Kategorie: Werdinsel

  • Hundehalter sind nicht einverstanden

    Im Schreiben heisst es, dass die Stadt Zürich keine Vorschriften ohne Grund erlasse, sondern nur dort anordne, wo sie zum Schutz von Mensch und Tier notwendig seien, da es sonst zu Konflikten oder sogar Unfällen kommen könne. Erinnert wird an den bereits neun Jahre zurückliegenden Fall Oberglatt, bei welchem ein Knabe durch drei entwichene, nicht sozialisierte Junghunde zu Tode gekommen ist. In der Zwischenzeit hat sich weder im Kanton Zürich noch gesamtschweizerisch ein weiterer Unfall dieses Ausmasses zugetragen. Ein wichtiges Indiz seien Klagen aus der Bevölkerung. Die ergriffenen Massnahmen wie beispielsweise die Rassenliste sei notwendig und würde von der Bevölkerung akzeptiert. Eine Lockerung dieser Vorschriften wäre falsch und würde nicht verstanden, so Corine Mauch.

    Nicht einverstanden mit Ansichten der Stadtpräsidentin

    Petitionsinitiantin Franziska Fischer, Hunde-Partei-Präsident Walter Ogi und Belinda Brunner von Pro Hund antworteten geschlossen auf das Schreiben. Sie sind der Ansicht, dass die Begründung für eine Leinenpflicht sehr weit hergeholt ist und einmal mehr versucht werde, den Oberglatter Vorfall für den Eigennutz zu missbrauchen. «Wie würde die Stadt denn eine Leinenpflicht begründen, wenn der besagte Vorfall nicht stattgefunden hätte?», fragen sie, und «Was hat die Diskussion um Leinenpflicht mit Rasselisten zu tun? Was wäre, wenn irgendein Hund das Kind in Oberglatt gebissen hätte?» Es könne nicht sein, dass der hundehaltende Teil der Bevölkerung immer weiter diskriminiert und kriminalisiert werde. Gegenüber dem «Höngger» sagten die drei Briefschreibenden, sie würden auf jeden Fall an der Sache dranbleiben, denn sie zählten nicht zur Bevölkerung, welche einfach alles hinnehmen und akzeptieren würde. Gespräche mit Grün Stadt Zürich werden von den Hundefreunden als erstrebenswert angesehen. Die Hunde-Partei wird sich nicht scheuen, den Rechtsweg gegen die Ausweitung der bisherigen Leinenpflichts- und Hundeverbotszonen zu begehen, falls eine amtliche Publikation erscheine.

  • Leinenpflicht, Lärm und Abfall beschäftigen Anwohner und Stadt

    Leinenpflicht, Lärm und Abfall beschäftigen Anwohner und Stadt

    Insgesamt 14 Vertreterinnen und Vertreter verschiedener Herkunft, darunter von Grün Stadt Zürich, Stadtpolizei Zürich, Soziale Dienste, Dienstabteilung Verkehr, ERZ Entsorgung + Recycling Zürich, Quartierverein Höngg, sip züri, Interessengemeinschaft Winzerhalde und Checkpoint trafen sich diesen Montag zum Austausch. Thema Nummer eins war die neu eingeführte Leinenpflicht für Hunde am Fischerweg und auf der gesamten Werdinsel. Max Ruckstuhl, Leiter des Fachbereichs Naturschutz bei Grün Stadt Zürich, erläuterte, wie die neue Regelung mit dem Kantonalen Hundegesetz in Zusammenhang steht, welches seit dem 1. Januar 2010 in Kraft ist. Die Gemeinden seien befugt, zusätzlich Regelungen wie Leinengebote für bestimmte Bereiche zu verfügen. «Dieses Gesetz ist relativ rigoros und restriktiv, denn jegliche Gefährdung und Belästigung von Mensch und Tier soll vermieden werden. » Grün Stadt Zürich sei zuständig, wenn es darum gehe, die nötigen Schritte zu beispielsweise eben einer Leinenpflicht zu unternehmen. Die entsprechende Verordnung erlässt der Stadtrat.

    Bedürfnisse auf Nenner bringen

    Auf der Werdinsel gehe es darum, die «Abwägung der verschiedensten Erholungsnutzungen » auf einen Nenner zu bringen. Auf dem Werdinselspitz sei ein badeähnlicher Betrieb zu beobachten, dies zu kommentieren, stehe jedoch nicht an. Der Spitz der Werdinsel ist bekannt als Homosexuellen- und FKK-Zone, es hat aber dort auch viele Wasservögel, besonders im Winter. Neben dem hohen Nutzungsdruck, dem die Werdinsel durch die intensive Erholungsnutzung ausgesetzt ist, waren es auch diese Vögel, die nicht durch Hunde und Menschen aufgescheucht werden sollen, die Grün Stadt Zürich dazu bewogen, auf der gesamten Werdinsel eine Leinenpflicht auszurufen, die nicht überall auf Freude stösst. Jacqueline Faisst, Anwohnervertreterin der Interessengemeinschaft Winzerhalde, setzte sich an der Si- Sa-Sitzung sehr für Hunde und ihre Halter ein: «Wenn alle Nutzergruppen gleich behandelt werden sollen, dann müssen Verbote konsequent eingehalten und ihr Zuwiderhandeln gebüsst werden. Auf der Werdinsel herrscht ein Fahrverbot für Zweiräder und Autos, dies wird jedoch von vielen Zweiradfahrern nicht eingehalten. Wenn die Stadt nun findet, Hundehalter sollen gebüsst werden, so soll die gleiche Behandlung für alle gelten, die sich nicht an Verbote halten. » Nebst der Werdinsel ist auch die Benutzung des Kloster-Fahr-Wegs für Velofahrer verboten. Viel wichtiger als Verbote findet Faisst jedoch den Dialog. So appellierte sie an Max Ruckstuhl und Ladina Koeppel, bei Grün Stadt Zürich zuständig für die Umsetzung des LEK-Limmatraums, die aktuelle Leinenpflicht am Fischerweg und auf der Werdinsel nochmals zu überdenken und Anpassungen vorzunehmen. Sie habe Verständnis dafür, dass der Fischerweg an ein Naturschutzgebiet grenze, doch dann solle dieses weder von Mensch noch von Hund betreten werden, was momentan leider nicht der Fall sei: «Im Naturschutzgebiet wird extra aufgebautes Totholz, welches Tieren als Unterschlupf dient, von Grillierenden für ihre Feuer gesammelt. Auch als Toilette wird das Gebiet leider rege genutzt – von Menschen, nicht von Hunden!»

    Leinengebot-Tafeln unrechtmässig aufgestellt

    Zudem sollten laut der Anwohnervertreterin die Leinengebot-Tafeln wieder entfernt werden, da dieses rechtlich noch gar nicht abgesegnet sei: «Korrekt wäre gewesen, zuerst die Verfügung abzuwarten. Je nach Ergebnis wären dann die Tafeln aufgestellt worden. Sie wurden mit dem Abschluss der Bauarbeiten montiert », so Max Ruckstuhl dazu. In diesem Fall seien die Tafeln jedoch zu früh aufgestellt worden. Die Verfügung ist unterwegs und wird nächstens öffentlich ausgeschrieben, damit ein allfälliger Rekurs ergriffen werden könne. «Das Leinengebot ist in dieser Weise ein Pilotprojekt in der Stadt Zürich und wurde zum ersten Mal so ausgeschildert», so Ruckstuhl.

    Parkplätze und Bussen

    Weitere Themen waren Veloparkplätze, die entstehen sollen, da einerseits begrüsst wird, wenn man mit dem umweltfreundlichen Verkehrsmittel zur Werdinsel fährt, andererseits aber ein zuweilen wildes «Velo-Parkiergetümmel» entsteht. Melanie Serschön, zuständige Kreischefi n von der Quartierwache Höngg der Stadtpolizei Zürich erklärte, dass dieses Jahr eine beachtliche Anzahl Parksünder, von Autos sowie von Motorrädern, gebüsst wurden. «Wenn ein Motorradfahrer auf dem Höngger Wehr parkiert, dann missachtet er gleichzeitig das klar signalisierte Fahrverbot und das Halteverbot, was eine Busse von 220 Franken nach sich zieht. Der Platz dient als Rettungsachse und muss deshalb im Ernstfall zwingend für die nötigen Einsatzfahrzeuge frei bleiben.» Andy Egli vom Quartierverein und Jacqueline Faisst lobten den Einsatz der Polizei und freuten sich, dass die Parkplätze unter der Europabrücke nun dementsprechend besser genutzt werden. Besonders in der warmen Jahreszeit werden häufig Partys auf und um die Insel herum abgehalten. So geht es laut zu und her, der Lärm ist nicht nur auf der Höngger Seite hörbar, sondern auch in der Grünau. Die Stadtpolizei und die sip züri (Sicherheit, Intervention und Prävention) riefen auf, bei Belästigungen solcher Art entweder die sip züri oder gleich die Polizei anzurufen. Auf Partys folgt meist ein Abfallberg. Mit der Entsorgung stehe es gut, so Thomas Stüssi vom ERZ Entsorgung + Recycling Zürich. Zweimal täglich würde die Werdinsel vom Abfall befreit. Ein weiteres leidiges Thema sprach Melanie Serschön an: Diese Saison wurden sehr viele Diebstähle auf der Insel gemeldet, mehrere Diebe konnten durch zivile Fahnder verhaftet werden. Verzeigt wurden zudem Fischer ohne Fischerpatent.

  • Auen-Einweihung mit stillem Hundehalter-Protest

    Auen-Einweihung mit stillem Hundehalter-Protest

    Samstagmorgen, kurz vor 11 Uhr. Bei sonnigen Temperaturen treffen sich Naturfreunde zur Begehung der Limmatauen, aber auch zum stillen Protest: Walter Ogi, Präsident der seit 2001 existierenden Hunde-Partei, findet, dass man den neuen Leinenzwang auf der gesamten Werdinsel und am Fischerweg nicht einfach so hinnehmen solle – damit ist er nicht allein. Franziska Fischer, eine betroffene Hundebesitzerin, startete im August eine Petition gegen den Leinenzwang (der «Höngger» berichtete am 22. August darüber) und freut sich über die spontane Unterstützung der Hunde-Partei. «Bis jetzt sind gut 3200 Unterschriften zusammengekommen, was mich sehr freut. Das lose Treffen heute habe aber nicht ich ins Leben gerufen, sondern Walter Ogi», erklärt Franziska Fischer, die als Dank für ihr Engagement und vor allem für ihre Zivilcourage von ihm einen rosafarbenen Blumenstrauss erhält.

    Zeichen für Gleichberechtigung setzen

    Die Hundehalter wollen mit ihrer Präsenz ein Zeichen für die Gleichberechtigung aller Benutzergruppen der Werdinsel setzen und auf keinen Fall negativ in Erscheinung treten: «Alle Hunde sind angeleint, wir werden die offiziellen Reden natürlich auch nicht stören, denn dies wäre unserem Anliegen nicht förderlich», so Walter Ogi. Im Namen seiner Hunde-Partei hat er an Stadträtin Ruth Genner am 27. August 2013 einen Brief geschrieben, in dem er Fragen zur Rechtmässigkeit der aufgestellten Leinenzwang- Tafeln stellt. Zudem möchte er die Petition «(Züri-)Hünd sind Fründ: Aufhebung der neuen Leinenpflicht im Werdinselgebiet» von Franziska Fischer bei der Stadträtin, die dem Tiefbau- und Entsorgungsdepartement vorsteht, zusammen mit der Petitionsstarterin einreichen. Dies lehnt Ruth Genners Sekretärin in einem E-Mail an Walter Ogi jedoch «infolge ämterübergreifender Angelegenheit» ab. Im Antwortschreiben vom 16. September 2013 an Walter Ogi gibt Ruth Genner ihm recht, dass ein formelles Verfahren zum Leinenzwang und zum Aufstellen der Tafeln hätte erfolgen müssen und entschuldigt sich für die Verwirrung, welche durch den inkorrekten Ablauf entstanden sei, erzählt Walter Ogi.

    Voll besetztes Festzelt mit gutgelaunten Rednern

    Während das Festzelt auf der Werdinsel voll besetzt ist, stehen und sitzen die Hundehalter mit ihren Vierbeinern, zwei Transparenten und einer «Toleranztafel» vor dem Zelt und verhalten sich wie angekündigt ruhig. Im Zelt reden derweil Regierungsrat Markus Kägi, Stadträtin Ruth Genner, André Bender, Gemeindepräsident von Oberenstringen, János Blum, Mitglied des Bankpräsidiums Zürcher Kantonalbank, Romeo Deplazes, Leiter Markt und Kunden ewz, und Thomas Vellacott, CEO WWF Schweiz. Ruth Genner, von Markus Kägi «Hausherrin auf Zürcher Boden» genannt, erklärt, dass die Limmatauen Raum für Bevölkerung seien und die Natur diesen Raum in etwa vier Jahren massgeblich mitgestalten würde. In Anspielung auf die Hundehalter vor dem Zelt meint sie: «An Spitzentagen gibt es auf der Werdinsel bis zu 2000 Leute, dies ist ein Grund dafür, dass Hunde an die Leine müssen. Heute protestieren deshalb ja viele Hundehaltende hier.» Thomas Vellacott meint, Tiger oder Eisbären könne er in den Limmatauen eher weniger versprechen, die Nase, eine spezielle Fischart, jedoch schon eher. Der Auenwald sei aus naturschützerischer Sicht sehr wichtig, genauso wichtig sei aber, dass die Bevölkerung auch die Möglichkeit habe, solche Räume zu erleben – sie müssten also begehbar gemacht werden, so wie hier in den Limmatauen. In der Stadt Zürich seien zudem einige «Biodiversitätshotspots » zu finden, man müsse nur die Augen offen halten.

    Umbau des Autobahnrastplatzes Oberengstringen

    André Bender erläutert, dass der Bund beim Autobahnrastplatz Oberengstringen Umbauarbeiten plane: «Wir wehren uns dagegen, denn es wäre ja schade, wenn hier unten renaturiert wird, während oben in Engstringen Betonstützen in die Limmat gebaut werden.» 9,4 Millionen Franken haben die Limmatauen Werdhölzli gekostet, 4,4 Millionen davon hat der Kanton Zürich finanziert. Zum Abschluss an die Gesprächsrunde gibt es Geschenke: Markus Kägi schenkt Ruth Genner ein Badetuch, da sie ja gerne schwimmen gehe und sich somit nach dem Baden in den Limmatauen bestens abtrocknen könne. Er erhält von ihr ein paar knallrote Gummistiefel, um bei jedem Wetter die Natur geniessen zu können. Dieselbe Idee hat André Bender, der Kägi ebenfalls Gummistiefel, aber mit einer darin deponierten Weinflasche, schenkt und im Gegenzug ebenfalls ein Badetuch erhält – worauf Kägi die roten Stiefel von Ruth Genner umdreht, um zu kontrollieren, ob sich darin ebenfalls etwas Flüssiges versteckt – was jedoch eine Fehlanzeige ist, wie das Publikum mit Gelächter feststellt. Der Apéro, der darauf folgt, wird auch den Hundebesitzern vor dem Zelt angeboten, was diese zu schätzen wissen: «Mein Fazit: Freude herrscht!», so Walter Ogi. Die Bilanz des Anlasses könne nicht besser sein. Nun warte er auf die Ausschreibung des Leinenzwangs und auf die Petitionsübergabe mit Franziska Fischer.

    Höngger Präsenz auf der Werdinsel

    Unter den anwesenden Ständen ist auch der Stand des Quartiervereins Höngg, der zusammen mit dem Weinweg-Höngg-Team und dem Wümmetfäscht-Team Höngger Präsenz markiert. Zarina Wegmann vom Obsthaus Wegmann verkauft frisches Obst und Wein, während nebenan Höngger Pins, Weinweg-Tragtaschen und Wümmetfäscht-Programme an Frau und Mann gebracht werden. Kulinarisch gibt es vom Quartierverein Schoggi-Fruchtspiesse zu kaufen, die vor Ort selbst in einen riesigen Schokolade- Brunnen getaucht werden können. Alles in allem war die Limmatauen- Einweihung ein erfolgreicher Anlass für alle Seiten.

  • Unterschriften gegen Leinenzwang auf der Werdinsel

    Unterschriften gegen Leinenzwang auf der Werdinsel

    Am Fischerweg trafen sich Jacqueline Faisst, Höngger Anwohnervertreterin, und Franziska Fischer, Petitionsstarterin, mit Vertretern der Stadt Zürich. Lukas Handschin, Leiter Kommunikation, und Ladina Koeppel, Landschafts- und Freiraumplanerin, hörten sich an, was die beiden Frauen zu sagen hatten. Brav daneben sassen während des ganzen Gespräches zwei der Hauptbetroffenen: Franziska Fischers Hunde Moro und Martha.

    Überraschend aufgestellte Leinenzwang-Signalisationen

    Die Hinweistafeln seien überraschend am 5. August aufgestellt worden, erst zwei Tage später seien in den Briefkästen Infoblätter mit der neuen Regelung zu finden gewesen, so Jacqueline Faisst. Sie erklärte, dass sich sogar Nicht-Hundehalter über die neue Weisung aufregen würden. Als Mitglied der SISA-Gruppe (Sicherheit und Sauberkeit auf der Werdinsel), in welcher Stadt und Anwohner sich austauschen, ist sie gut informiert. «An den letzten SISA-Sitzungen wurde über eine Leinenpflicht diskutiert, aber nicht definiert, wo diese gelten solle. Dass nun die ganze Werdinsel für freilaufende Hunde gesperrt ist, finde ich übertrieben », so die Hönggerin, welche seit 26 Jahren in unmittelbarer Nähe der Werdinsel wohnt. Franziska Fischer, Biologin und Gymi-Lehrerin, versteht das Argument von Grün Stadt Zürich, dass die Limmatauen Werdhölzli ein sensibler Natur- und Landschaftsraum seien. «Doch als Naturschutzgebiet kann man dies nicht bezeichnen, dafür wird das Gebiet schlicht viel zu viel genutzt – und zwar nicht nur von uns Hundehaltern. »

    Zweibeiner, nicht Vierbeiner verantwortlich

    Auf der Werdinsel selbst ist der Leinenzwang laut Ladina Koeppel auch zum Schutz der Wasservögel im Spitz der Insel eingeführt worden. «Dort finden die Vögel aber garantiert keine Ruhe, denn genau an diesem Ort vergnügen sich Menschen zu jeder Tages- und Nachtzeit – und das zu allen Jahreszeiten», so Jacqueline Faisst. Sie wolle keine anderen Nutzergruppen der Werdinsel und der Wege in der Nähe angreifen, aber der grösste Teil des Schmutzes stamme von Menschen, nicht von Hunden. «Einige Nutzer halten sich nicht an den verantwortungsvollen Umgang mit der Natur, gehen in die Büsche und in die Wäldchen, um ihr Geschäft zu erledigen, entfernen Totholz für ihr Grillfeuer und hinterlassen Abfall in rauen Mengen – was tut man denn dagegen?», fragte sie die Vertreter der Stadt Zürich. Im Weiteren wies sie mit Nachdruck darauf hin, dass es ihr wichtig sei, eine gemeinsame Lösung, ein Entgegenkommen, notfalls mit Kompromissen, zu finden. «Es sollen alle Benutzer inklusive Spaziergänger, Velofahrer, Badegäste, Grilleure, Familien mit Kindern, Jogger und Sportler und Hündeler die Natur auf der Werdinsel und den Limmatauen geniessen und ihre sozialen Kontakte pflegen können», so Jacqueline Faisst.

    Zäune seien keine Lösung

    Da für den Grossteil der Probleme die Zweibeiner verantwortlich sind, schlug Hundehalterin Franziska Fischer vor, dass man sensible Gebiete einzäunt, damit weder Mensch noch Tier den Schutz von Umwelt und Wildtieren missachten können. Dies kommt jedoch laut Ladina Koeppel nicht in Frage, denn in den Zäunen würde sich bei Hochwasser Treibholz verfangen und durch diese sogenannte Verklausung einen Rückstau verursachen. Ausserdem dürfe der Erlebnischarakter in der Natur nicht vergessen werden. «In einer grossen Stadt wie Zürich hat es unterschiedlichste Nutzergruppen, und wir wollen allen etwas bieten», so die Freiraumplanerin.

    Auf die neue Regelung aufmerksam machen

    Mitarbeitende der sip Züri, Sicherheit und Prävention, seien regelmässig auf der Werdinsel unterwegs, um auf die korrekte Nutzung hinzuweisen, zum Beispiel, dass kein Totholz entfernt werden solle, da dieses extra als Lebensraum für Kleintiere aufgehäuft worden sei. Auch in den Leinenzwanggebieten sind die sip Züri-Mitarbeitenden unterwegs und machen die Hundehalter darauf aufmerksam, dass Hunde angeleint werden müssen. Bussen dürfen sie nicht aussprechen. «Die Signalisation, die auf die neue Regelung aufmerksam macht, stützt sich auf Paragraf 11 des Kantonalen Hundegesetzes, der die Leinenpflicht regelt. Grundlage für eine mögliche Busse bildet Paragraf 27 des Kantonalen Hundegesetzes, wo in Ziffer 1 festgehalten wird: ‹Übertretungen der Vorschriften dieses Gesetzes und der Vollziehungsverordnung werden mit Busse bestraft. In leichten Fällen kann ein Verweis erteilt werden.›», informierte Lukas Handschin. «Hunde müssen neu am Fischerweg zwischen dem Hönggerweg und der Einmündung des Hauserkanals, auf dem Erlebnissteg in den Limmatauen sowie auf der Werdinsel an die Leine. Auf dem Kloster- Fahr-Weg hingegen besteht nach wie vor keine Leinenpflicht», ergänzte er. Alle sind sich einig, dass man eine einvernehmliche Lösung finden muss. Wie diese aussieht, liegt jedoch noch in den Sternen. «Ich werde auf jeden Fall weiterhin für meine Petition ‹(Züri-)Hünd sind Fründ› Unterschriften sammeln, denn es darf nicht sein, dass immer mehr Gebiete in Zürich hundeunfreundlich werden», so Franziska Fischer. Bei Redaktionsschluss hatten bereits über 300 Leute die Petition unterschrieben.

  • Leinenzwang für Hunde auf der Werdinsel

    Leinenzwang für Hunde auf der Werdinsel

    Der Fischerweg ist zwischen Höngger Wehr und Mündung des Hauserkanals für Fussgänger und Velofahrer ab sofort wieder durchgängig offen. Neu müssen die Hunde in diesem Perimeter sowie auf der Werdinsel an die Leine. Die Arbeiten im Rahmen des Hochwasserschutzprojekts «Limmat- Auenpark Werdhölzli» stehen vor dem Abschluss, die Limmatauen Werdhölzli werden im Herbst eingeweiht.

    «Kei Puff mit Wuff»

    Wer mit seinem Hund spazieren geht, muss ihn künftig zwischen dem Höngger Wehr und der Mündung des Hauserkanals sowie auf der Werdinsel an die Leine nehmen. Die Limmatauen sind ein sensibler Naturraum, der Auenwald ein Naturschutzgebiet. Insbesondere im Sommer ist das Gebiet einem starken Nutzungsdruck durch Menschen ausgesetzt, aber auch im Winter, wenn sich unzählige Wasservögel dort ihr Winterquartier suchen, ist der Naturraum für viele Tiere und Pfl anzen die Lebensgrundlage. Die sip züri (Sicherheit, Intervention, Prävention) wird im Raum vermehrt präsent sein, Aufklärungsarbeit betreiben und bietet bei Unklarheiten Unterstützung. Damit auch im aufgewerteten Raum alle Nutzergruppen gut aneinander vorbeikommen, gilt ab sofort Folgendes: Auf der Werdinsel und zwischen dem Höngger Wehr und der Mündung des Hauserkanals inklusive Erlebnissteg: «Barry fi x», das heisst, Hunde müssen an die Leine genommen werden, Velofahren ist gemäss Beschilderung erlaubt. Kloster-Fahr-Weg: allgemeines Fahrverbot, für Hundehaltende und ihre Tiere gilt das kantonale Hundegesetz.

    Eingesandt von Grün Stadt Zürich