Kategorie: Haus Sonnegg

  • Die Sonne scheint über dem neuen Haus Sonnegg

    Die Sonne scheint über dem neuen Haus Sonnegg

    Bereits vor elf Uhr hatte sich letzten Samstag eine ansehnliche Festgemeinde vor dem neuen Eingang des Hauses Sonnegg versammelt, um dessen Eröffnung gebührend zu feiern. Gekommen war, was man getrost als «Who is Who» von Höngg bezeichnen darf: Honoratioren und Ehrengäste aus Kirchen, Vereinen, Politik und Gesellschaft. Und kaum war das Elfuhrgeläut verklungen, schritt Kirchenpflegepräsident Jean E. Bollier zu deren Begrüssung ans Mikrofon.

    Bewegte Hausgeschichte

    Er begann mit einem Rückblick auf die bewegte Geschichte des «Sonnegg». Dieses war 1886 anstelle eines zwei Jahre zuvor abgebrannten Landwirtschaftsbetriebes, der zum Pfarrhaus gehört hatte, erbaut worden und wurde bereits als Wirtschaft betrieben. 1893 lautete der Name noch «Sonneneck», 1894 «Sonneck» und erst ab 1911 fand man zum seither bekannten «Sonnegg», wie die Ortsgeschichte Höngg von Georg Sibler aufführt. 1916 kaufte die Gemeinde Höngg das Haus und vermietete es dem Frauenverein Höngg, der darin, was damals noch eine Seltenheit war, eine alkoholfreie Wirtschaft betrieb. 1930 wurde das Haus baulich auf die heutigen Dimensionen erweitert, bevor es 1934 im Zuge der Eingemeindung in den Besitz der Stadt Zürich über ging. 1954 übergab dann der Frauenverein Höngg den Betrieb ebenfalls an den Frauenverein der Stadt Zürich, der ihn jedoch zirka 1972 einstellte. 1977 kam neues Leben ins Haus: Eine Gruppe von Frauen der reformierten Kirchgemeinde Höngg, die «Sonnegg-Frauen», eröffneten eine Kaffeestube und betreiben sie bis heute. 1984 erwarb die reformierte Kirchgemeinde das «Sonnegg» und führte es fortan als offenes, «zweites» Kirchgemeindehaus. Darin fanden bereits bisher Menschen aller Generationen viele interessante Angebote, die immer rege genutzt wurden und so betrachtet wurde die Idee des «Generationenhauses» längst gelebt, wenn auch nicht in einem so durchdachten Betriebskonzept, wie es nun erstellt wurde und wie es die baulichen Erweiterungen nun erlauben.

    Ästhetik im Kostenrahmen

    Haus und Schopf wurden noch vor Baubeginn unter Denkmalschutz gestellt. Was die Wipkinger Architekten Yves Milani und Alexandra Gübeli von GXM-Architekten vor Herausforderungen stellte, wie Milani auf die entsprechende Frage von Jean Bollier berichtete: Die vielen Erwartungen und Visionen der Bauherrschaft und die Anforderungen der Denkmalpflege mussten zu einem harmonischen Ganzen zwischen «Denkmal» und neuer Nutzung finden, und das ist dem Architektenteam gelungen. Auf Bolliers Frage, ob der grosse Ästhet Milani mit dem Ergebnis zufrieden sei, kam dieser kurz ins Zögern: «Der erste Eindruck ist positiv, aber ob alles so ist, wie wir uns dies vorgestellt hatten, wird wie immer erst der Betrieb zeigen. Der Ästhet in mir sieht natürlich immer noch Details, die er hinterfragen kann, aber das ist wohl die Berufskrankheit der Architekten, zu der man auch mal Abstand nehmen sollte.» Sicher aber könne er sagen, dass, auch wenn die Bauabrechnung noch nicht vorliegt, der Kostenrahmen eingehalten worden sei. 4,8 Millionen Franken wurden verbaut, 1.8 Millionen für werterhaltende Renovationen und drei Millionen für die Erweiterungen.

    Mit Kochlöffel und Scheren zur Übergabe

    Peter Kraft, Liegenschaftenverwalter der reformierten Kirchgemeinde und selber Architekt, leitete die offizielle Übergabe des Hauses damit ein, dass er symbolisch den Bauhelm abzog, den er als Leiter der Baukommission nun die letzten 14 Monate auf diesem Gelände getragen hatte. Aus der alten «Sonnegg»-Küche hatte er eine grosse Kochkelle gerettet und als «ein Symbol der gelebten Diakonie, die in diesem Haus ganz wichtig sein soll» golden gestrichen – damit schritt er nun zur «Stabsübergabe» an seine Frau, die Betriebskoordinatorin Claire-Lise Kraft. An Pfarrer Markus Fässler, die zweite treibende Kraft hinter dem neuen «Sonnegg», übergab Peter Kraft ein Paket mit verschiedenen Scheren, um das rote Band zu durchschneiden und damit dieses «Haus mitten im Herzen von Höngg» zu eröffnen, das «auch wieder zum Herz von Höngg werden soll», wie er abschliessend wünschte.
    So kam es dann, dass Kinder, Jugendliche und Senioren als Vertretungen aller Generationen zum feierlichen Akt schritten und das Band ganz nach dem Motto des neuen Hauses durchtrennten: «Sonnegg, Familien- und Generationenhaus: lebensnah, nebeneinander, miteinander und durcheinander».

    Das grosse Staunen

    Nach weiteren Grussbotschaften war es endlich soweit: Gespannt und neugierig wurde das Haus Sonnegg in Besitz genommen von jenen, die es hoffentlich künftig auch nutzen werden. Peter Kraft und Yves Milani führten zwei Gruppen durch alle Räume, vom Keller bis unters Dach. Und was es da zu sehen gab, löste allenthalben Staunen aus. Was man alles neu erstellt und untergebracht hatte, ohne dabei den Charakter des alten «Sonnegg» zu zerstören, ist tatsächlich beachtlich. Von den neuen Kellerräumen für Kinder und Jugendliche bis zur Lounge für die Erwachsenen unter dem Dach, mit Lift alles behindertengerecht erschlossen, das Café, die Werkstatt, das Kinderhaus, die Büros, Küche, Sanitär- und Technikräume: alles mit viel Liebe zum Detail umgebaut und eingerichtet. Neu ist auch ein Teil des schönen Pfarrhausgartens erschlossen, der auch von der Spielgruppe «Gartespatze» genutzt werden wird. Auch wenn die Umgebungsarbeiten und kleine Details im Hausinnern noch nicht restlos abgeschlossen sind, kann zweifellos rundum nur gratuliert und ein grosser Dank an all jene ausgesprochen werden, welche sich acht Jahre lang unermüdlich für dieses neue Haus Sonnegg eingesetzt haben!

    Zwei Tage voller künftigem Sonnegg-Leben

    Und Dank und Lob waren dann auch immer wieder zu hören: An den Tischen drinnen und draussen, während den Führungen und in vielen Gesprächen. Dass sich der Einsatz gelohnt hatte, zeigte sich bereits am Eröffnungswochenende: Unter einem Dach und in einem Garten lebten Jung und Alt friedlich zusammen und fanden unkompliziert Kontakt. Sei es beim Spiel oder im Bastelatelier, beim kulinarischen Geniessen, in spontanen oder locker organisierten Gesprächsrunden, bei den drei Höngger Lebensgeschichten oder den musikalischen Darbietungen der Formation Montezuma und des Jazz Circles Höngg – und was noch alles mehr zur Eröffnung geboten wurde, alles wurde ganz nach dem Hausmotto «lebensnah, nebeneinander, miteinander und durcheinander» genutzt. Zu wünschen bleibt, dass diese Stimmung wie das alte Sonnen-Wirtshausschild auch weiterhin über dem Alltagsbetrieb des Hauses scheinen werde − auf dass das «Sonnegg» das Zentrum mit Herz wird, das Höngg verdient hat.

    Haus Sonnegg
    Bauherrenstrasse 53, 8049 Zürich
    Alle Angebote detailliert unter www.refhoengg.ch/sonnegg

    kafi & zyt
    Das Generationencafé für alle. Der Garten und die Spielecke für Kleinkinder erweitern die Möglichkeiten. Das kafi & zyt ist offen von Montag bis Freitag, von 14 bis 17.30 Uhr (während den Ferien gemäss Publikationen). Auskunft Claire-Lise Kraft, 043 311 40 56

    Zmittag-Pause für Erwachsene
    Wöchentlich am Dienstag von 12 bis 13.30 Uhr für Erwachsene, die in Höngg leben oder arbeiten: Suppe, Salat, Brot, Kaffee und Getränke zu Selbstkostenpreisen −  «S‘hät, solang‘s hät!». Wer möchte, kann seine Verpflegung selbst mitbringen. Eine kurze Anmeldung bis Dienstag, 8 Uhr, erleichtert die Vorbereitung: mittagstisch@refhoengg.ch oder Telefon 043 311 40 62. Erstmals am Dienstag, 3. November

    Mittagessen für alle
    Ein Mittagessen für Menschen jeder Generation, monatlich an einem Mittwoch, erstmals am 4. November. Beginn jeweils 11.30 Uhr mit Eintreffen bis 13 Uhr. Menü zu 14 Franken (Erwachsene) und acht Franken (Kinder). Keine Anmeldung nötig

    Mittagessen 60plus
    Ein Mittagessen für 14 Franken für Frauen und Männer 60plus, die in  Gemeinschaft essen wollen. Keine Anmeldung nötig. Die nächsten Daten: Freitag, 20. November und 11. Dezember, 12 bis 14 Uhr. Ansprechperson Rosmarie Wydler, 044 341 32 51, rosmarie.wydler@bluewin.ch

    Chinderhuus
    Kinderhaus mit Spielbereich und Bastelmaterial für Kinder verschiedenen Alters. Die Spielgruppenleiterinnen helfen, dass die Kleinen unbeschwerte Freude miteinander haben – drinnen oder im Garten und auf dem angrenzenden Spielplatz. Offen während den Öffnungszeiten des Cafés

    Lounge
    Die Lounge unter dem Dach für Erwachsene, ein Ort für Vortragsabende, für Gespräche und Diskussionsrunden. Gemütliche Sitzgelegenheiten und eine kleine Dachterrasse sind das Richtige, um auch Ruhe zu finden. Mit WLAN-Zugang und Küchenecke

    Atelier
    Platz für kreative Aktivitäten, handwerkliche Kurse und Ausstellungen. Eine Fachperson begleitet auf Wunsch thematisch. Dazu gibt es Kurse und Workshops. An gewissen Nachmittagen parallel zum kafi & zyt gibt es spezielle Angebote für Kinder, Jugendliche oder Erwachsene

    Jugendraum
    Jugendlichen und jungen Erwachsenen bietet dieser Raum mit Bar, Billardtisch und «Jöggelichaschte» einen Treffort. Spielen, Experimentieren, Gestalten, Musizieren − auch ein offener Treff oder der Aufbau von Events und Projekten sind möglich

    Saal
    Wenn der Saal im ersten Stock nicht als Erweiterung des Cafés benutzt wird, bietet er das passendes Ambiente und moderne Technik für Vorträge und Kurse.

    Markt & Info
    Zentrale Informationsdrehscheibe im Eingangsbereich für Anlässe, Freiwilligenbörse, laufende Projekte, Eigeninitiativen oder die Vernetzung mit anderen Organisationen.

    Spielgruppe «Gartespatze»
    Dienstag und Mittwoch, Details unter www.gartespatze.ch sowie bei Leiterin Monique Homs unter Telefon 044 341 01 86 oder Mail an gartespatze@hotmail.com

    Räume mieten
    Fast alle Räume können von Vereinen, Gruppen und Privaten für Anlässe, Feste und Kurse gemietet werden. Informationen bei Silvia Stiefel unter Telefon 043 311 40 65 oder per Mail an silvia.stiefel@zh.ref.ch

     

    Wie aus dem «alten» Sonnegg das neue Familien- und Generationenhaus Sonnegg wurde, ist nachzulesen unter www.hoengger, Archiv, «Dossier Haus Sonnegg».

  • Gastgeber sein und den Kopf einziehen – beides im «Sonnegg»

    Gastgeber sein und den Kopf einziehen – beides im «Sonnegg»

    Nach langen Verhandlungen und Änderungen war es am 1. September 2014 endlich soweit: Der Spatenstich zum neuen Familien- und Generationenhaus Sonnegg konnte in Angriff genommen werden. Neun Monate sind seither vergangen, viel Baulärm, Staub und Schweiss kosteten Nerven, doch der Rohbau ist gelungen. Vor der Baustellenführung gab Peter Kraft die Verhaltensregeln durch: «Ziehen Sie den Kopf ein, gehen Sie langsam und vorsichtig und lehnen Sie sich nirgends an – eventuell ist frisch gestrichen, und sie haben dann Farbschlieren auf dem T-Shirt. Vergessen Sie nicht: wir sind auf einer Baustelle!» Die Interessierten erfuhren alles über das «neue» Haus, welches komplett umgebaut wurde.

    Verhaltensregeln auf Baustelle einhalten

    Die unfertigen, staubigen Treppenstufen, unzählige herabhängende Kabel, unverputzte Wände und offenliegende Leitungen faszinierten die vornehmlich älteren Infoanlassteilnehmenden, welche vorsichtig die «Hindernisse» in Angriff nahmen. «Die grösste Neuerung ist, dass das Sonnegg nun komplett unterkellert ist. Diese rund 100 Quadratmeter schaffen Lagerraum, einen grossen Jugendraum und zusätzliche, für verschiedene Tätigkeiten nutzbare Räumlichkeiten. Auch Technikräume und die Heizungsanlage sind hier untergebracht», so Peter Kraft, Liegenschaftenverwalter der reformierten Kirchenpflege Höngg.

    Ein Pfarrgarten-Teil gehört neu zum «Sonnegg»

    Die dicke Mauer rund ums «Sonnegg» sei übrigens keine «Abgrenzungsmauer», sondern zum Draufsitzen und als Stauraum gedacht: In ihrem Innern können Gartenmöbel und Spielsachen witterungssicher untergebracht werden. Der Schopf, wie das «Sonnegg» auch unter Denkmalschutz stehend, wird neu zum «Chinderhuus» und ist hinter den renovierten Holzbalken verglast, damit es nicht durch die Ritzen zieht, und ist neu beheizbar. Vom «Chinderhuus» aus kann man unterirdisch durch den neuen Keller direkt ins Haus Sonnegg gelangen. «Beide Gebäude sind für alle Generationen da, zudem gehört neu ein Drittel des Pfarrhausgartens dazu», so Peter Kraft. Spielzeug, welches den Kindern zur Verfügung gestellt werde, solle auch selbstständig wieder versorgt werden: «Wir möchten eine selbstordnende Ordnung».
    Das Familien- und Generationenhaus Sonnegg selbst präsentierte sich leer und hell. Bis zur Eröffnung sollen farbige Plattenbeläge, viel Parkett und eine moderne Einrichtung für Ambiente sorgen. Im zukünftigen «kafi & zyt», wo früher schon das Café war, wird eine Schallschluckdecke zusammen mit vielen, einzelnen Leuchten für eine angenehme Atmosphäre sorgen. Ein grosses Fenster gibt den Blick zum Kinderhaus frei, so dass die Eltern beim «Käfele» den Nachwuchs im Blick haben können.

    Vier Räume, drei Büros und grosszügige Einteilung

    Im ersten Stock, wo ganz früher der Albatros-Jugendtreff war, sind neu ein grosser Mehrzweckraum, in dem auch Konzerte stattfinden können, sowie ein Büro für sozialdiakonische Mitarbeitende. Im obersten, zweiten Stock präsentiert sich ein neuer Raum: Früher war dies der Dachboden, in welchem zwei Palette voller Dachziegel gelagert wurden. «Der Raum hat noch keinen Namen, bis jetzt ist er die «Dachlounge», wo Gesprächsgruppen sich treffen sollen, und wo man gemütlich ein Glas Wein auf dem Sofa trinken kann», so Kirchenpflegepräsident Jean Bollier, der zusammen mit Pfarrer Markus Fässler ebenfalls vor Ort war. Total gibt es im neuen, 4,8 Millionen Franken teuren «Sonnegg» vier grosse Räume, drei Büros, einen Lift und einen grossen Eingangsbereich, in dem es eine grosse Garderobe hat, um die Kleider der zukünftigen Besucherschar aufzunehmen.

    Im «kafi & zyt» mithelfen

    Die rund 60 Besucherinnen und Besucher waren zudem gekommen, weil sie sich für die ehrenamtliche Mithilfe im neuen Café interessieren. «Wir brauchen rund 30 Leute, die von einmal monatlich bis hin zu einmal wöchentlich mithelfen und Gastgebende sein möchten. So wollen wir an die «Sonnegg-Frauen» anknüpfen und ein einladendes Selbstbedienungs-Café schaffen, in dem Frauen und Männer und Kinder jeglichen Alters verweilen können. Das Haus Sonnegg ist ein niederschwelliges Angebot, das alle einlädt, selbst aktiv zu sein und teilzunehmen», so Markus Fässler.

    Eröffnung Familien- und Generationenhaus Sonnegg
    Am 24. und 25. Oktober wird die Eröffnung mit offiziellem Charakter gefeiert. Festgottesdienst, Rundgänge und die Übergabe an die Kirchgemeinde stehen dann auf dem Programm. Am Wümmetfäscht vom 25. bis 27. September wird das Haus Sonnegg zu Gunsten des «Wüfäs» vorgezogen genutzt. Der Monat danach wird für die Fertigstellung der Einrichtung und den Probebetrieb genutzt. Öffnungszeiten «kafi & zyt»: Montag bis Freitag, 14 bis 17.30 Uhr. Wer Interesse hat, mitzuhelfen, kann sich bei Markus Fässler unter Telefon 043 311 40 52 oder per E-Mail markus.faessler@zh.ref.ch melden.

  • Der «Sonnegg»-Umbau macht Fortschritte

    Der «Sonnegg»-Umbau macht Fortschritte

    Nach dem Spatenstich am 1. September ging es gleich los mit dem Aushub der Baugrube für die neue Unterkellerung, auch jener unter dem denkmalgeschützten Schopf, der künftig das Kinderhaus sein wird. Speziell diese Arbeiten waren heikel, durfte der Schopf selbst doch keinen Schaden nehmen. Ausgehoben wurde viel Moränenkies und Lehm, aber auch einiges an Schutt des 1917 abgebrannten Spritzenhauses, den man damals offenbar einfach hier liegen liess. «Historisch Wertvolles kam aber nicht zum Vorschein, was man bei einem Aushub an so zentraler Stelle neben einer Kirche nie mit Sicherheit im Voraus weiss», so Liegenschaftsverwalter Peter Kraft. Unterdessen ist bereits das neue Fundament gelegt und die ersten Seitenwände sind hochgezogen.
    Auch im Innern des Hauses geht es zügig voran. Der neue Liftschacht und die Treppenläufe werden Stock für Stock eingeschalt und betoniert und die neuen Strukturen des Hauses, dessen Eröffnung auf das Wümmetfäscht 2015 hin geplant ist, sind bereits gut zu erkennen.
    «Inserat» Dossier Sonnegg

  • Haus Sonnegg in 13 Monaten bezugsbereit

    Haus Sonnegg in 13 Monaten bezugsbereit

    An den langen, mit Fragezeichen bestückten Weg erinnerte auch Peter Kraft, Liegenschaftenverantwortlicher der Reformierten Kirchenpflege Höngg, in seinen Begrüssungsworten auf der Baustelle an der Bauherrenstrasse 53: Seit 2007 lief die interne Planung, im Herbst 2008 wurde der Projektstart für das neue «Sonnegg» öffentlich lanciert. Im September 2009 wurde das «Profil Sonnegg – Familien- und Generationenhaus» vorgestellt. Es folgten Machbarkeitsstudie und Projektierungskredit, erste Vorschläge von Architekten und der Auftrag an das Wipkinger Büro GXM Architekten GmbH. Weiter ging es mit der Unterschutzstellung durch die Denkmalpflege und Mitte Juli 2012 erfolgte die Baueingabe. Am 9. Januar 2013 wurde der Objektkredit von der Höngger Kirchgemeinde gutgeheissen. Alles in Zusammenarbeit mit dem Verbandsvorstand und der Bauabteilung des Stadtverbandes als Organe der Zentralkirchenpflege (ZKP), welche als Verwalterin aller Zürcher Kirchensteuern die Umbaukosten letztlich gutzuheissen und auch zu tragen hätte. Doch am 6. März 2013 wies die ZKP den Höngger Antrag aus finanziellen Überlegungen zurück. In Höngg war man konsterniert – und nahm einen zweiten Anlauf. Eine Arbeitsgruppe der Kirchenpflege suchte nach Einsparungen auf allen Ebenen. Und fand Lösungen: Wie das alte Sigristenhaus an der Regensdorferstrasse 46 mittels Baurecht ertragsorientierter zu nutzen sei und so zur Finanzierung des neuen «Sonneggs» beitragen könnte. Am 30. Oktober 2013 dann die erlösende Nachricht: Die ZKP hat dem zweiten Antrag aus Höngg zugestimmt – und diesen Montag, 1. September 2014, folgte endlich der Spatenstich.

    Eröffnung auf das Wümmetfäscht 2015 geplant

    Peter Kraft begrüsste kurz nach 8 Uhr die Anwesenden mit der scherzhaften Ankündigung einer «Predigt» und Zwinglis Worten: «Thut um Gotts Willen etwas Tapferes.» Rückblickend auf die Entstehungsgeschichte des neuen «Sonneggs», gab Peter Kraft zu bedenken, dass die Staatsmühlen − wie Gottes Mühlen auch − manchmal eben langsam mahlen. Aber auch da half Zwingli mit seinem Zitat, wonach Geduld des Glaubens Goldstein sei.
    Seit gut zwei Monaten sind die Handwerker daran, Haus und Umgebung  für den Umbau vorzubereiten. Im Haus wurden praktisch alle Wände entfernt und Löcher klaffen dort in den Böden, wo der neue Lift fahren wird. Zwischen «Sonnegg» und Pfarrhaus ist alles bereit für den Aushub der neuen Unterkellerung zwischen Haupthaus und Schopf, der künftig das Spielhaus werden wird. Krafts Dank ging an alle Beteiligten, speziell aber an die Baufirmen und Architekten: «Das Haus gehört die nächsten 12 Monate euch – wir ziehen uns zurück und sind gespannt auf die Eröffnung.» Geplant ist diese auf das Wümmetfäscht Ende September 2015. «Das OK Wümmetfäscht hat das Haus bereits gebucht und rechnet fest mit euch», rief er mit Schalk in den Augen in Erinnerung.
    Darauf sprach Pfarrer Markus Fässler, eine Schaufel in der Hand, den Segen über das Haus und den Bau: «Gottes Segen ist wie dieser Spaten: Er gräbt, hebt aus, baut um, erneuert. Gott, sei du mit deiner erneuernden Kraft in aller menschlichen Arbeit gegenwärtig», sprach er unter anderem. Und ja, befand er nach dem Amen, ein historischer Moment sei das, nun zu wissen: «Es geht los!»  
    Und so griff man dann zum Spaten, stiess symbolisch zu und direkt unter dem Schlamm auf steinigen Grund. Wie ein letztes Sinnbild für den steinigen Weg, den das «Sonnegg» zu gehen hatte. Doch dies ist nun Geschichte, und darauf und auf gutes Gelingen stiessen die geladenen Gäste zum Apéro beim Pfarrhaus bald darauf an.

    Weitere Artikel zum «Sonnegg» unter www.hoengger.ch/Archiv, 28. August und 17. September 2009, 14. Oktober 2010, 17. Januar, 21. März und 7. November 2013.

  • Ob Surfbrett oder Brotkörbchen, es gab alles

    Ob Surfbrett oder Brotkörbchen, es gab alles

    Sigrist und Hauswart Heiri Stiefel hilft gerade zwei Frauen beim Einpacken eines zweiteiligen Möbelstückes, welches die eine Käuferin zuerst noch mit einem ebenfalls am Flohmarkt gekauften Handbesen abstaubt: «Den Staub habe ich schliesslich nicht mitgekauft», sagt sie augenzwinkernd. Glücklicherweise hat das Möbel im Auto Platz. Dies gilt wohl kaum für die zwei uralten Surfbretter, die vor dem Haus Sonnegg liegen und die man ebenfalls kaufen kann. Zusammen mit Sigrist und Hauswart Dani Morf organisierte Heiri Stiefel den Flohmarkt. «Wir waren rund eine Woche damit beschäftigt, das ganze Haus leerzuräumen und die Sachen verkaufsreif zu präsentieren», so die Beiden.

    Ansturm bereits bei der Türöffnung

    Pünktlich um 16 Uhr standen am Freitag Geschirr, Stühle, Lampen, Besen, Spielsachen, Küchenartikel, Glühlampen, Brotkörbchen, Aschenbecher und unzähliges mehr zum Kauf bereit. Ebenso pünktlich trafen die ersten Interessierten ein. Zwischen 40 und 60 Leute jeden Alters ergatterten sich viele Dinge für wenig Geld. «Spannend ist, dass oft gerade Stücke am schnellsten weggehen, bei denen man dachte, die bleiben bis zum Schluss liegen», so Heiri Stiefel. Renner seien Gläser, Kissen, Kinderspielsachen und Gesellschaftsspiele für die ganze Familie gewesen. «Möbel sind eher wenige verkauft worden. Sämtliche Restaurant-Stühle wurden per Zufall an die Fabrikkirche in Winterthur verkauft. Das ist natürlich super!» Dani Morf entpuppte sich als richtige Händlernatur: «Ein Kissen, ein Körbchen und das Dominospiel – acht Franken, o.k.?», fragte er eine Kundin. Auf ihr Nicken hin meinte er: «Wir machen hier nicht lange ‹fangis›, schliesslich sind wir froh, wenn die Sachen ein neues Zuhause finden.»

    Die Einnahmen werden zum Flohmarkt diesen Sommer im reformierten Kirchgemeindehaus dazugerechnet, der am Samstag, 23. August, stattfindet. Ziel war ein «möglichst leeres Haus», denn direkt nach dem Flohmarktende am letzten Samstag wurde das Haus Sonnegg geschlossen. Die Vorphase des Umbaus ist schon am Laufen. Voraussichtlich im Herbst 2015 wird das Gebäude wiedereröffnet.

  • Über dem «Sonnegg» geht doch noch die Sonne auf

    In einem ersten Anlauf Anfang 2013 wies die ZKP das Projekt noch zurück und verlangte bauliche und betriebliche Redimensionen sowie eine andere Finanzierung. Dies nachdem die Kirchgemeinde Höngg an ihrer ausserordentlichen und gut besuchten Versammlung vom 9. Januar 2013 dem von Kirchenpflege und Gemeindekonvent ausgearbeiteten Projekt nahezu einstimmig zugestimmt hatte. Eine Arbeitsgruppe der Kirchenpflege mit Peter Kraft, Liegenschaftenverwalter, Andreas Uetz, Aktuariat und Recht, Martin Zahnd, Diakonie, sowie Pfarrer Markus Fässler und Sozialdiakonin Claire-Lise Kraft aus dem Gemeindekonvent hat in den letzten Monaten zusammen mit den Verantwortlichen des Stadtverbandes eine Überprüfung des Vorhabens durchgeführt und nach Möglichkeiten von Einsparungen im Baulichen, Betrieblichen und Finanziellen gesucht.

    Baulicher Teil kann ohne Abstriche durchgeführt werden

    Die jetzige Beschlussfassung der Zentralkirchenpflege beinhaltet denn auch folgende Ergebnisse dieser Nacharbeiten: Der bauliche Teil des Projektes, der Umbau des «Sonneggs» mit den Erweiterungsbauten – der Unterkellerung des Hofes, dem Verbindungsgang zum Schopf, dessen Unterkellerung sowie einem Erweiterungsbau zu einem Kinderhaus – kann ohne Abstriche durchgeführt werden. Dafür sind die ursprünglichen Kosten von 4,837 Millionen Franken bewilligt. Eine bauliche Beschränkung, zum Beispiel der Verzicht auf die Unterkellerung des Hofes, hätte bei wenigen Einsparungen eine markante Reduktion des Raumangebotes ergeben und so den Betriebszweck eines Familien- und Generationenhauses stark eingeschränkt.
    Zur Finanzierung des Baues ist die Liegenschaft Regensdorferstrasse 46, das jetzige alte Sigristenhaus auf einer Parzelle von 1300 m2, mittels Baurecht für einen neuen Wohnungsbau zu aktivieren beziehungsweise ertragsorientiert zu überbauen. Dies soll die Kirchgemeinde Höngg oder der Stadtverband durchführen. Das «Einwerfen» der Liegenschaft Regensbergerstrasse als Gegengeschäft war schon im Antrag der Kirchgemeindeversammlung Bestandteil des ganzen Vorhabens.

    Betriebskredit für die ersten drei Jahre

    Der Betriebskredit, insbesondere für die Erweiterung der personellen Situation – Stellenschaffung von je 50 Prozent für Sozialdiakonie und Haus- und Abwartsdienste –, wird nur für die ersten drei Jahre bewilligt. Danach muss die Kirchgemeinde dafür entweder neue zusätzliche Finanzmittel finden oder durch einen Gesamtumbau ihres kirchlichen Wirkens, sprich Redimension ihrer bisherigen Angebote, den weiteren Betrieb dieses Familien- und Generationenhauses sicherstellen.
    In diese Gesamtüberprüfung des kirchlichen Auftrages ist auch in einem späteren Prozess das bisherige Kirchgemeindehaus an der Ackersteinstrasse einzubeziehen, indem entweder durch neue und zusätzliche Vermietungen neue Erträge zu generieren sind oder nicht mehr benötigte Räume, zum Beispiel der Schultrakt, an einen Dauermieter abzugeben oder zu verkaufen sind.
    Die Kirchenpflege und der Gemeindekonvent der Mitarbeitenden sind gewillt, auch mit diesen Auflagen das Projekt Familien- und Generationenhaus Sonnegg nun zu realisieren und nach erfolgtem Bau den Betrieb aufzunehmen. Das sistierte Baugesuch und die Unterstellung des «Sonneggs» und des Schopfes unter den Denkmalschutz werden nun sofort aktiviert, so dass mit einem Baubeginn im Frühling 2014 gerechnet werden darf. Auf den Schuljahresbeginn September 2015 könnte dann die Eröffnung des Betriebes stattfinden. Kirchenpflege und Mitarbeitende freuen sich ausserordentlich über diesen guten Entscheid.

    Eingesandt von Jean E. Bollier, Präsident der Kirchenpflege

     

  • Kommentar zum «Sonnegg»

    Kommentar zum «Sonnegg»

    Entstanden wäre ein lebendiger Treffpunkt an zentraler Lage mit Bistro, Gartenrestaurant und Spielplatz, Räumen für Begegnungen, Konzerte, Filmabende und Kurse aller Art, Platz für Kinder- und Jugendräume oder Aktivitäten für die Altersgruppe 60plus. Doch im Moment heisst es: aus der Traum. In Anbetracht schrumpfender Kirchensteuereinnahmen und im Hinblick auf die kantonale Volksinitiative «Weniger Steuern fürs Gewerbe (Kirchensteuerinitiative)», bei deren Annahme Firmen künftig gar keine Kirchensteuern mehr bezahlen müssten, ist Sparen angesagt. Dies findet die Zentralkirchenpflege, obwohl der Stadtverband finanziell sehr gut da steht und dem Vernehmen nach derzeit noch über 60 Millionen Franken Anlagen alleine an Obligationen verfügt.
    Ob ausschliesslich finanzielle Überlegungen den Ausschlag gaben oder ob auch Ressentiments gegenüber der grossen und überaus aktiven Höngger Kirche mitspielten, sei dahingestellt. Dass die Höngger Kirchenpflege nun andere Finanzierungsmöglichkeiten prüft und am Projekt keine Abstriche machen will, ist sicher richtig, denn substanzielle Einsparungen – mit günstigeren Türgriffen alleine wäre es nicht getan − hätten Folgen für das ganze Betriebskonzept. Bleibt zu hoffen, dass die ZKP einen zweiten Antrag aus Höngg wohlwollender aufnimmt. Die Kosten, welche noch dieses Jahr in die nicht weiter aufzuschiebende Sanierung von elektrischen Leitungen in der Küche des «Sonneggs» investiert werden müssen, um das Haus überhaupt noch benutzen zu können, werden dann leider bereits verbaut sein.

  • Rückschlag für das neue «Sonnegg»

    Rückschlag für das neue «Sonnegg»

    Seit 2007 lief die interne Planung und im Herbst 2008 wurde der Projektstart für den Umbau und die betriebliche und räumliche Erweiterung des «Sonneggs» öffentlich lanciert. Im September 2009 wurde das «Profil Sonnegg – Familien- und Generationenhaus» vorgestellt. Es folgte eine Machbarkeitsstudie und ein Projektierungskredit wurde gesprochen. Im Frühjahr 2011 reichten vier Architekten einfache Vorschläge ein. Alexandra Gübeli und Yves Milani, die in Höngg wohnenden Architekten des Wipkinger Büros GXM Architekten GmbH wurden daraufhin mit der Ausführung beauftragt. Nachdem man sich mit der Denkmalpflege über die beabsichtigte Unterschutzstellung geeinigt hatte, wurde Mitte Juli 2012 die Baueingabe eingereicht.
    An der Kirchgemeindeversammlung vom 9. Januar dieses Jahres wurde der Objektkredit von 4,837 Millionen Franken in Höngg gutgeheissen. Darin enthalten sind 1,266 Millionen, welche für die ohnehin anstehenden nötigen Sanierungen des «Sonneggs» entstehen würden. All dies geschah in enger Zusammenarbeit mit dem Verbandsvorstand und der Bauabteilung des Stadtverbandes als Organe der Zentralkirchenpflege (ZKP), welche als Verwalterin aller Zürcher Kirchensteuern die Umbaukosten letztlich gutzuheissen und auch zu tragen hat.
    Seit der ZKP-Sitzung vom 6. März weiss Höngg nun: Sie wird sie nicht tragen. Auf Antrag des Vorstandes und der Bauabteilung hat die ZKP den Antrag aus Höngg mit einer Zweidrittelsmehrheit zurückgewiesen. Begründung: Zu teuer – um wie viel wurde allerdings nicht gesagt.

    Konsternation und Irritation

    Die Nachricht traf die Kirche Höngg ins Mark und liess ihre Mitglieder, die letzten Sonntag zur Kirchgemeindeversammlung gekommen waren, konsterniert zurück. Der negative Entscheid stösst besonders deshalb auf Unverständnis, weil der Vorstand der ZKP in den ganzen Prozess von Beginn weg eingebunden war, ja sogar zum Teil kostentreibend Einfluss genommen hatte: Die ZKP war es, die einen Architekturwettbewerb gefordert hatte und danach zur Wahl des zwar besten, aber auch teuersten Projektes geraten hatte. Und nun, im letzten Moment, verlangt selbige ZKP eine Kostensenkung.
    Ebenfalls irritierend: In einem Vorentscheid hatte die ZKP bereits je eine 50%-Sozialdiakonie- und Sigristenstelle für den Betrieb des neuen «Sonneggs» in Aussicht gestellt und der Kirchenrat der Landeskirche, ihrerseits begeistert vom «Familien- und Generationenhaus Sonnegg», befürwortete ebenfalls in einem Vorentscheid eine zusätzliche 30%-Pfarrstelle. Noch Anfang Jahr hatte Höngg also allen Grund zur Hoffnung, dass es sein «Zentrum mit Herz» bekommt, wie der «Höngger» das Projekt einst genannt hatte. Der Baubeginn war für diesen Sommer geplant, im September 2014 wollte man den Betrieb aufnehmen.

    Alles im Ungewissen

    Wie es nun weitergeht, wird sich in den nächsten Wochen zeigen. Eine Redimensionierung des Projekts steht dem Vernehmen nach nicht zur Diskussion, wie auch Kirchenpflegepräsident Jean E. Bollier am Sonntag sagte. Geprüft wird nun, wie Höngg selbst etwas an die umstrittenen Kos ten beitragen könnte. Eine Option wäre, zwei Grundstücke im Besitz der Reformierten Kirche Höngg einer einträglicheren Nutzung zuzuführen und so zur Finanzierung des «Sonneggs» beizutragen. Konkret ist man schon an der Arbeit, das Land gleich neben dem Alterswohnheim Riedhof, an der Ecke Riedhofstrasse/Reinhold-Frei-Strasse, im Baurecht abzugeben. Für jenes an der Regensdorferstrasse 46, auf dem das alte Sigristenhaus steht, wird gar ein Verkauf in Erwägung gezogen. Doch darüber werden letztlich die Stimmberechtigten der Reformierten Kirchgemeinde Höngg zu entscheiden haben. Am 9. Januar hatten diese der Kirchenpflege erst grünes Licht für entsprechende Abklärungen gegeben – damals in weiser Voraussicht, dass man der ZKP vielleicht ein finanzielles Entgegenkommen signalisieren müsse.
    Denkbar für die Höngger Kirchenpflege ist es aber auch, andere Geldquellen wie zum Beispiel Stiftungen anzugehen. Oder die Stadt Zürich, denn diese hatte 1984, beim Verkauf der Liegenschaft Sonnegg an der Bauherrenstrasse 53 an die Kirchgemeinde Höngg, ein Servitut eintragen lassen, wonach das Haus weiterhin öffentlich zugänglich zu sein habe – eine Bedingung, die sie künftig vielleicht auch finanziell unterstützen könnte?
    Was sicher ist: Frühestens in einem halben Jahr, wahrscheinlich aber eher später, wird die Kirche Höngg einen neuen Antrag an die Zentralkirchenpflege stellen können. Wie auch immer dieser dann aussehen mag. Dann wird sich zeigen, ob hinter der aktuellen Ablehnung tatsächlich «nur» finanzielle Überlegungen standen. Und Höngg wird, falls überhaupt, frühestens 2015 sein «Familien- und Generationenhaus Sonnegg» bekommen.

  • So wie es mal sein wird

    So wie es mal sein wird

    Ein bunt gemischtes Team lud zum «1. Familientag» ein. Gastgeber war ein Team aus Mitarbeitern der reformierten Kirche, ein engagiertes Kulinariumteam sorgte fürs feine Menü, Mütter und Grossmütter engagierten sich im Service und beim Basteln. Offen war das Haus für alle Generationen, was auch so genutzt wurde. Zu einem günstigen Mittagessen kamen Familien, einige sogar mit drei Generationen, Ehepaare, Gotte mit Gottikind, aber auch Einzelpersonen. Liebevoll waren die Tische für die, welche vorreserviert hatten, angeschrieben, aber auch wer spontan kam, fand einen Platz und war genau so willkommen. Von Anfang an lud die «Hüpfchile» vor dem Pfarrhaus bei schönstem Wetter zum Austoben ein, bald wurde sie zu einem Magneten für kleinere und grössere Kinder. Für ruhigere Momente gab es im Pfarrhaus kleine Bausteine, mit denen Kunstwerke gebaut wurden. Das Mittagessen wurde ab 11.30 Uhr angeboten, was Familien mit kleineren Kindern nutzten. Nach 12 Uhr kam der grosse Ansturm. Wohl viele waren positiv überrascht, wie gross die Schar war, welche eintraf. Ungefähr 120 Essen wurden ausgeteilt. Ab 14 Uhr war das Atelier im oberen Stock offen. Engagierte Frauen zweier Generationen boten verschiedene herbstliche Bastelmöglichkeiten an, ein Programm, welches viele Kinder nutzten, die einen alleine, andere begleitet von ihren Müttern. Geduldig wurden die Kinder beim Basteln unterstützt. In der Zwischenzeit nutzten viele Eltern die Möglichkeit zum Gespräch. Sie hatten mal Zeit, sich in Ruhe austauschen zu können, sei es draussen oder im Café. Wie jeden Mittwoch war der Kafi betrieb der «Sonnegg»-Frauen offen, welcher wieder von mehreren Generationen genutzt wurde. Es war ein Tag der Begegnung verschiedener Generationen, bei dem das Haus Sonnegg an seine Kapazitätsgrenzen stiess. Dank flexiblen engagierten Gastgebern fanden an diesem Tag alle Platz zum Essen und Basteln – aber dass das «Sonnegg» mal grösser wird, ist sicher eine erfreuliche Aussicht für dieses Angebot. Schön, dass nicht nur Frauen den Weg zum Familientag fanden, sondern auch Männer – Väter und Grossväter. Um 17.30 Uhr ging dieser erste Familientag zu Ende. Die Familien gingen nach Hause, das Team hatte noch viel zu tun mit Aufräumen, war aber dankbar und glücklich, dass dieser Anlass so positiv über die Bühne gegangen war. Viele Besucher fanden es toll, dass die Kirche so etwas macht. Ja, Kirche lebt nicht nur im Kirchgebäude, sondern auch in Begegnungen und Angeboten ausserhalb. Reich beschenkt und mit Freude erinnern sich viele an diesen Tag und freuen sich wohl schon darauf, wenn die Türen für dieses Angebot am 26. Januar 2011 wieder geöffnet werden. Clown Mugg wird dann ebenfalls dabei sein.

    Eingesandt von Karin Koch-Haug

  • «Sonnegg» auf gutem Weg

    «Sonnegg» auf gutem Weg

    Die Versammlung der Reformierten Kirchgemeinde letzten Sonntag war für ganz Höngg von Bedeutung, denn dort wurde eine weitere Etappe des Projekts «Begegnungszentrum Sonnegg» beschlossen. Bereits vor zwei Jahren, im Herbst 2008, wurde eine breit abgestützte Arbeitsgruppe eingesetzt. Sie sollte prüfen, ob bei der ohnehin anstehenden baulichen Renovation des «Sonneggs» auch eine neue Art kirchlicher Arbeit mit einer Ausrichtung auf mehr Familienbezug und generationenverbindende Angebote möglich sei. Das ein Jahr später  präsentierte «Profil Sonnegg» (siehe Kasten) erbrachte dann gesicherte Hinweise, dass eine solche Angebotserweiterung gewünscht, ja sogar als notwendig erachtet werde. Allerdings sollten dabei neue Kriterien für familien- und generationengerechtes Arbeiten berücksichtigt werden und das «Sonnegg» als ein offenes, für das ganze Quartier zugängliches Haus erhalten bleiben.

    Machbarkeitsstudien liegen vor

    Die Kirchenpflege setzte daraufhin im November 2009 zwei Kommissionen ein, die eine Machbarkeitsstudie zu den notwendigen baulichen Massnahmen und den künftigen Betrieb zu erarbeiten hatten.
    An der Kirchgemeindeversammlung wurden diese beiden Studien vorgestellt. Im betrieblichen Bereich rechnet man bei einem Vollbetrieb ab 2013 mit einer grossen Erweiterung der kirchlichen Angebote in allen Altersbereichen, angefangen von Spielangeboten für Kleinkinder mit ihren Eltern bis zum PC-Kurs für Seniorinnen und Senioren. Neu sollen werktags im «Sonnegg» nachmittags ein «Bistro» und das «Kinderhaus» geöffnet sein und quer durch alle Generationen zu einem spontanen Besuch laden, wobei ein kirchlicher Mitarbeiter als Ansprechperson anwesend sein wird.
    Diese Ausweitung des Angebotes geht nicht ohne zusätzliche, bezahlte Stellenprozente, darüber hinaus werden für den Betrieb zusätzlich rund 60 bis 70 neue Freiwillige aus Höngg gesucht. Ohne diese werde man das «Sonnegg» nicht wie geplant betreiben können, meinte Pfarrer und Co- Projektleiter Markus Fässler. Trotz mehr hauseigenen Angeboten sollen auch im neuen «Sonnegg» verschiedene Räume für private Anlässe gemietet werden können. Das ganze Projekt wird von der Reformierten Landeskirche Zürich als exemplarisches Pilotprojekt für kirchliche Auf bauarbeit unterstützt.

    Beschluss fällt im Herbst 2011

    Da das «Sonnegg» in der Kernzone liegt und unter Denkmalschutz steht, gibt es für bauliche Massnahmen sehr enge Grenzen. Die Machbarkeitsstudie zeigt nun, dass der gewünschte Betrieb eine Erweiterung des «Sonneggs» bedingt, die nur durch eine relativ teure Hofunterkellerung und durch den Umbau des Schopfes – zwischen Pfarrhaus und Kirche – in ein «Kinderhaus» möglich wird. Selbstverständlich werde ein Lift den Zugang für alle erleichtern, kündigte Liegenschaftenverwalter Peter Kraft an.
    Die an der Versammlung anwesenden 63 Stimmberechtigten beschlossen dann einstimmig den beantragten Projektierungskredit von 150 000 Franken. Damit wurde grundsätzlich auch die künftige Marschrichtung beschlossen, da sich der gewünschte inhaltliche Gemeindeauf- und ausbau im neuen «Begegnungszentrum Sonnegg» nicht mit einer «kleinen Renovation» umsetzen lässt. Kirchenpflegepräsident Jean E. Bollier sprach von Gesamtkosten von etwa 3,5 Millionen Franken. Darüber werden die Reformierten dann im Herbst 2011 zu beschliessen haben.

    Eingesandt von Matthias Reuter