Kategorie: Gewerbe

  • «Gutes tun – für dich und andere»

    «Gutes tun – für dich und andere»

    «Aus der Not eine Tugend machen» – so liesse sich vielleicht in einem Satz zusammenfassen, wie Valeriana entstanden ist. Aufgrund seiner Erfahrungen als Kind einer Familie mit Migrationshintergrund weiss Bora Polat, wie schwierig es gerade für Frauen ist, in der Schweiz beruflich und sozial Fuss zu fassen. Deshalb hat er es sich gemeinsam mit seiner Frau Salomé Fässler zur Aufgabe gemacht, diese Situation zu verändern. Und zwar mit einer Website, die sie für seine Mutter gestalteten. Hier konnte sie Dienstleistungen wie Reinigungs- und Näharbeiten anbieten. Niederschwellig und einfach.

    Aus diesem einfachen Konzept ist mittlerweile ein Non-Profit-Unternehmen mit über 50 Beschäftigten herangewachsen, welches das Ehepaar neben seiner beruflichen Tätigkeit im Bereich «Social Impact» ehrenamtlich, quasi als Hobby führt. Sieben verschiedene Dienstleistungen bietet Valeriana an – neben Reinigungen sind das etwa Be- und Entsorgungen, Näharbeiten oder Petsitting, die direkt über die Webseite buchbar sind.

    Integration leisten
    Drei einfache Buchstaben, A, B und C, bilden das Leitbild ihrer Organisation. Sie stehen für «Arbeit», «Bildung» und «Community». Den Anfang macht der Buchstabe A: «Aus unserer Sicht funktioniert Integration primär über Arbeit.» Für viele Frauen sei dieser Schritt aber häufig schwer. Mangelnde Deutschkenntnisse, ein oft geringeres Ausbildungsniveau als bei den Männern und die Betreuung der Kinder sorgten für einen Rückzug ins Privatleben. Dadurch verlieren sie die Chance, neue Sozialkontakte zu knüpfen oder finanziell unabhängiger zu werden. «Bei uns erhalten Frauen daher die Möglichkeit, zu einem fairen Lohn direkt in den Arbeitsmarkt einzusteigen, trotz Sprachbarriere», erklären Fässler und Polat.

    Wer mit Valeriana einen Arbeitsvertrag abschliesst, wird fachlich geschult und kann die Arbeitszeiten flexibel einteilen, damit sie mit der Kinderbetreuung vereinbar sind. Gleichzeitig ist die Verpflichtung zum Besuch eines hauseigenen Deutschkurses integraler Vertragsbestandteil – der Buchstabe B: «Mit den Kursen wollen wir die Frauen auf ihrem Weg unterstützen. Deshalb finanzieren wir auch Prüfungen, mit denen sie einen Nachweis über ihre erworbenen Deutschkenntnisse erhalten», so Fässler. Darüber hinaus veranstalten sie Workshops zum politischen System der Schweiz, Schulungen zum Umgang mit den Apps und dem digitalen Arbeitsplan oder ganz einfach Treffen zum Austausch.

    Diese Anlässe sind Bestandteil des C in ihrem Konzept: «Wir wollen die Gesellschaft näher zusammenbringen», so ihr Anliegen. Und das funktioniere nicht nur innerhalb der Organisation, sondern auch im Kundenkontakt: «Die Beziehung zwischen unseren Mitarbeiter*innen und den Kund*innen geht oft über ein reines Arbeitsverhältnis hinaus», schwärmt das Ehepaar. «Es sind schon richtige Freundschaften daraus entstanden.»

    (Publireportage)

  • «Ich will ans Meer»

    «Ich will ans Meer»

    Der dunkle von farbigen Linien durchzogene Schal liegt gekonnt drapiert auf ihren Schultern, die Ohrringe sind in Gold gefasste dunkelblaue Saphire, eine runde schwarze Brille sitzt auf ihrer Nase und die Lippen glitzern unaufdringlich. «Ja, ich schmücke mich gerne», sagt Corinne Jeisy. Schmuck habe etwas Aufwertendes, gegenüber sich selbst Wertschätzendes. «Niemand <braucht> Schmuck. Und trotzdem wird er auf der ganzen Welt und von allen Kulturen getragen», sagt die Goldschmiedin. Sie sitzt in ihrem Laden, der gleichzeitig Werkstatt ist, und lächelt entspannt. Früher war ein Friseur in diesem kleinen Raum nahe der Nordbrücke eingemietet. Heute wird hier gefeilt, gelötet, gesägt, gebogen. Jeisy macht «Schmucke Stücke», und so heisst auch ihr Laden.

    «Einmal Goldschmiedin, immer Goldschmiedin»

    In der Familie spielten Sport und Basteln eine wichtige Rolle. «Wir machten ständig etwas mit den Händen, daher kommt wahrscheinlich auch meine handwerkliche Veranlagung», erzählt Jeisy und betrachtet ihre schmalen, aber starken Finger. Vom Naturell her ist sie eher der Typ Zappelphilipp, aber beim Arbeiten mit den edlen Materialien wird sie ganz ruhig. «Mein Vater hat schon früh gesagt, ich solle mich selbstständig machen», erzählt die Goldschmiedin. «Wer hätte damals gedacht, dass ich einmal mit Murmeln den Schritt
    wagen würde». Die Rede ist vom «Murmelring», den sie für einen Wettbewerb entworfen hatte und der grosse Beachtung fand. Ein Ring mit einer silbernen Fassung, in die man Glasmurmeln legen und so immer unterschiedliche Ringe kreieren kann. Der Erfolg beflügelte sie und gab ihr den Mut, 2007 in Wipkingen ihren eigenen Laden, damals direkt am Röschibachplatz, zu eröffnen. 15 Jahre später hat sie diese Entscheidungen nicht bereut. Im Gegenteil: «Einmal Goldschmiedin, immer Goldschmiedin», sagt sie. Eine Alternative habe es eigentlich nie gegeben. Nicht, dass sie nicht schon andere Dinge ausprobiert hätte.

    Die goldenen Wanderjahre

    An ihre Schulzeit in St. Gallen erinnert sich Jeisy nicht besonders gerne. Entsprechend kam es für sie nicht in Frage, nach der Sekundarschule noch weiter die Schulbank zu drücken. Maskenbildnerin oder Goldschmiedin, das waren Berufe, die sie interessierten. Da sie für die Maskenbildnerin jedoch erst zwei Jahre Ausbildung als Coiffeuse hätte machen müssen, strich sie diesen Wunsch schnell von der Liste und schnupperte stattdessen bei einem Goldschmied. Sein Fazit: «Fräulein Jeisy ist wohl noch nicht reif genug». Also machte sie erst ein Welschlandjahr und versuchte es danach erneut, diesmal mit Erfolg. «Die Lehre lief gut für mich, auch die Schule gefiel mir. Am Ende meiner Ausbildung meinte mein Ausbildner, ich sei die beste Lehrtochter gewesen, die er bisher gehabt hatte», erzählt Jeisy stolz und ihre Augen leuchten. Schon immer hatte es sie gereizt, zu studieren. Während eines Sommerkurses in Salzburg lernte sie eine Professorin der Hochschule Pforzheim kennen – Pforzheim gilt als die sogenannte sogenannte «Goldstadt». Wahrscheinlich ermutigte diese Begegnung sie einige Jahre später, nachdem Jeisy der Liebe wegen nach Strassburg gezogen war und dort arbeitete, sich für den Studiengang Schmuck- und Gerätedesign zu bewerben. Auf zwei Gastsemester folgten vier Jahre Studium. In dieser Zeit lernte sie während eines Praktikums in der Ostschweiz ihren Mann, einen Physiker, kennen. Mit ihm reiste sie später nach Wien, wo sie ein Austauschsemester belegen konnte. «Das war eine geniale Zeit», schwärmt die jugendlich wirkende Frau. 1999 schliesslich zog das Paar nach Wipkingen, wo wenig später ihre Tochter zur Welt kam.

    Zukunft schmieden

    Im Mai macht sie einen Roadtrip und fährt zu ihrem Bruder nach Irland. «Ich brauche diese Auszeiten, um dem <Feilnagelblick> zu entkommen. Eine Art Tunnelblick. In diesen Wochen kann ich ausserhalb des Alltagstrotts kreativ werden, neue Produkte entwickeln.» Krisen kommen und gehen. Einschüchtern lässt sie sich davon nicht mehr so leicht. «Mit den Jahren kommt auch die Erfahrung und ich bin grundsätzlich eine optimistische Person.» Dennoch hat sie mit ihrem Mann abgemacht, dass sie aufhören würde, bevor sie sich verschulden müsse. «Dass ich nicht die Alleinversorgerin der Familie bin, hilft sicherlich auch, etwas gelassener zu bleiben», meint Jeisy. Immer wieder betont sie, wie privilegiert ihr Leben sei. So durfte sie in den vergangenen Jahren mit ihrer Familie mehrere Monate in Australien und Indonesien verbringen – die Reiselust hat sie nie verlassen. Nun, da ihre Tochter flügge geworden ist, juckt es sie wieder: «Ich möchte unbedingt einmal am Meer wohnen, ich liebe diese Weite, die Brandung, die unablässige Bewegung der Wellen.» Wer weiss, vielleicht zieht es sie nochmals für länger ins Ausland. Das braucht Mut, aber daran  mangelt es der quirligen Frau nicht.

  • Apotheke Wipkingerplatz zieht an den Röschibachplatz

    Im Hinblick auf seine Pensionierung führte der Inhaber der Apotheke Wipkingerplatz Dieter Hägi seit geraumer Zeit Gespräche mit der Medbase Gruppe. Sein Ziel war, seinen Kundinnen und Kunden auch zukünftig Zugang zu einer in Wipkingen ansässigen Apotheke zu ermöglichen. «Ich bin erleichtert, dass meine Kundinnen und Kunden weiterhin in einer Apotheke mit einem breiten Produkt- und Dienstleistungsangebot im Quartier beraten werden», meint Dieter Hägi.

    Auch Medbase freue sich, dass Dieter Hägi entschieden hat, seine Apotheke mit der Medbase Apotheke Zürich Rotbuch zusammenzulegen, ist einer Medienmitteilung der Medbase Gruppe zu entnehmen. «Damit können wir unsere Apotheke in Wipkingen stärken und der Bevölkerung weiterhin umfassende Dienstleistungen anbieten», sagt Peter Lüscher, Leiter Medbase Apotheken AG. 

  • Gewerbe Wipkingen archiviert Dokumente

    Gewerbe Wipkingen archiviert Dokumente

    An der Abschluss-Generalversammlung des Gewerbe Wipkingen in der Lettenkirche im letzten Herbst hatten die anwesenden Mitglieder den Beschluss gefasst, die wichtigsten Unterlagen zu archivieren. Das Interimspräsidium, bestehend aus Martin Bürlimann und Barbara Schürz, hat Kontakt mit dem Stadtarchiv aufgenommen, ob Interesse besteht und welchen Teil der Unterlagen interessant für spätere Generationen sein könnten.
    Für Vereine besteht wie auch für Firmen eine Aufbewahrungspflicht von zehn Jahren für Kassa, Revision und Jahresberichte. Diese Unterlagen sind bereits pflichtgemäss eingelagert.

    Ein klassischer Verein

    Das Gewerbe Wipkingen war nicht der erste Verein seiner Art. Der älteste Gewerbeverein ging auf die Initiative der Gemeinnützigen Gesellschaft Wipkingen zurück. Damals war Wipkingen noch eine eigenständige Gemeinde. Die GGW regte die Gründung eines Gewerbevereins an, welcher 1886 die Gewerbeschule eröffnete. Es gab einige Ausstellungen zu landwirtschaftlichen und gewerblichen Themen in Wipkingen. Wie lange der Gewerbeverein aktiv war, ist nicht mehr bekannt.
    1953 entstand die «Vereinigung der selbstständigen Handels- und Gewerbetreibenden von Wipkingen». Mitglieder waren vorab Handelsfirmen, Dienstleister, Handwerker und Fachgeschäfte. Sie nannte sich auch «Geschäftsleutevereinigung Wipkingen» oder meist einfach «Käferbergler». Erster Präsident der Geschäftsleutevereinigung war Bäckermeister Piller.
    Die Geschäftsleutevereinigung gründete eine Quartierzeitung, den «Käferberg». Diese Zeitung ging in die Hände der Lokalinfo über, die sie als «Käferberg/Affoltemer» mehrere Jahrzehnte als Quartierzeitung publizierte. Der Verleger benannte die Zeitung Anfang 2006 um in «Zürich Nord», da sie auch Quartiere aus diesem Gebiet abdeckt.
    Die Geschäftsleutevereinigung endete in den 1980er-Jahren mangels aktiver Mitglieder. Viele Kleinunternehmen vermissten eine Gewerbevereinigung im Quartier. Bei der Gründung des Gewerbe Wipkingen waren vom Vorläufer einige Mitglieder vertreten.
    Das Gewerbe Wipkingen, jener Verein, der letztes Jahr aufgelöst wurde, bestand seit 1993. Es war eine Vereinigung der Fachgeschäfte, Handwerker, Selbstständigen und Dienstleister im Quartier.

    Lokalgeschichtliche Dokumente

    Von den Vorgängervereinen «Geschäftsleutevereinigung» und vom 1886 gegründeten Gewerbeverein ist praktisch nichts erhalten geblieben. Aus lokalhistorischer Sicht ist dies bedauerlich, da diese Vereine eine gewisse gesellschaftliche und wirtschaftliche Bedeutung hatten. Welche Rolle die organisierten Unternehmer beispielsweise bei der Eingemeindung 1893 spielten, ist nicht mehr aus Quellen erster Hand recherchierbar.
    Vielleicht interessiert sich in vielen Jahren jemand für einen Verein, der als typisch für unsere Zeit steht. Entstehung, Aktivitäten und die Auflösung sind dann chronologisch einsehbar. Lange Zeit war Sepp Bamert Aktuar des Gewerbe Wipkingen. Die Unterlagen wurden sorgfältig gesammelt und im Lagerraum des Gewerbe Wipkingen an der Rousseaustrasse aufbewahrt, zusammen mit dem anderen Material. Insbesondere die Protokolle, Jahresberichte, Unterlagen von Aktivitäten, Fotos von Ausflügen und geselligen Anlässen sowie Kassa- und Revisionsberichte sind in mehreren Laufmetern Bundesordnern erhalten geblieben.
    Der Auflösungsvorstand hat sich beim Stadtarchiv erkundigt, welche Unterlagen aufbewahrungswürdig sind. Zusammen mit Kurt Gammeter werden diese Dokumente zusammengestellt und dem Stadtarchiv übergeben.

    Stadtarchiv ist öffentlich

    Das Stadtarchiv befindet sich am Neumarkt 4 im Haus zum untern Rech. Die Benutzung des Stadtarchivs ist kostenlos, im Moment allerdings stark eingeschränkt. Es gibt einen Lesesaal, der in normalen Zeiten frei zugänglich ist. Dort befindet sich eine Handbibliothek. Verschiedene Bücher über Wipkingen und die anderen Stadtquartiere sind einsehbar. Momentan ist der Lesesaal nur eingeschränkt geöffnet. Es besteht eine Anmeldepflicht. Wer spezielle Themen aus Wipkingen sucht, findet Rat und Hilfe beim Personal. Es gibt auch Einführungskurse und Merkblätter, wie man nach besonderen Themen sucht. Die gewünschten Akten – beispielsweise Unterlagen zum Männerchor Wipkingen oder zum Quartierverein – werden dann bereitgestellt und sind nach kurzer Wartefrist einsehbar.
    Viele Dokumente, Bilder und historische Unterlagen sind auch elektronisch abrufbar. Die Suche ist allerdings nicht ganz einfach; es empfiehlt sich, die Einführung genau zu lesen, damit die Suchergebnisse dem Gewünschten entsprechen.

    Eingesandt von Martin Bürlimann

  • Züri Brot – eine hausgemachte Erfolgsgeschichte

    Züri Brot – eine hausgemachte Erfolgsgeschichte

    Angefangen haben die beiden Selfmade-Bäcker*innen Anfang 2019 zu Hause in den eigenen vier Wänden ihrer Zwei-Zimmer-Wohnung. Weil sie selbst auf der Suche nach einem leckeren Brot ohne Zusatzstoffe waren, in Zürich aber keines fanden, das ihren Vorstellungen entsprach, fingen sie kurzentschlossen selbst an zu backen.

    Brot aus der guten Stube

    Ihr erster Kunde war ein Bekannter, der via soziale Medien von ihrem Experiment erfuhr und bei ihnen ein Roggenbrot mit Gewürzen orderte. Aus dem einen Kunden wurden schnell mehrere, ein Brotbackofen musste her. «Also», so erzählt Sascha Graf im Gespräch, «besorgten wir uns – in Absprache mit der Genossenschaft, in der wir leben – einen Steinbackofen für unsere Wohnung, mit dem wir zehn Kilo Brot auf einmal backen konnten». Während des Lockdowns im Frühling bauten die beiden das Projekt aus. Larissa Stamoulos, die ursprünglich aus der Elektronikbranche kommt, kümmerte sich nun hauptberuflich um das Backen, Graf begann, neben seiner Tätigkeit als Hauswart, mit seinem Roller Brote auszuliefern, die Firma «Züri Brot» wurde gegründet.

    Bio, regional und ohne Zusatzstoffe

    Das Grundprinzip von «Züri Brot» sind handgemachte Biobackwaren aus möglichst regional produzierten Bestandteilen. «Wir legen sehr viel Wert darauf, alle einzelnen Bestandteile unserer Brote genau zu kennen und zurückverfolgen zu können», erläutert Graf. Die Brote sind allesamt ohne Zusatzstoffe angefertigt und bestehen in der Basis lediglich aus Wasser, Salz, Mehl und hausgezüchteter Hefe. Das Sortiment ist mit acht verschiedenen Brotsorten «klein, aber fein», alle Rezepte wurden von den beiden selbst entwickelt.

    Ein eigenes Café

    Im Sommer 2020 ergab sich für die beiden leidenschaftlichen Bäcker*innen die Möglichkeit, an der Breitensteinstrasse das im Ladenlokal integrierte Café im ehemaligen «26 Rose Garden» zunächst vorübergehend zu übernehmen. Mittlerweile hat auch Graf seinen Job gekündigt, so dass sich beide ganz um ihren Laden kümmern können. Neben den Backwaren bietet das Paar hier zusätzlich Frühstück und Mittagessen an, selbstverständlich alles frisch und vor Ort zubereitet. In den nächsten zwei Wochen wird die Baugenossenschaft Denzlerstrasse Zürich, die die Räumlichkeiten vermietet, entscheiden, ob sie das Café auch dauerhaft übernehmen können.

  • Hilfe bei krankhaftem Übergewicht

    Hilfe bei krankhaftem Übergewicht

    Dr. med. Anita Scheiwiller, Leitende Ärztin Viszeralchirurgie, Klinik für Viszeral-, Thorax- und Gefässchirurgie, Stadtspital Waid und Triemli.

    Dr. med. Anita Scheiwiller, Leitende Ärztin Viszeralchirurgie, Klinik für Viszeral-, Thorax- und Gefässchirurgie, Stadtspital Waid und Triemli.

     

    Warum braucht es im Stadtspital Waid und Triemli ein Adipositaszentrum?

    Dr. med. Anita Scheiwiller: Die bariatrische Chirurgie stellt aktuell die einzige Therapie dar, die
    längerfristige Erfolge in der Gewichtsreduktion bieten kann. Da Übergewicht in unseren westlichen Kulturen sowohl medizinisch als auch ökonomisch ein riesiges Problem darstellt, ist eine angemessene Therapie notwendig. Die bariatrische Therapie besteht aber aus viel mehr als
    nur der Operation selber. Eine intensive Vor- und Nachbetreuung ist elementar und wird durch ein
    grosses interdisziplinäres Team gewährleistet. Es besteht aus Spezialistinnen und Spezialisten aus den Bereichen Chirurgie, Gastroenterologie, Endokrinologie, Innere Medizin, Ernährungs- und
    Physiotherapie, Psychiatrie sowie weiteren Spezialisten.

    Dr. med. Thomas Gürtler: Es macht meiner Meinung nach Sinn und ist gut, dass wir ein solches,
    hochspezialisiertes Team an beiden Standorten haben, also im Waid und im Triemli.

    Antonija Cvitkovic: Weil das Stadtspital Waid und Triemli für die Gesundheitsversorgung vieler
    Menschen in der Stadt Zürich und Umgebung verantwortlich ist, ist es von grosser Bedeutung, dass wir ein Zentrum führen, wo sich alles unter einem Dach befindet. Bei uns können sich die Patientinnen und Patienten mit Übergewicht unkompliziert beraten und behandeln lassen.

    Dr. med. Thomas Gürtler, Leitender Arzt Viszeralchirurgie, Klinik für Viszeral-, Thorax- und Gefässchirurgie, Stadtspital Waid und Triemli.

    Dr. med. Thomas Gürtler, Leitender Arzt Viszeralchirurgie, Klinik für Viszeral-, Thorax- und Gefässchirurgie, Stadtspital Waid und Triemli.

     

    Welche Funktion haben Sie in diesem Zentrum? Was sind Ihre Aufgaben?

    Gürtler: Ich bin bariatrischer Chirurg und beteilige mich an der Evaluation, Aufklärung und Nachsorge der Eingriffe. Diese führe ich bei denjenigen Patientinnen und Patienten durch, die ich in meiner Sprechstunde kennengelernt und untersucht habe. Wichtig ist, bei der Patientenauswahl zu erkennen, wer geeignet ist und von einer solchen Operation profitieren kann, sowie die richtige Einschätzung des Operationsrisikos. Letztendlich trägt der Chirurg die Verantwortung bei jedem operativen Eingriff. Selbstverständlich gehört eine sorgfältige Operationstechnik und eine gute Betreuung nach der OP dazu. Und damit alles funktioniert, braucht es eine gute Koordination. Dafür ist Antonija Cvitkovic besorgt.

    Cvitkovic: Ich arbeite als Clinical Nurse im Adipositaszentrum Waid und Triemli und habe vielseitige, interdisziplinäre Aufgaben. Ich stimme die Patiententermine aufeinander ab und sorge dafür, dass alles reibungslos läuft. Unsere Patientinnen und Patienten brauchen eine sehr lange Nachbetreuung, die ich gründlich überwache. Eine gute Betreuung liegt mir sehr am Herzen, denn die Lebensstilveränderung nach der Operation ist eine grosse Herausforderung. Unterstützung ist gerade dann besonders wichtig. Ebenso pflege ich eine gute Kommunikation und Zusammenarbeit mit den Hausärztinnen und Hausärzten. Dies ist für die positiven Langzeitresultate sehr wichtig.

    Und Sie, Anita Scheiwiller?

    Ich arbeite als Viszeralchirurgin am Standort Waid. Die bariatrischen Operationen werden seit dem Zusammenschluss zum Stadtspital Waid und Triemli alle am Standort Triemli durchgeführt. Die damit gesteigerte Fallzahl garantiert eine hohe Qualität. Die Vor- und Nachbetreuung der Patienten gewährleisten wir in beiden Häusern – ideal für unsere Patienten. Da ich eine langjährige Erfahrung in bariatrischer Chirurgie habe und mir dieses Gebiet besonders am Herzen liegt, bin ich sehr glücklich, beim Aufbau des neuen Adipositaszentrums mitwirken zu können. Denn neben dem durchaus spannenden operativen Teil finde ich vor allem die langjährige Betreuung der Patientinnen und Patienten sehr befriedigend. Ihre oft sehr grosse Dankbarkeit macht die bariatrische Chirurgie zu einem äusserst zufriedenstellenden Fachgebiet.

    Welche Patientinnen und Patienten können von einer Beratung und Behandlung bei Ihnen im Zentrum profitieren?

    Scheiwiller: Grundsätzlich können alle Übergewichtigen an unser Zentrum zugewiesen werden. Meistens über die Hausärzte oder über sonstige Spezialisten. Sehr gerne können sich die Betroffenen aber auch direkt bei uns für einen Sprechstundentermin melden. Wir schauen dann mit ihnen, ob eine bariatrische Operation in Frage kommt oder ob eher eine konservative Gewichtsreduktion anzustreben ist.

    Gürtler: Natürlich gibt es Richtlinien. Generell können Patientinnen und Patienten mit einem Body-Mass-Index von über 35 operiert werden. Zudem dürfen sie nicht jünger als 18 und nicht älter
    als 75 Jahre sein. Darüber hinaus müssen sie die Einschlusskriterien der Swiss Society for the Study of Morbid Obesity and Metabolic Disorders erfüllen.

    Scheiwiller: Ich möchte noch erwähnen, dass es für übergewichtige Patientinnen und Patienten
    oft sehr wichtig ist, dass sie in einem Zentrum längerfristig begleitet werden – auch wenn sie sich
    nicht für einen Eingriff entscheiden oder die Bedingungen dazu nicht oder noch nicht erfüllen.

    Das Interview führte Markus Meier.

    Das Waid ist Mitglied des Gewerbe Wipkingen. 

    Adipositaszentrum Stadtspital Waid und Triemli
    Allen übergewichtigen Patientinnen und Patienten sowie zuweisenden Ärztinnen und Ärzten steht die kompetente Clinical Nurse Antonija Cvitkovic bei medizinischen und administrativen Fragen zur Verfügung.
    Kontakt: Tel. 044 416 43 76, E-Mail: adipositaszentrum@zuerich.ch.

  • Mittagstisch findet wieder statt

    Mittagstisch findet wieder statt

    Nach dem unfreiwilligen Unterbruch sind die Fachgeschäfte in Wipkingen wieder offen. Die Restaurants haben in der Lockdown-Zeit Take-away- und Hauslieferdienste angeboten. Das Angebot wurde rege genutzt. Allerdings konnten die meisten Geschäfte den Umsatzausfall nicht ganz kompensieren. Umso mehr freuen sich nun die Läden und Fachgeschäfte, ihre Kunden wieder zu begrüssen.

    Auch der traditionelle Mittagstisch musste eine Zwangspause einlegen und ist jetzt wieder offen. Seit 15 Jahren pflegt die Kochschule «La Cuisine» an der Nordstrasse nebst dem konventionellen Angebot diesen Mittagstisch. Ursprünglich war das Treffen am jeweils letzten Donnerstag im Monat den Gewerbemitgliedern vorbehalten. Der Mittagstisch steht seit einiger Zeit auch Nicht-Mitgliedern offen.
    Der Betreiber der Kochschule, Peter Bechter, kocht mit Unterstützung von Sämi Räss für einen bescheidenen finanziellen Beitrag ein leckeres Mehrgangmenü. Der Treffpunkt bietet nebst feinem Essen die Möglichkeit, Freundschaften zu pflegen und sich auszutauschen. Die Beliebtheit des Mittagstisches ist in den letzten Jahren soweit gestiegen, dass die Gewerblerinnen und Gewerbler öfters in der Minderheit waren, was der Geselligkeit keinen Abbruch tat. Ein spontanes Vorbeikommen ist leider nicht möglich. Eine Anmeldung ist notwendig, da der Anlass meist ausgebucht ist.

    Kompletter Viergänger

    Das Menü des letzten Mittagstisches bestand aus einem Viergänger – mit Baba Ganoush zur Vorspeise, einer Mais- und Kressesuppe, Boeuf Bourguignon zur Hauptspeise und einer Erdbeercrèmeschnitte zum Dessert. Profi-Koch Peter Bechter hat langjährige Erfahrung aus der beruflichen Tätigkeit in erstklassigen Hotels in der Schweiz und im Ausland. Seine Erfahrung ist zudem Garantin für die hohe Qualität der Kochkurse, welche regelmässig zu verschiedenen Themen stattfinden.

    Vorspeise: Baba Ganoush mit Ratatouillesalat und Tuna.

    Vorspeise: Baba Ganoush mit Ratatouillesalat und Tuna.

    Suppe: Zweifarbige Suppe, Mais- und Kressesuppe.

    Suppe: Zweifarbige Suppe, Mais- und Kressesuppe.

    Hauptgang: Boeuf Bourguignon.

    Hauptgang: Boeuf Bourguignon.

    Dessert: Millefeuille mit Erdbeeren.

    Dessert: Millefeuille mit Erdbeeren.

  • Wir sind wieder für Sie da

    Wir sind wieder für Sie da

    «z’Wipkinge findsch es!»

    Unser Ziel sind zufriedene Kunden. Besuchen Sie ein Fachgeschäft in Wipkingen! In unserem lebhaften Quartier ist praktisch alles erhältlich. Für Dinge des täglichen Bedarfs, Gebrauchsgüter, Dienstleistungen aller Art oder Service und Reparatur finden Sie in Wipkingen ein interessantes Angebot.
    Viel Vergnügen beim Einkauf!