Autor: tka_admin

  • Ein Tag im Alters- und Pflegeheim

    Ein Tag im Alters- und Pflegeheim

    Es ist halb sieben Uhr morgens: Im Alters- und Pflegeheim der Hauserstiftung Höngg beginnt ein neuer Tag. Sowohl für die Mitarbeitenden wie auch für die fast 40 Personen, die dort leben. «Wir haben viele Frühaufsteher bei uns», erzählt der Pflegefachmann Jörg Helminski. Kurz nach sieben Uhr wird im Speisesaal im Erdgeschoss und im Stübli auf dem 1. Stock das Frühstück serviert, das bis 9.30 Uhr eingenommen werden kann. Im Stübli finden sich jene Personen ein, die aus vielerlei Gründen Hilfe bei der Nahrungsaufnahme benötigen. Es ist auch möglich, das Frühstück im Zimmer zu sich zu nehmen oder einfach nur den Kaffee. Einen «Zwang» gibt es nicht.

    Geselliges Quartiermittagessen und Hausbesichtigung

    Jeweils an einem Sonntag im Monat wird der Quartierbevölkerung in der Hauserstiftung ein feines Drei-Gang-Mittagessen, inkl. Mineral und Kaffee, für CHF 30.– serviert. Eine gesellige Gelegenheit, die Hauserstiftung nicht nur kulinarisch ein bisschen kennenzulernen. 

    Sonntag, 20. Oktober, 11.50 Uhr
    mit Hausführung um 14.30 Uhr in der Cafeteria
    Anmeldung bitte jeweils bis spätestens Freitagmittag, 18. Oktober.

    Die Stimmung ist ruhig, ab und zu ertönt eine Klingel – Bewohnende rufen nach dem Personal. Jörg Helminski und seine Kolleginnen agieren «im Hintergrund»: Der Morgen ist die Zeit der Körperpflege, die in den Zimmern stattfindet. Der Aufwand ist individuell, auf Wünsche wird nach Möglichkeit eingegangen. Manche kommen gut allein zurecht, andere benötigen Unterstützung, vielleicht beim Duschen oder beim Anziehen der Stützstrümpfe. So ist der Morgen für das Pflegeteam, das von Elvira Hajdarpasic geleitet wird, die intensivste Zeit. Es ist ein kollegiales Team: «Wir alle helfen einander», sagt sie. Hinter ihr im Stationszimmer hängen die Einsatzpläne an der Wand – sie zeugen von einer organisatorischen Meisterleistung.

    Tür an Tür

    Es gibt klare Standards für Alters- und Pflegeheime, die Gesundheitsdirektion des Kantons Zürich gibt diese vor. In Höngg befinden sich mehrere angesehene Häuser, die alle über ihren eigenen Charakter verfügen: das städtische Gesundheitszentrum für das Alter Bombach, das Pflegezentrum Riedhof, das Tertianum Residenz Im Brühl und jenes der Hauserstiftung, dessen Leiter Romano Consoli ist. Sein Haus, das 1924 von Johann Heinrich Hauser gegründet und 1930 eröffnet wurde, ist relativ klein.

    Aktuell können dort 38 Zimmer auf drei Etagen bezogen werden, alle mit eigenem Badezimmer. Einzelzimmer sind begehrt, Doppelzimmer nicht. Die Grösse variiert, wenige verfügen über einen Balkon. Die Zahl der Angestellten in der Pflege, im Hausdienst, in der Küche und in der Administration beläuft sich auf rund 50 Personen, deren Stellenprozente unterschiedlich sind. Speziell in der Hauserstiftung ist, dass es keine getrennten Abteilungen gibt, beispielsweise für Demenzerkrankte. Alle Bedürfnisse, darunter auch die der palliativen Pflege, finden sich Tür an Tür.

    Gemeinsam singen

    Der Alltag wird kurzweilig gestaltet, in der Fachsprache nennt sich das Aktivierung. Das Ziel ist die Erhaltung der geistigen und körperlichen Fähigkeiten der Bewohnenden unter Berücksichtigung ihrer Interessen und Möglichkeiten. Immer freiwillig, denn Selbstbestimmung und Eigenverantwortung werden grossgeschrieben. In der Hauserstiftung finden täglich Veranstaltungen, Aktivitäten und Unterhaltungsangebote statt, viele sind auch öffentlich. Das können Lesungen, Konzerte oder Spielnachmittage sein, aber auch Angebote wie Gedächtnistraining oder gemeinsames Turnen stehen auf dem Programm. Dazu gesellen sich Dienstleistungsangebote wie der hauseigene Coiffeursalon, der Besuch des Arztes oder die Fusspflege. Selbst Andachten werden angeboten.

    Am heutigen Morgen ist in der Cafeteria, deren Blickfang ein grosses Aquarium ist, das gemeinsame Singen von Volksliedern vorgesehen. Die Leitung liegt bei der Bewohnerin Margrit Reithaar, einer «Ur-Hönggerin», die im Quartier viele kennen. Sie kann mit dem Pianisten Heinz Rutishauser rund ein Dutzend singfreudige Personen empfangen. Reithaar kümmert sich darum, dass alle ein Liederbuch erhalten, dann wird gesungen: Es erklingen «S’Guggerzytli» und das «Rütlilied».

    Vor dem Mittagsschläfchen

    Gegen Mittag sind die Tische im Esssaal und im Stübli gedeckt, die saisonale Auswahl, die der Küchenchef Roger Leone mit seinem Team zubereitet, beinhaltet zwei Menüs. Das Mittagessen verläuft friedlich, die ruhigen Gespräche sind vielseitig. Auch hier ist das Pflegepersonal dabei und nimmt sich Zeit für die Betreuung. Anschliessend bevorzugen viele ein kleines Mittagsschläfchen, darunter auch Margrit Reithaar. Zuvor lädt sie noch in ihr Zimmer ein. Wie sieht das traute Heim in einer Seniorenresidenz aus?

    Bei ihr ist es ein gemütlich eingerichtetes Zimmer mit vielen Büchern, Bildern und Gegenständen. Telefon und Fernseher sind vorhanden, ein kleiner Kühlschrank ebenso. «Einige der Möbel konnte ich mitnehmen, das Bett hingegen nicht», sagt sie. Denn dieses muss von Beginn weg ein Pflegebett sein, das verstellbar ist. Die Bewohnerin erzählt, dass es ihr freier Entschluss war, in ein Altersheim zu ziehen, also liess sie sich auf die obligate Warteliste setzen. Als sie das Zimmer schliesslich begutachten konnte, zögerte sie keine Sekunde: Ein kleiner Balkon, auf dem sie die Sonne und ihre Blumen geniessen kann, ist ihr Luxus. «Der Eintritt in das Heim war eine der besten Entscheidungen, die ich getroffen habe.»

    Ein Vorurteil über das Leben in einer Seniorenresidenz ist jenes des Unfreiheit. Es gibt Lebenssituationen, bei denen die Freiheit eingeschränkt wird, sei es wegen Demenz oder aus körperlichen Gründen. Doch das wäre an jedem anderen Wohnort auch so. «Unsere Bewohnenden sind völlig frei, sie alle haben einen Schlüssel und können gehen und kommen, wie sie möchten», sagt Romano Consoli. Allerdings wird Wert daraufgelegt, dass man benachrichtigt wird, sollte jemand länger abwesend sein.

    Die Dokumentation ist wichtig

    Auch an den Nachmittagen werden Aktivierungen angeboten, an diesem Tag ein Alphornkonzert im Garten des Hauses. Das Publikum ist zahlreich. Andere ziehen es vor, sich mit Gästen in der Cafeteria zu treffen. «Es gibt Angehörige, die schauen mehrmals die Woche vorbei, bei anderen Bewohnenden sind die Besuche selten», sagt Pflegefachmann Jörg Helminski. Was zur Sprache kommt, ist die Einsamkeit.

    Umso mehr wird man in einer Altersresidenz vor dieser «geschützt»: Da sind nicht nur die Mitbewohnerinnen, da ist auch das Pflegepersonal, das mit den Menschen einen Spaziergang unternimmt, sie zum Arzt begleitet oder einfach für sie da ist. Und manchmal erhalten die Menschen auch tierische Gesellschaft: Die zwei Katzen Diva und Minusch, die in der Hauserstiftung leben, sind die heimlichen Stars und überaus zutraulich.

    Auch wenn der Nachmittag gelassener erscheint als der geschäftige Morgen, so ist das Pflegepersonal stets auf Trab. Und was viele nicht wissen: Ein wichtiger Teil der Pflege ist die Dokumentation. «Wir müssen alle Handlungen festhalten, auch wenn sie für Aussenstehende unbedeutend wirken», sagt Jörg Helminski. Es wird täglich notiert, ob beispielsweise jemand zu wenig trinkt, welchen Puls er hat und wie der Zustand der Person ist. Diese Dokumentation hilft nicht nur der Pflege, um Massnahmen zu planen, sondern dient auch den Krankenkassen als Leistungsnachweis – die Kosten müssen stets begründet werden.

    Die Menschen werden älter

    Der Abend naht und es wird Zeit für das Znacht. Dieses ist auf Wunsch vieler Bewohnenden ein klassisches Café complet, aber der Küchenchef Roger Leon hat selbstverständlich auch ein Abendmenü auf der Karte. Noch einmal treffen sich die Senior*innen im Saal oder im Stübli und halten einen Schwatz, während andere sich in ihr Zimmer zurückziehen.

    So friedlich der Tag scheint – die Augen werden vor der Realität nicht verschlossen. Die Pflege steht vor gewaltigen Herausforderungen: «Die Menschen werden immer älter», erzählt Pflegefachmann Helminski, und der Pflegenotstand ist ein beunruhigender Fakt. In der Hauserstiftung herrsche aber kein Personalmangel, wie er betont. Nicht jeder Eintritt sei zudem völlig selbstbestimmt, fügt er an. Und die Demenz ist weiter verbreitet als noch vor 20 Jahren. Es wird auch über das Sterben gesprochen. Der Tod gehöre zur Arbeit in der Pflege dazu.

    Die Nachtruhe beginnt allmählich, während Minusch und Diva hellwach werden. Mit ihnen zwei Pflegepersonen, welche die Nachtschicht antreten. Sie kümmern sich bis in die Morgenstunden um die Bewohnenden, sollten diese nachts Hilfe benötigen. Und bald beginnt ein neuer Tag.

    Im Fokus: Wertvolle Jahre

    Der «Höngger» veröffentlicht in diesem Jahr verschiedene Artikel, die sich der Lebensrealität von Betagten und Menschen mit Behinderung widmen. Diese Reihe entsteht mit freundlicher Unterstützung der Luise Beerli Stiftung, die sich für solche Menschen stark macht.

  • ETH Hönggerberg: Schwermetalle im Trinkwasser

    ETH Hönggerberg: Schwermetalle im Trinkwasser

    Die ETH Zürich hat im September das Trinkwasser in allen Gebäuden mit Jahrgang 1980 und älter flächendeckend auf gesundheitsgefährdende Schwermetalle hin geprüft, wie sie auf ihrer Website schreibt.

    In den allermeisten Gebäuden sei die Wasserqualität demnach einwandfrei. Nicht auf dem Campus Hönggerberg: Bei den Gebäude HPF, HPM, HPP und HPT wurden bei vereinzelten Proben die gesetzlich vorgegebenen Höchstwerte für die Schwermetalle Blei und Nickel «teilweise deutlich überschritten».

    Für Erwachsene, die das Wasser regelmässig konsumiert haben, bestehe «kein relevantes gesundheitliches Risiko», so der ETH-Arbeitsmediziner Dr. Leonhard Sigel im entsprechenden Artikel. Aber für Schwangere, Stillende und Kleinkinder unter sechs Jahren empfiehlt er eine individuelle Risikobeurteilung im Rahmen einer betriebsärztlichen Beratung.  

    Vorsichtsmassnahmen

    Die ETH schreibt, man solle das Wasser in den betroffenen Gebäuden nicht mehr trinken. Man werde die Ursache der erhöhten Schwermetallwerte eruieren und Lösungsmassnahmen umsetzen. Die Wasserhähne in den Pausenräumen wurden bis auf Weiteres geschlossen, Aushänge weisen Mitarbeitende auf die Situation hin.

    Zum Händewaschen sei das Wasser unbedenklich, weshalb die Wasserhähne auf den Toiletten geöffnet bleiben. Als Sicherheitsmassnahme sollten Schwangere, Stillende und Kinder unter 6 Jahren das Wasser aber nicht zur Körperpflege wie beispielsweise Zahnreinigung verwenden.

    Als Sofortmassnahmen wurden sowohl vor den Toiletten als auch in den Pausenräumen Wasserspender aufgestellt.

    Quelle: ETH Zürich

  • Sicherheit auf dem Trottoir der Röschibachstrasse

    Sicherheit auf dem Trottoir der Röschibachstrasse

    Ein Artikel von Oliver Fini, Quartierverein Wipkingen

    Es sind verschiedene Meldungen zu gefährlichen Verkehrssituationen auf der Röschibachstrasse die Hardbrücke entlang bis zur Wipkingerbrücke, vor dem Coop Wipkingerplatz und an der Ecke zur Überführung über die Rosengartenstrasse eingegangen.

    Die Gefährdung entsteht durch das Nebeneinander verschiedenster Verkehrsteilnehmenden auf dem Trottoir Richtung Wipkingerplatz. Auf dieser Strecke verkehren auf engem Raum Fussgänger*innen, Kinder, Velofahrende sowie Elektroroller.
    Durch die Abwärtsneigung sind vor allem Zweiräder teilweise sehr schnell unterwegs.

    Gefahr besteht durch eine Mischung der genannten Gruppen: Die Geschwindigkeitsunterschiede sind beträchtlich. Da keine Markierungen bestehen, bewegt sich der Verkehr unkontrolliert auf der genannten Strecke.

    DAV wurde involviert

    Ein sicherer Umgang mit der Situation und Freiheiten erfordert ein hohes Mass an Eigenverantwortung. Dies ist leider nicht immer gegeben. Deshalb wurde diesbezüglich die Dienstabteilung Verkehr (DAV) zwecks Evaluierung und Problemlösung involviert. Im Rahmen einer Begehung konnten die Gefahrenstellen beobachtet werden.

    Die Gefährlichkeit der Situation wurde von der DAV bestätigt. Der anschliessende Austausch war äusserst konstruktiv: Es besteht eine hohe Bereitschaft, die komplexe Problematik anzugehen und zeitnah aber auch in pragmatischen Schritten Abhilfe zu schaffen.

    So, dass man allen Verkehrsteilnehmenden gerecht wird. Wir bedanken uns im Voraus herzlich bei der DAV!

  • Wenn die Menschen daheim alt werden

    Wenn die Menschen daheim alt werden

    Neben der Spitex Zürich, die einen Leistungsauftrag der Stadt hat, sind zahlreiche weitere, private Organisationen tätig, die Menschen zu Hause betreuen. Eine davon ist die Spitex «z’Züri dähei» der Hönggerin Nina Hodzic. Ihre Schwester Lana Mujcinovic unterstützt sie bei der Administration und hat dem «Höngger» ein paar Fragen zu ihrer Arbeit beantwortet.

    Welche Dienstleistungen kann man bei Ihrer Spitex in Anspruch nehmen?
    Lana Mujcinovic: Wir sind ein 24-Stunden-Betrieb. Zum Angebot gehört einerseits Behandlungspflege, also Aufgaben wie Medikamente richten, Blutdruck messen, Injektionen verabreichen oder Wundbehandlungen. Daneben sind wir für die Grundpflege, also Körperpflege, Hygiene und das An- und Auskleiden da. Und schliesslich übernehmen wir Betreuung und hauswirtschaftliche Dienstleistungen. Das umfasst Arbeiten wie Einkaufen, Abwaschen, Aufräumen, aber auch Tier- und Pflanzenpflege.

    Wer bezahlt diese Dienstleis­tungen?
    Für öffentliche und private Spitex-Anbieter existiert ein einheitliches Abrechnungssystem: Die obligatorische Grundversicherung übernimmt Behandlungs- und Grundpflegekosten, wobei unsere Kundschaft pro Tag 7.65 Franken selbst bezahlt. Vom Rest übernimmt die Krankenkasse 90 Prozent der Kosten, 10 Prozent werden mit der Kundschaft abgerechnet. Hauswirtschaftliche Kosten übernimmt die Zusatzversicherung, falls eine abgeschlossen wurde, Betreuungskosten werden nicht übernommen.

    Wie wird festgelegt, wie viel Zeit für die Pflege der einzelnen Person zur Verfügung steht?
    Je nach Pflegefall wird durch den Hausarzt eine Verordnung erstellt, anhand derer die Pflegezeiten festgelegt werden. Alles, was über die von Arzt und Krankenkasse bewilligte Verordnung hinausgeht, muss von der Kundschaft selbst bezahlt werden.

    Zu Hause leben bis ans Lebensende ist für viele eine Wunschvorstellung. Aber haben die Menschen, die pflegebedürftig zu Hause sind, auch mit Einsamkeit zu kämpfen?
    Wir empfinden es so, dass die meisten Menschen, die sich entscheiden, zu Hause zu bleiben, sehr gut damit klarkommen. Wir besuchen sie bis zu dreimal täglich. Und viele haben Angehörige, die sich neben uns auch sehr gut um sie kümmern.

    Was sind Gründe, die den Wechsel in eine Institution notwendig machen?
    Ein Wechsel steht in der Regel dann an, wenn jemand rund um die Uhr Betreuung braucht. Das können sich die allerwenigsten leisten. Doch erfreulicherweise können wir den meisten unserer Kundinnen und Kunden den Wunsch, bis zu ihrem Ableben zu Hause zu bleiben, erfüllen.

    So funktioniert die Pflege zu Hause

    Im Alter wünschen sich viele Menschen, so lange wie möglich zu Hause wohnen zu bleiben. Doch wenn Pflege notwendig wird, sind die Angehörigen oft nicht in der Lage, alle Aufgaben zu bewältigen. In solchen Fällen unterstützt die Spitex. Hier die Reportage lesen.

    Im Fokus: Wertvolle Jahre

    Der «Höngger» veröffentlicht auch in diesem Jahr verschiedene Artikel, die sich der Lebensrealität von Betagten und Menschen mit Behinderung widmen. Diese Reihe entsteht mit freundlicher Unterstützung der Luise Beerli Stiftung, die sich für solche Menschen stark macht.

  • Ein Abend mit Preludium & Friends

    Ein Abend mit Preludium & Friends

    Insgesamt sind im Rahmen des Musikfestivals «Preludium & Friends» 21 Live Acts zu hören. Am Samstagabend werden im reformierten Kirchgemeindehaus von 18 bis 23 Uhr sieben von ihnen auf der Bühne stehen.

    Preludium

    Die Band präsentiert ein faszinierendes Repertoire an Eigenkompositionen von Andy Eastwood, die grösstenteils in den 1980ern entstanden sind, aber auch frisch arrangierte neue Songs umfassen, die auf dieser nostalgischen Basis aufbauen. Andy Eastwood (Gitarre & Gesang), André Meier (Bass), Bert Horvath (Keys), Rolf Eberhart (Gitarre) und Peter Nogter (Schlagzeug) vereinen ihre Talente, um ein Konzert zu einem unvergesslichen Erlebnis zu machen.

    Dan Jaxon

    Drummer Andy Gantenbein liefert kraftvolle Beats, während Bassist Urs „Üse“ Müller die Grooves zum Puls der Musik werden lässt. Gitarrist Andi „Coni“ Conrad zaubert beeindruckende Riffs, und Tom Schläpfer sorgt mit seinen Keyboard-Klängen für den harmonischen Hintergrund. Sänger Stefan „The Voice“ Voli vereint sanfte Melodien mit kraftvollen Ausbrüchen. Zusammen bieten Dan Jaxon eine fesselnde musikalische Reise, die im Ohr bleibt und den Rock neu definiert.

    Giulia Fly

    Giulia Fly ist eine aufstrebende Künstlerin im Bereich der elektronischen Musik. Mit ihrer einzigartigen Mischung aus House, Pop und Ethnic zieht sie Fans aus der ganzen Welt an. Ihre Songs wie „Calm the Fire“ und „Viva La Vida“ lassen das Publikum in ekstatische Welten eintauchen und versprühen pure Energie. Giulia hat sich nicht nur als Sängerin, sondern auch als DJane etabliert, die mit ihren Performances für heisse Nächte und wilde Partys sorgt​.

    Penelope Athena

    In den Medien wie auch auf den Bühnen ist sie bereits ein bekanntes Gesicht. Penelopes erstes Album «Querbeet» war ein voller Erfolg in die Charts. Nebst den Produktionsarbeiten für Ihr 2. Album, unterstützt sie auch Bionicman musikalisch mit dem Song „Be human – Be Strong“. Ausserdem unterstützt sie gesanglich die Schweizer Kinderorganisation mit dem kommenden Swiss Allstar Song, welcher als Premiere im KKL stattgefunden hat.

    missfelder

    missfelder ist das Soloprojekt des Zürcher Songschreibers Manuel Missfelder. Dabei vereint er spielend seine Vorlieben für Gitarrenmusik und eingängige Pop-Melodien. Das Genre bezeichnet er dabei selbst als Rock’n’Pop. Er lässt Platz für textliche Tiefe und musikalische Spielereien, wirkt dabei jedoch nie verkopft oder abgehoben. Er singt über das Leben. So, wie er es erlebt.

    Lost in Quiet

    Die Indierock-Band Lost in Quiet aus Zürich erblickte vor einem Jahr das Licht der Musikszene. Bestehend aus fünf jungen Mitgliedern, präsentiert Lost in Quiet dynamische Kompositionen, durchdrungen von atmosphärischen Klängen und kraftvollen Rockelementen. Darüber hinaus verleihen sie bekannten Liedern mit ihrem eigenen kreativen Twist eine neue Dimension. Mit ihrem Premierenauftritt stehen sie nun bereit, die Bühne zu betreten und ihre Klanglandschaft mit der Welt zu teilen.

    DJ Alice D.

    DJ Alice D. ist ein Produkt der Techno-Kultur der 90er Jahre in Basel und ihrer psychedelischen Bewegung. Alice D. begann im Alter von 15 Jahren Schallplatten aufzulegen, nachdem sie viele Jahre musikalische Ausbildung genossen hatte, inspiriert durch ihren Großvater, einem leidenschaftlichen Musiker, und weil sie sich in elektronische Musik, insbesondere Progressive Trance, verliebt hatte.

    Preludium & Friends Musikfestival

    Das Festival findet vom Freitag, 27., bis Sonntag, 29. September in Höngg im reformierten Kirchgemeindehaus statt. Es ist offen für alle – ob Jung oder Alt. 

    Tickets und weitere Informationen: www.ticketino.com

    50 Prozent Ermässigung mit dem Promocode: hoengger24 

  • So funktioniert die Pflege zu Hause

    So funktioniert die Pflege zu Hause

    Eng reihen sich die Elektrofahrräder im Veloraum am Standort von Spitex Zürich in Wipkingen aneinander. Mindestens zwanzig von ihnen sind hier geparkt. Sie stehen den Mitarbeitenden für ihre Pflegeeinsätze zur Verfügung. Wer bei der Spitex arbeitet, kann zwischen Velo oder Auto als Verkehrsmittel entscheiden.

    Die Pflegefachfrau Karin Koch-Haug wählt stets das Velo. Für ihre heutige Tour braucht sie allerdings gleich deren zwei: eines für sich und eines für die Journalistin, die sie an diesem Vormittag begleiten darf. Die Pflegefachfrau nimmt zwei volle Akkus aus dem Regal, steckt sie auf die Fahrräder und überreicht der Journalistin ihren Fahrradschlüssel. Es ist kurz nach acht Uhr morgens, die gemeinsame Tour kann beginnen.

    Koch-Haug gehört zum «Memory Care Team», das sich speziell um Menschen mit einer dementiellen Erkrankung kümmert. Den Anfang macht das Ehepaar M.: Der 93-jährige Ehemann ist Demenzpatient, seine bald 90-jährige Frau kümmert sich um ihn und um den Haushalt. Dabei erhält sie zweimal täglich Hilfe von der Spitex.

    Heute unterstützt Koch-Haug Herrn M. bei der Körperpflege sowie beim Ankleiden und kontrolliert, ob er die Medikamente eingenommen hat. Abends wird nochmals jemand vorbeischauen. Zudem kommt einmal wöchentlich Besuch von einem Hauswirtschaftsteam. Die restlichen Arbeiten übernimmt Frau M. selber, gelegentlich unterstützt von Bekannten.

    Das Ehepaar ist dankbar für die Spitex-Besuche. Denn, so sagt Frau M., die Pflege ihres Mannes sei für sie schon anstrengend. Und nachdem er im letzten Jahr eine längere Zeit im Spital verbringen musste, war klar, dass sie mehr Hilfe brauchen. «Anfangs haben wir uns Gedanken darüber gemacht, wie es wohl sein wird, wenn immer wieder andere Leute zu uns nach Hause kommen. Aber mittlerweile ist das für uns kein Problem mehr. Die Pflegenden sind alle sehr freundlich, man merkt, dass sie Freude am Beruf haben», erklärt sie.

    Dass Koch-Haug und das Ehepaar miteinander vertraut sind, ist spürbar. Bei der Körperpflege sind M. und die Pflegefachfrau ein eingespieltes Team, die Handgriffe sitzen. Nach dem Einsatz dokumentiert Koch-Haug auf dem Tablet, wie der Besuch verlaufen ist und wie viel Zeit er in Anspruch nahm. Hier wird die Pflegeleistung direkt mit der Krankenkasse abgerechnet.

    Mahlzeitendienst und Nachbarin unterstützen

    Bei Frau F., der nächsten Kundin, steht das Anziehen von Kompressionsstrümpfen auf dem Programm. Die Nachbarin, die regelmässig nach ihr schaut, hat sie am Vorabend schon bereitgelegt. «Das ist sehr professionell vorbereitet», sagt Koch-Haug erfreut. Denn das Anziehen ist nicht ganz einfach: Geduldig lässt Frau F. die Fachfrau ihre Aufgabe erledigen.

    Wie das Ehepaar M. wirkt auch Frau F. sehr präsent. Den Haushalt macht sie noch selber. Auf Kochen hat sie aber keine Lust mehr: «Das habe ich lang genug gemacht», schmunzelt sie. Deshalb lässt sie sich mehrmals wöchentlich vom Mahlzeitendienst ihr Essen bringen. Mittwochs kommt jeweils die Tochter vorbei und bereitet ihr das Mittagessen zu.

    Herr T., der nächste Patient, hat auch keine Lust auf Kochen. Und oft auch nicht auf Essen, wie er erklärt. Deswegen freut sich Koch-Haug besonders, als sie bei ihm in der Küche ein vorbereitetes Frühstück entdeckt. Und dazu noch ein sehr gesundes: Müesli mit Datteln und getrockneten Früchten. Zweimal täglich schaut die Spitex bei ihm rein, daneben kümmert sich auch noch ein Freund um ihn. Gepflegt werden muss er nicht, hier geht es hauptsächlich um Medikamenteneinnahme und einen Kontrollbesuch.

    Als Quereinsteiger willkommen

    Koch-Haug radelt zügig voraus, jetzt ist Pause angesagt. Im Spitex-Zentrum gibt es Kaffee und die Gelegenheit, mit den anderen Pflegenden zu plaudern. Zur Spitex kamen sie auf verschiedenen Wegen: Hier arbeiten sowohl Fachpersonen Gesundheit, als auch Pflegefachkräfte mit einer höheren Fachbildung oder Pflegehilfen, die als Quereinsteigerinnen einen Kurs in der Pflege absolviert haben. Auch das Arbeitspensum ist flexibel: Neben den Hauptangestellten sind viele Temporäre im Einsatz. Es dürften allerdings auch noch mehr sein – generell ist die Spitex stets auf der Suche nach weiterem Personal, heisst es.

    Schnell ist die kurze Pause vorbei, Frau C. wartet bereits. Sie lebt alleine mit ihrem Kater, ihre Tochter wohnt aber im selben Haus und hat bis vor Kurzem den Grossteil der Pflege geleistet. Erst seit diese für einige Wochen im Urlaub war, kommt die Spitex täglich vorbei, ausser am Wochenende. Die Notwendigkeit hat Frau C. zuerst nicht wirklich eingesehen, doch nun ist ihr auch wohler dabei. Koch-Haug kümmert sich nicht nur um die Patientin, sondern versorgt auch den Kater mit frischem Trinkwasser. Denn Aufstehen fällt Frau C. nicht leicht. Bereits mehrmals ist sie in der Wohnung gestürzt, nun steht der Rollator immer griffbereit.

    Ist Einsamkeit ein Thema?

    Mit Mahlzeitendienst, Hauswirtschaftsspitex, Notfallknopf und täglichen Pflegebesuchen lassen sich betagte Menschen in vielerlei Hinsicht unterstützen, um so lange wie möglich zu Hause leben zu können. Doch ohne Angehörige, Nachbarinnen und Bekannte geht es nicht, das wird bei allen Besuchen deutlich. Und das nicht nur aus pflegerischer Sicht, sondern auch aus sozialer. Denn wer nicht mehr aus dem Haus gehen kann oder will, der verbringt notgedrungen täglich etliche Stunden alleine.

    Das beschäftigt zum Beispiel auch Frau K. Sie wirkt noch sehr fit, fast sportlich. Sie wäre gerne wie früher nach Italien gefahren über den Sommer. Aber das geht nicht mehr. Sie fühle sich «verbraucht». Und einsam: «Heute bin ich den ganzen Tag völlig alleine im Haus», erklärt sie. Wie geht man als Pflegende damit um? Und wann ist es vielleicht doch Zeit, der Kundschaft zu raten, in eine Institution zu wechseln? Fragen, die nicht einfach zu beantworten sind.

    Von der medizinischen Seite her ist der Fall oft klarer: Gerade bei den Demenzpatient*innen sind es Kriterien wie eine mögliche Eigengefährdung oder die Tatsache, dass jemand sich nicht mehr orientieren kann. Die Überweisung in eine Institution ist dann unerlässlich. Auch bei Menschen, die eine 24-Stunden-Pflege benötigen, wird die Betreuung zu Hause äusserst schwierig und kostenintensiv.

    Mit 101 Jahren noch alleine leben

    Einerseits die Geborgenheit der vertrauten Umgebung, andererseits das Gefühl der Einsamkeit – das kennt auch Frau R. Sie ist bereits stolze 101 Jahre alt und lebt alleine. Zweimal täglich erhält sie Besuch von der privaten Spitex «z’Züri dähei». Pflege braucht sie eigentlich nicht, aber Unterstützung im Haushalt und bei der Körperpflege.

    Beim Besuch des «Hönggers» ist Karim bei ihr. Er schätzt sie als eine sehr freundliche Kundin. Gerne verrichtet er für sie alle Aufgaben, die hier anfallen. «Den Pflegeberuf muss man mit Leidenschaft ausführen, um wirklich gut auf die Leute eingehen zu können», sagt er. Und auch Frau R. ist zufrieden mit der Betreuung, selbst wenn das Leben in ihrem Alter nicht einfach ist: Ihr Bruder ist vergangenes Jahr im Alter von 99 Jahren gestorben, ihr Mann ist bereits seit 12 Jahren tot.

    Nun bleibt ihr kaum mehr jemand. «Wie sich das anfühlt, das können Sie sich nicht vorstellen», erklärt sie. «Ich wusste das ja früher auch nicht.» Doch sie weiss zu schätzen, was sie hat: «Es ist einfach schön, in der vertrauten Umgebung zu bleiben. Wenn ich morgens die Augen aufmache, weiss ich, wo ich bin», freut sie sich.

    Wenn die Menschen daheim alt werden

    Lana Mujcinovic ist bei der Spitex «z’Züri dähei» für die Administration zuständig. Der «Höngger» hat sich mit ihr über ihre Arbeit unterhalten. Hier das Interview lesen.

    Im Fokus: Wertvolle Jahre

    Der «Höngger» veröffentlicht auch in diesem Jahr verschiedene Artikel, die sich der Lebensrealität von Betagten und Menschen mit Behinderung widmen. Diese Reihe entsteht mit freundlicher Unterstützung der Luise Beerli Stiftung, die sich für solche Menschen stark macht.

  • Die katholischen Vereine in Wipkingen

    Die katholischen Vereine in Wipkingen

    Die katholische Kirche hatte sich zum Ziel gesetzt, die vielen neu zugezogenen Schweizer und Ausländer, insbesondere Italiener, im reformierten Zürich vermehrt heimisch werden zu lassen. 1823 zählte man in Wipkingen 25 Katholiken, 1870 waren es 93. Danach stieg ihre Zahl rasant, bei der Eingemeindung 1893 lebten hier rund 500 «Katholische». Sie besuchten den Gottesdienst in der Liebfrauenkirche. Der Wunsch nach einer eigenen Kirche regte sich, dies war aber undenkbar und auch nicht opportun. Man wusste sich zu helfen: Basilius Vogt, Pfarrer von Liebfrauen, begründete einen Religionsunterricht für katholische Kinder, der im Hinterzimmer der «Rose» stattfand, an der heutigen Hönggerstrasse 25.

    In den 1920er-Jahren traten die Wipkinger Katholiken offener in Erscheinung. Sie wurden stets etwas geschnitten; die Reformierten blieben unter sich und hielten sachte Distanz. Lisbeth America-Kistler erinnert sich: «Als ich 1928/29 in die 5. Klasse kam, erhielten wir einen neuen Lehrer, und damit hatte ich viel Kummer. Denn zu der Zeit war die Stadt Zürich protestantisch, der Lehrer gegen die Katholiken. Und ausser mir war in der Klasse nur noch Mary Herber von der Glaserei an der Breitensteinstrasse katholisch.» Man wusste eben, welcher Bäcker katholisch war; und die Hausfrauen kauften ihre Brote entsprechend ein.

    Der Verein, der in den 1920er-Jahren am meisten zu reden gab, war der katholische Fussball-Sportclub Rapid. Er ging hervor aus dem Jünglings-, Männer-, Gesellen- und Arbeiterverein Guthirt, mit tatkräftiger Unterstützung des ersten katholischen Pfarrer Josef Rupf als Präsidenten. Hartnäckig hielt sich im Quartier das Gerücht, der Pfarrer «tschutte» in den Auswärtsspielen selber mit, was Stirnrunzeln auslöste. Der Fussballclub schlug sich wacker und erfocht einige respektable Siege in ausländischen Turnieren.

    Josef Rupf war die treibende Kraft hinter den neuen Vereinen. Gesellschaftliche und musische Vereine lagen ihm am Herzen. In den 1920er-Jahren entstanden in rascher Folge der Mütter- und Frauenverein, das Männerapostolat, die Jungfrauenkongregation und die Bruderschaft der Skapulier. Den Gesang in der Kirche pflegte der Cäcilienverein, der katholische Kirchenchor. 1926 folgte der Arbeiterinnen- und Dienstbotenverein.

    Angetan war Rupf auch von der körperlichen Ertüchtigung. Die katholischen Jünglinge turnten in der Männerriege, es gab einen katholischen Turnverein, und die Buben marschierten jeden Samstag zur städtischen Pfadfinderabteilung Werner Stauffacher. Mit Hilfe eines Feldmeisters des katholischen Pfadfinderkorps gründete Josef Rupf den Wipkinger Pfadfinderzug Morgarten, später folgte dann die Mädchenvereinigung Blauring Guthirt.

    Bereits vor der Kirchenweihe bestanden der Oblatenverein des heiligen Benedikt, die Abstinenzliga und ein Jugendbund. Kirchenpolitisch relevant war die Korporation des Pfarramt Guthirt, bestehend aus der Katholischen Kirchenpflege, dem Katholischen Männerverein, dem Elisabethenverein und dem Vinzenzverein. Mit diesen Vereinen nahmen die katholischen Wipkinger Anteil am gesellschaftlichen Leben im Quartier, und das taten sie wirksam.

    Zäher Beginn

    Das Verhältnis zwischen den Religionen war in Wipkingen schwierig geworden, nachdem Pfarrer Rupf den «Neuhof» gekauft hatte. Die beiden gewichtigsten katholischen Vereine waren der Piusverein und der Kirchenbauverein. Der Piusverein leitete den Religionsunterricht in der «Rose». Basilius Vogt kaufte im Namen des Piusvereins den «Neuhof» (heute Ecke Höngger/Rosengartenstrasse), in dessen hinterem Teil eine Notkapelle als provisorische Kirche eingerichtet werden sollte.
    Im Neuhof gegenüber dem alten Kirchlein vergnügte sich das Dorfvolk in der Bierhalle, im hinteren Teil lagen Stallungen mit Futterkrippen für Pferde der durchziehenden Postkutsche, und im Seitengebäude befand sich der einzige Saal der Gemeinde, in dem der Männerchor übte, Vereine ihre Versammlungen abhielten und wo Musik und Tanz angesagt war.

    Das Dorfvolk hatte der katholischen Finanzkraft nichts entgegenzusetzen, und so ging der «Neuhof» 1898 für 131 500 Franken an den Piusverein. Pfarrer Basilius Vogt richtete die Notkapelle ein, und ab 1910 fanden regelmässig Messen statt. Es wurde nicht goutiert, dass die Katholiken den einzigen Tanzsaal der Gemeinde in Beschlag nahmen. Zumal Basilius Vogt mit dem Kirchenbauverein bereits 1912 ein Areal für die ersehnte Guthirt-Kirche gefunden hatte: Neben dem Schulhaus Nordstrasse erstand der Verein für 100 000 Franken Wiesland mit Obstbäumen just auf der «Spöndliwiese», wo die jährliche Wipkinger Chilbi stattfand.

    Die vielen Vereine waren kein Selbstzweck, sondern man wollte die Integration der Zugezogenen selber fördern und vor allem eine eigene Kirche bauen – den späteren Guthirt. Mit der Ernennung von Josef Rupf zum Vikar im Oktober 1919 nahm der Kirchenbau rasch Formen an. Rupf sammelte mit viel Geschick und Überzeugungskraft Geld für die neue Kirche, und mit städtischer und kirchlicher Hilfe nahm die Guthirt-Kirche Gestalt an; am 25. Juni 1922 legte Pfarrer Basilius Vogt den Grundstein, und bereits am Rosenkranzfest am 7. Oktober 1923 eröffnete der Bischof von Chur, Georgius Schmid von Grüneck, die neue, schöne Guthirt-Kirche.

    Der reibungslose Verlauf von Bau und Einweihung des Guthirt ebnete auch den Weg für die Ökumene in der Gemeinde. Vier Jahre nach dem Bau schlossen sich die reformierte Gemeindekrankenpflege und die katholischen Krankenpflege zum ersten ökumenischen Werk in Wipkingen zusammen.

    Ein Verein mit Frauenstimmrecht

    Als einer der wenigen Vereine aus dieser Zeit hat der Katholische Frauen- und Mütterverein Guthirt überdauert. Die alten Protokolle und Jahresberichte zeigen, wie solidarisch, initiativ und fleissig die Frauen damals schon waren. Um die Jahrhundertwende gab es den Mütterverein Liebfrauen. Der Katholische Frauen- und Mütterverein bildete zusammen mit der Pfarrei Guthirt die Volksmission.

    Der Mütterverein Liebfrauen führte eine Flugblattaktion im Quartier durch und lud alle katholischen Mütter und Frauen zu einer Veranstaltung ein. Eine «grössere Anzahl Mütter» fand sich zur Gründungsversammlung ein, berichtet das Protokoll. Der Bischof von Chur, Georgius Schmid von Grüneck, nahm am 2. August 1924 die kanonische Einrichtung vor. Zuvor fanden zwei Versammlungen statt, an der ein Vorstand samt Präsidium gewählt wurde. Erste Präsidentin war Frau Häfeli. Es war Usus, dass man den Vornamen nicht im Protokoll erwähnte.

    Im Juni 1924 hatte nach der Flugblattaktion die erste Versammlung stattgefunden, an der 67 Frauen teilnahmen. Als Kirchenvertreter war Pfarrer Rupf als Präses anwesend, eine damals gängige Benennung der Sitzungsleitung. Ein Jahr später waren es bereits 122 Mitglieder. Anstelle eines Jahresbeitrags wurde eine Hauskollekte erhoben. Erst 1958 führte der Verein einen Mitgliederbeitrag von vier Franken ein.

    Ausser in der Politik hatten Frauen vor hundert Jahren an vielen Orten Stimm- und Wahlrecht, so in Vereinen, in Korporationen und einigen Genossenschaften. Auch bestand vielerorts ein Vertretungsrecht. In der Brunnengenossen-
    schaft Wipkingen beispielsweise erbten Witwen das Stimmrecht der verstorbenen Ehemänner. Auch im Katholischen Frauenverein Guthirt hatten die Frauen Stimm- und Wahlrecht.

    Die Wipkingerinnen nahmen ihre Verantwortung ernst. An den ersten zwei Versammlungen in der Unterkirche wurde beschlossen, an jedem 3. Sonntag im Monat eine Vortragsveranstaltung durchzuführen. Die Mitglieder warben für mehr Präsenz an den Monatskommunionen und für die Kinder sollten Weihnachtsbescherungen wie Strümpfe, Hemden oder Spielsachen angefertigt werden.

    Am Berchtoldstags-Gottesdienst am 2. Januar übergab der Frauenverein feierlich die Geschenke. Am 26. Dezember, dem Stephanstag, gab es eine Kinder-Feier im Kasino Unterstrass. 1925 wurden Einkäufe für 407 Franken getätigt und 420 Weggen à 20 Rappen ausgegeben. Im Protokoll der Vorstandssitzung ist festgehalten, dass der Präses diese Einkäufe als zu teuer taxierte. Die Frauen kümmerte dies offenbar wenig, denn in den Folgejahren stieg der Betrag für Geschenke weiter an.

    Kirchliche und weltliche Tätigkeiten

    Im Jahresbericht von 1926 der Krankenkasse von Liebfrauen, St. Anton und Guthirt findet sich der Eintrag: «Keine Frau sollte der Krankenkasse fern bleiben. Der Monatsbeitrag beträgt Fr. 1.50.» Von den 207 Mitgliedern gehörten 43 Frauen zu Guthirt. 24 Frauen erhielten Krankengeld von 1451 Franken für 738 Krankheitstage. Frauen von kinderreichen Familien konnten den Monatsbeitrag oft nicht aufbringen und verloren so den Leistungsanspruch. Ihnen wurde vom Frauenverein Guthirt geholfen. «Der Frauenverein ist der wichtigste Verein der Pfarrei», gab Präses Rupf zu Protokoll.

    Die Präsidentinnen des Frauenvereins Guthirt

    1924 – 1928 Frau Haefeli
    1928 – 1933 Frau Weber
    1933 – 1939 Frau Kurz
    1939 – 1970 Frau Zehnder
    1970 – 1990 Josy Huber
    1990 – 1997 Marianne Tschanz
    1997 – 1998 Marianne Birri und Emmy Schönbächler
    1998 – 2003 Emmy Schönbächler
    2003 – heute Marianne Federer

    Quellen

    Wipkingen – Seine Kirchen im Laufe der Zeit, Franz Bösch, 1983.
    Martin Bürlimann, Kurt Gammeter: «Damals», Wibichinga Verlag, 2024.
    Archiv Pfarreizentrum Guthirt, Wipkingen

  • Die Allroundtalente aus Höngg

    Die Allroundtalente aus Höngg

    Freie Zeit ist ein kostbares Gut, dennoch wird diese von einer alltäglichen Sache arg beeinträchtigt: der Hausarbeit. Personen, die im Leben engagiert sind, sei es beruflich oder privat, setzen dabei oftmals auf Hilfe. Dort setzt die Putzfrauen-Rapid an, die 2005 gegründet wurde und eine Tochterfirma der Poly-Rapid AG ist.

    Die Poly-Rapid AG ist ein etabliertes Unternehmen mit Hauptsitz in Höngg. Seit 1972 gehört sie schweizweit zu den engagierten und innovativen Dienstleistungsunternehmen in den Bereichen Facility Services, Unterhaltsreinigung/Abo, Fassadenreinigung und -pflege sowie Bau- und Spezialreinigungen.

    Die hiesigen Reinigungsfachfrauen, die sich ganz bewusst noch Putzfrauen nennen, sind wahre Allroundtalente im Haushalt. Sie reinigen, kümmern sich um den Einkauf, bügeln die Hemden oder füttern die Haustiere – die Kundschaft hat die Wahl. Und damit freie Zeit. Während die Mutterfirma sich auf Facility Services schweizweit konzentriert, ist es die Putzfrauen-Rapid, die sich der privaten Räumlichkeiten im Raum Zürich annimmt.

    Die Bandbreite ist gross: «Wir reinigen von der Einzimmerwohnung bis hin zur Villa alles», sagt Caterina Calvano, Verantwortliche der Abteilung Reinigung in Privathaushalten. «Wir», das ist ein Team von rund 15 Damen, wie Calvano erzählt.

    Diskretion und Vertrauen

    Der Schritt zur langersehnten Haushaltshilfe funktioniert mit der Höngger Firma unkompliziert und schnell: «Wir erhalten eine Anfrage und machen einen Termin für die Besichtigung aus», so Calvano. Dabei gehe man auf die Wünsche der Kundschaft ein, berechne die Zeit und stelle schliesslich die Offerte zusammen. «Im Zuge dessen wählen wir eine Mitarbeiterin aus, die für die Aufgabe infrage kommt.» Calvano betont, dass alle Reinigungsfachfrauen eine Anstellung mit den entsprechenden Sozialleistungen haben.

    Das Angebot der Putzfrauen-Rapid geht, wie eingangs erwähnt, über die Reinigung hinaus. «Wir machen auch kleine Gartenarbeiten, schauen für die Katzen und vieles mehr», sagt Calvano. Damit etablieren sich die Damen als Haushaltshilfen und persönliche Stützen. Man setze auf Transparenz, Kundenähe und Menschlichkeit. Letzteres werde besonders geschätzt, schliesslich arbeiten die Höngger Putzfrauen im privaten Umfeld, tauchen so in eine Welt ein, die anderen verborgen bleibt. «Wir setzen auf absolute Diskretion.»

    «Die Fachfrau erhält in der Regel den Schlüssel, dabei wird eine entsprechende Quittung ausgestellt», erklärt die Verantwortliche. Wobei man auch Kundschaft habe, die während der Reinigung anwesend sei. «Das Vertrauen ist aber stets vorhanden und wir erleben dabei keine Kontrolle.»

    Wichtig zu wissen ist, dass die Fachfrauen ausschliesslich mit Reinigungsmitteln arbeiten, die im Haushalt favorisiert werden. Sollte aber eine herausfordernde Aufgabe bevorstehen, etwa ein stark verunreinigter Backofen, so kann das Putzfrauen-Rapid-Team auf Spezialmittel der Poly-Rapid AG zurückgreifen.

    Beide Firmen arbeiten im Hauptsitz unter einem Dach. «Der Haushalt ist bei uns in den besten Händen», verspricht Calvano. Auf die Putzfrauen-Rapid ist zu 100 Prozent Verlass.

    Putzfrauen-Rapid

    Anfragen: 058 330 02 20
    info@putzfrauen-rapid.ch
    Bauherrenstrasse 50
    www.putzfrauen-rapid.ch

  • Il Punto versorgt die Höngger Damenwelt seit 40 Jahren mit Mode

    Il Punto versorgt die Höngger Damenwelt seit 40 Jahren mit Mode

    «Sie werden staunen», verkündet die Geschäftsinhaberin Deborah Rohr beim Besuch des «Hönggers» vor Ort. Und damit hat sie recht: Wer das Geschäft an der Regensdorferstrasse zum ersten Mal besucht, wird von der Grösse der Räumlichkeiten tatsächlich überrascht.

    Was von aussen wie eine kleine Boutique wirkt, ist in Realität ein geräumiges Geschäft: Auf insgesamt drei Ebenen ist hier Damenmode zum Verkauf ausgestellt. Gerade ist die neue Herbst- und Winterkollektion eingetroffen, die Türklingel steht kaum still, zahlreiche Kundinnen wollen sich die neuen Artikel anschauen.

    Gegründet wurde das Geschäft vor 40 Jahren. Deborah Rohrs Mutter, Yutta von Moellendorf, ursprünglich Lehrerin von Beruf, übernahm im Jahr 1984 die damals noch viel kleineren Räumlichkeiten. Hier erfüllte sie sich ihren Traum einer eigenen Wolle-Boutique.

    Als der Absatz an Wolle mit den Jahren rückläufig wurde, baute sie ihr Sortiment aus und begann, die Modekollektion der Agentur ihres Schwiegersohns Sacha Rohr in den Räumlichkeiten anzubieten. Seither werden hier verschiedene Brands im Mainstream-Bereich angeboten.

    Mehr als dreissig Jahre stand sie hier sechs Tage pro Woche im Laden, zweimal baute sie die Räumlichkeiten aus, stetig erweiterte sie ihr Angebot. Als Yutta von Moellendorf im Jahr 2020 ihre Tätigkeit mit über 80 Jahren aufgeben musste, war für ihre Familie klar, dass der Betrieb weitergehen wird. Die Tochter Deborah Rohr übernahm den Laden und führt ihn bis heute gemeinsam mit einem Team von fünf Frauen, die jeweils tageweise den Verkauf übernehmen.

    Doch auch die nächste Generation ist bereits involviert: Für Social Media, Fotos, Werbung und Inhalte der Website ist Sohn Valentino zuständig, die Tochter übernimmt ebenfalls einen Tag pro Woche den Verkauf. Natürlich darf auch der Mops Isco nicht fehlen, er hat seinen eigenen Ehrenplatz im Geschäft und begleitet die Inhaberin stets zu ihren Einsätzen.

    Nach vierzig Jahren ist nun endlich einmal Zeit zu feiern: Um die Arbeit ihrer Mutter zu ehren und sich bei der treuen Kundschaft zu bedanken, feiert Deborah Rohr gemeinsam mit dem Team am Samstag, 21. September, das Firmenjubiläum. Für die Gäste gibt es neben der neuen Kollektion Köstlichkeiten vom Grill und Prosecco – sowie einen Wettbewerb mit attraktiven Preisen.

  • Das Wümmetfäscht zum Hören

    Das Wümmetfäscht zum Hören

    Die Vorfreude auf das 45. Wümmetfäscht wächst und das Warten wird verkürzt: Die neue zweiteilige Folge des «Höngger Podcast» ist da und sie widmet sich ganz dem hiesigen Quartierfest. Darin kommen einige Persönlichkeiten aus dem Quartier zu Wort. Hier gehts zum Trailer und weiter unten sind die Podcast Folgen zu hören.

    Rolf Pulfer und Nicole Kraft vom Co-Präsidium des OK Wümmetfäscht blicken im ersten Teil hinter die Kulissen des Höngger Quartierfestes und die Zürcher Stadtwinzerin Karin Schär erzählt vom Weinbau in Höngg.

    Im zweiten Teil ist das «Dream-Team» des Höngger-Abends, Ueli Stahel und Luise Beerli, zu Gast. In diesem Jahr sind beide das letzte Mal beim Wümmetfäscht im Einsatz. Weiter geben die OK-Mitglieder Urs Kropf (Ressort Festplatz) und Michael Hueber (Ressort Festwirtschaft) Einblicke in ihr Engagement.

    Der offizielle Wümmetfäscht-Podcast gibt auch Überraschendes zum diesjährigen Fest preis. So erzählt Nicole Kraft: «Einige Neuerungen sind zu erwarten, doch die bewährten Traditionen behalten wir bei.»

    Hier reinhören! Oder auf folgenden Platformen:
    Spotify / Youtube / Amazon / Apple Podcasts

    Hier sind alle Folgen vom «Höngger Podcast» zu hören:
    www.hoengger.ch/hoengger-podcast

    Produziert von Jina Vracko für die Quartierzeitung Höngg.