Kategorie: Quartierleben

  • Dagmar schreibt: Wie geht es eigentlich Reto Schrank?

    Dagmar schreibt: Wie geht es eigentlich Reto Schrank?

    a, auch ich komme um Social Media nicht herum. Ich scrolle Reels auf Instagram, schaue mir Posts auf Facebook an oder vertue meine Zeit damit, WhatsApp-Statusmeldungen anzuschauen. Kuck ich mir gerne an. Ist doch ganz nett zu erfahren, wer gerade Party macht oder eine tolle Ausstellung besucht hat.

    Das Lustige daran ist aber, dass sich unter meinen Handykontakten nicht etwa nur Leute befinden, die ich wirklich kenne, sondern auch solche, die ich nur einmal im Leben getroffen habe. Etwa, um einen Schrank auf Tutti zu ersteigern. Oder eine Ente abzuholen. Diese Leute bevölkern mein Telefonbuch unter Bezeichnungen wie «Reto Schrank», «Daniela Ente» oder «Erika Interview Baustelle».

    Meistens hab ich überhaupt keine Ahnung mehr, wer diese Personen eigentlich sind. Ich bin nur zu faul, mein Telefonbuch auszumisten. Selbst in der virtuellen Welt ist Aufräumen nicht so mein Ding.

    Das hat aber zur Folge, dass deren WhatsApp-Meldungen auch bei mir erscheinen. Und aus unerfindlichen Gründen schaue ich mir ihre Meldungen sogar an. Wenn also Reto Schrank Bilder seiner Familienferien in der Toskana postet, bin ich dabei. Wenn Daniela Ente einen runden Geburtstag feiert, freu ich mich mit ihr. Und Erika Interview Baustelle war gerade auf einer Velotour – stolze 50 Kilometer pro Tag ist sie geradelt!

    Keine Ahnung, ob Reto, Daniela und Erika sich freuen, dass ich ihr Leben mitverfolge. Keine Ahnung auch, ob sie noch wissen, wer ich bin. Was ich aber weiss, ist, dass Reto und Co. ebenfalls meine Statusmeldungen anschauen. So kriegt Reto natürlich auch mit, dass die Enten, die ich von Daniela habe, gerade Küken haben. Dank Social Media sind wir alle irgendwie miteinander verbunden. Ist das nicht schön?

  • Die grösste WM aller Zeiten – und wo sie im Kreis 10 zu sehen ist

    Die grösste WM aller Zeiten – und wo sie im Kreis 10 zu sehen ist

    Fussball-Weltmeisterschaften sind nichts fürs stille Kämmerlein. Wer nicht im Stadion dabei sein kann, verfolgt die Spiele am liebsten in Gesellschaft. Sei es beim Public Viewing, in der Lieblingsbar oder in der Gartenbeiz. Wenn die laut FIFA «grösste WM aller Zeiten» in den USA, Mexiko und Kanada stattfindet, werden sich wieder Tausende gemeinsam vor Leinwände und Bildschirme setzen und gebannt das Geschehen auf dem Rasen verfolgen. Doch wo lässt sich dieses Vergnügen im Kreis 10 geniessen? Wir haben nachgefragt und präsentieren eine kleine Auswahl.

    Fussball unter Büchern: Kapitel 10

    Wenn die Schweizer Nati an der WM spielt, verwandelt sich das Kapitel 10 ins «Kapitel 12». Mit Grossleinwand, Getränken und freiem Eintritt sind Fussballfans eingeladen, die Schweizer Auswahl gemeinsam zu unterstützen. Gezeigt werden die drei Vorrundenspiele der Schweiz: am Samstag, 13. Juni, gegen Katar, am Donnerstag, 18. Juni, gegen Bosnien-Herzegowina, sowie am Mittwoch, 24. Juni, gegen Kanada. Weitere Public Viewings mit Schweizer Beteiligung sind geplant, falls die Nati die nächste Runde erreicht. Ob die Spiele gezeigt werden, hängt unter anderem von den Anspielzeiten ab.

    Kapitel 10, Limmattalstrasse 197, 8049 Zürich

    Fussball auf dem Berg: Rüümli Höngg

    Das Höngger Rüümli im Clubhaus des SV Höngg bietet kein explizites Public Viewing an, sondern setzt auf gemütliches Beisammensein mit Fussballbegeisterten und Spaziergängern. Selbstverständlich werden während der WM die Fernseher eingeschaltet, wie es auf Anfrage heisst.

    Höngger Rüümli, Kappenbühlstrasse 72, 8049 Zürich

    Fussball im Rütihof: CaBaRe

    Auch die beliebte Quartierbeiz im Rütihof hat den Fernseher aus dem Keller geholt und entstaubt. Hier werden die Spiele gemeinsam verfolgt und lebhaft diskutiert. Jung und Alt fiebern mit, fachsimpeln über Tore, Taktiken und Schiedsrichterentscheide – wie bei Freunden im Wohnzimmer.

    CaBaRe, Rütihofstrasse 40, 8049 Zürich

    Fussball mittendrin: Nordbrüggli

    Das Nordbrüggli zeigt gemäss Auskunft alle WM-Spiele, die innerhalb der Öffnungszeiten stattfinden – sowohl drinnen als auch draussen auf den Terrassen. Ab dem Viertelfinal werden zudem die späteren Abendspiele übertragen. Sollte die Schweiz die Sechszehntel- oder Achtelfinals erreichen, bleiben die Bildschirme im Nordbrüggli auch dann eingeschaltet.

    Café Bar Nordbrücke, Dammstrasse 58, 8037 Zürich

    Fussball am Fluss: Bar am Damm

    Die beliebte Bar mit Garten mitten in Wipkingen wird die Spiele der Schweizer Nati zeigen, wie sie auf Anfrage mitteilt.

    Damm, Hönggerstrasse 3, 8037 Zürich

    Fussball urban: Kafischnaps

    Auch diese hippe Wipkinger Bar ist dabei. Gezeigt werden sämtliche WM-Spiele. Dafür setzt man auf einen grossen Bildschirm im Aussenbereich sowie auf einen kleineren Bildschirm im Innenbereich, falls das Wetter nicht mitspielt.

    Kafischnaps, Kornhausstrasse 57, 8037 Zürich

    Fussball verspielt: Alea-Spielbar

    Wo sonst Brettspiele im Mittelpunkt stehen, gibt während der Schweizer Spiele der Rasen den Ton an. Die Partien werden in einem separaten Raum gezeigt – ohne Eintritt und ohne Reservation. Die Plätze sind jedoch begrenzt. Es gilt: «Dä Schnäller isch de Gschwinder.»  

    Alea Spielbar, Zschokkestrasse 1, 8037 Zürich

    Fussball Openair: Röschibachplatz

    Am Sonntag, 19. Juli 2026, wird das Endspiel auf dem Röschibachplatz auf einer Grossleinwand übertragen. Mit dem Anlass möchte der Quartierverein Wipkingen die Möglichkeit bieten, das sportliche Grossereignis gemeinsam im Quartier zu verfolgen. Der Röschibachplatz wird dafür als gemütliche Fanzone genutzt.

    Ist Ihre Beiz, Bar oder Ihr Vereinslokal ebenfalls im WM-Fieber und überträgt Spiele im Kreis 10? Dann freut sich die Redaktion über einen Hinweis. Schliesslich gibt es im Kreis 10 vielleicht noch die eine oder andere Leinwand, die wir übersehen haben – und manche Flimmerkiste wird in den kommenden Wochen ohnehin Überstunden leisten müssen.

  • Wartaufest 2026: Mit Sonnenschirm, Charme und Melone

    Wartaufest 2026: Mit Sonnenschirm, Charme und Melone

    Als im Sommer 2019 das erste Wartaufest mit Livemusik, Bingo und Pizza zum Selbermachen über die Bühne ging, war dies der Auftakt zu einem Quartierfest, das seither immer beliebter geworden ist. Getreu dem Ziel, in Höngg einen Ort der Begegnung zu schaffen, treffen sich seither immer mehr Menschen einmal jährlich bei der Remise Wartau. Über dem Fest steht die Wassermelone, die laut der IG Wartau für die «süssen Freuden des Sommers» steht.


    Vizepräsident der IG Wartau: Ronny Siev. (Foto: dad)

    Auch in diesem Jahr hatte die IG Wartau Wetterglück: Das dreitägige Fest begann am Freitagabend, 29. Mai, bei strahlendem Sonnenschein und regem Besucherandrang. Für besondere Stimmung sorgten die Auftritte auf der Bühne, die von Up Development gesponsert wurde; der Höngger Verein betreut nachhaltige Projekte im Bereich Berufsbildung und ökologische Landwirtschaft in Ghana. Auf dessen Bühne begeisterte bereits am ersten Abend die Band Ash-Lee mit ihren Mundartversionen bekannter Popsongs.


    Gute Stimmung am Wartaufest. (Foto: das)

    Albumtaufe und Abschiedstour

    Die Musik stand am diesjährigen Wartaufest besonders im Fokus. So wurde der Samstag mit einer Albumtaufe eröffnet: Die «Wilde Blaatere», die Musik für Kinder und Erwachsene machen, präsentierten ihr gleichnamiges Debütalbum und eroberten Jung und Alt im Sturm. Gitarrist, Schlagzeuger und Sänger Fidel Aeberli lebt in Höngg.


    Die Band Wildi Blaatere bei ihrem Auftritt am Wartaufest. (Foto: dad)

    Am Abend folgten weitere Live-Acts, darunter die Höngger Sängerin Nadeen Lavie sowie die «Birthday Girls», die derzeit auf ihrer Abschiedstournee unterwegs sind. Hinter dem Namen verbergen sich vier Musiker, von denen zwei aus Höngg stammen. Die einst von SRF als «Best New Talent» ausgezeichnete Band sorgte auf dem Vorplatz der Tramremise für ausgelassene Stimmung. Auch der Sonntag bot Musik: «Arte Amina» brachte Jazz und Bossa Nova zur Wartau.  


    Die Höngger Sängerin Nadeen Lavie. (Foto: das)

    Die IG Wartau setzt auf Nachhaltigekit

    Neben dem musikalischen Programm kam auch das Kulinarische nicht zu kurz: Selbstverständlich standen Hönggerli auf der Karte, ebenso frisch zubereitete Crêpes eines Sternekochs. Dabei achtete die IG Wartau auf ein nachhaltiges Abfallkonzept mit wieder verwendbaren Gläsern und Bechern sowie biologisch abbaubares Geschirr.


    Am Wartaufest Ende Mai 2026. (Foto: das)

    Für die jüngsten Gäste gab es am Wartaufest märchenhafte Geschichten mit Sarah Betschart und das beliebte Preis-Fischen anlässlich des 70-Jahr-Jubiläums der Wartau-Apotheke. Nicht fehlen durfte natürlich auch das traditionellen Bingo am Sonntag. So bot das Wartaufest einmal mehr eine gelungene Mischung aus Musik, Kulinarik und Quartierleben.

  • Tief im Wald mit dem Natur- und Vogelschutzverein Höngg

    Tief im Wald mit dem Natur- und Vogelschutzverein Höngg

    Obwohl er nur wenige Zentimeter unter unseren Füssen liegt, ist der Waldboden für viele ein weitgehend unbekannter Lebensraum. Dabei sind Waldböden wahre Multitalente: Sie versorgen Bäume mit Nährstoffen, speichern enorme Mengen CO₂ im Humus, filtern Wasser und bieten unzähligen Organismen einen Lebensraum.

    Der Natur- und Vogelschutzverein Höngg lud Frank Hagedorn und Marco Walser von der Eidgenössischen Forschungsanstalt WSL in Birmensdorf ein. Beide nehmen Interessierte mit auf eine faszinierende Expedition ins Erdreich.

    Auch ein Mikrofon wird eingesetzt

    Auf dieser Exkursion erhalten Interessierte spannende Einblicke in die Entstehung von Waldböden, die Vielfalt des Lebens im Dunkeln, die komplexen Netzwerke im Boden – und erfahren, warum gesunde Böden für uns und die Natur so wichtig sind.

    Die Filterwirkung des Waldbodens wird erlebbar, während sich – mithilfe eines hochempfindlichen Mikrofons – die Frass- und Bewegungsgeräusche seiner verborgenen Bewohner belauschen lassen. Am Ende der Exkursion erscheint der Waldboden in einem neuen Licht und offenbart seine erstaunlich lebendige Seite.

    Der Naturspaziergang

    Montag, 15. Juni, 18–20 Uhr
    Treffpunkt: Haltestelle Schützenhaus Höngg, Bus 38
    Ohne Voranmeldung – bei Starkregen findet die Veranstaltung nicht statt 

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  • 100 Jahre «Höngger», Teil 5: 1966 bis 1976

    100 Jahre «Höngger», Teil 5: 1966 bis 1976

    Anton Moos, der den «Höngger» seit 1926 herausbrachte, die ersten Jahre mit seinem Bruder Franz, starb im November 1965 nach kurzer, schwerer Krankheit. Wir berichteten im Teil 4 des Jubiläumsrückblicks über seinen Werdegang. Nach seinem Tod blieben seine Frau Gertrude Moos und die Tochter, heute Marie-Antoinette Lauer, zurück. Es ging damals nicht nur um die Zeitung, sondern auch um die Buchdruckerei Moos, die im Wohnhaus an der Ackersteinstrasse 159 untergebracht war.

    Gertrude Moos übernahm daraufhin die Leitung. «Meine Mutter hat damals sehr viel Mut bewiesen», sagt Marie-Antoinette Lauer im Interview mit dem «Höngger». Frau Moos wollte die Druckerei im Sinne ihres verstorbenen Ehemanns weiterführen. Und das mit der Hilfe des Mitarbeiters Willy Lehmann. Aber sie stiess an ihre Grenzen. «Sie war nicht von der Branche und sie hatte als Frau einen schweren Stand in diesem Geschäft», so Marie-Antoinette Lauer.


    Auf dem Titel der letzten Ausgabe von Gertrude Moos wurde die Geschäftsübergabe mitgeteilt.

    Die Übernahme

    Es war eine Meldung in «Die Staatsbürgerin», einer Zeitschrift für politische Frauenbestrebungen, herausgegeben vom Verein Aktiver Staatsbürgerinnen. Darin vermeldete Getrude Moos: «Am 1. Oktober 1967 haben die Gebrüder Erich und Louis Egli die Buchdruckerei Anton Moos übernommen. Es ist mir ein grosses Bedürfnis, mich beim Frauenstimmrechtsverein Zürich für die langjährige Treue, auch nach dem Tode meines Mannes – trotz allen Schwierigkeiten, die ich zu bestehen hatte – herzlich zu bedanken.»

    Es falle ihr nicht leicht, von einem Wirkungskreis Abschied zu nehmen, mit dem sie und ihre Familie so lange verbunden waren. Sie wünschte den Gebrüdern Egli einen «verheissungsvollen Start und Erfolg in ihrem Bemühen um gute Qualitätsarbeit».

    Tatsächlich suchte Getrude Moos zunächst nach einem Geschäftsführer, der die Buchdruckerei sowie die Geschicke des «Hönggers» in die Hand nimmt – und sie traf auf Erich und Louis Egli aus Reiden, Luzern. Letzterer schlug Gertrude Moos vor, er könne das Geschäft mit seinem Bruder gemeinsam übernehmen. Die damals 29-jährigen Zwillinge kamen vom Fach:

    Bereits ihr Vater Alfred Egli war in dieser Branche erfolgreich (er war Geschäftsführer der Luzerner Nachrichten AG), die Söhne zogen nach: Erich bildete sich beim «Oltner Tagblatt» zum Drucker aus, Louis als Schriftsetzer bei Ringier in Zofingen. Gertrude Moos stimmte dem Verkauf zu und Louis Egli sagt heute offen, er habe den «Höngger» damals «gerettet». «Die Zeitung hatte nur noch zwei Seiten und die Maschinen waren veraltet», erinnert er sich.

    Erst einige Jahre später sollten die Brüder erfahren, dass es eine Verbindung zwischen ihrem Vater und dem «Höngger»-Gründer gab: Alfred Egli hat Anton Moos persönlich gekannt, denn sie hatten gegenseitig ihren «Gautschbrief», das Gesellenzeugnis der Drucker und Setzer, unterzeichnet.

    Eine neue Epoche beginnt

    Am 29. September 1967 erschien die letzte Ausgabe mit der Buchdruckerei Moos. Auf dem Titel die Meldung der Geschäftsübergabe sowie der Geschäftsübernahme. Sie war mit sechs Seiten gut bespielt; drei Seiten allein für Inserate. Die nachfolgende Nummer 1 der Gebrüder Egli, die nun von der Bruchdruckerei AG Höngg herausgegeben wurde, erschien am 6. Oktober 1967, ebenfalls produziert an der Ackersteinstrasse, aber mit moderner Schrift, und immer noch wöchentlich.

    Der Abonnementspreis betrug 8 Franken und einmal monatlich wurde «Der Höngger» gratis in die Höngger Briefkasten verteilt. Der Erscheinungsradius blieb bestehen: Höngg, Wipkingen, Affoltern, Ober- und Untereng-stringen, Weiningen, Regensdorf und Watt.

    Der Betrieb wurde familiär geführt: Die Ehefrauen Rita und Pia sowie Mutter Hedwig halfen tatkräftig in der neuen Firma mit. Inhaltlich blieben die Zwillinge dem Konzept vorerst treu. Vereinsnachrichten und Amtliches dominierten. Aber Erich und Louis Egli hatten viel vor. Bereits in der zweiten Ausgabe am 13. Oktober wurde die neue Buchdruckmaschine präsentiert (ein originaler Heidelberg Zylinderautomat).

    Obwohl die Brüder nicht aus Höngg kamen, wurden sie mit offenen Armen im «Dorf» empfangen. Unterstützt wurden sie vom Mitarbeiter Willy Lehmann, der ein gutes Wort für die Brüder einlegte. So fanden Erich und Louis Egli den Anschluss im Quartier. Und es gab vieles zu berichten.

    Alltag, Vereine und Quartierleben

    Betreffend dem Zeitungsinhalt verfolgten Erich und Louis Egli von Beginn an eine klare Linie: Alle Vereine, Institutionen und weiteren Akteure des Quartiers wurden eingeladen, Artikel einzureichen, die für Höngg relevant waren. Denn, so Louis Egli: «Wir konnten nur gewinnen, wenn wir mit den Inhalten lokal blieben. Und das haben wir geschafft.»

    Es gab keine Ambitionen, die grossen Tageszeitungen zu imitieren oder gar zu konkurrenzieren. Es ging ausschliesslich um Höngg und die Nachbarschaft. Dennoch wurde die Zeitung auch politischer. Louis Egli machte den Parteien jedoch klare Auflagen: Sämtliche Beiträge mussten ohne Diffamierung auskommen. Gleichzeitig erhielt die Zeitung eine gewisse Lockerheit und auch Biss, wenn etwa über die «angefressene PTT» geschrieben wurde.

    Dass in Höngg einiges los war, beweist der Blick in das Archiv. Ende 1967 wurde die Buslinie 80 eingeführt, gleichzeitig informierte man über den Neubau des Turnerhauses auf dem Hönggerberg. Im Jahr 1968 feierte der Dramatische Verein Waidberg – heute die Zürcher Freizeit-Bühne – sein 75-Jahr-Jubiläum, ein fester Bestandteil der Berichterstattung. Gespielt wurde «Der verkaufte Grossvater» von Franz Streicher und Schaggi Streuli.

    Auch die Kulturfilmgemeinde informierte regelmässig über ihr Programm. So wurde etwa im Oktober 1971 die deutsche Klamotte «Hurra, die Schule brennt» gezeigt – vorgeführt im Cinema Zentrum. Ebenso fanden Neueröffnungen von Handel und Gewerbe ihren Platz in der Zeitung. Dazu kam das «Salzkorn der Woche»: ein Kommentar zu allgemeinen Themen, gerne auch pointiert.

    Im März 1969 gratulierte die Zeitung schliesslich dem beliebten Pfarrer Paul Trautvetter zum 80. Geburtstag. Der Geistliche wurde bereits in der ersten Ausgabe von 1926 erwähnt. Mittlerweile wirkte er nicht mehr als Pfarrer, jedoch als Seelsorger im Altersheim Bombach. Ebenfalls berichtet wurde über den Bau der neuen Frankentalerstrasse und das 75-Jahr-Jubiläum des Samaritervereins Zürich-Höngg.

    Auch die «Rubrik für die Frau» machte von sich reden. Dort ging es etwa um den Umgang mit Hefeteig für einen Zopf; wobei ausdrücklich vermerkt wurde, dass dies durchaus auch Männersache sei. Berichtet wurde weiter über die fehlende Toilette am Meierhofplatz oder über das 1000. Mitglied im Verein Altersheim Höngg. Über die Fasnacht in Höngg und die Gründung des Vereins Zentrum Höngg.


    Auch Berichte über Mode gab es in den wilden Siebzigern im «Höngger».

    Über die neue Orgel in der Kirche Höngg oder ganz einfach über Mode: Damen- und Herrenbekleidung. Thema war auch das neue katholische Pfarreizentrum Heilig Geist, das 1973 eröffnet wurde, ebenso der Besuch der Miss Schweiz, Barbara Schoettlin, im «Limmatberg» im Jahr 1973 oder das neue Schützenhaus und die Schiessplatzgenossenschaft Höngg.

    Über die Einweihung des Schulhauses Vogtsrain im Jahr 1974, Erinnerungen an den «verträumten Weiler» namens Rütihof, oder darüber, wie der «Chranz» 1975 zur Heimat des Ortsmuseums Höngg wurde. Auch die Eröffnung der Galerie «Zentrum» fand Erwähnung – ein Fest für Kunstliebhaber. Und natürlich berichtete die Zeitung über das erste Höngger Wümmetfäscht im Jahr 1973.

    Immer wieder Thema waren die Wahlen – und entsprechend zahlreich die Inserate. Denn: «Vieles ist in Höngg und Wipkingen schlecht», behauptete 1970 der Landesring der Unabhängigen. Im Februar 1971 wurde dann bekanntlich vieles besser, und zwar landesweit: Auf Seite eins erschien der Artikel «Ein herzliches JA für unsere Frauen» – das Frauenstimmrecht wurde angenommen.

    Es gab auch Blicke über den Tellerrand. 1969 wurde etwa die «Rauschgiftsucht» thematisiert, unter dem Titel «Teufel an der Wand». Ebenso schrieb man über die Schweiz und ihre Beziehung zu Europa oder erhob ein «Zwischenzeugnis für den Bundesrat».

    Besuch vom Zürcher Kammerorchester

    Die Buchdruckerei AG entwickelte sich in diesen Jahren sehr erfolgreich: Nicht nur durch die Zeitung, sondern auch mit weiteren Aufträgen. Und so führten zehn erste geschäftige Jahre zum 50-Jahr-Jubiläum des «Hönggers». Ursprünglich hatten Erich und Louis Egli nicht im Sinn, diese Zahl gross zu feiern (mit Ausnahme der Sondernummer), aber der Zufall wollte es, dass ein befreundeter Geschäftspartner noch eine Art «Gutschein» vom Zürcher Kammerorchester zur Verfügung hatte.


    Das Plakat zum Jubiläumskonzert im Jahr 1976.

    Mit diesem war es möglich, das Orchester kostenfrei für einen Auftritt zu engagieren. Also organisierten die Gebrüder Egli ein Konzert in der reformierten Kirche, dirigiert wurde es von Edmond de Stoutz. «Die Kirche war voll besetzt», erinnert sich Louis Egli. Das Orchester spielte Werke von Leclair, Purcell, Schubert und Strawinsky.

    Es geht weiter

    Gedruckt wurde ab dem Jahr 1972 nicht mehr an der Ackersteinstrasse, denn, so Erich Egli, die Druckmaschinen waren zu laut. Gertrude Moos, Eigentümerin des Hauses, protestierte – und so zog man an die Pfingstweidstrasse 6 im Kreis 5. Dort wirkten Erich und Louis Egli weiter, quasi vor den Toren von Höngg.

    Privat fanden beide Familien übrigens nie eine Wohnung in Höngg, stattdessen lebten die Eglis in Dielsdorf. Das vermochte aber das Engagement in Höngg nicht zu beeinträchtigen. Der Abonnementspreis betrug mittlerweile 16 Franken.

    100 Jahre: das ZKO kehrt ­zurück!

    Das Zürcher Kammerorchester kam zum 50-Jahr-Jubiläum nach Höngg und begeisterte damals das Publikum. Nun kehrt es am 6. Novem­ber, 19 Uhr, für das 100-Jahr-Jubiläum zurück und tritt für uns in der Kirche Heilig Geist auf. Es spielt Werke von Corelli, Locatelli, Schubert und Strawinsky. Das Konzert wird ermöglicht dank der grosszügigen Unterstützung von Zweifel 1898. Karten können bei Eventfrog oder gegen Barzahlung bei der «Höngger Zeitung» bezogen werden.

    Das digitale Archiv: Dank an die Schmid-Wörner-Stiftung

    Stöbern, Recherchieren, Entdecken, Wiederfinden oder Suchen: 100 Jahre «Höngger Zeitung» bedeuten eine Menge Lesestoff – und gleichzeitig sind diese Informationen auch zeitgeschichtliche Dokumente. Die Zentralbibliothek Zürich hat im Auftrag der «Höngger Zeitung» sämtliche Ausgaben ab dem 1. Oktober 1926 eingescannt und stellt das digitale Archiv nun laufend kostenfrei auf ihrer Website zur Verfügung.

    Ein Vorhaben, das dank der Schmid-Wörner-Stiftung in Höngg realisierbar war, welche die Kosten übernommen hat. Die Stiftung unterstützt Kultur und Soziales, gemeinnützige Projekte und Institutionen sowie Bedürftige im Quartier Zürich-Höngg. Herzlichen Dank an den Stiftungsrat der Schmid-Wörner-Stiftung, der damit das digitale Archiv ermöglicht hat.

  • Das WM-Finale wird live auf dem Röschibachplatz gezeigt

    Das WM-Finale wird live auf dem Röschibachplatz gezeigt

    Am Sonntag, 19. Juli 2026, wird das Endspiel auf dem Röschibachplatz auf einer Grossleinwand übertragen. Mit dem Anlass möchte der Quartierverein Wipkingen die Möglichkeit bieten, das sportliche Grossereignis gemeinsam im Quartier zu verfolgen. Der Röschibachplatz wird dafür als gemütliche Fanzone genutzt.

    Eine Bestuhlung oder ein Verpflegungsangebot durch den Veranstalter ist nicht vorgesehen. Besucherinnen und Besucher werden gebeten, eigene Sitzgelegenheiten wie Picknickdecken, Campingstühle oder Sitzkissen mitzubringen. Das Spiel beginnt um 21 Uhr. Der Eintritt erfolgt auf Kollektebasis.

    Der Quartierverein appelliert zudem an die Eigenverantwortung der Gäste. Da kein umfassendes Entsorgungskonzept vorgesehen ist, wird gebeten, den Abfall nach dem Anlass wieder mitzunehmen, damit der Röschibachplatz sauber bleibt.

    Quelle: Quartierverein Wipkingen

  • Migros Höngg modernisiert Filiale – Provisorium ab 15. Juni

    Wie die Medienstelle der Genossenschaft Migros Zürich auf Anfrage des «Hönggers» mitteilt, zieht die hiesige Filiale vom 15. Juni bis 26. August ins Provisorium um – in jene Räumlichkeiten der einstigen Alnatura-Filiale (wir berichteten). Dort werde man, so die Medienstelle, auf rund 350 Quadratmetern die tägliche Quartierversorgung sicherstellen.

    Demnach ist geplant, alles anzubieten, was sich die Kundschaft gewohnt ist – aufgrund der kleineren Fläche jedoch in proportional kleinerem Umfang. Nicht angeboten werden könne allerdings eine bediente Blumenabteilung mit Kundendienst.

    Die Wiedereröffnung des modernisierten Supermarkts am gewohnten Standort ist für Ende August geplant. Die genauen Daten sollen zeitnah vor Ort kommuniziert werden.

    Kommt Activ Fitness nach Höngg?

    Wenn sich die Migros Ende August wieder am gewohnten Standort befindet, stellt sich die Frage, was aus den Räumlichkeiten des Provisoriums wird. Diesbezüglich kann die Medienstelle noch keine Informationen geben, da die Pläne aufgrund laufender baurechtlicher Abklärungen noch nicht spruchreif seien.

    Hinweise an die «Höngger»-Redaktion aus der Leserschaft deuten darauf hin, dass dort künftig Activ Fitness einziehen könnte. Die Kette ist Teil der movemi AG, einer Tochtergesellschaft der Genossenschaft Migros Zürich. Auf der Website von Activ Fitness wurde bereits im Frühjahr angekündigt, dass ab Dezember 2026 ein Studio in Höngg geplant ist.

    Die Pressestelle der movemi AG hält sich betreffend des konkreten Standorts bedeckt. Es sei jedoch korrekt, dass per Ende 2026 die Eröffnung eines Activ-Studios geplant sei. Man befinde sich aber noch in laufenden Gesprächen. Daher sind aktuell keine weiteren Informationen zu erfahren.

  • Der Männerchor Höngg begeisterte beim Apothekensingen

    Der Männerchor Höngg begeisterte beim Apothekensingen

    Der Männerchor Höngg hat es wieder getan: Mit seinem traditionellen Apothekensingen erfreute er am vergangenen Samstag zahlreiche Passantinnen und Passanten im Zentrum von Höngg. Der Anlass wird jedes Jahr in Zusammenarbeit mit der Apotheke Im Brühl durchgeführt, deren Eingangsbereich dabei jeweils zum Konzertplatz wird.

    Der Chor, der auf eine fast 200-jährige Geschichte zurückblickt, bot an der Rabatte entlang der Regensdorferstrasse ein abwechslungsreiches Programm. Zu hören waren unter anderem «Die Welt ist schön» (siehe Video unten), «Griechischer Wein», «La Montanara» und «Schatz am Zürisee».

    Apothekensingen in Höngg mit dem Männerchor Höngg

    Während einige Passierende vom spontanen Konzert überrascht wurden, liessen sich viele Hönggerinnen und Höngger auf das musikalische Angebot ein. Manche blieben sogar länger, denn neben den Darbietungen gab es auch Würste vom Grill sowie Getränke.

    Dem Apothekensingen folgen weitere Auftritte des Männerchors im laufenden Jahr. Auf dem Programm stehen unter anderem das Hoffest des QuarTierhofs Höngg, das Wümmetfäscht und der Adventszauber der KulturBox. Auch die traditionelle Metzgete im September darf dabei nicht fehlen.

  • Wipki Velofäscht lädt zum Mitmachen und Ausprobieren ein

    Wipki Velofäscht lädt zum Mitmachen und Ausprobieren ein

    Mit dem Wipki Velofäscht wird der Drahtesel mitten in der Stadt gefeiert. Auf dem Gelände beim Burrischopf an der Wasserwerkstrasse 105 können Kinder, Familien und Velobegeisterte von 12 bis 18.30 Uhr zahlreiche Angebote entdecken und ausprobieren. Der Anlass wird vom Verein Burrischopf und dem Quartierverein Wipkingen unterstützt.

    Bereits ab Mittag steht der Max-Trax-Veloparcours der Stiftung Prävention der AXA bereit. Für das leibliche Wohl sorgen Pizza, Glace, Sandwiches und Pommes.

    Spezialvelos, Testfahrten und mobile Werkstatt

    Ab 14 Uhr präsentieren verschiedene Organisationen ihre Angebote rund ums Velo. Pro Velo Kanton Zürich ist mit einem Infostand, Spezialvelos zum Ausprobieren, einem Frappé-Velo und einem Glücksrad vor Ort. Die Vélorution informiert über ihre Aktivitäten und bietet unter anderem Kinder-Tattoos, Sticker und Ausmalbilder an.

    Wer sein eigenes Velo fit für den Sommer machen möchte, kann die mobile Velowerkstatt von Drehmoment nutzen. Zudem stehen Kindervelos und Lastenbikes von Zweiradgeber für Probefahrten bereit. Das Velo Tixi Zürich informiert über sein Angebot und ermöglicht Testfahrten. Kreative Kinder können beim Malort den Veloumzug gestalten.

    Ein Höhepunkt des Nachmittags ist die Ankunft der Kidical Mass um 15 Uhr. Der Veloumzug für Gross und Klein setzt sich für sichere und kinderfreundliche Velowege ein. Informationen zum Umzug sind unter www.velorution.ch zu finden.

    Weitere Informationen und das detaillierte Programm

  • So war der Tag der Nachbarschaft in Wipkingen

    So war der Tag der Nachbarschaft in Wipkingen

    Die Idee des Nachbarschaftstags stammt ursprünglich aus Paris. Dort wurde 1999 erstmals die «fête des voisins» durchgeführt. Ziel der Aktion war es, wie auf der Webseite des Nachbarschaftstags zu lesen ist, alle Formen der Solidarität unter Nachbarinnen und Nachbarn zu fördern und der Anonymität der Grossstadt entgegenzuwirken.


    Nachbarn in Wipkingen. (Foto: zvg)

    Mit Erfolg: Aus Paris schwappte die Idee schnell auf ganz Frankreich und von dort aus auch auf weitere Länder in Europa über. Die Schweiz beteiligte sich erstmals 2004. Hier war es die Stadt Genf, die als erste den «European Neighbours’ Day» beging. Zürich folgte 2007 mit seinem ersten «Tag der Nachbarn». Seither wird er auch in der Limmatstadt alljährlich – mit einem Unterbruch während der Corona-Jahre – durchgeführt.


    Es war viel los am Tag der Nachbarschaft in Wipkingen. (Foto: zvg)

    Der Tag der Nachbarschaft in Wipkingen


    Da kann man nicht nein sagen. (Foto: zvg)

    In Wipkingen wurde der Anlass von zahlreichen Akteuren aus dem Quartier organisiert: Mit an Bord waren das GZ Wipkingen, der Quartierverein Wipkingen, die Nachbarschaftshilfe Zeitgut, die Freie Kirche Wipkingen, die reformierte und die katholische Kirche, die offene Jugendarbeit, die Kinderkleiderbörse KiWi, der Wartsaal Wipkingen sowie das Restaurant Nordbrüggli, das Chez Nous, der Kiosk Röschibach, das Belmondo und das ViCafé.


    Kinderschminken ist immer ein Hit. (Foto: zvg)

    Zu den Highlights gehörten der beliebte Nachbarschaftseistee, die Hüpfburg für die jüngsten Gäste, ein Quartierrundgang mit Willkommensgeschenk sowie die musikalischen Darbietungen einer Live-Band. Daneben boten zahlreiche weitere Aktivitäten Gelegenheit für Begegnungen und Gespräche.


    An der Kuchen-Theke. (Foto: zvg)

    Die durchwegs positiven Rückmeldungen zeigten, wie wichtig solche Anlässe für das Quartierleben sind. Mehrfach wurde der Wunsch geäussert, den Nachbarschaftstag im kommenden Jahr zeitlich zu verlängern. Der Anlass setzte erneut ein starkes Zeichen für gelebte Nachbarschaft und Gemeinschaft.


    Das Team von der Nachbarschaftshilfe Zeitgut. (Foto: zvg)

    Eingesandt von der Pfarrei Guthirt