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  • «Ringling»: Endgültig begraben

    «Ringling»: Endgültig begraben

    1999 war es, als die Stadt Zürich, Besitzerin der 31 598 Quadratmeter grossen Bauparzelle an der Ecke Regensdorfer- und Frankentalerstrasse im Rahmen des Legislaturziels «10 000 Wohnungen», diese zur Überbauung freigab und gemeinnützige Investoren suchte, die sie überbauen und die im Rahmen der offenen Planung gesammelten Wünsche der Bevölkerung aufnehmen würden. Nach einem Architekturwettbewerb wurde im Sommer 2006 das Projekt «Ringling» präsentiert, als Bauträgerschaft zusammengefunden hatten sich die Stiftung Alterswohnungen der Stadt Zürich, die Gemeinnützige Bau- und Mietergenossenschaft (GBMZ) und die Baugenossenschaft Sonnengarten. Im Baurecht sollten Familien- und Alterswohnungen, Kinderkrippe, Kindergarten, Cafeteria, Mehrzwecksaal, Jugendraum und Ladenlokale entstehen. Bereits im Herbst 2006 formierten sich die Gegner in der IG pro Rütihof – contra Ringling, wobei sie stets betonten, nicht gegen eine Überbauung per se, sondern nur gegen den «Ringling» zu kämpfen.

    Bewilligt, abgelehnt, bewilligt …

    Als im Januar 2009 die erste Baubewilligung erteilt wurde und die Bauprofile standen, beschritt die IG den Rechtsweg. Rekurriert wurde über verschiedene Instanzen, und im Juni 2010 wurde, wegen Mängeln in der Verkehrserschliessung, bei der Baurekurskommission die Aufhebung der ersten Baubewilligung erreicht. Doch Stadt und Bauträgerschaft hielten am Vorhaben fest, überarbeiteten es und erhielten im Januar 2013 erneut grünes Licht. Und wieder erhoben die Gegner Beschwerde: «An der baulichen Gestaltung, dem achtstöckigen, gleichförmigen Mauerbaurings um das Areal herum hat sich leider nichts geändert. Deshalb werden wir erneut dagegen rekurrieren», liess Jean E. Bollier, Präsident der IG pro Rütihof, umgehend verlauten. Hauptsächlich kritisiert wurde stets die Nichterfüllung der erhöhten Anforderungen für Arealüberbauungen. Als solche hätte der «Ringling» von einer höheren Geschosszahl und eine höhere Ausnützungsziffer profitieren können, als sonst in dieser Bauzone zugelassen. Gemäss kantonalem Planungs- und Baugesetz (PBG) müssten solche Bauten im Gegenzug besonders gut gestaltet sein und sich in die Umgebung einfügen – was die Gegner dem «Ringling» beharrlich aberkannten.

    Vernichtendes Urteil

    Nun hat ihnen das Bundesgericht Lausanne, entgegen aller Vorinstanzen und Fachpersonen und -gremien, die sich je mit dem «Ringling» beschäftigt hatten, Recht gegeben. Und dies mit deutlichen Worten: «Im zu beurteilenden Fall fällt die geplante Baute klar aus dem Rahmen des in der Umgebung Üblichen. Sie tritt in keiner Weise in eine Beziehung zum Ortsbild sowie zur baulichen und landschaftlichen Umgebung. Eine Eingliederung in die bauliche Umgebung und die Rücksichtnahme auf diese fehlen vollständig», heisst es da. Die Anforderungen des PBGs würden «offensichtlich nicht erfüllt» und die gegenteilige Auffassung der Vorinstanz sei «nicht haltbar». Überdies sei auch zweifelhaft, dass das Projekt mit Blick auf die Wohnlichkeit und die Wohnhygiene von besonders guter Qualität sei.
    Somit verweigert das Bundesgericht mit Urteil vom 10. August die Baubewilligung und ging auf die weiteren von den Beschwerdeführern erhobenen Rügen gar nicht mehr ein.

    Die Gegner jubeln, die Bauherrschaft ist enttäuscht

    «Wir sind, nach zehnjährigem Kampf, hocherfreut», schreibt Jean E. Bollier in einem ersten Kommentar und fügt an: «Neun Gerichtseingaben waren nötig. Im Februar 2008 gegen den Baurechtsvertrag wegen zu niedriger Baurechtszinse, zuerst an den Bezirksrat, dann ans Verwaltungsgericht und schliesslich vor Bundesgericht, welches 2010 den Rekurs ablehnte beziehungsweise nicht darauf eintrat. Ab Juli 2009 bis 2011 gegen die erste Baubewilligung: zuerst an das Baurekursgericht, dann bis vors Verwaltungsgericht, welches in der Sache Verkehrserschliessung diese Baubewilligung letztlich ablehnte. Und schliesslich seit Februar 2013 gegen die zweite Baubewilligung bis vor Bundesgericht». Und während dem ganzen Kampf habe sich die IG pro Rütihof immer gewundert: «Warum gaben alle vorgelagerten Gerichte keine oder nur eine schludrige Stellungnahme zur entscheidenden Frage ab, ob der Ringling die besonderen Anforderungen, die Artikel 71 des PBGs für Arealüberbauungen vorsieht, erfüllt oder eben nicht?» Genau dies hat das Bundesgericht nun getan.
    Die Bauherrschaft dagegen ist natürlich enttäuscht. Sie trifft sich erst diese Woche, um das Urteil und die Konsequenzen, die sich daraus ergeben, zu besprechen. Die Stadt Zürich als Grundeigentümerin hofft ihrerseits, dass dieses Urteil gegen eine Arealüberbauung ein Einzelfall bleibt, wie Matthias Wyssmann, Leiter Kommunikation beim Hochbaudepartement, auf Anfrage sagt, doch: «Sicher hat das Bundesgericht ein Signal ausgesendet. Es kann also gut sein, dass Gegner von anderen Bauprojekten sich nun ermutigt fühlen». Angesprochen auf das Hardturm-Areal, das in Höngg wegen den geplanten Hochhäusern bestimmt auch zu Kontroversen führen wird, meint Wyssmann: «Letztlich ist jedes Projekt anders. Das Hardturm-Areal befindet sich in einem ganz anderen Umfeld, wo die Argumente ganz andere wären».

    Offene Entschädigungsfrage

    Die Baurechtsverträge von 2007 sehen vor, dass das Baurecht erst nach Vorliegen einer rechtskräftigen Baubewilligung im Grundbuch eingetragen wird. Lässt sich das Projekt nicht realisieren, muss die Stadt die beiden Genossenschaften und die Stiftung Alterswohnungen insgesamt mit maximal 800 000 Franken für die entstandenen Wettbewerbs- und Projektkosten entschädigen. Voraussetzung ist, dass die Baurechtsnehmer kein Verschulden trifft. In den Verträgen werden zwei Beispiele erwähnt: wenn der Gemeinderat den Baurechtsvertrag ablehnt oder wenn sich die baurechtlichen Voraussetzungen seit der Projektierung verändert haben. Die Baurechtsnehmer müssen in einem solchen Fall aber einen Risikobetrag von gesamthaft 90 000 Franken übernehmen.
    Wyssmann sagt: «Der Bundesgerichtsentscheid ist ein Novum. Stadt und Baurechtsnehmer werden nun die Auswirkungen auf die Baurechtsverträge sorgfältig prüfen».
    Auch wenn in Sachen «Ringling» das letzte Urteil gefällt ist, das letzte Wort dazu wird es noch nicht gewesen sein.

    AKTUELL: Medienmitteilung vom 2. September 2016
    Gemeinnütziges Projekt «Wohnen für alle am Grünwald»: Die Bauträgerinnen sind bereit, ein neues Projekt zu planen. Nachdem das Bundesgericht die Baubewilligung für das als «Ringling» bekannte gemeinnützige Wohnbauprojekt «Wohnen für alle am Grünwald» aufgehoben hat, wollen die drei beteiligten Bauträgerinnen die Planung eines neuen Projekts in Angriff nehmen.
    Die Stiftung Alterswohnungen der Stadt Zürich und die Genossenschaften GBMZ und Sonnengarten wurden vom letzte Woche veröffentlichten Urteil des Bundesgerichts überrascht und sind erstaunt über dessen Begründung. Nach einer ersten gemeinsamen Beurteilung der neuen Situation sprechen sich die Bauträgerinnen jedoch mit Überzeugung für einen Neuanfang aus – die Zustimmung ihrer Gremien und der Stadt vorausgesetzt. Das baureife Grundstück, die Nachfrage nach gemeinnützigem Wohnraum und der Bedarf an verschiedenen Nutzungen für das Quartier sprechen dafür.
    Trotz vieler Fragezeichen zum Entscheid des Bundesgerichts ist das Urteil als letztinstanzliches Verdikt zu akzeptieren. Die Bauträgerinnen werden nun die Erfahrungen und aufgelaufenen Kosten für das bisherige Projekt bilanzieren und möglichst rasch im Gespräch mit der Stadt das weitere Vorgehen besprechen. Einigkeit mit der Stadt als Baurechtsgeberin vorausgesetzt, werden sie ihren Gremien beantragen, die Planung eines neuen Projekts in Angriff zu nehmen.

     

    Alle Artikel zum Thema «Ringling» seit 2009 auf www.hoengger.ch, Archiv, Dossiers.

     

  • Fahrbericht: Noch sparsamer, noch praktischer

    Fahrbericht: Noch sparsamer, noch praktischer

    Auf einen Prius muss man sich einlassen. Wer von einem Auto eine kräftige Beschleunigung, sportliches Fahrverhalten oder ein gehobenes Image wünscht, der wird mit dem Pionier aller Hybride nie glücklich. Er wird sich über das gequälte Losheulen beim Beschleunigen nerven, über den fehlenden Durchzug und das zu weich ausgelegte Fahrwerk.

    Eine Frage der Einstellung

    Wer sich jedoch für technische Spielereien begeistern kann, den wird bald der Ehrgeiz packen, den Verbrauch bei jeder einzelnen Fahrt noch etwas weiter nach unten zu drücken. Und genau darum geht es beim Prius, darauf wurde jedes Detail getrimmt. Möglichst wenig Benzin zu verbrauchen. Im Vergleich zum Vorgänger haben die Toyota-Ingenieure den Normverbrauch von 3,9 auf 3,0 Liter gesenkt. Das gilt jedoch nur beim Basismodell mit 15-Zoll-Rädern. Beim Testauto, das in der höchsten Ausstattungslinie Sol Premium mit 17-Zoll-Rädern kam, liegt der Normverbrauch bereits bei 3,3 Litern. Und wieviel sind es in der Praxis? Im über knapp 1700 Kilometer führenden Test, der mehrere längere Touren in die Berge enthielt, waren es 4,1 Liter. Auch das ist deutlich besser als der Vorgänger, der unter ähnlichen Bedingungen 4,9 Liter verbrauchte. Wer es darauf anlegt und auf der Autobahn nicht schneller als 110 fährt, der schafft ohne Probleme Werte mit einer Drei vor dem Komma.
    Auch wenn der Verbrauch die Paradedisziplin des Prius ist: er kann noch mehr. Und das besser denn je zuvor. In seiner neusten Generation ist er nämlich ein noch praktischerer Alltagsbegleiter geworden. Er hat in der Länge zugelegt, was den Passagieren auf den Rücksitzen und vor allem dem Kofferraum zu Gute gekommen ist. Unter der schrägen Heckklappe hat erstaunlich viel Gepäck Platz. Und bei umgeklappten Rücksitzen kommt der Prius auch mit sehr sperrigen Stücken klar. Beim Komfort hat Toyota ebenfalls Fortschritte gemacht, und die Assistenzsysteme sind nun auch auf der Höhe der Zeit. Und sogar das Fahrverhalten wurde besser. Vor allem die Lenkung ist nun deutlich präziser als früher.

    Konkurrenzfähiger Preis

    Waren die ersten Prius noch vergleichsweise teuer, kommt der neue günstiger als ein gut ausgestatteter VW Golf. 41’350 Franken kostet der Testwagen, einen weniger luxuriösen Prius bekommt man aber schon für 34’500 Franken. Auf längere Sicht – dank niedriger Betriebskosten – fährt man mit einem Prius sehr günstig. Bleibt nur noch die Sache mit dem Design. Man kann sich verrenken wie man will. Dieses Auto ist wirklich aus jeder erdenklichen Perspektive hässlich. Man kann sich kaum vorstellen, dass die Designer vor dem fertigen Modell sassen und stolz zueinander sagten: «Der ist uns wirklich gelungen.» Doch vielleicht soll der Prius den Leuten gar nicht gefallen. Vielleicht geht es darum, dass die Leute sagen: «Er ist zwar hässlich, aber sonst super.» Recht hätten sie.

    Technik
    Toyota Prius, Sol Premium
    Treibstoff: Benzin
    Hubraum: 1’798 cm3
    Leistung: 122 PS
    Drehmoment: 163 Nm
    Getriebe: Automatisch stufenlos
    Gewicht: 1’475 kg
    Normverbrauch: 3,3 l/100 km
    Testverbrauch: 4,1 l/100 km
    Testdistanz: 1’680 Kilometer
    Reichweite: 1’303 Kilometer
    Abgasnorm: Euro 6
    NCAP-Sterne: 5
    Laderaumvolumen: 502 bis 1633 Liter
    Grundpreis: 36’900 Franken
    Testwagenpreis: 41’350 Franken
    Garantieleistungen: drei Jahre, fünf Jahre auf
    Hybridkomponenten.

  • Einblick in das Herz eines Fussballvereins

    An dieser Stelle soll kein Spiel von Verein XY gegen den SCW beschrieben werden. Vielmehr soll allen Trainerinnen und Trainern des SC Wipkingens sowie auch denjenigen der sportlichen Gegner Dank ausgesprochen werden. Ja, eigentlich sind die Trainerinnen und Trainer der anderen Teams die Verbündeten des SCW, denn ohne ihre Arbeit gäbe es gar keine Spiele. Ohne ihre engagierte und zeitaufwändige Leistung würde kein Kind auf dem Platz stehen und leidenschaftlich für das eigene Team rennen – auch nicht für den SC Wipkingen.
    Die Kinder, von den kleinsten bis hin zu den grössten, lernen, dass es nur im Kollektiv funktioniert. Nur eine verschworene Truppe wird zu einem guten Team. Unterschiedlichste Kulturen und soziale Schichten spielen zusammen für den Erfolg. Trainerinnen und Trainer haben eine hohe Verantwortung und können unglaublich viel bewirken – gerade in Aspekten, die weit über den Fussball hinaus gehen.
    Das Trainer-Team verrichtet für ein Trinkgeld einen grossen Dienst für jedes Quartier, welches einen Fussballverein führt. Leider gibt es einen Mangel an gewillten und geeigneten Personen, was die Arbeit der Vereine nicht einfacher macht. Jeder Club kämpft um Trainerinnen und Trainer. Jeder Verein kämpft um Menschen, die im ehrenamtlichen Bereich aktiv mitwirken – dies ist in einer Stadt wie Zürich nicht einfach, denn zu sehr ist man hier von der Arbeitswelt geprägt, und so stellen sich viele die Fragen: Wie sieht meine Zeitplanung aus? Was ist der «return on investment»? Ja, diesen «return» gibt es tatsächlich – es ist jener zu wissen, dass man die Verantwortung in der Gesellschaft wahrnimmt und ihr etwas zurück gibt. Dies ist leider überhaupt nicht mehr selbstverständlich. Zu sehr ist man im Röhrenblick der «Karriere» gefangen und betrachtet freiwilliges Engagement in einem Verein eher bremsend.
    Daher dieser öffentliche Dank an die Trainerinnen und Trainer des SV Höngg, des FC Blue Stars, des FC Industrie Turicum, des US Avellino Zurich, des BC Albisrieden, des FC Altstetten, an alle Trainer-Teams überhaupt und natürlich an jenes des SC Wipkingen: Danke allen, dass sie Woche für Woche auf dem Platz sind und sich für tausende fussballspielende Kinder und Jugendliche einsetzen! So gewinnen für einmal alle Teams und zwar gleichzeitig.

    Eingesandt von Nico Gutmann, Kommunikation SC Wipkingen

  • Sommergedanken am Münsterplatz

    Sommergedanken am Münsterplatz

    So wandle ich denn über den neuen Münsterplatz und muss zugeben: Er ist wirklich schön geworden. Wir vom Gewerbe waren zwar kritisch, denn Parkplätze sind die besten Umsatz-Generatoren, und davon gibt es auf diesem «zurückhaltend gestalteten Freiraum» (Wording aus stadt-zuerich.ch) keinen einzigen. So hoffe ich als Gewerbeverbandspräsidentin, dass die Velofahrer hier ebenso fleissig einkaufen wie die Autofahrer. Oder werden hier dereinst nur noch Cybercafés und Money Change neben einem Kirchendenkmal stehen? Der Mensch geht gerne davon aus, dass das Gute sowieso so bleibt, wie es ist, und das Schlechte sich problemlos abschaffen lässt. Dass wir in Zürich etwas anderes sein könnten als reich, ist schon länger nicht mehr auf dem Kompass. Aber vielleicht muss man dem, was gut und wichtig ist, auch Sorge tragen, damit es nicht verschwindet.
    In diese Gedanken versunken blicke ich auf die «durchgängige Pflästerung aus Naturstein ohne Trottoirs» und male mir die ersten unfreundlichen Begegnungen zwischen Fussgängern und Velofahrern aus, denn den letzteren gehören die Stadt und ihre Plätze. Noch präsentiert sich der neue Münsterhof etwas leblos. Zukünftig soll er jedoch für Grossanlässe zur Verfügung stehen und zum «Flanieren und Verweilen» einladen. Flanieren dürfte gehen, mit dem Verweilen ist es schon schwieriger, weil die «Sitzelemente» (volkstümlich Bänke genannt) keine Rückenlehne haben. Vielleicht spürt man insgeheim doch, dass wir uns nicht zu bequem zurücklehnen sollten? Übrigens: Wirklich entspannen lässt es sich in den Schweizer Bergen… ich wünsche Ihnen einen schönen Sommer!

    Nicole Barandun, Präsidentin Gewerbeverband der Stadt Zürich

  • Wipkingen gewinnt das Freundschaftsderby

    Wipkingen gewinnt das Freundschaftsderby

    Eines vorweg: Wer mal wieder Lust hat, so richtig mit Leidenschaft gespielten Fussball zu sehen, schnell vorgetragen, ohne taktisches Geplänkel und simulierte Verletzungen, der sollte sich einen Match der E-Juniorinnen anschauen gehen, denn kaum war der Match angepfiffen, ging es beidseits engagiert zur Sache. Schnell war sichtbar, dass beide Mannschaften in der Winterpause fleissig trainiert hatten, auch wenn der Rudeltrieb immer wieder obsiegte und sich alle zwölf Feldspielerinnen um den Ball scharten.
    Nach einem ersten Abtasten setzten die Hönggerinnen in der zehnten Minute nach einem Corner mit einem satten Schuss an die Latte des Wipkinger Kastens ein erstes Ausrufezeichen, doch der Ball prallte nur wembley-mässig in den Bereich der Torlinie hinunter.
    Gleich im Gegenzug vertändelten die Wipkingerinnen einen Ball im gegnerischen Strafraum und schon wogte das Spiel wieder in die andere Richtung. Höngg machte Druck und liess Wipkingen nicht ins Spiel kommen, die wenigen Konter wurden von den auch körperlich mit grossem Einsatz spielenden Hönggerinnen abgeblockt. Erst nach einem Corner flog der Ball erstmals gefährlich nahe am Höngger Tor vorbei. Doch Höngg blieb am Drücker, auch weil den Wipkingerinnen in den wenigen Abschlussversuchen die Entschlossenheit fehlte.
    Höngg dagegen liess die Gäste kaum aus der eigenen Platzhälfte und dann, in der 20. Minute, nach einem schlecht getretenen und sogleich abgefangenen Abstoss flankte die linke Höngger Flügelspielerin zur Mitte und der Ball musste nur noch zum 1:0 versenkt werden.
    Keine fünf Minuten später, nach einem Sturmlauf fast über den ganzen Platz, doppelte Höngg gar zum 2:0 nach.
    Jetzt endlich, nachdem man regelmässig an den selbstsicher auftretenden Höngger Verteidigerinnen gescheitert war, wurde Wipkingen hartnäckiger und erzielte prompt den in dieser Schlussphase der ersten Halbzeit doch verdienten Anschlusstreffer, ja es drängte nun sogar auf den Ausgleich und die Gastgeberinnen retteten ihre Führung nur knapp in die Pause.

    In der zweiten Halbzeit wie ausgewechselt

    Dort hielt Trainer Tugay Usta seinen niedergeschlagenen Wipkingerinnen einen engagierten Vortrag über Kampfwille und Strategie. Seine Motivationsrede schien zu wirken, denn in der zweiten halben Stunde war seine Truppe nicht wiederzuerkennen. Nun war es Höngg, das kaum mehr aus der eigenen Platzhälfte kam. Das Spiel wurde nun vermehrt über grössere Räume verteilt, Steilpässe erreichten ihr Ziel und speziell über den rechten Flügel erfolgte ein gefährlicher Angriff dem nächsten. Der Ausgleichstreffer in der 40. Minute war die logische Konsequenz. Nun war bei Höngg die Luft draussen: Das Mittelfeld zerfiel förmlich und die Verteidigung wurde immer wieder überlaufen. Die wenigen Angriffe der Hönggerinnen endeten meistens in brandgefährlichen Kontern, und ein solcher führte in der 50. Minute zum 2:3-Führungstreffer für Wipkingen. Keine drei Minuten später kam es für die Wipkinger Girls noch besser: Ausnahmsweise über den linken Flügel gelang ein herrlicher Pass auf die völlig freistehende Mittelstürmerin, die den Ball ohne lange zu fackeln an der sonst guten, aber hier chancenlosen Höngger Keeperin vorbei zum 2:4-Schlusstand in die Maschen hängte.
    Gross war der Jubel auf Wipkinger Seite nach dem Abpfiff. Ein mitgereister Vater schüttete als Siegprämie eine Tüte Schokoriegel auf den Kunstrasen, Trainer Tugay strahlte und seine E-Juniorinnen taten es ihm gleich. Sie hatten sich in der zweiten Spielhälfte selbst bewiesen, dass sie auch einen in der ersten Halbzeit übermächtig scheinenden Gegner durch spielöffnenden Kampf- und Teamgeist zu bezwingen vermochten.

    Für Höngg bietet sich am Samstag, 2. April, um 15 Uhr, dann in der neuen Meisterschaftssaison, auf dem Hardhof die Chance auf eine Revanche.

  • Nachbarschaftshilfe Wipkingen sucht Freiwillige

    Die Nachbarschaftshilfe Wipkingen ist ein gemeinnütziger, konfessionell und politisch unabhängiger Verein, der sich über Mitgliederbeiträge und Spenden finanziert. Er ergänzt bestehende Organisationen und vermittelt Hilfeleistungen, die von keiner anderen Institution abgedeckt sind. Um dies zu gewährleisten, sucht der Verein Freiwillige, die ab und zu oder regelmässig etwas Zeit und Freude an einem sozialen Einsatz haben. Zum Beispiel, jemanden zum Arzt oder Coiffeur zu begleiten, bei Besorgungen, Einkäufen oder im Umgang mit Ämtern zu unterstützen, Gespräche zu führen, vorzulesen, Tiere zu betreuen, die Wohnung zu hüten, Pflanzen zu giessen oder einfach einen Besuch abzustatten. Das Engagement beschränkt sich auf maximal zwei Stunden pro Woche. Den Freiwilligen ihrerseits wird eine Einführung, Weiterbildung, Erfahrungsaustausch und Begleitung geboten. Wer ist interessiert zu helfen?

    Die Einsätze werden von Martina Zobrist, Vermittlerin, koordiniert:
    Büro: Rosengartenstrasse 1a (Postterrasse), Dienstag 10 bis 11 Uhr und Freitag 14 bis 15 Uhr. Telefon 044 272 68 80 (ausserhalb der Bürozeit Telefonbeantworter). Mail: wipkingen@nachbarschaftshilfe.ch, weitere Infos unter www.nachbarschaftshilfe.ch
    Der Verein freut sich über Freiwillige, Hilfesuchende, Passivmitglieder und Spender.

  • Höngger Geschäfte: Eine Schliessung, eine Verlagerung

    Höngger Geschäfte: Eine Schliessung, eine Verlagerung

    Bei der Boutique Dialog besagt ein Zettel an der Türe «Bis auf weiteres geschlossen» und beim Blumengeschäft Gardenia hat der «Raus-Verkauf» begonnen. Der «Höngger» hat bei beiden Geschäften nachgefragt. Die Inhaberin der Modeboutique will keinen Bericht in der Zeitung. Sie habe sich frühpensionieren lassen, sagt sie, und mit dem Thema abgeschlossen, das Konkursverfahren sei eingeleitet. Der Laden wird folglich, entgegen dem Schild an der Türe, wohl nicht mehr aufgehen. Gemäss unbestätigten Informationen wird eine Fahrschule mit Theorielokal die Räume im Frühjahr übernehmen.

    Laden zu, Geschäft besteht weiter

    Anders ist die Situation im Blumengeschäft Gardenia, wo Inhaberin Esther Schwank klar kommuniziert. «Das letzte Geschäftsjahr hat uns veranlasst, unser Dienstleistungskonzept zu ändern», schreibt sie dem «Höngger», und weiter: «Nach fast 29 Jahren verlassen wir das Ladenlokal an der Limmattalstrasse 197 per Ende März.» Wichtig zu wissen sei jedoch, dass Gardenia weiterhin Bestellungen telefonisch oder per Mail entgegen nimmt und Blumenwünsche erfüllt – man erweitert unter dem Motto «Sie bestellen, wir liefern» sogar den Lieferradius über die Stadt und Region Zürich hinaus bis ins Zürcher Unterland und ins Klettgau. «Nach jetzigem Stand entstehen unsere floralen Kreationen ab 1. April bis auf weiteres ausserhalb von Höngg», so Esther Schwank, «interessierten Kundinnen und Kunden werden wir im März weitere Details bekannt geben.»
    Damit schliessen beziehungsweise verlassen wieder zwei Detailgeschäfte Höngg, die über viele Jahre das Dorfbild geprägt haben. Zu hoffen bleibt, dass die Schaufenster nicht so lange unbelebt bleiben wie an anderen Stellen im Dorfzentrum.

  • Wandel in der Koordinationssitzung des Quartiervereins

    Wandel in der Koordinationssitzung des Quartiervereins

    Am Dienstagabend, 26. Januar, pilgerten rund 35 Vertreterinnen und Vertreter von Höngger Vereinen zur Koordinationssitzung in der Residenz Tertianum, organisiert vom Quartierverein Höngg (QVH). Es war bislang immer das Treffen, an dem die vielen Höngger Anlässe terminlich aufeinander abgestimmt wurden. Früher mit Agenda, Papier und Bleistift, seit einigen Jahren über die Homepage des QVH, auf der die Anlässe vorgängig eingetragen werden. Musste früher noch über Datumskollisionen verhandelt werden, konnten seither die Tage und Monate nur noch im Schnelldurchlauf durchgeklickt werden, weil es, da man früh genug den eigenen Anlass terminlich auf die anderen hatte abstimmen können, kaum mehr Änderungen gab. Davon profitierte indes Vorstandsmitglied Andy Homs, der für die Website des QVH verantwortlich ist und via Google-Analytics tiefe Einblicke in die Nutzung «seines Babys» gab. Zugenommen hat im letzten Jahr die Verweildauer der täglich rund 150 Seitenbesucher. Die Spitze lag, wie jedes Jahr, am Tag des Räbeliechtliumzugs. Auch darüber, aus welcher Weltgegend, über welche anderen Websites oder Suchmaschinen und auf welchen Geräten die Besucher zum QVH gelangen, berichtete Homs – was allen mal wieder vor Augen führte, wie viele Spuren man als Nutzer im World Wide Web hinterlässt. Doch viel wichtiger war und ist es für alle Höngger Vereine zu wissen, dass die Homepage des QVH bestens funktioniert und die Veranstaltungen im Kalender gut beachtet werden.

    Kontakte von Verein zu Verein

    Und an dieser Stelle wären nun eben Woche für Woche die Termine gesichtet worden, doch ab diesem Jahr, so hatte Präsident Alexander Jäger einleitend gesagt, soll sich dieser Anlass mehr zu einem Treffen entwickeln, bei dem die Kontakte unter den Vereinen gepflegt und der Austausch gefördert werden soll. Wie dies genau geschieht, das ist – positiv verstanden – noch offen.
    So berichtete denn QVH-Vorstandsmitglied Tiziana Werlen zuerst über den ersten Höngger Adventszauber von letztem November. Beachtlich seien der Erfolg und die an gemeinnützige Organisationen gespendeten Beträge gewesen – was auch die teilnehmenden Vereine bestätigten – und bereits gelte es für alle wieder, sich Gedanken über den nächsten Adventszauber zu machen, denn man wolle den Anlass sicher wieder organisieren. Spontan verdankten alle Anwesenden Werlens Engagement für diesen neuen, kleinen, aber feinen Höngger Dorfanlass, der dieses Jahr am Donnerstag, 1. Dezember, stattfinden soll.
    Dann gab Jäger die Runde frei und tatsächlich wandten sich einzelne Vereinsvertretende an alle und fragten nach Erfahrungen, so zum Beispiel zum Thema, wie man die Vereinskasse etwas aufbessern könne – vielleicht dachten einige wehmütig an jene Zeiten zurück, als dies noch mit dem Sammeln von Altpapier möglich war oder die Sponsorengelder bei Firmen noch etwas lockerer sassen? Doch nach wenigen Fragen zog es alle von den Tischen weg und raus ins Foyer, wo ein Stehapéro zum Verweilen lockte – und dort, in kleinerer Runde, wurde noch so manche Frage besprochen, wurden Kontakte aufgefrischt und Wünsche und Anliegen deponiert. Wenn sich die Koordinationssitzung in diese Richtung weiter entwickelt, dürfte sie weiterhin ihren guten Zweck erfüllen und Höngg sich auch in Zukunft der zahlreichen, aktiven Vereine rühmen.

  • Gefahrenstelle wird entschärft

    Gefahrenstelle wird entschärft

    Im Dezember 2009 hatten die städtischen Behörden die Sanierung der Strasse Am Wasser – und damit auch des gefährlichen Engpasses auf Höhe des Hauses 108 – angekündigt und für 2012 in Aussicht gestellt. Doch 2012 wurde das ganze Projekt auf unbestimmte Zeit verschoben: Man wolle den Ergebnissen des Mitwirkungsprozesses «Verkehr Kreis 10» nicht vorgreifen, liess das Tiefbauamt damals wissen. Weitere drei Jahre später, der Quartierverein Höngg hatte es unlängst angekündigt, wird nun doch der besonders für Fussgänger sehr gefährliche Engpass vor dem Haus Am Wasser 108 saniert.

    Neuer Weg hinter bestehender Mauer

    Das ursprüngliche Projekt sah vor, die massive Steinmauer vor der städtischen Liegenschaft zurückzuversetzen, um den hangseitigen Gehweg durchgehend bauen zu können. Nun wird die Stützmauer stehengelassen und das Trottoir dahinter geführt: Dazu wurde das Terrain bereits auf Strassenniveau abgesenkt, der rückwärtige Hang wird mit einer neuen Stützmauer gesichert. Noch vor Weihnachten soll der neue Weg bereit sein. Die IGAWB, die sich seit langer Zeit für Verbesserungen auf der Verkehrsachse Am Wasser/Breitensteinstrasse einsetzt, bedankt sich auf ihrer Homepage ausdrücklich bei den Behörden. Präsident Martin Zahnd dazu: «Für Aussenstehende mag es etwas komisch aussehen, dass die Mauer so stehen geblieben ist, doch nur dank der Mauer ist nun das Trottoir bald wirklich sicher: Ohne Mauer würden die Lastwagen das Trottoir als Ausweichstelle benutzen. Wie eng die Stelle ist, zeigt sich auch daran, wie oft die Tempo-30-Tafel schon umgefahren worden ist.»

  • Quartierverein Höngg: Bericht aus der Vorstandssitzung vom 20. Oktober

    Einbezug der QVH-Mitglieder in die Entscheidungsfindung des Vorstands

    Andreas Egli informiert über mögliche Ansätze, wie die QVH-Mitglieder verstärkt in die Entscheidungsfindung des QVH-Vorstandes eingebunden werden können (Antrag der QVH-Mitglieder Liliane Forster und Fredy Haffner). In reger Diskussion wurden Möglichkeiten identifiziert, die nun weiter konkretisiert werden.

    Erster Höngger Adventszauber

    Tiziana Werlen berichtet über den aktuellen Planungsstand und präsentiert einen Rohentwurf des Programms inklusive Situationsplan. Zahlreiche Vereine, Firmen und auch Privatpersonen engagieren sich, und wir dürfen uns auf eine stimmungsvolle erste Auflage des Höngger Adventszaubers am 26. November freuen. Der «Höngger» unter Federführung von Fredy Haffner unterstützt in verdankenswerter und grosszügiger Weise die Veranstaltung als Medienpartner. Der «Höngger» wird in seiner Ausgabe vom 19. November detailliert berichten.

    Breitensteinstrasse/Am Wasser

    Das Polizeidepartement erstellt einen Bericht, in dem auch die Empfehlungen des Workshops «Verkehr Kreis 10» berücksichtigt werden. Geprüft wird unter anderem eine Lösung hinsichtlich der gelben Fussgängermarkierung an Stelle eines Trottoirs auf der Höhe der Strasse Am Wasser 108.

    Neue Vorstandsmitglieder

    Weiterhin sind nicht alle im Gemeinderat vertretenen Höngger Parteien auch im QVH-Vorstand vertreten. Alexander Jäger berichtet über seine Bemühungen, Persönlichkeiten von SP Zürich 10, Grünliberale Zürich Kreis 6 & 10 sowie SVP für ein QVH-Vorstandsamt zu gewinnen.

    Eingesandt von Alexander Jäger, Präsident Quartierverein Höngg