Kategorie: Höngger Fauna

  • Freundliche Eindringlinge auf acht Beinen

    Freundliche Eindringlinge auf acht Beinen

    Die Situation ist wohlbekannt: Man sitzt gemütlich auf dem Sofa, lässt den Blick in die Ferne schweifen, oder besser: zur Zimmerdecke. Und schlagartig ist es vorbei mit der gemütlichen Ruhe. Denn dort oben in der Ecke lauert sie: Die Hausspinne! Am langen Faden baumelnd hat sie sich bislang unbemerkt in der guten Stube häuslich eingerichtet.  

    In der Regel folgt auf eine solche Entdeckung hektisches Treiben, das sich entweder direkt in einer Flucht oder aber in der Gegenwehr manifestiert. Mit Gläsern, Papier oder gar mit Staubsaugern wird dem Tier dann zu Leibe gerückt. Und erst, wenn der ungebetene Gast vor die Tür gesetzt wurde, kann in den eigenen vier Wänden wieder Ruhe einkehren.
     
    Jetzt im Herbst häufen sich diese vermeintlich verhängnisvollen Begegnungen. Denn nicht nur die Menschen, auch die Spinnen begeben sich bei kühleren Temperaturen vermehrt in die Innenräume der Häuser.

    Schlimmer als ein Wespenstich sind die Spinnenbisse nicht

    Doch woher stammt die Abneigung gegenüber den Spinnen? Wissenschaftlich ist dies noch nicht ganz geklärt, aber das Unbehagen ist weit verbreitet. Bei manchen steigert sich das Unbehagen gar zu einer ausgewachsenen Phobie, der sogenannten Arachnophobie.

    Es gibt verschiedene Erklärungsansätze für die Spinnenangst. Sie könnte einerseits, so ist es etwa einer Medienmitteilung des Zürcher Zoos zu entnehmen, evolutionär bedingt sein. Weil es durchaus einige Spinnen gibt, die für den Menschen gefährlich werden können.

    Mit der heutigen Realität hat diese Befürchtung aber zumindest hierzulande nichts mehr zu tun. Denn in unseren Gefilden finden sich keine gefährlichen Giftspinnen. Zwar können die hier ansässigen Nosferatu-, Dornfinger- und auch die Kreuzspinnen durchaus zubeissen, so stark, dass es Schmerzen verursacht. Aber schlimmer als ein Wespenstich sind die Spinnenbisse nicht.

    Von Generation zu Generation weitergegeben

    Vielleicht sind es aber auch die zahlreichen und oft ziemlich behaarten Beine, die uns Zweibeinern suspekt vorkommen. Und diese ungewohnte Form der Fortbewegung. Lässt man das Tier auch nur eine Sekunde aus den Augen, so die Befürchtung, hat es sich schon abgeseilt und ist seinem Opfer in die Haare gekrochen.

    Oder noch schlimmer: Es beobachtet die Menschen von seiner erhöhten Position mit seinen zahlreichen Augen in Seelenruhe so lange, bis diese sich zum Schlafe niederlegen. Nur um sich dann direkt auf deren Gesichter abzuseilen.  Wer soll da noch ruhig schlafen können?

    Mit Sicherheit spielt auch die gesellschaftliche Prägung, die wir schon als Kleinkinder von unseren Eltern mit in die Wiege gelegt bekommen, eine grosse Rolle. Die kreischende Panik, die einer Studie zufolge mehr als die Hälfte aller Frauen und rund zwanzig Prozent der Männer beim Anblick einer Spinne befällt, bleibt mit Sicherheit auch dem Nachwuchs nicht verborgen.

    Aufräumen oder Kastanien auslegen

    Wer nun in seiner Wohnung mit einer Spinne konfrontiert ist, hat im Grunde genommen drei Möglichkeiten, sich zu verhalten: Aushalten und hoffen, dass sich der Achtbeiner in Bälde verkrümelt. Oder einsammeln und entfernen und für die Zukunft vorsorgen. Und drittens: sich mit dem faszinierenden Tier anfreunden.

    Für die Variante «Einsammeln» muss übrigens nicht zwangsläufig auf das klassische Hilfsmittel «Glas und Papier» zurückgegriffen werden. Im Internet sind zahlreiche «Spinnenfänger» käuflich erwerblich, mit deren Unterstützung die Spinnen kontaktlos eingesammelt und behutsam ins Freie befördert werden können.

    Es empfiehlt sich, so die Botschaft an sehr ängstliche Menschen, danach dafür zu sorgen, dass die Tiere nicht gleich wieder den Rückweg in die Wohnung antreten. Etwa durch verbesserte Dichtungen an Fernstern oder Türen oder aber durch die Installation eines Fliegengitters.

    Helfen soll gemäss einem Artikel in «20 Minuten» auch, die Wohnung auf Vordermann zu bringen und staubige Ecken zu entfernen. Denn Sauberkeit, so der Tenor, behage den Spinnentieren weniger.

    Aber auch Pfefferminzöl, Essig oder Kastanien im Fensterrahmen – versprüht oder ausgelegt – seien hilfreich, weil Spinnen diese Gerüche nicht ausstehen können. Allerdings, so besagter Artikel, ist Pfefferminzöl für Haustiere giftig, es sollte daher nur in Wohnungen angewendet werden, in denen keine Vierbeiner zuhause sind.

    Die Spinne, meine neue Freundin?

    Die Königsvariante des Umgangs mit den Achtbeinern ist aber sicher die Letztere: der Versuch einer freundschaftlichen Beziehung. Denn die Tiere verfügen über äusserst faszinierende Fähigkeiten.

    Zum Beispiel in Bezug auf die Netze, welche einige (aber nicht alle) Arten produzieren. In unglaublicher Geschwindigkeit weben etwa Radnetzspinnen sowie die Gartenkreuzspinne architektonische Gebilde, die um ein Vielfaches grösser sind als sie selber. Und enorm stabil: Spinnenseide, so berichtet der Zoo Zürich in erwähnter Medienmitteilung, ist fünfmal belastbarer als ein Stahlseil gleicher Dicke.

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    Ein netter Zug der Spinnentiere ist auch, dass sie sich zwar unaufgefordert Zutritt zur Wohnung verschaffen, im Gegenzug dafür aber auch einiges für deren Bewohnende leisten: Wo Spinnen leben, finden sich deutlich weniger Stechmücken oder Fliegen. Ein Charakterzug, der nicht nur hilfreich für die Menschen ist, sondern auch für das Ökosystem von grosser Bedeutung ist.

    Insgesamt, so die Schätzung zweier Wissenschaftler in der Zeitschrift «Science of Nature», verzehren Spinnen weltweit jährlich zwischen 400 und 500 Millionen Tonnen Beute und leisten so einen entscheidenden Beitrag zum ökologischen Gleichgewicht.

    Vielleicht kann beim Aufbau einer freundschaftlichen Beziehung auch der Besuch im Zoo Zürich unterstützend sein. Denn in der neuen Spinnenhöhle im Insektenwald können sich die Tiere frei bewegen, ohne trennende Scheibe. Damit können sich geneigte Personen nicht nur auf neutralem Terrain mit dem Anblick von Spinnen vertraut machen, sondern vielleicht gleich auch noch in einer Art «Konfrontations-Strategie» etwaige vorhandene Ängste abbauen.

  • Was macht unseren Wald stark?

    Was macht unseren Wald stark?

    Der Walderlebnistag auf dem Hönggerberg ermöglicht allen Interessierten, den Zürcher Wald mit neuen Augen zu sehen. Auf der frei begehbaren Thementour geben Waldfachleute und Forschende exklusive Einblicke in neue Erkenntnisse, aktuelle Forschungsprojekte und praktische Herausforderungen der Waldpflege. Die Stationen laden ein zum Mitmachen, Mitdenken und Verstehen.

    Gemeinsam für den Wald von morgen

    Der Zürcher Wald steht heute vor grossen Herausforderungen: Hitzesommer, Trockenstress und invasive Arten bedrohen zunehmend die Stabilität dieses einzigartigen Ökosystems. «Der Schlüssel zu einem zukunftsfähigen Wald liegt darin, seine Anpassungsfähigkeit zu stärken», betont Res Guggisberg, Präsident des Waldlabors und Kreisforstmeister beim Amt für Landschaft und Natur.

    Wie das gelingen kann, wird am Walderlebnistag gezeigt. Die Station zum Klimawandel vermittelt beispielsweise, mit welchen waldbaulichen Strategien wir der Trockenheit begegnen können. Das Arboretum – die schweizweit grösste Sammlung einheimischer Baum- und Straucharten – macht die Vielfalt an Gehölzarten erlebbar. Und wer an der Station zur nachhaltigen Holzernte Halt macht, erfährt, wie moderne Forstwirtschaft ökologische und wirtschaftliche Interessen in Einklang bringt.

    Einladung für Gross und Klein

    Ob Waldbegeisterte, Neugierige oder Familien mit Kindern: Der Walderlebnistag bietet für alle etwas. Die Thementour dauert von 13 bis 18 Uhr und ist kostenlos. Treffpunkt ist bei der Holderbachhütte auf dem Hönggerberg, am Tobelholzweg 1. Für Verpflegung und geselliges Beisammensein sorgt eine Waldschenke.

    Quelle: Medienmitteilung Waldlabor

  • Neuer Weiher im Höngger Wald geplant

    Neuer Weiher im Höngger Wald geplant

    Im Höngger Wald soll ein neuer Weiher entstehen. Wie Grün Stadt Zürich am 7. Mai in den amtlichen Bauprojekten mitteilte, ist die Neuerstellung an der Huberwiesenstrasse bei der Parzelle HG8367 (Hueberwisen) vorgesehen. Das Projekt ist unter der Nummer 2025/0291 registriert, die Planauflage läuft bis zum 30. Mai.

    Das neue Gewässer wäre das vierte seiner Art im Höngger Wald, neben dem Hammer-Weiher (auch «Granatenweiher» genannt), dem Weiher an der Mittelwaldstrasse und dem Kappeliholzweiher. Weiher im Wald gelten als Aufwertung der Lebensräume und fördern Flora und Fauna.

    Geplant ist laut Grün Stadt Zürich eine Wasserfläche von rund 320 Quadratmetern mit einer Tiefe von etwa einem Meter. Zur ökologischen Aufwertung des Standorts sind im Uferbereich zusätzliche Pflanzungen mit Baum- und Straucharten vorgesehen.

  • Gestatten: der Hausrotschwanz

    Gestatten: der Hausrotschwanz

    Als eine der häufigeren Arten ist der Hausrotschwanz weit bekannt und öfters anzutreffen als sein naher Verwandter, der Gartenrotschwanz. Im Gegensatz zu diesem ist beim Hausrotschwanzmännchen nur der Schwanzansatz rötlich-orange gefärbt und nicht der ganze Bauch und die Brust. Man hört im Frühling wie auch im Herbst schon früh morgens seinen hellen Gesang mit den charakteristisch kratzenden, fauchenden Tönen im Mittelteil.

    Beobachten kann man ihn auf hohen Warten, die er für den Reviergesang, aber auch als Aussichtspunkt nutzt und von wo aus er Insekten, Spinnen, und andere Beutetiere ins Visier nimmt. Dort zeigt er auch sein typisches Verhalten, bei dem er mit wippenden Bewegungen des Schwanzes Knickse vollführt.

    Der Hausrotschwanz ist in der Schweiz weitverbreitet. Ursprünglich an Felswänden und Gebirgsflanken brütend, hat er sich ideal an unseren Lebensraum angepasst und nistet nun gerne in Gebäudenischen und Industrieanlagen. Bei der Wahl seines Nistplatzes ist er nicht sehr wählerisch und äusserst anpassungsfähig, was wohl auch zu seinem Erfolg beigetragen hat und die leicht steigenden Bestände zu erklären vermag. In Höngg ist er gerne in unseren Gärten, auf dem Hausdach oder auf einem anderen Aussichtsposten zu sehen.

    Auf Reisen

    Ab Oktober und November ist es dann für den Hausrotschwanz an der Zeit, eine kurze Reise Richtung Süden anzutreten. Doch nicht alle überwintern im Mittelmeerraum und nördlichen Afrika, einige bleiben auch in unseren Breitengraden. In milden Wintern kann das ein strategischer Vorteil sein, da die Vögel die Strapazen des Zuges nicht auf sich nehmen müssen und zudem die Männchen sich bereits vor der Rückkehr von allfälligen Konkurrenten ein Revier sichern können.

    Nicht immer ist der Winter hier aber angenehm für den Hausrotschwanz, vor allem wenn die übriggebliebenen Herbstbeeren nur spärlich vorhanden sind. Spätestens im März sind schliesslich die letzten ziehenden Hausrotschwänze zurück und quartieren sich ein unter den Dächern der Stadt oder den Felsen der Alpen.

    Quelle: Natur- und Vogelschutzverein NVV

  • Warum Igel nun Hilfe benötigen

    Warum Igel nun Hilfe benötigen

    Dem heimischen Braunbrustigel geht es schlecht – nach Millionen von Jahren auf unserem Planeten steht er mittlerweile auf der roten Liste der gefährdeten Tiere. Laut einer Medienmitteilung vom Verein Tierschutz beider Basel (TBB) kann jede kleine Massnahme helfen, das Leben dieser faszinierenden Tiere zu schützen.

    Grosser Nahrungsbedarf nach dem Aufwachen

    Nach dem langen Winterschlaf haben Igel oft ein Drittel ihres Körpergewichts verloren. Um ihre Reserven wieder aufzufüllen, benötigen sie dringend Wasser und Nahrung. Als Insektenfresser ernähren sich Igel von Käfern, Larven, Puppen, Raupen, Ameisen, Mücken und Spinnen.

    Doch das Insektensterben macht es den Tieren schwer, ausreichend Nahrung zu finden. Aufgrund der schwindenden Nahrungsgrundlage wird in der Not die natürliche, artgerechte Insektennahrung immer mehr durch für Igel schädliche Schnecken ersetzt. Durch diese Nahrung werden Parasiten übertragen und die unterernährten Tiere werden noch zusätzlich krank, wie die Medienmitteilunge erklärt.

    Futterangebot

    Ein kurzfristiges, gezieltes Futterangebot durch den Menschen kann vom Winterschlaf geschwächten Igeln helfen. Dazu eignet sich Nass- oder Trockenfutter für Jungkatzen mit hohem Eiweissanteil. Kommerzielle Igelfutter enthalten oft zu viele Kohlenhydrate und sind für Igel ungeeignet. Wichtig ist, dass das Futter vor anderen Tieren wie Katzen, Mardern oder Füchsen geschützt wird – hierfür werden im Handel spezielle Futterhäuser angeboten.

    Für kommerziell oder selbstgebaute Futterhäuser sollte gemäss TBB gelten: Das Futterhaus sollte mindestens 40 x 60 x 40 Zentimeter gross sein, damit zwei Igel aneinander vorbeikommen. Es sollte zwei Öffnungen (10 x 10 Zentimeter) mit Labyrintheingängen haben, evtl. Rattenklappen (Schwingtüren in den Eingängen). Die Hygiene am Futterplatz ist sehr wichtig. Eine regelmässige Reinigung des Futterhauses ist unabdingbar, um eine Übertragung von Krankheitserregern zu vermeiden.

    Deswegen sollte das Haus entweder eine Bodenplatte haben, welche regelmässig gereinigt oder mit Zeitung ausgelegt (leicht zu wechseln) wird, oder auf Fliesen oder Stein gestellt werden. Falls eine Seitenwand durchsichtig ist, können zudem die Igel beobachtet werden.

    Die Zufütterung sollte jedoch zeitlich begrenzt sein und nicht dazu führen, dass sich mehrere Igel an einem Ort sammeln – das erhöht das Risiko von Infektionen und Parasitenübertragungen.

    Der «Höngger Podcast» zum Thema Igel:

    Heckenränder bitte stehen lassen

    Der dazugehörige «Höngger» Artikel: https://hoengger.ch/igel-in-noeten/

    Vorsicht bei Gartenarbeiten

    Mit dem Frühlingsbeginn starten viele Menschen mit den Gartenarbeiten – dabei lauern Gefahren für Igel. Achten Sie auf versteckte Igel, bevor Sie mit einer Mistgabel in Laub-, Ast- oder Komposthaufen stechen. Wird ein Igel versehentlich aufgestöbert, decken Sie ihn sofort wieder zu und lassen Sie ihn in Ruhe. Verwenden Sie Mähroboter nur tagsüber und nutzen Sie Fadenmäher nur, wenn Sie die zu mähenden Flächen vorher kontrolliert haben, vor allem unter Hecken und Büschen.

    Naturnahe Gärten schützen Igel langfristig

    Der beste Schutz für Igel ist ein intakter Lebensraum. Gärten, die naturnah gestaltet sind, bieten Nahrung und Rückzugsorte. Laub-, Ast- und Komposthaufen sind wertvolle Lebensräume für Insekten – und damit auch für Igel.

    Zusätzlich sollten Schächte und Wasserbecken abgedeckt oder mit einer Ausstiegshilfe versehen werden, um zu verhindern, dass Tiere hineinfallen und nicht mehr herauskommen.

    Appell an Autofahrer

    Im Frühling überqueren viele Igel auf der Suche nach Nahrung oder einem Partner die Strassen – mit oft tödlichen Folgen. Bitte fahren Sie besonders in Dörfern und Städten aufmerksam. Falls ein Igel auf der Fahrbahn sitzt, tragen Sie ihn vorsichtig in seiner Laufrichtung über die Strasse und setzen Sie ihn 2 – 3 Meter vom Strassenrand entfernt ab. Verwenden Sie dafür Handschuhe oder ein Tuch und achten Sie auf die eigene Sicherheit.

    Falls Sie einen kranken oder verletzten Igel finden, sichern Sie das Tier vorsichtig mit Handschuhen oder einem Tuch und setzen Sie es in eine mindestens 30 Zentimeter hohe Kiste. Schwer verletzte Igel sollten schnellstmöglich zu einem igelkundigen Tierarzt gebracht werden. Holen Sie sich Rat bei Igel-Experten:

    Anlaufstellen bei Igel-Fragen

    Pro Igel Notfallnummer: 0800 070 080 (täglich 16–20 Uhr)

    Igelzentrum Zürich: 044 362 02 03
    Mo–Fr: 16–18 Uhr 
    www.igelzentrum.ch

    Weitere Pflegestationen finden Sie auf: www.proigel.ch

    Allgemeine Anfragen per Mail: tierschutz@tbb.ch