Kategorie: Gesundheit

  • Gesundheit für alle – auch ohne Krankenversicherung

    Gesundheit für alle – auch ohne Krankenversicherung

    Mit einem Pilotprojekt verbessert die Stadt Zürich die medizinische Grundversorgung für Menschen ohne Krankenversicherung. Wie einer Medienmitteilung der Stadt Zürich zu entnehmen ist, läuft die Umsetzung seit 2023 in einem geregelten Versorgungsprozess unter der Leitung der Städtischen Gesundheitsdienste, nun wurde das Projekt vom Stadtrat bis Juni 2026 verlängert.

    Das Ziel des Projekts ist es, eine medizinische Grundversorgung für nichtkrankenversicherte Menschen mit Lebensmittelpunkt in der Stadt Zürich sicherzustellen. Gemäss Schätzungen leben in der Stadt Zürich 11 000 bis 14 000 Menschen ohne Krankenversicherung, deren Einkommensverhältnisse meist unter dem Existenzminimum liegen, davon rund 10 000 Sans Papiers.

    Medizinische Leistungserbringung im Netzwerk

    Im Pilotprojekt wurden laut Medienmitteilung bewährte Strukturen gestärkt, die interdisziplinäre Zusammenarbeit verbessert und ungedeckte Behandlungskosten von ausgewählten Leistungserbringenden finanziert. So wurde ein strukturierter Versorgungsprozess innerhalb eines definierten Netzwerks etabliert.

    Die Zuständigkeit für medizinische Erstbehandlungen liegt beim Ambulatorium Kanonengasse des Stadtärztlichen Dienstes, der Medizinischen Anlaufstelle Meditrina des SRK Kanton Zürich und für Notfälle beim Stadtspital Zürich. Diese Stellen überweisen bei Bedarf die Patient*innen an ausgewählte Drittstellen für spezialisierte Weiterbehandlungen.

    Ab der zweiten medizinischen Konsultation wird in einer Sozialberatung geprüft, ob eine Krankenversicherung abgeschlossen werden kann. Bei anstehenden teuren Behandlungen wird ein solcher Abschluss nachdrücklich angestrebt. Dadurch wurden klare Zuständigkeiten, strukturierte Abläufe und Transparenz bei der Kostenübernahme geschaffen.

    Während der Pilotphase wurden folgende drei Massnahmen für eine gesicherte medizinische Versorgung von Menschen ohne Krankenversicherung getestet und evaluiert: Zunächst den Aufbau eines strukturierten Versorgungsnetzwerks mit klaren Zugangskriterien, Zuständigkeiten und Behandlungsabläufen. Dann die Finanzierung der ungedeckten medizinischen Behandlungskosten der beteiligten Leistungserbringenden und die Information der Betroffenen zu medizinischen Angeboten.

    Versorgungslücken schliessen – teure Folgekosten vermeiden

    Gemäss Medienmitteilung zeigen die Erfahrungen aus dem Pilotprojekt und die Evaluation, dass sich das erprobte Angebot positiv auf die Gesundheitsversorgung von Menschen ohne Krankenversicherung auswirkt. Die Erstanlaufstellen für Betroffene können eine qualitativ gute und kostengünstige Behandlung sicherstellen und insbesondere bei chronischen Erkrankungen eine einfache medizinische Grundversorgung gewährleisten. So können kostenintensive Folgeschäden vermieden oder reduziert werden.

    Aus diesen Gründen beantragt der Stadtrat dem Gemeinderat, das im Pilotprojekt entwickelte Angebot in einen Regelbetrieb zu überführen. Um die im Pilotprojekt festgestellten Versorgungslücken zu schliessen, soll das medizinische Netzwerk im zu verstetigenden Modell ab Juli 2026 um folgende Leistungserbringende erweitert werden: Psychiatrische Universitätsklinik Zürich (für stationäre Kriseninterventionen), Universitätsspital Zürich (für stationäre spezialisierte Eingriffe), Fachspital Sune-Egge der Stiftung Sozialwerke Pfarrer Sieber (Übergangspflege bei Vulnerablen mit Abhängigkeitserkrankungen) und Checkpoint Verein SeGZ (medizinische Erstbehandlungsstelle für männliche und trans-Sexworker). Für die Weiterführung des Angebots werden neue wiederkehrende Ausgaben von jährlich 1,9 Millionen Franken beantragt.

    Quelle: Medienmitteilung Stadt Zürich

  • Alte Medikamente richtig entsorgen  

    Alte Medikamente richtig entsorgen  

    Viele Haushalte lagern Medikamente, die längst abgelaufen oder nicht mehr in Gebrauch sind, wie die Prävention und Gesundheitsförderung Kanton Zürich in einer Medienmitteilung schreibt. Und weiter: Wer solche Arzneimittel aufbewahrt, riskiert eine ungewollte Einnahmen durch Kinder oder Haustiere und gefährdet somit die Sicherheit im Alltag.

    Die Prävention und Gesundheitsförderung Kanton Zürich rät deshalb, die Hausapotheke regelmässig zu kontrollieren und verfallene Präparate konsequent zu entsorgen.

    Schwerwiegende Folgen für die Umwelt

    Eine unsachgemässe Entsorgung im Haushaltsabfall oder gar in der Kanalisation kann zudem schwerwiegende Folgen für die Umwelt haben. Rückstände von Medikamenten belasten Gewässer und Böden und gelangen so in den natürlichen Kreislauf.

    Die sichere Lösung: Medikamente können in Apotheken, Drogerien oder Arztpraxen abgegeben werden. Dort erfolgt die fachgerechte Entsorgung – teilweise gegen eine geringe Gebühr.

    Pflege der Hausapotheke

    Auch bei der Pflege einer Hausapotheke empfehle es sich, fachlichen Rat einzuholen. Neben verschriebenen Präparaten gehören Grundausstattung wie Schmerz- und Erkältungsmittel, Allergiemedikamente, Desinfektionsmittel, Pflaster, Verbandsmaterial, Schere und Fieberthermometer dazu.

    Wichtig ist, alle Medikamente in Originalpackung samt Packungsbeilage und Dosierhilfe aufzubewahren. Nur so ist eine richtige Anwendung gewährleistet.

    Gesundheitsfachleute raten, die Hausapotheke mindestens einmal jährlich zu überprüfen, abgelaufene Medikamente auszusortieren und verschriebene Präparate nach abgeschlossener Behandlung zurückzugeben. Wer verfallene Notfallmedikamente ersetzt, sorgt dafür, dass im Ernstfall die richtige Hilfe griffbereit ist – und erhöht damit die Sicherheit im eigenen Haushalt.

    Quelle: Medienmitteilung Prävention und Gesundheitsförderung Kanton Zürich

  • Stadtzürcher helfen blinden und augenkranken Menschen

    Stadtzürcher helfen blinden und augenkranken Menschen

    Die Einwohnerinnen und Einwohner der Stadt Zürich spendeten der CBM Christoffel Blindenmission im vergangenen Jahr gesamthaft 383’314 Franken, wie es in einer Medienmitteilung heisst. Davon flossen 153’178 Franken in die Augenarbeit der CBM.

    Dieser Betrag entspricht 3’064 Grauer-Star-Operationen, die komplett und teilweise erblindeten Menschen in Armutsgebieten die Sehkraft zurückgebracht haben.

    Grauer Star häufigster Grund für Blindheit

    Weltweit leben 43 Millionen blinde Menschen. Von ihnen haben rund 17 Millionen aufgrund des Grauen Stars ihr Augenlicht verloren. Obwohl korrigierbar, ist der Graue Star die global häufigste Ursache für Blindheit.

    Beim Grauen Star trübt sich die Augenlinse langsam ein, bis die betroffene Person schliesslich erblindet. Die erblindeten Personen leben vor allem in den Armutsgebieten Afrikas, Asiens und Lateinamerikas.

    Eine Grauer-Star-Operation kostet in den CBM-Projektländern durchschnittlich rund 50 Franken. Diese Kosten übersteigen die finanziellen Möglichkeiten der in Armut lebenden Personen jedoch in der Regel um ein Vielfaches. Häufig können sie sich nicht einmal eine medizinische Abklärung leisten.

    In Armutsgebieten raubt der Graue Star auch Kindern das Sehvermögen. Die häufigsten Ursachen hierbei sind Vererbung, Infektionen in der Schwangerschaft oder Mangelernährung.

    Im letzten Jahr ermöglichte die internationale CBM-Föderation dank Spenden 103’000 Grauer-Star-Operationen. Insgesamt erhielten im Jahr 2024 rund 1,4 Millionen Menschen augenmedizinische Leistungen.

    Zukunftsweisende Operation

    Dank CBM-Spenden hat auch Oscar aus Madagaskar sein Augenlicht wiedererlangt. Seine Sehbehinderung zeigte sich bereits früh. «Oscar hat schon mit fünf Jahren alles verschwommen gesehen», erläutert Felistine Rasoafiavy, Oscars Mutter, die vier Kinder allein aufzieht.

    «Der Dorfarzt sagte, mein Sohn müsse am Grauen Star operiert werden. Ich habe aber nur einen kleinen Imbissstand. Was er einbringt, reicht gerade für das Nötigste und für Oscars Schulgebühren.» So verringerte sich Oscars Sehvermögen Jahr um Jahr. «Ich sah die Wandtafel am Schluss nur noch sehr schlecht», erinnert sich der heute 13-Jährige.

    Über die Kirche erfährt Felistine Rasoafiavy eines Tages von der CBM-geförderten Augenklinik in Tuléar. Für Familien in Armut tragen Spendende der CBM die Kosten. Dort wird Oscar erfolgreich operiert. Seine Mutter ist überglücklich, und begeistert erzählt Oscar: «In der Schule sehe ich jetzt alles. Mit meinen Freunden spiele ich ohne Probleme Fussball. Ich bediene auch die Kunden an Mamas Imbissstand und helfe ihr im Haushalt.»

    Dank der neu erlangten Sehkraft wird Oscar die Schule abschliessen und sich damit Zukunftsperspektiven erarbeiten können.

    Quelle: Medienmitteilung CBM Christoffel Blindenmission

    Die CBM Christoffel Blindenmission

    Die CBM Christoffel Blindenmission ist eine international tätige, christliche Entwicklungsorganisation und fördert Menschen mit Behinderungen in Ländern des Globalen Südens. Sie leistet Entwicklungszusammenarbeit sowie humanitäre Hilfe und ermöglicht, dass Behinderungen vorgebeugt sowie Menschen mit Behinderungen medizinisch betreut und inklusiv gefördert werden. Ihr Ziel ist eine inklusive Gesellschaft, in der niemand zurückgelassen wird und Menschen mit Behinderungen eine verbesserte Lebensqualität haben. Die CBM Schweiz führt das Zewo-Gütesiegel und ist Partnerorganisation der Glückskette.

  • Wer pflegt uns im Alter?

    Wer pflegt uns im Alter?

    Das Problem ist bekannt: In Schweizer Krankenhäusern und Pflegeinstitutionen ist das Personal Mangelware. Und die Situation wird sich weiter verschärfen: Gemäss den Zahlen des Schweizerischen Gesundheitsobservatoriums könnten es bis zu 20 000 Pflegende sein, die bis zum Jahr 2029 schweizweit fehlen. Die Gründe dafür sind vielfältig. So sorgt die demografische Entwicklung für einen steigenden Bedarf an qualifiziertem Personal.

    Gleichzeitig ist der Alltag der Pflegenden von hoher Belastung geprägt. Die Arbeitszeiten, schlechte Entlöhnung und nur bedingt mögliche Kombination von Familie und Beruf machen den Job auf Dauer unattraktiv, die Fluktuation ist hoch. Mit der Pflegeinitiative, die Ende 2021 angenommen wurde, wird auf Bundesebene versucht, die Pflegeausbildung zu stärken und die Arbeitsbedingungen zu verbessern.

    Auch in der Stadt Zürich wird das Problem in Angriff genommen. Wie dies konkret geschieht, das erläuterte Stadtrat Andreas Hauri gemeinsam mit Vertreter*innen des Stadtspitals Zürich und der Gesundheitszentren der Stadt Zürich an einer Medienkonferenz im Juni. Sie informierten über das Programm «Stärkung Pflege», das im Jahr 2022 gestartet wurde.

    Das Massnahmenpaket

    Das Programm beinhaltet ein Massnahmenpaket, das aus den vier Punkten Flexibilität, Entlastung, Empowerment sowie Aus-, Weiter- und Fortbildung besteht. Der Punkt Flexibilität bezieht sich auf den Berufsalltag und soll die Vereinbarkeit von Familie und Beruf erleichtern.

    So sollen Einsatzpläne durch die Pflegenden in Zukunft mitgestaltet werden können. Der Arbeitsbeginn soll flexibel gestaltet werden können, geteilte Dienste werden flächendeckend abgeschafft. Jobsharing wird vermehrt auf allen Ebenen ermöglicht, Löhne werden angepasst und die Ferien erweitert.

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    Glück kennt kein Verfalldatum

    Entlastung und Empowerment sollen erstens in Form von fachlicher Unterstützung gewährleistet werden, aber auch in der Schaffung von neuen Berufsbildern und Ausbildungswegen. Dazu gehört etwa der Fachbeauftragte Geriatrie oder der CAS Intercare, die sich auf die Pflege älterer Menschen konzentrieren, aber auch der Ausbildungsweg Advanced Practice Nurses, der die Kompetenzen der Pflegenden gegenüber Ärzten stärkt. Generell soll bei den Beschäftigten das Potenzial besser erkannt werden, ein Talentpool die Förderung besonderer Talente ermöglichen.

    Das Zwischenfazit, das die Stadt nun zieht, ist positiv. In den vergangenen drei Jahren seien die Löhne erhöht und die Ausbildungsplätze erhöht worden. Rückläufig sei dagegen die Fluktuation in den Gesundheitsinstitutionen, die sich seit 2022 deutlich gesenkt habe. Und während die Massnahmen wie Lohnerhöhung und Ausbildungsförderung natürlich Kosten verursachten, habe der Abbau von Temporärstellen zu Einsparungen von rund 11,5 Millionen Franken geführt.

    Ein internationales Problem

    Doch das Problem ist bei Weitem nicht nur lokaler oder nationaler Natur. Das machte die Podiumsdiskussion «Wer pflegt uns morgen?» der Nichtregierungsorganisation Solidarmed Ende Mai deutlich. Denn der Mangel an verfügbaren Fachkräften im Inland hat einen Dominoeffekt zur Folge: Weil der Bedarf an Pflegenden hierzulande nicht gedeckt werden kann, rekrutiert die Schweiz Personal im Ausland – rund 30 Prozent der Beschäftigten haben, so Zahlen aus dem Jahr 2021, ihre Ausbildung im Ausland absolviert. Sie stammen fast alle aus den europäischen Nachbarländern.

    Und um deren eigene Personallücken zu decken, rekrutieren diese Länder selber im Ausland – etwa im europäischen Osten oder den Ländern des Südens.

    Mit gravierenden Konsequenzen: Sei die Migration für das einzelne Individuum verständlich und legitim, so Roswitha Koch vom Berufsverband der Pflegefachfrauen und -männer, stelle sie für die Gesundheitssysteme der Herkunftsländer eine wahre Katastrophe dar. Die Zahlen der WHO untermauern dies: So stehen in 83 Ländern in Afrika, Asien und Lateinamerika nur rund 22,8 Gesundheitsfachkräfte pro 100 000 Menschen zur Verfügung. Nicht einmal die elementarste Gesundheitsversorgung kann so gewährleistet werden.

    Hilft ein internationaler Kodex?

    Initiativen wie Solidarmed unterstützen die Länder des Südens darin, die Ausbildungs- und Arbeitsbedingungen im eigenen Land zu verbessern, um den Verbleib von Fachpersonal zu fördern. Doch es braucht auch Bemühungen innerhalb der Industrienationen.

    Auf internationaler Ebene existiert daher seit 2010 der Verhaltenskodex «zur internationalen Rekrutierung von Gesundheitspersonal» der WHO. Er hält die Mitgliedsstaaten an, dem Mangel an Gesundheitsfachkräften abzuhelfen und aus eigener Kraft die Versorgung mit Fachkräften sicherzustellen. Allerdings sind die Vorgaben wenig bindend und werden nicht konsequent umgesetzt.

    Im Gegenteil: Die Rekrutierung im Ausland hat seither auch hierzulande weiter zugenommen.
    Lösungen sind hier schwer zu finden. Die Pflegeinitiative sowie die städtischen Programme könnten kleine Schritte in die richtige Richtung bedeuten. Doch es bedarf mit Sicherheit noch grosser Anstrengungen, um die Situation lokal, national und international zu entschärfen.

    Im Fokus: Wertvolle Jahre

    Der «Höngger» veröffentlicht auch in diesem Jahr verschiedene Artikel, die sich der Lebensrealität von Betagten und Menschen mit Behinderung widmen. Diese Reihe entsteht mit freundlicher Unterstützung der Luise Beerli Stiftung, die sich für solche Menschen stark macht.