Kategorie: Werdinsel

  • Auf dem Wasservogelpfad

    Auf dem Wasservogelpfad

    Die Werdinsel ist eine biodiverse Oase und in jeder Jahreszeit sind dort viele Vogelarten anzutreffen, darunter diverse Wasservögel. Wer mehr über diese Arten erfahren möchte, hat im Januar 2024 Gelegenheit dazu, und zwar auf dem Wasservogelpfad des Natur- und Vogelschutzvereins Höngg.

    Vom 1. bis 31. Januar sind die über 20 Poster auf der Werdinsel und im angrenzenden Limmatraum von den Haltestellen Frankental, Winzerhalde oder Tüffenwies frei zugänglich. Die Tafeln sind dort platziert, wo die beschriebene Art oft zu beobachten ist. Der Spaziergang führt durch verschiedene Landschaften; häufige Vögel sind an mehreren Orten zu beobachten. Beim regelmässigen Vorbeispazieren lässt sich vielleicht auch einmal eine Seltenheit entdecken.

    Quelle: Natur- und Vogelschutzverein Höngg

    Selber entdecken – Wasservogelpfad

    1. Januar – 31. Januar 2024

    Weitere Informationen: nvvhoengg.ch

  • Werdinsel: Badestreckenverlängerung ausgeschrieben

    Werdinsel: Badestreckenverlängerung ausgeschrieben

    Man hat es im vergangenen Sommer einmal mehr gesehen: Die Limmat steht sowohl am, wie auch auf dem Wasser, unter massivem Nutzungsdruck. Auch auf dem beliebten Werdinseli – oder Badi Au Höngg, wie sie offiziell heisst – wird es immer schwieriger, einen Platz für sein Badetuch zu finden. Die Stadt hat aus diesem Grund bereits 2016 mit der Erarbeitung eines Nutzungskonzeptes begonnen und dazu auch einen Informations- und Beteiligungsprozess durchgeführt, der 2017 begann, der «Höngger» berichtete ausführlich darüber, siehe Infobox. Unter der Federführung von Grün Stadt Zürich wurden damals zusammen mit rund hundert Interessensvertreter*innen die folgenden Massnahmen ausgearbeitet, welche nach und nach umgesetzt werden sollen:

    Mensch und Tiere

    Während der Badesaison von April bis September gilt auf der ganzen Werdinsel Leinenpflicht für Hunde. In der restlichen Zeit können die Hunde auf der Insel freilaufen. Ausnahme ist die Badeanstalt. Dort sind Hunde während des ganzen Jahres nicht zugelassen. Am Fischerweg wird der Naturschutzbereich aufgewertet und besser vor dem Zutritt von Mensch und Hund geschützt. Auf dem Weg entlang des Naturschutzbereichs gilt Leinenpflicht. An der Böschung und im Wasser können Hunde freigelassen werden.

    Badi Au-Höngg

    Die Ein- und Ausstiege der Badestrecke im Kanal werden verbreitert, die Badestrecke verlängert. Für die Umsetzung und die Sicherheit dieser verlängerten Schwimmstrecke müssen bis zu 50 kleine und grössere Bäume gefällt werden. Als Ersatz werden einheimische Gehölze nachgepflanzt.

    Inselspitz

    Als Massnahme gegen störende sexuelle Handlungen wird der Unterwuchs des «Wäldchens» ausgelichtet. Plakate und gemeinsam mit Homosexuellenoganisationen durchgeführte Flyeraktionen informieren über die geltenden Regeln. Der etablierte Nacktbadebereich wird in zwei Zonen aufgeteilt: In eine FKK-Zone und einen Bereich, in dem man sich sowohl mit als auch ohne Badebekleidung sonnen kann.

    Infrastruktur

    Durch eine Verkleinerung des Gartenareals wird auf der Ostseite Platz frei für Badende. Während der Hochsaison werden zusätzliche Veloständer aufgestellt. Übersichtstafeln bei den Inselzugängen zeigen auf, was wo gilt. Es sollen so wenige Tafeln auf der Insel stehen wie möglich.

    Verkehr

    Die Halter*innen von falsch parkierten Autos und Motorrädern werden weiterhin gebüsst. Zusätzlich soll die Signalisation der offiziellen, kostenpflichtigen Parkplätze bei der Wasserversorgung verbessert werden. Zudem wird die Regelung der Zufahrten und Parkierung auf der Insel überprüft.

    Verdoppelung der Badestrecke

    In einem ersten Schritt hat die Stadt im vergangenen Jahr die Büsche im «Wäldchen» am Inselspitz gelichtet. Die vorgesehene Flyeraktion wurde in der Folge obsolet, da bereits die Lichtung zum gewünschten Effekt führte. Zusätzlich wurden die Abfallbehälter besser gekennzeichnet. Die Ausschreibung der Verlängerung der Badestrecke initiiert nun den zweiten Schritt der Umsetzung des Werdinsel-Konzepts. Die Badestrecke soll von heute 90 auf 200 Meter verlängert sowie an Ein- und Ausstiegsbereichen verbreitert werden. Zwischen dem neuen Ausstieg am Ende der Badestrecke und dem Badi-Kiosk entsteht eine neue Liegefläche für die Badegäste. Entlang der Schwimmstrecke werden zusätzliche Duschen und Sitzmöglichkeiten erstellt.
    Weil die Bademeister*innen freie Sicht und einen schnellen Zugang zum Wasser benötigen, muss der dichte Bewuchs mit Büschen und Bäumen entlang der geplanten neuen Schwimmstrecke entfernt werden. Die Bäume entlang der bestehenden Schwimmstrecke bleiben erhalten. Die Naturwerte der Werdinsel sollen trotz Verlängerung der Badestrecke erhalten bleiben. Als Ersatz für die Entfernung der Bäume sind Nachpflanzungen mit einheimischen Gehölzen wie Silberweiden und Windhecken sowie Ansaaten von ausgedehnten Wildblumenwiesen auf der Werdinsel und entlang des Oberwasserkanals vorgesehen. Wann und wie im Detail diese Kompensation geschehen wird, ist Bestandteil eines nachgelagerten Projekts, das zurzeit noch in Planung ist, jedoch gleichzeitig mit dem Bauprojekt umgesetzt werden soll.  Voraussichtlich werden die Arbeiten für die Badestreckenverlängerung im Oktober 2019 beginnen und Ende April 2020 abgeschlossen werden.

    Aufwertung Fischerweg

    Derzeit laufen ausserdem die Aufwertungsarbeiten im Schutzgebiet Auenwald Werdhölzli. Das Schutzgebiet wird ökologisch aufgewertet und mit natürlichen Hindernissen vor übermässiger Nutzung durch Menschen und Hunde geschützt. Dafür werden einzelne standortfremde Gehölze gefällt und als Totholz liegen gelassen. Damit wird der Lichteinfall zu Gunsten der kargen Strauchschicht verbessert. Darüber hinaus werden Beschilderungen angepasst und standortgerechte Wildsträucher angepflanzt. Diese Massnahmen sind ein Teil des Handlungsfelds Mensch und Tiere des Nutzungskonzepts Werdinsel.

  • Derweil auf der Werdinsel…

    Derweil auf der Werdinsel…

    Auf der Werdinsel wurde, noch bevor das Wasser über die Ufer trat, an der Baumpflege gearbeitet: Wohl geordnet und schön hin zur perfekten Form durch Grün Stadt Zürich (Foto Fredy Haffner) und etwas ungeordneter, dafür natürlicher, durch den oder die Biber (Leser-Foto André Hofmann). In einem waren sich die Arbeiter beider Arten einig: das geschnittene und das genagte Fällmaterial wurde feinsäuberlich abtransportiert.

  • Nutzungskonzept für die Werdinsel

    Die in einem breit abgestützten Informations- und Beteiligungsprozess erarbeiteten Massnahmen (der Höngger berichtete am 29. Juni) zu acht Handlungsfeldern werden ab 2018 umgesetzt. Eigenverantwortung der Besucherinnen und Besucher, möglichst grosse Zugänglichkeit der gesamten Insel sowie der Erhalt des naturnahen Erholungsraums waren die Leitlinien des innerhalb eines Jahres erstellten Nutzungskonzeptes für die Werdinsel. Es zielt darauf, die weitgehend entspannte Situation von heute auch bei zusätzlichem Nutzungsdruck zu bewahren. Die Massnahmen zu acht Handlungsfeldern wurden unter der Federführung von Grün Stadt Zürich im Rahmen eines Informations- und Beteiligungsprozesses mit rund hundert Interessensvertretenden ausgearbeitet.

    Mensch und Tiere

    Während der Badesaison von April bis September gilt auf der ganzen Werdinsel Leinenpflicht für Hunde. In der restlichen Zeit können die Hunde auf der Insel frei laufen. Ausnahme ist die Badeanstalt. Dort sind Hunde während des ganzen Jahres nicht zugelassen. Am Fischerweg wird der Naturschutzbereich aufgewertet und besser vor dem Zutritt von Mensch und Hund geschützt. Auf dem Weg entlang des Naturschutzbereichs gilt Leinenpflicht. An der Böschung und im Wasser können Hunde freigelassen werden.

    Badi Au-Höngg und Inselspitz

    Die Ein- und Ausstiege der Badestrecke werden verbreitert, die Badestrecke verlängert. Für die Umsetzung und die Sicherheit dieser verlängerten Schwimmstrecke müssen bis zu 50 kleine und grössere Bäume gefällt werden. Als Ersatz werden einheimische Gehölze nachgepflanzt. Als Massnahme gegen störende sexuelle Handlungen wird der Unterwuchs des «Wäldchens» ausgelichtet. Plakate und gemeinsam mit Homosexuellenoganisationen durchgeführte Flyeraktionen informieren über die geltenden Regeln. Der etablierte Nacktbadebereich wird in zwei Zonen aufgeteilt: In eine FKK-Zone und einen Bereich, in dem man sich sowohl mit als auch ohne Badebekleidung sonnen kann.

    Infrastruktur und Verkehr

    Durch eine Verkleinerung des Gartenareals wird auf der Ostseite Platz frei für Badende. Währen der Hochsaison werden zusätzliche Veloständer aufgestellt. Übersichtstafeln bei den Inselzugängen zeigen auf, was wo gilt. Es sollen so wenige Tafeln auf der Insel stehen wie möglich. Die Halterinnen und Halter von falsch parkierten Autos und Motorrädern werden weiterhin gebüsst. Zusätzlich soll die Signalisation der offiziellen, kostenpflichtigen Parkplätze bei der Wasserversorgung verbessert werden. Zudem wird die Regelung der Zufahrten und Parkierung auf der Insel überprüft.

    Umsetzung ab 2018

    Die beschlossenen Massnahmen werden in den nächsten Jahren umgesetzt. Einzelne davon, wie beispielsweise das Bauprojekt zur Verlängerung der Schwimmstrecke und die Verfügung über die Hundehaltung, können erst umgesetzt werden, wenn sie rechtskräftig sind. Stadtrat Filippo Leutenegger, der durch die jeweiligen Gespräche führte, zieht ein durchwegs positives Fazit: «Die Vorschläge der Stadt wurden gut aufgenommen, die Gespräche wurden zum Teil hart, aber immer fair und konstruktiv geführt. Darum bin ich überzeugt, dass wir ausgewogene und tragfähige Lösungen ausgearbeitet haben». 

  • Der Biber bedient sich

    Der Biber bedient sich

    Nicht schlecht staunt, wer auf der Werdinsel, beim obersten Einstieg in die Kanal-Badi, ans andere Ufer blickt: Dort hat der Biber begonnen, einen grösseren Baum zu fällen. Der «Höngger», der die weiss leuchtenden Frassspuren entdeckte, hat nachgefragt, ob dies nicht problematisch ist. Obwohl die Bäume entlang des Kanals in die Zuständigkeit des ewz gehören – wogegen für jene beim Limmatufer der Werdinsel der Kanton und entlang des Fischerwegs Grün Stadt Zürich zuständig ist, ja es ist kompliziert – beantwortete Lukas Handschin, Kommunikationsbeauftragter von Grün Stadt Zürich, die Fragen stellvertretend für alle. Ja, das Fällen von Bäumen durch den Biber, ebenso das Aufstauen, könne zu Konflikten führen. Es gelte einen guten Umgang mit dem geschützten Tier zu finden und Massnahmen zu treffen, die langfristig wirken. «Dazu sind wir in Kontakt mit der Biberfachstelle des Kantons, doch bei der betroffenen Weide gibt es im Moment noch keinen Grund, einzugreifen», so Handschin. Allenfalls werde man aber einzelne Bäume künftig schützen müssen: «Dieses Thema wird jetzt aktuell, und wir werden zusammen mit der Biberfachstelle, ewz und AWEL eine Begehung vornehmen, um das weitere Vorgehen festzulegen». Und der «Höngger» erlaubt sich die Empfehlung, dem pelzigen Gesellen, sollte man ihn bei dieser Gelegenheit antreffen, doch nahezulegen, er solle sich an jene Bäume entlang des Kanals halten, die für die geplante Erweiterung der Badi sowieso ausgelichtet werden müssen.

  • Nutzungskonzept Werdinsel vor dem Abschluss

    Nutzungskonzept Werdinsel vor dem Abschluss

    Es brauchte eine gewisse Überwindung, an diesem heissen Tag an der Werdinsel vorbei zum Klärwerk Werdhölzli zu gehen, um sich dort über eben diese Werdinsel, diese kühlende Schönheit an solchen Sommertagen, zu informieren. Doch es lohnte sich, waren doch nebst Stadtrat Leutenegger von allen involvierten Dienstabteilung Verantwortliche anwesend, die zu den acht Handlungsfeldern, welche für das neue Nutzungskonzept definiert worden waren, kompetent Red und Antwort standen und Anliegen aufnehmen konnten.

    Ein aufwändiger Prozess

    Seit Anfang dieses Jahres hatten sich rund hundert Interessenvertreterinnen und -vertreter zu Workshops getroffen – die einen Gruppen häufiger als die anderen – und suchten nach Lösungen (siehe «Höngger» vom 13. April 2017). Von verschiedenen Teilnehmern dieser Runden war zu hören, dass die Verhandlungen immer fair und lösungsorientiert geführt worden seien. Nun konnte Leutenegger, der viele dieser Veranstaltungen persönlich geleitet hatte, die Ergebnisse präsentieren und einleitend festhalten, dass man «einen Konsens über den Dissens» habe. Das klingt, so liess sich später feststellen, negativer als es tatsächlich ist. So wurden zuerst die Ergebnisse der bisherigen Treffen vorgestellt. Zu jedem der Themenfelder, «Sicherheit», «Sauberkeit», «Verkehr», «Veranstaltungen», «Infrastruktur», «Badi Au Höngg», «Mensch und Tier» und «Inselspitz» waren Informationstafeln aufgestellt. Dort war ersichtlich, was jeweils die Ausgangslage und die Ziele waren und welche Massnahmen nun geplant ist.

    Erfolgreiches Ringen um gemeinsame Lösungen

    Die Badi Au Höngg ist bekanntlich an heissen Tagen komplett überlastet. Darunter leidet auch die Sicherheit der Badenden im Ausstiegsbereich der Schwimmstrecke im Kanal, dort kommt es immer wieder zu gefährlichen Situationen, weil alle bei der einen Treppe aus dem Wasser müssen. Nun sollen die Schwimmstrecke bis zur Brücke verlängert und zusätzliche Ausstiege geschaffen werden. Dazu müssen bis zu 50 kleinere und grössere Bäume gefällt werden. Ersatzpflanzungen auf der Werdinsel sind vorgesehen, auch um den Schattenbedarf zu decken. Auf dem Inselspitz waren natürlich der Nacktbadebereich, der unbestritten ist, und die sexuellen Handlungen im öffentlichen Raum ein Thema. Um letzterem entgegen zu wirken wird das kleine Wäldchen gleich neben dem Kraftwerk ausgelichtet und weiterhin mit Plakataktionen und Polizeikontrollen auf die Nichttoleranz hingewiesen. Der Bereich «Mensch und Tier» stand ganz im Spannungsfeld zwischen Hundehaltern, Erholungssuchenden und Wildtierschutz. In dieser Gruppe wurde und wird am härtesten gerungen, speziell seitens der Hundehalter, die sich vehement für den Freiraum ihrer Vierbeiner einsetzen. Klar ist, dass in der Badi weiterhin ein Hundeverbot herrscht. Auf dem Rest der Werdinsel soll nun von April bis September eine saisonale Leinenpflicht herrschen. Auch da wurde man sich einigermassen einig. Doch auf dem Fischerweg, dem Weg auf der Altstetter Limmatseite, schieden sich die Hundegeister. Soll entlang des Auenwaldes auf der ganzen Strecke oder nur eine teilweise Leinenpflicht herrschen? Und generell oder nur saisonal? Die Diskussionen dazu sind noch nicht abgeschlossen. In der Fokusgruppe «Infrastruktur» war klar, dass man das Angebot nicht für zusätzliche Nutzergruppen erweitern will. Doch die Liegewiesen sind knapp bemessen. So stand zur Diskussion, die Wiese entlang der Limmat zu verlängern und die vordere Reihe der Schrebergärten, die an das Fabrikareal anschliessen, ganz aufzuheben. Natürlich hatten die betroffenen Familiengärtner keine Freude. Doch sie waren es, die einen anderen Vorschlag unterbreiteten und nun ihre Gärten, von denen insbesondere zwei eine Grösse haben, die heute nicht mehr üblich ist, anders einteilen. So wird zwar nicht der ganze Uferbereich verbreitert, dafür ein recht grosses Areal gleich anschliessend an den Weg neben dem Fabrikareal für die Öffentlichkeit als Liegewiese mit Flussanstoss frei. Es ist dem Familiengartenverein und seinen Mitgliedern hoch anzurechnen, dass sie ihre Eigeninteressen zugunsten der Öffentlichkeit so zurückstellten. Im Bereich Verkehr sorgen der Suchverkehr für Parkplätze für Ungemach, doch dagegen lässt sich kaum etwas machen – ausser dass man die öffentlichen Parkplätze noch besser signalisiert. Anders ist es bei den falsch oder behindernd parkierten Fahrzeugen, die weiterhin verzeigt werden. Um gegen die falsch parkierten Fahrräder vorzugehen, werden saisonal zusätzliche Fahrradständer aufgestellt. Die Stadt wird auch immer wieder angefragt, ob man die Insel nicht für Hochzeitsfeiern, Firmenevents und vieles mehr nutzen dürfe. Doch da bleibt man restriktiv und bewilligt weiterhin nur etablierte Veranstaltungen wie das Werdinsel Open Air und, falls es je wieder stattfindet, das «Werdinselfäscht». In den anderen Handlungsfeldern zeigte sich nur marginaler Handlungsbedarf, der sich mit einfachen Mitteln umsetzen lässt.

    Stossrichtungen bewerten

    Zu all diesen Themen galt es nun, nach den ersten Erläuterungen, sich an den acht Informationstafeln die Details anzuschauen. Und vor allem, die jeweilige, grundsätzliche Stossrichtung der Lösungsvorschläge zu bewerten. «Stimmt sie?», lautete die Frage die mittels Anbringen von Klebepunkten auf einer Achse zwischen «Ja» und «Nein» beantwortet werden konnte. Und ja, da standen sie nun, die Zuständigen der Dienstabteilungen, gaben Auskunft, beantworteten Fragen, hörten zu, nahmen Anliegen auf – und so kam es doch tatsächlich, dass sich in der bislang umstrittenen Frage, wann und wo auf dem Fischerweg entlang der Limmat Leinenpflicht für Hunde herrschen sollte, eine Lösung abzuzeichnen schien. Ob sie sich durchsetzt, wird sich noch weisen. Im zusammenfassenden Schlussteil stellte Leutenegger jedenfalls erfreut fest, dass man nun auch hier auf der Konsensebene angekommen sei.

    Etappenweise Umsetzung

    Diesen Herbst soll die Schlussfassung des Konzepts vorliegen. Dann wird Stadtrat Leutenegger Vorentscheide treffen und die entsprechenden Schritte einleiten. «Danach», so hatte er bereits einleitend und auf alle Entscheide und Verfügungen gemünzt verdeutlicht, «kann wie gegen alles in der Schweiz rekurriert werden». Die Umsetzung erfolgt etappenweise. Einige Ziele, wie beispielsweise zusätzliche Abfallbehälter, können kurzfristig umgesetzt werden, andere wie die Verlängerung der Badestrecke, mittelfristig. Diese wird, abgestimmt auf den Neubau der Fischtreppe beim EWZ-Kraftwerk im Zeitraum 2019 bis 2020 realisiert. «Ich habe mir angewöhnt» erläuterte der Magistrat zu dieser offenen Zeitangabe, «nicht einzelne Jahre zu nennen, sondern immer deren zwei, das lässt etwas mehr Spielraum, den man erfahrungsgemäss braucht». Auch die neue Liegewiese wird wohl erst 2020 oder ein Jahr später realisiert werden können – ganze Gärten werden nicht einfach so mal eben verlegt. Im Anschluss an die Veranstaltung waren alle noch zu einem Mittagessen in der Kantine des Klärwerks eingeladen. Und danach sind wohl die einen oder anderen dann doch noch auf die echte Werdinsel geschlendert und haben einen heissen Sommertag genossen.

     

  • Start des Informations- und Beteiligungsprozesses Werdinsel

    Rund hundert Interessenvertreterinnen und -vertreter werden zu Workshops und Runden Tischen eingeladen. Noch vor 35 Jahren stapelten sich Autos darauf, heute ist die Werdinsel ein beliebtes, naturbelassenes Naherholungsgebiet, das vielen Ansprüchen gerecht wird. Auf dieser rund acht Hektar – dies entspricht etwa zwölf Fussballfeldern – grossen Fläche finden Badende mit und ohne Badehosen, Chiller und Griller, Gummibootkapitäne, Eltern mit Kindern, Gärtnerinnen, Theaterschaffende, Flanierende mit und ohne Hund, Ballsportspielende sowie Open-Air-Besuchende ihren Platz. Vor allem an schönen Sommertagen treffen viele Bedürfnisse auf kleinem Raum aufeinander.

    Nutzungskonzept für mittel- und langfristige Entwicklung

    Durch das zu erwartende Bevölkerungswachstum und den ungebrochenen Trend zur intensiveren Nutzung öffentlicher Freiräume wird in Zukunft der Druck auf das Naherholungsgebiet Werdinsel weiter steigen. Die Insel soll aber weiterhin naturbelassen bleiben und möglichst uneingeschränkt zugänglich sein. Die Stadt setzt auf die Eigenverantwortung der Besucherinnen und Besucher und möchte mit dem Erarbeiten eines Nutzungskonzepts die weitgehend konfliktarme Situation von heute auch bei zusätzlichem Nutzungsdruck beibehalten können.

    Informations- und Beteiligungsprozess

    2016 wurden in einem ersten Schritt der Handlungsspielraum überprüft, Handlungsfelder festgelegt und erste Massnahmen umgesetzt. Der zweite Schritt, der Informations- und Beteiligungsprozess, startet 2017 und wird voraussichtlich das ganze Jahr dauern. Für die Diskussion von vier Handlungsfeldern werden total rund hundert Interessenvertreterinnen und -vertreter zu Workshops und Runden Tischen eingeladen. Zudem ist eine Grossgruppenveranstaltung geplant, an denen die Ergebnisse aller Handlungsfelder vorgestellt werden. Stadtrat Filippo Leutenegger wird in den nächsten Wochen zu Workshops und runden Tischen einladen. 

  • Die Biber sind auf der Werdinsel

    Die Biber sind auf der Werdinsel

    Wildschweine im Höngger Wald? Längst Realität. Luchse? Wurden auf Kantonsgebiet auch schon gesichtet. Bären? Noch weit entfernt, aber wer weiss, wann der Allesfresser die Vorzüge der Agglomerationswälder ebenfalls entdeckt, weil ihm im Wallis nach Schafrissen die Luft zu bleihaltig ist? Der Biber jedenfalls, dieser pelzige Geselle, ist seit seiner Wiederansiedlung 1956 kontinuierlich auf dem Vormarsch, beziehungsweise «Vorschwimmen» und nun offenbar auf der Werdinsel angekommen. Und diesmal ist es nicht wie im Frühjahr 2015 vom «Höngger» vermeldet ein Aprilscherz, sondern Tatsache. Damals behauptete diese Zeitung, der Natur- und Vogelschutzverein Höngg (NVV) plane die Wiederansiedlung der Biber auf der Werdinsel – und setzte in die Bildmontage fälschlicherweise anstatt Biber Fischotter ein, was aber ausser Dorothea Häberling, Co-Präsidentin des NVV Höngg, niemandem aufzufallen schien. Den 1.-April-Artikel aber nahm sich tatsächlich ein Biber zu Herzen: Bereits am 21. Mai 2015 konnte gemeldet werden, dass einer der damals geschätzten 300 auf Kantonsgebiet lebenden Biber den Fischpass, übrigens dem längsten Europas, beim ewz-Kraftwerk Wettingen passiert hatte und dabei von einem Mitarbeiter fotografiert worden war. Von dort aus war es also nur eine Frage der Zeit, bis das geschützte Tier auf Zürcher Stadtgebiet ankommen und auf der Werdinsel Halt machen würde. Die Anstrengungen vom ewz zur ökologischen Aufwertung der Limmat in den letzten Jahren haben sich offenbar gelohnt.

    Der «Höngger» selbst, wie eben anhand des 1.-April-Bildes ersichtlich, kein Biberexperte, fragte Dorothea Häberling vom NVV an. Sie meldete zurück: «Mir sind die Spuren auf unserem Naturspaziergang auch aufgefallen. Einige Verletzungen an den Bäumen scheinen hoch, aber ich habe keine Zweifel: Ein Mensch hätte absichtlich einen Biber imitieren müssen, um diese Spuren zu hinterlassen. Der Aprilscherz wird also Wirklichkeit, auch ohne Mitwirkung des NVV».

    Sichtung bereits im Frühling

    Auch Grün Stadt Zürich bestätigt diese Einschätzung: «Für einmal haben nicht Menschen Hand angelegt, sondern der geschützte Kerl mit den markanten Zähnen», schreibt Kommunikationsleiter Marc Werlen. Der Biber sei im ganzen Kanton auf dem Vormarsch, und auch die Gewässer der Stadt Zürich seien für ihn natürlich attraktiv, besonders die Werdinsel und die Limmatauen Werdhölzli. «Die Bäume wurden vom Biber gefällt, das zeigen die Frassspuren, wie auch weitere Indizien», so Werlen, und: «Übrigens wurde bereits dieses Frühjahr ein Biber auf der Werdinsel gesichtet». Im Winterhalbjahr, so Werlen, werde der Biber durch den geringen Betrieb auf der Insel weniger gestört, und es gehöre vor dem Winter zum normalen Verhalten dieser Tiere, die keinen Winterschlaf halten, sich das Futter aus der Baumkrone zu sichern: «Darum werden wir auch nur Bäume wegräumen, von denen eine unmittelbare Gefahr ausgeht».

    Schutz und Erhalt

    Der Biber und sein Lebensraum sind seit 1962 bundesrechtlich geschützt. Die Bestandserhebung 1993 zählte noch rund 350 Biber in kleinen, räumlich voneinander getrennten Populationen. 1994 wurden Biber deshalb auf der Roten Liste als eine vom Aussterben bedrohte Art in die Kategorie 1 eingestuft. Doch bereits im Winter 2007/2008 zählte man rund 1600 Tiere. Heute wird der Bestand auf 2800 Biber geschätzt. Bei der nächsten Revision der Roten Liste der Säugetiere könnte er deshalb um zwei Kategorien auf «verletzlich» zurückgestuft werden. Das Bundesamt für Umwelt (BAFU) hat per 5. September 2016 das neue «Konzept Biber Schweiz» in Kraft gesetzt, um den Umgang mit dem Nagetier zu regeln.

    Informationen zum Biber
    unter www.cscf.ch/cscf/de/home/biberfachstelle
    oder bei der kantonalen Biberfachstelle: https://greifensee-stiftung.ch/home.html

  • Der «Limmatsprützer» auf dem Stauwehr wurde abgebaut

    Der «Limmatsprützer» auf dem Stauwehr wurde abgebaut

    Wer am Dienstagmorgen seinen Hund spazieren führte, joggte oder einfach seines Weges beim Stauwehr ging, bekam mit, wie der «Limmatsprützer» endgültig abgebaut wurde. «Der von Künstler Ruedi Müller konstruierte Limmatsprützer wurde als Kunst am Bau 1983 im Auftrage der Wasserversorgung errichtet. Seinen Namen erhielt die Einrichtung, weil das Windrad laufend Wasser hochpumpte, welches dann periodisch als kräftiger Strahl in die Limmat befördert wurde», so Marianne Locher, Leiterin Öffentlichkeitsarbeit bei der Wasserversorgung der Stadt Zürich.

    Windrad hätte herabstürzen können

    «Wegen erneuter Funktionsstörungen erfolgte am 16. Februar 2011 die Demontage der Windradelemente per Helikopter. Grund dafür waren erhebliche Schäden an den Befestigungen und im Getriebe. Der «Limmatsprützer» war deswegen nicht nur funktionsuntüchtig, sondern er stellte ein erhebliches Sicherheitsrisiko dar: Es drohte ein mögliches Herabstürzen des Windrades», so Marianne Locher.
    Die Sachlage rund um den gefährlichen Defekt wurde bereits 2013 bekannt gegeben. Dies führte zu einem eingehenden Informationsaustausch zwischen der Wasserversorgung und interessierten Kreisen. Etliche Reparaturversuche blieben erfolglos, so dass ein Abbruch unumgänglich wurde. Trotz intensiver Suche konnte keine zufriedenstellende Lösung gefunden werden, um den «Limmatsprützer» betriebssicher zu machen, weder in technischer noch in finanzieller Hinsicht.

    Regelmässig gewartet, mehrmals revidiert

    Das pinkfarbene Windrad und die Pumpvorrichtung wurden regelmässig gewartet, mehrmals revidiert und 1995, 2003 sowie 2005 umfassend instand gestellt. 2011 erwiesen sich in der Werkstatt die Schäden an der Konstruktion noch umfangreicher als angenommen. Die Überprüfung ergab, dass die mechanischen Bauteile einer stärkeren Windbelastung nicht standhalten konnten.
    Eine Analyse der Wasserversorgung und der damaligen Herstellfirma führten zu keiner Lösung. Ebenso verliefen die Gespräche mit dem Künstler und mit einem Hersteller von Windkraftanlagen ergebnislos. Auch deswegen konnte die überaus raffinierte, aber störungsanfällige Konstruktion nicht revidiert und sicherheitstechnisch nachgerüstet werden. Ein weiterführender Umbau hätte erhebliche Kosten verursacht und wäre darüber hinaus nicht im Sinne des Künstlers gewesen.
    «Die Wasserversorgung bedauert es ausserordentlich, dass die von der Höngger Bevölkerung hoch geschätzte Einrichtung leider nicht gerettet werden konnte», so Marianne Locher. Die Einzelteile des «Limmatsprützers» sind nun bei der Wasserversorgung der Stadt Zürich eingelagert – und wer weiss, vielleicht meldet sich ja «jemand mit viel Geld, der irgendetwas aus den Einzelteilen machen möchte».

     

  • Idee für den «Limmatsprützer»

    Idee für den «Limmatsprützer»

    Der «Höngger» hatte bereits in der Ausgabe vom 24. April berichtet. Damals auch über die Probleme mit dem «Limmatsprützer». Eine Renovation, so schätzt man, würde mindestens 250 000 Franken kosten – ohne Garantie für eine sichere Funktionsfähigkeit als Windrad. Es ist zwar nicht 1. April, doch wir erlauben uns trotzdem, einen ökonomisch wie ökologisch interessanten Vorschlag zu machen: flachlegen, festschweissen und sehen, was passiert, wenn sich die Natur mit Kunst «auseinandersetzt». So wäre wenigstens schon mal das Problem mit dem Spritzer am oberen Ende der Werdinsel behoben.