Übernehmen Immobilienkonzerne unsere Stadt?

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Von Florian Utz, Gemeinderat, SP Zürich 10

Gewinnorientierte Unternehmen und Anlagefonds kaufen auf dem Zürcher Immobilienmarkt kräftig zu. Alleine im Jahr 2023 konnten sie ihren Marktanteil an den Zürcher Wohnungen von 32,7 auf 33,3 Prozent steigern. Wenn diese Entwicklung so weitergeht, werden die Immobilienkonzerne bis zum Jahr 2050 jede zweite Wohnung in unserer Stadt besitzen. Für die Bevölkerung ist das eine Katastrophe. Denn diese Unternehmen und Fonds sind auf Renditemaximierung getrimmt, und deshalb erhöhen sie ihre Mieten so oft und so stark wie nur möglich.

Ständig steigende Mieten

Um ihr Ziel zu erreichen, kündigen sie häufig allen Mieterinnen und Mietern – und führen dann eine Luxussanierung oder einen Ersatzneubau durch. Anschliessend kosten die Wohnungen nicht selten doppelt so viel. Dass dadurch viele Menschen ein Stück Heimat verlieren und aus unserer Stadt verdrängt werden, nehmen diese Konzerne in Kauf – Hauptsache, die Rendite stimmt.

So darf es nicht weitergehen. Wer in Zürich wohnt, muss die Gewissheit haben, auch morgen oder übermorgen nicht aus unserer Stadt verdrängt zu werden. Die hohe Lebensqualität, die wir in Zürich geniessen, nützt den Menschen nichts, wenn sie in Angst leben müssen, demnächst aus unserer Stadt verdrängt zu werden.

Wirkungsvolle Lösungen

Die SP kämpft deshalb schon seit vielen Jahren mit Herz und Verstand für mehr bezahlbare Wohnungen. Beispielsweise hat die SP dank Vorstössen im Gemeinderat erreicht, dass der Stadtrat die Kompetenz erhalten hat, Wohnliegenschaften zu kaufen. Ebenso hat die Stadt dank einem SP-Antrag zwei Personen angestellt, die auf dem Liegenschaftenmarkt nach Kaufmöglichkeiten für die Stadt Ausschau halten. In Kombination bewirken diese beiden Massnahmen, dass die Stadt endlich wieder Wohnungen kauft; so konnte sie beispielsweise vor einigen Wochen sechs Wohnliegenschaften mit insgesamt 138 Wohnungen erwerben. Diese Wohnungen werden nun dauerhaft zu bezahlbaren Preisen vermietet.

Trotz dieser Erfolge bleibt noch viel zu tun. Die SP hat deshalb gemeinsam mit verschiedenen Partnerinnen und Partnern zwei kantonale Volksinitiativen lanciert: Einerseits sollen die Gemeinden bei Liegenschaftsverkäufen ein Vorkaufsrecht erhalten und andererseits sollen die Mieterhöhungen bei Renovationen limitiert werden. Damit wollen wir unserem grossen Ziel einen weiteren Schritt näherkommen: einer Stadt, in der niemand Angst vor Verdrängung haben muss.