Willkommen im «Zahnloft by Dr. med. dent. Florina Jaggy»: Gemeint ist die Praxis an der Limmattalstrasse 204 – eine vertraute Adresse. Denn genau hier praktizierte Dr. med. dent. Silvio Grilec über 35 Jahre lang. «Ich bin inzwischen 66 Jahre alt und ziehe mich zurück, das ist der Lauf der Dinge», sagt er gegenüber der «Höngger Zeitung».
Zwar wurde die Praxis nie offiziell ausgeschrieben, doch Grilec konnte auf die Unterstützung eines Vermittlers zählen. «Es gab immer wieder Anfragen von Ketten oder grossen Zentren, aber diese Praxis hier in Höngg schien mir dafür nicht geeignet.»
Die passende Nachfolge zu finden, erwies sich dennoch einfacher als gedacht. «Als sich zwei junge, engagierte und sympathische Menschen bei mir meldeten, wusste ich: Das könnte passen», so Grilec. Gemeint sind die Zahnärztin Florina Jaggy und ihr Partner Thomas Frey, zuständig für Operations und Marketing.
Beide suchten nach einem Ort, um ihre Vision des «Zahnlofts» zu verwirklichen. Ein grosser Pluspunkt: Jaggy kennt das Quartier. «Ich lebte insgesamt zehn Jahre hier in Höngg», erzählt die heute im Aargau wohnhafte Zahnärztin.
Moderner Anspruch, vertrautes Engagement
Für die bestehenden Patient*innen wird die Übernahme keinen abrupten Wechsel bedeuten, betonen Jaggy und Frey. So wird Grilec seine Nachfolgerin in den ersten Monaten begleiten und unterstützen. Auch das gesamte Team bleibt erhalten – eine Dentalhygienikerin, eine Prophylaxe-Assistentin und eine Dentalassistentin.
Jaggy und Frey wissen um die gewachsene Geschichte der Praxis. «Wir bieten die gesamte Bandbreite der Zahnmedizin an», erklärt Jaggy, «wobei – ganz im Sinne des Zeitgeists – der Fokus zunehmend auf der Ästhetik liegt.» Ihr Anspruch: moderne Zahnmedizin mit dem gleichen Engagement für die Zahngesundheit. «Ein schönes Lächeln – auf einer gesunden Basis», fasst Jaggy zusammen.
Was sich jedoch deutlich verändern wird, sind die Räumlichkeiten. «Wir wollten weg vom sterilen Weiss und haben mit warmen Farben und Parkettboden eine neue Atmosphäre geschaffen», sagt Frey. Auch die technischen Geräte sind auf dem neuesten Stand und sämtliche Prozesse wurden digitalisiert.
«Wir führen die Tradition weiter – aber wir interpretieren sie neu», so Frey. «Wir sind überzeugt, dass schöne und gesunde Zähne zu einem positiven Lebensgefühl beitragen», ergänzt Jaggy.
m Kreuzspital in Chur geboren, verbrachte ich als dritte von vier Töchtern meine ersten Lebensjahre in den Bergen oberhalb von Chur. Meine Eltern führten dort eine kleine Beiz, wir lebten ganzjährig dort. Die Beiz lag so abgelegen, dass wir im Winter mit dem Schlitten zum Kindergarten fahren mussten. Nach der Trennung meiner Eltern sind wir Töchter mit der Mutter nach Höngg gekommen, wo wir auch aufgewachsen sind. Hier im Quartier habe ich die Primarschule und die Sekundarschule absolviert. Als Jugendliche habe ich die Pfadi St. Mauritius Nansen kennengelernt und mich dort aktiv beteiligt. Ich war als Leiterin, später auch als Stufenleiterin tätig. Die Verantwortung und die Arbeit mit den Kindern haben mir grossen Spass bereitet.
Da wir als Familie oft auf dem Lago Maggiore gesegelt sind, schwebte mir damals der Lehrberuf als Bootsbauerin vor. Doch leider waren meine technischen und mathematischen Fähigkeiten für diese Tätigkeit nicht genug ausgeprägt. Deshalb habe ich alternativ das zehnte Schuljahr besucht und bin anschliessend Malerin geworden. Die Lehre hat mir zwar durchaus gefallen, danach habe ich allerdings nicht in diesem Job gearbeitet. Vielmehr bin ich wieder zurück zur Jugendarbeit: In der katholischen Kirchgemeinde Höngg wurde eine neue Stelle für «offene Jugendarbeit» geschaffen und ich hatte die Gelegenheit, aus der Pfadi quer einzusteigen.
Neben einer berufsbegleitenden Ausbildung konnte ich hier verschiedene Projekte auf die Beine stellen, die teilweise heute noch in Höngg bestehen – so haben wir zum Beispiel regelmässig ein Musical einstudiert und aufgeführt. Aus dieser Idee ist später das Musicalprojekt Zürich 10 herangewachsen. Auch das Werdinsel-Open-Air ist zu jener Zeit entstanden.
Während der Tätigkeit als Jugendarbeiterin sind wir zudem zum ersten Mal auf eine Segelreise nach Holland gefahren. Diese Form des Reisens hat es mir wirklich angetan – und ab da durfte ich alljährlich Jugendgruppen auf Segeltörns begleiten.
Von der Malerin zur Beleuchterin
Nach vielen Jahren bei der Pfarrei kam die Überlegung auf, ob ich eine soziale Ausbildung machen solle, um die Arbeit mit den Kindern professionalisieren zu können. Doch ich entschied mich gegen das Studium und begann stattdessen eine Weiterbildung als Farbgestalterin an der höheren Fachschule. Im Zusammenhang mit einem Projekt im Tanzhaus Zürich hatte ich die Möglichkeit, mit Licht und Beleuchtung zu arbeiten. Das hat mir so gut gefallen, dass ich beschlossen habe, Lichttechnikerin zu werden.
Beim Theater Rigiblick und beim «Bogen F» im Viadukt konnte ich anschliessend arbeiten, bis ich mit meiner zweiten Tochter schwanger war. Zu dieser Zeit haben viele Veranstalter auf LED umgestellt, da wäre wieder eine Weiterbildung nötig gewesen, und da die Arbeitszeiten nicht eben familienfreundlich sind, habe ich mich als Tagesmutter selbstständig gemacht. Seit über zehn Jahren betreue ich neben meinen eigenen drei Kindern Babys und Kleinkinder bei mir zu Hause.
Ein neuer Lebensabschnitt
In Zukunft möchte ich gerne als Beleuchterin wieder Teilzeit einsteigen, denn mittlerweile sind meine eigenen Kinder auch schon grösser und älter geworden. Daneben bin ich auf der Suche nach einer ergänzenden Tätigkeit, die ich ausüben kann, wenn ich den Job als Tagesmutter an den Nagel hänge. Und da kommt wieder das Segelreisen ins Spiel, das sich wie ein roter Faden durch mein Leben zieht.
Auch wenn ich keine Jugendgruppen mehr begleite, habe ich die Reisen ins holländische Wattenmeer fortgeführt und jedes Jahr privat einen Segeltörn mit Freund*innen und deren Familien organisiert. Doch damit nicht genug: Im letzten Sommer habe ich die Gelegenheit erhalten, das Plattboden-Schiff, mit dem wir oft verreisen, zu kaufen und mich mit der Organisation von Segelreisen selbstständig zu machen. Das ist eine grosse Aufgabe, ein solches Schiff kostet schliesslich einiges. Doch ich habe beschlossen, diese Herausforderung anzunehmen. In manchen Momenten überfallen mich auch Zweifel, doch dann fügt sich wieder so wunderbar eins zum anderen bei der Organisation, dass ich einfach weiss, dass ich das Richtige tue.
Ferien auf der «Vrijheid»
Ich habe nun damit begonnen, Geld für die Gründung einer Stiftung zu sammeln, die den Kauf des Schiffes finanzieren und die Organisation der Reisen übernehmen kann. Mit Sponsoren, Spenden und Fundraising werde ich, in Höngg beginnend und mit einem Helferteam im Rücken, den Betrag innerhalb von zwei bis drei Jahren auftreiben. Das Ziel ist, dass «die Vrijheid», so heisst das Schiff, weiterhin in den Niederlanden stationiert ist und wir von hier aus über die Stiftung regelmässig ökologische, nachhaltige Segelreisen für bis zu 30 Personen organisieren.
Ferien auf der «Vrijheid» sollen prinzipiell für alle möglich sein. Ich träume davon, auf dem Schiff Begegnungen zwischen verschiedenen Menschen zu schaffen, ganz nach dem Motto unserer Stiftung: «Perpetuum Mobile Nautica». Ich stelle mir zum Beispiel vor, dass verschiedene Konfirmations- oder Firmklassen gemeinsam segeln können. Weil das Schiff barrierefrei ausgebaut wird, werden zukünftig auch inklusive Reisen möglich sein.
Und es gibt noch viele weitere Ideen, was sich mit dem Schiff alles anstellen lässt. In den Wintermonaten, wenn das Schiff im Heimathafen liegt, könnte es zum Beispiel für Theaterseminare genutzt werden. Oder in Form eines «Hotelschiffs» an Bord Zimmer anbieten. Es gibt unglaublich viele Perspektiven, ich bin voller Tatendrang und sehr glücklich, Menschen gefunden zu haben, die mich bei der Verwirklichung meiner Vision unterstützen.
Als eine der häufigeren Arten ist der Hausrotschwanz weit bekannt und öfters anzutreffen als sein naher Verwandter, der Gartenrotschwanz. Im Gegensatz zu diesem ist beim Hausrotschwanzmännchen nur der Schwanzansatz rötlich-orange gefärbt und nicht der ganze Bauch und die Brust. Man hört im Frühling wie auch im Herbst schon früh morgens seinen hellen Gesang mit den charakteristisch kratzenden, fauchenden Tönen im Mittelteil.
Beobachten kann man ihn auf hohen Warten, die er für den Reviergesang, aber auch als Aussichtspunkt nutzt und von wo aus er Insekten, Spinnen, und andere Beutetiere ins Visier nimmt. Dort zeigt er auch sein typisches Verhalten, bei dem er mit wippenden Bewegungen des Schwanzes Knickse vollführt.
Der Hausrotschwanz ist in der Schweiz weitverbreitet. Ursprünglich an Felswänden und Gebirgsflanken brütend, hat er sich ideal an unseren Lebensraum angepasst und nistet nun gerne in Gebäudenischen und Industrieanlagen. Bei der Wahl seines Nistplatzes ist er nicht sehr wählerisch und äusserst anpassungsfähig, was wohl auch zu seinem Erfolg beigetragen hat und die leicht steigenden Bestände zu erklären vermag. In Höngg ist er gerne in unseren Gärten, auf dem Hausdach oder auf einem anderen Aussichtsposten zu sehen.
Auf Reisen
Ab Oktober und November ist es dann für den Hausrotschwanz an der Zeit, eine kurze Reise Richtung Süden anzutreten. Doch nicht alle überwintern im Mittelmeerraum und nördlichen Afrika, einige bleiben auch in unseren Breitengraden. In milden Wintern kann das ein strategischer Vorteil sein, da die Vögel die Strapazen des Zuges nicht auf sich nehmen müssen und zudem die Männchen sich bereits vor der Rückkehr von allfälligen Konkurrenten ein Revier sichern können.
Nicht immer ist der Winter hier aber angenehm für den Hausrotschwanz, vor allem wenn die übriggebliebenen Herbstbeeren nur spärlich vorhanden sind. Spätestens im März sind schliesslich die letzten ziehenden Hausrotschwänze zurück und quartieren sich ein unter den Dächern der Stadt oder den Felsen der Alpen.
Seit seiner Erstellung im Jahr 1956 hat sich in der Bewohnerschaft des Gebäudes an der Gsteigstrasse 18 ein Generationenwechsel vollzogen: Ursprünglich wurde es nämlich für ältere Menschen erbaut. Bei seiner Fertigstellung galt es als die erste realisierte Alterssiedlung der Stadt Zürich. In seinem Inneren finden sich 31 Einzimmerwohnungen, alle mit eigenen sanitären Einrichtungen und einer kleinen Küche ausgestattet, die jeweils einer älteren Person zur Verfügung standen.
Charakteristisch für das Gebäude sind nicht nur die durchgehenden Laubengänge, welche die einzelnen Wohnungen auf jedem Stockwerk erschliessen, sondern auch das Farbkonzept, welches die Fassade in einem Muster aus Pastellgelb und -rosa erscheinen lässt. Künstlerisch bedeutsam ist auch das grosse Wandgemälde, das im Inneren den Eingangsbereich des Gebäudes ziert und vom Maler, Grafiker und Plastiker Leo Leuppi in den Jahren 1956 und 1959 erstellt wurde.
Seit 2003 im Besitz der SSWZ
Mit zunehmendem Alter der Wohnanlage und den seit den 1950er-Jahren gestiegenen Ansprüchen an altersgerechtes Wohnen musste die Siedlung allerdings aus dem Inventar der Alterswohnungen entlassen werden. Lifte sind im Haus nämlich keine vorhanden, die Wohnungen daher auch nicht hindernisfrei zugänglich. Ein Umbau des Hauses zu einer den heutigen Ansprüchen genügenden Alterssiedlung war auch nicht ohne Weiteres möglich, nicht zuletzt aufgrund der denkmalgeschützten Gebäudehülle.
Im Hinterhof: Die Wohnungen verfügen alle über einen Balkon. (Foto: das)
Die ETH erstand das Gebäude von der Stadt Zürich und überliess es im Jahr 2003 der Stiftung für Studentisches Wohnen Zürich (SSWZ) im Baurecht. Die Stiftung führte im Rahmen der Möglichkeiten eine Aussen- und Innensanierung durch, ersetzte die Fenster und baute die vorhandenen Wohnungen zu einem neuen Nutzungszweck um, wie Laila Spilimbergo, die Verantwortliche für Immobilienmanagement und Bauherrenvertretung bei der Stiftung, erklärt.
Seither wird das Gebäude von deutlich jüngeren Menschen bewohnt als in den rund 50 Jahren zuvor: Die Stiftung vermittelt hier bezahlbaren Wohnraum für Studierende der Hochschulen mit Standort in der Stadt Zürich, also UZH, ETH oder der Fachhochschulen.
Diesen steht ausser den komplett möblierten Zimmern noch jeweils ein Balkon oder ein Gartensitzplatz auf der Rückseite des Gebäudes zur Verfügung. Gemeinschaftlich genutzt werden kann die grosszügige Gartenanlage rückseitig des Gebäudes sowie ein Gemeinschaftsraum mit TV. Erschlossen werden die Wohnungen via die durchgehenden Laubengänge, welche sich auf jedem Stockwerk befinden.
Preislich bewegen sich die Zimmer um 890 Franken pro Monat. Für den Einzug gibt es klar definierte Regeln: Voraussetzung ist nicht nur die Immatrikulation an einer der Hochschulen der Stadt, auch die Wohndauer ist auf maximal acht Jahre beschränkt, die Altersgrenze für die Bewohnenden beträgt 28 Jahre. Parkplätze sind keine vorhanden.
Bezahlbarer Wohnraum ist knapp
Das Gebäude ist eines von insgesamt 18 Liegenschaften, welche die 1987 gegründete gemeinnützige Stiftung innerhalb der Stadt Zürich, verteilt auf sechs verschiedene Stadtkreise, besitzt. Darunter befinden sich neben Gebäuden, die bereits über 100 Jahre alt sind, auch Neubauten, etwa der grosse Bau an der Buchegg- und Rosengartenstrasse, der im Jahr 2020 erstellt wurde. Rund 1700 Zimmer kann die SSWZ den Studierenden in der Stadt anbieten. Für die Bewirtschaftung der Gebäude und die Vermietung der Zimmer ist die WOKO, die Studentische Wohngenossenschaft Zürich, zuständig.
Die Stiftung ist in der Stadt nicht die einzige, die studentischen Wohnraum anbietet. Dennoch kann der Bedarf bei Weitem nicht gedeckt werden: Bei insgesamt, gemäss den von den Hochschulen veröffentlichten Zahlen aus dem Jahr 2023, rund 65 000 Studierenden in der Stadt Zürich, könnten nur rund 11 Prozent des benötigten Wohnraums durch Studentenwohnheime abgedeckt werden, so Laila Spilimbergo.
Gleichzeitig wird gemäss dem Bundesamt für Statistik bis zum Jahr 2033 eine Zunahme an Studierenden von 18 Prozent erwartet. «Wir sind als Stiftung daher ständig auf der Suche nach Liegenschaften und Grundstücken, um diese für Studentisches Wohnen umzunutzen oder neu zu entwickeln», erklärt Spilimbergo.
Stellwerktest und Schnupperlehren: Das sind die zwei Begriffe, welche die Jugendlichen der zweiten Sekundarschulklassen wahrscheinlich besonders beschäftigen. Denn für sie hat die heisse Phase der Berufswahl und -findung begonnen. Spätestens nach den Sommerferien, wenn sie mit der dritten Klasse starten, werden die Lehrstellenbewerbungen auf dem Programm stehen.
Also heisst es nun, sich für einen möglichen Lehrberuf oder eine weiterführende Schulbildung zu entscheiden. Eine grosse Aufgabe, die meist nicht nur die Jugendlichen selbst, sondern oft auch deren Eltern umtreibt. Wie lässt sich herausfinden, welcher Beruf der geeignete sein könnte? Nicht alle haben bereits im Alter von 14 oder 15 Jahren eine konkrete Vorstellung davon, wie der spätere Alltag einmal aussehen könnte.
Seit mehr als 15 Jahren
Da kann etwas Anschauungsunterricht vielleicht weiterhelfen. Und deswegen organisiert der Elternrat der Schule bereits seit mehr als 15 Jahren eine hauseigene Berufsmesse, an der vorwiegend lokale Unternehmen ihre Berufe vorstellen. Auch in diesem Jahr waren Mitte März wieder 17 verschiedene Betriebe mit von der Partie, die eine grosse Vielfalt an unterschiedlichen Berufsfeldern vorstellten – von der Automobil-Assistentin bis zum Zahntechniker.
Am Zweifel-Stand stiessen nicht nur die «Probiererlis» auf Interesse. (Foto: das)
Viele der ausstellenden Betriebe sind alteingesessene Höngger Firmen, die bereits seit Jahren die Berufsmesse besuchen und nicht nur den Kontakt mit der Höngger Jugend schätzen, sondern auch die Möglichkeit, sich direkt vor Ort mit potenziellen zukünftigen Lernenden zu unterhalten und in Ruhe den eigenen Beruf vorstellen zu können.
Lehrstellen in der Betreuung
Auch die Stadt als Arbeitgeberin präsentierte sich an mehreren Ständen – so etwa im Bereich Fachmann/-frau Gesundheit mit dem Gesundheitszentrum für das Alter Bombach. Oder mit «Young Talents» des Sozialdepartements, das den Beruf Fachmann/-frau Betreuung (FaBe) in den städtischen Kitas vorstellte. Elf Kitas führt das Sozialdepartement auf die Stadt verteilt, rund 70 Lernende machen dort ihre Ausbildung, erklärte Mirjam Schmidli von der Personalabteilung den interessierten Jugendlichen. Wer sich bewerben möchte, hat gute Chancen auf einen Ausbildungsplatz. Es sei sogar so, dass sie zuweilen Probleme hätten, die verfügbaren Stellen alle zu besetzen, so Schmidli.
Auch am Stand der Stiftung GFZ (Gemeinnützige Frauen Zürich), die ebenfalls Kindertagesstätten führt (unter anderem am Meierhofplatz), kennt man das Problem, dass sich nicht alle Stellen besetzen lassen. Für dieses Jahr seien zwar schon alle Lehrverträge unter Dach und Fach, doch mitunter gestalte sich die Suche nach Lernenden etwas harzig, erklären die Standbetreuenden. Das führen sie unter anderem darauf zurück, dass der Beruf der FaBe zu den am schnellsten wachsenden Jobs gehört.
Immer wieder neue Firmen
Zum ersten Mal mit von der Partie war in diesem Jahr die Berufsbildung bei Coop. Über dreissig verschiedene Lehrberufe bietet der Betrieb insgesamt an – einer davon ist die Detailhandelsausbildung. Das ist die Lehre, die auch Michael Rossol momentan absolviert. Er betreute gemeinsam mit Prisca Mognetti, die für die Lehrlingsbetreuung zuständig ist, den Stand im Lachenzelg und gab nicht nur den Jugendlichen, sondern auch dem «Höngger» bereitwillig Auskunft zu Berufswahl und Ausbildung.
Mit der Ausbildung im Detailhandel ist Michael Rossol zufrieden. (Foto: das)
Sein Arbeitsplatz ist die Coop-Filiale in Uster, im Sommer wird er nach Beendigung der dreijährigen Lehre die Abschlussprüfung ablegen. «An meiner Ausbildung schätze ich, dass es sehr viele Möglichkeiten gibt, sich weiterzubilden und zu -entwickeln», erklärte er. Deswegen war für ihn auch bereits nach vier Schnuppertagen klar, dass er die Ausbildung machen möchte. Ein Eindruck, den auch seine Betreuerin Prisca Mognetti bestätigte. «Michael kam zu uns zum Schnuppern, und schnell war klar, den schnappen wir uns», schmunzelt sie.
Auch die Rautipraxis, eine Gemeinschaftspraxis für Hausarztmedizin, HNO und Gynäkologie, war in diesem Jahr das erste Mal anwesend. Gina Somaini ist Ärztin in der Praxis und stellte an ihrem Stand den Beruf der medizinischen Praxisassistentin (MPA) vor. Das Interesse an ihrem Stand sei gross gewesen, erklärte sie. Vor allem Mädchen hätten sich für die Ausbildung interessiert, sie sei aber auch mit drei, vier Jungs ins Gespräch gekommen. Und Nachwuchs ist in dem Beruf gefragt: Medizinische Praxisassistentinnen sind in der Schweiz Mangelware. Wobei es, wie Somaini erläuterte, weniger an Auszubildenden mangele, sondern vielmehr an ausgelernten MPAs. «Denn sehr viele, die diese Ausbildung absolvieren, bleiben später nicht in dem Beruf», so Somaini.
Marcel Knörr gibt Aliya Auskunft über den Beruf des/der Hoch-bauzeichners/Hochbauzeichnerin. (Foto: das)
Prädikat: wertvoll
Den ganzen Nachmittag standen die Standbetreuenden den Interessierten der sieben Parallelklassen der zweiten Sekundarschule Rede und Antwort. Diese hatten sich zuvor einige Berufe ausgesucht, die sie besonders interessierten und sich einige Fragen zum Job überlegt. Zu ihnen gehörte auch Erik (Name von der Redaktion geändert). Er interessierte sich vor allem für die Tätigkeiten des Elektroplaners, Hochbauzeichners oder auch des Architekten. Als Elektroplaner hat er bereits eine Schnupperlehre absolviert, nun konnte er sich mit Marcel Knörr vom gleichnamigen Architekturbüro über das Berufsfeld des Hochbauzeichners austauschen – oder sich Tipps geben lassen, wie man Architekt wird. Mit dem Angebot der Berufsmesse zeigte er sich zufrieden: «Ich finde es gut, dass es die Messe an unserer Schule gibt. Sie hat mir auf jeden Fall geholfen, ein paar meiner Fragen zu klären», sagte er dem «Höngger».
Ausstellende Betriebe an der Berufsmesse:
Apotheke im Brühl AG
Centrum Drogerie AG
Coop Berufsbildung Nordwestschweiz/Zentralschweiz/ Zürich
Rautipraxis
Herzog Umbauten AG
Kennys Autocenter
Kneubühler AG Malergeschäft
Knörr Architekten AG
Koller Metallbautechnik GmbH
Stadt Zürich Sozialdepartement – Young Talents
Stadt Zürich, Brückenangebot JOB PLUS
Stadt Zürich, Gesundheitszentrum für das Alter, Bombach
Schmuck Dentaltechnik
Zweifel Chips und Snacks AG
Zweifel und Co. AG
Steiner Flughafebeck AG
Stiftung GFZ
Gemäss ersten Erkenntnissen fuhr ein 60-jähriger Schweizer gegen 21.30 Uhr mit einem Roller auf der Rosengartenstrasse Richtung Hardbrücke. Auf Höhe der Zschokkestrasse kam er aus noch unbekannten Gründen zu Fall und zog sich dabei schwere Verletzungen zu.
Die Sanität von Schutz & Rettung Zürich brachte den Verunfallten nach der Erstversorgung in ein Spital. Für eine umfassende fotografische, massliche und materielle Beweissicherung rückten Spezialist*innen des Unfalltechnischen Dienstes der Stadtpolizei Zürich aus.
Die Eidgenössische Finanzkontrolle (EFK) zieht in ihrem aktuellen Bericht die Schlussfolgerung, dass die ETH Zürich beim Bau ihres neuen Forschungslabors auf dem Hönggerberg nicht sparsam vorgehe. Konkret betrifft die Kritik das neue Physikgebäude HPQ. Das berichten diverse Medien.
Ursprünglich waren für den Bau 311 Millionen Franken vorgesehen. Bald wurde jedoch klar, dass diese Summe nicht ausreichen würde und der Bundesrat genehmigte daraufhin 339 Millionen Franken. Inzwischen liegt das Projekt bei 387 Millionen Franken, wie es heisst.
Die EFK kritisiert insbesondere die Projektwahl: Das Siegerprojekt des Zürcher Architekturbüros Ilg Santer Architekten überzeuge primär durch seine architektonischen und städtebaulichen Qualitäten. Aspekte wie Wirtschaftlichkeit und Funktionalität seien jedoch zu wenig berücksichtigt worden.
Die ETH Zürich zeigt Verständnis für die Kritik und erklärt in den Medien auf Anfrage, dass die unzureichende Gewichtung der Wirtschaftlichkeit aus heutiger Sicht nachvollziehbar sei. Dennoch sei das gewählte Projekt für ein spezialisiertes Forschungsgebäude geeignet und erfülle höchste technische Anforderungen.
Auch die Empfehlungen der Finanzkontrolle hinsichtlich möglicher weiterer Kostensteigerungen werde man teilen und weiterverfolgen. Die ETH betont jedoch, dass keine Verfahrensfehler oder Verstösse gegen interne Richtlinien festgestellt wurden.
Laut der ETH werden die Mehrkosten über das reguläre Budget gedeckt. Die Hochschule führt die Kostensteigerung vor allem auf die ausserordentliche Teuerung der letzten Jahre zurück.
Ein Artikel von Judith Stofer, Vorstand Quartierverein Wipkingen
Im privaten Gestaltungsplan Swissmill (701.390 Privater GP Aufstockung Kornhaus Swissmill V1) ist der linke Limmatuferweg unterhalb des Swissmill-Turms präzise eingetragen. Dieser Gestaltungsplan war Teil der Abstimmung über die Aufstockung des Swissmill-Turms vom Februar 2011. Der Weg besteht bereits, ist aber für die Bevölkerung geschlossen. Der Quartierverein Wipkingen hat darum beim Stadtrat nachgefragt, wo die Planung für diesen Weg links der Limmat steht.
Die Antwort Anfang 2024 fiel ernüchternd aus. Weil der Weg teilweise nur mit einer Stegkonstruktion über dem Gewässerraum geführt werden könne, sei er nicht bewilligungsfähig. In der Zwischenzeit ist Anfang Februar 2025 das überarbeitete Leitbild Limmatraum erschienen. Dieses schlägt vor, den linken Limmatuferweg im Abschnitt Swissmill vom Limmatuferweg auf dem Sihlquai zu führen. Dies, weil der Uferabschnitt in diesem Abschnitt «supoptimale Voraussetzungen für die Schaffung eines Uferwegs» biete und gemäss heutiger Gesetzeslage nicht bewilligungsfähig sei.
Und weiter heisst es im Leitbild (Seite 76): «Da die Bebauung unmittelbar ans Ufer angrenzt, könnte ein Uferweg nur mittels zusätzlicher Steganlagen (teils bestehen bereits Steganlagen/Auskragungen) über der Limmat realisiert werden.» Das zuständige kantonale Amt für Abfall, Wasser, Energie und Luft (AWEL) schätzt die Lage bei Nachweis des öffentlichen Interesses anders ein. Die Mitwirkung des privaten Eigentümers (Swissmill) sei aber zwingend.
Laut Medienmitteilung der Stadt sind sogenannte Autoposer*innen in Zürich seit Jahren ein Problem. Die Belastung der Bevölkerung durch Lärmemissionen und Verkehrsbehinderungen nimmt zu. Am 8. Juni 2022 hat der Gemeinderat ein Postulat überwiesen, das den versuchsweisen Einsatz von Lärmmessgeräten in Kombination mit einer Bilderfassung (sogenannte Lärmradare oder Lärmblitzer) fordert.
Im Auftrag von Stadträtin Karin Rykart, Vorsteherin des Sicherheitsdepartements, startet die Stadtpolizei einen Versuch mit einem solchen Gerät. Getestet wird entlang von Strecken, die bei Autoposer*innen beliebt sind.
Wichtige Erfahrungen sammeln
Auch auf nationaler Ebene gibt es Anstrengungen, übermässigen Fahrzeuglärm wirksamer zu sanktionieren. Im Rahmen der Umsetzung einer Motion hat der Bundesrat die Vorschriften zur vermeidbaren Lärmbelästigung aktualisiert. So ist es etwa ausdrücklich verboten, unnötigen Lärm mit Auspuffanlagen zu erzeugen. Aktuell fehlt aber noch die gesetzliche Grundlage, die es erlaubt, Lärmradargeräte einzusetzen, um Bussen auszusprechen, wie die Medienmitteilung erklärt.
Auch die Kantone Genf und Basel-Landschaft haben im Auftrag des Bundesamtes für Umwelt (BAFU) die praktische Anwendung von Lärmradargeräten getestet. Der Versuch in Genf hat gezeigt, dass die Technik grundsätzlich funktioniert. Die Stadt Zürich startet nun einen Versuch mit einem anderen Gerät, um wichtige Erfahrungen zu sammeln. «Wir wollen einen Lärmradar in unserem städtischen Umfeld testen, um bereit zu sein, wenn die gesetzlichen Grundlagen geschaffen werden», sagt Stadträtin Karin Rykart.
Der Lärmradar-Versuch wird begleitet durch den Umwelt- und Gesundheitsschutz (UGZ) und zusammen mit einer externen Firma wissenschaftlich ausgewertet. Der Versuch soll auch zeigen, inwiefern dessen Einsatz die Polizeiarbeit in diesem Bereich unterstützen kann. Bei den Aufnahmen des Lärmradars werden weder personenbezogene Daten aufgezeichnet noch werden Bussen oder Verzeigungen ausgesprochen.
Sensibilisierungskampagne mit Lärmdisplays
Um die Bevölkerung auf die Lärmproblematik aufmerksam zu machen, wird zusätzlich eine Sensibilisierungskampagne mit sogenannten Lärmdisplays durchgeführt. Dabei wird der Lärm von vorbeifahrenden Fahrzeugen gemessen. Die Fahrzeuglenker*innen erhalten über ein Display ein direktes, sichtbares Feedback, ob sie zu laut unterwegs sind oder nicht. Auch hier werden keinerlei personenbezogenen Daten gesammelt oder aufgezeichnet.
Gemäss Medienmitteilung sind der Pilotversuch mit dem Lärmradar und die Lärmdisplays nur zwei von vielen Massnahmen im Kampf gegen übermässigen Motorenlärm. Unter anderem führt die Stadtpolizei Zürich an bekannten Hotspots regelmässig Kontrollen durch. Dabei werden Lenker*innen, die vermeidbaren Lärm verursachen oder technische Abänderungen vorgenommen haben, verzeigt und weggewiesen. Zudem entwickelte sie ein Sperrkonzept mit einem temporären Fahrverbot, das angewendet wird, sobald ein Gebiet von Autoposer*innen überlastet wird.
Einen Tag nach dem Überfall der Wehrmacht auf Polen erliess der Bundesrat die Kriegsmobilmachung und einen Monat später folgte der «Operationsbefehl 2»: General Guisan befahl die Armee im Oktober 1939 an die «Linie Nord» die Limmat entlang, eine Verteidigungslinie von der Festung Sargans zum Walensee, Linth, Zürichsee, Limmat, Bözberg, Hauenstein, mit der Artillerie auf dem Gempenplateau und Befestigungen bis Basel. Die Stellung richtete sich einseitig gegen Nazi-Deutschland, mit der französischen Armee schloss der General eine geheime Vereinbarung, von der nicht einmal der Bundesrat etwas wusste.
Die Limmatstellungen
In Zürich stand die 6. Division, für die Stadt wurde eine eigene Heereseinheit geschaffen, das Stadtkommando Zürich. General Guisan bezeichnete die Limmatbrücken als «Obstacle absolu». Ein Übertritt der Wehrmacht über die Limmat wäre das sichere Ende der Schweiz gewesen. Einige Spuren der Limmatstellungen sind in Wipkingen noch sichtbar. Die Soldaten mussten das linke Limmatufer halten und sämtliche Flussübergänge zur Sprengung vorbereiten.
Die militärische Tarnung in Wipkingen ist nicht einfach zu durchschauen. Vier Infanteriebunker mit Maschinengewehren und drei vorbereitete Brückensprengungen sind versteckt. Die Verteidigungslinie lag am linken Flussufer. (Foto: BAZ, 1940) –
1 (blau) Infanteriestand Sihlquai / 2 (blau) Kampfstand Sihlquai / 3 (blau) LMG-Stand Lettenviadukt / 4 (blau) Bunker im SBB-Viadukt. 1 (rot) Sprengkammer Letten-Viadukt mit Schlaufkasten / 2 (rot) Sprengkammer SBB-Viadukt mit Zünder im Bunker / 3 (rot) Vorbereitete Sprengung Dammsteg mit Schlaufkasten.
Das Territorialkommando 6 war zuständig für eine Evakuierung der Stadt. Die Zivilbevölkerung wurde im Januar 1940 vorbereitet, was bei einem Angriff zu tun wäre. Vom 15. bis 22. Mai 1940 waren die Schulen in Wipkingen wie überall in der Stadt geschlossen. 170 000 Zivilpersonen hätten gehen müssen. Alle Türen mussten offengelassen werden, Patrouillen sollten Plünderungen verhindern.
Eine durchgehende Serie von MG-Ständen und Infanteriebunkern lag an der linken Limmatseite. Vorbereitet waren die Sprengungen der Kornhausbrücke, des Lettenviadukts, des SBB-Viadukts, des Dammstegs und der Wipkingerbrücke.
Der Dammsteg mit Blick Richtung Sihlquai: Diese Leitung seitlich ist keine Wasserleitung, sondern ein Relikt der Verteidigungsstellung von 1940: Das Rohr war damals mit Sprengstoff gefüllt. In den Schlaufkästen (die beiden senkrecht stehenden Kästen rechts und links im Bild) lag die Sprengvorrichtung mit dem Zünder. (Foto: Kurt Gammeter, 2002).
Reste der militärischen Verteidigungsbauten sind heute noch sichtbar. Was am Dammsteg aussieht wie eine Wasserleitung, ist ein Sprengrohr: Den Kasten in der Mitte nennt man «Schlaufkasten», in ihm befand sich die Sprengvorrichtung. Der Dammsteg mag klein erscheinen, wäre aber gefährlich gewesen. Ein Zug SS-Fallschirmjäger konnte hier innert Minuten einen Brückenkopf bilden, den man nicht mehr zurückerobern kann. Deshalb musste die Sprengung funktionieren. Sie wäre sofort bei einem Übertritt der Wehrmacht über den Rhein erfolgt.
Gleich daneben lag der Infanteriebunker, eingebaut im Brückenpfeiler der SBB-Linie Hauptbahnhof-Oerlikon. Erbaut wurde er zwischen Februar und Juli 1940 von der Firma Ed. Züblin & Cie AG, Zürich 10 im Auftrag des Stadtkommandos. Im zweistöckigen Bunker war ein MG-Stand eingebaut. Die beiden Scharten waren bis 1993 mit dem Bretterverschlag verdeckt und getarnt. Die vorbereitete Sprengung der Eisenbahnbrücke befand sich über dem Bunker. Die Sprengkammern wurden im März 2002 deklassiert und zurückgebaut.
Der Bunker unter dem Park
Bereits 1934 schuf ein Bundesbeschluss die Rechtsgrundlage für einen landesweiten Luftschutz. Eine der vielen Anlagen in der Schweiz baute die Stadt Zürich als Sanitätshilfsstelle im Landenbergpark. Die GGW (Gemeinnützige Gesellschaft Wipkingen, heutiger Quartierverein) schrieb 1938, ein Jahr vor dem Kriegsausbruch, in ihrem Jahresbericht zum Landenbergpark: «Die Anlage ist in einem sehr argen Zustande. Es kommt vorläufig keine Instandstellung in Frage, da unter der Anlage voraussichtlich ein grosser Luftschutzkeller erstellt wird.» Auch der Promenadenweg die Limmat entlang musste warten, da der Bau «durch die gewaltigen Ansprüche der Luftschutzbauten zurückgestellt» werden musste.
An der Soldatenweihnacht 1939 führte die GGW im Auftrag des Generals am 9. und 10. Dezember unter der Devise «Das Schweizervolk beschenkt seine Soldaten» den Plakettenverkauf durch. Die Vorstandsmitglieder Lehrer Jakob Frei und Diakon Otto Schmid organisierten den Verkauf, und bereits am Samstagnachmittag waren alle 1000 Plaketten abgesetzt. 956 Franken konnten abgeliefert werden. Es gab noch keinen Erwerbsersatz; die Spenden gingen an Soldaten.
Luftschutzbunker Landenbergpark: Der Eingang an der Habsburgstrasse im Jahr 2025. Heute ist der ehemalige Rundbunker als Zivilschutz-Museum öffentlich zugängig. (Foto: Kurt Gammeter)
«Die Stadt hat mit dem Bau eines Luftschutzraumes begonnen», vermerkt der Jahresbericht 1939. Der Landenbergpark mutierte gemäss dem Plan Wahlen zum Kartoffelacker. 1941 berichtete der GGW-Jahresbericht, dass die unter der Landenberganlage vorgesehene Luftschutzbaute fertiggestellt wurde. Der Rundbunker bezweckte den Betrieb einer geschützten Sanitätshilfsstelle zugunsten der Zivilbevölkerung. Auf drei Etagen lagen Behandlungs-, Pflege- und Mannschaftsräume. Die Belüftung erfolgte hinter Kampfstofffiltern. Mit dem Notstromaggregat, einem Öltank und Wasser- und Lebensmittelvorräten war ein mehrwöchiger autarker Betrieb möglich.
Das Problem der Sanitätshilfsstelle war, dass sie auf der «falschen» Flussseite lag. Geplant wurde sie vor dem Kriegsausbruch. Für den Fall Nord, den Einmarsch der Wehrmacht über den Rhein, wäre sie nicht verteidigt worden. Bei einem Versuch deutscher Truppen über die Limmat zu gelangen, wäre sie unter Artillerieschuss gelegen. Daher ist die Frage berechtigt: Hätten die Soldaten die Befehle ausgeführt?
Im Feuerraum der Artillerie
Für den vorgeschobenen Widerstand war die Grenzbrigade 6 zuständig. Ihr Auftrag im «Verzögerungsraum» lautete: den Vormarsch stören mit Verminungen, Brückensprengungen und Beschuss der Fallschirmjäger mit vorrückenden Panzern.
Gegenangriffe auf Nachschubkolonnen waren ebenfalls Teil der vorgeschobenen Verteidigung. Die Wehrmachtsdivisionen aufhalten war nicht möglich, so die realistische Einschätzung von General Guisan. «Verzögern und stören» lautete die Devise. Dies betraf auch Wipkingen: Beim Durchmarsch der Wehrmacht zur Limmat wäre Artillerie zum Zug gekommen.
Wipkingen im Krieg: Die Spitze der Verteidigung der «Linie Nord» von 1940 lag bei der reformierten Kirche. Das linke Limmatufer war unter dem Stadtkommando Zürich vom See bis zur Wipkingerbrücke befestigt (dicke schwarze Linie), verlief zur Hohlstrasse nach Altstetten und Albisrieden zur 6. Division. Die Artillerie der Feldhaubitzen-Abteilung 44 (violetter Kreis) mit dem Zielraum Wipkingen und Höngg lag hinter dem Üetliberg bei der Reppisch. (Karte: Walter Lüem)
Der Abschnitt Wipkingen war der Korps-Artillerie des 1. Armeekorps zugeteilt. Die Feldhaubitzen-Abteilung 44 bestand aus den Batterien 160, 159 und 158 mit je vier Geschützen Feldhaubitze 12. Ein älteres, aber funktionsfähiges Modell. Die zwölf Kanonen lagen gut getarnt an der Reppisch hinter dem Üetliberg, ausserhalb der Reichweite der deutschen Artillerie und für Stukas schwer zu treffen. Die Feuerkraft betrug 3 bis 4 Schuss pro Minute, also insgesamt 36 bis 48 Artilleriegranaten pro Minute. Sie wären am nördlichen Limmatufer eingeschlagen, mitten in Wipkingen.
Die Wipkingertagungen
In Höngg stand an der heutigen Regensdorferstrasse 176 das «Fröntlerhaus». Das Besitzer-Ehepaar wurde verdächtigt, der Frontenbewegung nahezustehen. Die «Fronten», deutschfreundliche Gruppierungen, sympathisierten mit dem nationalsozialistischen Deutschland und wollten, dass sich die Schweiz im «Neuen Europa» einordne. Im November 1940 verbot der Bundesrat die frontistische «Nationale Bewegung der Schweiz». Sie war laut und präsent, hatten aber im Volk sehr wenig Unterstützung. Die Fröntler hatten nur 1 Prozent Wahlanteil.
Ihre Propaganda war überall, es gibt viele Aufnahmen von Hakenkreuz-Veranstaltungen in Zürich, von Fackelmärschen oder Kampfschriften. Im Zürcher Gemeinderat hatten die Fröntler nur einen Sitz; dieser gehörte auch dem einzigen frontistischen Nationalrat. Dieser wurde bei den Gemeinderatswahlen 1938 und den Kantonsratswahlen 1939 abgewählt.
Die Gegenbewegung gegen die Fröntler oder die «Fünfte Kolonne», wie sie hiessen, war stark und in Wipkingen sehr aktiv. Der Wipkinger Pfarrer Fritz Bäumle war entschiedener Gegner der Diktatur. 1937 wurde er als Pfarrer gewählt. Zusammen mit Pfarrer Paul Vogt aus Seebach organisierte er Sitzungen und Tagungen. Sie kritisierten den bundesrätlichen Umgang mit Nazi-Propaganda in der Schweiz und die Zensur der freien Presse. Sie setzten sich für Flüchtlinge ein und verlangten von der evangelischen Kirche klare Bekenntnisse gegen die Tyrannei. Häufiger Tagungsteilnehmer im reformierten Kirchgemeindehaus war Karl Barth, Professor für Theologie aus Göttingen. Karl Barth verlor wegen seiner Schriften die Professur und musste 1935 in die Schweiz ziehen. Er rief bereits 1938 zum bewaffneten Widerstand gegen die braune Diktatur auf. Seine Versammlungen, Gesprächsrunden, Vortragsreihen und Arbeitsgruppen von Theologen, kirchlichen Vertretern, Referenten und Gästen fanden starke Beachtung.
Im reformierten Kirchgemeindehaus fanden während des Zweiten Weltkriegs die Wipkingertagungen statt. Pfarrer Bäumle hatte diese ins Leben gerufen. An den Tagungen nahmen bis zu 500 Personen teil. Man kritisierte die Zensur, setzte sich für Flüchtlinge ein und verlangte von der evangelischen Kirche klare Bekenntnisse gegen die Tyrannei. Das Kirchgemeindehaus war in den Kriegsjahren ein Hort der geistigen Landesverteidigung. (Foto: BAZ, 1944).
Ein wichtiger Teil dieser Tätigkeiten fand im Kirchgemeindehaus Wipkingen statt. Diese hatten eine so starke Ausstrahlung, dass sie weithin «Wipkingertagungen» genannt wurden. Die Wipkingertagungen begannen kurz vor dem Krieg und hatten in den ausgehenden 1940er-Jahren ihren Höhepunkt. Tatsächlich war das Kirchgemeindehaus in den Kriegsjahren ein Hort der geistigen Landesverteidigung. Diese war ebenso wichtig wie die militärische Verteidigung.
Landi-Geist in Wipkingen
«Als Wipkinger unter Wipkingern» begrüsste die GGW den freisinnigen Stadtrat Stirnemann auf der Waid. Erwin Stirnemann, Oberst und Geniechef des Stadtkommandos Zürich, sprach 1937 in seiner 1.-August-Rede auf der Wiese neben der Waid vom Wehrwillen, von der «Landi», der geplanten Landessausstellung im Sommer 1939, und von den grossen Konflikten, die in der Luft lagen. Die Schweiz werde nur so lange respektiert, wie sie in der Lage sei, ihre Unabhängigkeit wirksam zu verteidigen – wenn nötig bis zum Äussersten.
Fünf Jahre später, 1942, mitten im Krieg, trat er erneut an der Wipkinger 1.-August-Feier als Redner auf. Er erinnerte an die Landi, sprach vom Roten Kreuz, rief zur Hilfe für kriegsgeschädigte Kinder und Flüchtlinge auf und erwähnte die «Anbauschlacht». Die zahlreichen Vorträge und Referate von Oberst Stirnemann waren Teil der landesweiten Kampagne «Heer und Haus», bei der Persönlichkeiten den Wehrwillen stärkten und gegen den Defätismus und die Mutlosigkeit antraten.
Ein Mikrokosmos
Ein Blick zurück in die schwierige Epoche zeigt in unserem Quartier alle Elemente des schweizerischen Widerstandes gegen Nazideutschland und auch den Umgang mit der entscheidenden Frage: Anpassung oder Widerstand? Entweder Unterwerfung unter die Militärmaschinerie einer schrecklichen Diktatur oder suizidaler Kampf, der militärisch nicht zu gewinnen war.
Wipkingen als Abbild im Kleinen des eidgenössischen Widerstandes: Es gab Anpassung, Defätismus, Mutlosigkeit, aber eben auch militärischer Widerstand, Widerstand gegen die Zensur und eine Art Volksaufstand, der geistige Landesverteidigung genannt wurde.
Grosse Bildergalerie
Eine Auflistung der militärischen Objekte im Abschnitt Wipkingen und die Spuren, die heute noch sichtbar sind:
Nachlass Erwin Stirnemann, Geniechef Stadtkommando Zürich, Stadtarchiv, Signatur VII. 76.
Walter Lüem, «Hütet Euch an der Limmat!», Baden Verlag, 1997.
Matthias Dürst, Felix Köfer, Die Verteidigungswerke der Stadt Zürich, «Der Zürcher Bunkerwanderführer», Eigenverlag, Zürich, 2014.
Martin Bürlimann, Kurt Gammeter: «Damals», Wibichinga Verlag, 2023.