Kategorie: Politik

  • Am 5. Kantonsratslauf gaben bekannte Gesichter und Parteien das Tempo vor

    Am 5. Kantonsratslauf gaben bekannte Gesichter und Parteien das Tempo vor

    Heute, am 13. April 2026, um fünf vor sieben, gab Regierungsrat Mario Fehr den Startschuss: Dann machten sich die Kantonsratsmitglieder auf der Tartanbahn im Zürcher Letzigrund auf den Weg, so viele Meter und Kilometer wie möglich abzuspulen.

    Zum bereits 5. Mal fand der jährliche Zürcher Kantonsratslauf, organisiert vom Zürcher Kantonalverband für Sport (ZKS) und der Parlamentarischen Gruppe Sport (PGS), statt. 60 Zürcher Kantonsrätinnen und Kantonsräte nahmen an der frühmorgendlichen Sportsession teil.

    Die Mehrheit legte innert 20 Minuten joggend oder walkend ihre Runden auf der Bahn zurück, während die restlichen Teilnehmenden eine Gymnastik-Einheit in der Aufwärmhalle absolvierten.

    Mittlerweile Tradition

    Der alljährliche Event, der immer im April vor einer Ratssitzung stattfindet, geniesst mittlerweile Tradition unter den Parlamentarierinnen und Parlamentariern. Gut ein Drittel des Kantonsrats nimmt regelmässig daran teil.

    Sinn und Zweck des Kantonsratslaufs ist denn auch ein gemeinschaftlicher: gemeinsam Sport zu treiben, anstatt zu politisieren – und das über die Parteigrenzen hinaus. Dennoch gab es auch dieses Jahr wieder einen sportlichen Anreiz.

    Die zurückgelegten Jogging- und Walking-Distanzen beziehungsweise die durchgeführte Bewegungseinheit (mit einer Pauschal-Distanz) wurden den jeweiligen Fraktionen der Teilnehmenden gutgeschrieben. Und dies spornte die Kantonsratsmitglieder sichtlich an: Zahlreiche Teilnehmende bewiesen Kampfgeist und gute Ausdauer.

    Die GLP schnitt am besten ab

    Wie in den letzten Jahren schwangen unter den Parteien wieder die altbekannten Gesichter oben hinaus: Die GLP-Fraktion legte mit gesamthaft 33,6 Kilometern innert 20 Minuten ein weiteres Mal die grösste Distanz zurück, gefolgt von der SVP (29 km) und der SP (23,4 km).

    Insbesondere SVP-Kantonsrat Domenik Ledergeber und SP-Kantonsrätin Sibylle Jüttner hatten grossen Anteil an der Gesamtdistanz ihrer jeweiligen Partei, waren sie doch der beste Läufer bzw. die beste Läuferin auf der Bahn.

    Auch für die EVP gab es einen augenzwinkernden Prestige-Erfolg: Gewichtet nach Anzahl Teilnehmenden, war sie die Fraktion mit der durchschnittlich grössten zurückgelegten Distanz (3,9 km pro Person).

    Quelle: Medienmitteilung Zürcher Kantonalverband für Sport (ZKS)

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    Politik auf zwei Rädern

  • Neues Co-Präsidium der Grünen-Fraktion stellt der Kreis 10

    Neues Co-Präsidium der Grünen-Fraktion stellt der Kreis 10

    Auf die neue Legislatur hin übernehmen laut einer Medienmitteilung der Grünen Stadt Zürich Leonora Seiler und Martin Busekros das Präsidium der Grünen Fraktion des Zürcher Gemeinderats von Sibylle Kauer und Jürg Rauser. Beide übernehmen nach «zwei intensiven und spannenden Jahren» neue Aufgaben.

    Seiler, die in Wipkingen wohnt, bringt Präsidiumserfahrung aus ihrer Zeit als Co-Präsidentin der Jungen Grünen Zürich mit, welche Busekros, der in Höngg lebt, mit seiner vierjährigen Erfahrung im Gemeinderat ergänzt.

    Die Fraktion wurde laut den Grünen durch die Wahlen jünger und weiblicher. Nach der Verabschiedung von zehn Fraktionsmitgliedern freut sich die Fraktion, mit sechs neuen und engagierten Personen loslegen zu können. Ihre erste Aufgabe: Anfang Mai gemeinsam und mit voller Kraft in die neue Legislatur starten – auf dem Fundament, das die bisherige Fraktion gelegt hat.

    Position darf auch unbequem sein

    Im Wahlkampf sei die Partei zusammengewachsen: «Die Energie der vielen aktiven Mitglieder hat uns im Wahlkampf getragen, und genau darauf möchten wir aufbauen», so Seiler. Gemeinsam mit Busekros möchte sie die Zusammenarbeit von Fraktion und Partei intensivieren.

    Durch breit abgestützte Kampagnen soll viel erreicht und das Profil der Partei in der Öffentlichkeit geschärft werden. Busekros sagt: «Unsere Positionen vertreten wir dabei weiterhin konsequent, auch unbequem. Ob Tram Affoltern, Dubai-Goldküsten-Hafen oder UBS-Büroturm: Wenn die SP sich auf die Seite der Bürgerlichen stellt, stehen wir auf der anderen.»

    Auch gegen die finanz- und verkehrspolitischen Schikanen des bürgerlichen Kantons werden sich die Grünen in aller Deutlichkeit stellen.

    Austritt aus der Gruppe Sport

    Diese Entschlossenheit zeigt sich auch im Austritt aus der gemeinderätlichen Gruppe Sport. Aus Sicht der Grünen-Fraktion ermöglicht nur der Austritt den Grünen, sich weiterhin glaubwürdig und unabhängig für den Sport in seiner ganzen Breite einzubringen. Die Anzahl der Mitglieder sei in dieser Gruppe hingegen beschränkt, im Gegensatz zu anderen Interessengruppen.

    Anliegen des Sports können gut über die zuständige Sachkommission besprochen werden. Hierfür brauche es nicht zusätzlich eine Gruppe, die regelmässig «mit Goodies von der Stadt versorgt werde», wie es in der Medienmitteilung abschliessend heisst.

    Quelle: Medienmitteilung Grüne

  • Die «Neue» im SP-Interview: Stefania Koller

    Ein Beitrag der SVP Zürich 10, Matthias Egloff

    Ein Tag ist vergangen seit dem Wahlfest am Sonntag in der Nacht. Hast du deine Gefühle schon sortiert?
    Stefania Koller: Ganz ehrlich: Es scheint mir alles noch ein bisschen surreal. Sitze ich ab Mitte Mai wirklich im Gemeinderat? Was für eine Ehre, was für ein Privileg!

    Du arbeitest als Architektin und Stadtplanerin für ein Büro in Zürich, betreust viele Projekte gleichzeitig. Was musst du jetzt alles umstellen?
    Primär muss ich meinen freien Tag umstellen. Von Freitag auf Mittwoch, weil dann die Fraktions- und Ratssitzungen sind.

    Wäre die Kommission für Hochbau und Stadtentwicklung ein möglicher Ort, wo du wirksam werden könntest?
    Das ist bestimmt der Ort, an dem ich am schnellsten wirksam werden könnte. Die Themen dieser Kommission sind mein tägliches Brot. Da ich eine neugierige und wissensdurstige Person bin, kann ich mir aber auch gut vorstellen, in anderen Kommissionen mitzuwirken. So oder so freue ich mich auf angeregte Diskussionen mit meinen Ratskolleg:innen.

    Was gefällt dir an deinem Wohnort Wipkingen?
    Für mich ist Wipkingen ein Dorf in der Stadt. Eine Ansammlung lebendiger, gut vernetzter Nachbarschaften. Das finde ich grossartig. Ob beim Gang zum Quartierdepot, auf dem Weg nach Hause vom Joggen oder vom Büro, immer wieder begegne ich Menschen, die ich kenne. Flüchtige Bekanntschaften, gute Freund:innen, alles ist dabei. So soll sich Zu-Hause-sein anfühlen. Nicht nur für mich, sondern für alle Wipkinger:innen, die unser Quartier zu dem lebenswerten Stück Stadt machen, das es ist. Ich lebe an der Nordstrasse, ganz in der Nähe vom Röschibachplatz. An die Zeit von Matrazen Concord kann ich mich gut erinnern. Die Schattenseite der Aufwertung ist die Verdrängung, und die bereitet mir grosse Sorgen.

    Gibt es sozialdemokratische Anliegen, die du besonders voranbringen möchtest?
    Ich identifiziere mich klar mit den Kernanliegen der SP, im «Tages-Anzeiger» einmal treffend zusammengefasst als «Renten rauf, Mieten runter, Mindestlohn hoch, Sozialsysteme stärken». Aufgrund meines Werdegangs brenne ich aber besonders für den gemeinnützigen Wohnungsbau oder breiter gesagt: für eine gemeinwohlorientierte Stadtentwicklung. Die Frage, wie wir Innenverdichtung ohne Verdrängung bewältigen können, treibt mich am meisten um. Die zugrundeliegenden Themen sind einerseits bezahlbarer Wohnraum, aber auch eine zukunftstaugliche, ressourcen-schonende Stadtentwicklung.

    Du hast einen Blitzstart hingelegt und gleich den Eintritt in den Gemeinderat geschafft. Was treibt dich an/was motiviert dich?
    Ein gutes Beispiel dafür ist der jährlich wiederkehrende und immer noch hoch relevante feministische Streik. Die tiefe Solidarität, die ich fühle, wenn ich mit tausend Gleichgesinnten auf der Strasse stehe, ist unglaublich selbstermächtigend.

    Du bist als Architektin ästhetisch geschult und interessiert, bestimmt hast du deine Lieblingsorte im Kreis 10?
    Unsere Ränder mag ich besonders gern. Von der Kirche Wipkingen oder von der Waid über die Stadt schauen, die Limmat entlang zur Werdinsel spazieren, das gefällt mir. Auch dem Wipkingerplatz kann ich etwas abgewinnen. Infrastruktur aus nächster Nähe fasziniert mich. Die Roheit der Infrastrukturbauten hat etwas für sich. Die findet man in unserer sonst so herausgeputzten Stadt nur selten.

    Und welche müsste man verbessern?
    Grosses Potenzial sehe ich bei der Rosengartenstrasse. Die Wunde, die dem Quartier mit dieser Strasse zugefügt wurde, ist wirklich krass. Dass das Quartier über die Rosengartenstrasse wieder zusammenwachsen kann, ohne dass seine Bewohner:innen dabei verdrängt werden, das wünsche ich mir für Wipkingen.

  • Rekordbeteiligung bei den Gemeinderatswahlen– doch Unterschiede bleiben gross

    Rekordbeteiligung bei den Gemeinderatswahlen– doch Unterschiede bleiben gross

    Am 8. März 2026 fanden in der Stadt Zürich die Erneuerungswahlen des Gemeinde- und Stadtrats statt. Mit einer Wahlbeteiligung von 50,4 Prozent wurde laut einer Medienmitteilung der Stadt Zürich bei den Gemeinderatswahlen der höchste Wert seit 1978 erreicht.

    Die gleichzeitig stattfindenden und zum Teil stark polarisierenden nationalen Abstimmungen trugen wohl zur hohen Mobilisierung bei. In einer Analyse der Teilnehmenden wird die Beteiligung am Urnengang insgesamt untersucht. Dabei kann nicht unterschieden werden, ob sich die Teilnehmenden an den Erneuerungswahlen beteiligt haben oder ausschliesslich an den nationalen Abstimmungen.

    Grosse Unterschiede zwischen den Quartieren

    Trotz der hohen Gesamtbeteiligung am Urnengang bestehen weiterhin markante räumliche Unterschiede. Während in den Zürichberg-Quartieren wie Oberstrass (75,2 %) oder Fluntern (73,7 %) sehr hohe Werte erreicht wurden, lag die Beteiligung im Quartier Hirzenbach bei 44,4 Prozent.

    Der Unterschied zwischen den Quartieren in Schwamendingen und den Zürichberg-Quartieren beträgt rund 30 Prozentpunkte. Besonders stark stieg die Beteiligung in Quartieren mit zuvor tiefen Werten. So verzeichnete Lindenhof einen Zuwachs von 15,6 Prozentpunkten, gefolgt von Hard (+15,1), Enge (+14,8) und Wollishofen (+14,0).

    Junge und Erstwählende beteiligen sich häufiger

    Auffällig ist die überdurchschnittlich hohe Beteiligung junger Stimmberechtigter im Vergleich zum Urnengang vor vier Jahren. Insbesondere junge Frauen beteiligen sich häufiger als gleichaltrige Männer. Neu Eingebürgerte, volljährig Gewordene und Zugezogene sind Erstwählende in der Stadt Zürich. Alle Gruppen überschreiten erstmals die 50-Prozent-Marke, wobei neu Eingebürgerte mit 65,9 Prozent einen besonders hohen Wert erreichen.

    Einkommen und Alter sind entscheidend

    Alter sowie Einkommen bzw. Vermögen stehen in Zusammenhang mit der Beteiligung am Urnengang. Eine besonders hohe Beteiligung zeigt sich bei Personen, die sowohl älter sind als auch über ein höheres steuerbares Einkommen und Vermögen verfügen. Trotz der insgesamt gestiegenen Beteiligung bleibt die politische Teilhabe damit ungleich verteilt.

    Auswertung der eingereichten Einmalstimmrechtsausweise

    Die Analyse beruht auf den eingereichten Stimmrechtsausweisen. Diese werden getrennt von den Wahl- und Abstimmungsdokumenten erfasst und die gewonnenen Daten anonymisiert. Auf diese Art lässt sich bestimmen, wer am Urnengang teilgenommen hat, nicht aber, ob diese Personen an der Gemeinderats- oder Stadtratswahl oder an einer Abstimmung teilgenommen haben. Auch ist nicht ersichtlich, wen die Personen gewählt oder wie sie abgestimmt haben.

    Die Abstimmungen, welche am selben Sonntag stattfinden wie die Gemeinderatswahlen, haben daher einen Einfluss auf die Beteiligung am Urnengang. Beispielsweise mobilisierten die «Halbierungsinitiative» und die Abstimmung über die Individualbesteuerung, die am selben Tag wie die letzten Gemeinderatswahlen stattfanden, viele Personen.

    Die Beteiligung am Urnengang stellt den Prozentanteil der abgegebenen Stimmrechtsausweise an allen Stimmberechtigten dar.

    Quelle: Medienmitteilung Stadt Zürich

  • Parkplatz-Umfrage: Stadträtin Simone Brander nimmt Stellung

    Parkplatz-Umfrage: Stadträtin Simone Brander nimmt Stellung

    Simone Brander, auch wenn unsere Umfrage zum Thema Parkieren im Kreis 10 nicht repräsentativ ist, scheint sie für viele Menschen ein Ventil gewesen zu sein, antworteten doch 465 Menschen teilweise sehr ausführlich. Wie erklären Sie sich das Interesse daran?

    Simone Brander: Auffällig ist, dass in der Umfrage Personen mit Auto stark übervertreten sind: 74 Prozent der Teilnehmenden besitzen ein Auto, deutlich mehr als im Quartierschnitt. Entsprechend hat die persönliche Betroffenheit wohl ein überproportionales Gewicht. Viele befürchten, dass ihnen etwas weggenommen wird, und ich kann die Sorgen gut nachvollziehen. Gleichzeitig ist wichtig zu betonen: Die Stadt hebt keine Blaue-Zonen-Parkplätze auf Vorrat auf. Parkplätze werden stets gezielt umgenutzt, um beispielsweise die Verkehrssicherheit für Fussgänger*innen zu erhöhen oder um mehr Platz für den Veloverkehr zu schaffen.

    In der Stadt Zürich leben über 50 Prozent der Haushalte ohne Auto – und das funktioniert auch dank unseres ÖV-Systems sehr gut. Ist das ein Hinweis auf die Zukunft betreffend urbaner Mobilität?

    Ja. Die urbane Mobilität entwickelt sich klar in Richtung Umweltverbund, also ÖV, Velo- und Fussverkehr. Auch die Stadt Zürich setzt darauf, etwa mit dem Ausbau von Velorouten, attraktiven Fusswegen und neuen Tramprojekten wie in Affoltern. Die breite Zustimmung in Abstimmungen (Gegenvorschlag zur sog. Zukunfts-Initiative mit 62,15 Prozent, Volksinitiative «Sichere Velorouten für Zürich» mit 70,5 Prozent oder der kommunale Richtplan Verkehr mit 61,03 Prozent zeigt, dass dieser Weg in der Bevölkerung sehr breit abgestützt ist. Mit der Strategie «Stadtraum und Mobilität 2040» arbeiten wir weiter an einer hohen Lebens- und Standortqualität für alle.

    Die Vorteile einer Reduktion des Autoverkehrs kamen in der Umfrage zur Sprache. Können Sie uns Beispiele von Orten oder Städten nennen, bei denen das gelungen ist – und die mit Zürich vergleichbar sind?

    Ein gutes Beispiel ist Barcelona mit seinen Superblocks, wo der Autoverkehr stark reduziert und der Stadtraum den Menschen zurückgegeben wurde. In Zürich verfolgen wir mit sogenannten Quartierblöcken dasselbe Ziel: den Durchgangsverkehr vermeiden und sichere, attraktive Räume für Fuss- und Veloverkehr schaffen. Plätze wie der Bullinger-, Anny-Klawa- und Brupbacherplatz zeigen, dass ohne Durchgangsverkehr deutlich mehr Lebensqualität geschaffen werden kann. Ein gelungenes lokales Beispiel ist auch der Röschibachplatz: Durch Fahrbahnreduktion und Tempoabsenkung entstand ein attraktiver, viel genutzter Platz.

    Zurück zur Umfrage: Die Parkplatzsituation im Kreis 10 wird dennoch als nicht zufriedenstellend beschrieben. Wie beurteilen Sie die Situation konkret in Höngg und Wipkingen?

    Die Zahlen zeigen ein ausgewogenes Bild: Seit Anfang 2023 wurden im Kreis 10 in Baugesuchen 566 zusätzliche private Parkplätze genehmigt, während 88 Blaue-Zonen- und 19 Weisse Parkplätze abgebaut wurden. In der Gesamtheit wächst also die Zahl der Parkplätze. Und es stehen heute insgesamt auch in der blauen Zone mehr Parkplätze zur Verfügung, als es Anwohnendenparkkarten gibt.

    Unsere Resultate zeigen eine Spannung zwischen Personen, die den Abbau ablehnen (54 Prozent), aber auch die andere Seite, die diesen befürwortet. Wie gehen Sie als Stadträtin mit beiden Fronten um?

    Wie eingangs erwähnt, kommt es natürlich auf die Stichprobe an. Nehmen wir die Zustimmung zu den Abstimmungsvorlagen als Indikator, dürfte der Kreis der Befürwortenden weit grösser sein. Aber klar, als Stadträtin gehört es für mich selbstverständlich zu meiner Aufgabe, mit verschiedenen Meinungen umzugehen und alle Sichtweisen ernst zu nehmen. Um diese Meinungen zu kennen, ist es mir auch wichtig, mit den Menschen im Gespräch zu sein. Die ganzen Planungen entstehen nicht im stillen Kämmerlein, auch die Fachleute aus den Dienstabteilungen sind viel unterwegs in den Quartieren. Uns allen ist es ein Anliegen, dass die «Fronten» miteinander in den Dialog treten. Diesbezüglich zähle ich auch auf die Bereitschaft der Bevölkerung.

    Bei beiden Fronten ist der Wunsch nach pragmatischen Lösungen gross, auch der Wunsch nach einem Dialog. Im Wahlartikel in der «Höngger Zeitung» schrieben Sie mit Bezug auf die «Velovorzugsroute», dass Sie sehr hartnäckig sein können – welche Rolle spielt der Dialog dabei?

    Bei den vorgeschlagenen pragmatischen Lösungen sind unter anderem Parkplätze fürs Gewerbe und Handwerker*innen ein wichtiges Thema. Das ist mir ein grosses Anliegen. Die neue Parkkartenverordnung zielt darauf ab, diese Gruppen zu entlasten. Leider ist die erweiterte Gewerbeparkkarte aktuell durch Rechtsmittel blockiert. Und ja, bei aller Hartnäckigkeit, die es braucht, um den Willen der Stimmbevölkerung umzusetzen: Der Dialog gehört bei jeder Planung dazu. Im Moment sind wir zum Beispiel dran, einen Prozess zur Neugestaltung des Wipkingerplatzes aufzusetzen. Auch das Prozessdesign erarbeiten wir bereits gemeinsam mit Vertretenden aus dem Quartier.

    Nehmen wir ein Beispiel: In Höngg sorgt aktuell eine kleine Fläche für Aufmerksamkeit, direkt bei der Regensdorferstrasse. Wo einst ein kleiner Parkplatz war, entsteht nun eine Wiese. Grund ist offenbar ein Richtplan mit dem Ziel, 15 Prozent der Stadt als wertvolle Naturräume zu gestalten. Der Wegfall dieses stark genutzten Parkplatzes bewegt die Menschen.

    Auch hier liegt ein Auftrag der Stimmberechtigten der Stadt Zürich vor: Die kommunalen Richtpläne und die beiden Gegenvorschläge zur Volksinitiative Stadtgrün wurden mit grosser Mehrheit angenommen. Jetzt ist die Verwaltung verpflichtet, die entsprechenden Stossrichtungen – und dazu gehört auch die Schaffung neuer Grünflächen – umzusetzen. Ich kann gut verstehen, dass gewisse Massnahmen für einzelne Personen schwer nachvollziehbar sind. Aber wir brauchen dringend hitzemindernde Massnahmen, und dazu zählen neben mehr Bäumen auch mehr entsiegelte Flächen.

    Wenn Parkplätze verschwinden, welchen Rat geben Sie dem Gewerbe oder der Spitex, um Zugang zu den Häusern zu erhalten?

    Handwerksbetriebe können für ihre Werkstatt-, Liefer- oder Servicefahrzeuge eine Gewerbeparkkarte beantragen. Damit dürfen sie in der Stadt Zürich in allen Blauen Zonen ohne Zeitlimit parkieren. Oft lohnt es sich auch, Kund*innen direkt zu fragen, wo Parkplätze in der Nähe vorhanden sind. Denn grundsätzlich gilt: Parkplätze sollen möglichst auf Privatgrund bereitgestellt werden. Das ist im kantonalen Gesetz so vorgesehen und wird in der Stadt entsprechend umgesetzt. Aufgrund von Neubauten entstehen laufend mehr Parkmöglichkeiten auf privatem Grund. Für den Güterumschlag gibt es spezielle Umschlagplätze, die auf dem Online-Stadtplan der Stadt zu finden sind. Auch Güterumschlagfelder werden laufend zusätzliche geschaffen.

    Können Sie nachvollziehen, dass es einige Stimmen gibt, die mutmassen, dass «die Stadt» bei der Verkehrsplanung im Quartier eventuell gar nie vor Ort war? Nehmen wir das Beispiel der zwei Züri-Velostationen an steilen Strassen. Oder die Debatte betreffend der Nötzlistrasse in Höngg, die Teil einer Velovorzugsroute wird.

    Nein, das kann ich nicht nachvollziehen, denn die Projektleitenden der Stadt setzen sich wie gehabt immer mit den lokalen Begebenheiten auseinander und machen sich vor Ort ein Bild. Natürlich kann es trotzdem vorkommen, dass noch nachjustiert werden muss. So sind bei den neuen Züri-Velos die Ständer robuster, so dass sie auch im steilen Gelände solide stehen. Im Fall des Projekts für die Velovorzugsroute im Bereich der Nötzlistrasse, der Giacomettistrasse und des Appenzellerwegs wurde bereits zu Beginn der Planung mit einigen Direktbetroffenen Kontakt aufgenommen. Die breite Höngger Bevölkerung wurde zudem im Rahmen einer Informationsveranstaltung direkt vor Ort über das Projekt und das weitere Vorgehen informiert.

    Hinweis der Redaktion: Das Interview wurde schriftlich geführt.

  • FDP Kreis 10: DANKE für insgesamt 29’571 Stimmen!

    FDP Kreis 10: DANKE für insgesamt 29’571 Stimmen!

    Ein Beitrag von Caroline Hobi, Vorstand FDP Kreis 10

    Die kurze Antwort: Ja, sie kann! Wir freuen uns sehr über die insgesamt 29 571 Stimmen, die wir von unseren geschätzten Wählerinnen und Wählern erhalten haben. Es sind über 5000 Stimmen mehr als im Jahr 2022 (plus 22 Prozent). Herzlichen Dank für Ihre Stimmen und Ihre Unterstützung! Insgesamt haben 1627 Personen eine unveränderte FDP-Liste eingereicht. 776 Personen haben kumuliert und panaschiert.

    So gratulieren wir den beiden Gemeinderäten zur erneuten Wiederwahl: Andreas Egli mit 2989 Stimmen und Martina Zürcher mit 2952 Stimmen. Trotz des stärksten Resultats seit 2002 konnten wir leider den angestrebten dritten Sitz nicht erobern. Insgesamt hat die FDP für das Stadtparlament zwei zusätzliche Sitze gewonnen, was die Partei als zweitstärkste Kraft bestätigt und weiter stärkt.

    Wiederwahl von Stadtrat Michael Baumer

    Zudem freuen wir uns über die erfolgreiche Wiederwahl von Stadtrat Michael Baumer: mit 52 644 Stimmen. Auch unser Stadtrats- und Stadtpräsidentskandidat Përparim Avdili hat das absolute Mehr mit 47 372 Stimmen erreicht. Leider hat es knapp nicht gereicht für den neunten Sitz im Stadtrat, was wir ausserordentlich bedauern.

    Ein weiterer Wermutstropfen: Die zahlreichen zerstörten und gestohlenen Plakate der FDP-Kandidierenden hinterlassen eine schlechte Erinnerung an die freie Meinungsäusserung in unserem Quartier. Insbesondere die mehrfach verunstalteten Plakate auf privatem Boden haben eine neue Dimension angenommen, so dass die Polizei eingeschaltet werden musste.

    Von daher ist klar: Wir müssen dranbleiben, wenn wir Zürich wieder in eine liberale, offene und prosperierende Stadt verwandeln wollen. Dazu sind in jedem Fall auch Sie nötig, liebe Wählerinnen und Wähler. Im nächsten Jahr finden bereits die Kantonsratswahlen in Zürich statt. Bleiben auch Sie dran und treten Sie mit uns in Kontakt, wenn Sie ein liberales Anliegen haben. Wir freuen uns!

    Sie wollen sich einen genaueren Überblick über unsere Resultate verschaffen? Die finden Sie hier.

    Caroline Hobi: Mein persönliches Fazit

    Für mich war es mein erster Wahlkampf im Kreis 10. Ich wusste nicht so genau, was mich erwartet. Ich habe aber unglaublich viel gelernt in den letzten Monaten: von den vielen tollen Begegnungen im Quartier, bei den Gesprächen in den Vereinen, von den Rückmeldungen auf meine Postkarten Aktion sowie den spontanen Feedbacks an den Standaktionen. Ich bin dankbar und sehr inspiriert weiterzumachen, auch wenn es für den 3. FDP-Sitz aktuell nicht ganz gereicht hat. Einzig die destruktiven Plakat-Attacken auf dem Privatgrund meiner Nachbarn geben mir immer noch zu denken. Das steckt man nicht einfach so leicht weg. Woche für Woche nächtlicher Vandalismus. Deshalb gilt weiterhin «Oises Züri für alli!». Bis die Toleranz in Züri wieder hergestellt ist.

  • Die Wipkinger Stadträtin geht in die zweite Runde

    Die Wipkinger Stadträtin geht in die zweite Runde

    Vor vier Jahren war sie die einzig Neue im Stadtratskollegium: Simone Brander, SP, wurde damals mit 46’732 Stimmen als Ersatz für Richard Wolff in die Exekutive gewählt und zog damit an sechster Stelle in die Regierung ein. In diesem Jahr stellte sie sich zur Wiederwahl – und konnte das Ergebnis noch toppen: Mit 61’512 Stimmen verteidigte sie ihren Platz. Brander lebt in Wipkingen und war für ihren Wahlkreis 10 zuvor bereits 13 Jahre lang, von 2009 bis 2022, im Gemeinderat aktiv.

    Beruflich war die Umweltnaturwissenschaftlerin zudem unter anderem beim Bundesamt für Energie sowie als Fachspezialistin Energiewirtschaft beim Kanton Aargau tätig. Der Job als Stadträtin reizte sie, wie sie dieser Zeitung vor vier Jahren kurz vor ihrem Stellenantritt in einem Interview verriet, aus verschiedenen Gründen: «Ich möchte etwas bewirken, mitreden, strategische Fragen stellen können, mitentscheiden, das interessiert mich. Mit der Verwaltung zusammenzuarbeiten und die Agenda mitzuprägen.»

    Macht interessiere sie in dem Zusammenhang, dass sie durch ihre Position Entscheidungsbefugnis erhalte, um Einfluss darauf nehmen zu können, dass Zürich das Ziel der Klimaneutralität möglichst schnell erreichen kann. Auf ihrer Webseite bezeichnet sie sich zudem als Brückenbauerin: «Zwischen Klima und Lebensqualität, zwischen sozialer Gerechtigkeit und einer gut funktionierenden Infrastruktur.»

    Brückenbauen

    Gelegenheit zum Brückenbauen hat sie als Vorsteherin des Tiefbau- und Entsorgungsdepartements gewiss genug. So zum Beispiel bei der Vermittlung zwischen den verschiedenen Verkehrsteilnehmenden im Stadtverkehr: Schon vor ihrem Eintritt in den Stadtrat galt Brander als «Velopolitikerin», die das Volksbegehren Velovorzugsrouten bereits als Stadtparlamentarierin lancierte. Insbesondere in den letzten zwei Jahren hat sie ihre Bemühungen intensiviert, die Initiative auch tatsächlich umzusetzen. Auch die Eröffnung des Velotunnels am Hauptbahnhof gehört zu ihren Erfolgen.

    Doch nicht alle sind derweil von ihrer Brückenbaufähigkeit überzeugt: Ihre in den Augen so mancher Stadtzürcherinnen und -zürcher sowie politischer Gegnerschaft kompromisslose Art hat ihr nicht nur Beifall eingebracht. So gibt es gegen viele der geplanten Velovorzugsrouten massiven Widerstand aus den jeweiligen Quartieren und auch ihre Entscheidung, die Entsorgungscoupons abzuschaffen, sorgte für einen Aufschrei.

    Sich selber treu

    Zumindest, so kommentierte das auch die «NZZ» im vergangenen Frühling, kann man Brander keine mangelnde Konsequenz vorwerfen: «Was immer man von ihrem Stil halten mag: Brander bleibt ihm auch dann treu, wenn sie unpopuläre Entscheide trifft.» So sieht das wohl auch die Stimmbevölkerung – mit dem jüngsten Wahlergebnis hat sie Brander jedenfalls den Auftrag erteilt, ihre Politik weiter zu  verfolgen.

    Oder, wie sie es gegenüber dem «Tages-Anzeiger» formuliert: «Es sieht so aus, als ob meine Arbeit wahrgenommen und geschätzt wird.» Ob sie auch in den kommenden vier Jahren dem Tiefbaudepartement vorstehen wird, wird sich noch weisen. Die Konstitutierungssitzung, in der sich die neun Mitglieder des Stadtrats auf die Verteilung der Departemente einigen, wird im April stattfinden.

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  • Nachzählung im Kreis 12: EVP erreicht das 5%-Quorum nicht

    Nachzählung im Kreis 12: EVP erreicht das 5%-Quorum nicht

    Die Nachzählung vom 13. März 2026 für die Erneuerungswahl 2026 des Gemeinderats im Kreis 12 hat laut einer Medienmitteilung der Stadt bestätigt, dass die Evangelische Volkspartei (EVP, Liste 08) die 5%-Hürde für die Einsitznahme im Gemeinderat nicht erreicht.

    Bei der Nachzählung wurden sämtliche Wahlzettel aus dem Kreis 12 und deren Verarbeitung überprüft. Dabei wurden lediglich einzelne Übertragungsfehler beim Erfassen der handschriftlich veränderten Listen gefunden sowie ein in zwei Zeilen veränderter Wahlzettel unter den unveränderten.

    Keine Veränderung

    Nach Eingabe dieser minimalen Anpassungen wurde das Zürcher Zuteilungsverfahren erneut durchgeführt. Das Resultat ergibt jedoch keine Veränderungen an der bereits am 8. März ausgewiesenen Sitzverteilung im Gemeinderat und wird somit bestätigt.

    Die Resultate sind unter stadt-zuerich.ch/wahlen2026 bereinigt. Sie werden am Mittwoch, 25. März 2026, im städtischen Amtsblatt publiziert.

    Die Nachzählung fand im Stadthaus statt. Sie wurde mit Unterstützung von rund 30 erfahrenen Kreiswahlbüromitgliedern und unter Aufsicht der Stadtkanzlei und von Kreiswahlbüro-Vorständen aus anderen Wahlkreisen durchgeführt. Zwei Mitglieder der EVP waren vor Ort und hatten Gelegenheit, die Nachzählung mitzuverfolgen. 

    Quelle: Medienmitteilung Stadt Zürich

  • Wahlen 2026: Es wird nachgezählt

    Wahlen 2026: Es wird nachgezählt

    Gemäss dem kantonalen Gesetz über die politischen Rechte (GPR) kann der Stadtrat als wahlleitende Behörde die Auswertungsergebnisse der Kreiswahlbüros überprüfen und berichtigen. Bei einem knappen Ausgang ordnet er eine Nachzählung an. Beim von der EVP im Wahlkreis 12 erreichten Wähleranteil von 4,95 Prozent (2390 Parteistimmen) handelt es sich um einen knappen Ausgang im Sinne des GPR. Für die Erreichung des 5%-Quorums fehlen 28 Stimmen.

    Nachzählung am 13. März

    Nun ordnet der Stadtrat eine Nachzählung sämtlicher Wahlzettel an, die im Wahlkreis 12 für die Wahl des Gemeinderats eingegangen sind. Die Nachzählung findet am Freitag, 13. März, nachmittags unter der Leitung der Stadtkanzlei statt. Das Ergebnis der Nachzählung wird anschliessend veröffentlicht.

    Sollte sich aufgrund der Nachzählung herausstellen, dass die EVP das 5%-Quorum im Wahlkreis 12 doch erreicht oder dass andere Resultatkorrekturen erforderlich sind, muss das Zuteilungsverfahren («doppelter Pukelsheim») erneut durchgeführt werden, wodurch sich die Sitzverteilung über die ganze Stadt ändern kann. 

    Amtliche Publikation

    Die amtliche Publikation der Wahlresultate für den Gemeinderat erfolgt aufgrund der Nachzählung am 25. März, die Publikation der Ergebnisse der Stadtrats- und Stadtpräsidiumswahl wie geplant am 18. März.

    Quelle: Medienmitteilung Stadt Zürich