondere der Samariterverein und die Betreiber des Krankenmobilienmagazins äusserten Unmut.
Für den Konfirmandenunterricht gab es schlicht zu wenig Kinder, um die Unterweisungszimmer auch nur halb zu füllen. Die strikte Hausordnung trug ihren Teil dazu bei, dass das Haus nicht recht in Schwung kommen wollte.
Die Verärgerung im Volk über die Nutzungsbestimmungen des Saals im Kirchgemeindehaus überdauerte die Jahrzehnte. Die Hausordnung erlaubte das Rauchen nur in den Sitzungszimmern. «Sämtliche Anlässe, Veranstaltungen sowie auch Proben usw. müssen abends, 10 Uhr, geschlossen werden», verlangte das Reglement.
Die Vereine und insbesondere die GGW beklagten diese Betriebsordnung regelmässig; und irgendwann platzte der GGW der Kragen. Im Jahresbericht 1946 stand Klartext: «Diese beiden Bestimmungen verwehrten von allem Anfang an unseren Organisationen die Benützung der schönen und geräumigen Lokalitäten des Kirchgemeindehauses.»
Die Kirchenpflege hatte sich komplett verrannt. Das gesamte Quartier, alle Parteien, alle Vereine, Männerchor, Baugenossenschaften und die GGW stemmten sich gegen die Kirchenpflege und verlangten eine realistische Hausordnung – ohne das geringste Einlenken. Das Alkoholverbot blieb aufrecht, weshalb es kaum gesellige Veranstaltungen im Saal gab. Nach einigen Tanzabenden des Arbeitervereins Satus und der Turnvereine blieb der Saal wieder unbenutzt.
Die «Wipkingertagungen»
Das Volkshaus, das keines sein wollte, mutierte dann zu einem Hort des Widerstandes. Karl Barth ist ein Kirchenvater des 20. Jahrhunderts. Die Machtergreifung der Nationalsozialisten 1933 veränderte sein Leben. Karl Barth verlor wegen seiner Schriften die Professur in Göttingen, und als er das Schweigen der Christen angesichts des Unrechtsregimes anprangerte, musste er 1935 in die Schweiz ziehen.
Er rief bereits 1938 zum bewaffneten Widerstand gegen die braune Diktatur auf und verlangte von der evangelischen Kirche klare Bekenntnisse gegen die Tyrannei. Im gleichen Jahr liess er sich in der Schweizer Armee zum Soldaten ausbilden. Seine Vorträge und Auftritte fanden starke Beachtung.
Ein wichtiger Teil dieser Tätigkeiten fand im Kirchgemeindehaus Wipkingen statt. Diese hatten eine so starke Ausstrahlung, dass sie weithin «Wipkingertagungen» genannt wurden. Die Versammlungen in Wipkingen begründeten eine christliche Legitimation des bewaffneten Widerstandes, sie bezogen scharf Stellung gegen die bundesrätlichen Zensurmassnahmen und lehnten Rückschaffung von Flüchtlingen ab.
Es ging um theologische und kirchliche Fragen; tatsächlich aber war das Kirchgemeindehaus Wipkingen in den Kriegsjahren ein Hort der geistigen Landesverteidigung.
Artikel / Quellen:
Martin Bürlimann, Kurt Gammeter: «Damals», Wibichinga Verlag, 2024.
Ernst Altwegg, «Unser zukünftiges Kirchgemeindehaus», Vortrag vom 13. März 1927, in der reformierten Kirche Wipkingen.
Ref. Kirchenpflege Wipkingen (Hrsg.): «Richtlinien für eine Neugestaltung des gesellschaftlichen Lebens auf christlicher Grundlage», Zürich-Wipkingen 1919.
Bildergalerie
Zusammengestellt von Martin Bürlimann und Kurt Gammeter, Autoren von «Damals: Wipkingen – Ein Bilderbogen»