Vom 11. bis 15. August fand das diesjährige Junioren-Trainingslager des Sportvereins Höngg (SVH) statt. Wie schon in den Vorjahren führte die Reise ins wunderschöne Lenk im Simmental – einem Ort, der mit seiner eindrucksvollen Bergkulisse und seinen idealen Sportanlagen den perfekten Rahmen für eine intensive Trainingswoche bot.
Mit dabei waren 17 Junioren aus verschiedenen Mannschaften des Vereins – von den C- bis zu den E-Junioren – begleitet von engagierten Trainern – Simon Fellner als Lagerleiter, seine Frau Irene Fellner, Aziz Tair und David Hunziker –, die gemeinsam fünf Tage lang hart arbeiteten, viel lernten und als Team zusammenwuchsen.
Im Zentrum stand natürlich der Fussball: Zwei intensive Trainingseinheiten pro Tag bildeten das sportliche Gerüst der Woche. Die Schwerpunkte lagen auf Technik, Koordination, Spielverständnis und Taktik. Unter besten Bedingungen wurde konzentriert gearbeitet. Trotz hoher Temperaturen oder vereinzeltem Regen zeigten die Jungs grossen Einsatz und Begeisterung auf dem Platz.
Zusammenspiel und Verhalten
Besonderer Wert wurde auf das Zusammenspiel und das Verhalten als Mannschaft gelegt. In Spielformen, Übungen zur Kommunikation und taktischen Sequenzen wurde klar: Fussball ist Teamsport – und nur gemeinsam kann man erfolgreich sein. Die Fortschritte, die in dieser kurzen Zeit gemacht wurden, waren deutlich sichtbar.
Das Trainerteam, das bereits zum neunten Mal das Trainingslager in Lenk geleitet hat, war beeindruckt: Über die Jahre haben sie schon viel erlebt – von Sturm und Regen bis zu Hitzetagen, von Verletzungspech über Pizzaservice bis zu Grippewellen und Übelkeit, doch dieses Jahr lief alles wie am Schnürchen. Der Einsatzwille, die Disziplin und der Teamgeist der Jungs waren auf und neben dem Platz spürbar – und machten das Lager zu einem ganz besonderen Erlebnis.
Echter Teamgeist
Zur Erholung und zum Ausgleich kam auch der Spass nicht zu kurz. Ein gemeinsamer Ausflug ins Lenker Erlebnisbad sorgte für Abkühlung und gute Laune. In der Unterkunft – eine gemütlichen Gruppenunterkunft mit viel Platz – wurde gespielt, gelacht, gegessen und sich ausgeruht. Die Atmosphäre war jederzeit freundschaftlich, respektvoll und geprägt von echtem Teamgeist.
Für alle war die Woche in Lenk ein voller Erfolg – sportlich wie menschlich. Die Junioren kehrten nicht nur fitter und spielerisch weiterentwickelt zurück, sondern auch als enger zusammengewachsene Gruppe. Das Trainerteam zeigte sich mit dem Verlauf des Lagers sehr zufrieden: Die gesteckten Ziele wurden erreicht, individuelle Fortschritte waren klar erkennbar, und die Basis für eine erfolgreiche Saison wurde gelegt.
Ein grosser Dank geht an alle, die dieses Lager möglich gemacht haben. Ebenso verdienen die Jungs ein grosses Lob – für ihren Einsatz, ihre Disziplin und ihren Teamspirit. Dieses Trainingslager wird allen Beteiligten in bester Erinnerung bleiben – und die Vorfreude auf nächstes Jahr ist bereits jetzt spürbar.
Lagerverantwortliche gesucht
Weil das langjährige Leitungsteam im nächsten Jahr nicht mehr zur Verfügung steht, sucht der Sportverein Höngg schon jetzt neue Lagerverantwortliche. Interessierte können sich unverbindlich beim SV Höngg melden (www.svhoengg.ch), dabei werden die bisherigen Trainer der neuen Leitung unterstützend zu Seite stehen.
Die «Rose» – ein Name, der vielen in Höngg noch heute vertraut ist. An der Limmattalstrasse 159 stand von 1832 bis 1959 das Restaurant «Rose», die erste Wirtschaft im Quartier, in der offenes Bier ausgeschenkt wurde. Zum damaligen Betrieb gehörten nicht nur ein Restaurant, sondern auch eine Bäckerei und eine Kegelbahn.
Nach dem Abriss des Gebäudes im Jahr 1960 machte dort ab 1980 die Tankstelle «Socar Service Rose» von sich reden. Auch sie schrieb Quartiergeschichte: 42 Jahre lang führte Heinz Huber den Betrieb mit Werkstatt und kleinem Shop. Im Oktober 2022 schloss er die Tankstelle (der «Höngger» berichtete).
Zu Besuch in der «Rose»: der Eingang bei der Limmattalerstrasse. (Foto: dad)
Doch wo Geschichte verschwindet, entsteht Neues: Im Mai 2023 wurde die Tankstelle abgerissen, kurz darauf begannen die Bauarbeiten für ein Mehrfamilienhaus – geplant und realisiert von der Knörr Architekten AG in Höngg. Und in diesem Jahr war es soweit: Am 4. April folgte die Aufrichte und seit dem 1. Juni ist das neue Gebäude bezugsbereit. Es erinnert dennoch an die Vergangenheit: Eine Rose ziert die Glastür zum Treppenhaus.
Ein Fenster zum Himmel
Zu Besuch in der «Rose»: das Fenster zum Himmel. (Foto: dad)
Der Rundgang in der «Rose» beginnt ganz oben, im vierten Stock. Jede Etage beherbergt eine Wohnung. Das Ziel war eine zeitgenössische Architektursprache, eine klare, einfache Volumetrie und ein Flachdach – wie die Architekten bereits vor einem Jahr im Gespräch mit dem «Höngger» bekanntgaben.
Die Attikawohnung mit zweieinhalb Zimmern ist hell und grosszügig geschnitten. Vier sonnige Balkone bieten Licht von allen Seiten, die Aussicht ist überwältigend: Der Blick auf den Landsitz «zum Weingarten» und dessen Wiese ist einmalig. Dazu ein Oberlicht – ein Fenster zum Himmel. Eichenparkett sorgt für Wärme, die offene Küche mit Kochinsel dürfte selbst Kochmuffel begeistern.
Zu Besuch in der «Rose»: Die Küche mit der Kochinsel. (Foto: dad)
Wie wird wohl dereinst die Einrichtung aussehen? Noch ist alles möglich – die Wohnung stand bis Redaktionsschluss für 1,9 Millionen Franken zum Verkauf.
Die Geschichte geht weiter
Die drei unteren Eigentumswohnungen im ähnlichen Preissegment sind teilweise schon bezogen. Auch dort durfte der «Höngger» reinschauen: Sie ähneln im Grundriss der Attikawohnung, bieten aber mit dreieinhalb Zimmern mehr Platz und verfügen über einen grosszügigen Balkon in Richtung Altstetten; im Erdgeschoss mit lauschigem Gartensitzplatz. Zu jeder dieser Wohnungen gehören weiter Badezimmer. Lamellen- und Sonnenstoren lassen sich elektrisch bedienen.
Selbstverständlich verfügen alle Wohnungen über einen Waschturm, moderne Geräteausstattung und grosse Kellerabteile. Eine Wärmepumpenheizung mit Erdsonden sorgt für umweltfreundliches Heizen. Die Geschichte der «Rose» geht also weiter: Wo früher bierselige Abende gefeiert wurden und eine Tankstelle für Tempo sorgte, entsteht nun eine neue Nachbarschaft.
Zu Besuch in der «Rose»: Zimmer mit Aussicht auf den Landsitz «zum Weingarten». (Foto: dad)
Wo befinden sich die 30 Einfamilienhäuser aus den 1920er-Jahren mit den schmucken Treppengiebeln? Welche Institution in einem der ersten Hochhäuser Hönggs feiert dieses Jahr ihr 60-Jahr-Jubiläum? Diese und weitere 13 Fragen galt es im diesjährigen Sommerrätsel der «Höngger Zeitung» zu lösen.
Erneut war das Interesse gross: Über 100 rätselfreudige Teilnehmende erwiesen sich als wahre Kenner der lokalen Architektur. Der Lösungssatz lautete: «Sommer mit Aussicht».
Zu gewinnen gab es Gutscheine von den Restaurants Hönggerhof, Osteria da Biagio und «CaBaRe» sowie der Migros und dem Kapitel 10. Die Glückspilze werden persönlich benachrichtigt. Bis zum nächsten Rätsel!
Das sind die korrekten Antworten
1. Wo befindet sich der zweite Campus der ETH, 1961 erbaut, auf dem man Architektur studieren kann? Hoenggerberg 2. Welches für Kirchen typische Merkmal fällt bei der katholischen Kirche Heilig Geist besonders klein aus? Kirchturm 3. Wo befinden sich die 30 Einfamilienhäuser aus den 1920er-Jahren mit den schmucken Treppengiebeln? Imbisbuehlstrasse 4. Wer lebt heute im Haus an der Gsteigstrasse 18, wo einst Betagte wohnten? Studierende 5. Was befindet sich gegenüber im «Haus zum Chranz», einem 1506 erbauten Rebbauernhaus, das gerade renoviert wird? Ortsmuseum 6. Beim Traumdepot Wartau stehen drei Betonhäuser, deren Bauweise sich an Le Corbusier orientiert. Wie nennt man die Stilrichtung, die durch die Verwendung von Sichtbeton gekennzeichnet ist? Brutalismus 7. In welchem ursprünglich spätklassizistischen Bau neben der reformierten Kirche wurde jahrzehntelang ein alkoholfreies Restaurant betrieben? Sonnegg 8. Welcher berühmte Höngger Architekt realisierte in den 1930er Jahren sein Haus im Bauhaus-Stil (Nachname)? Bill 9. Bei der Haltestelle Eschergutweg steht ein historisches Gebäude aus dem Jahre 1674 mit dem Namen „Roter …“? Ackerstein 10. Die Werdinsel mit den zwei historischen Gebäuden aus der Zeit der frühen Industrialisierung ist ein Bijou. Kaum vorstellbar, was sich in den 1960er Jahren auf der Insel befand. Autofriedhof 11. Im Artikel auf S. 19 berichten wir über einen aussergewöhnlichen Fund beim Haus am Kranzweg 9. Was kam bei Grabungen im Garten zum Vorschein? Muehlstein 12. Welche Institution in einem der ersten Hochhäuser Hönggs feiert dieses Jahr ihr 60-Jahre-Jubiläum? Bombach 13. An der Hurdäckerstrasse im Rütihof liegt das Mehrfamilienhaus «Sunny Woods» Aus welchem Material bestehen die Gebäude? Holz 14. Wie heisst das elegante Haus am Meierhofplatz aus dem Jahr 1895, indem eine Studierenden-WG wohnt. Sogar ihren Ingwerlikör hat sie danach benannt. Orsini 15. An der Limmattalstrasse 209 befindet sich ein altes Handwerkhaus, dessen ältester Gebäudeteil auf das Jahr 1473 datiert wird. Welche Farbe hat es? Orange
Er ist ein Katzensprung von Höngg entfernt: der Katzensee. Das beliebte Naherholungsgebiet punktet auch mit der Gastronomie. Das Sportamt der Stadt Zürich suchte per 1. April 2026 ein neues Team für die Gastronomie im Seebad Katzensee. Nun ist die Entscheidung gefallen.
Das Sportamt hat entschieden, den Zuschlag für die Führung der Gastronomie im Seebad Katzensee an die Abreise AG zu erteilen. Die Bewerbung erhielt laut Medienmitteilung von allen Einreichungen die beste Bewertung.
Berücksichtigt wurden die vier Auswahlkriterien Attraktivität des Betriebskonzeptes (35 Prozent), Wirtschaftlichkeit (25 Prozent), Nachhaltige Führung des Gastronomiebetriebs (15 Prozent) sowie Schlüsselpersonen und Team (25 Prozent).
Vielseitiges Gastroangebot
Das Auswahlgremium bestand aus Fachpersonen aus den Bereichen Sportamt, Gastronomie und Nachhaltigkeit. «Die Bewerbung der Abreise AG hat uns sehr überzeugt, weshalb wir uns ab nächster Saison auf eine gute Zusammenarbeit und ein vielseitiges Gastroangebot für unsere Badegäste freuen», sagt Tobias Bernhard, Abteilungsleiter Bade- und Eisanlagen.
Die Abreise AG, die ebenfalls die Gastronomie im Flussbad Unterer Letten in Wipkingen führt, folgt somit auf Denise Niederberger und Marcelle Witter, welche die Gastronomie im Seebad Katzensee in den vergangenen 43 Jahren führten.
Kurz vor 23 Uhr betrat gemäss der Medienmitteilung der Stadtpolizei Zürich eine unbekannte Person mit einer Faustfeuerwaffe den Tankstellen-Shop Coop Pronto, Am Wasser 146, und verlangte Bargeld. Anschliessend kam es zu einem Gerangel, worauf der Täter ohne Deliktsgut in Richtung stadteinwärts die Flucht ergriff.
Im Zuge der sofort eingeleiteten Nahbereichsfahndung fiel einer Streifenwagenpatrouille im Kreis 3 ein Jugendlicher auf, der auf die Täterbeschreibung des Raubs passte. Sie nahmen den 15-jährigen Afghanen fest und brachten den Tatverdächtigen für weitere Abklärungen auf eine Polizeiwache. Für eine umfassende Spurensicherung wurden Spezialist*innen des Forensischen Instituts Zürich aufgeboten.
Zeugenaufruf
Die Stadtpolizei Zürich sucht Personen, die Angaben zum geschilderten Vorfall vom Dienstagabend, 12. August 2025, kurz vor 23 Uhr bei der Coop Tankstelle, Am Wasser 146 in Zürich Höngg, machen können. Insbesondere werden zum Tatzeitpunkt anwesende Kunden gesucht. Hinweise oder Kontaktaufnahme unter der Telefonnummer: 0 444 117 117.
Raubüberfall vor einem Jahr
Es ist nicht das erste Mal, dass der Coop Pronto Shop ausgeraubt wurde: Am Abend des 9. September 2024, kurz vor 22 Uhr, betrat ein Unbekannter den Tankstellenshop. Laut der Stadtpolizei bedrohte er einen Angestellten mit einer Stichwaffe und forderte die Herausgabe von Bargeld. Mit mehreren hundert Franken flüchtete der Täter aus dem Shop in Richtung Europabrücke. Verletzt wurde niemand.
Der Kranzweg gehört zu den idyllischsten Strässchen im Zentrum Hönggs. Der schmale, leicht versteckte Weg verbindet die Bläsistrasse mit der Gsteigstrasse. Wer dort entlang schlendert, fühlt sich unwillkürlich in eine andere Zeit zurückversetzt. Genauso wie am Gässli, das vom Meierhofplatz parallel zur Gsteigstrasse verläuft und diese in der grossen Kurve schneidet. Genau dort, wo das Gässchen auf den Kranzweg trifft, befindet sich eines der ältesten Häuser Hönggs.
Georg Sibler bezeichnet dieses in seiner «Ortsgeschichte Höngg» sogar als das «älteste erhalten gebliebene Privathaus von Höngg». Erbaut wurde das Gebäude im Jahr 1525. Damals stand das auf der anderen Strassenseite der Gsteigstrasse liegende «Haus zum Kranz», das heutige Ortsmuseum, bereits: Es wurde 1506 erbaut. Doch im Gegensatz zu diesem Repräsentationsbau, der vom Fraumünster-Kloster erstellt worden war, stellt das Haus am Kranzweg ein «damals gewöhnliches Bauernhaus» dar, typisch für die «damaligen Durchschnittsbauten in einem Dorf bei der Stadt Zürich», wie der «Höngger» im Jahr 1993 zu berichten wusste. Erbaut wurde es als Ständerbau mit Bohlenwänden, die später, im Laufe des 18. und frühen 19. Jahrhunderts, durch Fachwerk und Mauern ersetzt wurden. Nur rund die Hälfte des Gebäudes wurde als Wohnhaus genutzt, der talseitige Teil des Hauses diente als Scheune.
Das Haus am Kranzweg 9 im Jahr 1990. (Foto: Baugeschichtliches Archiv Zürich)
In Höngg ist noch viel Platz
Zu den Zeiten, in denen das Haus erbaut wurde, war Höngg noch ein kleiner Weiler: Betrachtet man alte Karten aus dem 16. Jahrhundert, sind im Dorfkern nur rund 30 Häuser zu finden, die sich im losen Abstand um die Kirche gruppieren, das Haus am Kranzweg 9 befindet sich noch weit ausserhalb des Zentrums. 100 Jahre später, im 17. Jahrhundert, ist das Zentrum bereits deutlich gewachsen, der Ortskern dichter bebaut – und auch das Haus hat seinen Umfang verdoppelt: Es hat einen Anbau erhalten, welcher als Trotte diente.
Vor der Sanierung: Im Jahr 1990 wirkte das Haus baufällig, sein ehrwürdiges Alter war ihm nicht anzusehen. (Foto: Baugeschichtliches Archiv Zürich)
Ein Abbruchobjekt?
Im Laufe der Jahre wechselte das Haus mehrfach seine Besitzer und erschien zunehmend abgewohnt und baufällig. Es wurde «vor allem in der jüngsten Zeit wenig gepflegt, was (…) zum heutigen eher verwahrlosten Bild führte», beschrieb etwa der «Höngger» die Situation im Jahr 1993. Dennoch erweckte es zu Beginn der 1990er-Jahre die Aufmerksamkeit von Ruedi Wiedmer. Er war selber Bauherr und hatte bereits einige Liegenschaften in Höngg erstanden, um sie zu sanieren. Er klopfte beim Besitzer mit der Frage an, ob das Haus zu verkaufen sei und hatte schliesslich Erfolg: Gemeinsam mit Jürg Ryser, Rheumatologe mit eigener Praxis direkt am Meierhofplatz, konnte er das Haus käuflich erwerben – als Abbruchobjekt. Anstelle des Hauses planten sie einen Neubau, der Wohnungen und Büros enthalten sollte.
Das vergessene Haus
Doch es kam anders als geplant. Denn nach der Baueingabe bei der Stadt erhielten sie eine Absage für ihr Bauprojekt. Es handle sich um ein denkmalgeschütztes Gebäude, so die Begründung. Das war den neuen Eigentümern nicht bewusst gewesen – und dies nicht nur wegen des bescheidenen Äusseren des Gebäudes: Im Inventar des Denkmalschutzes war es nicht enthalten. Offensichtlich war das Haus bei der Inventarisierung vergessen gegangen.
Die Fachwerk des geschichtsträchtigen Hauses kommt heute wieder zur Geltung. (Foto: Dagmar Schräder)
Damit kam ein Abbruch des Gebäudes nicht mehr infrage, stattdessen wurden Sanierungsarbeiten geplant. Das machte die Bauarbeiten aufwendiger als geplant. Bis die Baubewilligung für den Umbau erteilt wurde, vergingen fast fünf Jahre und 1995 konnte schliesslich mit dem Umbau begonnen werden. Auch finanziell war die Sanierung eine Herausforderung: Fast eine Million Franken teurer als ursprünglich budgetiert sei das Projekt geworden, erklären die beiden Hausbesitzer dem «Höngger» bei einer Begehung des Gebäudes.
Hier ist das alte Gemäuer zu sehen. (Foto: Dagmar Schräder)
Interessante Funde
Bei den Sanierungsarbeiten wurde die verputzte Fassade entfernt und das darunterliegende Fachwerk im ersten Stock des Hauses wieder freigelegt. Die alten Trägerbalken wurden durch neue ergänzt, auch der Dachfirst wurde neu aufgebaut. In den Innenräumen des Hauses mischen sich nun alte Balken und Gemäuer mit modernen architektonischen Elementen.
Neue Treppe, alte Balken. (Foto: Dagmar Schräder)
Die Gartenansicht nach der Renovation. (Foto: Dagmar Schräder)
Die alte Trotte, die abgebaut wurde, wurde durch einen neuen Anbau ersetzt, der sich heute zum Garten hin durch eine durchgehende Fensterfront auszeichnet.
Spektakulär war die Vorgehensweise zur Unterkellerung des Gebäudes: Um dem Haus ein Untergeschoss zu verleihen, musste das gesamte Gebäude an Balken «aufgehängt» und abgestützt werden. Bei den Grabungen machten die Arbeiter zudem einen ganz besonderen Fund: Im Garten wurde ein alter Mühlstein freigelegt, der ausgehoben und als Anschauungsmaterial vor das Gebäude gelegt wurde.
Im Jahr 1996 schliesslich konnten die neuen Bewohner einziehen. Sie haben sich das Haus aufgeteilt: Der Bereich der ehemaligen Scheune gehört Wiedmer, hier bewohnt seine Tochter eine Familienwohnung. Das Ehepaar Ryser besitzt den ehemaligen Wohnteil mit Anbau, worin sich drei Mietwohnungen befinden.
Vor 25 Jahren gründete Susy Utzinger eine kleine private Initiative, um notleidenden Tieren zu helfen. Heute zählt die Susy Utzinger Stiftung für Tierschutz (SUST) zu den anerkannten Kräften im internationalen Tierschutz, wie es in einer Medienmitteilung heisst. Unter dem Jubiläumsmotto «Stärker denn je» zieht die Stiftung Bilanz und richtet den Blick zugleich nach vorn.
Ein Kernstück der internationalen Arbeit ist das SUST-Shelter im rumänischen Galați. Seit zehn Jahren bietet das Tierheim herrenlosen Hunden und Katzen Schutz und vermittelt sie an neue Lebensplätze. Die Einrichtung gilt als Referenzprojekt für nachhaltige Tierschutzarbeit vor Ort.
Parallel betreibt die Stiftung sieben sogenannte Orphan Animal Hospitals in Ägypten, dem Libanon, Peru und Rumänien. Dort erhalten verletzte oder ausgesetzte Tiere medizinische Versorgung und Pflege.
Sozialarbeit für Tiere
In der Schweiz hat die SUST vor zehn Jahren die Sozialarbeit für Tiere aufgebaut. Es sei laut Medientext eine Brücke zwischen Mensch und Tier, wenn beide in Not sind.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Vermeidung von Tierleid durch Kastrationsprojekte: Seit 2012 wurden mehr als 150’000 Tiere kastriert. Damit will die Stiftung das Problem unerwünschten Nachwuchses direkt an der Wurzel anpacken.
«Ich hätte mir vor 25 Jahren nie träumen lassen, wie viel wir gemeinsam bewegen können», sagt Gründerin und Geschäftsleiterin Susy Utzinger gemäss der Medienmitteilung. Und: «Wenn Herz, Verstand und Hartnäckigkeit zusammenkommen, ist echter Wandel möglich.»
Der Blick nach vorne
Am 7. September richtet die Stiftung anlässlich des Jubiläums einen Tierschutzmarkt in der Haupthalle des Zürcher Hauptbahnhofs aus. Mehr als 20 Schweizer Organisationen beteiligen sich, rund 30 Marktstände geben Einblick in den Alltag des professionellen Tierschutzes und zeigen, wie die Menschen selbst aktiv werden können.
Zudem startet die Stiftung im Jubiläumsjahr einen Podcast zum Buch «Heimatlos», in dem Susy Utzinger mit Gästen aus Politik, Journalismus, Tierschutz und Kultur über Erlebnisse, Herausforderungen und Zukunftsfragen spricht.
Wie die Stadtpolizei Zürich mitteilt, ging am Montag kurz vor 15. 30 Uhr via Einsatzleitzentrale von Schutz & Rettung Zürich (SRZ) bei der Polizei die Meldung ein, dass ein Mann, der mit weiteren Personen in der Limmat baden war, unterging und anschliessend nicht mehr gesehen wurde.
Sofort rückten die Stadtpolizei Zürich, die Kantonspolizei Zürich und ein Helikopter der AAA Alpine Air Ambulance AG aus. Aufgrund des Einsatzstichworts «Person im Wasser» wurde sofort das Flussrettungskonzept ausgelöst.
Unter der Leitung der Berufsfeuerwehr von SRZ besetzten die ebenfalls aufgebotenen Feuerwehren Engstringen, Schlieren und Dietikon alle Brücken flussabwärts, um nach der vermissten Person zu suchen.
Weitere Abklärungen
Kurz nach 18.30 Uhr konnte der 65-jährige Portugiese durch den zusätzlich ausgerückten Helikopter der Kantonspolizei Zürich bei Dietikon entdeckt und durch die kantonale Seepolizei in Zusammenarbeit mit der Feuerwehr Dietikon nur noch tot geborgen werden. Wie es zu diesem Unfall kam, wird abgeklärt.
Für die Personen, die mit dem Verstorbenen bei der Werdinsel waren, wurde ein Notfallseelsorger aufgeboten.
Das Baden und Schwimmen in Flüssen birgt besondere Risiken, die beachtet werden müssen. Auf der Internetseite der BFU (Beratungsstelle für Unfallverhütung) finden Sie wichtige Tipps, um sicher im Fluss zu schwimmen und Unfälle zu vermeiden.
Wie berechnete ein Bauer im Mittelalter, der nicht rechnen konnte, die Fläche seines Ackers? Wie wusste der Knecht, wie viel Holz er schlagen muss, wenn er weder schreiben noch lesen kann? Im angeblich finsteren Mittelalter gab es ein raffiniertes System, wie Analphabeten Äcker, Weiden, Wälder, Allmenden und ganze Höfe samt ihrem Ertrag messen konnten.
Unsere heutigen Einheiten wie Meter und Kilogramm sind uns so geläufig, dass wir uns ein komplett anders Mess-System gar nicht mehr vorstellen können. Alte Urkunden geben preis, wie das System im Mittelalter funktionierte. Das Besondere dabei war, dass nicht die berechnete Fläche zum Zug kam, sondern der Ertrag, den sich aus einer Fläche erlösen liess. Eine Urkunde vom 3. April 1418 berichtet: «Johannes Dietschy und seine Frau Elsbetha Koufleibin verkaufen die Gült ihrer Wiese Buechholtz in Wippkingen. Sie stösst an den Kefferberg.»
Offenbar gab es Anfang des 15. Jahrhunderts am Waldrand beim Käferberg eine Wiese namens Buchholz. Was sagt uns die Urkunde sonst noch? Frau Koufleib war mit Herrn Dietschy verheiratet, aber sie musste nicht den Namen des Mannes annehmen. Eigentumsrechtlich war sie ihm nicht unterworfen, die beiden besassen die Wiese zu gleichen Teilen und wollten sie gemeinsam verkaufen. Das heisst – was genau wollten sie verkaufen? «…verkaufen die Gült ihrer Wiese …» steht auf dem Pergament. Sie wollten eine Gült verkaufen, nicht eine Wiese.
In Wipkingen verkaufte man nicht den Boden, sondern handelte mit dem Erlös der Fläche. Bekanntlich war Wibichinga ein Fraumünsterlehen. Das heisst, der Boden der ganzen Gemeinde gehörte dem Kloster. Regen Handel gab es aber mit allem, was der Boden hergab, mit Kernen, Holz, Äpfeln, Ziegen, Milch und Käse.
Das Wort blieb erhalten, die Gült nicht. Etwas «gilt» oder «gilt nicht», oder etwas ist «ungültig». Die Begriffe gehen auf die mittelalterliche Gült zurück. Die Gült bezeichnet die Abgabe, die ein Pächter oder Lehensnehmer dem Eigentümer eines Grundstücks, einer Weide oder eines ganzen Hofes zahlen musste. Es konnte auch ein Pfand oder eine Rente sein. Es gab Geldgülte (Zahlung in klingender Münze) und Fruchtgült (in Naturalien). Im Gültbuch war die Eigentümerschaft der Güter, ihre jeweilige Gült und die Abgabenpflichtigen erfasst. Als Grundpfand für die Gült haftete das Grundstück, nicht der Schuldner persönlich.
Reiche, stimmberechtigte Wipkingerinnen
Eine weitere Urkunde aus dem Jahr 1551 verkündet: «Hans Appenzeller soll seiner Schwester Magdalena 100 Pfund Kapital verzinsen, von und ab 2 ½ Juchart Reben, 3 Mütt Holz im Käferberg, 1 Stück Wiesen hinter dem Käferberg, 2 Ditto Haus und Hofstatt am Käferberg.»
Hans Appenzeller, aus einem alten Wipkinger Geschlecht stammend, war verpflichtet, seiner Schwester Zins zu zahlen. Das bedeutet, dass seine Schwester Eigentümerin der Güter war. Die Frauen im mittelalterlichen Wipkingen hatten eigenes Einkommen, besassen Eigentum, waren selbstständig, waren erb- und stimmberechtigt. Besassen sie einen Hof, hatten sie auch das Stimmrecht an den Nutzungsrechten.
Im Todesfall erbten die Witwen zusätzlich zum Besitz auch das Stimmrecht in der Korporation, also der Eigentümerversammlung der Allmende. Das Stimmrecht in der Korporation war pro Anzahl Mütt und nicht pro Kopf vergeben. Es ist weniger kompliziert als es tönt: Ein Mütt ist ein Volumenmass für Kernen (Getreide) oder Holz. 12 Mütt sind 1 Hube, 4 Mütt sind 1 Malter, umgerechnet in heutige Einheiten 333 Liter. Also entspricht 1 Mütt 83 Liter. So viel Volumen Holz durfte man als Eigentümer des Nutzungsrechts holzen. Was man im Wald schlagen durfte, hiess «Holzgerechtigkeit». Diese wurde in Mütt gerechnet. Der Zins für ein Stück Weideland betrug zum Beispiel 4 Mütt Holzgerechtigkeit. Es war ein Mass für Holznutzung und eine Abgabe an geschlagenem Brennholz.
Anmerkung am Rande: Die Schweiz war nicht das letzte Land, welches das Frauenstimmrecht eingeführt hat, es war das erste. Es kannte im Mittelalter Frauenstimmrechte, insbesondere Stimmrechte an Ressourcennutzung. Die Frage lautet nicht, warum hat die Schweiz das Frauenstimmrecht so spät eingeführt, sie lautet, wann und weshalb haben die Schweizerinnen ihr Stimmrecht verloren?
Das mittelalterliche Wibichinga entwickelte sich auch nach der Reformation prächtig und zog neue Bürger an, die sehr hohe Preise für die Niederlassung bezahlten. In diesem Einzugsbrief von 1590 betrug der Preis für das Wipkinger Bürgerrecht 9 Gulden. Damit verbunden war auch das Recht auf «Holtz und Veld, Wunn und Weid», Holzrecht, Weiderecht und Ernterecht. Die Urkunde wird im Stadtarchiv aufbewahrt. (Bild: zvg)
Waldnutzung im mittelalterlichen Wipkingen
Der Wald in Wipkingen ist in der Gründungsurkunde aus dem Jahr 881 ausdrücklich vermerkt, als Kaiser Karl der Dritte seinem Getreuen Wolfgrim den Weiler zu lebenslänglicher Nutzniessung überliess. Wesentlich ist, dass der Weiler nach dem Ableben des Lehensnehmers an das Fraumünsterkloster zurück ging. Von daher stammt die Eigentumsordnung, die fast 700 Jahre Bestand hatte. Der Boden gehörte dem Fraumünster, gehandelt wurden Rechte an der Nutzung und den Erlösen.
Seit dem frühen Mittelalter wird unser Wald intensiv genutzt. Wie gelang es, dass trotz der Nutzung der Wald stehen blieb und nicht ratzekahl gerodet wurde? Eine Antwort lautet, dass es dem Fraumünster im Mittelalter gelang, «nachhaltige Institutionen» zu schaffen, also Eigentumsrechte und Nutzungsformen, die nicht auf kurzfristigen Gewinn zielen. Das «Mütt» in der Urkunde von Hans Appenzeller ist ein eindrückliches Beispiel.
Mütt, Pertinenz und Huben
Im Mittelalter hiess die Einheit für das Holz-Volumen Mütt und für die Nutzung Hube. Der «Huber» entrichtet den Hubzins, daher der Familienname Huber. Die Hube bezeichnet das Eigentumsrecht und die Nutzungsrechte, die einem Mitglied der Allmende zustanden. Die Hube bezog sich auf die bewirtschaftete Fläche.
Der Käferbergwald war im 16. Jahrhundert in Nutzungseinheiten aufgeteilt. Die Grösse des Käferbergwaldes betrug die «Pertinenz von 7 Huben». Jede Hube umfasst 12 Mütt Wald. Diese 84 Mütt verteilten sich auf 19 Wipkinger Holzgenossen (58 Mütt), den Kehlhof des Münsters (12 Mütt), den Lehensmann des Münsters, das Ötenbachamt, das Spital und das Siechenhaus St. Jakob, (je 2 Mütt) sowie das Obmannamt (6 Mütt). Zur Nutzung waren nur die Eigentümer der Mütt zugelassen. Sie waren Mitglied der Wald-Verwaltung, der «Holzgenossen».
Diese Zahlen zeigen, dass die Berechnung der Waldfläche im Mittelalter sich auf die Nutzung bezog und nicht auf die effektive geografische Fläche. Die Flächenangabe in Pertinenz und Anzahl Huben zeigt, dass der Holzschlag nachhaltig erfolgte. In vielen Urkunden im Mittelalter ist die Rede von Holzgerechtigkeit, also dem Recht auf Waldnutzung.
Die «Pertinenz von sieben Huben» entspricht somit der wirtschaftlichen Gesamtnutzung des Waldes. Die Nutzung muss nachhaltig erfolgen, man darf nur so viel Holz schlagen, wie nachwächst. Die Holzgenossen legten periodisch die maximale Nutzungsmenge des Käferbergwaldes fest. Die Gemeinde musste dafür sorgen, dass niemand ohne Berechtigung Bäume fällt.
Die Waldbewirtschaftung oblag damals einer korporativen Nutzungsgemeinde. Anfänglich hiessen sie Holzgenossen, ab 1671 taucht in den Urkunden eine «Korporation Käferberg» auf. Waldeigentümerin war seit dem Frühmittelalter das Fraumünster. Bis zur Reformation und der Klosterschliessung um 1524 leitete die Abtei als Vertreterin der niederen Gerichtsbarkeit die rechtliche Aufsicht, danach die Stadt. Holzfrevel wurde bestraft.
Nobelpreis 2024
Der letztjährige Wirtschaftsnobelpreisträger Daron Acemoglu beschreibt in seinem lesenswerten Buch «Warum Nationen scheitern» wie es mancherorts gelang, die Ressourcen schonend und nachhaltig zu nutzen und vielerorts eben nicht. Im mittelalterlichen Weiler Wibichinga gelang dies vorbildlich. Auf den ersten Blick wirken die Organisation mit den Eigentumsrechten, den Nutzungsformen und der Berechnung des Ertrages verworren und kompliziert. Es lohnt sich, sich damit zu befassen. Die spektakulär erfolgreichen alten Methoden der Ressourcennutzung sind uns heute noch ein Vorbild.
Quellen
Martin Bürlimann, Kurt Gammeter: «Damals», Wibichinga Verlag, 2023
Daron Acemoglu (Nobelpreis 2024), Warum Nationen scheitern, Fischer Taschenbuch 2024
Die Einwohnerinnen und Einwohner der Stadt Zürich spendeten der CBM Christoffel Blindenmission im vergangenen Jahr gesamthaft 383’314 Franken, wie es in einer Medienmitteilung heisst. Davon flossen 153’178 Franken in die Augenarbeit der CBM.
Dieser Betrag entspricht 3’064 Grauer-Star-Operationen, die komplett und teilweise erblindeten Menschen in Armutsgebieten die Sehkraft zurückgebracht haben.
Grauer Star häufigster Grund für Blindheit
Weltweit leben 43 Millionen blinde Menschen. Von ihnen haben rund 17 Millionen aufgrund des Grauen Stars ihr Augenlicht verloren. Obwohl korrigierbar, ist der Graue Star die global häufigste Ursache für Blindheit.
Beim Grauen Star trübt sich die Augenlinse langsam ein, bis die betroffene Person schliesslich erblindet. Die erblindeten Personen leben vor allem in den Armutsgebieten Afrikas, Asiens und Lateinamerikas.
Eine Grauer-Star-Operation kostet in den CBM-Projektländern durchschnittlich rund 50 Franken. Diese Kosten übersteigen die finanziellen Möglichkeiten der in Armut lebenden Personen jedoch in der Regel um ein Vielfaches. Häufig können sie sich nicht einmal eine medizinische Abklärung leisten.
In Armutsgebieten raubt der Graue Star auch Kindern das Sehvermögen. Die häufigsten Ursachen hierbei sind Vererbung, Infektionen in der Schwangerschaft oder Mangelernährung.
Im letzten Jahr ermöglichte die internationale CBM-Föderation dank Spenden 103’000 Grauer-Star-Operationen. Insgesamt erhielten im Jahr 2024 rund 1,4 Millionen Menschen augenmedizinische Leistungen.
Zukunftsweisende Operation
Dank CBM-Spenden hat auch Oscar aus Madagaskar sein Augenlicht wiedererlangt. Seine Sehbehinderung zeigte sich bereits früh. «Oscar hat schon mit fünf Jahren alles verschwommen gesehen», erläutert Felistine Rasoafiavy, Oscars Mutter, die vier Kinder allein aufzieht.
«Der Dorfarzt sagte, mein Sohn müsse am Grauen Star operiert werden. Ich habe aber nur einen kleinen Imbissstand. Was er einbringt, reicht gerade für das Nötigste und für Oscars Schulgebühren.» So verringerte sich Oscars Sehvermögen Jahr um Jahr. «Ich sah die Wandtafel am Schluss nur noch sehr schlecht», erinnert sich der heute 13-Jährige.
Über die Kirche erfährt Felistine Rasoafiavy eines Tages von der CBM-geförderten Augenklinik in Tuléar. Für Familien in Armut tragen Spendende der CBM die Kosten. Dort wird Oscar erfolgreich operiert. Seine Mutter ist überglücklich, und begeistert erzählt Oscar: «In der Schule sehe ich jetzt alles. Mit meinen Freunden spiele ich ohne Probleme Fussball. Ich bediene auch die Kunden an Mamas Imbissstand und helfe ihr im Haushalt.»
Dank der neu erlangten Sehkraft wird Oscar die Schule abschliessen und sich damit Zukunftsperspektiven erarbeiten können.
Die CBM Christoffel Blindenmission ist eine international tätige, christliche Entwicklungsorganisation und fördert Menschen mit Behinderungen in Ländern des Globalen Südens. Sie leistet Entwicklungszusammenarbeit sowie humanitäre Hilfe und ermöglicht, dass Behinderungen vorgebeugt sowie Menschen mit Behinderungen medizinisch betreut und inklusiv gefördert werden. Ihr Ziel ist eine inklusive Gesellschaft, in der niemand zurückgelassen wird und Menschen mit Behinderungen eine verbesserte Lebensqualität haben. Die CBM Schweiz führt das Zewo-Gütesiegel und ist Partnerorganisation der Glückskette.